Hl.Notburga Mt 25,31-40

Jesus Christus,der Gutes tat und unser Leben retten wollte,sei mit euch.

Die heilige Notburga wurde um das Jahr 1265 in Rattenberg am Inn in Tirol geboren, in eine einfache Familie hinein. Ihr Leben ist das Leben einer Frau, die nie eine bedeutende Stellung innehatte, nie ein Kloster gründete, nie eine große Organisation aufbaute. Sie war Dienstmagd. Und in dieser schlichten Aufgabe wurde sie heilig.

Jesus,du hast allen Gutes getan und geholfen.Herr, erbarme dich unser.

Du hast geheilt,was verwundert und zerstört war.Christus,erbarme dich unser.

Du kamst,als der Herrscher über Leben und Tod.Herr, erbarme dich unser.

Notburga trat als junges Mädchen in den Dienst des Grafen Heinrich von Rottenburg auf Schloss Rottenburg bei Jenbach in Tirol. Dort arbeitete sie zunächst in der Küche. Was sie auszeichnete, war ihre Gewohnheit, die Speisereste nicht wegzuwerfen, sondern heimlich an die Armen und Bettler weiterzugeben, die vor dem Schloss warteten. Das war keine Kleinigkeit. Sie riskierte damit ihren Dienst, ihre Sicherheit, ihren Unterhalt.

Als die erste Gräfin starb und Graf Heinrich eine neue Frau heiratete, änderten sich die Verhältnisse auf Schloss Rottenburg grundlegend. Die neue Gräfin Ottilia duldete Notburgas Freigebigkeit gegenüber den Armen nicht. Sie befahl, die Speisereste den Schweinen zu geben, nicht den Bettlern. Notburga weigerte sich innerlich, gehorchte äußerlich soweit es ihr Gewissen erlaubte – und wurde schließlich entlassen.

Sie trat daraufhin in den Dienst eines Bauern im Dorf Eben am Achensee. Dort lebte sie einfach, arbeitete treu und hielt an ihrer Frömmigkeit fest. Die Legende, die sich um sie am stärksten festgesetzt hat, ist die des Samstagnachmittags: Als die Ernteglocke läutete und der Bauer wollte, dass die Knechte trotz des beginnenden Sonntags noch weiterarbeiteten, soll Notburga ihre Sichel in die Luft geworfen haben mit den Worten: „Mein Herr, die Sichel soll da hängen, bis der Sonntag vorüber ist.“ Und die Sichel blieb – der Überlieferung nach – in der Luft hängen, als sichtbares Zeichen, dass der Sonntag dem Herrn gehört und nicht der Arbeit.

Diese Geschichte ist mehr als eine fromme Legende. Sie ist Ausdruck einer tiefen Überzeugung, die Notburgas ganzes Leben durchzog: Es gibt Grenzen, die der Mensch nicht überschreiten darf – Grenzen, die Gott selbst gesetzt hat. Der Sonntag gehört Gott. Die Würde des Armen gehört Gott. Das Gewissen gehört Gott. Und keine menschliche Autorität, sei es die Gräfin oder der Bauer, kann diese Grenzen aufheben.

Gegen Ende ihres Lebens kehrte Notburga nach Schloss Rottenburg zurück. Graf Heinrich hatte seine zweite Frau verloren, bereute die Ungerechtigkeiten, die Notburga erlitten hatte, und rief sie zurück. Sie kehrte zurück – ohne Bitterkeit, ohne Vorwürfe. Diese Rückkehr ohne Groll ist vielleicht das Stille und Tiefste an ihrer Geschichte.

Sie starb um das Jahr 1313. Ihrem letzten Willen entsprechend wurde ihr Leichnam auf einen Wagen gelegt und die Ochsen sollten ohne Lenkung gehen, wohin sie wollten. Sie blieben an der Kirche von Eben am Achensee stehen. Dort wurde Notburga begraben, und dort steht bis heute die Wallfahrtskirche, die ihren Namen trägt und zu den bekanntesten Wallfahrtsorten Tirols gehört.

Papst Pius IX. bestätigte ihre Verehrung 1862. Ihr Festtag ist der 14. September. Sie ist die Patronin der Dienstboten, der Bauern, der Mägde und Knechte, der arbeitenden Menschen überhaupt. In Tirol und Bayern ist ihre Verehrung bis heute lebendig.

Was uns Notburga heute zu sagen hat, ist vielleicht gerade deshalb so aktuell, weil ihr Leben so unspektakulär war. Sie hat keine Schlachten gewonnen, keine Bücher geschrieben, keine Orden gegründet. Sie hat ihren Alltag gelebt – mit Treue, mit Mitgefühl für die Armen, mit dem Mut, Nein zu sagen, wenn das Gewissen es verlangte. Sie zeigt uns, dass Heiligkeit kein Privileg der Großen und Mächtigen ist. Sie wächst dort, wo ein Mensch das Kleine treu tut – und dabei Gott nicht aus den Augen verliert.

Jesus Christus kam als  der verheißene Messias.In seinem Namen beten wir zum Vater.

Gott will das   Gute und nie das Böse.Deshalb dürfen wir um seinen Frieden bitten.

Selig,die Jesus Christus und seiner Macht begegnen und das Heil des ewigen Lebens empfangen.

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