Mr 10,13-16
Im heutigen Evangelium haben wir gehört, dass Jesus die Kinder gesegnet hat. Sicher waren diese Kinder sehr glücklich. Auch ihre Kinder erhalten heute den Segen. Im Segen jedes Priesters liegt etwas Großes. Die Segnung bringt Gottes Hilfe und Gnade. Wenn der Priester segnet, spricht Gott einen Segen. Je frommer die Segnung erteilt und empfangen wird, desto mächtiger ist ihre Wirkung. Als letzte Tat der Liebe gab uns Jesus, als er in den Himmel hinaufstieg. Er schenkte uns seinen Segen. Und durch seine Jünger will Jesus bei allen Tagen unseres Lebens weiter segnen. Die priesterliche Segnung hat stets Heil-, Weihe- und Schutzkraft. Eine rührende Geschichte erzählte ein Priesterhäftling im Konzentrationslager Dachau. Der Buchhalter des Lagers ersuchte ihn, seine neue Wohnung zu weihen. Der Priester, der viele Jahre von der Erniedrigung gezeichnet wurde, sagte. Ich wurde ersucht, das Einzige zu geben, was ich anbieten konnte: meine Segnung. Der Segen ist die Quelle des Sieges über das Böse. Der Priester segnet mit erhobener Hand und dem Zeichen des Kreuzes. Damit ist deutlich angedeutet, dass die Wirkung des Segens durch Christi Tod am Kreuz kommt. Gesegnet werden nicht nur die Menschen, sondern auch die Sachen, Orte, Arbeit, Werkstätten, Arbeitseinrichtungen, Werkzeuge, Verkehrsmittel. Segnen mit dem Zeichen des Kreuzes bedeutet, die Menschen zu Christus zu führen. Christus nahm mit seinem Tod am Kreuz den Fluch der Sünde ab. Da die Menschen wieder und wieder in die Sünde fallen, brauchen sie wieder und wieder Hilfe. Die Hilfe bekommen sie von Christus. Oft hören wir, dass die Welt böse und rücksichtslos ist. Jammern über die Bosheit der Welt hilft uns nicht. Noch katastrophaler wäre es, wenn wir verfluchten. Dann würden wir die Kraft des Bösen unterstützen . Der heilige Paulus schreibt. Segnet und verflucht nicht. Zum Schluss eine kurze Geschichte:
Charles Haddon Spurgeon war ein bedeutender protestantischer Prediger. Einmal nach einer sonntäglichen Predigt fühlte er sich miserabel. Er spürte, dass ihm seine Predigt nicht gelungen ist. Er schämte sich. Als er nach Hause kam, fiel er auf die Knie und betete. Herr, segne diese meine Predigt. Im nächsten Monat meldeten sich bei ihm 41 Menschen und sagten, dass diese „miserable“ Predigt ihnen zum wahrhaftigen Glauben helfe. Nach einer Woche hatte er wieder eine Predigt. Seiner Ansicht nach – makellos. Aber die Predigt blieb ohne Widerhall. Diese Spurgeons Erfahrung lehrt uns zwei Sachen. Die erste ist, dass wir Gottes Segen für alle unsere Arbeiten erbitten. Der Psalmist spricht. Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Psalm 127,1 Und die zweite Sache ist: Unsere Schwachheit kann der Kanal zur Äußerung der Gottesmacht sein. Der heilige Paulus schreibt: „Und so werde ich mich lieber mit meinen Schwachheiten loben, damit in mir Gottes Kraft wohnt. Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. 2 Kor 12,9-10
Einleitung
Liebe Brüder und Schwestern, sicher haben Sie schon davon gehört, dass es Leute gibt, die Satan verehren. Diese Menschen haben ihn zu ihrem Vorbild. Im sogenannten Crowley-Satan-Ritual steht: „Sei dein einziges Gesetz: Mache, was du willst.“ Solche Reden beunruhigen uns. Wir wissen, dass solche Rede zur Unordnung, zum Chaos führt. Und das ist das Ziel des Satans. Der Satan will in dieser seiner Tätigkeit nicht gestört werden. Jesus aber ist gekommen, um die Macht des Satans zu brechen, und erklärte dort:
Predigt.
Das heutige Evangelium stellt uns Jesus als den Sieger über Satan vor. Jesus kam am Samstag in die Synagoge in Kafarnaum und dort las und erklärte er die Heilige Schrift. In seiner Rede erwähnte er die Gefahr, die vom Satan kommt. Unter den Hörern war ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der unreine Geist schrie durch den Mund des besessenen Menschen auf: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazareth?“ Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? So vehement wollte der unreine Geist Jesus anfahren, um die bösen Geister in Ruhe zu lassen. Jesus achtete Satans Protest nicht. Er befahl ihm streng: „Schweig und verlass ihn.“ Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Und in der Synagoge erstaunten die Hörer und fragten. Was ist das? Eine neue Lehre? Was für eine Macht hat? Er befiehlt auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm. Jesus‘ Worte befreien und heilen. Sie aber bringen die Unruhe in die sündhaften Herzen. Ähnliche Satansworte hören wir auch heute: „Was geht dich das an, was wir machen? Kümmere dich um uns nicht.“ So schreien die Autoren der unmoralischen Literatur und Filme. So schreien die Drogenhersteller. So schreien die Mafiosi und die Anhänger homosexueller Ehen. Heute aber ist die sehr verbreitete Meinung: Es ist doch die Demokratie. Jeder Mensch kann machen, was er will, und glauben, was er will. Und wir sollen das respektieren. Nach dieser Meinung haben wir kein Recht, das Unrichtige zu verurteilen. Ein Beispiel: Vor ein paar Jahren habe ich im Fernsehen einen englischen Sänger gesehen. Er ist homosexuell, und wenn die Kirche Homosexualität verurteilte, wurde er sehr zornig und schimpfte auf die Kirche.
Niemand zweifelt daran, dass die Geschichte der Welt die großen Persönlichkeiten beeinflusste. Viele von ihnen arbeiteten hervorragend; sie waren ausgezeichnete Redner. Sie wussten, die Massen hinzureißen. Leider nicht immer nur zum Guten. Unter ihnen waren auch die Demagogen. Sie wirkten auf die Massen mit Faktenverdrehungen und Nepp. So war es in der Vergangenheit, so ist es auch in der Gegenwart. Genug Menschen beobachten die Situation in der Ukraine und die Einstellung Russlands. Vielleicht fragen sie jetzt: „Was können wir machen?“ Die erste Sache, die wir tun können oder sollen, ist, die Wahrheit und Gerechtigkeit zu suchen. Die Demagogen haben kein Problem damit, die Massen mitzureißen, wenn sie sagen, was die Menschen hören wollen. Und bedauerlicherweise wollen nicht einmal die Menschen die Wahrheit sehen und hören. Sie sind, als ob mit Blindheit geschlagen. Was für eine Belehrung sollten wir aus dem heutigen Evangelium entnehmen? Nicht schweigen, dort, wo das Böse wirkt. Nicht falsch, tolerant zu sein. Immer offen auf der Seite des Guten zu stehen. Haben wir den Mut, klar und deutlich zu sagen, dass das, was sie tun, falsch und unrichtig ist? Die Welt braucht solche Menschen. Wir müssen die Zeugen der Wahrheit sein. Seien wir nicht die formlose Masse, die jede Ansicht unkritisch annimmt. Jesus erlaubte nicht, im heutigen Evangelium dem Satan weiterzuwirken. Er verhandelte mit ihm nicht. Ist das nicht eine Belehrung für uns?
Am nächsten Tag fragte Smith erneut. In seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ beschreibt Jules Verne den Schiffbruch von fünf Ballonfliegern, die während eines Gewitters über den Pazifik fliegen und an einer unbekannten Küste stranden. Vier von ihnen werden gerettet, doch der Ingenieur Cyrus Smith bleibt verschwunden. Nach langer Suche finden sie ihn. Es scheint, als sei er tot. Aber schließlich kam er zu sich. Seine erste Frage war: „Eine Insel oder ein Festland?“ Pencroff rief aus: „Das ist egal. Hauptsache, dass sie leben. Am nächsten Tag fragte Smith erneut. „Sind wir auf einer Insel oder auf einem Festland?“ Das wissen wir noch nicht. Aber wir werden es erfahren. Unter ihrer Führung werden wir das Land erforschen. Warum gerade diese Frage? Weil sie sehr wichtig ist.
Gibt es eine wichtigere Frage? Ist das Sein Gottes wahrscheinlich? Gibt es greifbare Äußerungen Gottes? Gibt es eine gemeinsame Erfahrung der Menschheit mit Gott? Aufgrund dieser Erfahrungen können wir unser Urteil fällen, dass es einen Gott gibt. Wir können aber auch zu dem Schluss kommen, dass es keine überzeugenden Beweise für die Existenz Gottes gibt.
Unsere erste Frage ähnelt der von Ingenieur Smith. Existiert unsere Erde, unser Weltall, wirklich alles oder gibt es noch etwas anderes? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend. Wenn es nichts außer unserer Welt gibt, dann werden wir uns nur an diese Erde orientieren. Gibt es jedoch etwas hinter den Grenzen unserer Welt, müssen wir uns eine ergänzende Frage stellen: Lohnt es sich, das, was außer unserer Welt liegt, zu erlangen? Wenn es sich lohnt, werden wir ein Schiff bauen und dorthin fahren, und es ist uns egal, was wir hier hinterlassen. Wenn es sich nicht lohnt, werden wir uns damit nicht weiter befassen. Gibt es einen Gott? Ja oder nein? Die Gescheiterten aus dem Roman von Jules Verne befanden sich in dieser Situation. Wenn sie auf einem Festland sind, versuchen sie, zu den Menschen zu gelangen. Wenn sie auf einer Insel sind“, beginnen sie, ein Schiff zu bauen. Wenn sie in der Nähe des Festlands sind, beginnen sie ein Schiff zu bauen. Wenn sie sehr weit vom Festland entfernt sind, beginnen sie, ein Haus zu bauen und sich auf einen langfristigen Aufenthalt, vielleicht sogar für immer, vorzubereiten.
Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie die Schiffbrüchigen aus dem Roman „Die geheimnisvolle Insel”. Eines Tages werden wir auf unserer Erde auf uns allein gestellt sein und müssen unser Leben so gestalten, wie wir es für richtig halten. Was werden wir machen? Ist der Gedanke an die Existenz Gottes mit der Rationalität vereinbar? Ist er wahrscheinlich oder nicht? Stellen Sie sich vor, Sie haben bei einer Wanderung in den Bergen unter einem Felsen eine Uhr gefunden. Die Uhr funktioniert. Ihnen ist klar, dass die Uhr nicht von selbst dorthin gelangt ist. Vielleicht hat sie dort jemand verloren oder absichtlich liegen lassen. Sie wissen auch, dass die Uhr nicht von selbst entstanden ist. Jemand musste sie erzeugen. Stellen Sie sich eine vollautomatisierte Fabrik vor, die Uhren ohne menschliche Anwesenheit erzeugt. Ist es möglich, dass diese vollautomatische Fabrik ohne den Eingriff des Menschen entstand? Sicher nicht. Atheisten behaupten, dass die Idee Gottes irrational ist, also im Gegensatz zum gesunden Menschenverstand steht. Ein Mensch, der seinen Verstand schätzt, kann den Gedanken an einen übernatürlichen Gott nicht akzeptieren. Zunächst müssen wir klären, was „übernatürlich“ bedeutet. Stellen Sie sich vor, Sie gerieten mitten im Ozean in Seenot und kämpften um Ihr Leben. Was können wir unternehmen, um uns zu retten? Was kann der Ozean zu unserer Rettung beitragen? Und jetzt fliegt ein Hubschrauber dorthin und rettet Sie. Ist das der „natürliche“ oder der „übernatürliche“ Eingriff”? Die Antwort ist: Wenn wir nur innerhalb der Grenzen des Ozeans nachdenken, ist dieser Eingriff übernatürlich, denn dort gibt es keine Hubschrauber. Ein Hubschrauber ist etwas Fremdes. In der Welt des Ozeans gibt es keine Hubschrauber, weshalb der Glaube an sie als irrational gilt. Wenn wir hingegen die ganze Welt in Betracht ziehen, dann ist die Rettung durch den Hubschrauber „natürlich“ und wir erwarten sie ganz selbstverständlich. Und darum geht es. Wenn wir die ganze Welt nur als vollautomatische Fabrik betrachten und alles, was sich außerhalb ihrer Grenzen befindet, ignorieren, dann ist die Idee eines Konstrukteurs irrational, weil sie innerhalb der Fabrik nicht vorkommt. Wenn wir aber zulassen, dass hinter der Fabrik die Welt nicht endet, sondern dass die Fabrik nur ein Teil einer viel größeren Welt ist, dann ist ein Konstrukteur ganz normal. Wenn wir die Welt nur als einen Teil betrachten und ihre anderen Bereiche außer Acht lassen, werden uns viele Dinge unreal und fremd vorkommen.
Was sagen die Christen von Gott?
Die Welt gibt es in Gott. Denn in ihm leben, bewegen wir uns und sind wir (Apostelgeschichte 17,27-28). Apostelgeschichte 17,27–28.
Die Welt entstand durch das Wort Gottes. „Wer das behauptet, übersieht, dass es einst einen Himmel gab und eine Erde, die durch das Wort Gottes aus Wasser entstand und durch das Wasser Bestand hatte.“ (2. Petrus 3,5) 3,5: „In dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat. Hebr. 1,3
Die Welt entstand, weil Gott begann, über sie nachzudenken; sie existiert, weil Gott an sie denkt. Wenn Gott aufhört, an die Welt zu denken, wird sie nicht mehr existieren. Die Christen glauben, dass es die Welt in der Welt gibt. Die Gottesvorstellung ist sowohl mit Logik als auch mit Irrationalität vereinbar.
Wir sind bereits erlöst. Doch es klingt uns noch ein bisschen unglaublich. Haben wir wirklich schon alles hinter uns? Eigentlich müssen wir nichts tun, da wir bereits erlöst sind und unser Heil nichts bedrohen kann. Luther hat sich geirrt, als er seinem Freund schrieb: „Keine Sünde kann uns von Gott trennen, auch wenn du täglich tausendmal morden oder Unzucht treiben würdest.“ Uns ist klar, dass das nicht so geht. Heil bedeutet nicht, etwas zu bekommen, sondern jemand zu sein. Beim letzten Mal habe ich ein Beispiel genannt. Einem armen Menschen wurden 10.000 Euro auf sein Konto überwiesen. Er glaubte das nicht und ging nicht in die Bank. Stellen wir uns vor, jemand erhält die Nachricht, dass in seiner Garage ein neues Auto steht. In dieser Situation hat der Mensch im Wesentlichen drei Möglichkeiten.
1. Er glaubt das nicht. Er geht nicht in seine Garage und wird das Auto nicht gebrauchen.
2. Er glaubt das und geht in seine Garage, sagt aber: „Mir interessiert das Auto nicht. Ich will damit nicht fahren. Er hat das Auto, benutzt es aber nicht.
3. Er glaubt, er macht einen Führerschein und fährt das Auto.
Solche Möglichkeiten haben wir gegenüber unserem Heil.
1. Wir können nicht glauben.
2. Wir können zwar glauben, aber das Heil ablehnen.
3. Wir können glauben und das Heil empfangen.
Wer das Heil empfängt, ändert sich. Von Grund auf ändern. Das eigene Leben ändern. Vielleicht kennen Sie den Witz von einem Schotten, der zu seinem Sohn sagte: „Zuerst lernst du, an den Kopfsprung ins Schwimmbad zu springen. Wenn du das bewältigst, werde ich das Becken mit Wasser füllen. Ähnlich könnten wir uns fühlen, wenn wir überzeugt sind, dass Gott etwas von uns verlangt, das unsere Kräfte übersteigt. Wir sind mit Gottes Geist erfüllt; wir sind Gottes Kinder. Die Aufforderung, wie Jesus zu sein, macht uns keine Angst. Nein, das ist für uns eine Chance, eine Möglichkeit, Gott gleich zu werden. Gott ermöglicht uns das, indem er uns zu seinen Söhnen und Töchtern macht. Er hat uns bereits seinen Geist gegeben. Wenn wir eine 90-jährige Frau zwingen würden, Purzelbäume zu schlagen, wäre sie sicher entsetzt. Hätten wir jedoch eine Zauberrute und würden diese alte Frau in ein junges, sportliches Mädchen verwandeln, würde sie vor Freude und Begeisterung Purzelbäume schlagen. Warum sollte ein Christ nicht jauchzen und jubeln, wenn er in der Kraft des Heiligen Geistes handelt, wie Jesus es uns lehrt? Noch ein Beispiel. Stellen wir uns vor: Ein Vater sagt zu seinem Sohn: „Wenn du das verdienst, kaufe ich dir ein Auto.“ Der Sohn beginnt zu schuften, lebt aber in Unsicherheit. Habe ich genug gearbeitet? Sollte ich nicht noch etwas machen? Sein Leben wäre von Unsicherheit und vielleicht auch von Berechnung geprägt. Ganz anders ist es, wenn er das Auto schon hat. Jetzt kann er sich darauf konzentrieren, sein Auto gut zu nutzen. Wir haben das Heil, das göttliche Leben, bereits. Unsere Aufgabe ist es lediglich, dieses göttliche Leben zu leben. Seien wir geduldig. Wenn es uns heute nicht klappt, klappt es uns morgen vielleicht besser. Wir sollten jauchzen, nicht jubeln, wenn er in der Kraft des Heiligen Geistes wirkt, wie uns Jesus lehrt. Noch ein Beispiel. Stellen wir uns vor. Ein Vater würde seinem Sohn sagen: „Wenn du das verdienst, kaufe ich dir ein Auto.“ Der Sohn begann zu schuften, aber er würde in Unsicherheit leben. Habe ich angemessen gearbeitet? Sollte ich nicht noch etwas machen? Sein Leben würde von Unsicherheit und vielleicht auch von Berechnung gezeichnet sein. Ganz anders ist es, wenn er das Auto schon hat. Jetzt kann er sich daran konzentrieren, sein Auto gut zu nutzen. Wir haben schon das Heil, das göttliche Leben. Unsere Aufgabe ist nur, dieses göttliche Leben zu lernen. Seien wir geduldig. Wenn es uns heute nicht klappt, wird es uns morgen vielleicht besser gelingen.
3.Sonntag B 2015 – Das Leben nicht vergeuden
Einleitung
Wir denken über unser Leben nach und stellen uns ernsthafte Fragen. Wir fragen zum Beispiel: „In welcher Welt leben wir?“ oder „Was sollen wir machen, damit sich das Leben ändert? Oder „Was sollen wir glauben, damit wir keine Enttäuschung erleben?“ Jesus gibt uns auf diese Fragen konkrete Antworten: Wir sollen so leben, dass unser Leben eine erfüllte Zeit ist. Wir können unser Leben ändern, wenn wir Buße tun. Wir sollen an das Evangelium Jesu Christi glauben.
Predigt
Die Zeit ist erfüllt. Das hat zwei Bedeutungen. Erstens: Wir leben in einer Zeit, die erfüllt ist von Gottes Versprechungen. Die Fülle der Zeit beruht auf der Person Jesu Christi, mit ihm ist das Reich Gottes, in dem wir leben, uns näher gekommen. Zweitens: Diese Zeit ist unsere persönliche Zeit, unser Leben. Wir sollen so leben, dass wir die Nähe Gottes erleben und spüren.
Was bedeutet „Buße zu tun“? Die Zeit ist nur eine erfüllte Zeit, wenn wir an eine persönliche Änderung in unserem Leben denken. Wenn der Mensch sich nicht ändern will, ist es für ihn eine verlorene Zeit. Was bedeutet: „Glaubt an das Evangelium!“? Durch den Glauben an das Wort Gottes entdeckt der Menschen einen neuen Sinn für sein Leben, er nützt die Zeit besser. In den Evangelien lehrt uns Jesus, wie wir leben sollen, dass das Reich Gottes uns immer näher kommt.
Ein persischer Schah rief die drei größten Weisen zu sich und stelle ihnen eine schwere Frage. Er fragt sie: „Was ist das größte Unglück im Leben?“ Der erste antwortete: „Das größte Unglück ist es, krank zu sein.“ Der zweite antwortete: „Das größte Unglück ist es, alt zu sein.“ Und der dritte antwortete: „Das größte Unglück ist es, den Tod vor Augen zu haben und das Gefühl, man hat sein Leben vergeudet. „Die klügste Antwort war wohl die dritte Antwort.
Auch wir sind der Gefahr ausgesetzt, dass wir unsere Zeit vergeuden, wenn wir das Konzept, das Lebensprogramm, das uns Jesus anbietet, nicht annehmen. Sowohl in der Vergangenheit bildeten, als auch in der Gegenwart bilden sich Menschen ein, einen neuen Sinn des Lebens ohne Gott zu entdecken. Alles Mögliche kann man ohne Gott entdecken, nur den Sinn des Lebens kann man ohne Gott nicht entdecken. Keine menschliche Erfindung ist eine Konkurrenz zum Plane Gottes. Viele Menschen denken heute, dass der Sinn des Lebens nur dann erreichbar ist, wenn man erfolgreich und reich ist und die sogenannte Ellbogentechnik gebraucht. Hauptsächlich in Amerika, aber auch in England erscheinen viele Bücher, in denen man lesen kann, wie man im Leben erfolgreich sein kann, um sich in der Welt durchzusetzen.
Ein anderes Beispiel: Ein Kind malt mit Pastell Stiften ein Haus auf ein Zeichenblatt. Der Vater nimmt diese Zeichnung in seine Hand und meint: „Nach dieser Zeichnung werde ich ein Haus bauen.“ Wird das gelingen, wenn man nach diesem primitiven Plan vorgeht? Ich denke, es wird kaum möglich sein. Viele Menschen haben aber solch kindliche Vorstellungen von ihrem Leben. Sie meinen, den besten Sinn für Leben gefunden zu haben und kommen dann nach Jahren darauf, dass sie sich geirrt haben und ihr Leben dann in Scherben zerbrach.
Christen sollten sich einem solchen Risiko nicht aussetzen. Wir sollten nicht so gedankenlos mit unserem Leben umgehen, wir sollten nicht improvisieren. Es sollte uns bewusst werden, dass wir nicht vollkommen sind und daher eine Buße bedürfen. Wir müssen auch nicht gescheite Bücher lesen, um den Sinn des Lebens zu entdecken. Wir haben die Evangelientexte, aus denen wir genau herauslesen können, wie wir leben sollen. Das Wichtigste ist aber, dass wir erkennen, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet, sondern ins jenseitige Leben, ins ewige Leben mündet.
Jeder vernünftige Mensch sollte sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen und dazu wollen wir doch auch gehören. Als Christen haben wir den Vorteil, zu wissen, was der Sinn unseres Lebens ist. Es hängt aber davon ab, das, was wir erkennen, auch zu verwirklichen. Es gibt da auch einen großen Unterschied zwischen „kennen“ und „wollen“. Wenn wir etwas kennen und es auch wollen, dann müssen wir das auch realisieren. Das geht aber nicht ohne die Hilfe Gottes und unser eigenes Bemühen, das sollte uns immer wieder bewusst werden.
Der belgische Kardinal Godfried Danneels deutet darauf hin, dass in der katholischen Kirche das Hauptaugenmerk nicht auf die persönliche Begegnung mit Gott gelegt wird. Wir haben keine persönlichen Erfahrungen mit Gott; wir fürchten uns vor dem Übernatürlichen. Wir beschäftigen uns endlos mit moralischer Exportnation und mit Ethik. Ein solches Christentum wird nicht lange bestehen. Die Ethik ohne Mystik, die Moral getrennt von Gebet und Sakramenten. Ein solches Christentum ist nur eine Mumie.
Der ehemalige Wiener Kardinal Gröer sagte: „Es ist ein Fehler, wenn wir in der Kirche nur über Werte sprechen. Im Evangelium kommt der Begriff „Werte“ nie vor. Christus spricht nicht über Werte, sondern über den lebendigen Gott und über die persönliche Erfahrung mit ihm.
Der nigerianische Kardinal Arinze ist Präsident des päpstlichen Rates für den interkonfessionellen Dialog. Das Ziel der Evangelisation ist, den Menschen dabei zu helfen, Jesus Christus persönlich zu erkennen. Und der emeritierte Papst Josef Ratzinger sagte, als er noch Kardinal war: „Der christliche Glaube ist in seinem Wesen die Begegnung mit dem lebendigen Gott.“
Viele Christen haben umfangreiche theoretische Kenntnisse über die Religion, aber keine persönliche Beziehung zu Gott. Sie wissen, dass dort oben irgendwo sehr fern Gott ist. Sie nehmen Gott eher als ein Prinzip oder als ein Gesetz wahr, nicht als eine lebendige Person.
Der bekannte tschechische Theologe Thomas Spidlik wies auf den Irrtum hin, der im christlichen Europa entstand, und das ist: Die Menschen können sich um eine universale Idee vereinigen. Aber das geht nicht. Die Menschen können sich vereinigen, nur um eine konkrete Person, die meist der Inbegriff irgendeiner Idee ist. Wir können das am Beispiel Mutter Teresa sehen. Die Menschen um sie herum kannten das Evangelium nicht? Und sein Gebot der Liebe? Aber ja, sie haben das alles gut gekannt. Und doch diese Menschen bewegten sich zur Tat, als Mutter Teresa den Impuls dazu gegeben hatte. In ihr können wir die Liebe Gottes sehen und uns um sie versammeln. Aber wir haben auch andere Beispiele, nicht so schön wie das von Mutter Teresa, aber die bestätigen, was Thomas Spidlik gesagt hat. Adolf Hitler. Er hat das Buch „Mein Kampf“ geschrieben. Wenn er nur dabei geblieben wäre, wahrscheinlich wäre der Zweite Weltkrieg nicht ausgebrochen. Aber Hitler hat nicht nur das Buch „Mein Kampf“ geschrieben, sondern war auch praktisch sehr tätig. Er organisierte seine Partei und um sich herum versammelten sich die Menschen, die ähnlich dachten wie er. Dasselbe können wir auch bei Lenin sehen. Es ist nicht genug, wenn die „Gedanken“, „Ideen“ nur auf dem Papier sind. Immer sind die Menschen, die diese Ideen verwirklichen, notwendig. Wir erinnern uns an die Worte Jesu, der gesagt hat: „… denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Mt 18,20: Eine christliche Gemeinschaft kann man sich nur um den lebendigen Christus versammeln. Und eben deshalb, weil in der Gemeinschaft Christus anwesend ist, kann diese Gemeinschaft der Begegnungsort mit Christus für andere Menschen sein. Unser Heil hängt davon ab, ob wir Christus begegnet sind oder nicht. Auch heute gibt es die Menschen die denken, dass unser Heil davon hängt ab, ob wir die Gesetze einhalten werden. Wenn wir die Gesetze einhalten werden, werden wir erlöst und selig, wenn wir die Gesetze nicht einhalten, werden wir verdammt. Dazu nur das. Ohne Christus: Wenn jemand die Gesetze einhält, aber keine Verbindung mit Christus hat, wird er nicht gerettet. Wir sind nicht durch unsere guten Taten erlöst, sondern durch unseren Glauben an Jesus Christus. Ja, auch das ist wahr: Es ist sehr gefährlich, die Gesetze zu übertreten, weil durch unsere Sünden, vor allem durch schwere, unsere Verbindung, unsere Vereinigung mit Jesus zerreißen wird. Heute gibt es ein anderes Problem. Viele Menschen wissen, dass sie, wenn sie mit Christus zusammenbleiben wollen, die Gebote einhalten müssen. Aber das wollen sie nicht. Darum sucht sie eine Ausrede. Wenn sie die Sünde begehen, behaupten sie, dass es eigentlich keine Sünde ist. Einst war das die Sünde, aber jetzt ist eine andere Zeit. Wenn Jesus heute gekommen wäre, hätte er anders gelernt. Einmal hatte ich ein Gespräch mit einem Priester, der mit einer Frau lebt und drei Kinder hat, und er ist fest überzeugt, dass er keine Sünde hat und dass Jesus, der barmherzig ist, ihn verstehen würde. Es ist fast unglaublich, was die Menschen zu ihrer Entschuldigung ausdenken können. Dazu nur das. Die Gültigkeit der Gesetze hängt nicht von unseren persönlichen Erklärungen ab. Ich kann auch ein anderes Beispiel anführen. Ich bin ein Autofahrer. Ich respektierte ein Verkehrszeichen nicht. Ich verursachte einen Verkehrsunfall, und dann werde ich mit der Polizei sprechen. Heute ist es eine andere Zeit. Dieses Verkehrszeichen ist nicht modern. Ich habe gedacht, dass die Menschen das begreifen würden. Mit einem Wort: Es geht nicht, dass die Menschen die Gesetze, die Vorschriften, die Gebote Gottes sich so auslegen, wie sie wollen. Das bezieht sich auf den erwähnten Priester.
Das Christentum steht auf der Person Jesu Christi. Ich bin Alfa und Omega. Wer durstig ist, wird umsonst aus der Quelle trinken. Das lebendige Wasser stammt von Christus. Es entspringt weder im Gesetz noch in den moralischen Grundsätzen. Das lebendige Wasser entspringt in der Person Jesu Christi. Das Heil ist umsonst. Für alle? Für alle. Jesus spricht. Wer Durst hat und an mich glaubt, komme zu mir und trinke. Und wer zu mir kommt , den werde ich nicht abweisen. Gilt es auch für die Sünder? Ja. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen , nicht die Gerechten. Mt 9,13. Wie können wir Heil erlangen? Einfach. Wenn wir an Jesus Christus glauben. Es ist nicht der Glaube, dass ich gut und ehrlich leben werde und aufgrund dieses Umstands gerettet werde. Werde gerettet werden. Ich werde erlöst durch die lebendige Person Jesus Christi. Er bietet mir das Heil, die Gottessohnschaft. Wann bekommen wir dieses Geschenk? Irrtum. Dieses Geschenk haben wir schon bekommen. Wir sind schon erlöst. Glauben Sie nicht? Warum haben also viele dieses Geschenk noch nicht? Stellen Sie sich vor, Sie brauchen dringend 10 000 Euro. Sie haben aber das Geld nicht. Um ihrer Not zu entkommen, erfuhr er zufälligerweise, und er überweist ohne große Reden die geforderte Summe von Geld auf ihr Konto. Sie gehen zu ihm, damit er sie unterstützt. Er sagt zu ihnen. Das Geld haben sie schon auf ihrem Konto. Sie glauben ihm jedoch nicht und sagen uns, dass sie ihm nicht vertrauen. Halten Sie mich nicht für einen Narr. Gehen Sie und überzeugen Sie sich. Sie glauben es aber nicht und gehen nicht, um sich zu überzeugen. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet,wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Statt des Spekulierens, ob wir das Heil haben, zu beginnen, was wir haben. Von dort entspringt die Selbstbewusstheit des heiligen Petrus, als er den Gelähmten machte. Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi stehe auf und gehe. Petrus weiß, dass Gott sein Vater ist, und er hat die Macht, zu heilen. Von dort entspringt seine Freude.
In wie vielen Tagen hat Gott die Welt erschaffen? In sechs Tagen. Welche Tätigkeit vollzog Gott am siebten Tag? Er hat geruht, was bedeutet, dass er keine weiteren Werke schuf. Betrachten Sie, dass bereits zu jener Zeit von Gott festgelegt wurde, dass auch die Menschen am siebten Tage von ihren Verrichtungen ruhen sollen. Er erklärte den siebten Tag zu einem heiligen Tag. Dieser Tag ist ihm gewidmet. Er ist der Tag des Herrn. Er verlangt, dass wir ihn an diesem Tag ganz besonders verehren und diesen Tag heilig verbringen. Als Gott den Israeliten die zehn Gebote gab, hat er gesagt. Gedenke, dass du den Sabbat heiligst. Das heißt . Vergiss nicht, dass du den Sabbat heilig hältst. Er hat es ihnen noch genauer erklärt und gesagt. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte erledigen, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn deines Gottes. An demselben sollst du kein Geschäft tun, weder du noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd. Welcher war der siebente Tag, der Tag des Herrn, den die Israeliten heilig halten mussten? Der Samstag. Welcher Tag aber ist jetzt der Tag des Herrn? Der Sonntag. Warum Welche zwei großen Dinge haben sich am Sonntag ereignet? Die Auferstehung Jesu und die Herabsendung des Heiligen Geistes sind die beiden großen Ereignisse, die sich am Sonntag ereignet haben. Darum haben die Apostel bestimmt, dass von nun an, anstatt des Samstages, der Sonntag heilig gehalten werde. Was am Sonntag verboten ist. Was hat Gott den Israeliten geboten? Kein Geschäft, das heißt, keine Arbeit. Auch wir müssen am Tag des Herrn von der Arbeit ruhen. Die Kirche sagt uns genauer, welche Arbeiten am Sonntag verboten sind.; die knechtlichen Arbeiten. Solche Arbeiten, wie sie einst von den Knechten verrichtet wurden. Zum Beispiel: pflügen, säen, andere Feldarbeiten, Futter holen, Holz spalten, Schweine schlachten, Wäsche reinigen und bügeln, den Fußboden scheuern. Auch solche Arbeiten, wie sie die Handwerker gewöhnlich verrichten, also die Arbeiten der Tischler und Schlosser. Schmiede. Maurer, Zimmerleute, Schneider, Näherinnen. Ist auch das Tünchen der Wohnungen eine knechtliche Arbeit? Ja. Warum sind wohl die knechtlichen Arbeiten verboten? Am Sonntag soll Ruhe herrschen, damit man ungestört beten kann. Man soll am Sonntag anmerken, dass er ein heiliger Tag ist. Dem lieben Gott geht es nicht nur um seine Ehre, sondern auch um uns Menschen. Denn wenn einer alle Tage arbeitet, sonntags wie an Werktagen, so hat er nie recht Zeit, an Gott und an den Himmel zu denken. Mit der Zeit vergisst er Gott ganz und sorgt gar nicht mehr dafür, dass die Seele in den Himmel gelangt, sondern nur noch für den Leib. Auch der Leib braucht einen Ruhetag in der Woche, sonst wird er schwach und krank und stirbt frühzeitig ab. Gott hat es also für unsere Seele und unseren Leib gut gemeint , als er befahl , dass wir am Sonntag von der Arbeit ruhen. Es gibt aber Arbeiten, die auch am Sonntag erlaubt sind. Das sind solche Arbeiten , die auch am Sonntag erlaubt sind. Das sind solche Arbeiten, die mehr mit dem Geist als mit dem Körper verrichtet werden, geistige Arbeiten. Nennt solche. Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, Klavier spielen. Manchmal sind auch knechtliche Arbeiten nicht verboten. Es gibt ja solche Arbeiten, die alle Tage geschehen müssen. Gekocht muss zum Beispiel auch am Sonntag werden, sonst hätten wir nichts zu essen. Kranke muss man auch am Sonntag bedienen. Es trifft sich manchmal, dass es während des Getreides oder des Heus auf dem Felde mehrmals regnet; da ist Gefahr , dass das Getreide oder Heu ganz verdorben wird. Darf man am Sonntag heimbringen? Ja. Wenn jemand an einem Sonntag arbeiten muss, soll man doch, wenn es irgendwie möglich ist, auch die heilige Messe hören. Wer am Sonntag ohne Grund Arbeit verrichtet, entheiligt den Sonntag. Wie sehr Gott durch die Entheiligung des Sonntags erzürnt wird, hat er schon im alten Bund gezeigt. Als das Volk Israel in der Wüste war, wurde einmal an einem Sabbat ein Israelit ertappt, wie er Holz sammelte. Man führte ihn vor Moses. Mose war der Führer, den Gott selbst den Israeliten gegeben hatte. Moses betete nun zu Gott, er möge anzeigen, was dem Menschen geschehen solle, der den Sabbat so entheiligt hatte. Gott, der Herr sprach. Dieser Mensch soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. So ist es auch geschehen. Eine schreckliche Strafe. Heutzutage bestraft die Obrigkeit die Sonntagsheiligung gewöhnlich gar nicht. Aber Gott, der Herr, bestraft sie. Oft tut er es schon in diesem Leben. Oft sieht man, dass es solchen Menschen miserabel geht. Sie werden krank, erschöpft, nervös. Kommt aber die Strafe Gottes in diesem Leben nicht, so kommt sie in der Ewigkeit und diese Strafe wird streng sein.
Es gibt aber außer den knechtlichen Arbeiten noch andere Dinge, die den Sonntag entheiligen. Wenn an Sonntagen gekauft und verkauft wird wie an Werktagen, so bleibt den Kaufleuten und oft auch den Kunden nicht leicht Zeit für den Gottesdienst. Darum soll an Sonntagen nur das Nötigste gekauft werden. Manche Leute verbringen wieder den Sonntag zur Hauptsache im Gasthaus und trinken dort unmäßig, zanken und lärmen dabei; andere gehen zu Tänzen und ins Theater, wo es recht ausgelassen zugeht. Diese entheiligen den Sonntag noch mehr, als wenn sie knechtliche Arbeiten verrichteten.
Wird der Sonntag dadurch schon genug geheiligt, dass man von knechtlicher Arbeit ruht? Warum ist knechtliche Arbeit am Sonntag verboten? Damit wir Gott besser verehren können. Gott verehren, das ist bei der Sonntagsheiligung die Hauptsache. Gott wird besonders im Gottesdienst verehrt. Der schönste Gottesdienst ist die heilige Messe. Denn da ist Jesus selbst unter uns und opfert sich für uns. Er will, dass wir dabei sind, wenn er sich für uns opfert. Die Kirche weiß, dass Jesus das verlangt. Darum schreibt sie uns vor, dass wir wenigstens jeden Sonntag zum Opfer des Herrn Jesus kommen. Noch durch andere Werke kann man den Sonntag heiligen, zum Beispiel indem man die heiligen Sakramente der Buße und des Altars empfängt, zu Hause den Rosenkranz betet oder andere Andachten verrichtet.
Liebe Kinder! Heiligt den Sonntag immer recht eifrig! Wenn man den Sonntag ehrt, ist die ganze Woche viel reizvoller. Man spürt, dass einen Gott liebt und segnet. Wenn ihr in eurem ganzen Leben den Sonntag heiligt, so wird es mit Gottes Segen für euch sein. Wer aber den Sonntag nicht heiligt, wer nicht einmal am Sonntag für Gott tun will, der wird Gott auch an Werktagen nicht dienen. Man kann sagen, ob einer selig wird; das hängt meist davon ab, wie er den Sonntag verbringt.
Ich habe einen jungen Menschen gekannt, der als Knabe brav war und ministrierte. Er wurde Kellner in Wien. Aber zu dieser Zeit kam er selten zu einer heiligen Messe. So wurde ihm die Religion ganz gleichgültig. Da lernte er eine Wirtstochter kennen, die Geld hatte, aber eine Jüdin war. An der Religion lag ihm schon so wenig, dass er die Judin heiraten wollte. Ihre Eltern wollten sie aber nicht einem Christen geben. Was tat nun der Kellner? Er sagte: „Ich will gar kein Christ mehr sein.“ Ich trete zur jüdischen Religion über. Er sagte sich also ganz von Jesus los. Jetzt konnte er die Judin heiraten. Aber wird er glücklich sein? Gewiss dabei nicht. Sprecht jetzt in eurem Herzen: „Lieber Gott, ich will in meinem ganzen Leben deinen Tag heiligen.“ Hilf mir doch, diesen Vorsatz zu halten. Die Gleichgültigkeit im Glauben beginnt, wenn der Mensch den Sonntag nicht heiligt. Wenn ihr aber den Sonntag heiligt, wird es euch gewiss gut gehen, schon in dieser Welt und auch in der anderen Welt, wo ihr einmal einen ewigen herrlichen Sonntag habt.
2.Sonntag im Jahreskreis B 2015 – Die Begegnung, die das Leben änderte
Einleitung
Es treffen sich zwei Kameraden. Der eine sagt zum anderen: „Ich habe gehört, dass du bald deine Silberne Hochzeit feiern wirst. Was für ein Geschenk wirst du deiner Ehegattin kaufen? „Sie wollte lange schon nach Australien reisen. Ich kaufe ihr ein Flugticket“, antwortete dieser. Ganz überrascht meinte der andere: „Wenn du deiner Frau schon zur Silberhochzeit so ein teures Geschenk kaufst, was wirst du ihr erst zur Goldenen Hochzeit schenken? Vielleicht ein Flugticket für den Rückflug?“
Manche Begegnungen bereichern unser Leben und andere wieder sind schicksalshaft. Es gibt auch Begegnungen, wo man in Zorn auseinandergeht. Interessant für uns sind solche Begegnung, die unser Leben positiv beeinflussen. Eine solche Begegnung mit Jesus beschreibt Johannes in seinem heutigen Evangelium.
Predigt
Johannes, der Evangelist spricht von seiner ersten Begegnung mit Jesus nach der Taufe im Jordan. Er war wieder am selben Ort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Da ging Jesus vorbei und Johannes richtete seinen Blick auf ihn und sagte: „Seht, das ist das Lamm Gottes!“ Die beiden Jünger hörten, was Johannes sagte und sie folgten Jesus. Da drehte sich Jesus um und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: „Was wollt ihr?“ Sie antworteten darauf etwas verlegen: „Meister, wo wohnst du?“ Jesus sagte ganz einfach: „Kommt und seht!“ Daraufhin gingen die Jünger mit ihm und blieben an diesem Tag bei ihm. Diese Begegnung war für Johannes und die Jünger so entscheidend und bedeutend, dass sie ihr ganzes Leben beeinflusste. Sie folgten Jesus ihr ganzes Leben lang.
Der deutsche Benediktiner Anselm Grün ist sicherlich vielen von euch bekannt. Ich habe von ihm gelesen, dass er jeden Tag vor einer Christus-Ikone sitzt, ein Kerze anzündet und Jesus einfach anschaut. Er wiederholt dabei folgenden kurzen Satz: „Jesus Christus, erbarme dich meiner.“ Das macht er folgendermaßen: Beim Einatmen sagt er: Jesus Christus, beim Ausatmen: erbarme dich meiner! Er hat dabei das Gefühl, dass die Güte Jesu in ihm einströmt, seine Barmherzigkeit und Liebe in sein Leben so ausströmt wie die Luft, die er ausatmet. Dadurch kann er seinen Arbeitsalltag, seine Konflikte mit den Mitbrüdern, seine Enttäuschungen mit Menschen, seine verschiedenen Sorgen gut bewältigen. Die Begegnung mit Jesus ist so stark, dass das hilft, alle seine Probleme zu relativieren. Das, was ihn dann bedrängt, ist nicht so wichtig und entscheidend. Sowohl der Apostel Johannes als auch der Benediktiner Anselm Grün spricht von der Wichtigkeit und Bedeutung der Begegnung mit Christus
Überlegen wir einmal: Wie bestimmt meine Begegnung mit Jesus mein Leben? Ändert es mein Leben? Wenn ich Jesus nicht kennen werde , wie wird mein Leben dann sein? Was lerne ich von Jesus? Hat Jesus irgendeine Bewegung in mein Leben gebracht? Welchen Stellenwert hat die Begegnung mit Jesus in meinem Leben?
Wenn diese Begegnung wahrhaftig ist, wird sie mein Leben bereichern. Die Gelegenheit, uns das bewusst zu machen, was eine Begegnung mit Jesus bedeutet, haben wir in zwei Momenten bei der Heiligen Messe. Der erste Moment ist bei der Wandlung, wenn der Priester die Hostie in seine Hand nimmt und sagt: „Das ist mein Leib… das ist mein Blut!“ Wir sollten uns dabei selbst wandeln lassen. Diesen Moment sollten wir nützen, um Jesus zu bitten: „Jesus, ich bringe dir meine Arbeit, meine Konflikte, meine Sehnsüchte, meine Enttäuschungen!“ Jesus kommt also nicht nur in Brot und Wein zu uns, sondern auch in allem, woran wir denken und was wir tun. Der zweite Moment ist die Heilige Kommunion. So wie ich verschiedene Lebensmittel auf ihren Geschmack hin koste, so kann ich bei der Heiligen Kommunion die Liebe Gottes kosten und werde dadurch gestärkt für alle meine Lebenssituationen. Die Begegnung mit Jesus ist die Antwort auf die Worte Jesu: „Folge mir nach!“
Eine Begegnung mit Christus kann auch über den Verlust eines geliebten Menschen helfen. Dazu ein Beispiel: Stefan und Klar war unzertrennliche Freunde. Plötzlich wurde Stefan krank. Die Diagnose war Krebs. Klara dachte: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Aber die Krankheit schritt voran und ein Bein von Stefan musste amputiert werden. Einmal sagte Stefan zu Klara: „Ich weiß, dass ich bald sterben werde, aber ich habe keine Angst davor.“ Klara wollte Stefan Mut geben, aber es war umgekehrt. Als Stefan starb, sagte Klara: „Ich verstehe nicht, warum er sterben musste.“ Aber es wurde ihr bewusst, dass wir in eine Welt hinein geboren werden, die auch voll Schmerzen, Krankheit und Tod ist. Sie brauchte viel Ermutigung, Liebe und Kraft, dies zu verstehen. Mit Gottes Hilfe aber ist ihr das gelungen und sie freut sich nun den Tag, wenn sie durch die himmlische Pforte gehen kann und sich bei Gott persönlich bedanken kann für die schöne Zeit und die gute Freundschaft, die sie gemeinsam mit Stefan erleben durfte.
Nur durch die Begegnung mit Christus erhalten wir Liebe und Kraft. Er wendet sich niemals von uns ab, für ihn sind wir nie fremd, wir sind immer seine Freunde.
Wasu nicht darum, weil er ruhmbegierig ist,sondern darum, wie er schon Philipus gesagt hat. Wer mich erblickt hat, hat den Vater gesehen. Joh 14,9. Er offenbart seinem Vater, der in ihm ist. Er verkündet keine Organisation, keine Pflichten. Er führt die Menschen zu sich. Jesus sagte das klar: „Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Joh 12,32. Bekehrt zu werden bedeutet, sich mit Jesus zu treffen und mit ihm eine Gemeinschaft auszubauen. Denn es ist der Wille meines Vaters , dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie am letzten Tag auferwecke (Joh 6,40). Noch einmal. Jemanden evangelisieren bedeutet, ihn zu Jesus zu führen und mit ihm die Gemeinschaft auszubauen. Wo ist Jesus heute, damit wir ihn hören und ihm begegnen können? Sie kennen sicher die Begebenheit, als Jesus einen Blinden heilte. Als Jesus erfuhr, dass die Juden ihn vertrieben, ging er zu ihm und fragte ihn. Glaubst du an den Menschensohn? Er sagte zu Jesus. Wer ist das Herr, an den ich glaube? Du siehst ihn vor dir. er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte. Ich glaube, Herr betete ihn an. Joh. 35-38. Der Blinde erkannte ihn trotzdem nicht, obwohl er bereits den Gottessohn sah. Wenn der Blinde vor sich sah? Er sah vor sich einen einfachen, dutzenden Menschen. Keinen Helden, keine himmlische Erscheinung. Einen einfacheren Menschen, verstaubt vom Weg, arm und einfach gekleidet. Woher sollte er wissen, dass er gerade der Sohn Gottes ist? Jesus kam in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht. Röm 8,3 Darum konnte jeder, der Jesus angeschaut hat, mit Pilatus sagen: Seht, da ist der Mensch. Joh 19,5 Nur durch die Augen des Glaubens, aufgrund der Taten, die er tat, war es möglich, zu erkennen, dass dieser Mensch, ein einfacher Mensch, in der Wirklichkeit Gottes Sohn ist. Martha bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Joh 11,27. Ähnlich dem heiligen Thomas, wenn er Jesus nach seiner Auferstehung sah, bekennt er: „Mein Herr und mein Gott. Joh 20,28 Wie ist es heute? Ist es möglich, dass Jesus neben uns ist und wir ihn nicht sehen? Das Mysterium der Fleischwerdung setzt wirklich fort. Es ist möglich, dass Jesus neben uns ist und wir ihn nicht sehen. Die Verkörperung ist nicht mit seiner Himmelfahrt geendet. Der heilige Paulus schreibt in seinem Brief an die Epheser: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.Kol. 1,24
Trotz meiner Bedeutungslosigkeit möchte ich den Seelen das Licht, wie den Propheten, geben. Ich möchte durch die Erde gehen und deinen Namen predigen; ich will das Evangelium gleichzeitig an fünf Kontinenten und auf den abgelegensten Inseln verkünden. Ich möchte Missionarin werden, nicht nur für ein paar Jahre, sondern seit der Schöpfung der Welt. Diese Worte schrieb die heilige Theresa von Lisieux in einem ihrer Briefe. Das Christentum hat ein fundamentales Ziel. Und das ist die „Vergöttlichung des Menschen“. Wann ist die Christianisierung des Menschen beendet bzw. vollendet? Wann wird ein Mensch ein Christ? Wenn wir anfangen zu beten? Die Kirche zu besuchen? Oder die Bibel zu lesen? Nichts davon ist noch das Christentum. Damals waren vielleicht die Sympathisanten Christi, aber nicht seine Nachfolger. Wir sind einem Menschen ähnlich, der sich für Bergsteigen interessiert. Er besucht die Bergsteigenausstellungen, nimmt am Geplauder der Bergsteiger teil und besichtigt Bergsteigerseile, Karabinerhaken, Ausrüstung und Pickel. Zu Hause hat er Bilder vom Himalaja und von berühmten Bergsteigern, aber er ist noch keiner, weil er bisher nicht in die Berge aufgebrochen ist. Der Bergsteiger wird er dann, wenn er die Ausrüstung mitnimmt, und er fängt wirklich an, zu klettern. Ähnlich ist es auch mit dem Christentum. Wir können über Christus debattieren, diskutieren, seine Bilder haben und von ihm Musik hören. Aber das ist nicht genug. Wir müssen Christus folgen. Wir müssen ihn als meinen persönlichen Erlöser empfangen und uns durch seine Lehre führen lassen. Der Mensch wird Christ, bis er seiner alten Gesinnung stirbt und für das neue Leben geboren wird. Das bedeutet, so zu denken und so zu handeln wie Christus. Diese Verwandlung ist nur mit dem Heiligen Geist möglich. Ein Christ zu sein bedeutet, ganz der alten Gesinnung zu sterben und sich mit der Gottesgesinnung zu füllen. Wiederholen wir uns: Was hat die heilige Theresa von Lisieux gesagt? Ich möchte das Evangelium gleichzeitig auf den fünf Kontinenten und auf den entlegensten Inseln verkünden. Ich möchte Missionarin sein, nicht nur ein paar Jahre, sondern seit der Schöpfung der Welt. Theresa ist schon bekehrt. Sie ist Christin. Sie hat die Sehnsucht, alle Menschen zu Christus zu bringen. Wiederholen wir uns: noch einmal den Ausspruch des gewesenen Papstes Paulus VI. Wer das Evangelium annimmt, empfängt letztlich dazu, sein Verkündiger zu werden. Das ist irgendein Prüfstein. Wer das Wort Gottes annimmt, ist gleichzeitig sein Zeuge und Verkündiger. Es ist nicht möglich, nicht vor Begierde zu brennen, alle Menschen auf der ganzen Welt zu retten, zu erlösen Das wahre Evangelisationsfeuer ist das Zeichen dafür, dass jemand sich entschlossen hat, Christ zu sein, und bekehrt ist. Es ist bisher nicht der Beweis der christlichen Vollkommenheit, bisher nicht. Aber das ist der Beweis, dass jemand sich entschloss, zu dieser Vollkommenheit zu gelangen. Das ist die Umwandlung des Sympathisanten Jesu in einen Nachfolger Christi. Auf die Welt schauen wie Christus, so denken wie er. Wir müssen zwischen Katechese und Evangelisation unterscheiden. Die Katechese bedeutet, die Hörer mit den Wahrheiten unseres Glaubens bekannt zu machen. Die Evangelisation bedeutet, die Hörer dazu zu bringen, die Wahrheiten selbst weiterzuteilen und zu predigen.
Der gewesene Papst Johannes Paulus II. fordert in seiner Exhortation „Christifideles Vollendet die kirchlichen Autoritäten auf, um die kleinen Basisgemeinschaften zu sorgen. In diesen Gemeinschaften und durch sie können die Gläubigen das Wort Gottes verkünden und im Dienst und in der Liebe tätig sein. Im Vollen können wir nur durch die kirchliche Gemeinschaft evangelisieren. Auch wenn wir physisch selbst sind, müssen wir im Namen der Kirche evangelisieren. Der Mensch ist bis dahin bekehrt, wenn er das Treffen mit Jesus erlebt. Wo anderswo können wir Christus begegnen, als dort, wo er anwesend ist, also in der Gemeinschaft der Menschen, die im Namen Christi versammelt sind? Am Anfang der Kirche stand nicht ein Mensch, sondern die Gemeinschaft der Apostel. Und in dieser Gemeinschaft erkannten die Menschen Jesus. Sie erkannten ihn auf die gleiche Weise, wie vorher die Apostel im „Zimmermann von Nazaret“ Gott erkannten, aufgrund der Taten und der Frucht der Liebe. Die Evangelisation ist ohne Gemeinschaft nicht möglich. Aber auch die christliche Gemeinschaft kann ohne Evangelisation nicht existieren. Wie könnten wir im Namen Christi versammelt sein und nicht Christi Geist haben? Nur in der Kraft des Heiligen Geistes ist es möglich, die Evangelisation zu verwirklichen. Ich habe von der Gemeinschaft des Philipus Madre gehört. Diese Gemeinschaft war am Anfang sehr eifrig, aber dann ermattete die Begeisterung und verebbte. Wenn die Gemeinschaft die Evangelisation vernachlässigt, dann ist sie nicht mehr im Namen Jesu versammelt. Dann ist das nur ein Verein. In einem Gespräch mit der Gruppe von amerikanischen Bischöfen sagte der geweihte Papst Johannes Paulus II., dass viele Katholiken keine Möglichkeit hatten, die persönliche Begegnung mit Christus zu erleben, nicht mit Christus, der ein Vorbild, ein Wert ist, sondern mit dem lebendigen Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.
Einleitung
Wenn wir eine gute Nachricht erhalten, freuen wir uns. Vor Freude klatschen wir in die Hände. Das heutige Evangelium bringt uns eine so gute Nachricht. Es wird uns mitgeteilt, dass Johannes der Täufer Jesus getauft hat. Bei dieser Taufe am Jordan öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist in der Gestalt einer Taube war zu sehen, und die Stimme des himmlischen Vaters war zu hören: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Vielleicht denken einige von euch: „Jesus braucht doch keine Taufe. Wenn er sich aber taufen ließ, musste das doch einen besonderen Grund haben.
Predigt
Im Johannesevangelium lesen wir, dass Jesus einmal dem Pharisäer Nikodemus, einem führenden Mann unter den Juden, über die Taufe erzählte. Unter anderem sagte er zu ihm: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder , der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“
Gottes Sohn ist Mensch geworden, damit er den Menschen das ewige Leben ermöglicht. Die Möglichkeit, das ewige Leben zu erlangen, setzt das Sakrament der Taufe voraus. Jesus wollte durch seine Taufe den Menschen die Bedeutung dieses Rituals deutlich machen. Er hielt es für unzureichend, die Taufe nur mit Worten zu erklären. Er selbst ließ sich also taufen, damit die Menschen durch diese Tat auf die hohe Bedeutung der Taufe aufmerksam werden. Jesus bewies seine Lehre gerne mit Taten. Jesus sprach oft von der Liebe, aber er sprach nicht nur davon; er bewies seine Liebe auch durch seine Taten. Bei seiner Taufe zeigte er uns auch, dass wir bei der Taufe die Gaben des Heiligen Geistes erhalten und dass über uns die Worte des himmlischen Vaters ausgesprochen werden: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, an dir habe ich Gefallen gefunden.“
Wir wollen uns heute besonders daran erinnern, dass auch wir alle einmal getauft wurden. Vor der Taufe hatten wir unser natürliches Leben, das uns von unseren Eltern geschenkt wurde. Durch die Taufe haben wir noch ein anderes Leben erhalten, ein übernatürliches. Um auf Nikodemus zurückzukommen, sagte Jesus zu ihm: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Darauf fragte ihn Nikodemus: „Wie kann das geschehen? Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.“ Jesus antwortete: „Amen, Amen, ich sage: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“
Diese Worte sagen uns, dass wir durch die Taufe ein zweites Mal geboren werden und durch das Wasser und den Heiligen Geist ein neues Leben empfangen haben. Dadurch wurden wir Söhne und Töchter des himmlischen Vaters. Es ist aber nicht genug, das zu wissen. Es soll uns dieses neue Leben bewusst werden und wir sollen unser ganzes irdisches Leben danach ausrichten. Das kann auf verschiedene Weise geschehen. Die schönste Anweisung dazu gab uns Jesus, als er sagte: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und eure Freude vollkommen ist.“ Daraus können wir erkennen, dass das neue Leben, das wir in der Taufe erhalten haben, in der Liebe zu Gott und in der Einhaltung der Gebote beruht.
Dazu eine Begebenheit aus einer amerikanischen katholischen Zeitschrift:
Der Artikel hatte eine seltsame Überschrift: „Pater, wir danken Ihnen, dass Sie unsere Kinder getauft haben.“ Der Artikel handelt von den Eheleuten Frank und Linny. Frank war Katholik und seine Ehefrau war nicht getauft. Sie heirateten zwar in der Kirche, besuchten sie jedoch nach der Trauung nicht mehr. Sie bekamen zwei Kinder, wurden jedoch nicht getauft. Die Kinder gingen nun schon zur Schule, da bekam Frank, der Pilot war, eine neue Stelle in einer anderen Stadt. Ungefähr zwei Wochen, bevor sie übersiedelten, dachte Frank plötzlich auch über Religion nach, überlegte und sagte zu seiner Ehefrau: „Wir haben zwei Kinder, die noch nicht getauft sind, und wir ziehen jetzt in eine andere Stadt.“ Seine Frau willigte ein, die Kinder doch taufen zu lassen, und so telefonierte Frank mit der Pfarre. Der Pfarrer fragte ihn: „Wie alt sind die Kinder?“ Er antwortete: „Sie sind schon acht- bis neun Jahre alt.“ Da sagte der Pfarrer: „Ja, ich kann die Kinder taufen, aber zuerst müssen sie gut darauf vorbereitet werden.“ Da antwortete Frank: „Wir ziehen aber in zwei Wochen in eine andere Stadt.“ Da meinte der Pfarrer: „Zwei Wochen sind zu kurz, um die Kinder richtig auf die Taufe vorzubereiten. Lassen Sie Ihre Kinder am neuen Wohnort taufen!“ Linny war über diese Aussage beleidigt, aber sie begann am neuen Wohnort, die Kirche zu besuchen, und war so begeistert, dass sie wenig später ihrem Mann sagte: „Ich will Katholikin werden. Was sagst du dazu?“ Frank antwortete: „Damit machst du mir eine große Freude.“ Bald darauf gingen sie zur Pfarre und planten eine mustergültige Taufvorbereitung für die Kinder und die Mutter. Nach Beendigung der Vorbereitung fand die Taufe in sehr freudiger Atmosphäre statt. Seit dieser Zeit ist viel mehr Glück in die Familie eingegangen, und die Eheleute sind sich viel näher gekommen. Auch die Kinder wurden gehorsamer und fleißiger. Linny beendete den Zeitungsartikel mit den Worten: „Ich danke dem Priester an unserem ehemaligen Wohnsitz, dass er damals NEIN gesagt hat. Sein NEIN führt die Familie schließlich zu einem wahren christlichen Leben. Wir haben erkannt, dass das Sakrament der Taufe nicht eine Angelegenheit von wenigen Minuten sei. Sondern dass damit ein ganz neues Leben beginne, ein Dasein in Gottes Liebe und Freude, ein neues Lebensglück.
Ist dieses Ereignis nicht eine Bestätigung dafür, dass die Taufe mehr ist als nur eine Formalität? Danken wir heute dem himmlischen Vater für unsere Taufe und das neue Leben, das wir durch sie erhalten haben!
Die Liebe zu Gott und den Menschen trieb Valentin um das Jahr 440 nach Passau, um dort die Erbarmung Gottes zu verkünden. Aber niemand wollte von Jesus, dem Gekreuzigten, hören, noch von der trostvollen Botschaft der unverdienten Vergebung der Sünden und vom Geschenk des ewigen Lebens. Da ging Valentin nach Rom, um vom Papst Leo die apostolische Sendung zu erhalten, in der Hoffnung, mit mehr Segen predigen zu können. Er tat es nach seiner Rückkehr nach Passau mit doppeltem Eifer; aber noch immer fruchtlos an einem rohen Volke ohne Bildung, das in die schändlichsten Laster versunken war. Eingedenk der Worte Jesu: „Wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Reden nicht hören will, so gehet aus derselben Stadt“, beschloss er nun, das Feuer der göttlichen Liebe, das Jesus gekommen war, in andere Gegenden zu entfachen. Er ging nach Rom zum Papst Leo dem Ersten. Dieser ermahnte ihn jedoch mit dem Apostel. Predige das Wort, halte nur an, wenn es gelegen oder ungelegen ist, weise zurecht und bestrafe ,ermahne nur mit aller Geduld und Belehrung . Hierauf legte er ihm die Hände auf, weihte ihn zum Bischof und gestattete ihm nur dann, zu einem anderen Volk zu gehen, wenn auch der dritte Versuch fruchtlos sein sollte. Mit der neuen Würde bekleidet und gestärkt durch die oberhirtliche Ermahnung und die erhaltene Gnade, ging Valentin nun mit neuem Eifer nach Passau. Er predigte und ermahnte mit aller Geduld und Langmut. Allein jetzt wollten ihn die Einwohner, teils Heiden, teils arianische Christen, immer weniger hören, misshandelten ihn und nötigten ihn, diese Stadt ganz zu verlassen. Weinend, wie einst Jesus über das unbußfertige Jerusalem, das er so oft sammeln wollte, sah er zum letzten Mal auf die Mauern von Passau zurück und verließ sie für immer. Er zog nun in den Gegenden Rätien umher, wo er überall seinen Jesus predigte. Endlich begab er sich in das heutige Tirol, wo er in der Gegend von Meran ein empfängliches Erdreich fand. Hier sammelte er bald eine zahlreiche Gemeinde zum Preise des Herrn und zu seinem Troste und starb um das Jahr 470. Seine Leiche ward im Schloss Majes begraben. In der Folge wurden seine Gebeine durch Korbinian nach Passau gebracht und von den dankbaren Einwohnern mit allen Ehrenbezeigungen empfangen. Valentin von Rätien ist der Schutzpatron der Diözese Passau.
Einleitung
Das heutige Fest ist mit den Namen der drei Sterndeuter verbunden. Wir kennen ihre Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Das heutige Evangelium erzählt uns, dass diese drei Weisen aus dem Osten kamen, um dem neugeborenen Jesus zu huldigen. Die Weisen wurden im Matthäus-Evangelium in griechischer Sprache als „Mago“ bezeichnet. Das waren weise Männer, die sich mit Astronomie, also Sterndeutung, beschäftigten. Da sie sehr gebildet und auch königliche Berater waren, zeigten ihnen die Menschen königliche Achtung. Das heutige Evangelium zeigt drei Seiten der Beziehungen zum menschgewordenen Sohn Gottes.
Predigt
Schauen wir uns die erste Seite der Beziehung zu Jesus an! Es ist die Beziehung des Königs Herodes zu Jesus. Er war ein ruhmsüchtiger Herrscher. Als er vom neugeborenen König hörte, sah er in ihm gleich einen Feind, der seine Macht und seinen Ruhm bedrohen könnte. Darum sucht er eine Art, Jesus zu beseitigen. Herodes ist also ein Mensch, der eingebildet, hochmütig und ruhmsüchtig ist. Solche Menschen bekämpfen auch heute den christlichen Glauben und die Kirche.
Nun betrachten wir die zweite Seite der Beziehung zu Jesus! Da sind nun die Hohenpriester und Schriftgelehrten, die Herodes fragen, wo Jesus geboren wurde, und sie antworten ohne Bedenken, dass es in Bethlehem sei. Sie kannten ja die Prophezeiungen des Alten Testaments, also die Ankündigung eines künftigen Messias. Aber merkwürdigerweise gingen sie selbst nicht nach Bethlehem, obwohl sie genau wussten, wo Christus geboren werden sollte. Sie schickten die Weisen dorthin, aber sie selbst blieben zu Hause. Das gibt es auch heute noch. Manche Menschen kennen Jesus; sie haben von seiner Lehre und seinem Leben gehört, aber sie folgen Jesus nicht nach. Sie bleiben bei ihrer Art, zu denken und zu leben.
Die dritte Seite der Beziehung zum neugeborenen Jesus ist wohl die hinreißendste. Das ist die Beziehung der drei Könige aus dem Osten. Als sie den Stern sahen, machten sie sich auf den Weg und nahmen selbst den beschwerlichen Weg durch die endlose Wüste in Kauf. Sie ließen sich auch nicht von den falschen Worten des Herodes noch von der Interessenlosigkeit der jüdischen Hohepriester und Schriftgelehrten beirren. Sie gingen dem Stern nach und fanden in einem Stall in Bethlehem Maria, Josef und den kleinen Jesus. Sie glaubten den Eingebungen Gottes, und so fanden sie den Erlöser der Welt. Sie schenkten dem Gotteskind Gold als Zeichen für den König, Weihrauch als Zeichen für Gott und Myrrhe als Zeichen dafür, dass er später ein Mann der Schmerzen sein werde.
Es wäre erfreulich, wenn wir unsere Beziehung zu Gott ebenso wählen würden, wie die Weisen aus dem Morgenland es uns vorgezeigt haben. Was bedeutet das für uns? Wir sollten nicht das Gebet, die Andachten, die Heilige Messe und die Heilige Kommunion vergessen. Die drei Weisen sahen mit ihrem irdischen Auge nur ein kleines Kind, aber mit ihrem geistlichen Blick sahen sie Gottes Kind. Sie brachten ihre Geschenke und nach diesem Beispiel können auch wir Jesus unsere Gaben bringen. Wir können ihn anbeten, aber das reicht nicht aus. Unsere Gaben sollen auch unsere vortrefflichen Werke sein. Ein Glaube ohne edle Werke ist tot.
Ich lasse einmal die Geschichte vom Schuster Martin erzählen, die ich Ihnen nun vortragen möchte. Der Schuster Martin wohnte allein in einer Kellerwohnung. Seine Frau und seine zwei Kinder waren bereits gestorben. Er sehnte sich sehr nach Gott und las gerne in der Heiligen Schrift. Da erschien ihm Jesus im Traum. Diese sagte zu ihm: „Martin, morgen komme ich zu dir. Schau nur durch das Fenster auf die Straße!“ Am nächsten Morgen sah er vor seinem Fenster einen alten Straßenfeger. Martin bemerkte, dass er sehr fror und auch hustete. Da rief er ihn zu sich in die Stube, damit er sich wärmen konnte, und bereitete ihm eine Tasse warmen Tee. Als er wieder zum Fenster hinausschaute, sah er eine Frau, die ein Kind auf den Armen trug. Das Kind weinte und Martin merkte, dass ihm bitterkalt war. Auch sie rief er herein. Die warme Stube gab ihr für das Kind Kleidung, die einst seine eigenen Kinder getragen hatten. Außerdem gab er ihr Geld, um Essen zu kaufen. Später bemerkte er eine Verkäuferin, die einem Buben nachlief und ihn schlagen wollte , weil er ihr Äpfel gestohlen hatte. Da ging Martin hinaus auf die Straße und fragte den Buben: „Warum hast du die Äpfel gestohlen?“ Der Bub antwortete: „Ich war hungrig.“ Da bezahlte Martin der Verkäuferin die gestohlenen Äpfel. Dann erinnerte er sich plötzlich an den Traum und sagte zu sich selbst: „Wann kommt Jesus nun endlich zu mir?“ In der kommenden Nacht erschien ihm wieder Jesus, und er sagte zu ihm: „Ich bin schon zu dir gekommen, nämlich in der Person des alten Straßenfegers, in der Frau mit dem Kind und in dem hungrigen Buben, der die Äpfel gestohlen hat. Du hast auch für mich den Schaden bezahlt. Seit dieser Zeit war Martin stets bereit, lobenswerte Werke zu schaffen. Er wusste, dass er, wenn er etwas Gutes tut, es für Jesus tut.
Am heutigen Fest der Erscheinung des Herrn, mit Blick auf die drei Könige, die den kleinen Jesus ihre Gaben brachten, können wir uns vornehmen, auch immer etwas für Jesus zu tun, indem wir es an guten Werken für unsere Nächsten nicht fehlen lassen.
Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, wurde zwischen Getauften von Christus, dem Herrn, zur Würde eines Sakramentes erhoben. Diese Gemeinschaft ist durch ihre natürliche Eigenart auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft hingeordnet.
Also, Bund, die wirkliche Liebe, nicht die Verliebtheit.
Der Ehebund wird geschlossen von einem Mann und einer Frau, die getauft sind und die frei sind, die Ehe zu schließen, und die ihren Konsens freiwillig äußern. „Frei sein“ heißt: unter keinem Zwang stehen, nicht durch ein Natur- oder Kirchengesetz gehindert sein.
Der Konsens besteht im persönlichen freien Akt, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen. Ich nehme dich zu meiner Frau. Ich nehme dich zu meinem Mann. Dieser Konsens, der die Brautleute aneinanderbindet, vollzieht sich, indem die beiden ein Fleisch werden.
Die lebenslange Partnerschaft – die Verpflichtung zur gegenseitigen Schenkung. Diese Verpflichtung ist dauerhaft. Diese Verpflichtung ist bei der Verliebtheit nicht möglich. Dieses nachdrückliche Bestehen auf die Unauflöslichkeit des Ehebandes hat Ratlosigkeit hervorgerufen und als unerfüllbare Forderung erschienen. Jesus hat jedoch dem Gatten keine untragbare Last aufgebürdet, die noch drückender wäre als das Gesetz des Mose. Durch die Wiederherstellung der durch die Sünde gestörten anfänglichen Schöpfungsordnung gab er selbst die Kraft und die Gnade, die Ehe in der neuen Gesinnung des Reiches Gottes zu leben. Wenn die Gatten Christus nachfolgen, sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen, werden sie den ursprünglichen Sinn der Ehe „erfassen“ und ihn mit Hilfe Christi auch leben können. Diese Gnade der christlichen Ehe ist eine Frucht des Kreuzes Christi, der Quelle des christlichen Lebens.
Die Ehe hat eine Sendung, und das ist das Wohl der Ehegatten, die Zeugung und die Erziehung der Nachkommenschaft. Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe wurde vom Schöpfer begründet und mit eigenen Gesetzen geschützt. Gott selbst ist der Urheber der Ehe. Die Berufung zur Ehe liegt schon in der Natur des Mannes und der Frau, wie sie aus den Händen des Schöpfers hervorgegangen sind. Die Ehe ist keine rein menschliche Institution, obwohl sie im Lauf der Jahrhunderte je nach verschiedenen Kulturen, Gesellschaftsstrukturen und Geisteshaltungen zahlreiche Veränderungen durchgemacht hat. Diese Unterschiede dürfen nicht die bleibenden und gemeinsamen Züge aus den Augen lassen. Gott, der den Menschen aus Liebe erschaffen hat, hat ihn auch dazu berufen, was die angeborene, grundlegende Berufung jedes Menschen ist. Der Mensch ist ja nach dem Bild Gottes, der selbst Liebe ist. Da Gott sie als Mann und Frau geschaffen hat, wird ihre gegenseitige Liebe ein Bild der unverbrüchlichen, absoluten Liebe, mit der Gott die Menschen liebt. Diese ist in den Augen des Schöpfers lobenswert, ja hervorragend. Die eheliche Liebe wird von Gott gesegnet und dazu bestimmt, fruchtbar zu sein und sich im gemeinsamen Werk der Verantwortung für die Schöpfung zu verwirklichen. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch.“ Gen 1, 28.
Die katholische Kirche bezieht sich auf das traditionelle, durch die Zeit bewährte Konzept der Ehe. Bei diesem Konzept bilden die Eheleute eine stabile Familie, um dort Kinder zu empfangen und zu erziehen. Es gilt auch als gemeinnützige Institution. Auf einer Seite steht der klassische Begriff der Ehe, wie die Elementarzelle der Gesellschaft.
Heute ist politisch korrekt, eine revisionistische Auffassung der Ehe durchzusetzen, wonach sie nur das Werkzeug der Gefühle und der sexuellen Befriedigung ist, und darum ist es egal, wie man sie erlangt. Aus dieser Sicht ergeben sich verschiedene Auffassungen der Ehe, einschließlich homosexueller Beziehungen, und wenn die Ehe nicht mehr die Quelle meiner Befriedigung ist, wird sie als wertlos erachtet und sollte schnell und einfach beendet werden. Die Scheidung/Sex hat in dieser Auffassung seine Stelle, aber seine Bedeutung beruht ausschließlich darauf, dass er das Werkzeug zur Äußerung und Vertiefung ihrer Gefühlsnähe ist.
Nach katholischer Auffassung ist die Ehe ein Weg zur „Vergöttlichung“. Die Ehe ist für die Eheleute einer der Wege der Verwandlung in Christus. In der ehelichen Liebe haben alle Bestandteile der menschlichen Person ihren Platz. Diese Liebe zielt auf die tiefste und persönliche Einheit, die dazu führt, dass sie ein Herz und eine Seele ausbilden. Das verlangt Unlösbarkeit und Treue. Mit einem Wort: Es geht um die typischen Eigenschaften jeder natürlichen Gattenliebe. Die Gattenliebe verlangt durch ihre Natur nach Einheit und Untrennbarkeit. Die Eheleute sind berufen, in ihrer Gemeinschaft durch tägliche Treue unaufhörlich zu wachsen. Diese menschliche eheliche Gesellschaft vollendet sich in der Gemeinschaft in Jesus Christus. Diese Gemeinschaft vertieft sich durch gemeinsamen Glauben und die heilige Kommunion. Die Gründe für die Untrennbarkeit sind zwei. Wenn ich jemandem etwas schenke, gehöre ich mir nicht mehr – und das unwiderruflich. Dann ist hier die Verantwortung gegenüber den Kindern, die eine stabil, sichere, liebevolle Gemeinschaft brauchen. Durch ihre natürliche Eigenart ist die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft hingeordnet und findet darin gleichsam ihre Krönung. Kinder sind gewiss die vorzügliche Gabe für die Ehe und tragen zum Wohl der Eltern selbst sehr viel bei. Derselbe Gott, der gesagt hat: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (vgl. Gen 2,18), und der den Menschen von Anfang an als Mann und Frau schuf. Mt. 19,4 wollte ihm eine besondere Teilnahme an seinem schöpferischen Wirken verleihen, segnete darum Mann und Frau und sprach: „Wachst und mehret euch.“ Gen 1,28
Die Fruchtbarkeit der ehelichen Liebe besteht auch in den Früchten des sittlichen, geistigen und übernatürlichen Lebens, die die Eltern ihren Kindern weitergeben. Die Eltern sind die ersten und wichtigsten Erzieher ihrer Kinder. In diesem Sinn ist die primäre Aufgabe der Ehe und der Familie, im Dienst des Lebens zu stehen.
Die Ehe ist der Grund für die Familie; die Kirche ist es in kleinem Maße. Darum die Ausbildung dieser kleinen Hauskirche als der Ort des Empfangs und der Erziehung der Kinder. Heute, in einer Welt, die dem Glauben oft fernsteht oder sogar feindlich ist, sind die christlichen Familien als Brennpunkte lebendigen, ausstrahlenden Glaubens notwendig. Darum nennt das Zweite Vatikanische Konzil die Familie nach einem alten Ausdruck „Ecclesia domestica“ (Hauskirche). Im Schoß der Familie sollen die Eltern durch Wort und Beispiel für ihre Kinder die ersten Glaubensboten sein, die jede eigene Berufung fördern, insbesondere die geistliche, und dies mit besonderer Sorgfalt.
Einleitung
Wer regelmäßig die Heilige Messe besucht, weiß, dass er das heutige Evangelium nun zum dritten Mal während dieser Weihnachtszeit hören wird. Wir haben es zu Weihnachten und zu Silvester gehört und werden es heute noch hören. Dieses Evangelium enthält eine essenzielle Wahrheit über Gottes Wort, die für unser Leben notwendig ist. Wir wünschen, über die Wahrheit nachzudenken. Wir wissen, dass jedes Wort, das wir Menschen aussprechen, seinen Ursprung in unseren Gedanken hat. Unser Wort entsteht also aus unserem Denken. Nun übertragen wir unsere Gedanken auf den himmlischen Vater. Gott Vater ist ewig; er ist vollkommen. Er ist lebendig in Jesus Christus, im Sohn Gottes, also in der zweiten göttlichen Person. Jesus Christus bezeichnet der Evangelist Johannes als „das Wort“. Er hat vor, uns damit zu sagen, dass das menschliche Wort aus Gedanken entsteht, so wie das Wort Jesu aus dem Denken Gottes Vaters hervorgeht.
Predigt.
Der heilige Evangelist Johannes hat gesagt: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Das bedeutet: „Die zweite göttliche Person ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Wir könnten fragen: „Warum?“ Die Antwort haben wir auch im heutigen Evangelium nach Johannes. Da hat es geheißen: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt , dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt , nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Das bedeutet also, dass Gottes Sohn Mensch geworden ist, damit wir Söhne und Töchter Gottes sind. Diese erstaunliche Wahrheit darf für uns nicht nur eine bloße Information bleiben.
Ich denke dabei an folgendes Beispiel: Jemand erzählt uns, wie schön es im Urlaub auf Mallorca war. Diese Erzählung kann interessant sein. Aber der Erlebnisinhalt ist für uns irgendwie fern. Dann stellen wir uns vor: Wir werden nach Mallorca reisen und dort unseren Urlaub verbringen. Das wäre für uns dann nicht bloß eine Information, sondern ein besonderes Erlebnis. Wenn ich nun das auf Gottes Wort übertrage, ist es auch unzureichend, wenn es nur eine Information darstellt. Die Information soll sich in ein Erlebnis verwandeln. Aber wie ist das möglich?
Die Antwort gibt uns der heilige Johannes Chrysostomos. Er rät uns: „Erfüllt eure Herzen mit Sehnsucht nach Gott.“ Sehnsucht ist die leichteste Leistung, die unsere Seele vollbringen kann. Sehnsucht nach Gott ist leichter als die Liebe zu Gott. Wir sollen bei unserer Arbeit, bei unseren Taten und auch in stillen Zeiten Sehnsucht nach Gott haben. In einem Psalm des Alten Testaments wird es so treffend ausgedrückt: „Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele nach dir, mein Gott.“ Die Sehnsucht nach Gott kann uns zu einer innigen Beziehung zu Gott führen.
Der bekannte Schriftsteller Leo Tolstoj schreibt von einem Bauer, der sich mit mühseliger Arbeit einen großen Reichtum erarbeitete. Er wurde Großgrundbesitzer. Als er alt wurde, traf ihn ein Schicksal nach dem anderen. Sein älterer Sohn kam bei einer Rauferei ums Leben, der jüngere Sohn ergab sich dem Alkohol, die Schafe wurden von einer Krankheit heimgesucht. Eine Bande Stahl ihm die Pferde und Kühe. Als er 70 Jahre alt war, vertrieb ihn sein jüngerer Sohn vom Haus. Er musste mit seiner Ehefrau eine Bleibe bei fremden Leuten suchen. Ein Bauer nahm sie auf und sie mussten dafür im Stall arbeiten. Ein Verwandter fragte einmal jenen Bauern nach diesen Menschen, die nun bei ihm wohnen. Da antwortete dieser: „Ja, das waren einmal die reichsten Menschen hier in dieser Gegend und jetzt leben sie bei mir als meine Bediensteten.“ Dieses Schicksal interessierte die Verwandten, und er machte sich darüber Gedanken, wie sie nur in dieses Schicksal geraten konnten, und fragte daher den einst reichen Bauern: „Wie konnte das nur passieren?“ Dieser meinte: „Von unserem Glück und Unglück kann Ihnen am besten meine Frau erzählen!“ Und sie begann zu erzählen: „Fünfzig Jahre lang habe ich mit meinem Mann das Glück gesucht, aber wir haben das wahre Glück nicht gefunden. Wir haben in mühseliger Arbeit ein großes Vermögen angehäuft, doch dann hatten wir riesige Sorgen mit den Dienern, unseren Schafen, Pferden und Kühen sowie mit Räubern. Wir hatten auch nie Zeit, uns der Ruhe zu widmen und ein wenig zu plaudern. Wir waren stets nervös, stritten miteinander und hatten Konflikte. Das Schlechteste war, dass wir nie Zeit für das Gebet hatten. Für uns gab es keinen Gott. Jetzt machen wir unsere Arbeit im Stall, und wir haben Zeit füreinander, und anstatt materieller Sorgen ist unser Herz mit Sehnsucht nach Gott erfüllt. Jetzt erleben wir immense Freude, wenn wir gemeinsam beten und in die Kirche gehen. Jetzt erst verstehen wir, dass Gott Mensch geworden ist und unter uns wohnt. Das macht uns glücklich. „
Ja, das ist das Wesentliche und es gilt in besonderer Weise auch für uns. Gott ist Mensch geworden, damit er uns glücklich machen kann. Dieser Gedanke ist für uns Menschen immer aktuell.