Jesus Christus, der bei uns bleibt alle Tage bis zur Vollendung der Welt, sei mit euch.
Ein elfjähriger Junge lag im Krankenhaus im Sterben. Die ganze Familie hatte sich um sein Krankenbett versammelt. Irgendwann entwickelte sich folgendes Gespräch zwischen dem Jungen und seinem ungläubigen Vater: „Mach dir keine Sorgen, mein Lieber“, sagte der Vater, um seinen Sohn zu trösten. „Du wirst sehen, alles wird gut. Du wirst wieder zur Schule gehen und mit deinen Freunden Fußball spielen.“ Da antwortete der Junge: „Vater, ich weiß, dass ich sterben werde. Am Ende möchte ich nicht mehr hier sein. Ich glaube, dass ich nach dem Tod in den Himmel komme, wo ich Jesus sehen werde, und darauf freue ich mich schon sehr.“ Diese Worte erschütterten den ungläubigen Vater. Mit Tränen in den Augen fragte er: „Mein Sohn, bist du sicher, dass Jesus dort sein wird?“ „Natürlich“, antwortete der Junge. „Denn wo der Herr Jesus ist, da ist der Himmel.“
Jesus,du bist zu deinem und unserem Vater heimgekehrt. Herr,erbarme dich unser.
Du bist hingegangen, um uns eine Wohnung zu bereiten. Christus,erbarme dich unser.
Du wirst wiederkommen zur Neuschöpfung der Welt. Herr,erbarme dich unser.
Brüder und Schwestern, wie dieser tapfere Junge, glauben auch wir fest an diese freudige Wahrheit, die wir heute am Fest Christi Himmelfahrt feiern. Christus ist in den Himmel aufgefahren und erwartet jeden von uns dort.
Die Himmelfahrt ist der Moment des größten Triumphs Christi. Er fuhr sowohl als Gott als auch als Mensch in den Himmel auf. Als Sohn Gottes hatte er menschliche Gestalt angenommen, um in diesem Fleisch unsere Erlösung zu vollbringen. Als Gottmensch gehorchte er seinem Vater und hing am Kreuz, um die größte Erniedrigung zu erleiden. Deshalb war es notwendig, dass er als Gottmensch auch die größte Erhöhung erfuhr und nun zur Rechten des Vaters im Himmel sitzt. Auch wir haben Anteil an seiner Erhöhung. Jesus sagte: „Und wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Johannes 12,32). So wie Christus von den Toten auferstanden ist, werden auch wir auferstehen. So wie er in den Himmel aufgefahren ist, werden auch wir den Himmel erreichen.
Dank der Himmelfahrt Christi und weil Jesus uns im Evangelium den Himmel verheißen hat, gewinnt unser Leben großen Wert und Sinn. Angesichts dieser Tatsache erhalten sogar menschliches Leid und der Tod einen Sinn. Wenn wir an Christus glauben und seine Lehre kennen, können wir uns nicht mit Ausreden wie „Ich weiß nicht, warum und für wen ich lebe“, „Ich weiß nicht, warum ich hier auf Erden leiden muss“ oder „Ich weiß nicht, was nach dem Tod mit mir geschieht“ herausreden.
Als Gläubige an Christus wissen wir, was wir für ein gutes und glückliches Leben brauchen. Als Jesus auf die Erde kam, seine Frohe Botschaft verkündete, für unsere Erlösung am Kreuz starb, von den Toten auferstand und in den Himmel auffuhr, wurde uns alles klar. Er erklärte uns ausführlich, warum und für wen wir leben. Er sagte, dass das höchste Ziel unseres Lebens der Himmel ist. Ein Leben mit Gott in ewiger Glückseligkeit. Für Ungläubige ist der Tod das Ende von allem, für Gläubige ist er der Beginn eines neuen, besseren Lebens. Während der Tod für Ungläubige eine Zeit der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung ist, ist er für Gläubige eine Zeit der tiefen Freude und der Hoffnung, dass sie im Himmel etwas viel Besseres und Schöneres erwartet.
In der Heiligen Schrift wird der Himmel als ein Ort ewiger Glückseligkeit beschrieben, „ohne Leid und Schmerz, wo uns niemand unsere Freude nehmen kann“ (Johannes 16,22). Christus sprach oft vom Himmel. Er sagte: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Johannes 14,2). Auch der Apostel Paulus sagte: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben“ (1. Korinther 2,9).
Liebe Brüder und Schwestern,
lasst uns heute von ganzem Herzen über Christi Sieg und Triumph jubeln und die Wahrheit seiner Himmelfahrt in unseren Herzen bewahren. Denken wir daran, dass sein Sieg auch unser Sieg ist. Möge uns das Bild von Jesu Himmelfahrt durch unser ganzes Leben begleiten! Möge es uns in Situationen des Glücks und der Freude beistehen, aber umso mehr in Momenten der Trauer, der Sorge und der Schwierigkeiten. In Momenten von Krankheit, Leid, Demütigung, Ungerechtigkeit und dem Streben nach Gerechtigkeit: Möge die freudige Wahrheit stets in unseren Herzen wohnen. Wie Christus von den Toten auferstanden ist, so werden auch wir auferstehen. Wie er in den Himmel aufgefahren ist, so werden auch wir durch Christus den Himmel erreichen.