Samstag der 26.Woche im Jahreskreis Lk 10,17-24

 

Jesus Christus,der seinen Aposteln Macht gab über alle  feindliche Gewalt,sei mit euch.

Die Freude der Jünger und die Freude Jesu – Worüber wir uns wirklich freuen dürfen

Liebe Schwestern und Brüder,

die zweiundsiebzig Jünger kehren zurück – und sie sind begeistert. Man hört die Aufregung in ihren Worten: „Herr, sogar die Dämonen unterwerfen sich uns in deinem Namen!“ Es ist die Freude von Menschen, die zum ersten Mal erlebt haben, dass durch sie etwas Größeres wirkt als sie selbst. Sie sind ausgezogen, unsicher vielleicht, ohne Geld und Vorratstasche – und nun kommen sie zurück mit der Erfahrung: Es hat funktioniert. Das Wort hat Kraft. Der Name Jesu trägt.

Du hast die Namen der Deinen dem Vater übergeben. Herr, erbarme dich unser.

Du bist der Weg,auf dem wir zum Vater gelangen. Christus, erbarme dich unser.

Dein Kreuz ist die Sühne für alle Schuld der Welt.Herr,erbarme dich unser.

Jesus teilt ihre Freude – aber er lenkt sie sofort. Nicht weil er ihre Begeisterung dämpfen will, sondern weil er weiß, dass Freude, die am falschen Ort verankert ist, nicht trägt. „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ – ein kosmisches Bild, das sagt: Was ihr erlebt habt, ist nicht nur ein pastoraler Erfolg. Es ist ein Zeichen, dass das Reich Gottes wirklich angebrochen ist, dass die Macht des Bösen gebrochen wird. Dann gibt er ihnen Vollmacht – über Schlangen und Skorpione, über alle Kraft des Feindes. Kein Böses wird euch schaden.

Und dann der entscheidende Satz: „Freut euch aber nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“

Das ist eine feine, aber wichtige Unterscheidung. Die Freude über Erfolge in der Verkündigung – über volle Kirchen, über bewegte Zuhörer, über Momente, in denen man spürt, dass das Wort angekommen ist – diese Freude ist nicht falsch. Aber sie ist zerbrechlich. Sie hängt von Ergebnissen ab, von Reaktionen, von Wirkung. Und wer seine Freude dort verankert, wird früher oder später erschöpft und enttäuscht sein, denn die Wirkung ist nicht immer sichtbar, die Ergebnisse nicht immer messbar.

Die tiefere Freude – die, die trägt – ist eine andere. Sie liegt nicht in dem, was wir tun, sondern in dem, was mit uns getan wurde. Dass unsere Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Dass wir gekannt und geliebt sind, bevor wir irgendetwas geleistet haben. Diese Freude ist unabhängig von Erfolg und Misserfolg, von vollen und leeren Kirchen, von bewegten und gleichgültigen Gesichtern.

Dann folgt jener seltene Moment im Evangelium, den Lukas ausdrücklich als Jubel Jesu im Heiligen Geist beschreibt – eine der wenigen Stellen, wo wir die innere Freude Jesu direkt berühren: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber geoffenbart hast.“

Gott offenbart sich nicht den Mächtigen und Gelehrten, sondern den Kleinen – den Einfachen, den Offenen, den Empfangenden. Das ist kein Anti-Intellektualismus. Es ist eine Aussage über die Haltung, nicht über die Bildung. Die Unmündigen sind nicht die Dummen, sondern jene, die wissen, dass sie empfangen – die nicht meinen, Gott schon zu kennen, bevor er sich zeigt.

Und dann der letzte Satz, der wie ein kostbares Geschenk am Ende der Perikope steht: „Selig die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“

Die Jünger sind Zeugen des herausragenden Augenblicks der Geschichte – und Jesus macht sie darauf aufmerksam, damit sie es nicht übersehen. Das ist eine Einladung zur Dankbarkeit, aber auch zur Aufmerksamkeit. Wie viele Momente des Heiligen gehen an uns vorbei, weil wir nicht schauen? Wie oft sind wir mit dem Kopf woanders, während Gott gerade spricht?

Liebe Schwestern und Brüder, diese Perikope stellt uns eine Frage, die gerade für uns Priester und Prediger sehr konkret ist: Worüber freuen wir uns eigentlich in unserem Dienst? Über die Wirkung, die wir sehen? Oder über das, was uns gegeben wurde, bevor wir irgendetwas getan haben?

Wer seine Freude in der Wirkung verankert, wird ein Leben lang auf Bestätigung warten. Wer sie in der Berufung verankert – in dem Wissen, dass der eigene Name aufgeschrieben ist, dass man ges
[02.10.2026 10:00] ALMI SAIL: Jazyková mentorka: andt wurde, dass man Zeuge einer Wirklichkeit ist, die größer ist als man selbst – der findet eine Freude, die auch dann bleibt, wenn die Ergebnisse ausbleiben.

Bitten wir heute um diese tiefere Freude – die Freude der Jünger, die nicht aus dem kommt, was sie geleistet haben, sondern aus dem, was ihnen geschenkt wurde.

Lasst uns mit Jesus Christus den Vater preisen und im Vertrauen auf seinen Beistand beten.

Da die feindlichen Mächte der Welt uns bedrohen,wollen wir den Herrn um seinen Frieden bitten.

Selig, die Jesus Christus gefunden haben und mit ihm das Reich des Vaters besitzen werden.

Amen.

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