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Das Herz, das nicht aufhört zu lieben,sei mit euch.
Jeden ersten Freitag im Monat lädt uns die Kirche ein, innezuhalten und den Blick auf das Herz Jesu zu richten. Nicht auf seine Worte allein, nicht auf seine Taten allein – sondern auf den Ursprung von allem: auf sein Herz. Denn das Herz ist in der Sprache der Bibel nicht einfach ein Organ. Es ist der Ort, wo ein Mensch wirklich er selbst ist. Wo seine tiefsten Entscheidungen fallen, wo seine Liebe wohnt, wo sein Wille seinen Ursprung hat.
Jesus,du hast uns das neue Leben gebracht und wirst es vollenden.Herr, erbarme dich unser.
Du kamst um die Menschen mit dem Vater zu versöhnen.Christus,erbarme dich unser.
Du hast die neue Welt und die neue Zeit angekündigt.Herr,erbarme dich unser.
Und das Herz Jesu ist ein Herz, das nie aufgehört hat zu lieben.
Der Prophet Hosea lässt Gott sprechen mit einer Zärtlichkeit, die uns überrascht: „Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf“ (Hos 11,8). Das ist kein distanzierter Gott, der von oben herabschaut auf eine Menschheit, die er erschaffen hat und wieder vergessen möchte. Das ist ein Gott, dessen Innerstes bewegt wird. Dessen Herz sich wendet. Dessen Liebe nicht kalt bleibt, auch wenn der Mensch sich abwendet.
In Jesus Christus ist dieses Herz Gottes sichtbar geworden. Es hat Gestalt angenommen, hat geatmet, hat geweint. Als Lazarus starb und Maria weinte, weinte auch Jesus (vgl. Joh 11,35). Als er Jerusalem sah, weinte er über die Stadt (vgl. Lk 19,41). Als er die Menge sah, erschöpft und ohne Hirten, war er im Innersten bewegt. Das griechische Wort dafür – splanchnizesthai – beschreibt eine Erschütterung, die bis in die Eingeweide geht. Kein oberflächliches Mitgefühl. Eine Bewegung aus der Tiefe.
Dieses Herz hat am Kreuz seinen letzten Schlag getan. Und als der Soldat mit der Lanze die Seite Jesu öffnete, flossen Blut und Wasser heraus – Zeichen der Taufe und der Eucharistie, Zeichen einer Kirche, die aus dem geöffneten Herz Christi geboren wurde. Das Herz Jesu ist also nicht nur Symbol. Es ist Quelle. Aus ihm kommt alles, was uns trägt und nährt.
Die heilige Margareta Maria Alacoque berichtete von einer Erscheinung, in der Christus ihr sein Herz zeigte – umgeben von Flammen, mit einer Dornenkrone, mit einer Wunde. Und er sagte ihr: Dieses Herz hat die Menschen so sehr geliebt – und empfängt von so vielen so wenig Gegenliebe. Das ist keine Klage, die uns erdrücken soll. Es ist die Klage eines Liebenden, der sich nach Begegnung sehnt. Gott ist nicht gleichgültig. Er wartet. Er klopft an. Er sucht.
Aber der Herz-Jesu-Freitag ist nicht nur ein Tag der Betrachtung. Er ist eine Einladung zur Prüfung. Nicht zur Selbstquälerei, sondern zur ehrlichen Frage: Wie steht es mit meinem Herz? Ist es offen oder hat es sich verschlossen – durch Enttäuschungen, durch Erschöpfung, durch die Gleichgültigkeit, die sich einschleicht, wenn man viel gibt und wenig zurückbekommt?
Jesus lädt uns nicht ein, mit einem perfekten Herzen vor ihn zu treten. Er lädt uns ein, mit einem ehrlichen Herzen vor ihn zu treten. Mit dem Herz, wie es gerade ist – müde vielleicht, kalt vielleicht, voller Fragen vielleicht. Denn sein Herz ist groß genug, um unser kleines, wundes Herz aufzunehmen und neu zu wärmen.
Der heilige Franz von Sales, der geistige Vater der Herz-Jesu-Spiritualität in ihrer sanften Form, schrieb: „Ein Herz, das Gott liebt, liebt alles in Gott und um Gottes willen.“ Das ist die Frucht dieser Andacht. Nicht eine fromme Gewohnheit, die neben dem Leben läuft. Sondern eine Verwandlung des Herzens, die das ganze Leben durchdringt – die Art, wie wir mit den Menschen umgehen, wie wir mit unserer Zeit umgehen, wie wir mit unseren Fehlern umgehen.
Bitten wir heute darum, dass das Herz Jesu unser Herz berührt. Dass wir lernen, mit seiner Sanftmut auf die Menschen zu schauen, die uns begegnen. Dass wir lernen, mit seiner Geduld auf uns selbst zu schauen. Und dass das Feuer seiner Liebe, das nie erlischt, auch in uns neu entfacht wird – heute, an diesem Freitag, und von hier aus in alle Tage unseres Lebens.
Mit Jesus Christus ist eine neue Zeit der Gnade gekommen.In seinem Namen und Auftrag dürfen wir zum Vater beten.
In unserer Mitte bleibt,der uns als Hochzeitsgäste geladen hat.Um seinen Frieden dürfen wir bitten.
Selig,die das neue Gewand empfangen haben und eingehen zur Hochzeit des Lebens.