21.Sonntag C im Jahrekreis 2013,Lk 13,22-30

21.Sonntag C 2013
Einleitung
Die Erfahrung ist Ihnen sicher nicht fremd, dass alles, was in der Welt seinen Wert hat, nur durch Arbeit und Streben erlangt werden kann. Ich denke da an eine gute Note in der Schule, an einen hervorragenden Erfolg im Sport oder das fehlerlose Spielen auf dem Klavier. Ohne besondere Mhe kann man keinen Erfolg haben. Das ist auch in einem Sprichwort ausgedrückt: Ohne Fleiß kein Preis.
Der großte Wert aber ist, einmal im Reich Gottes leben zu k￶nnen. Aber es ist auch hier unmöglich ohne Mhe dorthin zu gelangen. Darum sagt uns Jesus im heutigen Evangelium:
„Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tr zu gelangen!“

Predigt
Bei der Olympiade im Jahre 2004 in Athen erwartete man als Sieger im Basketball die amerikanische Mannschaft. Es war aber nicht so. Sie verloren gegen die Puertoricaner und auch gegen die Litauer. Die amerikanische Mannschaft nannte sich „Dreams Team“, also Traumteam und jeder amerikanische Junge wollte Mitglied dieses Traumteams sein. Die Puertoricaner wurden von den Amerikanern abwertend als Einwanderer bezeichnet. Noch dazu geh￶rte der olympische Sieg im Basketball fast hundert Jahre den Amerikaner und nun pl￶tzlich diese Niederlage. Die amerikanische Zeitung „Chicago Tribune“ schrieb einen erniedrigenden Bericht darber: „Das war ein Spiel ohne Einsatz und ohne Eifer. Die Spieler benahmen sich berheblich und eingebildet, nicht einmal das olympische Dorf interessierte sie als Unterkunft. Sie wohnten im Luxusschiff „Quinn Mary Second“ und hatten dort ein Fnf-Stern-Appartement zur Verfgung. In dieser Hinsicht war die Ohrfeige von Puerto Rico und Litauen eine Genugtuung.“
Was wir da lesen und ber den Sport h￶ren, das sagt Jesus in der Bibel mit einem Satz:
„Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.“ Auch junge und leistungsf¦hige Sportler k￶nnen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und glauben, dass sie unbezwingbar sind. Und das gilt nicht nur im Sport. Es ist auch so in Beziehungen. Wer aufh￶rt zu lieben und sich auf seinen Lorbeeren ausruht, da wird die Beziehung scheitern. Auf den Lorbeeren auszuruhen bedeutet sich nicht weiter entwickeln.
„Bemht euch mit allen Kr¦ften, durch die enge Tür zu gelangen“ – damit wollte Jesus seinen Zeitgenossen sagen: „Rettet nicht die Zugehörigkeit zum auswählten Volk Israel, sondern vertieft eure Beziehung zu Gott!“ Jesus sah, wie die Schriftgelehrten und Pharis¦er sich auf den Lorbeeren ihrer Religiösität ausruhten und Menschen aus anderen Kulturen erniedrigten.
Jesus machte ihnen dies deutlich klar, wenn er sagte: „Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.“ Jesus hatte also ihrer Vorstellung von Religiosität widersprochen.
Dieser Satz von der engen Tür hat auch eine Bedeutung fr uns heute. Wenn wir nur den leichten und breiten Weg gehen, so kann das zwar angenehm sein, aber es führt nicht zum Ziel. Wenn wir immer mit dem Strom schwimmen, geht das ohne Mhe. Jesus aber will von uns, dass wir gegen den Strom schwimmen – gegen den Strom des Konsums, gegen den Strom der Bequemlichkeit und gegen den Strom der Begierden und Leidenschaften. Dieses gegen den Strom schwimmen, das ist die enge Tr, die Jesus im Evangelium meinte. Wir sollen auch unsere Zeit, die hier auf Erden so schnell vergeht, fr dauerhafte Werte verwenden. Sie ist ein Geschenk Gottes.
Ich möchte mit einer Begebenheit schließen: Ein englischer Flieger flog einmal in einem kleinen Flugzeug über Algerien. Plötzlich hörte er ein Beißgerausch. An Bord war eine Ratte, wahrscheinlich angelockt durch die Lebensmittel, die sich dort befanden. Der Pilot erschrak und dachte: „Die Ratte wird mir doch nicht die Kabel durchnagen.“ Er wusste nicht sogleich, was er machen sollte. Da erinnerte er sich an den Zoologie-Unterricht in der Schule, wo er gelernt hatte, dass eine Ratte in großer Höhe nicht überleben kann. Da begann er mit dem Flugzeug immer höher und höher zu steigen. Er selbst hatte schon ein wenig Probleme mit dem Atmen. Da hörte das Beißgerausch auf und nach der Landung fand er die tote Ratte.
Eine einfache Lehre daraus: Im Leben kann uns die Ratte der Nachrede, der Unmoral, der Trägheit beißen. Können wir etwas dagegen tun? Ja, h￶her steigen, sich bemühen zur Selbsüberwindung.
Es gibt aber auch Menschen, die lieber über den engen und mühseligen Weg nicht sprechen wollen, es sind hauptsächlich jüngere Leute, die das Christentum nicht attraktiv finden. Und dann hört man auch die Bemerkung: „Gott ist Liebe, er verzeiht sowieso alles, warum sollte ich mich bemühen?“ Denken wir an eine Prüfung in der Schule und wir haben nichts gelernt. Der Lehrer wird es uns auch nicht verzeihen, wenn wir nichts gelernt haben. Wirkliche Tugenden können wir ohne Fleiß nicht gewinnen. Ich glaube, dass wird uns allen bewusst sein.

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