Hl. Januarius,Bischof von Neapel, Märtyrer Joh 12,24-26
Jesus Christus,der uns in seine Nachfolge gerufen hat, si mit euch.
Der heilige Januarius – auf Italienisch San Gennaro – ist einer der bekanntesten Heiligen des christlichen Westens, nicht zuletzt wegen jenes Phänomens, das seit Jahrhunderten die Menschen fasziniert und beschäftigt: das Wunder seines Blutes. Aber bevor wir dazu kommen, lohnt es sich, bei dem Mann selbst innezuhalten.
Jesus , du bist den Tod am Kreuz gestorben. Herr,erbarme dich unser.
Du hast Zeugnis abgelegt für den Vater. Christus, erbarme dich unser.
Die an dich glauben, führst du zum Vater. Herr,erbarme dich unser.
Januarius wurde um das Jahr 272 geboren, wahrscheinlich in Benevent oder Neapel. Er wurde Bischof von Benevent in einer Zeit, die für Christen äußerst gefährlich war – unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian, der die schwerste und systematischste Christenverfolgung des römischen Reiches anordnete. Das Edikt von 303 befahl die Zerstörung christlicher Schriften und Kirchen, die Entlassung entsprechender Beamter und schließlich die Verhaftung der Kleriker.
Januarius wurde verhaftet, als er inhaftierte Christen besuchte – ein Akt der Seelsorge, der ihn selbst in die Hände der Verfolger brachte. Er wurde zum Tod verurteilt. Der Überlieferung nach warf man ihn wilden Tieren vor, die ihn jedoch nicht anrührten. Schließlich wurde er enthauptet, wahrscheinlich im Jahr 305, in der Nähe von Pozzuoli.
Seine Gebeine und sein Blut wurden nach Neapel überführt, wo er zum Hauptpatron der Stadt wurde. Und hier beginnt jenes Kapitel seiner Verehrung, das bis heute Pilger, Gläubige, Skeptiker und Wissenschaftler gleichermaßen in seinen Bann zieht.
In der Schatzkammer des Doms von Neapel werden zwei kleine Ampullen aufbewahrt, die das geronnene Blut des Heiligen enthalten sollen. Dreimal im Jahr – am Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai, am 19. September, dem Festtag, und am 16. Dezember – wird dieses Blut öffentlich ausgestellt. Und in den meisten Fällen geschieht etwas, das naturwissenschaftlich bis heute nicht abschließend erklärt ist: Das seit Jahrhunderten geronnene Blut verflüssigt sich. Es wird flüssig, manchmal schäumend, manchmal dunkler oder heller als zuvor.
Wissenschaftler haben verschiedene Erklärungsversuche unternommen – Thixotropie, also die Eigenschaft bestimmter Gele, bei Erschütterung flüssig zu werden, wurde als Hypothese vorgebracht. Aber die Bedingungen des Phänomens – die Temperaturschwankungen, die unregelmäßige Häufigkeit, das gelegentliche Ausbleiben – lassen keine vollständig befriedigende naturwissenschaftliche Erklärung zu. Die Kirche hat das Phänomen nie offiziell als Wunder definiert, aber sie hat es auch nie verboten, es als Zeichen zu deuten.
Für das Volk von Neapel ist das Ausbleiben der Verflüssigung seit jeher ein schlechtes Vorzeichen – und tatsächlich gibt es historische Momente, in denen das Blut nicht flüssig wurde und denen Katastrophen folgten: Erdbeben, Epidemien, Kriege. Ob das Kausalität oder Koinzidenz ist, bleibt offen. Aber es zeigt, wie tief dieser Heilige in das kollektive Bewusstsein einer Stadt eingeschrieben ist.
Neapel und Januarius sind seit sechzehn Jahrhunderten untrennbar miteinander verbunden. Er ist nicht nur ein frommer Name im Kalender. Er ist die Seele der Stadt – der Schutzpatron, zu dem man in Gefahr ruft, der Zeuge, der durch die Geschichte der Stadt gegangen ist wie ein stiller Begleiter. Der Dom von Neapel trägt seinen Namen. Die Prozessionen zu seinem Fest gehören zu den lebendigsten religiösen Feiern Italiens.
Januarius erinnert uns daran, dass die Märtyrer der frühen Kirche keine fernen Gestalten aus einem fremden Jahrhundert sind. Sie sind Menschen, die eine Entscheidung trafen – die Entscheidung, nicht zu schweigen, nicht zu leugnen, nicht wegzulaufen. Und diese Entscheidung hat eine Kraft hinterlassen, die über den Tod hinausgeht und bis heute Menschen bewegt.
Damit wir das Leben nicht verlieren,sondern gewinnen für die Ewigkeit,wagen wir zum Vater zu beten.
Wir wollen dem Herrn dienen und ihm nachfolgen, so dürfen wir ihn um seinen Frieden bitten.
Selig, die Christus folgen und ihr Leben bewahren bis zur Auferstehung.
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