Archiv für den Monat: Mai 2014
Der Heilige Geist I
Lange bevor Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Aposteln vorausgesagt, dass er in den Himmel zu seinem Vater zurückkehren werde. Als die Apostel hörten, dass Jesus von ihnen wegbrechen will, wurden sie traurig. Jesus aber hat gesagt. Ich werde den Vater bitten, und er wird euch anstatt meiner einen anderen Tröster geben, damit er bei euch in Ewigkeit bleibe. Und er hat den Aposteln befohlen: Wenn er in den Himmel aufgefahren ist, sollen sie in Jerusalem beisammen bleiben, bis er ihnen von seinem himmlischen Vater den Heiligen Geist herabsendet. Darum sind die Apostel nach der Himmelfahrt Jesu wieder in die Stadt Jerusalem hineingegangen. Dort haben sie sich, wenn sie nicht im Tempel waren, in dem Haus aufgehalten, in dem sie mit Jesus das letzte Abendmahl gefeiert hatten. Welches Sakrament hat Jesus beim letzten Abendmahl eingesetzt? / Eucharistie /. Seitdem war dieses Haus heilig wie eine Kirche. Hier haben die Apostel nach der Himmelfahrt Jesu beinahe ohne Unterbrechung gebetet: mit ihnen die Mutter Jesu und andere fromme Frauen. Zehn Tage nach der Himmelfahrt Jesu feierten die Juden das Pfingstfest. Das war ein großes Fest, an dem sie Gott dankten, dass er auf dem Berge Sinai mit ihnen einen Bund geschlossen hatte. Zugleich dankten sie ihm auch für die Getreideernte. Die Ernte ist dort viel früher als bei uns. An diesem Feste kamen aus dem ganzen Judenland viele Juden. Auch viele Juden, die in anderen Ländern lebten. Der große Tempel war voller Leute, und alle Straßen der Stadt waren von Pilgern bevölkert. Die Apostel aber beteten mit der Mutter Gottes im Abendmahlssaal. Da hörten sie auf einmal ein mächtiges Brausen, als würde ein gewaltiger Sturmwind dorthin wehen. Das Brausen kam immer näher. Bald war es im Hause selbst; das ganze Gebäude war davon voll. In der Saale aber, wo die Apostel waren, glänzte und leuchtete es auf einmal wunderbar. Über den Aposteln selbst sah man etwas wie ein Feuer, das sich in kleinere Flammen zerteilte. Diese Flammen hatten die Form von Zungen. Über dem Haupt der Mutter Gottes und über jedem Apostel schwebte eine solche Flamme. Dabei war ihnen so wohl ums Herz wie noch nie. Sie wussten, dass jetzt der Heilige Geist gekommen war, den ihnen der Herr Jesus versprochen hatte. Der Heilige Geist gab ihnen so süßen Trost ins Herz. Zugleich kam es ihnen vor, als ob es inwendig in ihrem Herzen plötzlich Licht geworden sei. Denn sie erinnerten sich auf einmal an alles , was ihnen Jesus gesagt hatte. Früher hatten sie vieles davon nicht verstanden, jetzt war ihnen alles ganz klar. Und noch vieles andere wussten sie jetzt auf einmal, wovon sie früher nie etwas gehört hatten. Wer hat ihren Verstand so erleuchtet? Ihr Herz brannte jetzt ganz von Liebe zu Jesus und sie hatten eine unstillbare Begierde, allen Menschen und allen Völkern von Jesus zu predigen. Früher waren sie so furchtsam gewesen. Während Jesus litt und starb, hatten sie sich, mit Ausnahme des heiligen Johannes, alle versteckt: Petrus hatte den Herrn Jesus sogar verleugnet. Jetzt aber fühlten sie einen mächtigen Mut. Sie fürchteten sich nicht mehr. Wer hat sie so wunderbar gestärkt? Nun hört, was weiter geschehen ist. Die vielen Menschen, die auf den Straßen Jerusalems waren, vernahmen alle das Brausen, das die Apostel hörten. Da lief jetzt eine große Menge von Menschen zum Hause, woher sie das Brausen hörten. Als die Apostel die vielen Leute sahen, gingen sie hinaus auf den Platz vor dem Haus und redeten mit den Leuten. Es waren aber da Menschen aus den verschiedensten Ländern beisammen. Menschen, die allerhand Sprachen redeten. Einige Menschen redeten Griechisch, andere Ägyptisch, wieder andere Lateinisch, und viele weitere Sprachen wurden in dieser Menschenmenge gesprochen. Die Apostel aber redeten mit jedem in seiner Sprache. Darüber konnten sich die Leute jetzt nicht genug wundern. Sie sagten: „Diese Männer sind doch alle von Galiläa. Wie kommt es denn, dass wir alle in unserer Sprache sie reden hörten? Da sagte der Apostel Petrus so laut. Ihr Männer, hört meine Worte. Jesus von Nazareth, der unter euch so große Wunder gewirkt hat , diesen habt ihr gekreuzigt und getötet. Gott aber hat ihn auferweckt: Davon sind wir alle Zeugen . Er ist dann in den Himmel aufgefahren und jetzt hat er uns den Heiligen Geist gesendet, wie ihr seht und hört. Diese Worte gingen den Juden tief ins Herz. Sie sagten zu Petrus und den Aposteln. Ihr Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: „Tut Buße und lasset euch taufen im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden. 3000 Juden glaubten an Jesus, ließen sich taufen und wurden Christen. Nicht wahr, große Dinge sind an jenem Pfingstfest in Jerusalem geschehen? Wer hat diese Dinge bewirkt? In welcher Gestalt ist der Heilige Geist über die Apostel gekommen? In Gestalt feuriger Zungen. In welcher Gestalt war der Heilige Geist schon früher einmal erschienen? Bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube. Wer ist der Heilige Geist? Die dritte göttliche Person. Ist auch der Heilige Geist wie der Vater und der Sohn? Von wem wissen wir das? Von Jesus. Wir müssen ebenso gut an den Heiligen Geist glauben wie an den Vater und den Sohn.
Maria-Betrachtung
Wurde Maria auf die Mutterschaft ihrer betagten Base aufmerksam gemacht? Vom Engel wurde Maria auf die Mutterschaft ihrer betagten Base aufmerksam gemacht. Sie ist die demütige und gehorsame Magd des Herrn. So macht sie sich auf in das Gebirge Juda zum Haus ihrer Verwandten, um bei den Vorbereitungen zur Geburt behilflich zu sein. Bei der Begegnung der beiden Frauen ereignet sich ein Doppeltes: Das Kind im Mutterschoß Elisabeths regt sich und hüpft auf. Und Elisabeth erkennt im Heiligen Geist , dass ihr Kind den Größeren grüßt, den Maria in ihrem Leibe trägt. Und sogleich grüßt auch sie , die Ältere, ihre viel jüngere Verwandte mit einem Wort, das Maria um ihres Sohnes willen über alle Frauen emporhebt: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Elisabeth bezeichnet Maria als „die Mutter meines Herrn“ und preist sie selig, weil sie dem Wort des Herrn geglaubt hat. Die Größe Mariens wurzelt in ihrer einzigartigen Würde, zur Mutter des Messias berufen zu sein. Ihr persönlicher Beitrag ist ihr Glaube,ihr gläubiger Gehorsam, ihr gehorsames Dienen.Der jubelnde Lobgesang, der Maria von Gottes Güte überwältigt , anstimmt und bestätigt , was Elisabeth ausspricht. Alle kommenden Geschlechter werden sie selig preisen, nicht um ihrer selbst willen, sondern wegen des Großen , das Gott an ihr vollbracht hat. Und darum gebührt Gott allein die Ehre, wie es Maria in ihrem Danklied ausdrückt. Sie selbst begreift sich hier aber wieder als die niedrige Magd des Herrn und bestätigt damit auch die persönliche Preisung Elisabeths. Sie glaubt an Gottes Verheißung und an ihre Erfüllung, an der sie selbst durch die Geburt des Messias mitwirken darf. Maria betet. Wir hören keine Bitte, nur Preisung und Dank. Hier betet ein Mensch, der erfahren durfte, wie groß Gott ist. Darum lautet das erste Wort: „Meine Seele preist die Größe des Herrn.“ Und wenn wir unser Leben betrachten: Wie viel „Großes“ hat er in ungezählten Kleinigkeiten getan! Sein Erbarmen hört niemals auf. Er hat ein Herz für uns alle. Maria weiß um die Nähe Gottes in ihrem persönlichen Leben. Sie erfährt Gott aber auch als den Herrn der Geschichte. Die Menschen brüsten sich zwar mit Ehre, Reichtum und Macht. Doch am Ende gehen sie leer aus. Von ihrer Größe bleibt nichts. Denn groß ist für Maria nur Gott. Er steht auf der Seite der Kleinen. Seine Brüder sind die Armen, die Hungrigen und die Gequälten. Ihnen gehört sein Reich. Maria schließt ihr Gebet mit dem Wort des Propheten Jesaja. Gott nimmt seinen Knecht an; er lässt seine Gemeinde nicht im Stich. Denn Gott ist ein Gott der Treue. Der Sinn unseres Lebens und der Sinn einer Gemeinde müssen darin bestehen, von diesem Gott dankbar Zeugnis zu geben, der uns führt und zusammenschließt.
7. Sonntag der Osterzeit A Joh 17,1-11
Einleitung
Die Menschen hatten in der Vergangenheit nicht so viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden, wie es in der Gegenwart der Fall ist. Es ist schön, dass sich viele, und nicht nur junge Menschen, nach Weiterbildung sehnen. In den Universitäten studieren heutzutage neben jungen Leuten auch ältere Menschen. Es ist keine Überraschung, dass die Menschen ihre Qualifikationen erhöhen wollen, denn unsere Zeit verlangt es. Dabei denken aber viele nicht mehr daran, dass auch das ewige Leben einer Vorbereitung bedarf, wenn mit dem Tod nicht alles zu Ende sein soll. Jesus spricht im heutigen Evangelium vom ewigen Leben. Da heißt es: „Das ist das ewige Leben, dich den einzigen wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“
Predigt
Jesus erinnert uns heute also an das ewige Leben. Was will uns Jesus sagen? Jeder, der sich bemüht, das ewige Leben zu erlangen, muss sich bemühen, Gott zu erkennen. Um das besser zu begreifen, möchte ich zuerst zwei Begriffe erklären – „kennen“ und „wissen“. Auf den ersten Blick haben wir vielleicht den Eindruck, dass diese beiden Begriffe dasselbe bedeuten. Aber dem ist nicht so. Das Wort „kennen“ hat in der Bibel eine tiefere Bedeutung. Es bedeutet: sich mit jemandem treffen, ein tiefes Erlebnis haben, Anteil an seinem Leben haben. Das Wort „wissen“ hat eine etwas andere Bedeutung. Es bedeutet – Erkenntnisse über jemanden zu haben. Besser erklärt uns der Psalm 139 : „Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt, du bist mit all meinen Wegen vertraut.“ Wenn diese Begriffe gleich wären, hätten jene Menschen von Gott die größten Erkenntnisse, die die meisten Bücher über ihn gelesen haben. Aber Gott richtet seinen Blick nicht nur auf die Klugen und Gebildeten, sondern noch mehr auf die, die keine große Bildung haben.
In einer Aufzeichnung lesen wir, dass ein Bruder einmal zum heiligen Bonaventura sagte: „Ihnen als Gelehrten gibt Gott sicherlich größere Gnaden. Sie können Gott loben, ihn kennen und über ihn lesen. Aber ich als Ungebildeter: Was kann ich da machen? Bonaventura antwortete: “ Die größte Gabe, welche Gott dem Menschen gab, ist die Gabe zu lieben. Die Fähigkeit zu lieben hängt nicht von der Bildung ab. Der Bruder fragte weiter: “ Kann ein ungebildeter Mensch überhaupt Gott so lieben wie ein gebildeter Mensch?“ Der heilige Bonaventura sagte dazu: “ Eine alte, einfache Frau kann Gott mehr lieben als ein Professor der Theologie. Du kannst Gott mehr lieben als ich.“ Für uns soll diese kurze Geschichte eine Belehrung sein. Damit wir etwas lieben können, müssen wir es kennen. Aber wenn wir etwas kennen, bedeutet das noch nicht, dass wir es auch lieben werden. Manchmal haben wir über etwas oder über einen Menschen kleine Erkenntnisse und doch sind wir fähig, diesen Menschen zu lieben. Wovon hängt das ab? Das hängt von unseren Lebenserfahrungen, von dem, was in unserem Leben Priorität hat, und auch von der Richtung ab, in die wir uns orientieren. Ich habe schon gesagt, dass jemanden kennen bedeutet , auch seine Pläne, Absichten und Gedanken zu kennen und dann zu entscheiden, ob sie gut oder nicht sind. Jeder Mensch hat seinen freien Willen, und jeder Mensch ist ein ganz individuelles Wesen.
Als ich in Weyer Kaplan war, hat man mir erzählt, dass es dort einst viele Nationalsozialisten gab. Es waren durchaus Christen und trotzdem hat ihnen ihr Programm gefallen. Heute gibt es Christen, denen nicht gefällt, was Christus verkündet hat und was er von den Menschen verlangt. Er verlangt von uns Liebe und Opferwille. Die Menschen wollen das Leben genießen, was aber manchmal zum Egoismus führt, und sie trugen damit bei, was später folgte. Der Mensch hat zwar seinen freien Willen, aber auch die Verantwortung für seine Entscheidungen. So stimmten beispielsweise die Menschen in den dreißiger Jahren für Hitler und sie trugen damit bei, was später dann geschehen ist. Sie werden vielleicht sagen, dass man das doch nicht wissen konnte. Wenn man das Buch „Mein Kampf“ liest, so erfährt man, dass Hitler seine Pläne nicht verheimlichte und trotzdem hatte er so viele Anhänger. Und das Ende kennen Sie ja – ein großes Fiasko.
Abschließend möchte ich sagen: Wer Christus nachfolgen will, sich um ein Leben nach seinen Geboten bemüht und es so gut wie möglich verwirklicht, dessen Leben wird nicht in einem Fiasko enden.
Verkündet von den Dächern, Mt 10,27
,,Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert “ Mt 10,27: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen , was ich euch geboten habe“ Mt 28,19. Jeder Christ ist verantwortlich für die Evangelisation und er soll seine Kräfte und Fähigkeiten dieser Aufgabe weihen und anbieten. Von der Evangelisation spricht das Dekret „Ad Gentes“. Evangelisieren können wir einzig und allein durch unser persönliches Beispiel und gemeinsam mit anderen – organisiert. Vergessen wir nicht, dass der Mensch von der Natur her ein gesellschaftliches Geschöpf ist. Das organisierte Apostolat passt den menschlichen und christlichen Forderungen der Gläubigen an. Das Apostolat ist wirksamer, wenn es gemeinsam ausgeübt wird. In welchen Gebieten können wir evangelisieren? Es ist zum Beispiel beim Lehren der Religion der Fall. Bei der Firmungsvorbereitung, bei der Ehevorbereitung, beim Taufgespräch und bei den geistlichen Übungen. Uns muss etwas klar sein. Das Apostolat, anders gesagt, die Evangelisation, ist nicht nur die Übermittlung von Kenntnissen. Wir können nicht dabei stehen bleiben, dass wir den anderen etwas gelernt haben. Das wäre sehr wenig. Die Evangelisation soll dazu führen, dass die Menschen sich die christliche Lebensart aneignen. Die Evangelisation soll dazu führen, dass die Menschen eine lebendige persönliche Beziehung zu Gott gewinnen. Darum ist es bei der Evangelisation wichtig, nicht nur auf den Verstand, sondern auch auf den Willen und die Gefühle zu wirken.
Christi Himmelfahrt, Mt 28, 16-20).
Einleitung
Einen Schriftsteller haben sie einmal gefragt, welches Buch er auswählen würde, wenn er auf einer einsamen Insel landen würde. Steven Wright antwortete witzig. Es wäre das Buch mit dem Titel „Wie am schnellsten ein Schiff aufstellen/aufbauen?“ Eine einfache Antwort, aber sehr verständlich. Ein Mensch auf einer einsamen Insel sucht die Art und Weise, wie er von dort am schnellsten zu den Menschen gelangen kann. Wenn jemand auf dem Krankenbett liegt, braucht er Anweisungen, wie er schnellstmöglich wieder gesund wird. Wer vor der Prüfung steht, braucht die Anweisung, wie am schnellsten den erforderlichen Lehrstoff zu erlernen. Wenn jemand wegen der Arbeit ins Ausland fährt, denkt er darüber nach, wie schnell er die Fremdsprache erlernen kann. In den Buchhandlungen gibt es viele Bücher, in denen geschrieben wird, wie wir die Kinder erziehen und das Geld investieren sollen. Aber eine Anleitung fehlt. Wie sollen wir sterben und ins ewige Leben kommen? Das heutige Fest zeigt uns, was Jesus seinen Aposteln hinterließ: die Botschaft , wie wir durch den Tod ins Leben übergehen sollen.
Predigt.
Auf dem Berg in Galiläa trafen sich die Apostel mit Jesus: Sie beteten ihn an. Jesus sagte zu ihnen.,, Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ Mt 28,17. Es ist merkwürdig. Wenn wir von jemandem Abschied nehmen müssen, sind wir traurig. Wie ist es möglich, dass die Jünger, als sie von Jesus Abschied nahmen, voller Freude waren? Dahinter muss ein Geheimnis sein. Dieses Geheimnis hat religiösen Charakter. Am Karfreitag sahen die Jünger, dass alles gescheitert war. Jesus ist gestorben. Auf dem Berg in Galiläa bei Jesus’ Himmelfahrt haben sie etwas Triumphales gesehen, was ihnen ihren Glauben versicherte. Sie haben den verherrlichten Jesus gesehen. Sie begriffen, dass Jesus die Wahrheit hatte und obwohl er weggeht, mit ihnen bleibt. Darum haben sich die Apostel geräut. Die ähnlichen Erfahrungen hatten auch die Heiligen in der Geschichte der Kirche. In dem Moment der größten Anspannung, im größten Dienst den Kranken, den Leidenden, durchlebten sie die innerliche Freude. Maximilian Kolbe im Hungerbunker sang. Bischof Polykarp lobte Gott, obwohl er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Freude über Jesus‘ Sieg, griff nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz. In jeder heiligen Messe hören wir die Worte: „Erhebt die Herzen.“ Wir haben sie beim Herrn. Das bedeutet: Nimm wahr, was „oben“ ist. Du bist für höhere Werte erschaffen.Die Sorgen um die irdischen Angelegenheiten dürfen man uns nicht in unserer Orientierung auf oben, auf Gott verhindern. Das bestätigt auch der Satz von Jesus: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben“ Mt 28,18. Das ist nicht die Macht der Politiker, die über das Geld entscheiden, die Macht der Direktoren, die in der Arbeit, die Angestellten annehmen oder aus der Arbeit entlassen, oder die Macht der Richter, die die Urteile fällen/verkünden. Jesus hat eine andere Macht. Die Macht der Liebe, der Verzeihung. Aber vor allem hat Jesus die Macht über den Tod. Das ist etwas, was wir in den Büchern nicht finden können. Jesus hat für uns eine Anleitung, wie man stirbt und dann lebt. Aus dieser Wahrheit ergibt sich die Sendung. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Völker zu meinen Jüngern, lehrt sie ,was das Ziel des Menschen ist , wie schön seine Mission ist. Gegen alle,die über Terrorismus, Arbeitslosigkeit, Not und Ungerechtigkeit sprechen werden , ihr Jünger Christi geht und spricht davon, was dort „oben“ ist . In den Höhen Gottes. Der Mensch ist nicht nur ein Bestandteil dieser Welt. Er hat in sich Gottesgeist. Ein Professor der Soziologie sandte seine Studenten ins Elendviertel der Stadt Baltimore, damit sie die Angabe über 200 Buben gewinnen. Dann sollten die Studenten die „Zukunft“ dieser Buben einschätzen bzw. bestimmen. Über die Mehrheit dieser Buben sagten sie. Sie haben keine Zukunft. Nach 25 Jahren las ein anderer Professor die Ergebnisse dieses Studiums. Er entschied sich , diese Forschung fortzusetzen. Seine Studenten sollten feststellen, wie das weitere Schicksal dieser Buben war. Die Studenten haben festgestellt, dass 4 Buben gestorben sind und 16 sich übersiedelten. 156 von ihnen erlangten mehr als nur den durchschnittlichen Erfolg. Sie wurden Advokaten, Ärzten, Geschäftsmännern und Ingenieuren. Der Professor war sehr überrascht und wollte den Grund dafür feststellen. Er besuchte persönlich diese gewesenen Buben. Sie antworteten fast einstimmig. Unsere Lehrerin war einzigartig. Die Lehrerin lebte noch und der Professor suchte sie auf und fragte sie. Was für eine Methode brauchten sie, die diese gewesenen Buben zum Erfolg brachte? Die Lehrerin strahlte mit ihren versteckten Augen und sagte mit einem Lächeln. Das ist sehr einfach. Ich habe diese Buben geliebt. Diese kurze Geschichte beweist, dass die Liebe eine schöpferische Kraft ist. Sie erweckt in dem Menschen versteckte Möglichkeiten. Auch von Jesus können wir sagen, dass er seine Jünger liebte und ihnen damit Mut und Kraft gab. Die Liebe erhebt den Menschen nach oben. Das zeigt uns auch das heutige Fest. Danken wir Jesus, dass er uns den Weg dort „nach oben“ zeigt.
Die Heilige Rita von Cascia
Die hl.Rita von Cascia wird als Helferin in aussichtslosen Anliegen angerufen.Der Geist der Heiligen, die jahrelang selbst im Kloster Kranken und Sterbenden beistand, wirkt in karitativeb Genossenschaft der Rita-Scwestern fort. Nach ihrem Tode ereignete sich bis heute so viele Wunder, dass ihre Verehrung seit ihrer Heiligsprechung am 24. Mai 1900 überal in der Welt zugenommen hat. Geboren wurde die hl. Rita in Rocca Porena in Umbrieen um das Jahr 1360. Als sie starb ,sie wurde 76 Jahre alt. Dazwischen liegt ein Weg der Entsagung und Buße, des Opfergeistes und Geduld. Sie kannte nur einen Wunsch, Gott in jeder Lage ihres Lebens noch inniger zu lieben, ihm noch treuer zu dienen. Schon als Kind zieht sie sich zur Betrachtung des Leiden Christi. Sie macht sich aus dornigem Gestrüpp einenBußgürtel und entzieht sich jede Nacht freiwillig den Schlaf im Angedenken der Passion des Erlösers. Doch als sie eines Tages den Wunsch äußert , bei den Augustinerinnen in Cascia einzutreten wollten das ihre Eltern nicht erlauben. Um es nicht an die geistliche Welt zu verlieren , verheirateten sie das Mädchen schneuligst. Gehorsam ihren Eltern gegenüber, willigt sie ihnen zuliebe in eine Heirat ein. Aber die Wahl der Eltern ist auf einen Unwürdigen gefallen. Rita Ehe wird zur Hölle für sie. Der unbeherrschte Mann hat Wutanfälle und ist jähzornig und grausam. Er mißhandelt die junge Frau schon wenige Tage nach der Hochzeit. Achtzehn Jahre hindurch erträgt sie geduldig alle Demütigungen, die ihr der Ehestand auferlegt. Sie hat zwei Söhne, die das jähzornige Temperament ihres Gattes geerbt haben. Rita schweigt und betet. Ihre tiefe Frömmigkeit besiegt zuletzt ihren Mann, der sien Unrecht nach langen Jahren einsieht. Da trifft sie ein neuer Schicksalsschlag; der Mann wird ein Opfer der Blutrache. Der Mörder sucht bei Rita Zuflucht vor den weltlichen Gerichten und sie bringt die Größe auf , ihm ungeachtet ihres Schmerzes Asyl zu gewähren. Ihre beiden Söhne wollen nun unbedingt den Vater rächen. Da bittet Rita in ihrer Not um das Seelenheil ihrer Kinder Gott, diese lieber zu sich nehmen, als sie zu Mördern werden lassen. Und Gott erhört ihre Bitte und nimmt ihr Opfer an; beide Söhne sterben kurz hinter einander an einer Seuche. Allein gelassen hält sie nun nichts mehr davon zurück, ihren Jugendwunsch zu erfüllen. Nach vielen Hindernissen- dreimal lehnen die Augustinerinnen sie ab- wird sie endlich ins Kloster eingelassen.Ihr letzter Lebensabschnitt gehört ganz der Sühne und Buße.
Die Kraft zu ihren Bußtaten schöpt die Heilige Rita immer wieder aus der Betrachtung des Leidens Christi
6.Sonntag der Osterzeit A -Joh 14,15-21
6.Ostersonntag A 2014
Jesus richtet nicht, sondern rettet
Einleitung
In einem Witz wird erzählt, dass ein Mann zu einem Rechtsanwalt kommt, um ihn um seine Verteidigung zu bitten. Der Rechtsanwalt fragt ihn: „Haben Sie genügend Besitz, damit sie meinen Dienst bezahlen können?“ Dieser antwortete: „Ich habe ein Pferd, zwei Kühe und zehn Hühner.“ Der Rechtsanwalt fragte weiter: „In welchem Prozess soll ich Sie verteidigen?“ Seine Antwort: „Im Prozess wegen eines Diebstahl eines Pferdes und von Kühen und Hühnern.“ Die Welt, in der wir leben, braucht Rechtsanwälte, denn auf der einen Seite wird gestohlen, gelogen und Unrecht getan und dem muss andererseits Recht und Gerechtigkeit gegenüber stehen. Auch das heutige Evangelium spricht vom einem Anwalt und damit ist der Heilige Geist gemeint.
Predigt
Wir haben im Evangelium gehört, dass Jesus gesagt hat: “ Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit , den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“ Dieser Beistand ist der Heilige Geist, der als Person vom Vater vom Sohn unterschieden wird. Im Griechischen wird das Wort ,,Beistand“ übersetzt mit dem Wort „Paraklet“, das bedeutet auch Verteidiger, Helfer oder Tröster.
Warum verwendete Jesus für die Benennung des Heiligen Geistes diesen Ausdruck? Wenn wir am Abend über unseren gelebten Tag nachdenken, können wir uns fragen: Was habe ich richtig, was habe ich falsch gemacht? Unser eigenes Gewissen klagt uns an. Wenn Jesus sagt, er wird uns einen anderen Beistand geben, dann ist damit nicht gemeint, dass der Heilige Geist unsere Fehler, unsere Sünden verteidigen wird, sondern uns helfen wird, sie zu bereuen und zu beseitigen.
Das sehen wir auch oft im praktischen Leben. Der Anwalt bemüht sich, seinen Klienten zu verteidigen so gut es geht. Es waren vielleicht gewisse Umstände, die dazu geführt haben, eine schlechte Tat zu setzen. Dadurch ändert sich aber nichts an dem Vergehen und auch oft nicht an der inneren Einstellung dazu.
Der Heilige Geist aber will uns zur richtigen Erkenntnis führen. Das bedeutet, dass wir unsere Sünden bereuen und gleichzeitig werden wir daran erinnert, dass wir auf Gott vertrauen dürfen, dass er uns immer wieder verzeiht. Viele Menschen aber sind, nachdem sie eine Sünde begangen haben ohne Hoffnung und sehr pessimistisch und dadurch haben sie oft nicht den Mut, um Vergebung zu bitten. Ich denke da an Judas, den Verräter Jesu, der zwar seine Sünde erkannte, aber keinen Mut hatte, um Vergebung zu bitten.
Der Heilige Geist aber soll uns helfen, zu vertrauen und in diesem Vertrauen Gott um Verzeihung zu bitten. Wer den Heiligen Geist in sich hat, den wird Gott nicht verurteilen. Wie könnte Gott den Heiligen Geist in uns verurteilen? Da höre ich aber folgenden Einwand: „Gott belohnt die Guten und bestraft die Bösen! Gott ist ein gerechter Richter! Darüber lesen wir doch auch im Katechismus der Katholischen Kirche!“ Wie sollen wir also das begreifen, wenn es heißt „bestraft die Bösen“?
Ich würde sagen, alle, die nicht zu Gott stehen, die kein Interesse am Heiligen Geist haben, die in Egoismus und Sünde leben, die an ihrem Unglauben festhalten, die strafen sich selbst. Sie kommen dann in die Situation, dass sie einmal nach ihrem Erdenleben keinen Verteidiger haben werden. Wer aber Gott liebt und sich an ihn hält, an dessen Seite wird er immer stehen. Er zeigt uns, wie unser Leben einen Sinn hat, er versichert uns seine Liebe. Mit seinen Worten: ,, Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch“ versichert er uns, dass er nicht gegen uns ist, sondern für uns. Können wir einen besseren Anwalt haben, als den Heiligen Geist, den Jesus uns in seiner Liebe sendet? Jesus will aber, dass wir eine ebensolche Liebe zu unseren Mitmenschen haben. Es ist einfacher, ein Anwalt zu sein, der jemanden etwas vorwirft, jemanden anklagt oder straft. Das alles ist sehr menschlich. Viel schwieriger ist es, geduldig, barmherzig und gefällig zu sein. Der Heilige Geist hilft uns dabei.
Zum Abschluss dazu noch eine Geschichte. Es geschah in einem Kloster, dass ein junger Mönch zu spät nach Hause kam. Die Brüder haben ihn ausgesperrt. Der schuldig gewordene Mönch ging zu heiligen Antonius. Dieser redete mit ihm und er blieb nun einen Monat lang bei ihm. Dann schickte er ihn in sein Kloster zurück. Doch seine Mitbrüder verjagten ihn wieder. Nun besuchte Antonius das Kloster und erzählte ihnen folgendes: Ein Schiff wurde von einem schrecklichen Gewitter überrascht und nur mit großer Mühe erreichte es den sicheren Hafen. Und ihr, liebe Mönche wollt, dass dieses gerettete Schiff untergegangen wäre? Die Mönche begriffen, dass diese Worte sich auf ihren unglücklichen Mitbruder bezogen. Sie hatten sich zum Richter über ihn gemacht.
Wir sollen Gott danken für den Heiligen Geist, in ihm ist uns die Wahrheit nahe. In einem Gospellied heißt es: Mein Geist klagt mich an, immer am Abend richtet er mich. Es ist mein Gewissen. Er liebt nicht, was ich liebe. Mein Geist ist anders, es ist der Heilige Geist. Er ist mein Anwalt, er bringt meiner Seele Blumen. Der Geist der Liebe, der Geist der Hoffnung durchströmt die ganze Welt. Wenn wir vergeben, wird auch uns vergeben werden und Barmherzigkeit wird alles erfüllen. Ich vertraue auf dich, Herr, ich habe Sicherheit in dir, du bist barmherzig. Du umarmst mich. Auch heute richtest du mich nicht, du öffnest nicht meine Wunden, sondern verwandelst das schmutzige Wasser in eine Fontäne.
Hat es zu jeder Zeit Opfer gegeben?
Von Anbeginn der Welt hat es Opfer gegeben und im alten Bunde waren sie von Gott selbst streng geboten.
Schon von Kain und Abel haben wir gelernt, dass sie Gott Opfer gebracht haben, also bald nach Erschaffung der Welt. Selbst die Heiden haben ihren falschen Götzen Opfer dargebracht. Das ist auch ganz natürlich, denn wie uns unser Verstand sagt. Wir müssen nicht nur Menschen durch Darbringung von Gaben ehren , sondern auch Gott auf diese Art Ehre erweisen. Durch Moses hat Gott ihnen gesagt. Es waren teils blutige Opfer – wenn ein Tier geschlachtet, sein Blut vergossen wurde, teils unblutige wenn Mehl, Brod, Wein geopfert wurde. Warum hat denn Gott diese Opfer so streng befohlen. Damit die Juden nie vergessen sollten, dass Gott ihr höchster Herr sei, dem sie alles verdankten, von dem sie allein Gute empfangen und durften. Gott hatte den Juden künftigen Erlöser verheißen. Damit sie diese Verheißung nie vergessen und ein rechtes Verlangen nach dem Erlöser haben sollten, hat Gott die Opfer angeordnet, namentlich die Sühnopfer.Durch die Darbringung dieser Opfer haben die Juden bekannt. Wir sind Sünder, Gott mag uns nicht mehr und wir müssen fürchten , dass er uns hart straft. Zugleich haben sie aber wohl erkannt, dass solche Tieropfer sie nicht mit Gott versöhnen, ihre Sünden nicht wegnehmen könnten.Darum sind sie erinnert worden an die Verheißung Gottes , dass er einen Erlöser senden werde, der die Sünden der Welt auf sich nehmen und durch seinen Tod uns von Sünde und und Strafe befreien werde. Die Opfer haben sie also zur Reue über ihre Sünden , zum Glauben an den künftigen Erlöser. Die Opfer des Alten Testamentes waren nur Vorbilder des unbefleckten Opfers des neuen Testamentes. Was heißt das Vorbilder? Sehen sie, dieses Kreuz ist ein Bild Jesus des gekreuzigten , es ist ihm ähnlich , aber es ist ein Nachbild; es ist erst nach dem Kreuzestod Jesu gemacht worden, weißt auf ihn zurück. Die Opfer des Alten Testamentes sind Vorbilder, sie waren da ehe Christus gekreuzigt ist worden. Der ganze neue Testament hat nur bis dahin dauern sollten, als Jesus gestorben war.Der alte Testament und seine Opfer haben aufgehört. Was wäre aus uns geworden, wenn Jesus nicht für uns sich hingegeben hätte? Nie mehr hätte wir Gnade finden können: ewig wären wir vom schönen Himmel ausgeschlossen, ewig mit dem Zorn Gottes beladen, ewig verloren gewesen. Wenn wir jetzt Kinder Gottes sind und ihn unsern lieben Vater nennen dürfen, wenn wir wieder froh zum Himmel blicken können, wenn wir die unendlich glückliche Seligkeit des Himmels erlangen. Alles danken wir Jesus. Durch sein Opfer, durch seinen qualvollen Kreuztod hat er uns Gnade und Seligkeit erworben. Und warum hat er alles für uns getan, alles für uns gelitten? Aus reiner Liebe, weil er Mitleid hatte mit unserem Elend. Sollte mit dem Tode Jesu alles Opfer aufhören? Nein es sollte auch im neuen Testament ein immer währendes Opfer geben, das am Kreuz einmal vollbracht wurde, allezeit zu vergegenwärtigen, um uns die Früchte desselben zuzuwenden. Wir haben gehört dass Jesus für uns dem himmlischen Vater am Kreuz aufgeopfert hat. Aber Jesus ist nur einmal so gestorben. Sollte das vielleicht wieder so ein Opfer sein, wie die Opfer der Juden waren. Nein. Nur ein Opfer gibt es, das ganz rein ist , das Gott vollkommen ehrt, das ist das Opfer Jesu Christi. Wir sollten ein Opfer haben, das wir täglich, immerfort Gott darbringen könnten und doch hat dieses Opfer kein anderes sein dürfen , als das Opfer, das Jesus am Kreuz gebracht hat. Wie ist denn das möglich? Gott hat in seiner wunderbaren Weisheit und Liebe das möglich gemacht, was den Menschen unmöglich erscheint. Er hat uns ein Opfer gegeben , wodurch das Opfer das Jesus einmal am Kreuz vollbracht, allezeit vergegenwärtigt wird. Es ist das hl. Messopfer. dieses bringt er dar immerfort bis ans Ende der Welt. Und dieses ist auch dem Opfer Melchisedechs ähnlich denn Jesus bringt sein Opfer auch unter den Gestalten von Brot und Wein. Der Prophet Malachias hat das hl. Messopfer vorhergesagt. Gott hat durch ihn verkündet, er wolle die jüdischen Opfer nicht mehr, sondern statt deren wolle er ein anderes Opfer, nämlich vom Aufgang der Sonne bis zu Untergang, ein reines Speiseopfer- Opfer in denen eine Speise dar gebracht, von dem gegessen wird. Dieses Opfer kann nur das Opfer Christi sein. Ist es vielleicht das Kreuzopfer? Nein, denn dieses ist nur an einem Ort /auf dem Kalvarienberg und an einem Tag dar gebracht worden. Auch ist das Kreuzopfer kein Speiseopfer. Was gibt es aber denn sonst für ein Opfer Christi? Nur das hl. Messopfer. Dieses ist 1. ein ganz reines heiliges Opfer und verherrlicht Gott unendlich. 2. es ist ein Speiseopfer, da der Leib des Herrn der geopfert wird , zugleich in der hl. Kommunion zur Seelen-speise. 3. es wird dar-gebracht ,,vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang. Das heißt es ist keine Stunde wo die heilige Messe nicht dar gebracht würde. So herrlich und so buchstäblich wahr ist die Verhersagung des Propheten. Denkt, wie schön ist das, dass zu jeder Stunde/Minute/ Gott so verherrlicht wird.
Die Bedienungen der Evangelisation
Unsere apostolische Tätigkeit hängt auch davon ab, ob wir wirklich etwas haben, was wir den anderen Menschen anbieten können.Gott, der Heilige Geist, Heil, Gottesreich, das sind nicht nur die Worte, sondern auch die Wirklichkeit. Sie müssen auch die Wirklichkeit in unserem Leben sein. Wenn unsere Religion nur auf den Worten beruht und nicht auf den Taten und auf der Macht des Heiligen Geistes , dann ist unsere Evangelisation wirkungslos, weil wir etwas anbieten, was wir in Wirklichkeit nicht haben. Gottesanwesenheit in unserem Leben hängt davon ab, ob wir uns nach Gott sehnen, ob wir uns um Verwirklichung des Evangeliums in unserem Leben bemühen. Wir können nur dann geben, wenn wir etwas wirklich haben. Weitere Voraussetzungen der Evangelisation ist die Liebe und die Großzugigkeit. Der Evangelisator darf nicht der sein,der eigenes Ja durchsetzen bemüht /will/. Er darf nicht sich selbst ankündigen. Die Großzügigkeit bedeutet, dass der Evangelisator seine Kräfte, Zeit, alles was er hat , muss er freiwillig, großmutig für die Evangelisation anbieten. Das ist unmöglich ohne den apostolischen Eifer. Muss man /es ist notwendig/ das Zeugnis von Jesus ablegen, nicht sehend auf die Müdigkeit, oder darauf was die anderen über uns denken. Der Evangelisator darf sich nicht damit qäulen, dass er für die Evangelisation untüchtig, unfähig ist. Weitere Voraussetzung für die Evangelisation ist die evangelische Armut. Das bedeutet überhaupt nicht, dass wir in der äußersten Nott leben sollten, sondern statt unseren Fähigkeiten und Kräften sich auf Gott und seine Macht verlassen wollen.
Von dem heiligen Meßopfer
Was ist ein Opfer?
Ein Opfer ist eine sichtbare Gabe, welche Gott dargebracht wird, um ihn als den höchsten Herrn zu ehren und anzubeten.
Es gibt die Menschen, die wir ehren müssen. /z,B. Eltern, Vorgesetzte. Wir ehren sie vor allem innerlich, indem wir Achten vor ihnen haben , gut von ihnen denken, aber wir legen diese unsere Gesinnungen auch äußerlich z,B. durch Grüßen. Eine besondere Art , wie man jemanden äußerlich ehren kann, besteht darin, dass man ihm eine Gabe darbringt,ein Geschenk geben. So mussten z.B. bei den alten Persern, wenn der König durch einen Ort reiste, die Einwohner ihm Geschenke darbringen, um dadurch anzuzeigen , dass sie ihn als den Herrn und Eigentümer ihres Landes und ihrer Habe anerkennen, also ihn als ihren Herrn zu ehren. Mehr als alle Menschen, müssen wir , wie Ihr wohl wisst den Gott ehren, da er unser höchster Herr ist, dem wir angehören mit Leib und Seele, Wir ehren ihn innerlich, indem wir ehrfurchtsvoll an ihn und seine Vollkommenheiten denken, wir ehren ihn äußerlich indem unsere Ehrfurcht äußerlich sichtbar z.B. durch Worte, im Gebet, durch Kniebeugung ,Hände falten. Wenn wir aber schon den Menschen gegenüber unsere Ehrfurcht nicht bloß durch Worte und Gebärden , sondern auch durch sichtbare Gaben und Gebärden, sondern auch durch sichtbare Gaben bezeugen. Wie viel mehr müssen wir Gott auch durch Gaben ehren, dem ja Himmel und erde und alles gehört.Es ist aber ein großer Unterschied darin, wie wir den Menschen und wie wir Gott Gaben darbringen. Den Menschen wollen wir wir durch Darbringung von Gaben nur eine eine gewisse geringere Ehre erweisen, als unseren Vorgesetzten, als solchen von denen wir zeitliche Güter haben, denen wir in zeitlichen Dingen gehorchen müssen. Gott aber ehren wir durch unsere Gaben als unseren höchsten Herrn. Den Menschen die wir ehren unsere Gaben einfach überreichen/geben/, die Gaben aber, die man Gott darbringt , werden zerstört.. So z.B. wenn die Juden ein Lamm opferten , so brachten sie es in den Tempel, dann wurde es von den Priestern geschlachtet, das Blut vergossen und das tote Tier ganz oder teilweise verbrannt. Warum das? Hätte der Opferende das Lamm bloß hergegeben, so hätte er damit nur angezeigt, dass Lamm gehört nicht mir , sondern Gott, sondern alles was ich habe, das habe ich von Gott und bin ich ihm schuldig. Durch die Tötung und Verbrennung des Lammes aber wurde ausgedrückt . Gott ist der Herr über Leben und Tod dieses Lammes, über Leben und Tod aller Geschöpfe auch über mein Leben. Gaben darf man auch den Menschen geben. So haben die ersten Christen auch ihren heidnischen Kaisern geben dürfen, um sie als Kaiser zu ehren, aber Opfer haben sie ihnen nie gebracht, lieber ließen sie sich martern, denn dann hätten sie ihnen göttliche Ehre erwiesen, und das wäre Götzendienst gewesen. Wenn derjenige, welcher ein Opfer bringt, keine andere Absicht dabei hat, als Gott zu ehren , so heißt man das ein Lob-opfer. Wenn er neben dieser Absicht noch die besondere Meinung hat, Gott zu danken, so bringt er ein Dankopfer. Wenn der Opferende etwas besonderes , eine Wohltat, z,Beispiel die Gesundheit erbitten will, so bringt er die Bitt-opfer. Er sagt gleichsam. Du bist der höchste Herr, von dem alles Gute herkommt, von dem auch ich alles Gute, auch diese Gabe habe, die ich Dir darbringe. Von niemanden anderes kann ich die Gesundheit erhalten, als von Dir allein. Will der Opferende Gott versöhnen, den er durch Sünde beleidigt hat, so bringt er ein Sühn-opfer. Er sagt gleichsam. Du bist der höchste Herr, dem alle gehorchen müssen, dem auch ich hätte folgen sollen. Aber ich habe Dir nicht gefolgt, habe gesündigt, dadurch habe ich dir beleidigt und deine Strafe verdient. Ó Herr, ich möchte diese Beleidigung wieder gut machen, dich wieder versöhnen. Ich will wieder Dich als meinen höchsten Herrn anerkennen und Dir folgen will und bereit bin, mein Leben hinzugeben, wenn du es verlangst. Sie haben gehört , dass die Opfer eine vorzügliche Art ist, Gott zu ehren. Das haben aber die Menschen von jeher erkannt, dass sie Gott ehren müssen. Darum hat es auch immer Opfer gegeben.
Zur Erstkommunion
Als ich über die Predigt nachdachte, fiel mir ein Erlebnis ein, das ich schon vor vielen Jahren hatte. Am Abend zeigte uns die Herbergsmutter eine große Plastiktüte mit Brot.
Brot ist aber etwas sehr Wertvolles und kostet Geld, das wisst ihr sicherlich alle. Aber scheinbar haben die Leute so viel Geld, dass sie leicht wieder frisches Brot kaufen können und das alte Brot einfach wegwerfen.
Dazu eine Geschichte: Er kaufte einen Laib Brot und stellte sich damit an eine belebte Straßenecke in verschiedenen Städten der Welt. Allen Leuten, die vorbeikamen, wollte er das Brot geben, allerdings unter der Bedingung, dafür eine Stunde lang zu arbeiten. In Nigeria, einem Land in Afrika, waren viele Leute bereit, für dieses Brot sogar drei Stunden zu arbeiten. Ich glaube, das Brot ist jedem so viel wert, wie er Hunger hat.
Vielleicht habt ihr schon gehört, dass in vielen Ländern der Welt auch Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und ins Gefängnis eingesperrt werden. Es ist verboten, sich zu Jesus zu bekennen. So geschah es auch mit diesem Bischof. Er wurde verhaftet, kam in ein Straflager und wurde in einem feuchten, modrigen Kellerraum eingesperrt, der von Ungeziefe voller war. Dort war er aber nicht allein, sondern mit anderen 20 Mitgefangenen, die kaum Platz hatten, stehen zu können. Es gab nur so viel Platz, dass immer nur einer am Boden liegen und schlafen konnte. Wie sehr sehnten sie sich nach einem warmen Bett und sie vermissten auch ihre Familien. Ab und zu erhielten sie ein kleines, hartes Stückchen Brot. Sie sehnten sich aber nach einem winzigen Stückchen weißen Brotes.
Vielleicht könnt ihr erraten, was sie damit meinten? Sie sehnten sich nach dem Gottes-Brot, dem Leib Christi. Einmal hatte ein Wärter Mitleid und besorgte heimlich etwas weißes Brot und ein bisschen Wein. Einer der Gefangenen hatte einen Becher bei sich. Nun legte sich der Bischof auf den einzigen Liegeplatz und legte das Brot auf seine Brust, auf die schmutzige Sträflingsjacke, und stellte den Becher mit Wein dazu. Dann sprach er, liegend, die Texte der Heiligen Messe vor, die er auswendig konnte, insbesondere die Worte der Heiligen Wandlung. Jeder Gefangene bekam ein winziges Stückchen des gewandelten Brotes und sie weinten dabei vor Freude. Jetzt wussten sie: „Wir sind nicht mehr allein; Jesus ist bei uns, verborgen im Brot.“ Gott liebt uns auch im Gefängnis. Erst nach vielen Jahren kamen sie frei und bekannten, dass sie ohne dieses Brot diese Zeit im Gefängnis niemals überstanden hätten.
Wir haben uns gefragt: Wie wertvoll ist Brot? Wir haben unterschiedliche Antworten gehört: Brot ist wertlos. Brot ist wichtig, weil es den Hunger stillt. Für Brot lohnt es sich, zu arbeiten. Brot ist wichtig, weil es uns Jesus schenkt. Jesus aber sagte auch zu seinen Jüngern: „Es gibt nicht nur Brot, das ihr für euren Leib, also zum Leben, braucht, denn danach habt ihr wieder Hunger. Ich soll auch das Brot suchen, das ewiges Leben schenkt. Es ist das Brot für die Seele, das für die Ewigkeit satt macht. Die Jünger antworteten darauf: „Herr, gib uns immer von diesem Brot!“ Auch wir sollten bitten: „Herr, gib uns immer von diesem Brot!“ Und auch uns antwortet Jesus: „Ich bin das Brot, das Leben gibt.“ Das Brot, das ich euch gebe, ist mein Leib. Liebe Kinder! Heute ist der Tag, an dem ihr dieses Brot zum ersten Mal empfangen dürft. Das soll auch von Herzen froh machen. Liebe Schwestern und Brüder! Wie wertvoll Brot ist, haben wir uns gefragt, und die Älteren werden sich sicherlich noch an Zeiten nach dem Krieg erinnern, als Brot ganz wichtig und kostbar war. Damals war aber auch das eucharistische Brot für alle wichtig; vieles hätte man ohne die Kommunion nicht durchstehen können. Je besser die Zeiten wurden und je mehr es zu essen gab, desto geringer wurde der Hunger, leider auch der Hunger nach dem Brot des Himmels.
Liebe Eltern! Ich habe eine Bitte an Sie: Bewahren Sie sich mit Ihren Kindern die Treue zu Jesus! Beten Sie mit Ihren Kindern! Kommen Sie mit Ihren Kindern regelmäßig zum Gottesdienst! Dort wird Jesu Liebe und Gemeinschaft mit uns konkret erfahrbar. Die Zukunft unserer Kirche hängt nicht von der Kirchensteuer oder von irgendwelchen Privilegien ab, sondern von Menschen, die Gottes Liebe in ihrem Leben erfahren haben und dieser Liebe treu bleiben und darauf mit ihrem christlichen Leben antworten.
Die Grundsätze der Evangelisation
Das Zeugnis über Christus darf man den Menschen nie aufzwingen. In dieser Richtung müssen wir viel von Gott und von Jesus lernen. Ohne Zweifel hat Gott genug Kraft und Macht, um allen Menschen seinen Willen aufzuzwingen. Für ihn wäre kein Problem, einen Menschen ohne Freiheit zu schaffen und so einprogrammieren, dass dieser Mensch die Kirche besucht und dreimal täglich betet. Oder Gott könnte die Einhaltung seiner Gebote durch Strafen erzwingen. Stellen Sie sich vor, dass jeder Mensch, der am Sonntag nicht in der Kirche war, die Migräne bekommen würde, oder dass jemand, der flucht, den Reiz husten bekommen würde. Wäre es möglich? Es wäre möglich, warum nicht? Aber das führte nicht ans Ziel. Zur Liebe. Die Liebe kann nie aus Gewalt, aus Angst oder aus Zwang geboren werden. Die Liebe wächst von sich selbst, wohl so wie ein Salat oder eine Karotte. Einer Karotte werden wir nicht helfen, wenn wir sie an den Blättern ziehen, damit sie schneller wächst. Auch der Liebe werden wir mit keiner Nötigung, mit keinem Drängen helfen. Sicher können wir einer Karotte beim Wachsen durch Düngen, Hacken, Begießen und Anführungszeichen helfen, wenn wir ihr geben, was sie braucht. Die Evangelisation ist etwas Ähnliches. Aufmuntern die Liebe und den Glauben anderer Menschen zweckmäßigerweise, auf geeignete Weise, also genau so, wie viel von uns verlangt und wie viel von uns fähig ist, von uns empfangen zu werden. Die Frage ist: Wie sollen wir auf die richtige Weise evangelisieren? Der Leitbaum können uns die Worte von Antoine de Saint-Exupéry sein, der sagt: „Jemanden zu lieben bedeutet, in ihm den Durst zu wecken und ihm dann den Weg zum Brunnen zu zeigen.“ Wenn wir die Zeugenschaft über lebendiges Wasser ablegen wollen und den Durst erwecken, dürfen wir nicht selbst trocken sein. Also ohne Wasser. Es ist notwendig, dass wir seine persönliche Erfahrung mit Jesus haben und tief überzeugt sind, dass Christus der größte Wert in dieser Welt ist. Ähnlich wie wir in der Heiligen Schrift lesen, sagen die Menschen von der samaritanischen Frau. „Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt“ (Joh 4,42). Wir sollen evangelisieren, nicht deshalb, weil wir es gehört oder jemand es eingeplant hat, sondern darum, weil wir davon selbst überzeugt sind. Das geistliche Leben, das Gebet, ist die Grundlage jeder Evangelisation. Der nächste Schritt ist die Auferweckung des Durstes. Diese Auferweckung ist unser eigenes Zeugnis. Fröhlicher Dienst, die Aufmerksamkeit für alle Menschen, das Mitleid, die Wahrhaftigkeit, die Prinzipienfestigkeit. Das muss unser Lebensstil sein und kein Theater. Ganz einfach gesagt. Es darf keine Abweichung zwischen dem Alltags- und dem Festtagsleben geben. Die Evangelisation führt dazu, dass der andere Mensch reagiert, entweder abweisend oder mit Interesse, und dann ist hier der Platz für unser Zeugnis. Wenn wir sehen, dass das andere Interesse hat, dann ist hier der Platz für die Evangelisation. Lassen wir uns aber nicht in den Streit oder in die Polemik hineinziehen. Wir müssen den anderen zeigen, dass wir sie informieren und nicht überzeugen. Bei der Evangelisation ist es wichtig, dass der andere nicht fühlen darf, dass wir auf ihn Druck ausüben. Die Evangelisation muss gewaltloser sein.
5. Sonntag der Osterzeit A Joh 14,1–12
Einleitung
Etwas ganz Alltägliches: Wir stolpern, wir fallen, wir verstauchen uns den Knöchel und wir hinken. Die Bewegung ist eingeschränkt; wir können schwer gehen und es behindert uns, jemandem einen Besuch abzustatten.
Hinken können wir aber nicht nur durch verstauchte Knöchel, sondern auch im geistlichen Leben. Einfach gesagt: Das bedeutet, nicht aufrecht gehen zu können. Im geistlichen Leben bedeutet das, dass wir wegen unserer Fehler, unserer Sünden und unseres Egoismus hinken.
Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Wir sollten nicht hinken, sondern aufrecht mit Jesus schreiten, um ans Ziel zu kommen.
Predigt
Wie sollen wir die Worte Jesu „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ verstehen? Vielleicht so: Ich bin der Weg, der zur Wahrheit führt, und die Wahrheit führt zum Ziel. Oder: Ich bin der Weg, weil ich die Wahrheit bin, die das Leben ist. Oder noch anders: Ich bin der Weg, der durch die Wahrheit zum Leben führt. Mögen uns diese verschiedenen Auslegungen dabei helfen, die Worte Jesu zu verstehen und Orientierung zu finden.
Die Gesellschaft hinkt deshalb oft, weil sie sich verschiedene Meinungen, Ideologien und Strategien ausdenkt, die häufig kontraproduktiv sind. Berechtigterweise fragen wir uns: Wie ist es möglich, dass es so viele Menschen gibt, die einen anderen Weg haben? Ich denke dabei an die verschiedenen Religionen, in denen jeder behauptet, die Wahrheit zu haben. Mohammed sagte im 7. Jahrhundert: „Ich bin der Weg und die Wahrheit“, und daraus entstand der Islam. Dasselbe sagte Buddha im 5. Jahrhundert und seine Nachfolger nennen sich Buddhisten. Im 16. Im Jahrhundert behauptete Martin Luther, die Wahrheit zu haben. Es spalteten sich die Protestanten ab, und später kam es zu Kalvin, und seine Nachfolger sind die sogenannten Reformierten. Und heutzutage gibt es noch viele andere Religionen und jede behauptet, die Wahrheit zu haben.
Wo aber ist die Lösung? Die Lösung ist kein Synkretismus. Darunter versteht man die Vermischung religiöser Ideen und philosophischer Ansichten. Sicherlich sind in jeder Religion ein Körnchen des Guten und Waren vorhanden, aber sich aus jeder Religion etwas herauszunehmen, würde zur Entstehung einer neuen Religion führen. Die Lösung ist aber auch nicht der Relativismus, also das Infragestellen religiöser Wahrheiten.
Eine Aussage der seligen Mutter Theresa möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Sie sagte einmal: „Am Anfang habe ich gedacht, dass es meine Aufgabe ist, andere Menschen zum Glauben zu bekehren. Später habe ich gelernt, meine Aufgabe sei es, zu lieben und sich durch diese Liebe, die die Menschen spüren, Gott zu wenden.
Wir sollen auch immer wieder bedenken, dass jene Religionen, die befehlen, zu hassen und Zwietracht zu stiften, letztlich dazu führen, dass Menschen bereit sind, zu töten. Zukunft hat nur eine Religion, die zu lieben und zu achten lehrt. Wir sind aber auch Menschen, die auf dem Weg zum ewigen Ziel „hinken“. Wir sind eben auch Menschen, die Fehler machen. Da ist es ganz wichtig, sich an die klaren Instruktionen Jesu zu halten, wenn er sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Das bedeutet, sich an Jesu Wahrheit zu halten, in Liebe zu ihm, in Einheit mit ihm – und nach seinem Wort zu leben.
Ein Philosophieprofessor aus Paris fragte einmal seine Studenten: „Was ist am wichtigsten auf der Welt?“
Alle sagten einstimmig: „Natürlich Frankreich!“ Und welche französische Stadt ist die bedeutendste? Natürlich Paris. Und welche Universität in Paris ist die maßgebliche? Die Antwort darauf kann jeder erraten – natürlich unsere! Und wer ist der Leiter des Lehrstuhls? Sie, Herr Professor! Viele denken ähnlich über ihre Wichtigkeit und ihre prophetische Sendung. Gegen diese eigentlich stolze Sehnsucht spricht sich Jesus aus, wenn er einlädt zur Liebe, zum Dienen, also zur Demut.
So können wir unterscheiden, was rein menschlich ist und was göttlich ist, was nur vorläufig ist und was auf ewig Bestand hat. Wir werden niemals irregehen, wenn wir uns bemühen, zu lieben.
Ich bin der Gute. Hirt
Sollte der bestimmte Artikel ohne tiefsten Grund von Christus in seiner Selbstbezeugung verwendet worden sein? Das ,,der“ (nicht wie manche falsch übersetzen ,,ein“ / hat in seinem Munde die Bedeutung des Demonstrativums und zugleich der Ausschließlichkeit. Bekanntlich nennt die Heilige Schrift Könige Völkerhirten, z. B. David/Ps 77,71/ und Cyrus (Jes 44,28). In diesem Sinne schildern die Propheten auch den Messias, den König der Könige , als den Hirten seines Volkes, der aus Erbarmen über dessen Elend selbst unter seinen Schafen erscheinen und sie persönlich mit ebenso großer Liebe schützen und weiden werde. ,,Sieh, ich selbst will nach meinen Schafen sehen und sie heimsuchen. Wie ein Hirte … Also will auch ich meine Schafe aufsuchen und sie retten aus allen Orten, in die sie am Tage des Gewölkes und der Finsternis zerstreut worden waren. Ich selbst will meine Herde weiden: Ich selbst will sie lagern lassen , spricht Gott, der Herr. Was verloren , will ich suchen , was vertrieben ist, zurückführen, was gebrochen , verbinden, was schwach ist, befestigen, was stark ist, behüten. Und ich will jenen einzigen Hirten über sie setzen, der sie weiden soll , nämlich meinen Knecht David/aus Davids Samen/ , der soll sie weiden und der … soll in ihrer Mitte Fürst sein: Ich, der Herr, habe geredet. Er sagte also damit ausdrücklich. Ich bin der , nach dem die Völker seufzen, an den sie ihre Hoffnungen knüpfen, dessen Erscheinen eure Propheten vorher vom Himmel herab verkündet haben. Der gute Hirte gibt sein Leben für seine Schafe. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freude hingibt.“ Joh 15,13 . Für seine Freunde? O Gott, was waren wir vor der Versöhnung weniger als Freunde von dir! Hatte sich unser Geschlecht nicht deinen gerechten Fluch durch persönliche Schuld zu erschweren , zu verewigen . Es war dir ja auch bewusst, dass trotz deiner Selbstaufopferung nur zu viele in undankbarer Feindseligkeit wider dich beharren würden. Und die Freunde, wie oft sind auch sie dir undankbar. Welch ein Schmerz für dein liebevolles Hirtenherz. Und doch gibst du dein Leben für sie. Verlässt das ewig herrliche Leben im Schoße des Vaters, um in ärmlicher Gestalt als Hirte unter der unglückseligen und bei allem Elend noch störrischen Herde zu erscheinen, doch widmest du ihr ein dreiunddreißig Jahre langes Leben voller Entbehrungen , rastloser Mühen , dessen jeder Augenblick von einem Wunder göttlicher Erbarmung bezeichnet ist . Doch gibst du selbst dieses Leben noch hin. Ó guter göttlicher Hirt , warum das alles? Nur wegen uns Menschen und um unseres Heils willen. ,,Ich bin gekommen, damit sie – meine Schafe – das Leben haben und überflüssig haben“. Joh 10,10. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Damit spricht Jesus bloß aus , was er zu tun gesonnen war und wirklich tat sondern was jeder seiner Stellvertreter, der auf den Ehrennamen und Lohn eines guten Hinter Anspruch macht, tun muss. Christus fordert von ihnen das Opfer ihres Lebens, d. h. die wirkliche Verwendung ihrer Kräfte, Fähigkeiten, Zeit, besonders der ihnen übertragenen Vollmacht, zum leiblichen und geistlichen Wohle der anvertrauten Herde. Der Herr fordert von einem würdigen Stellvertreter eine Liebe , die bereit ist zum Heile des Schäfleins selbst das Leben im eigentlichen Sinne hinzuopfern. Sollte ein solcher Heldenmut unmöglich sein? Für eine Seele sterben heißt, für Christus sterben, göttlich sterben; es ist das Glorreichste , Seligste, was der Christ verlangen und Gott ihm verleihen kann. O dass diese begeisternde Wahrheit lebendig im Herzen aller Hirten wirkte.
Die brüderliche Ermahnung
Vielleicht haben wir schon gehört, dass die Evangelisation nicht zum Ziel haben soll, jemanden zu ermahnen. Jesus aber spricht von unserer Pflicht, auch zu ermahnen.
Im Matthäusevangelium, Kapitel 18, Verse 15-17 heißt es: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und wiese ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.“
Also, wie ist es? Sollen wir ermahnen und zurechtweisen oder nicht? Zuerst müssen wir uns bewusst werden, dass ein Unterschied ist zwischen Menschen, die der Gemeinschaft der Gläubigen angehören und jener, die außerhalb dieser Gemeinschaft stehen.
Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief, Kapitel 5, Verse 9-12: “ Ich habe euch in meinem Brief ermahnt, dass ihr nichts mit Unzüchtigen zu schaffen haben sollt. Gemeint waren damit nicht alle Unzüchtigen dieser Welt oder alle Habgierigen, Räuber und Götzendiener; sonst müsstet ihr ja aus der Welt auswandern.In Wirklichkeit meinte ich damit: Habt nichts mit einem zu schaffen, der sich Bruder nennt und dennoch Unzucht treibt, habgierig ist, Götzen verehrt, lästert, trinkt oder raubt; mit einem solchen Menschen sollt ihr nicht einmal zusammen essen. Ich will also nicht Außenstehende richten – ihr richtet ja auch nur solche, die zu euch gehören – die Außenstehenden wird Gott richten.“
Wir müssen also da unterscheiden. Es ist nicht unsere Aufgabe, außenstehende Menschen zu richten; das macht Gott selbst. Unsere Aufgabe ist es, ihnen Liebe zu erweisen und das Evangelium zu verkünden. Unsere Aufgabe ist es jedoch, das falsche Verhalten von Menschen, die der Gemeinschaft der Kirche angehören, zu korrigieren. Das soll aber eine Ermahnung sein, die in Brüderlichkeit geschieht, so verlangt es Jesus von uns. Ich habe schon gesagt, dass es Menschen gibt, die „innen“ sind. Die gläubigen Menschen. Sie wollen Christus folgen. Sie wollen Gott gefallen. Für diese Menschen hat jeder Rat und jede Hilfe Gold wert. Ermahnung ist nicht vor allem das Tadeln oder Beschimpfen, sondern das, was bedeutet, den anderen den richtigen Weg zu zeigen. Nicht einmal ist es passiert, dass wir unsere Fehler nicht wahrnehmen, oder wollen wir sie nicht „sehen“. Derjenige, der ermahnt oder aufmerksam macht, kann sich irren. Wenn jemand gut gemeinten Rat nicht annehmen will, dann ist es richtig, die Sache zu prüfen und gemeinsam zu beobachten. Wenn mehrere darauf kommen, dass unser Nächster sich irrt, machen wir ihn darauf aufmerksam. Wenn das nicht hilft, ist die letzte Instanz die Kirche. Wenn jemand auch die Kirche nicht hört, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Wenn wir den aufrichtigen Willen haben, Christus zu folgen, dann nehmen wir die Zurechtweisung mit dankbarem Herzen an. Noch einmal die Ermahnung: Das ist kein Gericht, kein Kritisieren, sondern Hilfe. Wenn wir aber die Wahrheit nicht suchen wollen und lieber in unseren alten Stellungen verbleiben, dann ist das ein Zeichen dafür, dass Christus nicht an erster Stelle in unserem Leben steht. Stattdessen stehen unser Stolz und unsere Bequemlichkeit an erster Stelle. Dann brauchen wir nicht die Ermahnung, sondern die Evangelisation. Wir müssen damit rechnen, dass jeder unseren Rat annehmen wird, selbst wenn wir die Wahrheit sagen. Nur ein Beispiel. Martin Luther hatte die Parole „nur der Glaube“. Er behauptete, dass der Mensch sündigen kann, aber dass er an Jesus Christus glauben muss. Als er aufmerksam wurde, dass in der Heiligen Schrift der Brief des Apostels Jakob enthalten ist, in dem steht, dass der Glaube ohne Taten tot ist, ließ er diesen Brief aus der Heiligen Schrift beseitigen. Oder er schaffte mehrere Sakramente ab. Die Sakramente, die Jesus setzte bzw. stiftete. Wir können berechtigt fragen: Wer gab ihm die Berechtigung dazu? Wer seinen Lebenslauf las, wusste hervorragend, dass er nicht bereit war, die gutgemeinte Rate anzunehmen, und wenn er nicht argumentieren konnte, verwendete er Schimpfwörter.
Zum Schluss. Ermahnen wir nur nach gründlicher Erwägung. Immer aufmerksam machen, nicht diktieren. Ich habe so den Eindruck, dass das, was du machst, nicht richtig ist. Lassen wir uns nicht durch unsere Vorstellungen entführen, machen wir aufmerksam darauf, was wirklich falsch, böse ist, und nicht nur unheimlich, andere, abweichend ist..
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Jesus, das Brot des Lebens Joh 6, 44-51
Aus den heutigen Worten Jesu erkennen wir, dass es nicht genug ist, nur getauft zu sein. Jesus sagt: “ Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch.“
Das bedeutet für uns: Wenn wir ein glückliches Leben in Fülle wollen, sollen wir uns von Jesu Leib ernähren. Die Heilige Kommunion ist nicht die Aufnahme einer üblichen Speise, sondern der leibhafte Empfang Jesu Christi. Er ist gegenwärtig in den Gaben von Brot und Wein. Die Heilige Kommunion ist die Garantie für die Erlangung des ewigen Lebens bei Gott.
Da könnte jemand aber sagen: „Mit dem Empfang der eucharistischen Gaben sind doch eine Menge Aufträge verbunden? Wir müssen getauft werden; wir müssen die Gebote halten; das schränkt uns Menschen doch sehr ein. Wenn man aber fragen würde, wie viele Menschen den Führerschein haben, bekäme man zur Antwort: „Fast alle Menschen!“ Dabei weiß man sehr gut, dass man, um dieses Dokument zu erhalten, viele Verkehrsvorschriften, Verkehrszeichen und so weiter kennen muss. Alle diese Vorschriften sind Gebote und Verbote. Außerdem muss man viele Fahrstunden absolvieren, um die Prüfung erfolgreich zu bestehen. Kaum jemand wird behaupten, dass Verkehrszeichen nutzlos sind und uns nur einschränken. Sie helfen, unser Leben zu schützen.
Genauso ist es auch im Leben als Christ. Die Gebote Gottes sind ebenfalls Zeichen, die uns helfen, unser Leben sinnvoll zu gestalten und auf die uns versprochene ewige Seligkeit vorzubereiten. Wer die Gebote und Vorschriften nicht einhält, riskiert sehr viel. Stellen wir uns die Frage: „Was bedeutet für mich der Glaube? Ist er für mich eine Bremse oder macht er mein Leben voller, schöner und wertvoller?
In einem Gefängnis saß schon viele Jahre ein Mann. Der Priester, der dort seinen Pastoral dienst machte, fragte ihn einmal: “ Wie geht es Ihnen?“ Er antwortete: „Es geht mir besser als, wenn ich draußen wäre!“ Der Priester sagte darauf: „Haben Sie Angst davor, dass sie draußen hungern müssen?“ Er aber antwortete: „Ich hatte immer zu essen und zu trinken.“ Der Priester wunderte sich und fragte: “ Warum geht es Ihnen hier besser als draußen?“ Spontan antwortete er: „Hier habe ich genug Zeit, um nachzudenken, auch über Gott. Gott ist der Friede, und je weniger Frieden der Mensch in sich hat, umso mehr entfernt er sich von Gott. Der innere Friede aber ist das wahre Glück. Hier im Gefängnis habe ich inneren Frieden und Glück gefunden. Die Heilige Kommunion hilft mir, Jesus zu folgen und die Gebote zu halten.“
Wie schön wäre es, wenn alle erkennen würden, wie sehr die Eucharistie zu einem erfüllten Leben führen kann!
4.Sonntag der Osterzeit A Joh 10, 1-10
4.Ostersonntag A – Ich bin der gute Hirt