Archiv für den Monat: November 2014

Erklärung der heiligen Messe – Die heilige Kommunion

Die heilige Messe ist das Opfermahl. Der letzte Abend war für Jesus notwendig.  Am letzten Abendmahl  setzte Jesus die Eucharistie ein. Wir können sagen, dass die Eucharistie  die Erfindung der Liebe ist. Er ist in uns, und wir sind in ihm. Das ist die heilige Kommunion. Jeder Mensch sehnt sich danach, geliebt zu werden, angenommen zu werden, und zugleich spürt jeder Mensch in der Tiefe seiner Seele irgendeine innere Einsamkeit . Diese Einsamkeit kann nur Gott erfüllen. Unruhig ist das Herz des Menschen, bis er in Gott ruht. Die beste Vorbereitung auf die heilige Kommunion ist Sehnsucht nach Platz. Je größer unsere Sehnsucht ist, desto heiliger vereint sich Christus mit uns, und wir sind mit  allen Christen verbunden, die  in unserem Herzen für Jesus haben. In heiligen Kommunion vereinigt sich Christus mit uns, und wir sind mit  allen Christen verbunden, die mit uns die heilige Messe feiern. Aber nicht nur das: Durch die heilige Kommunion sind wir mit allen Christen vereint, wo auch immer in der Welt. Sogar sind wir mit den Christen vereint, die schon im Himmel sind. Wir sind aber mit den Christen vereint, die im Fegefeuer sind. Die Eucharistie „baut“ den  Leib Christi.  Sie ist das Fundament der Einheit. Das hat auch ganz konkrete Folgen. Wenn ich zur heiligen Kommunion antrete, muss ich in Einheit mit der Kirche sein. Darum können Lutheraner zur heiligen Kommunion gehen, die diese Einheit mit der katholischen Kirche nicht haben. Aber ich kann zur heiligen Kommunion in orthodoxen oder koptischen Kirchen gehen. Auch die Katholiken dürfen zur heiligen Kommunion nicht gehen, wenn sie in schweren Sünden leben. Weil sie sich selbst von Christus trennten. Darum zur heiligen Kommunion können nicht gehen diejenigen, die ohne gültige kirchliche Ehe leben, oder sie sind im Zustand der kirchlichen Strafe leben – zum Beispiel in der Exkommunikation . Selbstverständlich darf niemand zur heiligen Kommunion gehen. Wer sich nicht aussöhnen will, kann solche Gewohnheiten. wer im Hass oder im Zorn lebt, kann nicht zur heiligen Kommunion gehen. Wenn jemand sich nicht aussöhnen will, kann er nicht zur heiligen Kommunion gehen. Ein Missionar hatte eine solche Gewohnheit. Wenn er jedoch sicher war, mit allen Menschen im Dorf versöhnt zu sein. Die Menschen reichten sich das Gras. Der Missionar besuchte währenddessen die Kranken und unterrichtete. Bis dann, als die Grasriste zu ihm zurückkam, zelebrierte er die heilige  Messe. Ein Pfarrer schrieb in sein Tagebuch: „Was für eine heilige Messe möchte ich in meiner Pfarrei haben?“ Ich möchte, dass sich alle in der Kirche wie Brüder und Schwestern fühlen. Ich möchte, dass alle in tiefen Gemeinschaften miteinander und mit Gott  sind. Das liegt mir an Herzen. Die innere Einheit unter den Gläubigen, die Atmosphäre der Liebe, ist bedeutender als das fromme Knien und das Kreuzzeichen. Die ganze Teilnahme an der heiligen Messe ruht darin, dass wir Christus in heiliger Kommunion empfangen, die heilige Quelle des Wassers zu sein, Durst zu haben und  nicht trinken zu können, Quelle. Auf der heiligen Messe zu sein und ohne Grund nicht zur heiligen Kommunion gehen, ist der gleiche Unsinn wie auf der heiligen Messe zu sein und zu  sagen: „Ich werde nicht essen.“ Es ist so, als bei der Quelle des Wassers zu sein, der Durst zu haben und  nicht trinken zu können. Es gibt viele Gründe, warum Menschen nicht zur heiligen Kommunion gehen. Es gibt Menschen, die nur einmal oder zweimal gehen, und dann ist genug. Sie fühlen sich nicht würdig für die heilige Kommunion. Zur heiligen Kommunion sollen wir nicht, wenn wir schwere Sünden haben. Wenn wir aber leichte Sünden haben, können wir zur heiligen Kommunion gehen. Die heilige Kommunion ist nicht für Vollkommene und Heilige, sondern für gebrechliche Menschen, um sie heilig werden zu lassen. Jesus hat nicht gesagt: „Nehmt und schaut“, sondern: „Nehmt und esst alle davon. Jesus will in uns wohnen. Vor der heiligen Kommunion sollen wir eine Stunde lang nichts essen und nichts trinken. Dies gilt nicht für Diabetiker und Kranke. Die unabdingbare Bedingung für die heilige Kommunion ist der Glaube. Der Glaube ermöglicht, dass die Macht Christi in uns wirkt. Und umgekehrt bindet der Mangel an Glauben an Gottes Macht zusammen. In Nazareth konnte Jesus wegen des Unglaubens der Einwohner keine Wunder vollbringen. Er wunderte sich über ihren Unglauben. Auch heute, wenn jemand an Jesus nicht glaubt, kann dieser dort nicht wirken. Christus bringt uns vor allem Genesung und Ermutigung. Jeder von uns dank der Sünden aus dem Wirken   der heilenden Kräfte, die wir bei der Taufe empfangen haben. Durch die heilige Kommunion entgleiten wir der Sphäre des Bösen und führen uns ins Reich Gottes ein. Durch die Eucharistie  haben wir die Fähigkeit, die geistlichen Sachen zu sehen, die geistliche  Schönheit zu sehen. Weiter: Die Sünde zerschlägt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, und umgekehrt entsteht durch Christus die Einheit unter den Menschen. In der Eucharistie macht Jesus zwischenmenschliche Beziehungen gesund. Durch Christus sind wir in seinen  Leib verformt. In der heiligen Kommunion sollen wir unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte übergeben. Die Sünde ist immer die Unfähigkeit, sich gegen Gott zu wenden. Wir Menschen wollen das Gute und das Böse. In heiliger Kommunion treffen wir uns mit Jesus-Gehorsam. Er befreit uns von unserem Ungehorsam und unseren Sünden. Zum Schluss verletzt die Sünde auch unseren Leib und kann Krankheit verursachen. Wenn wir bei der heiligen Kommunion mit Christus durchdrungen sind, können wir auch die körperliche Genesung erwarten. Der Priester betet vor der heiligen Kommunion. Herr Jesus Christus, der Empfang deines Leibes und deines Blutes bringe mir nicht Gericht und Verdammnis, sondern Segen  und Heil. Die Eucharistie ist wirklich  auch die Arznei für den Leib. Die Heilige Kommunion befreit uns von den Wunden der Sünde. Jede heilige Kommunion verursacht in uns die Verwandlung. Denn wir treffen uns mit dem, der vollkommen ist. Er, Jesus, hilft uns, besser zu werden. Bei der heiligen Messe beten wir oder singen  wir das Gebet „Vater unser“. Dieses Gebet ist die Vorbereitung zur heiligen Kommunion. Dann folgen das Friedensgebet und das Zeichen des Friedens. Wir sollen uns dessen bewusst werden, dass wir wirklich allen verzeihen und wir alle Brüder und Schwestern sind. Dann bricht der Priester die Eucharistie. Der Priester gibt einen Teil der Eucharistie in den Kelch mit Wein. Das deutet Christi Auferstehung an. Dann folgt der Aufruf zur heiligen Kommunion: Seht das Lamm Gottes, selig, die zu dessen Hochzeitsmahl geladen sind. Auf diesen Aufruf antwortet jeder persönlich. Bei der heiligen Kommunion singen die Menschen oft. Es gibt den Menschen, der es hindert. Sie sind bei Ihrem Gebet gestört. Aber wir können daran auch anders sehen. Der Gesang bildet die Einheit der Gemeinschaft aus. Christus hat aus uns seinen Leib geschaffen und wir drücken dieses Geheimnis mit gemeinsamem Gesang aus. In jeder heiligen Messe ist auch die Weile der Stille für das persönliche und intime Gespräch mit Jesus. In dieser Weile sollen wir nicht so wichtig sein wie das Gespräch mit Jesus. Das ist der Moment des  Gipfeltreffens mit ihm.

Liebe und nichts anderes, nur die Liebe.

Ich habe schon gesagt: Für uns Christen ist unsere christliche Identität notwendig. Unsere christliche Identität beruht auf unserem Glauben an Gott. Natürlich ist es wenig ,wenn wir  die Kenntnisse haben oder wenn wir nur mit unserem Verstand glauben. Den Glauben müssen wir erleben; er muss lebendig sein. Zum Gott ist eine richtige Beziehung notwendig. Gott ist für uns jemand, der uns fern ist, fremd, ein Wesen, das zwar allmächtig ist, sich aber nicht um uns kümmert. Nein, Gott hat die Beziehung zu uns. Er ist unser Vater. Ein wirklicher, wahrer Vater. Das dürfen wir nicht übertragend und bildlich verstehen, etwa so, als würde sich  ein Präsident als Vater des Volkes bezeichnen. Mein Vater hat mir gesagt, dass in Bratislava im Jahr 1953 mehrere Leute weinten, als Stalin gestorben ist, und sagten. Unser Vater ist gestorben. Und Stalin hatte mit diesen Menschen nichts gemeinsam. Sicher hat er diese Menschen nie gesehen, und diese weinenden Menschen haben Stalin nur auf Bildern gesehen. Der heilige Paulus schreibt: Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, sodass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen , der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater. Röm 8,15-16: Gott hat uns wirklich als seine Kinder angenommen. Wir nennen das die Adoption. Diese Adoption findet im Sakrament  der Taufe statt. Gott kennt jeder von uns persönlich, vollkommen. Werden wir uns dessen bewusst, dass wir die geliebten Kindergötter sind?  Wenn wir Kinder Gottes sind, sind wir auch Erben. Die Erben des Gottesreiches. Alles, was Gott hat, und er ist unendlich reich, wird einmal auch uns gehören. Sind wir uns dieser Wirklichkeiten bewusst? Mehr als von Gott können wir von niemandem bekommen. Die Heiligen wussten das und lebten danach auch. Folgen wir ihrem Beispiel. Das  Wichtigste, was Jesus von Gott offenbarte, ist, dass Gott unser Vater, unser wirklicher Vater, ist. Wenn Vater oder Mutter mich mehr liebt als mich selbst, ist er oder sie nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mich mehr liebt als mich selbst, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist  meiner nicht würdig. Mt 10, 39. Wir kennen diese Worte. Sie sind anspruchsvoll. Verlangt Christus von uns nicht zu viel?  Spricht man darüber, dass es in der Kirche Probleme gibt, dass einer oder andere die Familie verlässt, in der sie bisher? Das ist nicht ganz die Wahrheit. Die Probleme haben die Menschen, die das Kreuz auf sich nehmen wollen und Opfer bringen. Dort ist die Wurzel aller Probleme. Wenn sich ein junger Mann in ein Mädchen verliebt, was beinhaltet das alles? Vielleicht beinhaltet es das, dass einer oder andere die Familie verlässt, in der sie bis jetzt gelebt hat, um dem zu folgen, den sie liebt.  Sie verzichten oft auf ihren Wohnort, auf ihre Beschäftigung. Das Christentum ist  in Grunde genommen auch die Ehebeziehung. Darum verlässt der Mann seinen Vater und seine Mutter und bindet sich an seine Frau. Das ist ein großes Geheimnis. Welche Ehefrau würde damit übereinstimmen, wenn ihr Ehemann ihr das sagen würde? Ich bin bereit, mir zwanzig Minuten, um dich an einem Tisch zu treffen, zu widmen. Am Sonntag können wir uns am Tisch treffen. Ich denke nicht, dass ich deinetwegen auf meine Vorlieben und Interessen verzichten und dich vor allem bevorzugen werde. Ich werde dir zu deiner Bekleidung und zu deinem Essen etwas sagen, aber nicht zu viel – nur so angemessen. Und du sorgst dafür, dass ich regelmäßig ein warmes Essen habe und zu Hause immer aufgeräumt ist. Ähnlich benehmen wir uns Gott gegenüber. Wegen Gottes wollen wir unsere Lebensart ändern. Gott gegenüber haben wir oft eine berechnende,  geschäftliche Beziehung. Sowohl die Ehe als auch das Christentum zielen auf Einheit. Nicht meine und deine, sondern unsere; nicht meine und deine Interessen, sondern unsere. in der Ehe. Auch im Christentum ist das nur in Liebe möglich. Ohne Liebe ist es nicht möglich, sich hinzugeben. Wenn wir auch nach außen alles erfüllen, was Jesus von uns verlangt, wäre das ohne Liebe nur Handel.

Das ganze Christentum ist nichts anderes als „die Provokation“  zur Liebe. Gott erschuf uns, und gleich als wir unsere Augen öffneten, sahen wir den Weltraum, riesiger, erstaunlicher, verbüßender. Und wenn wir fragen, warum Gott so ein riesenhaftes  Werk schuf, klingt die Antwort: wegen des Menschen. In der Heiligen Schrift lesen wir. Gott hat die Welt so gegeben, dass er seinen eigenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde gehe, sondern das ewige Leben hat. Joh 3,16    Christus ist für uns gestorben, als wir noch gottlos und machtlos waren. Kaum stirbt jemand für den Gerechten; vielleicht würde sich jemand für einen guten Menschen opfern. Umso eher retten wir uns, wenn wir schon durch sein Blut entschuldigt sind. Rom 6,5 Was sagen wir dazu? Wenn Gott für uns ist, wer wird gegen uns? Wenn er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, wie sollte er uns mit ihm  nicht alles schenken? Rom 8,31 Dahinter verbirgt sich ein einziger Aufruf. Schau, wie ich Dich liebe. Willst du mich lieben? So wie die liebenden Eheleute nicht belehren müssen. So wie der heilige Augustinus sagt. Liebe, und mache, was du willst.

1. Adventsonntag B Mk 13,24-37

Einleitung

Mit dem heutigen Sonntag beginnen wir ein neues liturgisches Jahr. Ein liturgisches Jahr dauert so lange wie ein Kalenderjahr.   Der Unterschied ist aber, dass das liturgische oder kirchliche Jahr Ende November oder Anfang Dezember beginnt und das Kalenderjahr mit dem 1. Jänner. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass das Kirchenjahr andere Wertigkeiten umfasst. Es veranschaulicht die Geschichte der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Man nennt das die Heilsgeschichte. Ein Kirchenjahr ist so eingeteilt, dass die einzelnen biblischen Ereignisse in ihrer Schönheit und Bedeutung zur Geltung kommen, anders gesagt, dass die Ereignisse der Heilsgeschichte für uns verständlich und fassbar sind. Das kirchliche Jahr beginnt mit der Adventszeit. Jesus ruft uns zu Beginn der Adventszeit zur Wachsamkeit auf.

Predigt

Christliche Wachsamkeit bedeutet, sich auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten und ihn in unser Leben eintreten zu lassen. Jesus macht uns im Evangelium darauf aufmerksam, dass er unerwartet kommt und uns anschließend mit seiner plötzlichen Gegenwart erfüllt. Christus in unser Leben aufzunehmen bedeutet, eine neue Qualität zu gewinnen. Es ist nicht genug, Christus nur zu kennen und gelegentlich an den Feierlichkeiten der Kirche teilzunehmen. Unsere Beziehung zu Christus muss im Umfeld, in dem wir leben, gelebt werden. Es geht ganz besonders darum, dass Christus in unser Leben eintreten kann und wir ihm erlauben, es zu führen und zu leiten.

Diese Aufforderung, Christus in unser Leben einzubeziehen, ist in der heutigen Zeit nicht so einfach, denn vielen ist der Glaube gleichgültig geworden. Viele bemühen sich nicht mehr, mit Jesus in Beziehung zu treten. Die  Herzen sind voller Sorgen um die Bedürfnisse des Lebens. Unterhaltung und Vergnügen sind entscheidender geworden. Manche Menschen verhalten sich so, wie es im Matthäusevangelium, Kapitel 24,38–39, heißt: „Wie die Menschen  in den Tagen  vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche  ging und nichts ahnten, bis die Flut  hereinbrach  und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft  des Menschensohnes  sein.“

Leider erkennen heutzutage viele Menschen nicht die Zeichen der Zeit, die ernsthaft darauf hinweisen, dass ein sündhaftes Leben ihr Untergang sein kann. Sie geraten in eine Flut, die zum Untergang führt. Diese Menschen sind sehr wachsam, wenn es um ihre körperlichen Bedürfnisse geht; dafür bringen sie sogar große Opfer. Aber wenn es um geistliche Werte, um ihren Glauben, um die Wahrheit geht, herrscht Gleichgültigkeit.

Warum ist das so?  Dazu ein Beispiel: Vor 25 Jahren fand in mehreren sozialistischen Ländern eine „sanfte“ Revolution statt. Hunderttausende von Menschen gingen auf die Straßen, um zu protestieren, und verlangten das Ende des Regimes, das ja wirklich nicht gerecht wurde. Zu dieser Zeit schien es auch so, als ginge es den Menschen um geistliche Werte. Václav Havel, der damalige Präsident der Tschechoslowakei, hat das so wunderbar geäußert. Er sagte: „Die Wahrheit und Liebe müssen siegen.“ In manchen sozialistischen Ländern änderte sich durch diese Revolution vieles an einem  guten und aufrichtigen Denken. Aber später sind dann wieder Pragmatiker an die Macht gekommen und materielle Werte wurden für die Menschen vorrangiger. Die geistlichen Werte wurden wieder zur Seite geschoben und an Bedeutung verloren. In den Menschen wurde die Sehnsucht nach Reichtum geweckt. Reich zu werden, ist an und für sich nichts Sündhaftes, wenn der Mensch ehrlich arbeitet und die Gesetze befolgt. Aber die Wirklichkeit war anders. Tausende Menschen sind durch Betrug reich geworden. Durch Investitionsfonds wurden Hunderttausende von Menschen um ihre Ersparnisse gebracht. Die Menschen, die diese Fonds leiteten, logen und die Menschen, die ihr Vertrauen in diese Fonds setzten,  ließen sich belügen. Damit ist nicht gesagt, dass alle Menschen Betrüger waren; es gab durchaus viele Unternehmen, die ehrlich arbeiteten. Allerdings waren die Sorgen um ihre Firma, um ihr Geschäft, so groß, dass sie ihnen viel Zeit und Kraft abverlangten und ihnen für die geistlichen Werte keine Zeit mehr blieb.

Vor allem den jungen Menschen, die in der heutigen Welt leben, werden so viele Möglichkeiten angeboten, dass das Christentum für sie nicht mehr attraktiv ist. Sie leben in Wahrheit in einer sehr schwierigen Zeit.  Jesus hat einmal gesagt: „Ihr könnt nicht zwei Herren dienen!“ Wenn Menschen zu sehr von materiellen Dingen begeistert und eingenommen sind und diese als das Wichtigste empfinden, werden sie nicht  auf Christus warten.

Aber es ist nie zu spät. Ich denke dabei an den heiligen Augustinus. Er lebte viele Jahre in Sünde, und obwohl seine Mutter eine Christin war und heiligmäßig lebte, hatte Augustinus kein Interesse an dieser Religion. Dann berührte ihn Gottes Gnade, und er bekehrte sich. Man sollte also niemals die Hoffnung verlieren.

Machen wir den Menschen immer wieder bewusst, dass ihnen nur die christlichen Werte ein dauerhaftes Glück bringen können! Das ist notwendig, sonst habe ich Angst, dass die Menschen zu wenig wachsam sind, und dann ist es zu spät!

Die Krankensalbung.

 

Als der göttliche Heiland noch auf Erden weilte, war er ein besonderer Freund der armen Kranken. Liebreich hat er sie getröstet und aufgerichtet und viele wunderbar geheilt. Dafür haben wir angemessen Beispiele aus der heiligen Geschichte. Zu dem Mann, der 38 Jahre krank lag, sprach er das tröstende Wort: „Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause. Ein Hauptmann hatte einen kranken Knecht. Jesus sagte. Jesus: „Geh hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und von derselben Stunde an war sein Knecht gesund.  Einmal war eine Frau mitten im Gedränge des Volkes. Sie berührte den Herrn am Saum des Kleides. Augenblicklich durchströmte sie eine Wunderkraft, und sie war gesund.  Ein andermal kamen zehn Aussätzige zu Jesus und riefen flehentlich und vertrauensvoll.  Jesus, Meister, erbarme dich unser.  Und sie wurden alle heil und gesund. Jesus weilt nicht mehr sichtbar auf Erden. Aber die armen Kranken hat er nicht mehr hilflos zurückgelassen. Gar liebevoll hat er für sie gesorgt. Er hat uns ein Heilmittel hinterlassen, ein Heilmittel für Leib und Seele: die Krankensalbung. Kranke wird es immer geben. Und gerade die armen Kranken brauchen am meisten Trost und Hilfe. Das wusste Jesus gar wohl. Deshalb hat er seinen Aposteln aufgetragen. Ist ein Kranker unter euch, so geht hin in meinem Namen und betet über ihn und salbt ihn mit Öl. Das wird dem Kranken zum Heile sein für Leib und Seele. Ich werde ihn aufrichten und ihm die Sünden vergeben. Jesus hat den Aposteln sogar die Wunderkraft gegeben. Erinnert euch nur daran, wie einst Petrus und Johannes in den Tempel hinausgingen, um zu beten. An der Tempelpforte saß ein Geborener und bat um Almosen. Petrus sprach: „Silber und Gold habe ich nicht, aber was ich habe, gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi stehe auf und wandle. Da sprang der Mann auf, wandelte umher und lobte Gott. Die Apostel haben den Auftrag ihres göttlichen Meisters treu vollzogen: Sie besuchten die Kranken und viele wurden gesund. Die Apostel sind gestorben. Aber die Krankensalbung hat deshalb nicht aufgehört. Was die Apostel im Auftrage Christi ausgeführt haben, das haben die Priester immer getan. War irgendwo ein Kranker, dann gingen sie hin und salbten ihn im Namen des Herrn. Dafür haben wir Beweise aus allen Jahrhunderten. So mahnt der Papst Innozenz I.: Die kranken Gläubigen sollen mit dem heiligen Öl des Christus gesalbt werden. Papst Gregor der Große hat genau vorgeschrieben, wie das Krankenöl zu weihen und die heilige Ölung zu spenden ist. Später hat der heilige Kirchenrat von Trient sogar feierlich erklärt, Die Krankensalbung ist ein wahres Sakrament, eingesetzt von unserem Herrn Jesus Christus. Wie es schon zur Zeit der Apostel war und wie es zu allen Zeiten war, so ist es auch jetzt noch. Wird ein gläubiger Christ schwerkrank, so ruft man den Priester. Der Priester geht hin, salbt den Kranken und betet dabei: „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen; er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes.“ Amen. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich; in seiner Gnade richte er dich auf. Amen.

Die Krankensalbung hat diese Wirkungen:

1. Vereint den Kranken mit Jesus’ Leid, für sein eigenes Heil und das der Kirche.

2. Dieses Sakrament bringt Stärkung, Ruhe und Mut, um die Krankheiten, das Leid und das Alter christlich zu ertragen.

3. Vergebung der Sünden, wenn der Kranke nicht beichten konnte.

4. Die Rückgabe der Gesundheit, wenn es dem Seelenheil nützt.

5. Die Vorbereitung auf den Übergang in das ewige Leben.

Das klare Ziel des Christentums.

Die Aufgabe christlicher Erziehung besteht darin, Menschen dabei zu helfen, ihre christliche Identität zu entdecken. Christliche Identität bedeutet, sich dessen bewusst zu werden, dass man Kinder Gottes ist, und dies auch zu erleben. Viele Menschen erleben diese Wirklichkeit jedoch überhaupt nicht. Oder sie glauben nicht daran. Mir scheint, als ob der heutige Mensch nicht versteht, was uns Christus gebracht hat. Kommen wir zurück zu unserer Geschichte, zu dem Königssohn, der sich verlor und vergaß, dass er ein Prinz war. Zufälligerweise kam er zum königlichen Palast. Sein Vater, der König, erkannte ihn und half ihm, seine Identität wiederzufinden. Aber so einfach war das nicht. Der Sohn glaubte, dass er der Thronerbe sei. Anfangs war er jedoch nicht in der Lage, zu regieren. Er wusste nicht, wie er herrschen oder die Armee befehligen sollte. Er wusste nichts von Diplomatie. Alles, was er wusste, war, den Müll hinauszubringen, den Hof zu fegen und Holz zu machen und zu fällen. Alles andere musste er lernen. Im Vergleich zu uns hatte er wenigstens eine vage Vorstellung davon, was es bedeutet, König zu sein. Auch wir müssen lernen, als Kinder Gottes zu leben. Unser Leitbild ist Jesus. Von Jesus erfahren wir das Evangelium. Seine christliche Identität anzunehmen und sie zu leben, besser gesagt, sie zu lernen, zu leben, das ist die Sendung des Christentums.

Heute hört man oft, dass das Christentum mit Wohltätigkeit, Kirchgang und Beten gleichgesetzt wird. Ja, das ist teilweise wahr, aber das Christentum ist viel mehr. Sicherlich sind das Gehen in die Kirche, das Beten oder das Almosengeben an sich gute Dinge. Aber selbst diese Tätigkeiten bringen uns nicht in den Himmel. Wir sind bereits erlöst. Ob wir unsere Erlösung nutzen, hängt davon ab, ob wir das Leben Jesu Christi in uns aufnehmen. Kurze Erklärung: Ich habe Geld auf der Bank. Auf einem Konto. Damit ich mein Geld verwenden kann, muss ich es bei der Bank abheben. Wir Christen müssen die Lehre Jesu Christi „verwenden“. Wie? Erinnern wir uns an die Worte des heiligen Paulus: „Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte ich aber die Liebe nicht, so wäre ich ein dröhnendes Erz und eine lärmende Pauke.“ Wenn ich die Gabe der Prophezeiung hätte, alle Geheimnisse und Erkenntnisse wüsste und einen so starken Glauben hätte, dass ich Berge versetzen könnte, aber die Liebe nicht hätte, wäre ich nichts. Wenn ich all meinen Besitz verschenken und meinen Leib dem Feuer übergeben würde, hätte ich aber die Liebe, nützte es mir nichts.  Was bedeuten diese Worte?  Entscheidend ist nicht, ob wir prophezeien oder nicht, ob wir als Märtyrer sterben oder nicht, ob wir einen so starken Glauben haben, dass wir mit diesem die Berge versetzen können, oder ob wir tiefgehende Erkenntnisse haben oder nicht. Wichtig ist, ob all das die Äußerung des Gottesgeistes ist, der die Liebe Gottes ist. Dazu sind drei Dinge notwendig: 1. sich taufen zu lassen, 2. wirklich zu glauben, dass wir Kinder Gottes sind, und 3. Buße zu tun. Denn jemand kann sagen, er glaube an Jesus, aber nicht das tun, was Christus von ihm verlangt. Das ist nichts für mich, das ist nur etwas für heilige Menschen. Ich will nur ein normales Leben führen. Mit einem normalen Leben meinen sie ein heidnisches Leben, in dem die Menschen nicht gegen die Sünden kämpfen.
Mehrmals hatte ich Gespräche mit Menschen, die zwar an Gott glauben, gelegentlich in die Kirche gehen und beten, sich aber dem Leben nach Jesus Christus nicht anpassen. Sie leben praktisch wie Heiden.

Christkönigssonntag A Mt 25,31-46

Einleitung

Es gibt Sachen, die wir nicht vergessen, zum  Beispiel, dass wir in die Arbeit oder in die Schule gehen müssen. Es gibt aber auch Dinge, die wir einfach vergessen. Wir vergessen, uns bei Menschen zu bedanken, die schon lange gut zu uns sind. Wir nehmen das als etwas Selbstverständliches hin und deshalb vergessen wir uns auf das zu bedanken. Auch mit unserer Beziehung zur Religion ist es ähnlich. Manche Sachen vergessen wir nicht, wie zum Beispiel das Beten, sein Kind taufen zu lassen. Aber da gibt es etwas, das leicht vergessen wird: im Nächsten Christus zu sehen.

Predigt

Im Nächsten Christus zu sehen, das ist der Inhalt des heutigen Evangeliums, in dem es um zwei Dinge geht. Christus kommt als Sohn Gottes, beurteilt die Menschen und es geht auch um das Jüngste Gericht. Das Hauptgewicht wird Gott beim Jüngsten Gericht auf die Liebe, die man gelebt hat, legen. Das heutige Evangelium endet ja mit den Worten: „Was ihr für einen  meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Also, was wir Menschen anderen Menschen nicht getan haben, das haben wir auch Christus nicht getan. Diese Wirklichkeit wird regelmäßig vergessen.

Was im heutigen Evangelium über das Bild vom Jüngsten Gericht geschrieben steht, haben die Zuhörer zur Zeit Jesu besser verstanden als wir heute. Für sie war das Leben eines Hirten sehr naheliegend. Wenn nämlich Jesus von der Trennung von Schafen und Böcken sprach, war den Zuhörern damals Folgendes bekannt. Am Tag weiden die Schafe und Böcke zusammen, aber der Hirte trennt sie in der Nacht. Warum? Schafe suchen Frischluft und Böcke suchen die wärmenden Sonnenstrahlen. Das heißt also, obwohl sie tagsüber zusammen sind, geht  jede Gruppe am Abend ihre eigenen Wege.

Jesus zählt dann die lobenswerten Werke auf, die aus der rabbinischen Literatur bekannt waren und einmal belohnt wurden. Es waren dies: 1. Die Reisenden empfangen. 2. Die Erziehung der Waisen 3. dem Hungernden und Durstenden zu essen und zu trinken geben 4. die Kranken besuchen 5. 6. die Toten zu begraben, 6. die Trauernden zu trösten. Das Alte Testament lehrte, dass der Mensch seinen Nächsten gegenüber barmherzig sein soll. Jesus hat aber einen Satz dazugefügt. Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Das Ausmaß der Liebe wird entscheidend für die Wertung unseres Lebens sein. Anders gesagt: Es ist entscheidend, ob wir im Nächsten Christus gesehen haben. Diese Wahrheit vergessen wir manchmal ein wenig.

Wenn wir  gefragt werden, ob wir an Gott glauben, antworten wir: „Natürlich!“  Aber  daran zu glauben, dass wir im Menschen, der neben uns sitzt, auch Christus sehen, ist nicht leicht.   Wir glauben, dass in Gott drei Personen sind, obwohl wir das  nicht verstehen. Aber zu glauben, dass auch in der Person, zum Beispiel in der meines Chefs, Christus zu sehen ist, fällt uns wirklich nicht leicht. Solche Beispiele gibt es viele.    Ich denke auch an die Eltern, die in ihren Kindern Christus sehen und ihm dienen sollen. Ein Kind empfangen bedeutet, Christus entgegenzuhalten. Wenn ich einem Bettler begegne und ihm ein bisschen Geld gebe, sollte ich dabei denken: „Herr, das gebe ich dir.“ Vermutlich werden auch einige Menschen argumentieren: „Aber Jesus ist doch im Himmel!“ Aber denken wir daran: „Jesus ist der Sohn Gottes und Gott ist allmächtig.“ Jesus ist anwesend in der Eucharistie, in seinem Wort im Evangelium und in unseren Nächsten, selbst in unseren Feinden.“   Vielleicht haben einige gedacht: „Jesus ist nur in den Heiligen anwesend, wie kann er da in Menschen anwesend sein, die böse sind?“ Ja, auch in jenen Menschen ist er anwesend, obwohl er sich im Moment durch sie nicht äußern kann. Papst Johannes XXII. Unsere Beziehung zur Religion ist zum Beispiel das Beten und das Beten für andere: “ Herr, gib, dass ich in jedem, dem ich heute begegne, Christus sehe. Gib mir die Kraft, dass ich jeden für meinen Bruder halte.“ Und er lebte auch nach diesem Prinzip.

Machen wir uns immer wieder bewusst, dass wir das, was wir für die Ehegattin, den Ehegatten und die Kinder tun, für Christus tun!  Wenn dieser Glaube unser ganzes Leben durchdringt, haben wir das Christentum begriffen. Ohne diesen Glauben ist unser Christentum wertlos.

Ein amerikanischer Erzieher und Pater stiftete eine Anstalt für kleine, unmündige Menschen, die verschiedene Delikte verübt hatten und mit denen die Polizei sich nicht zurechtfinden wusste. Seine Anstalt hieß: „Buchenstadt“. Dieser Pater wurde damit zur lebendigen Legende christlicher Liebe. Er verlor nicht viele Worte über diese Burschen. Einmal bekam er auch einen Burschen namens David, der seine Eltern umgebracht hatte. Weil er minderjährig war , konnte er nicht werden. Das Gericht rief Pater Flannagan an. Würden Sie diesen Burschen empfangen?  Ja, selbstverständlich. Schicken Sie ihn zu mir. Nach vielen Jahren erwähnt David – schon als erwachsener Mann –, wie ihn Pater empfing. Ich reiste mit dem Zug zu ihm. Es begleitet mich eine Polizei. Ich wusste, dass ich zu einem Pfarrer reisen würde. Als ich gekommen war, fragte mich Pater. Wie heißt du? David. Schön willkommen, David. Wir warteten auf dich. Jetzt zeige ich dir, wo du wohnen wirst. Hier arbeiten alle. Ich hoffe, dass auch du hier die Arbeit findest, die dir gefallen wird. Ich habe gefühlt, dass Pater auf mich  vertraut. Als ob er gesagt hätte. David, du bist ein feiner Bub. Und das änderte mein Leben. Pater Flannagan sah Christus auch in diesem Delinquenten. Einmal wurde er nach dem Geheimnis seines Erfolges gefragt. Er antwortete. Wenn wir in anderem das Gute und die Schönheit sehen, beginnt in ihm Liebe und Gutes zu wachsen. Ich mache nichts anders, nur helfe ich den Menschen, damit Jesus in ihrem Leben sichtbar und erkennbar ist. Ich denke, das ist auch unsere Aufgabe.

Erklärung der heiligen Messe VII. Eucharistie.

Warum setzte Jesus die Eucharistie ein? Die wirkliche Liebe schafft Gleichheit. Gott kam unter uns als ein Kind, damit wir keine Angst haben. Er will, dass wir ihm eine kindliche, vertraute Beziehung haben.  Gott kam zu uns durch Jesus Christus. Die Eucharistie wölbt den Unterschied zwischen dem Menschen und Gott auf. Die echte Liebe sehnt sich danach, sich zu schenken. Gott gibt sich uns durch das eucharistische Brot. Wir Menschen werden einen Anteil an Christus haben. Wir vereinigen uns mit Christus. So wie wir jede Speise in uns umformen und umgestalten, so verwandelt Christus uns in sich. Durch geheimnisvolle Art werden wir Anteil an seinem Leib. Jesus will von uns, dass wir so lieben, wie er liebt. Er liebte bis zum Äußersten. Er starb für uns. Für Menschen ist es unmöglich, dass er so eine Liebe hat. Und wenn Gott das vom Menschen verlangt, so gibt er uns auch das Mittel dazu und zeigt uns die Weise, wie wir dorthin gelangen sollen. Dieses Mittel ist eben das eucharistische Brot. Jesus gibt uns seinen Leib und sein Herz. Ich soll den Nächsten also nicht mit meinem menschlichen Herzen lieben, sondern mit Jesu Herzen. Wenn Jesus sich mit uns identifiziert, dann nimmt er auch unsere Sünden auf sich. Er versteckt unsere Sünden in seinem Herzen, als ob sie dort verborgen wären. Am Kreuz sollten wir sein.  Er ließ sein eigenes Herz statt unseres durchstechen. Sein Blut ist die Quelle der Verzeihung unserer Sünden. Wenn ich zur heiligen Messe gehe, stehe ich auf Golgatha. Ich steige unter Jesu Kreuz auf. Sein Opfer am Kreuz vergegenwärtigt das, was beim letzten Mahl geschehen ist. Das Opfer beim letzten Abendmahl und das am Kreuz sind dasselbe. Das Wesen eines Opfers liegt nicht darin, dass das Blut fließt, sondern in der Opfergesinnung. Die Opfergesinnung, das ist die Liebe, die sich bis zum Äußersten gibt. Jesus‘ Opfer begann mit der Fleischwerdung, hörte während seines gesamten Lebens nicht auf und gipfelte schließlich am Kreuz. Er hingab sich seinem himmlischen Vater. In diese Wirklichkeit treten wir bei jeder heiligen Messe ein. Wir treffen uns persönlich mit Christus. Jesus ist unter den Gestalten von Brot und Wein anwesend. Die Apostel wurden für dieses Ereignis vorbereitet. Wie? Durch seine Wunder. Sie kannten die Kraft von Jesus‘ Wort. Jesus befahl dem stürmischen Meer und es wurde still. Jesus erklärte den Aposteln, dass er das Brot des Lebens ist. In der heiligen Messe kommt es zum Wandeln des Wesens von Brot und Wein. Die ganze Zeit hindurch dauert eigentlich nur eine heilige Messe. Und wir treten in unserer Zeit in diese heilige Messe ein.  Diese Wirklichkeit erleben wir nur dann, wenn wir glauben. Jesus stieß auf heftigen Widerstand, als er sagte, dass er seinen Leib für die Speise geben würde. Die Juden fragten: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus nahm seine Worte nicht zurück.  Er sprach zu seinen Aposteln: „Wollt auch ihr gehen?“ Er erhielt eine Antwort von Simon Petrus. Wohin sollen wir gehen, Herr? Du hast die Worte des Lebens für alle Zeit. Wir sind gläubig geworden und haben das verstanden. Du bist Gottes Heiliger. Joh 6,67–68 Wer keinen Glauben hat, langweilt sich in der heiligen Messe. Für den, der glaubt, wird die heilige Messe als das große Geschenk sichtbar, das sie ist. Doch auch die Annahme des Leibes Christi durch uns bringt eine erhebliche Verpflichtung mit sich. Durch die heilige Kommunion entsteht die Gemeinschaft der Kirche.  Uns ist bekannt, dass wir, auch wenn wir viele sind, durch Christus einen Leib bilden. Christus wohnt nach der heiligen Kommunion in meinem Herzen. Doch auch in den Herzen aller, die mit mir heilige Kommunion empfangen haben, lebt er. Wir sind wahrhaft sein geheimnisvoller Leib. Die Eucharistie begründet sowohl eine mystische Vereinigung der Menschen mit Christus als auch eine wechselseitige Verbindung untereinander. Deswegen flehte Jesus: „Mögen alle eins sein. „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ Joh 17,21. Die Eucharistie ist für uns die Verpflichtung, die Gemeinschaft zu bilden, damit wir uns nicht in unseren Egoismus verschließen. Alle diese Wirklichkeiten sind im eucharistischen Gebet geäußert. Wir nennen dieses Gebet auch Kanon. Der Priester betet im Namen der Kirche. Das ist nicht sein persönliches Gebet. Er vertritt dort die ganze Kirche. Wir kennen vier Kanonen Oft, besonders am Sonntag, verwenden wir den dritten Kanon. Dieser Kanon entstand nach dem Zweiten Vatikanum und äußert am besten die römische Tradition. In Bezug auf die Wochentage findet der zweite Kanon am häufigsten Anwendung. Dieser Kanon ist der kürzeste und stammt aus dem 2. Jahrhundert. Zumindest ziehen wir den vierten Kanon heran. Es ist am meisten den Ostgebeten ähnlich. In jedem Kanon ist die Anrufung des Heiligen Geistes enthalten. Der Priester betet: „Darum bitten wir dich.“ Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. In jedem Kanon ist die Erinnerung an Erlösungsereignisse: Jesus‘ Tod, Auferstehung und Himmelfahrt. Bei der heiligen Messe erwähnen wir diese Ereignisse, aber nicht nur: Wir vergegenwärtigen sie auch bei der heiligen Messe. Bei der heiligen Messe treten wir aus der Zeit ein. Die heilige Messe ist das Werk des Heiligen Geistes. Die Aufgabe des Heiligen Geistes ist der Dienst am Jesuswerk. Der Heilige Geist wacht über Jesus’ Heilwerk. Ein weiterer Teil des Kanons besteht aus Fürbitten. In diesen Fürbitten wenden wir uns mit Bitten an die Heiligen; wir bitten für den Papst, für die Bischöfe, für das Volk. In der Kirche wird für jeden gebetet. Bei jeder heiligen Messe beten wir für alle Verstorbenen. Der Höhepunkt der Eucharistie sind die Worte der Wandlung. Der Priester spricht hier im Namen und in der Macht Christi. Christus ist wirklich in seiner Person anwesend. Christus spricht durch den Mund des Priesters. Das ist mein Leib, das ist mein Blut. Was Christus durch den Priester sagt, das verwirklicht er auch. Ab dem Moment der Wandlung hält der Priester Jesus wirklich in seinen Händen. Und der Priester zeigt die Hostie. Manche Leute haben die Gewohnheit, in diesem Moment den Kopf zu beugen. Das ist nicht richtig. In diesem Moment sollen wir auf die Eucharistie schauen, sie ansehen. Bis dann sollen wir unseren Kopf neigen, als Zeichen der Achtung. Gott will, dass wir ihn wirklich lieben, darum gibt er uns. Er hat vor, sich mit jedem Menschen zu vereinen. Heiligen. Der Schlussteil des Kanons klingt: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir Gott, der allmächtige Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit.“ Wir wenden uns an Gott durch Jesus Christus. Jesus gibt uns seine Gaben durch Christus. Dieser Ausruf endet mit „Amen“. Amen ist die Bestätigung dieser Wirklichkeit. Wer den Wert der heiligen Messe entdeckt, kann ohne sie nicht leben. Während der Verfolgung der Christen starben viele, darum, dass sie die Eucharistie feierten. Sie sagten. Ohne die heilige Messe schaffen wir es nicht, Gott und den Nächsten zu lieben. Ohne die Eucharistie kann man nicht leben. Sie ist die Nahrung auf dem Weg zur Ewigkeit. Die Eucharistie befestigt unsere Gemeinschaft mit Christus. Diejenigen, die mit Christus verbunden sind, haben einen Platz im Himmel vorbereitet.

 

Glaube als die Bewusstheit

In der Kirche haben wir die Gewohnheit, zu sagen, dass unser Ziel ist, das Heil zu erlangen, das Gottesreich zu gewinnen. Jesus sagt ähnlich: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen, denn viele, sage ich euch, werden versuchen, hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“ Lk 13, 23

Andererseits spricht Johannes in seinem Brief etwas anders. Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.“ Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Nehmen wir wahr! Einmal sprechen wir vom Heil als etwas, das wir noch erlangen müssen, andererseits als etwas, das wir schon lange haben. Wie ist das also? Vielleicht erklären wir das an einem Beispiel. Einmal war ein König, dem ein Sohn wegkam. Der König suchte ihn lange, aber er fand ihn nicht. Der Sohn hat schon lange vergessen, dass er der Spross des Königs ist. Einmal verirrte sich der Sohn zum königlichen Palast. Er wusste aber nicht, dass das der Palast seines Vaters ist. Auf dem Balkon stand der König, prunkhaft angezogen. Der Sohn dachte sich, das sei nichts für ihn, und scherte sich weg. Der Vater/König aber erkannte ihn. Mit Freude sandte er zwei Hauptwächter zu ihm, damit sie den Sohn begrüßen und nach Hause führen. Der Sohn aber erschrak; er fürchtete, dass er verhaftet würde. Darum flüchtete er. Der König aber sandte seine Diener, die festgestellt haben, wo der Sohn wohnte. In einer jämmerlichen Hütte. Dann hat der König ihm zwei Diener, die ihm eine Arbeit anboten. Der Sohn hat die Arbeit angenommen. Zuerst ist seine Aufgabe, das Gerücht aus dem Palast auszuführen. Nach einer Zeit bekam er ein Wohnhaus neben dem Palast. Selbst der König, verkleidet als Knecht, traf sich mit ihm und munterte ihn auf. Der Sohn bekam immer mehr verantwortungsvolle Aufgaben. Er darf frei im Palast ein und aus gehen. Er hielt sich aber ständig für einen Diener. Nach einer Zeit befreundete er sich mit dem König. Als der König fühlte, dass sein Tod nahte, rief er alle Würdenträger, Offiziere und Diener zusammen und entblößte vor ihnen die wahre Identität seines Sohnes. Diese Geschichte vermittelt eine lehrreiche Botschaft. Auf einer Seite ist der verlorene Sohn, des Königs. Niemand kann das ihm abstreiten. Auch wir wurden durch die Taufe Kind Gottes. Von diesem Gesichtspunkt her sind wir schon erlöst, weil wir Gottessöhne sind. Aber es gibt auch einen zweiten Gesichtspunkt. Der Sohn hielt sich für einen Prinzen und nicht für das Thronerbe; er hielt den König nicht für seinen Vater, sondern nur für einen, den wir fürchten müssen. Viele Menschen schauen auf Gott wie auf jemanden, der groß und mächtig ist, fühlen sich aber nicht wie Kinder Gottes. Wenn der Sohn aus dem Hörstück sich nicht gewagt hätte, die Arbeit anzunehmen, und wenn er für immer entflohen wäre, hätte er nie König werden können. Obwohl er in Wirklichkeit der Sohn des Königs war. Nehmen wir wahr, dass Jesus, ähnlich wie der König in dieser Geschichte, vorgeht. Zuerst rief er die Fischer zu seinen Jüngern und Dienern. Jesus hat das beim letzten Abendmahl angedeutet, als er seinen Jüngern die Füße wusch. Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so, denn ich bin es“ (Joh 13,12–13). Allmählich führt er sie dazu, die Diener seiner Freunde zu werden: „Ihr seid meine Freude, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh 15, 13–15). Zum Schluss offenbart Jesus ihnen, dass sie einen Geist empfangen, der sie zu Söhnen macht. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben. Wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi.“ Röm 8,15–17, Das Ziel der Religionserziehung ist, dem eigenen Identitätsbewusstsein behilflich zu sein. Genau nach den Worten des heiligen Tertullian. Christ, erkenne deine Würde. Eine Frage: Werden heutige Christen sich, dessen bewusst werden, dass sie Kinder Gottes sind? Ja, der heilige Tertullian sagte: „Christ, erkenne deine Würde.“ Aber erkenne nicht nur, sondern werde dir dieser Würde bewusst. Was für ein Unterschied ist dazwischen? Am 11. September 2001 sahen wir im Fernsehen, wie nach den terroristischen Angriffen gegen das Welthandelszentrum beide Wolkenkratzer zusammenstürzten. Wir saßen vor dem Fernseher, nickten und sagten: „Das ist schrecklich. Was wird daraus? Vom Ort dieser Katastrophe waren wir aber fern. Wir hatten dir unsere Erkenntnisse zu diesem Geschehen mitgeteilt. Wenn wir aber dort gewesen wären, wenn wir dort zusammen mit Rettern Trümmerhaufen durchgewühlt hätten und die verunstalteten und blutigen Körper herausgezogen und die weinenden Menschen, die ihren Nächsten verloren haben, getroffen hätten, dann würden wir uns völlig dieser Tragödie bewusst werden. Sich etwas bewusst zu werden, bedeutet, etwas tief zu erleben, sich damit zu beeinflussen und sich für immer zu ändern. Das Ziel der religiösen Erziehung ist vor allem, uns dessen bewusst zu machen, dass wir Christen, die Kinder Gottes, für das ewige Leben bestimmt sind. Der heilige Gregor von Nazianz äußerte sich über die Sendung eines Priesters. Er ist vergöttlicht, und seine Aufgabe ist, die anderen zu vergöttlichen. Dazu soll die Liturgie nachhelfen. Vielmals führt die Tätigkeit verschiedener kirchlicher Organisationen nicht zu diesem Bewusstsein. Zum Beispiel. Ich kenne eine Pfarrei, in der das Pastoralzentrum ist. Wollen Sie wissen, was dieses Pastoralzentrum organisiert? Einen Tanzkurs, einen Kochkurs. Abnehmkurs. Ja, es gibt auch eine Eheberatungsstelle, die leider fast niemand besucht. Das Problem ist, dass dieses Pastoralzentrum fast nichts zur Vertiefung des Glaubens anbietet. Mehrmals haben mir meine Kollegen, die in Deutschland Urlaubsvertretung machen, Folgendes erzählt: Dort beschränkte sich die Tätigkeit der Pfarrei nicht einmal auf Ausflüge, Ping-Pong-Turniere und andere sportliche Aktivitäten. Aber für die Vertiefung des Glaubens gab es dort nichts. Ja, sicher, so können wir hauptsächlich die jungen Leute für den Sport gewinnen. Es ist auch möglich, dass viele sagen werden, die Kirche sei modern, aber zur Bewusstwerdung des Glaubens führe das nicht. Anders gesagt: Das, was zur Vertiefung unserer Beziehung zu Gott führt, nicht. Bemühen wir uns, auf die Frage zu antworten. Werde ich mir dessen bewusst? Wer bin ich? Dass ich Kind Gottes bin, das für das ewige Leben bestimmt ist.

Gott schenkt Leben.

Stehen wir vor dem Ereignis des Todes, versuchen wir, damit fertigzuwerden. Jeder versucht es auf seine Weise. Je betroffener wir von einem Todesereignis sind, desto dringender wagen wir es, der Tatsache des Todes ins Auge zu sehen. Umso ernster sind wir gezwungen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen und auf dieses Ereignis zu reagieren. Denn obwohl wir in einer sehr diskussionsfreundlichen Welt leben und glauben, alle Tabus überwunden zu haben, haben wir anscheinend ein gewaltiges Tabu aufgebaut: das der Stellungnahme vor dem Geschehen des Todes. Dieses Tabu wollen wir jetzt für einige Minuten der Fragenstellung, der Überlegung und der Antwort beiseiteschieben. Was uns am meisten trifft, wenn wir mit dem Tod konfrontiert werden, sind die Unbedingtheit und die Endgültigkeit des Geschehens. Haben wir für alle Lebenssituationen Ausweichmöglichkeiten, so wird uns der Tod unausweichlich und endgültig aufgezwungen. Dabei wird uns deutlich, dass ein Leben zu Ende ist und wir ratlos vor dem Weiteren stehen. Solange Menschen lebten, haben sich viele damit nicht zufriedengegeben, sondern versucht, aus einem Leben, das zu Ende gegangen war, so viel wie möglich zu retten. Man formulierte es dann. Der Mensch lebt weiter. Er lebt weiter in den Gedanken seiner Lieben, er existiert in seinem Werk fort, er lebt weiter in seinen Kindern. Mir scheint, dass diese Weise eines Weiterlebens ein vorübergehender Trost für die Zurückgebliebenen sein kann, dem Toten aber nichts bringt. Man kann einem großen Menschen auch ein Denkmal setzen, man kann das Andenken eines Menschen durch Jahrzehnte hindurch in Verehrung aufrechterhalten, man kann das Größte, das der Mensch anzubieten hat, nämlich seine Liebe, in stiller und großer Treue bewahren. Letztlich wird dies jedoch alle den Toten nicht erreichen, wenn nicht eine Überzeugung vorhanden ist, dass jene Erfahrung und Erkenntnis, die wir aus dem Todesgeschehen schöpfen und von der wir gesprochen haben, dass eben mit dem Tod alles vorbei ist, nicht zutrifft. Nur wenn in uns eine Überzeugung lebt, die sich mit der Wirklichkeit decken muss, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern dass es im Gegenteil Leben gibt, das einem Toten geschenkt werden kann, nur dann ist das Gerede vom Weiterleben plötzlich nicht mehr Gerede, sondern greifbare Wirklichkeit. Wir wünschen unserem Bruder Adolf Horst das Leben, das nur Gott geben kann.

32. Sonntag A Mt 25, 14–30.

Einleitung

Einst bedeutete das Wort „Talent“ eine Geldeinheit. Heute denken wir bei diesem Wort nicht an Geld.  Talent ist für uns eine bestimmte Fähigkeit, die ein Mensch hat.  Wir pflegen zu sagen: Das ist ein talentierter Sportler, ein talentierter Sänger. Er hat ein Talent für Sprachen oder für die Malerei. Das Gleichnis von Jesus spricht von ersterem, nämlich vom Geld. Dabei hatte er aber nicht die Absicht, zu erklären, wie ein Mensch mit seinem Geld umgehen soll, sondern er wollte mit diesem Gleichnis den Sinn des Lebens ansprechen.

Predigt

Im heutigen Evangelium können wir vier Wahrheiten finden. Die erste Wahrheit ist, dass wir alle unsere Gaben und Fähigkeiten von Gott haben. Das Gleichnis sagt das klar: „Er rief seine Diener  und vertraute ihnen sein Vermögen an“.

Die zweite Wahrheit ist, dass die Menschen nicht gleiche Gaben, gleiche Talente bekamen. ,,Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten“.

Die dritte Wahrheit  sagt, dass der Mensch die Pflicht hat, mit seinen Talenten gut zu arbeiten. Jesus äußert das mit den Worten: ,,Sehr gut du bist ein tüchtiger und treuer Diener“.

Die vierte Wahrheit spricht über die Belohnung und über die Strafe. ,,Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“  oder ,,Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis. Dort wird er heulen  und mit den Zähnen knirschen!“

Was bedeuten diese vier Wahrheiten für unser Leben?

Einleitung
Ursprünglich bezeichnete das Wort „Talent” eine Geldeinheit. Heute denken wir bei diesem Wort nicht an Geld.  Talent ist für uns eine bestimmte Fähigkeit, die ein Mensch besitzt.  Wir sagen beispielsweise: „Das ist ein talentierter Sportler” oder „Das ist ein talentierter Sänger”. Er hat ein Talent für Sprachen oder für die Malerei. Das Gleichnis von Jesus spricht jedoch von ersterem, nämlich vom Geld. Dabei hatte er aber nicht vor, zu erklären, wie ein Mensch mit seinem Geld umgehen soll. Vielmehr wollte er mit diesem Gleichnis den Sinn des Lebens ansprechen.

Viele Menschen verbringen ihr Leben damit, sich immer nur Gedanken darüber zu machen, was sie alles machen müssten, was sie alles anders machen sollten oder warum sie etwas nicht anders gemacht haben. Sie kritisieren, handeln aber selbst nicht.
Nun aber zur vierten Wahrheit. Wir werden nicht dafür verurteilt, dass wir etwas schlecht gemacht haben, sondern dafür, dass wir nichts getan haben. Wir müssen nicht populär oder berühmt sein. Es genügt, wenn wir unsere Fähigkeiten gut einsetzen und sie anderen Menschen nützen. Es gibt aber auch Menschen, die sagen: „Ich habe keine Talente bekommen.” Das ist nicht wahr. Jeder Mensch hat seine Fähigkeiten von Gott erhalten, und es geht nur darum, diese weiterzuentwickeln. Wir sollten uns bewusst machen, dass wir alle einmal vor Gott stehen werden und dass wir nach dem gerichtet werden, wie wir unsere Talente und Fähigkeiten zum Guten genutzt haben.

Die Strategie des Überlebens.

Wenn wir über Christus sprechen, sprechen wir oft über das Evangelium. Das Evangelium ist die gute Nachricht. Die Nachricht, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns zu erlösen, ist ein Zeichen seiner unendlichen Liebe zu uns. Doch neben dieser guten Nachricht gibt es auch eine böse. Durch die Sünde unserer Stammeltern trat sie in die Welt ein. Der Satan gewann in gewissem Maße die Oberherrschaft über die Menschen. Die Folgen der Sünde erleben wir alle in unserem Leben. Die Erfahrung des Bösen ist für uns wichtiger als die Erfahrung des Guten. Wenn ich mit 100 Menschen zusammenlebe, von denen 99 gute Menschen sind und nur einer ein Mörder, ist es wichtig, ob ich mich gegen diesen einen wehren kann. Ich kann ein gesundes Herz, eine gute Leber oder eine gute Lunge haben, aber wenn meine Nieren versagen, bin ich tot. Die Tatsache, dass ich ein gesundes Herz habe, wird mich nicht retten. Unser Leben, sowohl geistig als auch körperlich, hängt davon ab, wie wir Krisensituationen bewältigen. Unsere Gedanken und Anschauungen beeinflussen andere Menschen. Das geschieht hauptsächlich in unserer Kindheit. Ich möchte ein Beispiel nennen. Schon während der Ersten Tschechoslowakischen Republik gab es in Böhmen viele Kommunisten, Sozialisten und natürlich auch Atheisten. Nicht zufällig haben die Kommunisten nach dem Krieg die Wahlen in Böhmen gewonnen. Dort gibt es so viele Atheisten; das ist kein Zufall. So wurden die Kinder dort erzogen, und das zeigt sich auch heute noch. Es ist sehr wichtig, welche Beziehung zu Gott wir in unserer Kindheit entwickelt haben, aber auch welche Erfahrungen wir gemacht haben. Während meines Lebens hatte ich die Möglichkeit, mit vielen Menschen über Gott und die Kirche zu sprechen. Sie wären überrascht, welche unterschiedlichen Meinungen und Anschauungen die Menschen haben.  Wenn ich diese Menschen später näher kennenlernte, verstand ich, warum sie so dachten. Warum ist das so?  In der Welt gibt es nicht nur gute, sondern auch böse Nachrichten. Hinter allem steht die Sünde. Beide Nachrichten beeinflussen uns. Natürlich ist entscheidend, in welcher Familie wir aufgewachsen sind. Sicher ist, dass die Erfahrungen und Erlebnisse aus der Kindheit und Jugendzeit uns prägen. Es wäre jedoch ein Fehler zu glauben, dass ein Mensch zu 100 % gut oder zu 100 % schlecht ist. Wichtig ist zu wissen, dass Jesus Christus uns die Möglichkeit gibt, über das Böse zu siegen. Es ist nicht leicht und nicht einfach, aber es ist möglich. Wie tief ist die Botschaft Jesu in uns gerückt? Nicht nur nach außen hin empfangen wir das Wort Gottes, sondern auch innerlich. Ein Beispiel. Wir hören die Worte Jesu: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,33) Zunächst stimmen wir dem zu und sagen: „Wirklich, so sollte es sein.“ Aber dann kommen die Angst und die Befürchtungen in uns auf und wir hören die Worte. Das kann nicht funktionieren. Wovon werden wir leben? Wer sieht das? Tatsächlich suchen wir zuerst die materiellen Dinge und um das Reich Gottes geht es uns nicht. Mit anderen Worten: Wir vertrauen nicht auf die Worte Jesu. Wir wollen nicht sehen, dass viele Menschen das tun, nach dem Evangelium leben. Ein Bekannter von mir hat mir erzählt, dass er als Kind, wenn er mit seinen Kameraden spielte und sie siegten, sich nicht bemühte, ihnen gleichzukommen. Er trainierte nicht. Er sagte immer: „Ich schaffe das nicht.“ Diese Erfahrung können wir auch auf unsere Beziehung zu Gott übertragen. Viele Menschen lesen die Lebensgeschichte der Heiligen. Aber sie bemühten sich nicht, diesem Menschen zu folgen. Sie sagen: „Nein, das schaffe ich nicht.“ Das ist nichts für mich.
Wir können uns fragen: Hat Gott seine Gabe für alle Menschen vorbereitet oder nur für einige Auserwählte? Ist es richtig, wenn wir kleinmütig sind? Wenn uns Angst und Befürchtung erfüllen?

Vorbereitet zu sein.

Liebe Kinder!

Das heutige Evangelium lehrt uns, dass wir vorbereitet sein sollen. Sicher, ihr fragt. Wofür sollen wir vorbereitet sein? Für die Aufgaben, die wir erfüllen sollen: Wann müssen wir vorbereitet sein? Damals, wenn es notwendig ist.  Wenn die Zeit kommt. Zum Beispiel. Ein Schüler soll vorbereitet sein, wenn der Lehrer in der Fachrichtung Schule prüft, und für ihn bedeutet das, dass er gelernt hat, weiß, wie er antworten soll und die Hausaufgabe aufgeschrieben hat. Wenn ein Sportler vorbereitet ist? Damals, wenn er in guter Kondition ist und ordentlich trainiert. Auch im heutigen Evangelium ist die Rede von der Vorbereitung. Bei den Juden war die Gewohnheit, dass der Bräutigam für seine Braut gewöhnlich nach Sonnenuntergang  mit seinen Freunden kam. Weil die Braut nicht wusste , wann ihr Bräutigam kam, wartete sie mit ihren Freundinnen auf ihn. Diese Frauen hatten mit sich  die Lampen mit Öl. Im Evangelium ist geschrieben , dass 5 Brautjungfern die Lampen mit Öl hatten, und andere 5 Brautjungfern hatten nicht nur die Lampen mit Öl, sondern auch das Öl in der Hinterhand, im Vorrat. Diese Brautjungfern setzten voraus, dass der Bräutigam später  kommen kann, darum bereitete sie mehr Öl vor. Die anderen Brautjungfern dachten nicht, dass der Bräutigam später kommen würde. Auch wir benehmen uns  oft ähnlich. Zum Beispiel denkt der Schüler, dass er nicht aufgerufen wird; darum lernt er nicht. Und der Lehrer ruft ihn eben an. Etwas Ähnliches ist mir auch einmal passiert. Am Nachmittag sollte  ich eine Predigt schreiben. Ich habe aber gedacht, ich hätte genug Zeit und würde die Predigt  am Abend schreiben. Am Abend gab es in der Pfarre einen Kurzschluss, also gab es dort keine Elektrizität, und ich konnte meine Predigt nicht schreiben. Daraus fließt für uns eine Belehrung. Wir sollen unsere Aufgabe nicht ablegen. Nicht sagen. Später. Ich habe noch angemessene Zeit. Nie wissen wir, ob wir Zeit haben werden.  Im Jahr 1791 starb der hervorragende musikalische Komponist Wolfgang Amadeus Mozart. Kurz vor seinem Tod besuchte ihn ein unbekannter Mann  und  bat ihn , eine Begräbnismesse in Musik zu setzen. Mozart war zu dieser Zeit 36 Jahre alt. Er dachte nicht, dass er bald sterben würde. Er konnte denken. Ich habe noch angemessene Zeit. Mozart komponierte die Begräbnismesse gleich, und heute kennt die ganze Welt sie unter dem Namen „Requiem“. Kurz darauf, als Mozart dieses Werk komponierte,  starb er. Wenn er diese Aufgabe verschoben hätte, hätte er dieses Musikwerk nie geschrieben. Vielleicht kennt ihr das Sprichwort: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. In meiner Muttersprache gibt es auch ein Sprichwort: Wer zu spät kommt, hat das Nachsehen. In unserem Leben hat alles seinen Platz und seine Zeit. Wenn wir immer das tun, was wir sollen, wird unser Leben glücklich und zufriedenstellend. Und es geht darum eben. Aber entscheidend ist, dass wir auf den Tod vorbereitet sind.

Weihetag der Lateranbasilika.

32. Sonntag A 2014 – Weihetag der Lateranbasilika

Einleitung

An diesem Sonntag ist der Weihetag der Lateranbasilika, daher werden die Texte des 32. Sonntags im Jahreskreis nicht genommen.  Der Bau einer Basilika wird immer mit einer liturgischen Feier abgeschlossen, bei der sie Gott in besonderer und feierlicher Weise geweiht wird.   Wenn es um eine Kathedrale geht, betrifft dieser Weihetag alle Gläubigen der Diözese. Wenn es eine Pfarrkirche ist, so ist das besonders entscheidend für die Gläubigen der Pfarre. An den Weihetag der Lateranbasilika erinnert sich heute die ganze Kirche, weil sie die Mutter und das Haupt aller Kirchen der Welt ist. (omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput).

Predigt

Die Geschichte der Lateranbasilika ist mit vielen bewegenden Ereignissen verbunden. Die Basilika wurde an der Stelle gebaut, wo einst der Lateranpalast stand. Feierlich weihte sie Papst Silvester I am 9. November 324 ein. Karl der Große wurde dort 774 getauft. Hier genehmigte Papst Innozenz III. die Regeln des heiligen Franz von Assisi. Dort wurde das erste Jubiläum ausgerufen. In dieser Basilika fanden fünf ökumenische Konzile statt. Diese Basilika wurde mehrmals zerstört, aber immer wieder aufgebaut.    Zum letzten Mal wurde sie 1993 durch eine Bombe der sizilianischen Mafia beschädigt. Kurz zuvor hatte Papst Johannes Paulus II. zur Bekehrung jener Menschen aufgefordert, die den Tod vieler auf dem Gewissen hatten. Jeder Papst betritt diese Basilika als römischer Bischof, als der Hirte der universalen Kirche. Die Weihe der Lateranbasilika bedeutete im vierten Jahrhundert auch Religionsfreiheit. Die christlichen Gemeinschaften, die sich in den Katakomben zur Eucharistie trafen, konnten nun ihren Glauben in der Basilika feiern.

Ich möchte aber ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die historischen Fakten richten. Am heutigen Tag zeigen wir Katholiken unsere Gemeinschaft und Einheit mit dem Heiligen Vater. Wir haben auch die Gelegenheit, über die Bedeutung der Kirche nachzudenken. Das Zweite Vatikanum nannte im Dokument „Lumen Gentium“ auch die Familie als kleine Kirche, als Hauskirche, wenn sie im Namen Jesu versammelt ist. Warum ist es für uns Christen so entscheidend, in die Kirche zu gehen? Wir könnten doch auch zu Hause Gott anbeten? Die Antwort darauf ist: Jesus kam in die Welt, um alle Menschen zu erlösen und nicht jeden einzelnen getrennt. Er kam in die Welt, um eine Gemeinschaft gläubiger Menschen zu bilden, die mit ihm verbunden sind. Wir können Kirche als „Haus Gottes unter den Menschen“ bezeichnen. Die Kirche ist der Ort von Gottes Anwesenheit. Dabei ist es ganz egal, ob das Kirchengebäude gotisch, barock, romanisch oder im modernen Stil errichtet ist. Wichtig ist, dass sich dort Menschen versammeln, die Jesus ruft. Die lateinische Bezeichnung der Kirche ist „Ecclesia“, die griechische „ek-kaleo“ bedeutet so viel wie „zusammenrufen, einladen“. Die Kirche ist also der Ort, an dem sich jene versammeln, die in Jesu Namen eingeladen sind. Was ein Haus für die Familie ist, ist die Kirche für die Gottesfamilie. Mit der Kirche ist das Leben eines Menschen verbunden.

Darüber schreibt ein Professor wunderschön: Ich wurde geboren und in die Kirche gebracht. Hier wurde ich durch die Taufe ein Kind Gottes. Hier empfing ich die erste Heilige Kommunion und durch das Sakrament der Firmung bin ich zu einem reiferen Christen geworden. Hier werden mir meine Sünden vergeben. Hier schlossen meine Eltern ihren gemeinsamen Bund im Sakrament der Ehe. Ich feierte hier auch meine Primiz. Und ich werde auf meinem letzten Weg in die Ewigkeit von dieser Kirche Abschied nehmen.

Was bedeutet für uns die Kirche? Für manche bedeutet sie kaum mehr etwas und sie vernachlässigen die sonntägliche heilige Messe. Das ist ein erschütterndes Phänomen. Viele sagen, dass sie in die Natur gehen, um dort zu beten. Das kann aber eine Heilige Messe nicht ersetzen. Diese Menschen haben den Auftrag Jesu vergessen, der will, dass wir Christen uns treffen, um gemeinsam zu beten und Gott unseren Lobpreis auszusprechen. Natürlich können wir auch privat beten, aber wir dürfen dabei nicht die Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche vergessen. Außerdem wird uns in der Kirche das Wort Gottes verkündet und in der Predigt ausgelegt. Das hören wir in der Natur nicht.

Der heilige Augustinus erzählt in seinen Bekenntnissen von einem Philosophen, der Heide war. Er befasste sich aber mit dem Christentum und als er von der Wahrheit der Lehre Christi überzeugt war, sagte er zu einem Priester: „Ich bin schon beinahe ein Christ!“ Dieser meinte: „Das glaube ich dir nicht, denn ich habe dich noch nie in der Kirche gesehen.“ Verwundert fragt der Philosoph: „Machen denn die Kirchenmauern die Menschen zu Christen?“ Dann las er eines Tages in der Bibel im Lukasevangelium Folgendes: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit kommt und in der Hoheit des Vaters und der heiligen Engel.“ Nun hatte er begriffen, dass er sich schämte, denn was würden seine Kollegen sagen, wenn er in die Kirche ginge? Daraufhin ging er wieder zum Priester und sagte zu ihm: „Ich werde von jetzt an in die Kirche gehen, denn ich will wirklich Christ werden.“ Dadurch, dass man in die Kirche geht, bekennt man offen seinen Glauben.

Eine Kirche ist ein Haus Gottes, denn er, der Mensch geworden ist, wohnt wirklich in der Kirche. Viele Menschen fanden zum Glauben in der Kirche. Auch ein Schriftsteller, der, wenn er in Paris war, immer die Kathedrale Notre-Dame besuchte. Er sagte einmal: „Wenn ich die Kathedrale betrete, fühle ich, dass mir der Glaube in den Sinn tritt.“ Mit einem schönen Psalm, der über die Freude spricht, wenn man eine Kirche betritt, möchte ich schließen: „Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen. Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott.“ Mögen uns diese Worte begleiten, wenn wir in die Kirche gehen!

Bekehrten wir schon uns?

Erlebten wir schon eine wirkliche Bekehrung? Das Zeichen/Symptom einer wirklichen Bekehrung kann auch Freude sein. Gott ist die Liebe. Er liebt uns unendlich. Für uns ist er Mensch geworden und ist am Kreuz gestorben. Er sehnt sich danach, uns mit seiner Gottheit zu beschenken. Er möchte uns zu seinen Kindern machen. Schauen wir uns nur an, wie sich die Menschen freuen, wenn sie im Lotto Geld gewinnen.  Die Freude dieser Menschen ist aufrichtig und spontan. Das ist keine vorgeschriebene Freude. Oder wenn ein Sportler bei den Olympischen Spielen  eine Medaille gewinnt. Diese Sportler sagen, dass es eine unbeschreibliche Freude ist. Oder wenn jemand das Studium beendet und Arzt oder Ingenieur wird – aber was ist das im Vergleich zu Gottesgaben, zu dem, was uns Jesus versprochen hat? Gott hat unser Leben in seinen Händen. Jesus sagte am Beginn seiner Wirkungen: „Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht. Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Matthäus 11,5.  Vielleicht haben sie gesehen, wie die Menschen im Raumfahrtzentrum in Houston  sich freuten, als die auf dem Mond landeten. Überleben wir  eine solche Freude? Auch dann, wenn wir leiden müssen?  Das Beispiel gibt uns der heilige Paulus. Da erhob sich das Volk gegen sie, und die obersten Beamten  ließen ihnen die Kleider vom Leib reißen  und befahlen, sie  mit Ruten zu schlagen. Sie ließen ihnen viele Schläge geben und sie  ins Gefängnis bringen. Dem Gefängniswärter befahlen  sie, sie in sicherem Gewahrsam  zu halten. Auf diesen Befehl  hin warf er sie ins innere Gefängnis  und schloss zur  Sicherheit ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder, und die Gefangenen hörten ihnen zu. Apost. 16,25–34. 16, 23-25. Ist unsere Freude manchmal krampfhaft? Warum erleben  manche Christen  die Freude nicht?  Glauben Sie vielleicht Jesus‘ Botschaft nicht?  Sie glauben möglicherweise nur mit Ihrem Verstand. Die Sachen: Gott hat uns erlöst, wir sind Kinder Gottes, Jesus schenkt uns das ewige Leben, das für diese Menschen fast nichts bedeutet und ihnen fast keine Freude macht. Wir sind überzeugt, dass diese Sachen für alle Christen selbstverständlich sind. Aber es ist nicht so. Die ersten Vorstellungen von Gott bilden die Eltern auf. Einmal unterrichtete ein Kaplan in der Schule die Kinder darüber, dass Gott unser Vater ist, für uns sorgt und uns liebt. Da stellte sich ein Bub hin und sagte: „Wenn Gott mein Vater sein sollte, solchen Gott will ich nicht. Warum er das sagte? Weil sein Vater ein Alkoholiker und Gewaltmensch ist. Viele Menschen beschuldigen Gott für all sein Versagen und seine Misserfolge, die für alle Christen selbstverständlich sind. Sie sagen, dass Gott ungerecht ist. So lehrten sie ihre Kinder. Gibt es aber die Menschen, die keinen Mut haben, das offen zu sagen? Diese Gedanken übergehen  in ihr Unterbewusstsein und vergiften ihr Leben. Wenn jemand in seinem Bewusstsein solche Gedanken hat, kann er nicht glauben, dass Gott uns liebt. Am schlechtesten ist es, wenn diese Probleme nicht gelöst werden. Aber es gibt Leute, die das nicht anerkennen. Wenn es bei Ihnen wirklich in Ordnung ist, dann wo ist Ihre Freude? Haben wir keine Angst, zu sagen, was wir wirklich von Gott denken und was er für uns bedeutet. Prüfen wir gründlich unser Inneres und versuchen, die Wahrheit über unser Bild von Gott zu entdecken. Vielleicht wird es schmerzhaft und schwierig. Vielleicht erschallt in uns die Angst. Um Gottes willen, was fällt  mir ein? Oh Gott, ich habe das so nicht gedacht. Oder erscheint die Verletzung, die wir bis jetzt leugneten und versteckten. Es ist aber wichtig, damit wir dieses Bild in uns entdecken, verarbeiten  und korrigieren. Es ist interessant, dass Menschen, die in atheistischen Familien heranwuchsen, öfter offen über ihren Glauben sprechen als ihre Kollegen, die im Glauben erzogen wurden. Warum. Darum, weil sie als  Kinder kein Bild von Gott ausgebildet haben und sie jetzt nichts „überwinden“ müssen“. Das ist kein Angriff auf die christliche Erziehung, sondern nur der Hinweis darauf, dass mangelhafte christliche Erziehung mehr Schaden als Nutzen macht. Dieses falsche Bild überschattet das des wirklichen Gottes und treibt uns in Angst und Befürchtungen. Es verwandelt unser Christentum in eine Last und Pflicht. Darum sind die Christen oft traurig und geschmacklos. Es ist unmöglich, uns zu bekehren, wenn wir ein falsches Bild von Gott haben. Es ist notwendig, dass wir diesen versteckten Schädling in unserem Inneren entdecken und an den wirklichen Gott glauben. Finden wir in unserem Leben, dass wir Gott übelnehmen. Was spüren sie? Angst?  Angst vor Gottes Strafe?  Wenn Gott die Liebe ist, dann sollen wir nichts befürchten. Gott weise von diesem unserem Übel ab, jede unsere Sünde ist vielmehr ein Verschulden gegen Gott als diese unsere Vorwürfe.  Wenn wir doch Angst haben, dann ist unser Bild von Gott nicht richtig. Das ist das Bild Gottes, der selbstgefällig, aufbrausend und rachsüchtig ist.

Erklärung der heiligen Messe VI b.

Bei der heiligen Messe verwenden wir das Brot ohne Hefe, also Weizenmehl mit Wasser, und den Wein ohne Fremdstoffe. In den Wein werden ein paar Tropfen Wasser eingegossen. Ursprünglich war die Bedeutung echt praktisch. Der Wein am Osten ist stark, daher wurde er verwässert. Später wurde dazu auch symbolische Bedeutung zugegeben, die der Priester äußert, wenn er betet: „Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse ich diesen Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat.“

Das Brot ist auch das Symbol der Gemeinschaft. Wir stehen vor Gott nicht als einzelne Personen, sondern als sein Volk. Das Korn musste seine Schale verloren haben; es musste zerdrückt und ausgebacken werden. So auch der Mensch muss sein „Egoismus“ verlieren – entäußern sich selbst, als ob er zerdrückt ist und vom Heiligen Geist durchglüht .Die Vorbereitung der Opfergaben ist dann mit dem Opfergebet vollendet. Dieses Gebet soll uns zeigen, dass diese Gaben aus profaner Verwendung stammen und für den Herrn bestimmt sind. Dieses Gebet soll auch einen besonderen Gottessegen für diese Gaben erflehen. Oft äußert dieses Gebet die Freude über den bewunderungswürdigen Wechsel, an dem wir teilhaben. Wir bringen Gott die Gaben, die wir von Gott bekommen haben. Er nimmt diese Gaben an und zum Schluss verwandelt er diese Gaben und gibt uns sie zurück. Die Vorbereitung der Gaben ist der Anfang eines eindrucksvollen Geheimnisses. Gott steigt zu uns herab, und wir steigen mit ganzem Leben zu Gott hinauf. In einem Menschen gibt es verschiedene Kräfte.  Der Mensch kann verschiedene Dinge, etwa Sterne, Berge, Meere, Flüsse, Tiere und Pflanzen, kennenlernen. Er kann diese Sachen lieben oder abweisen. Der Mensch hat aber die Fähigkeit, „erkennen“, dass über ihm etwas Höheres ist – und das ist Gott. Der Mensch kann Gott das Opfer bringen, damit Gott verherrlicht wird. Nur der Mensch, der nicht egoistisch ist,  kann Gott das Opfer bringen. Das Opfer bedeutet, dass der Mensch auf etwas verzichtet, was ihm lieb ist. Schon von Kain und Abel wissen wir, dass sie Gott Opfer gebracht haben. Selbst die Heiden haben ihren falschen Götzen Opfer dargebracht. Das ist auch ganz natürlich, denn wie  uns unser Verstand sagt. Wir müssen Gott durch unsere Gaben ehren. Gott selbst hat die Opfer gutgeheißen. Es waren teils blutige  Opfer, wenn ein Tier geschlachtet und sein Blut vergossen wurde, teils unblutige , wenn Mehl, Brot, Wein geopfert wurden. Warum hat denn Gott diese Opfer so streng befohlen? Damit die Juden nie vergessen sollten, dass Gott ihr höchster  Herr sei, dem sie alles verdanken, von dem sie allein alles Gute empfangen und hoffen durften. Wir wissen auch, dass Gott den Juden den künftigen Erlöser verheißen hat. Damit sie nun diese Verheißung nie vergessen und ein rechtes Verlangen nach dem Erlöser haben sollten, hat Gott die Opfer angeordnet, namentlich die Sühneopfer. Durch die Darbringung dieser Opfer haben die Juden ihr Bekenntnis zu ihrem Sündigen abgelegt. Wir sind Sünder, Gott mag uns nicht mehr und wir müssen fürchten, dass er uns hart straft, wenn wir ihn nicht versöhnen. Zugleich haben sie wohl erkannt, dass die Tieropfer Gott nicht versöhnen können. Darum sind sie erinnert worden  an die Verheißung Gottes , dass er einen Erlöser senden werde, der sich zum Opfer bringen, die Sünden der Welt auf sich nehmen und durch seinen  Tod uns von Sünde und Strafe befreien werde.

In der Erklärung der heiligen Messe kommen wir jetzt zur Präfation – zum Lobgesang. Der Priester: „Der Herr sei mit euch.“ Und wir antworten. Wir haben sie beim Herrn. Bei diesen Worten werden wir uns dessen bewusst, dass wir in der Nähe des Herrn sind. Wir danken dem Erlöser für sein Erlösungswerk, an dem wir Anteil haben. Unsere Dankbarkeit zollen wir auch dem Gott Vater, den alle Engel loben. Dieser Lobgesang endet mit dem Sanctus. Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe  hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe. Das ist das Rufen, das der Prophet Jesaja im Himmel hörte. Wir wissen, dass unsere Liturgie nicht nur eine irdische Angelegenheit ist. Wir treten in die himmlische Feier Gottes ein. Es gibt eine riesige Zahl von Engeln und Heiligen, die Gott preisen. Möge unsere heilige Messe zelebriert werden, in beliebigen Bedingungen, ist immer die Teilnahme an den himmlischen Feiern. Darum rufen wir; Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna bedeutet: Christus kommt als der Herr in unsere Gemeinschaft. Die heilige Messe vergegenwärtigt  das, was geschehen ist, als Jesus in die Stadt eingetreten ist, und sagte zu ihnen: „Ist, als Jesus in Jerusalem eingetreten ist.“ Jesus sandte zwei seiner Jünger in die Stadt und sagte zu ihnen. Geht und bereitet das Paschamahl für uns vor , damit wir es gemeinsam essen können. Sie fragten ihn.  Wo sollen wir das vorbereiten? Er antwortete ihnen. Wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm ins Haus, in das er hineingeht. Und sagt dem Herrn des Hauses. Der Meister lässt dich fragen: „Wo ist der Raum, in dem ich im Obergeschoss mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen , der mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereiteten sie alles vor. Sie gingen und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte , und bereiteten das Paschamahl vor (Lk 22,8-13). Jedes Jahr gedachten die Israeliten der Ausfahrt aus der ägyptischen Sklaverei. Sie dachten an ihre Rettung durch  Blut eines Lammes. In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten  jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter  Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr. Das Blut an den Häusern , in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen  für euren Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe , werde an euch vorübergehen, und das vernichtende  Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage“.Ex 12,12-13. Jesus feierte mit seinen Aposteln das Paschamahl. Sie essen ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm. Darf es sein? Über dem Feuer  gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. Nichts davon dürft ihr roh oder in Wasser oder in Wasser gekocht essen, sondern es muss über dem Feuer  gebraten sein“ (Exodus 12,5,7). Beim Abendmahl fand alles nach den jüdischen Zeremonien statt. Jesus nahm Brot, sprach das Dankgebet , brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Tut dies zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: „Dieser Kelch  ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ Lk 22,19–20. In dieser Nacht wurde das Brot sein Leib und der Wein sein Blut. Der neue Bund wurde eingeschlossen.