Hl. Niklaus von Flüe, Eremit, Mt 19,27-29

Jesus Christus, der auf dem Thron der Herrlichkeit sitzt ,sei mit euch.

Der heilige Niklaus von Flüe (1417–1487), im Volksmund als „Bruder Klaus“ bekannt, ist einer der einflussreichsten Mystiker der Schweiz und wird als deren Schutzpatron verehrt.

Du kamst, den Willen des  Vaters zu erfüllen, Herr,erbarme dich  unser.

Du hast alles verlassen, um alle zu retten. Christus, erbarme dich unser.

Du hast  den Weg des Lebens gewiesen.Herr, erbarme  dich  unser.

Sein Lebenslauf ist außergewöhnlich, da er zwei konträre Phasen vereint: Er war ein erfolgreicher Bürger mitten im Leben und wurde später zu einem der bekanntesten Einsiedler Europas.

Das Leben des Niklaus von Flüe
Familienvater und Politiker: Niklaus führte ein gut situiertes Leben im Kanton Obwalden. Er war Bauer, Ratsherr, Richter und Offizier. Mit seiner Frau Dorothea Wyss hatte er zehn Kinder.

Der radikale Umbruch: Nach jahrelangem innerem Ringen gab er 1467 mit dem Einverständnis seiner Frau sein bisheriges Leben auf, um sich ganz Gott zu widmen.

Leben in der Ranftschlucht: Er ließ sich unweit seines Heimatortes nieder. Dort lebte er 20 Jahre lang als Einsiedler, betete, fastete und beriet Menschen aus allen Gesellschaftsschichten.

Tatsache des Fastens: Zeitzeugen berichteten, dass er in diesen zwei Jahrzehnten auf feste Nahrung verzichtete und nur die Kommunion empfing.

Retter der Eidgenossenschaft: Das Stanser Verkommnis (1481)
Bruder Klaus blieb trotz seines Rückzugs politisch bedeutsam. Als 1481 nach den Burgunderkriegen ein Bürgerkrieg zwischen den Stadt- und Landkantonen der Eidgenossenschaft drohte, wandte man sich an ihn.

Durch seine Botschaft der Mäßigung und Vertrauensbildung vermittelte er in letzter Minute das Stanser Verkommenis. Damit rettete er den Frieden und festigte nachhaltig den Zusammenhalt der Schweiz.

Das Ranftgebet
Sein bekanntestes Vermächtnis ist ein kurzes Gebet, das seine spirituelle Grundhaltung zusammenfasst:

Mein Herr und mein Gott,

nimm alles von mir, was mich von dir abhält.

Mein Herr und mein Gott,

gib mir alles, was mich zu dir fördert.

Da uns  Jesus

Mein Herr und mein Gott,

o nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.

1947 wurde Niklaus von Flüe von Papst Pius XII. heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 25. September (in der Schweiz) bzw. der 21. März.

Da uns Jesus Christus vorausgegangen ist  auf  den Thron  der Herrlichkeit, dürfen wir durch ihn zum Vater beten.

Niemanden in der Welt haben wir zu fürchten, wenn wir im Frieden Christi bleiben. Deshalb bitten wir.

Selig, die Christus nachfolgen und das ewige Leben gewinnen.

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