Archiv für den Monat: Dezember 2014
Evangelization – Apostolate
Mehrere Enzykliken und Dokumente sprechen von der Evangelisation. Zu den Enzykliken gehören unter anderem „Ad Gentes“ und „Apostolicam Aetatis“ sowie mehrere Aussagen Papst Johannes Paul II. und dem aktuellen Heiligen Vater Franziskus. Hören wir die Worte von Paulus VI., der in seiner Enzyklika „Evangelium nuntiandi“ schrieb. Wer das Evangelium annimmt, wird letztlich sein Verkündiger. Er sagt. Jeder, der das Gotteswort empfängt und an Gottes Reich glaubt, wird sein Zeuge und Verkündiger. Der gewesene Papst, Paulus VI. behauptete, dass unsere Evangelisation nicht dann erfolgreich wird, wenn jemand in die Kirche geht, sondern dann, wenn er selbst mit dem Evangelisieren beginnt. Warum? Dazu gibt es mehrere Gründe. Die Bekehrung ist mit dem Empfang des Geistes Gottes beendet. Diese Erfahrung ist sehr mächtig und man kann von ihr nicht schweigen. Darum sagten die Apostel. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben. Apostel 4,20 ähnliche Erfahrungen hat auch der Prophet Jeremia. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber, ich will nicht mehr ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen, so war es nur, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Inneren. Ich quälte mich, es auszuhalten, und konnte es nicht. Jer 20, 8–9. Wenn wir uns also nicht nach der Evangelisation sehnen, ist das ein Zeichen dafür, dass wir uns noch nicht bekehrt haben oder wir von unserer Bekehrung wieder zur Sünde zurückgekehrt sind. Es ist ein schwerwiegender Fehler, dass heute hauptsächlich die jungen Christen nicht zum Apostolat geführt werden. Heute wird eher die Toleranz hervorgehoben. Ich habe eine Frage: Was würde in der Urkirche geschehen, wenn die Christen damals zu den Heiden gesagt hätten: „Ihr Heiden habt eure Religion. Wir Christen tolerieren das und werden euch nicht evangelisieren. Sicher kennen sie das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Lk 15, 11–3. Nehmen wir den älteren Sohn wahr. Er benimmt sich nicht wie der Sohn seines Vaters. Er versteht nicht, dass alles, was sein Vater hat, ihm ebenfalls gehört. Engherzig warf er seinem Vater vor, ihm nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt zu haben, damit er mit seinen Freunden ein Fest feiern konnte. Er sah Vaters Kummer über seinen Sohn, seine Furcht jedoch nicht. Er nahm nicht wahr, wie der Vater schaute, ob sein Sohn nicht zurückkommt. Es wäre logisch, wenn er dem Vater nachkäme und ihm sagte: „Vater“. Ich werde bei meinem Bruder in der Welt vorbeischauen. Ich suche ihn auf und erfahre, wie es ihm geht. Aber Vaters Kummer und Schmerz sind ihm fremd und interessieren ihn nicht. Und sein Bruder war für ihn ein unwillkommener Konkurrent. Ihm liegt nur an Vermögen. Der Vater freut sich über die Heimkehr seines jüngeren Sohnes; er hat keinen Anteil an seiner Freude. Wenn uns Vaters Schmerz über die verlorenen Söhne nicht quält, dass unsere Brüder und Schwester ohne Gott leben und letztendlich untergehen, dann: Wer sind wir? Es ist nicht möglich, Bruder Jesus zu sein und nicht entschlossen zu sein, ein Gleiches zu tun wie er. Hier geht’s nicht darum, gelegentlich etwas vom Glauben zu sagen. Hier geht es darum, systematisch und regelmäßig zu evangelisieren. Das muss unsere Lebenssendung sein. Jede menschliche Gesellschaft braucht etwas, was sie verbindet und zusammenhält. Es ist nicht möglich, dass eine Handelsgesellschaft, ein Besitzer des Kohlenbergwerks, ein Volksschnitzer und ein Archäologe stiften oder gründen, nur um etwas zu finden, was sie gemeinsam machen können. Ähnlich funktioniert: Familienmitglieder, die das gleiche Interesse haben, kümmern sich um das Haus und unterrichten auch in einer normalen Familie. Wenn alle Familienmitglieder das gleiche Interesse haben, kümmern sie sich um das Haus; die Familie lebt zusammen. Wenn die Kinder herangewachsen sind und eine eigene Familie gründen, bauen sie eigene Häuser. Sie haben keine gemeinsamen Interessen und können deshalb nicht zusammenbleiben. Auch jede christliche Gemeinschaft muss etwas haben, das sie verbindet. Das eine ist die Beziehung zu Gott. Dass wir alle Gottes Kinder sind. Die Beziehung zu Gott äußert sich im Dienst. Durch gemeinsame Arbeit am Aufbau des Gottesreiches. Wenn wir nicht in dieser Tätigkeit vereint sind, dann haben wir nur wenig von dem, was uns vereint. Die Gemeinschaft hat dann kein Ziel, keinen Weg und ist formlos. Die Menschen können sich treffen und beten, aber es ist dort kein Leben. Wie kann eine Gemeinschaft „sitzend auf dem Gesäß“ den Geist Jesu Christi haben, der immerwährend unterwegs ist? Der amerikanische Psychologe Scott Peck sagt, dass die Gemeinschaft nur dann entstehen kann, wenn sie ein gemeinsames Problem löst. Die Soldaten in den Gräbern, gemeinsam kämpfend, bemüht, überlebend. Die Rettungsmänner retteten das menschliche Leben in den Trümmern. Alle diese bildeten auf einen Augenblick eine Gemeinschaft, weil sie ein gemeinsames Ziel, ein gemeinsames Problem hatten. Und alle anderen Unterschiede, die unter ihnen lagen (Heimat, Beruf, Funktion), spielten keine Rolle mehr. Die christliche Gemeinschaft hat ein gemeinsames Ziel, das vereint: den Aufbau des Gottesreiches. Es ist Gottes Geist, der vereint.
Silvester – Ende des Jahres – Jahresabschluss
Einleitung
Sie geben mir sicher recht, dass dieser Tag und eigentlich diese Nacht anders sind als die anderen Nächte im Jahr. Viele freuen sich auf das Silvestervergnügen. Dazu gehören Gesang, Champagner und ein Feuerwerk. Zu dieser Nacht gehört aber auch etwas anderes. Wir sollten uns bei Gott für alle Gnaden, Hilfen und Gaben, die uns in diesem Jahr geschenkt wurden, bedanken. Wir Gläubigen sollten auch über unsere Beziehungen, Einstellungen und Meinungen nachdenken und die Begebenheiten des vergangenen Jahres auf ihren Wert hin betrachten.
Predigt
Der heilige Apostel Johannes schreibt im 1. Johannesbrief: „Ich schreibe euch nicht , dass ihr die Wahrheit nicht wisst, sondern ich schreibe euch, dass ihr sie wisst und dass keine Lüge von der Wahrheit stammt.“ Der Evangelist Johannes hat neben dem vierten Evangelium und dem Buch der Offenbarung auch drei Briefe geschrieben. Als er diese Briefe schrieb, war er schon alt, aber keinesfalls senil. Seit der Begegnung mit Jesus hat er sein Leben geändert und an ihn geglaubt. Nach Jesu Tod dachte er viel darüber nach, überlegte und war überzeugt, dass er über Jesu Tod schreiben müsse. Er war auch überzeugt davon, dass man das Ziel seines Lebens nur erreichen kann, wenn man die Lehre Jesu ernst nimmt. Er sah auch die Schwierigkeiten, die durch Irrlehrer entstanden waren, weil sie Jesu Lehre nicht begriffen haben. Diese Irrlehrer leugneten sogar, dass Jesus Gottes Sohn ist. Johannes betonte jedoch immer wieder in seinen Briefen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Nur er kann uns Kenntnis von Gott bringen und uns auch die Möglichkeiten aufzeigen, über die Sünde zu siegen. Er zeigt die Grundprinzipien des christlichen Lebens auf, insbesondere die Beziehung zu Gott und die Liebe zu den Nächsten. Es muss uns auch bewusst werden, dass wir durch ein Leben im Glauben und in der Liebe Hoffnung auf das ewige Leben im Reiche Gottes haben.
Dazu eine Geschichte über eine Gruppe von Touristen, die ihren Urlaub am Ufer eines Sees verbringen. Sie beschlossen am Nachmittag, zum Restaurant ans gegenüberliegende Seeufer zu fahren, um sich dort gut zu unterhalten. Mit einem Kahn fuhren sie ans andere Ufer hinüber. Sie unterhielten sich im Restaurant bestens und blieben, bis die Dunkelheit einbrach. Dann entschlossen sie sich zur Heimfahrt. In Hochstimmung bestiegen sie den Kahn und lachten, erzählten Witze und sangen Lieder. Dann begannen sie zu rudern, erreichten aber nicht das andere Ufer. Den Kahn mit einem langen Seilfür das. Sie wunderten sich sehr darüber. Bei Morgendämmerung stellten sie fest, was die Ursache dafür war, dass sie nach einigen Stunden intensiven Ruderns noch immer nicht am Ziel waren. Jemand hatte mit einem langen Seil den Kahn an der Abfahrtsrampe festgebunden.
Wir können unser Leben mit dieser Kahnfahrt vergleichen. Es gibt eine Zeit zum Arbeiten, eine für die Unterhaltung und eine weitere zum Ruhen. Am Schluss des Jahres 2014 können wir Rückschau halten. Wie habe ich dieses Jahr gelebt? War mein Leben so eine Kahnfahrt von einem Ufer ans andere? Bin ich vorangekommen oder aus eigenem Verschulden an derselben Stelle geblieben?
Das Bild vom angebundenen Kahn hat vor, uns zu sagen: Wenn wir an unsere Sünden, unsere unrichtigen Einsichten gekettet sind, können wir nicht vorwärtsgehen, auch wenn wir uns noch so bemühen. Da ist es notwendig, das Seil durchzuschneiden. Das bedeutet, umzukehren, also unsere Sünden zu bekennen. Jesus sagte einmal im Johannesevangelium: „Jeder, der die Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ Jesus hilft uns also, ein richtiges, ein wahrhaftiges Leben zu führen. Das soll das Ziel des Lebens sein.
Bitten wir daher um Vergebung für alle unsere Fehler und Sünden, die wir in diesem vergangenen Jahr begangen haben! Danken wir Gott zum Schluss dieses Jahres nochmals für alle Gnaden und Gaben, die wir aus seiner Hand erhalten haben! Danke, Gott, für alles!
Die Ehe.
Der Mythos von der romantischen Liebe
Der Mythos von romantischer Liebe sagt im Wesentlichen, dass jedem jungen Mann eine junge Frau bestimmt ist. Ob wir uns wirklich mit der Person treffen, die uns bestimmt ist, erkennen wir daran, dass wir uns verlieben. Es geschieht, wie der Himmel entschied. Das ist aber die Idealisierung. Solche Erwartung ist nicht richtig, weil wir die wahre Liebe von uns selbst bekommen; wir müssen nichts machen. Die echte „Frau“ wird uns geschenkt. Wenn jemand so denkt, ist er naiv und unreif. Wir erwarten, dass jemand für uns alles übernimmt. Der Grund solcher romantischen Beziehungen ist die sensitive Verliebtheit, die jedoch nur die Gefühlsaufflammung für die Person eines anderen Geschlechts ist und nicht die Liebe. Es gibt eine sehr verbreitete falsche Vorstellung, dass die Verliebtheit die echte Liebe ist. Die Verliebtheit, wie jedes Gefühl, ist nicht dauerhaft und vergeht. M. Scott Peck sagt: „Ich behaupte nicht, dass die Person, in die wir verliebt sind, aufhört, uns zu lieben.“ Ich behaupte nur, dass das Gefühl der ekstatischen Liebe endlich weggeht. Die Liebe beginnt mit Begierde, die ein paar Stunden oder ein paar Tage oder eine Woche dauern kann. Dann kommt die Etappe der Liebesentflammung, die durchschnittlich drei bis zwölf Monate dauert, und dann hört die Auflammung auf. Wenn die Cocktail berauschenden Hormone verflüchtigen, sehen wir unseren Partner in einem anderen Licht. Die kleinen Untugenden, die uns am Anfang lieb waren, beginnen, uns ordentlich auf die Nerven zu gehen. Die wahre Liebe ist etwas mehr.
Das ist der Blick in eine Richtung.
Lieben bedeutet nicht, aufeinander zu schauen, das bedeutet, gemeinsam in dieselbe Richtung zu schauen / Antoine de Saint-Exupéry/
Das ist das Grundzeichen der Liebe;
Nicht erwarten, dass mein Mann, meine Ehefrau mich glücklich macht … sondern gemeinsam vorangehen zum gemeinsamen Ziel, in dem beide ihre Erfüllung finden Auf dem Weg zum Ziel helfen sich beide. In der Ehe sollen die Eheleute einander helfen, nicht seinen Partner „absaugen“, versklaven, sich aneignen.
Akt der Vernunft und des Willens
Die wahre Liebe ist nicht das Gefühl, das uns aufzehrt. Das ist durchdacht und eine verbindliche Entscheidung. Das bedeutet, dass der Mensch eine Verpflichtung annahm. Die Liebe ist die Entscheidung, sein ganzes Leben dem Leben des anderen Menschen zu widmen. Die Liebe ist die Entscheidung, das Versprechen. Wenn die Liebe nur das Gefühl ist, wäre es kein Grund für das Versprechen der ewigen Liebe. Der Widerhall dieser Realität verlautet auch in der Heiligen Schrift. „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (5. Mose 6,5). Also nicht mit einer sentimentalen, affektiven Liebe. Das sind die Grundprinzipien der Liebe. Der Grund der Liebe ist äußern/erzeigen die Sorge um das Glück geliebter Menschen. Die geliebte Person muss die Sicherheit haben, dass mir ihr Glück wichtig ist. Dem Geliebten muss klar sein, dass du wirklich sein Glück willst. Sonst öffnet er sich dir nicht. Er muss wissen, dass er für dich jemand ist und nicht nur etwas, „ein Fall zur Lösung, ein Problem zur Bewältigung“, Die zweite Etappe der Liebe ist „ermutigen“ (Mut einsprechen). Die Menschen brauchen Glauben in sich selbst, Vertrauen in ihre Fähigkeiten und die Bereitschaft, ihre Lebensprobleme in eigene Hände zu nehmen. „Du schaffst das.“ Die dritte Etappe der Liebe ist die Aufforderung, dass der/die Geliebte seine/ihre Fähigkeiten wirklich verwendet. Das ist der Aufruf, dass er versucht, das zu tun, was ihm sehr schwierig schien. Die wahre Liebe hilft dem anderen, vorwärtszugehen, und sie überwinden sich selbst.
Fest der Heiligen Familie B) (Lk 2,22–40).
Die Heilige Familie B 2014 – Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen
Einleitung
Nach der Geburt eines Kindes wünschen wir seinen Eltern, dass sie sich über das Kind freuen. Wenn wir aber Eltern fragen, die schon älter sind und einige Kinder erzogen haben, werden sie sagen, dass ihnen ihre Kinder nicht immer nur Freude bereitet haben, sondern auch Kummer und Sorgen. Später, wenn die Kinder erwachsen sind, bereiten sie ihren Eltern so manche Sorgen. Ja, bei der Geburt oder nach der Taufe eines Kindes wünschen wir, dass sie viel Schönes mit ihrem Kind erleben. Doch das Leben ist nicht immer paradiesisch.
Predigt
Der alte Simeon sagte zu Maria und Josef, dass Jesus ein Zeichen sein wird, dem widersprochen wird. Und er sagte das nur konkreter zu Maria mit den Worten: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Was meint er mit diesem Schwert? Damit meint er, dass es jene Menschen sein werden, die Jesus töten werden. Obwohl das für Maria schwer zu verstehen war, glaubte sie den Worten des Simeon. Sie nahm sich auch vor, stets den Willen Gottes zu erfüllen. Wir dürfen dabei aber nicht glauben, dass Maria keine Probleme zu bewältigen hatte. Maria war Mutter und wie jede andere musste sie auch leiden. Dieses Leid ertrug sie nur, weil sie einen starken Glauben an Gott hatte und aus Liebe zu ihrem Kind, von dem sie auch wusste, dass es nicht ihr allein gehörte. Marias Mutterschaft war nicht gekennzeichnet davon, Jesus gänzlich zu besitzen, sondern sie musste ihn loslassen und mit der Menschheit teilen, für die er Mensch geworden ist. Das zeichnet die Größe Mariens aus.
Einmal las ich folgende Geschichte: Es war eine Frau namens Magdalena, die sieben Jahre verheiratet war und zwei hübsche Kinder hatte. Leider gab es in ihrer Ehe erhebliche Probleme. Da sagte ihre Mutter eines Tages zu ihr: „Ich möchte dir einen guten Rat geben, den mir schon meine Mutter gegeben hat.“ Sie hat mir auch befohlen, diesen Rat bei passender Gelegenheit und wenn die Zeit dazu passt, an dich weiterzugeben. Das will ich jetzt tun. Für eine glückliche Ehe sind drei Dinge wichtig:
1) In der Ehe sollst du dich niemals selbst loben. Du sollst auch deinem Mann nie sagen, dass du dir mehr Mühe gibst als er. Du sollst nie aufzählen, was du alles gemacht hast, und dass er fast nichts gemacht hat. Wenn du mit deinem Mann solche Vergleiche anstellst, wird deine Ehe zerbrechen!
2) Nimm dir Zeit für deine Kinder. Du sollst nie sagen, dass du keine Zeit hast und dass sie später wiederkommen sollen. Wenn du nämlich keine Zeit für deine Kinder hast, dann wird einmal die Zeit kommen, in der deine Beziehung zu ihnen langsam zerfällt.
3) Vergiss niemals das Gebet – keinen Tag! Wenn du mit Gott nicht mehr über deine Familie sprichst, dann nimmst du ihnen das wertvollste Geschenk, das du ihnen zu geben vermagst!
Als ihre Mutter das Gespräch beendet hatte, sagte Magdalena: „Du gibst mir schöne Ratschläge.“ Warum hast du mir das alles nicht schon vor sieben Jahren gesagt? Diese Ratschläge hätten mir sehr geholfen. Da antwortete ihre Mutter: „Ich wollte dir das schon früher sagen, aber du warst nicht bereit, diese Wahrheiten anzunehmen.“ Da warte ich eben noch eine Weile, bis du verstehst, was ich dir sagen möchte, und dass du bereit bist, mir zuzuhören.
Vielleicht haben auch Sie, liebe Eltern, verschiedene Vorstellungen und Sehnsüchte in Ihre Ehe mitgebracht. Vielleicht hatten sie ähnliche Gefühle bei der Geburt ihrer Kinder. Vielleicht hätten auch Sie weggeschaut, wenn Ihnen jemand von möglichen Schwierigkeiten erzählt hätte. So geht es sicherlich vielen jungen Menschen heutzutage und sie nehmen wohlmeinende Ratschläge nicht gerne an. Eltern, die schon reifer sind, erkennen oder haben erkannt, dass zum Familien- und Eheleben auch Kummer und Leid gehören und manchmal ein Kreuz zu tragen ist. In solchen Augenblicken ist es unerlässlich, den Wert einer Beziehung zu erkennen. Mit Gottes Hilfe ist es möglich, dass menschliche Liebe und Beziehungen nicht zerbrechen, sondern wertvoll bleiben. Da ist das Gebet besonders bedeutsam, damit man seinen Egoismus leichter bekämpfen kann. So konnten auch Maria und Josef das, was ihnen Simeon prophezeit hatte, leichter verstehen und ertragen.
Denken wir am heutigen Festtag besonders an unsere eigenen Familien, stellen sie unter besonderen Schutz der Heiligen Familie und weihen sie ihr! Wenn eine Familie auf Gott vertraut und nach seinem Willen und Plan lebt, ist Jesus immer anwesend!
Hl. Stephanus, B. Mt 10,17–22.
Hl. Stephanus 2014 – die Aufforderung zum heldenhaften Christentum.
Einleitung
Weihnachtsbaum, Krippe, Kerzen, Weihnachtslieder – das alles verschönert die Atmosphäre und die Gefühle des Weihnachtsfestes. Jeder hat das Recht, solche menschlichen Gefühle an sich wirken zu lassen. Die Kirche will aber nicht nur bei menschlichen Gefühlen bleiben. Daher stellt sie uns heute vor unseren Augen einen Helden des christlichen Lebens – den Heiligen Stephanus, der für Christus sein Leben hingab bzw. opferte.
Predigt
Der heilige Stephanus kannte Christus persönlich nicht. Von Christus erfuhr er von den Aposteln. Die Apostel erklärten ihm, warum Jesus Mensch geworden sei und wie groß seine Liebe zu den Menschen sei. Diese Liebe traf Stephanus mitten ins Herz. Er folgte Jesus nach und verkündete eifrig das Wort Gottes. Er war auch karitativ tätig, indem er Essen an kranke Menschen brachte. Er war so von der Liebe Gottes erfüllt, dass die Menschen in ihm sogar Jesus sahen. Viele haben Jesus aber gehasst und ihn ans Kreuz geschlagen. Ebenso taten sie es mit Stephanus, weil er Jesus ähnlich war. Seine letzten Worte waren ein Gebet für seine Henker. Er betete: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.“ Das lesen wir in der Apostelgeschichte. Über seinem Grab würde folgende Inschrift passen: „Hier ruht der Held, der Christus mutig nachfolgte!“ Das Wort Held ist ein bedeutender Begriff. Es wird uns erst bewusst, wenn wir einem Helden einen Feigling gegenüberstellen.
Dazu folgendes wahres Beispiel: Miro war Soldat und mit Jana verlobt. Als er den Militärdienst beendet hatte, ist er wieder zu seinen Eltern in die Stadt, in der er früher wohnte, zurückgezogen. Inzwischen wurde Jana Mutter. Sie schrieb einen Brief an Miro. Der Brief kam aber mit der Bemerkung zurück: „Der Adressat ist verstorben.“ Es fand sogar eine Gerichtsverhandlung über den Nachlass statt, und sein Bruder brachte dazu die Sterbeurkunde mit, auf der stand, dass er bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Später reiste Jana zu Miros Eltern, um ihnen ihr Beileid auszusprechen. Als sie dort ankam, war ihre Überraschung überwältigend. Sie traf Miro im Hof, wo er gerade sein Motorrad reparierte. Miro hat seine eigene Todesurkunde ausgestellt. Er konnte das machen, weil er im Dienstamt arbeitete. Und warum? Er fürchtete sich, seinem Vater zu begegnen. Und nun eure Meinung dazu: Wer imponiert euch mehr? Der Held Stephanus oder der Feigling Miro?
Der Heilige Stephanus fordert uns auf, nicht nur ein liebliches Weihnachtsfest mit Kerzen und Weihnachtsbaum zu feiern, sondern uns auch zu einem heldenhaften Christentum zu bekennen. Nur so können wir im Alltag Jesus Christus treu bleiben. Von den ersten Christen wissen wir, dass viele sie für ihre Treue im Glauben bewunderten. Wir haben denselben Glauben an Jesus Christus, aber wir sind nicht immer ganz treu. Dazu sagte einmal Mahatma Gandhi: „Mir gefällt der christliche Glaube, aber wie er gelebt wird, missfällt mir.“ Viele Christen leben schlechter als Heiden.
Ich denke, ein solches Christentum imponiert niemandem. Der kleine Jesus weist uns auf den heiligen Stephanus hin und meint: „Seid Helden wie der heilige Stephanus!“ Es stellt sich aber die Frage: Wo nehmen wir die Kraft zu so einem heldenhaften Christentum her? Man findet die Kraft im Wort Gottes, in der Eucharistie und in der Gemeinschaft der Christen und nicht anderswo.
Wir haben jetzt ein wenig über den heiligen Stephanus nachgedacht. Bitten wir ihn: Heiliger Stephanus, hilf uns, damit auch wir Jesus in einem heldenhaften Leben nachfolgen!
Weihnachten B 2014.
Weihnachten B 2014 – Friede den Menschen guten Willens
Einleitung
Weihnachten bedeutet für uns, Abstand vom Alltag des Lebens, von alltäglichen Spannungen und Pflichten zu nehmen. Wir können für kurze Zeit unser öffentliches Leben ruhen lassen und uns freuen, dass wir uns nun ganz in die Atmosphäre dieses religiösen Festes versenken können. Für manche hat dieses religiöse Ereignis aber nur einen geringen Wert, ähnlich dem eines Christbaumes, der eben zur Weihnachtszeit in jede Wohnung gehört. Es ist eigentlich schade, dass sich das religiöse Denken oft nur auf ein paar Stunden beschränkt, um den zwischenmenschlichen Beziehungen Rechnung zu tragen. Man stellt sich die Frage: Ist das Weihnachtsfest nur dazu da, uns einen Tag angenehm zu machen? Nur ein Tag des Glücks? Ich denke, Jesus wollte mit seiner Geburt nur diesen geringen Erfolg nicht erreichen. Das wäre zu wenig.
Predigt
Jesus’ Eintritt in die Geschichte der Welt war großartig. Er wurde mit den Worten aufgenommen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.“ Diese Worte rufen in den Menschen von heute vielleicht nicht so eine überragende Begeisterung hervor, weil sie das Wort „FRIEDE“ nicht ganz verstehen. Viele meinen unter FRIEDE die Beendigung eines Krieges. Sie meinen, FRIEDE ist zwar ein hohes Gut, aber so weit entfernt, und davon hat man nichts. Sie möchten von Jesus eher ein Geschenk, von dem sie etwas haben. Ich denke, Jesus hat aber ein solches Geschenk für uns. Im Hebräischen wird FRIEDE mit dem Wort SHALOM ausgedrückt. Dieses Wort bedeutet nicht nur Ruhe auf den Fronten, sondern auch Gesundheit, Glück, Wohlstand, Reichtum und Behaglichkeit. Mit einem Wort ist damit alles Gute und Angenehme gemeint. Jesus bringt also in die Welt all das, was für den Menschen Glück bedeutet. Das ist doch interessant; das muss uns doch berühren. Wer sehnt sich nicht nach solchem Glück?
Jesus stellt aber Bedingungen, die keinesfalls allzu schwer sind. Er verkündet den Menschen guten Willen friedensmäßig. Das bedeutet, dass er den Frieden auch Menschen verspricht, die nicht vollkommen, tadellos und tugendhaft sind. Wer kann schon von sich sagen, dass er vollkommen untadelig ist? Wenn Jesus nämlich nur diesen vollkommenen Menschen Frieden versprochen hätte, wäre das eine schwere Bedingung und niemand würde je Frieden erleben. Er verspricht also den Frieden jenen Menschen, die guten Willen haben. Guten Willen zu haben liegt ganz in unserer Macht. Leider sind wir oft auch dem Bösen zugeneigt. Daher müssen wir aus unseren Herzen alle üblen Pläne, alle feindseligen, egoistischen und bösartigen Gedanken verbannen. Nur der gute Wille ist der Schlüssel zum Glück!
Dazu eine Geschichte: Ein Sohn behandelte seinen Vater sehr schlecht, obwohl dieser ihm immer nur Gutes wollte. Der Vater sah es nicht gerne, dass sein Sohn seinen ganzen Lohn, den er erarbeitet hatte, vergeudete und die Nächte in zwielichtiger Gesellschaft verbrachte. Sein Sohn wollte aber nicht auf die Worte seines Vaters hören. Er hatte keinen guten Willen, und so wurde er von seinem Vater oftmals ermahnt, solange er das noch hören konnte, und schlug mit seinen Fäusten auf seinen Vater ein, bis dieser starb. Ich denke, dieser Sohn wird nie wieder Frieden in seinem Leben finden. Zum Glück gibt es sehr viele andere Söhne, die guten Willen haben.
Jesus kam auf die Welt, damit er uns glücklich macht – aber nicht nur für einen Tag. Er brachte uns das Rezept und die Medizin für ein dauerhaftes Glück. Wenn wir das Glück noch nicht erlangt haben, dann haben wir wahrscheinlich seine Medizin noch nicht eingenommen. Das ist so ähnlich, als würde ein Arzt einem Menschen Tropfen verschreiben und er diese Medizin nicht einnehmen; so kann er auch keine Linderung erfahren. Das ist auch ähnlich wie bei einem Menschen, der nach Weihnachten mit dem Christbaum auch Jesu Programm wegwirft.
Wir sollen Weihnachten nutzen, um das Programm Jesu zu festigen und uns entschließen, Jesus mehr Zeit zu widmen. Das können wir tun, indem wir jeden Sonntag zur heiligen Messe kommen, denn Jesus will immer bei uns sein. Wir werden dann sein Wort hören und wir können ihn immer wieder um Stärkung für unser Leben bitten. Mit ihm leben, jetzt und immer, bedeutet, ihm die Ehre zu erweisen, die ihm gebührt. So wird er uns mit seinem Frieden beschenken.
Weihnachten 2014 B – Vigilmesse Mt. 1,1–25
Einleitung
Auf einer Weihnachtskarte stand ein interessanter Text: „Wenn die Liebe ein Haus schmückt, sind alle anderen Verzierungen zweitrangig.“ Oft sind aber zu Weihnachten Dekorationen, ein traditionelles Essen und viele Geschenke das Allerwichtigste. Aber was wäre das alles, wenn Menschen sich nicht lieben, nicht miteinander sprechen oder sich gar hassen? Welchen Nutzen hätten dann die Dekorationen und Geschenke unter dem Christbaum? Wir wissen nichts darüber, wie vor 2000 Jahren die Stadt Bethlehem geschmückt war, aber sicherlich war sie nicht so beleuchtet wie die Städte heutzutage. Jedenfalls war der Stall keinesfalls geschmückt, aber von Liebe erfüllt, als Maria und Josef dort auf die Geburt Jesu warteten.
Predigt
Weihnachten erinnert uns daran, dass Gott sich entschloss, seinen Sohn als kleines Kind in die Welt zu schicken, um das Leben der Menschen mit Liebe zu erfüllen. Er brachte Licht ins menschliche Dunkel. Er brachte die Wahrheit dorthin, wo der Mensch zweifelte. Er zeigte Orientierung dort, wo Menschen auf einem Irrweg waren. Er brachte Leben dorthin, wo Menschen dem Tod verfallen waren. Der bedeutende Theologe Karl Rahner schreibt dazu: „Die Stellung Gottes in unserem Leben bedeutet die Verformung vieler unserer Wirklichkeiten, zu denen wir allein nicht genug Kraft haben.“
Seitdem Jesus zur Welt kam, wurde fast alles verändert. Nur die Liebe und ihre Symbole veränderten sich nicht. Wir tragen andere Kleidung als damals, wir kochen andere Gerichte, wir haben andere Verkehrsmittel, wir kommunizieren anders als die Menschen vor 2000 Jahren in Bethlehem. Aber Jesus’ Mutter neigte sich zum kleinen Jesus mit derselben Liebe, wie sich eine Mutter heute zu ihrem Kind neigt. In den Familien ist die Liebe anwesend wie sie damals war. Auch in der Beziehung zu Gott soll die Liebe wie damals bleiben. Für Weihnachten ist die Liebe Voraussetzung.
Ich will Ihnen nun von einem alten Herrn erzählen, der nach dem Krieg Briefträger war. Seine Eltern waren gestorben, und er lebte allein. Er hatte keine Freunde und das Leben war für ihn eigentlich sinnlos. Als er wieder einmal die Briefe sortierte, hat er einen Briefumschlag entdeckt, auf dem keine Adresse stand, wohl aber ein Absender. Er öffnete den Brief und konnte dort – von Kinderhand geschrieben – Folgendes lesen: „Lieber Jesus, bitte, bringe mir ein Pferdchen. Bitte gib dieses Pferdchen in den Schuppen neben der Schenke, in dem wir wohnen! Es kann auch ein Pferdchen aus Holz sein.“ Der Briefträger hatte damals nicht viel Geld, nur so viel, wie er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Aber trotzdem ging er in ein Geschäft, kaufte ein hölzernes Pferdchen und brachte es in den Schuppen. Am Abend setzte er sich dann in die Schenke neben dem Schuppen. Da sah er plötzlich, wie sich die Schuppentür öffnete und ein kleiner Bub herauskam. Er glaubte auch, einen Engel zu sehen, der das Kind begleitete: ein liebliches Mädchen mit blondem Haar und weißem Kleid. Er habe nie wieder so ein starkes Erlebnis verspürt wie damals, als er dieses wohltuende Werk tat. An diesem Abend wurde auch bei ihm die Tür geöffnet. Eine Frau mit einem Kuchen kam herein und sofort dachte er an den Engel, den er eben am Schuppen gesehen hatte und den er so gerne kennengelernt hätte. Diese Frau war aber nun der Engel für ihn, und er lebt schon seit 50 Jahren mit ihr zusammen. Das Kind hat sein Pferdchen bekommen und er seinen Engel. Der Briefträger beendete seine Erzählung folgendermaßen: „Wenn ich darüber nachdenke, dann sage ich mir: Ein Mensch muss einem anderen Menschen seinen Traum erfüllen, damit sich sein eigener Traum erfüllt!“
Gott erfüllt unseren Traum vom Glück – und so wird auch die Realität, dass wir in den Himmel kommen. Das soll ja unser Weg und unser Ziel sein. Wenn wir das Leben eines Menschen mit Liebe erfüllen, werden auch wir Teilnehmer des Glücks, das Jesus mit seiner Geburt in die Welt brachte. Geht in dieser Weihnachtszeit auch manchmal zur Weihnachtskrippe, um dort in aller Stille dafür zu beten!
Kindermette 2014
Eine Lehrerin gab ihren Schülern vor Weihnachten eine Aufgabe. Sie sagte zu ihnen: „Schreibt oder zeichnet auf ein Blatt Papier, was ihr euch zu Weihnachten als Geschenk wünscht!“ Als die Stunde langsam zu Ende ging, schaute sie sich an, was die Kinder gezeichnet und aufgeschrieben haben. Die Kinder waren in ihren Wünschen nicht anspruchsvoll. Bei der letzten Bank blieb sie länger stehen. Sie schaute den kleinen Maler an. Der Bub schämte sich und wollte seine Zeichnung verstecken. Die Lehrerin hielt ihn sanft zurück. Sie interessierte sich für diesen Buben. Er war ein bisschen scheu. Sein Vater und seine Mutter lebten nicht zusammen. Bei der Mutter ging es dem Buben nicht sehr gut, denn sie war arm. Die Lehrerin bewunderte seine Zeichnung und fragte ihn: “ Sag mir mal, möchtest du das alles, was du hier aufgezeichnet hast?“ Auf dem Papier waren ein Christbaum und eine Eisenbahn zu sehen. Nach Beendigung des Unterrichts ging er zur Lehrerin und erklärte ihr sein Geheimnis. Er sagte: „Den Christbaum zeichnete ich für meinen Vater. Ich kenne meinen Vater nicht, aber ich will einen Vater haben. Die Mutter ist sehr streng zu mir und hat mich auch schon manchmal geschlagen. Sie erzählt auch viel Schlechtes über meinen Vater. Seitdem ich aber die Adresse meines Vaters weiß, male ich für ihn Bilder.“ Die Lehrerin fragte ihn: „Was möchtest du, dass dir Jesus bringt?“ Er antwortete: „Ich will meinen Vater. Mit diesem Zug, den ich gezeichnet habe, soll er ihn herführen. Wenn mein Vater meinen Bummelzug sieht, weiß er, dass er zu mir kommen soll.“ Die Lehrerin brachte ihm ein Kuvert mit einer Briefmarke. Der Knabe schrieb auf das Kuvert die Adresse seines Vaters und gemeinsam brachten sie dann den Brief zur Post. Dieser Bub wünschte sich zu Weihnachten also kein Spielzeug, keinen Computer oder anderes. Warum nicht? Weil er hervorragend erfasste, dass ein Vater ein viel größeres Geschenk ist als ein Computer oder ein Spielzeug. Viele Kinder sehnen sich nur nach materiellen Geschenken. Geschenke bringen uns aber nur dann Glück, wenn wir innerlich fröhlich sind. Darum sollen wir Gott auch um andere Gaben und Geschenke bitten, zum Beispiel um Geduld, Ruhe, Liebe, Freude, Zufriedenheit und Fröhlichkeit. Jesus hat vor, uns mit diesen Gaben zu beschenken. Wenn wir diese Gaben in unseren Seelen haben, werden uns auch die materiellen Gaben mehr Freude bringen.
Neue Verantwortlichkeit.
Jesus lud uns ins Haus des Gerechten ein. Nicht umsonst spricht man von der Kirche wie von einem Haus, das auf dem Fels gebaut wird. Mt 16, 18. Als wir an Jesus glaubten und Gott als unseren Vater anerkannten und uns verändern und vergöttlichen ließen. Dann traten wir in dieses Haus ein. Wir entdeckten in ihm vieles Ansprechendes: eine neue Familie. Aber dann wurden wir plötzlich dessen bewusst, dass viele von unserer Familie und unseren Bekannten noch immer draußen sind. Wenn sie draußen bleiben, werden sie zugrunde gehen. Darum wendet sich Jesus an seine Apostel mit den Worten: „Geht in die ganze Welt, lehrt alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Mit anderen Worten gesagt. Geht in die ganze Welt und bringt ins Haus meines Vaters. Was machen wir? Sagen wir? Schau, Jesus. Doch wissen alle, wo die Kirche ist. Sie wissen auch, wann die heilige Messe stattfindet. Wenn Sie wollen, können Sie kommen. Warum sollten wir zu ihnen gehen und ihnen etwas sagen? Sie müssen von sich selbst kommen. Es ist doch die Freiheit und Demokratie. Oder sagen wir Jesus. Ich verheimliche meinen Glauben nicht. Wenn in der Rede das Wort „Religion“ vorkommt, sage ich, was die Wahrheit ist. Was sollen wir tun? Vielleicht sagen einige. Macht keine Panik. Es ist nicht wichtig, ob der Mensch an Gott glaubt; entscheidend ist, dass er gut ist. Was sollen wir dazu sagen? Wenn es so wirklich ist, dann ist Jesus’ Erdlösungswerk nicht wichtig. Wir können lobenswert sein, auch ohne Christus. Anders gesagt. Wenn ich an Jesus glaube, ist es gut, und wenn ich nicht an Gott glaube, ist es auch gut. Nichts geschieht. Diese Menschen halten die Religion für eine unbedeutende Nebensache. Mehrmals hörte ich, dass Gott jeden Menschen auf seinen eigenen Weg führt. Sicher, das ist wahr. Aber viele erklären diesen Satz falsch. Sie denken, dass Sie in der Missionsarbeit nichts machen müssen; alles wird Gott tun. Das ist eine völlig unrichtige Auffassung.
Erklärung der heiligen Messe IX-Segen
Segen
Am Ende der heiligen Messe erteilt der Priester den Segen. Das ist die Erteilung der Gottesmächtigkeit zur Verwirklichung des Lebens nach dem Evangelium. Das Messbuch enthält mehrere schöne Segnungen für die verschiedene Gelegenheiten und Festichkeiten. Sie setzen sich immer aus dem Einganggruß, aus drei segnenden Sätzen. Wir bestätigen das mit dem Wort Amen. Jeder Segen endet mit dem Kreuz. Das bedeutet, dass wir vom Kreuz, vom Christusopfer die Kraft schöpfen , damit wir für Gott leben. Der, der glaubt, schätzt sich den Segen. Der Glaube und das Vertrauen ins Gotteshilfe öffnet uns für Gottessegen. Segnen bedeutet gut sagen, ausbitten das Gute. Nach dem Segen folgt die Verschickung. Die lateinische Aufforderung ,, Ite missa est“ wird auf verschiedene Art übersetzt. Das bedeutet. Geht, ihr seid gesendet. Selbst Jesus sendet uns. Wenn die heilige Messe endet, jeder muss sich seiner Sendung, seiner Mission bewusst werden. Die ganze Kirche wird gesendet, damit sie das Evangelium verkündet. Jeder Christ soll diese Sendung annehmen und gehen. Christus dort bringen wo ich gehe. Also vor allem in die eigene Familie. Es sollte ganz natürlich sein, dass wir zu Hause davon sprechen, was war im Evangelium, worüber die Predigt war. Wir sollten spüren, dass nach der heilige Messe zu Hause die Behaglichkeit ist, eine schöne Atmosphäre, das ist das beste Zeugnis wem wir geglaubt haben. Dann sollen wir Christus bringen dort wo wir arbeiten, wo lernen wir. Wir sollen von Christus die Zeugenschaft ablegen, vor allem mit der Zeugenschaft des Lebens.Und dort wo unsere Zeugenschaft ,,den Boden“ vorbereitete. ist möglich auch das Zeugnis des Wortes zugeben. Am besten Zeugnis von Christus legt der Mensch ab, der geduldig, anständig und ehrlich ist. Zu diesem Zeugnis fordert uns Jesus auf. Geht und lebt mit Christus. Die heilige Messe soll in unserem Leben fortsetzen. Das was wir im der Kirche gehört haben, erlebt haben, sollen wir in unserem Leben verwirklichen. Wer dessen sich bewusst wird, nimmt die heilige Messe wie ein großes Geschenk. Darum sagen wir am Ende der heilige Messe: Dank sei Gott dem Herrn.
Segen
Der Herr segne und behüte und behüte euch Amen
er lasse euer Leben gelingen Amen
eure Hoffnung erblühen Amen
Es segne und behüte euch der allmächtige und uns liebende Gott
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Geht hin in Frieden.
Neue Beziehungen
Wir wissen, dass die Bekehrung besteht in der Änderung der Gesinnung. Das bedeutet sich seiner neuen Identität bewusst werden. Am sichtbarsten zeigt sich diese Änderung gerade in der Beziehung zu den anderen Menschen. Nehmen wir wahr die Worte von Jesus. ,, Ein neues Gebot gebe ich euch, liebt einander,wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Joh. 13,14 Lieben wie Jesus bedeutet nicht nur opfer willig zu lieben, sondern die anderen Menschen wie Brüder und Schwestern lieben. Und diese Liebe beschränkt sich nicht nur auf die Menschen in der Kirche, aber auch auf die Menschen außer der Kirche. Auch auf die ,,verlorene“ Brüder und Schwester. Jesus spricht von gegenseitigen Liebe, und diese Liebe ist nur unter den Menschen möglich, die sich einander als Brüder und Schwester annehmen. Jesus ist für alle Menschen gestorben, also alle sind in das Vaters Haus eingeladen. Gott seht sie wie seine Söhne an, Jesus wie seine Brüder/ verlorene/ aber immer wie Brüder. Jesus verkündet diese Liebe mit den Worten: Wenn jemand hundert Schafe hat,und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? Und wenn er es findet – amen ich sage euch es freut sich über dieses mehr als über die neunundneunzig , die sich nicht verirrt haben. Mt 18,12 Dieselbe Liebe Christi treibt auch den heiligen Paulus auf die Wege, weil seine Brüder in Gefahr sind. Nicht nur der heilige Paulus apostolisch tätig war, sondern fast alle Christen in der Urkirche, weil sie alle mit großen Liebe zu Gott und zu den Menschen gefüllt waren.
Die Symbole der Weihnachten.
Das schönste Fest im Jahr können wir uns ohne traditionelle Symbole nicht vorstellen. Erinnern wir uns an ihre Bedeutung, die Tradition dessen, wie sie entstanden:
1. Der Weihnachtsbaum.
Wir können uns das Weihnachten ohne ausgeschmückten Christbaum nicht vorstellen. Die erste Erwähnung des geschmückten Weihnachtsbaums stammt aus der deutschen Stadt Bremen und stammt vor mehr als 500 Jahren. Die Legende sagt aber, dass der Erste den Weihnachtsbaum des irischen Mönchs ausgeschmückt hat. Das war im Jahre 573. Zur Ausschmückung verwendete er brennende Fackeln, um die Menschen auf seine Predigten anzulocken, was ihm auch gelungen ist. Es war aber der einzelne Fall. Später erschienen die Weihnachtsbäume vor etwa 400 Jahren in Deutschland, aber nur in den Häusern reicher Menschen. Die armen Menschen ersetzten sie durch Äste und Zweige. Die ersten Weihnachtsbäume schmückten die Menschen damit aus, was sie zu Hause züchteten: Äpfel, Birnen, Nüsse. Später begannen sie auch, Lebenskuchen, Papierzierde und verschiedene Figuren aus Stroh oder aus dem Maistroh zu machen. Selbstverständlich war es nicht leicht, diese Figuren herzustellen. Diese Schmucke bereiteten sich schon mehrere Wochen vor Weihnachten. Es kamen immer wieder neue Schmuckstücke.
2. Die Oblaten
Die Oblaten symbolisieren, dass die Christen zu Weihnachten zur heiligen Kommunion antreten. Die Oblaten isst man mit Honig und Knoblauch. Die Oblaten zu backen, hatten nur die Organistenlehrer das Privileg. Die Schuljugend brachte die Oblaten in die Familien. Die Übergabe der Oblaten begleitete das Wünschen.
Adventkranz
Der erste Adventskranz stammt aus Deutschland und wurde wahrscheinlich von dem evangelischen Pastor Johann Heinrich Wichern erdacht. Er errichtete ein Waisenheim für die verlassenen Kinder. Vor Weihnachten fragten ihn die Kinder ständig: „Wie viele Tage bleiben noch bis Weihnachten?“ Damals dachte Johann Wichern den Adventskranz aus. Johann brachte ein Rad vom Wagen. Das Rad sollte ursprünglich als Lichthalter dienen. Wichern stellten auf ihn 19 kleine rote und 4 stattliche weiße Kerzen. Jeden Alltag entzündete er eine kleine Kerze und am Sonntag eine große. So wussten die Kinder, wie viele Tage noch bis Weihnachten blieben. Heute hat der Adventskranz nur vier Kerzen. Der Adventskranz hat die grüne Farbe der Hoffnung. Der Adventkranz, wie der Kreis, den Zusammenhalt symbolisiert.
Adventskalender
Der erste Adventskalender, der manuell gefertigt wurde, stammt aus dem Jahr 1851. Bis dahin zeichneten die Menschen mit Kreide an die Wand Linien und Streifen im Dezember bis Heiligabend. Der erste gedruckte Kalender wurde vom deutschen Drucker Later Lang im Jahre 1908 hergestellt. Er aber war ohne die Öffnungsfenster. Im Jahr 1921 wurde der Adventskalender mit den kleinen Öffnungsfenstern hergestellt. Das kleine Fenster, mit der Schokolade erfüllt, war im Vertrieb bis 1958. Auf diesen Adventskalender freuen sich hauptsächlich die Kinder, die jeden Tag ein Fensterchen öffnen und von ihm eine Schleckerei herausziehen. Der Adventskalender ist das Symbol der Belohnung für die verdienstvollen Werke.
Weihnachtskrippe
Die Tradition der Weihnachtskrippen führte der heilige Franz von Assisi ein. Das war zu Weihnachten im Jahre 1223, als er in der Höhle in der italienischen Stadt Greccia die lebendige Weihnachtskrippe vorbereitete. In die Krippe legte er ein lebendiges Kind ein. Neben ihnen standen Josef und Maria. Dort waren sogar ein Esel und ein Ochse. Kamen auch drei Weisen. Seitdem verfertigen die Menschen Weihnachtskrippen aus Holz und aus Papier. Auch heute können wir die Weihnachtskrippen in Lebensgröße an verschiedenen Stellen sehen.
Stille Nacht, heilige Nacht
Dieses Lied ist mit Weihnachten verbunden. Den Text des Liedes schrieb der Kaplan Joseph Mohr im Jahre 1816 in der Pfarrei Mariapfarr. Franz Xaver Gruber komponierte zu diesem Text im Jahre 1818 die Melodie. Das Lied wurde gleich sehr populär, obwohl es zum ersten Mal nur mit dem Gitarrenzug vorgestellt wurde. Heute ist dieses Lied in 300 Sprachen übersetzt. Die Kapelle Stille Nacht in Oberndorf bei Salzburg, wo das Lied am 24. Dezember vorgestellt wurde, ist heute zur Touristenattraktion geworden. Dieses Lied ist das Symbol der Liebe und Ruhe, und es erweckt uns die Weihnachtsatmosphäre.
4. Adventsonntag B Lk 1, 26-38
4.Adventsonntag 2014 A Die richtige Wahl
Einleitung
Bei der Millionenshow“ kann ein Spieler in wenigen Minuten Hunderttausende von Euros gewinnen. Er muss nur die Fragen richtig beantworten. Der Spieler antwortet aufgrund seiner Kenntnisse oder er ratet, wenn er sich seiner Antwort nicht ganz sicher ist. Bei einer unrichtigen Antwort ist der Gewinn allerdings wieder weg. Nicht alle Entscheidungen in unserem Leben können wir erraten oder sie dem Zufall überlassen. Ich denke da an die Wahl der Schule oder des Lebenspartners. Da müssen die Entscheidung bewusst getroffen werden. In diesem Sinn können wir auch das heutige Evangelium verstehen. Maria wurde angeboten, die Mutter Jesu zu werden und sie musste sich entscheiden. Sie konnte da nicht einfach alles dem Zufall überlassen und sie war sich auch ihrer Verantwortung bewusst. Die Antwort war: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe , wie du es gesagt hast.
Predigt
Marias Entscheidung war nicht einfach und sie befand sich in einer schwierigen Situation. Es wurden zur damaligen Zeit von Rechts wegen Verträge in den Familien geschlossen, was die Eheschließung betraf. So war sie, für Josef bestimmt, wurde mit ihm verlobt, wohnte aber noch nicht bei ihm. Diese Verlobungszeit dauerte ein Jahr, dann erst zog die Braut in das Haus ihres Bräutigams. Doch diese Zeit war noch nicht verstrichen, als sie schwanger wurde. Nach dem Gesetz des Mose war es üblich, dass eine Frau, die untreu war und ihre Schuld bewiesen wurde, gesteinigt werden sollte. Und in dieser Situation muss man die Entscheidung Marias für die Geburt von Jesus sehr hoch werten. Maria riskierte viel für Gott. Doch Maria bewahrte ihre Jungfräulichkeit und wurde so zur Mutter des Gottessohnes. Mutterschaft bedeutet eine tiefe Erfahrung der Liebe und Freude, aber ist auch mit Bangen und Schmerzen verbunden. In Maria ist die Jungfräulichkeit und die Mutterschaft in einer Person.
Die Prophezeiung des Jesaja hat sich durch sie erfüllt. Bei Jesaja heißt es im 7. Kapitel: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären.“ Das Unmögliche wurde also möglich. Maria stellt sich durch ihre Entscheidung Gott zur Verfügung und Gott vollbringt durch sie große Dinge. Maria dankt dafür in ihrem Lobpreis. Sie sagt: ,,Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig“. Was wichtig ist, ist einerseits der Gedanke Gottes, andererseits das menschliche Sich-zur-Verfügung-Stellen. Wenn sich beides verbindet, geschehen Wunder. Der Gruß des Engel: „Der Herr sei mit dir“ bezieht sich auf jeden Menschen. Gott hat für jeden Menschen seine Sendung, seine Mission. Zu dieser müssen stehen. Wie ist unsere Antwort? Stellen wir uns zur Verfügung?
Von einer richtigen Lebenswahl spricht das folgende Vorkommnis: Ein Mann stieg in den Zug ein. Er wählte ein Abteil, wo eine junge Frau mit ihrer siebenjährigen Tochter saß. Der Mann legte seinen Koffer ins Gepäcknetz, nahm eine Zeitung und begann zu lesen. Währenddessen stellte das Mädchen immer wieder Fragen. Die Mutter antwortete ihrer Tochter sehr ausführlich. Die Kleine wurde immer mehr aufdringlich, die Fragen waren immer persönlicher, sie berührten das Privatleben der Mutter. Der Mann dachte: “ Das Kind ist zwar aufrichtig, aber doch ein bisschen verwöhnt.“ Er schaute auf die Frau und ihre Tochter und sie gefielen ihm. Er erinnerte sich an seine Kindheit, wenn seine Mutter Zeit für ihn und für seine Brüder fand, Zeit fürs Spiel, Zeit für Erzählungen. Dann dachte er an seine Frau. Ihnen wurde nicht vergönnt, eigene Kinder zu haben. Sie wollten ein Kind adoptieren, aber sie erlebte das nicht mehr, weil sie an Krebs starb. Er blieb alleine. Er seufzte und sprach leise den Name seiner Frau aus. Das Mädchen wandte sich zu ihm und sagte: „Du redest immer so leise mit dir selbst. Ich habe dich nicht verstanden.“ Der Mann wurde ein bisschen rot und dann erklärte er dem Mädchen, dass er eigentlich nichts sagen wollte, dass es aus ihm nur so herauskam. Das Mädchen sagte zu ihm: „Mir kannst du alles sagen. Auch meiner Mutter kannst du alles sagen. Sie ist sehr gut.“ Die Frau sagte: „Wissen Sie, meine Tochter Sonja erzählt sehr gern. Seitdem ihr Vater gestorben ist, würde sie am liebsten mit allen Männern auf der Welt plaudern.“ Der Mann nickte ihr verständnisvoll zu. Durch dieses Gespräch verging die Zeit der Zugfahrt schneller. Als die Frau mit ihrer Tochter ausstieg, reichte er ihnen die Hand. Die kleine Sonja sagte zu ihm: „Meine Mutter war heute zum ersten Mal nicht traurig, seit Vater gestorben ist.“ Der Mann dachte lange Zeit nach über diese Begegnung. Zuerst dachte er: „Das sollte ich eigentlich alles vergessen.“ Aber dann überlegte er und schrieb einen Brief. Die Adresse legte er unauffällig auf den Koffer der Frau. In seinem Brief lud er sie zu ihm ein. Ihre Schicksale haben sich verbunden. Das ist eine schöne Geschichte einer richtigen Wahl. Die Entscheidung für die Liebe ist immer eine richtige Wahl. Das Umwerben ist die Aufforderung: Entscheide dich für mich! Auch die Verkündigung des Herrn ist ein Umwerben, und zwar ein Umwerben Gottes an den Menschen: Entscheide dich für mich, und du entscheidest dich für das eigene Glück.
Schulgottesdiensttexte 2014.
Schulgottesdienst
vor Weihnachten 2014
Einzug: instrumentale Flöte
Kreuzzeichen und Begrüßung: Priester
Einleitung: Charlotte
Weihnachten ist ganz nahe.
Wir erinnern uns heute an die Adventstage. Wir haben uns auf den Weg zur Krippe gemacht. Die braunen Tücher vorn weisen diesen Weg aus.
In dieser Zeit hat uns der Adventskranz begleitet.
Die grünen Tannenzweige erzählen vom Leben und Wachstum auf der Erde. Wir halten kleine grüne Zweige in unseren Händen. Sie sind das Zeichen großer Hoffnung – mit Jesus wird alles gut.
Zweige werden auf den Weg gelegt.
In diesen dunklen Wintertagen spüren wir besonders, wie notwendig wir das Licht brauchen.
Auch mit dem Adventskranz wird es in unseren Wohnungen immer heller.
Wir schauen in die Flamme dieser kleinen Kerze und wissen: Jesus ist das Licht für die Welt.
Kinder stellen die Teelichter auf den Weg.
Lied: Kleiner grüner Kranz (Refrain, 1. Strophe, Refrain).
Diese Nüsse erinnern uns an den Hl. Nikolaus. Sein Fest haben wir im Advent gefeiert. Er hat den Menschen viel Liebe geschenkt. Voll Freude erwarten wir die Geburt Jesu. Wir wollen uns auch Freude und Liebe schenken.
Kinder legen Nüsse auf den Weg.
Diese Schale ist ein Zeichen dafür, dass Maria offen war für Gott – darum konnte Jesus zur Welt kommen. Wir formen mit unseren Händen eine Schale und spüren: Auch wir sind offen und bereit.
Schale auf den Weg stellen
Lied: Kleiner grüner Kranz (Refrain, 2. Strophe, Refrain)
Kyrie: Priester gebetet: „Herr, erbarme dich, Christus, erbarme dich, Herr, erbarme dich.“
Vergebungsbitte: Priester
Tagesgebet:
Gott, sieh auf uns. Wir warten auf das Fest der Geburt Christi.
Mach unser Herz bereit, damit Weihnachten ein Fest der Freude wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen
Lesung: Jes 40,3–5
3 Eine Stimme ruft:
Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!
4 Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hügelig ist, werde eben.
5 Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn,
Zwischengesang: Wir sagen euch an 1. und 2. Str.
Evangelium: Maria Verkündigung (Lk 1,26–38)
Fürbitten:
Priester: Lasset uns beten! Jesus, du bist in unsere Welt gekommen, um uns deinen Frieden, deine Liebe und deine Freude zu schenken. Wir bitten dich:
-
Mache uns bereit, Frieden zu stiften, zu verzeihen und uns zu versöhnen!
Priester: „Jesus, unser Freund!“
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf den Politikern, Wege zu finden, um Kriege zu vermeiden!
Priester: „Jesus, unser Freund!“
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf uns, damit wir deinem Beispiel folgen und liebevoll miteinander umgehen!
Priester: Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Mach uns bereit, mit den Kindern zu teilen, die Weihnachten nicht so schön feiern können wie wir!
Priester: „Jesus, unser Freund!“
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf uns, anderen Freude und Hoffnung zu schenken!
Priester: „Jesus, unser Freund!“
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
Gabenbereitung: Wenn das Brot, das wir teilen, 1 Str. hat. hat.
Heilig: Herr, du bist heilig, ja, heilig.
Vater unser: singen
Kommunion: instrumental
Danklied: Kumbayah, my Lord, Komm zu uns, oh Herr.
Schlussgebet
Barmherziger Gott, du kommst uns kraftlosen Menschen zu Hilfe und machst uns bereit für das kommende Fest. Wir freuen uns und danken dir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Segensgebet
Gott sei uns freundlich, er möge uns segnen.
Er gebe uns Licht, das Licht seiner Liebe,
damit es hell wird in unseren Herzen.
Das Licht seiner Liebe soll alle erreichen.
die Eltern, die Lehrer, die Geschwister,
die Nachbarn und Freunde und alle Menschen um uns.
Er segne uns der gütige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, – Amen
Auszug: instrumental
ERSTES HOCHGEBET
für Meßfeiern mit Kindern
GOTT, UNSER VATER
PRÄFATION
EINLEITUNG-DIALOG
Priester: „Der Herr sei mit euch.“
Antwort: Und mit deinem Geist
Priester: „Erhebet die Herzen.“
Antwort: Wir haben sie beim Herrn
Priester: Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott.
Antwort: Das ist würdig und recht.
Gott, unser Vater, du hast uns zusammengerufen.
Wir sind hier und haben die Absicht, dich zu loben.
Wir haben die Absicht, dich zu preisen und dir sagen:
Dir sei Preis und Dank und Ehre.
Alle: Dir sei Preis und Dank und Ehre.
Für deine große Liebe danken wir dir.
Wir preisen dich mit den Engeln und
Heiligen und rufen:
Lied: Herr, du bist heilig, ja heilig
Guter Gott, wir danken dir für Jesus,
der in deinem Namen gekommen ist
als Freund der Armen und Kleinen.
Er hat uns gezeigt,
wie wir für dich
und füreinander da sein können.
Gott, unser Vater,
sende deinen Geist,
damit diese Gaben von Brot und Wein
Leib und Blut Jesu werden,
der uns bis in den Tod geliebt hat.
Am Abend vor seinem Leiden hat er sich mit seinen
Jüngern zu Tisch gesetzt.
Er hat Brot genommen.
und das Dankgebet gesprochen.
Er hat das Brot geteilt.
es seinen Jüngern gegeben und gesagt:
Nehmet und esset alle davon:
Das ist mein Leib,
der für euch hingegeben wird.
Dann hat er den Kelch mit Wein genommen.
Er hat noch
einmal gebetet und dir gedankt.
Er hat ihnen den Kelch
gereicht und gesagt:
Nehmet und trinket alle daraus:
Das ist der Kelch.
des neuen und ewigen Bundes,
mein Blut,
das für euch
das für euch und für alle vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Dann sagte er:
Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Geheimnis des Glaubens
Gib uns allen,
die an diesem Mahl teilnehmen
den Geist der Liebe,
damit wir immer mehr
ein Herz und eine Seele werden,
zusammen mit unserem Papst Franziskus,
unserem Bischof Ludwig
und allen, die deinem Volk dienen.
Denk an alle, die wir gern haben.
Sei nahe denen, die leiden und traurig sind.
Lass die Verstorbenen
bei dir glücklich sein.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir,
Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes
Alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.
Amen.
-
Mache uns bereit, Frieden zu stiften, zu verzeihen und uns zu versöhnen!
Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf den Politikern, Wege zu finden, um Kriege zu vermeiden!
Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf uns, damit wir deinem Beispiel folgen und liebevoll miteinander umgehen!
Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Mach uns bereit, mit den Kindern zu teilen, die Weihnachten nicht so schön feiern können wie wir!
Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Hilf uns, anderen Freude und Hoffnung zu schenken!
Jesus, unser Freund!
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!
-
Kind
Die grünen Tannenzweige erzählen vom Leben und Wachstum auf der Erde. Wir halten kleine grüne Zweige in unseren Händen.
Sie sind das Zeichen großer Hoffnung – mit Jesus wird alles gut.
-
Kind
In diesen dunklen Wintertagen spüren wir besonders, wie notwendig wir das Licht brauchen.
Auch mit dem Adventskranz wird es in unseren Wohnungen immer heller Hl.
Wir schauen in die Flamme dieser kleinen Kerze und wissen:
Jesus ist das Licht für die Welt.
-
Kind
Diese Nüsse erinnern uns an den Hl. Nikolaus. Sein Fest haben wir im Advent gefeiert.
Er hat den Menschen viel Liebe geschenkt. Voll Freude erwarten wir die Geburt Jesu. Wir wollen uns auch Freude und Liebe schenken.
-
Kind
Diese Schale ist ein Zeichen dafür, dass Maria offen war für Gott –
Darum konnte Jesus zur Welt kommen.
Wir formen mit unseren Händen eine Schale und spüren:
Auch wir sind offen und bereit.
Lesung aus dem Buch Jesaja
Eine Stimme ruft:
Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!
Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden, /
Und was hügelig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn,
Wort des lebendigen Gottes
Der Stammbaum Jesu.
Beim Lesen des heutigen Evangeliums habe ich das Gefühl, vor mir eine linguistische Prüfung zu haben. Mehr als 40 Namen von Männern und Frauen aus dem langen Stammbaum. Sind das nur die anonymen Namen? Jeder von ihnen hatte sein Leben. Jede dieser Gestalten, Personen hatte ihre Väter, ihre Mütter. Jede dieser Personen lebte zu einer bestimmten Zeit. Stellen wir uns die Frage. Was für eine Botschaft hat vor, uns diesen Stammbaum zu vermitteln? Dieser Stammbaum bringt uns die Botschaft, dass Jesus in die Welt der Menschen, die mit Sünden bezeichnet ist, eingetreten ist. Es ist interessant, dass der Stammbaum Jesu nicht von bedeutenden Begebenheiten, Feldschlachten und Armeen spricht. Nichts davon. Hier sind nur die Namen. Jesus kam zur Welt inmitten des israelischen Volkes. Er wurde als Jude geboren. Während des Zweiten Weltkrieges, als Hitler die Juden liquidierte, wurden die Stammbäume gefälscht und überschrieben, mit dem einzigen Ziel, dass der oder die keine jüdischen Vorfahren hatte. Hier wird im Gegenteil angegeben, dass Jesus jüdische Vorfahren hatte. Im Jesus-Stammbaum stehen vier Frauen. Es handelt sich um vier sündige Frauen. Alle haben die heidnische Abstammung. Alle hatten einen zweifelhaften Ruf. Ist das vielleicht so in den offiziellen Stammbäumen? Solche Sachen schieben sich einfach in den Hintergrund, damit sie vergessen wird. Jesus schämt sich nicht für seine Herkunft. Er schämt sich nicht, uns unsere Brüder zu nennen. Jesus trat unter uns als unser Bruder auf. Er wollte – er will – unser Bruder sein. Er ist in unsere Geschichte nicht deshalb eingetreten, um uns zu überlisten, sondern um uns zu erlösen und zu Kindern Gottes zu machen. Für Jesus waren wir nicht gleichgültig. Möge auch für uns Jesus nicht gleichgültig sein.
Schulgottesdienst vor Weihnachten – Predigt
Lk 1, 26–38
Das Evangelium, das wir heute gehört haben, ist sehr bekannt. Aber ich möchte euch etwas fragen. Was denkt ihr? Wollte die Jungfrau Maria die Mutter Jesu werden? Unter den Menschen damals wusste man ja, dass der Messias geboren werden sollte. Doch Maria war trotzdem erstaunt und erschrocken, als sie die Worte des Engels Gabriel hörte, die er an sie richtete. Vielleicht dachte sie im ersten Augenblick: „Wie kann ich das alles bewältigen?“ Andererseits war es für Maria die Möglichkeit, Gott, den sie so sehr liebte, ganz nahezukommen. Sie antwortete schließlich: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Sie entschloss sich also für die Mitarbeit mit Gott zum Heil der Menschen.
Kann uns auch so etwas Ähnliches passieren? Das ist nicht so einfach. Es ist schwer, sich vorzustellen, dass Gott auch uns einen Engel senden wird. Aber wir können ebenfalls mit Gott zusammenarbeiten. Ich erzähle euch dazu eine kurze Geschichte:
Hans überlegte, was er sich abends im Fernsehen anschauen würde. Er musste nämlich morgen nicht in die Schule gehen, also konnte er länger schlafen. Da läutete plötzlich das Telefon. Sein Freund Peter rief an. Er fragte ihn: „Hans, möchtest du nicht morgen früh mit mir gehen, um das Friedenslicht aus Bethlehem von Haus zu Haus zu tragen?“ Hans wusste von diesem bedeutenden Licht. Er wusste auch, dass dieses Friedenslicht mit dem Flugzeug vom Heiligen Land nach Wien transportiert wird und die Pfadfinder es dann weitergeben. Das muss alles selbstverständlich gut organisiert werden. Im ersten Augenblick wollte Hans sagen: „Ja, ich komme gerne!“ Aber dann dachte er: „Ich wollte doch heute Abend länger fernsehen, weil ich morgen nicht so bald aufstehen muss. Das ist nicht immer so. Außerdem ist es sicherlich frühmorgens frostig. Aber dann siegte schließlich in ihm die Sehnsucht nach diesem nicht alltäglichen Erlebnis. Man kann sich doch eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen. Er sagte schließlich zu Peter: „Ja, ich komme.“
Hans handelte also ein wenig so wie die Jungfrau Maria. Er wurde um einen Dienst ersucht, der den Menschen Freude bereiten sollte. Allerdings musste er dafür etwas von seiner Bequemlichkeit opfern. Auch Maria sagte ihr Ja, und nur so konnte eine so großartige Sache entstehen. Jesus, der Heiland der Welt, konnte geboren werden. Und ihr, liebe Kinder, seid ihr auch bereit, Gott euer Ja-Wort zu geben? Gelegenheiten habt ihr dazu bestimmt genug.
Erklärung der heiligen Messe VIII.
Die Abschlusszeremonien
Die heilige Messe ist eine erstaunliche Wirklichkeit und Gabe. In der heiligen Messe treffen wir uns mit Gott. Das Zweite Vatikanum spricht in seiner Konstitution „Sacrosanctum Concilium“: Die Kirche wünscht sich, alle Gläubigen zu einer vollen, bewussten und aktiven Teilnahme an ihren liturgischen Handlungen zu führen. Dieser vollen, tätigen Teilnahme aller Gläubigen an den liturgischen Handlungen ist notwendigerweise erhebliche Aufmerksamkeit zu widmen. Dazu sollen die Gläubigen erzogen werden. Vielleicht nahmen sie schon wahr, dass in der heiligen Messe eine Vorbereitung nacheinander erfolgt. Nichts Wichtiges passiert ohne Vorbereitung. Am Anfang der heiligen Messe finden die Einführungszeremonien statt. Auf das Evangelium bereiten wir uns mit dem Halleluja-Vers, wenn wir die Opfergabe bringen. Der Priester fordert uns auf, damit wir beten: „Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle. Und die Antwort. Der Herr nehme das Opfer an aus deinen Händen, zum Lob und Ruhm seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche. Auf die heilige Kommunion bereiten wir uns seit dem Vaterunser vor. Ohne Vorbereitung ist keine Feier. Vielleicht deshalb wissen wir nicht, wie man feiert, denn wir leben schnell und oberflächlich, wir bereiten uns auf nichts vor, und so haben wir keine Erfahrung und kein Erlebnis der Feier. Die Abschlusszeremonien der heiligen Messe sagen uns eine wichtige Wahrheit. Die ganze heilige Messe ist die Vorbereitung auf das alltägliche Leben. Wenn ich sie fragen würde, welcher Gegenstand in der Kirche am bedeutsamsten ist, würden sie antworten. Das ist der Altar, die Ambon, das Tabernakel. Diese Sachen sind bedeutsam, aber vielleicht werden sie überrascht, wenn ich sage, dass das Tor am wichtigsten ist. Ohne das Tor können wir nicht in die Kirche gelangen, und es ist auch notwendig, dass wir durch das Tor hinausgehen. Das, was wir in der Kirche bekommen, sollen wir weitergeben. Die Christen sollen Salz der Erde, Licht der Welt und der Sauerteig sein. Wir sollen uns in unserer Kirche nicht abkapseln. Christus sollen wir überall mitbringen, wohin wir gehen. Also, die Schlusszeremonien sind die Vorbereitung auf den Übergang ins alltägliche Leben. Jede heilige Messe wird in einer konkreten Gemeinschaft gefeiert. Selbstverständlich ist die heilige Messe in jeder Kirche gültig, aber nur in der Gemeinschaft, in der ich lebe und zu der ich gehöre, erlebe ich sie in voller Form. Das Christentum wurde von Anfang an in den örtlichen Gemeinschaften gelebt. Die Apostel, jeder von ihnen, etwa der heilige Paulus, stifteten irgendwo die Kirche. Er erlernte die Menschen im Glauben, taufte sie und wurde ihr geistlicher Vater. Er setzte die Ältesten ein, die die kirchliche Gemeinde weiterführten, und gründete anschließend eine zweite. Diese kirchlichen Gemeinden kommunizierten miteinander; sie schrieben einander Briefe. Sie hatten das Bewusstsein, dass sie zusammengehörten, dass sie eine Kirche bildeten. Dabei waren diese Gemeinden irgendwie selbstständig und autonom. Jeder Christ hatte das Bewusstsein, das Wissen, dass er sowohl einer allgemeinen Kirche als auch einer konkreten kirchlichen Gemeinschaft angehört. In der Kirche ist niemand obdachlos. Wenn ein Christ von einem Ort weggezogen ist, schließt er sich der Kirche dort an, wohin er umgezogen ist. Dieses Prinzip dauert bis heute. Die kirchliche Gemeinde – die Pfarrei – repräsentiert teilweise, bis zu einem gewissen Grade, die ganze Kirche.
Adventliches Nachdenken.
Advent – die Ankunft Christi, die wir sehnsüchtig erwarten. Erstens bereiten wir uns auf die Weihnachtsfeier vor. Advent erinnert uns daran, dass Christus kommt. Und das Leben eines Gläubigen ist eine unaufhörliche und wache Erwartung dieser Ankunft. Es geht nicht nur darum, dass wir uns an das historische Geschehnis erinnern, das vor 2.000 Jahren in Bethlehem stattfand. Viel notwendiger ist es, zu begreifen, dass unser ganzes Leben Advent sein soll. Das Symbol des Advents ist ein Adventskranz mit vier Kerzen. Am meisten sind die Kerzen violett. Die adventliche Vorweihnachtszeit wird bereits bei Papst Leo dem Großen im Jahr 440 erwähnt. Der andere Feiertag stammt aus Frankreich. Die Adventszeit dauerte bis zum 6. Sonntag. Der Papst Gregor verkürzte diese Zeit auf 4 Wochen. Diese Zeit symbolisiert die Erwartung seit viertausend Jahren auf den Messias. Schon seit Jahrhunderten feiert man in der Adventszeit die Roratemesse. Sie finden vor der Morgendämmerung statt, im Licht der Kerzen. Diese heiligen Messen erinnern uns daran, dass die Menschheit vor der Ankunft Christi seit Jahrhunderten in der Adventszeit in der Finsternis wandelte. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ Jesaja 9,2. Die Adventszeit ist nicht nur die Periode des Einkaufsfiebers, sondern vor allem die Zeit, in der wir uns auf die Begegnung mit Christus vorbereiten. Ich habe schon gesagt, dass das Symbol des Advents der Adventskranz ist. Ein Kranz ist das Symbol des Sieges. Im Altertum bekam der Kommandant des siegreichen Herrn einen Kranz. Der Adventskranz zeigt die erwartete Huldigung dem Sieger, der kommt. Das Licht der brennenden Kerzen symbolisiert den ankommenden Christus, der die Finsternis und Angst löst, denn er ist das Licht der Welt.
3. Adventssonntag B (Gaudete, Joh 1,6–8.19–28)
Einleitung
Ein Professor beklagte sich: „40 Jahre unterrichtete ich am Gymnasium Französisch und als ich nach Paris kam, habe ich festgestellt, dass ich die französische Sprache nicht beherrschte. Der große Dichter Goethe sagte zu ihm: „Und was wird geschehen, wenn Priester in eine ähnliche Situation geraten?“ Die Schulgrammatik ist eine Sache und die fließende Konversation die andere. Die „Religionsgrammatik“ bedeutet, das „Vaterunser“, das „Glaubensbekenntnis“ und das „Gegrüßet seist du Maria“ zu kennen und am Sonntag in die Kirche zu gehen. Man beherrscht die christliche Sprache; auch die christliche Konversation ist man mächtig. Aber im Alltagsleben ist vor allem die Sprache der Liebe gefragt. So kann es sein, dass manche zwar „die Grammatik des Glaubens“ kennen, Gott aber nicht. Darum sagte Johannes der Täufer: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ Wir können Gott nicht kennen, solange wir die Sprache der Liebe nicht beherrschen. Wer in dieser Sprache kommuniziert, ist ein wirklicher Christ.
Predigt
Die Zuhörer von Johannes dem Täufer könnten sagen: „Doch, wir kennen ihn, wir wissen, dass er Jesus heißt. Er wohnt in Nazareth. Wir wissen auch, welches Gewand er trägt. Warum sagst du, dass wir ihn nicht kennen?“ Und Johannes könnte antworten: „Ihr erkennt ihn so, wie ihr auch die anderen Menschen seht, aber ihr erkennt ihn nicht als den Befreier, Retter und Messias.“ Auch nach 2000 Jahren haben wir dasselbe Problem. Mitten unter uns steht der, den wir nicht kennen. Wir kennen ihn nur mit dem Verstand, aber nicht mit dem Herzen. Wir sollten uns fragen: Ist Jesus ein Vorbild für mein Leben? Bin ich verliebt in Jesus? Begeistert mich seine Botschaft?
Kardinal Suenens dachte sich folgendes Gleichnis aus: „Ein Mensch verirrt sich im Wald. Als er endlich, schon ziemlich durchfroren, zu einer Hütte kommt, schaut er durchs Fenster hinein. Dort ist ein Herd, auf dem Holzscheiter brennen und vermutlich Wärme ausstrahlen. Doch ein Mensch, der draußen steht, kann die Wärme nicht spüren, obwohl er davon weiß. Er muss erst eintreten, damit die Wärme seine Glieder durchdringt.“
Viele Christen schauen die Religion nur von außen an. Sie kennen Gottes Gebote, aber handeln nicht danach. Dazu muss man die Sprache der Liebe erlernen. Erst wenn der Geist der Gottesliebe alle Tätigkeiten unseres Lebens durchdringt, erkennen wir den Wert der Religion für unsere Existenz.
Eine kleine Geschichte erklärt uns diese Wahrheit: Eine Gruppe von Unternehmern begab sich zu einer Konferenz nach Chicago. Sie versprachen ihren Ehefrauen, am Freitagabend wieder zu Hause zu sein. Die Konferenz dauerte länger, sodass sie Zeitprobleme hatten. Damit sie den Abflug ihres Flugzeuges nicht versäumten, eilten sie zum Flugplatz. Hier mussten sie vorerst alle Kontrollen hinter sich bringen, um das Flugzeug besteigen zu können. In der Eile stieß einer von ihnen beinahe mit einem Entgegenkommenden zusammen. Beim Ausweichen warf er versehentlich ein Tischchen um, auf dem ein Körbchen mit Äpfeln stand. Neben dem Tischchen stand ein ca. 13-jähriges Mädchen. Alle anderen Unternehmer liefen weiter, nur der, der das Tischchen umgeworfen hatte, blieb stehen. Es tat ihm leid, dass er dem Mädchen Schaden zugefügt hatte, denn die Äpfel rollten am Boden herum. Er winkte nur kurz seinem Kollegen und wandte sich dann dem Mädchen zu. Er stellte fest, dass es blind war. Rasch sammelte er die heruntergefallenen Äpfel ein und gab dem Mädchen 10 Dollar mit den Worten: „Hier gebe ich dir 10 Dollar für den Schaden, den ich verursacht habe. Ich hoffe, dass du nicht böse auf mich bist. Sei nicht traurig!“ Das Mädchen war ein bisschen verwirrt und sagte: „Du bist Jesus!“ Der Unternehmer dachte darüber nach, lächelte und ging seines Weges. Er war erfüllt von der Liebe, die er verschenkt hatte.
Vermutlich sagen manche, dass es auf einem Flugplatz viel wichtiger ist, sein Flugzeug rechtzeitig zu erreichen. Ich finde, es ist viel wichtiger, ein liebevoller Christ zu sein. Dadurch erlernen wir die Sprache der Liebe. Jedes Mal, wenn wir die Heilige Kommunion empfangen, sollen wir erkennen, dass unter uns der ist, den wir lieben, und nicht der, den wir nur kennen. Danken wir Jesus dafür, dass er uns die Kraft gibt, zu erkennen, wie wir anderen Menschen Liebe schenken können, damit wir verstehen, welche Werte richtig und echt sind!