Unter den vielen Aussprüchen der heiligen Väter bewährte sich auch dieser. Der Bruder Markus sagte zum Vater Arzénius. Warum meidest du uns? Arminius antwortete: „Gott weiß, dass ich euch liebe.“? Aber ich kann nicht zugleich mit Gott und mit den Menschen sein. Ich kann Gott nicht verlassen und unter die Menschen gehen. Die Art, wie der Arzénius dieses Problem löste, war fraglich, zweifelhaft. Arz0nius wurde zu seiner Lebensart berufen. Auf der anderen Seite gibt es die Menschen, die sich außer der Feier Gottes nach vielen anderen Dingen sehnen. Zum Beispiel nach Erfolg, Gesundheit, Reichtum, exquisitem Essen und so weiter. Diese Sachen sind in Wesentlichen nicht schlecht. Warum sind diese Sehnsüchte ein Problem, auch wenn sie zu keinem Bösen hinzielen? Die Psychologen kamen darauf, dass der Mensch in einem Augenblick sich nur einer Sache widmen kann. Wenn wir uns scheinbar auf mehrere Dinge konzentrieren, nehmen wir sie nicht gleichzeitig wahr, aber wir schalten unsere Aufmerksamkeit unentwegt um. In einem Bruchstück der Sekunde nehmen wir das Gespräch wahr, während wir in einem anderen Bruchstück der Sekunde ständig die Umgebung wahrnehmen. Sicher ahnen sie, was für eine Bedeutung das im Verhältnis zu den Eingebungen des Heiligen Geistes hat. Wenn ich mich konzentriere auf die Menschen, auf die Sachen um mich herum, kann ich nicht in diesem Augenblick auf die Eingebungen des Heiligen Geistes konzentrieren. Das worauf wir uns konzentrieren , bestimmt unseren Willen. Ein kurzes Beispiel. Wenn ich mich nach einem neuen Auto sehne, nach konkreter Marke, so nehme ich wahr, dass die Autos dieser Marke, konzentriere ich mich auf die Autos dieser Marke. Manchmal sich uns Außenanlässe aufzwingen – zum Beispiel rauschende Musik, Lärm, lautere Gespräche, und wir können uns nicht auf die Arbeit konzentrieren. Aber wenn uns diese Musik nicht interessiert, widmen wir ihr keine Aufmerksamkeit. Die Eingebungen des Heiligen Geistes zwingen sie nicht auf. Gott spricht leise und gewaltlos. Im Gegenteil auf seine feine und leise Stimme aufmerksam warten. In der Praxis bedeutet das, dass wir unter den Wahrnehmungen, die sich uns auf Schritt und Tritt anbieten und aufzwingen – wie die Welt, das Fernsehen, das Radio und unsere eigenen Träume – Gott schnell vergessen. Viele Menschen haben diese Erfahrungen. Am Morgen hatten sie sich vorgenommen, den ganzen Tag in Gottes Anwesenheit zu leben, und so schnell vergessen wir das, weil uns andere Sachen gefangen nehmen. Arzenius und seine Kollegen halfen sich, indem sie einfach in die Wüste „abrieben“, um Störungen wie Musik oder Hausaufgaben zu vermeiden. Dort übten sie die Aufmerksamkeit. Wir können nicht in die Wüste laufen; dazu haben wir keine Möglichkeit. Die Stille und die Einsamkeit sollten wir uns schaffen, aber das Kernstück ist woanders. In unserer Sehnsucht, in unserer Liebe. Wenn wir uns nach etwas sehnen, lieben wir es. Sicher verstehen sie jetzt sehr gut, wenn jemand sagt : Ich mache nichts Böses, ich bin kein Mörder, kein Dieb, und nur dabeizubleiben ist sehr wenig. Diese Einstellung zeugt nicht von der Liebe zu Gott. Jesus antwortete auf die Frage: „Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzer Seele und mit allen deinen Gedanken.“ Mt 22,37. Anders gesagt. Die Liebe zu Gott muss in unserem Leben an erster Stelle stehen. In der Wirklichkeit sehnen wir uns vielmehr nach den vielen Dingen als nach Gott; viele Dinge? sind für uns vielmehr wichtig. Wichtige Dinge in unserem Leben sind Reichtum, unsere Karriere und Komfort. Was sagt dazu Jesus? Dasselbe, was er zu Martha gesagt hat: „Martha, Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen.“ Aber nur etwas ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt,das soll ihr nicht genommen werden. Das Ziel ist, dass uns nur Gott interessiert. Jesus spricht vom Weg, durch den jeder Christ übergehen muss. Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ Lk 14,33. Interessant spricht auch der Katechismus der Katholischen Kirche davon … Wir müssen wissen, dass die Sünde eine doppelte Folge hat. Die schwere Sünde beraubt uns der Gemeinschaft mit Gott und macht uns dadurch unfähig, zum ewigen Leben zu gelangen. Andererseits. Diese Beraubung heißt die ewige Sündenstrafe. Andererseits zieht jede Sünde, selbst eine geringfügige, eine schädliche Bindung an die Geschöpfe nach sich, was der Läuterung bedarf, sei es hier auf Erden, sei es nach dem Tod im sogenannten Purgatorium (Fegefeuer), was man zeitliche Sündenstrafe nennt. Diese beiden Strafen dürfen nicht als eine Art Rache verstanden werden, die Gott von außen her ausüben würde, sondern als etwas, das sich aus der Natur der Sünde ergibt. Eine Bekehrung, die aus glühender Liebe hervorgeht, kann zur völligen Läuterung des Sünders führen, sodass keine Sündenstrafe mehr zu verbüßen bleibt (KKK 1472). Das Wesen der Sünde liegt im Vorziehen von „was auch immer“ vor Gott. Die Folge der Sünde ist die Liebe und Sehnsucht nach dieser Sache, und diese Liebe kommt in Konflikt mit der Liebe zu Gott. Im Gleichnis vom Sämann spricht Jesus auch von einem Menschen: „In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum , und es bringt keine Frucht“ Mt 13,22. Vielleicht möchten wir in diesem Augenblick ausrufen. Um Gottes willen, was sollte dieser Mensch tun? Doch, er musste sich um so viele Sachen kümmern. Das Problem bei diesem Menschen war, dass all diese Sorgen, die Liebe zum trügerischen Reichtum, die Liebe zu Gott, das Interesse an Gott ersticken. Jesus würde auch uns sagen.Du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Was ist notwendig? Aus allen unseren Kräften das Reichsgottes suchen. Uns muss eines klar sein. Unsere Liebe zu Gott muss in unserem Leben an erster Stelle stehen. Das bedeutet aber nicht, dass wir auch die Menschen, die Welt nicht lieben können. Aber wie? Die Antwort gibt uns der heilige Paulus im Brief an die Epheser: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet, durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns vor der Erschaffung der Welt erwählt, damit wir heilig und untadelig vor Gott leben. Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, durch Jesus Christus seine Söhne zu werden und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen (Epheser 1,3-5). Haben Sie das bemerkt? Gott liebt uns in seinem Sohn. Das Heil liegt darin, dass der Mensch sich in Jesus vereint. Also nicht neben Jesus, sondern in Christus. Wortwörtlich der Mensch wird Christus. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? … Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm“ 1 Korinther 6,15,17. Das ist der Weg eines Christen, und wir können das auch liturgisch ausdrücken. Durch ihn, mit ihm und in ihm. In der Praxis lieben wir jemanden oder nicht wegen etwas. Jemanden lieben wir, weil er unser Verwandter ist und anhänglich, sympathisch und hübsch ist. Im Gegenteil, lieben wir jemanden nicht darum, weil er unsympathisch, fremd usw. ist. ist. ist. In Christus zu lieben bedeutet, aus einem einzigen Grund zu lieben, und dieser Grund ist Jesus. Wir lieben alle, die Christus liebt. Wir wollen alles, was Christus will. Zum Beispiel. Wenn ich mich auf die Gitarre zu spielen lerne, kann ich das machen, weil es mir gefällt; ich wirke auf die anderen ein; ich vergöttere die Musik. Dann konkurriere ich mit meiner Liebe zu Gott. Am Abend zum Beispiel stehe ich vor einem Dilemma. Soll ich mich jetzt dem Gitarrespiel oder der Meditation widmen? Kann man konkurrieren? Aber ich kann mich dafür entscheiden, Gitarre zu lernen, weil ich mit ihrer Hilfe Jesus feiern, fest werden, der Entwicklung der Gemeinschaft helfen und die Schönheit des Gottesdienstes wahren kann. Dann diese Liebe nicht mit der Liebe zu Jesus’ Wettfeiern, weil sie ursprünglich ist, einer von der Seite der Liebe zu Jesus ist. Dann wird auch das Gitarrenspiel zum Gebet, und unsere Liebe zu Gott wird ganz verdrängt. Ähnlich ist das auch mit den Menschen. Der Fehler ist, wenn die Liebe zu den Menschen, zu den Dingen ganz unsere Liebe zu Gott verdrängt. Einmal war ich, um meinen alten Freund zu besuchen. Wir machten einen Spaziergang, bei dem wir einer Gruppe begegneten. Zirka nach fünfzig Metern hat mich mein Freund gefragt. Hast du diese Menschen gesehen? Ja, ich habe sie gesehen. Sie sind große Freunde meines Vorgängers. Diese Menschen ignorieren mich ganz. Ähnlich ist es. Viele Menschen sind die Freude dieser Welt und ignorieren Gott ganz.
Hieronymus wurde um 347 in Stridon an der dalmatinisch-pannonischen Grenze geboren. Seine wohlhabenden Eltern schickten ihn schon früh an die damals berühmten Schulen nach Mailand und Rom. In Rom studierte er Grammatik, Rhetorik und Philosophie. Während seiner Reise nach Trier, wo er dann getauft wurde, entschied sich Hieronymus, sein Leben künftig dem Glauben zu weihen. Doch zunächst wollte er sich intensiv mit den heiligen Schriften befassen. Er fuhr 370 nach Aquileja und zwei Jahre später nach Antiochia, um seine biblischen Studien zu vollenden und seine Hebräischkenntnisse zu vervollständigen. Von Antiochia aus zog er sich in die Wüste von Chalkis zurück. Trotz seiner asketischen Lebensweise unternahm er weitere Studien und war schriftstellerisch tätig. Seine Briefe berichten von schweren Versuchungen , die er in dieser Zeit erleiden musste. Später wurde Hieronymus zum Priester geweiht. In den Jahren 380/381 studierte er in allen bedeutenden Bibliotheken Konstantinopels. Mit seinen Manuskripten und Büchern zog er dann nach Rom . Er lernte Papst Damasus kennen, der den hochgebildeten Mann zu seinem Sekretär ernannte. Der Papst hatte noch eine weitere Aufgabe für den Heiligen: Er sollte die lateinische Übersetzung der Evangelien revidieren. In dieser Aufgabe, die ihn zwanzig Jahre beschäftigte , konnte er sein Wissen und seine Bildung, die er sich in langen Jahren intensiver Arbeit erworben hatte, einbringen. Daneben wurde er zum biblischen Lehrer und Seelenführer vieler vornehmer römischer Frauen. Nach dem Tod des Papstes Damaskus zog er nach Betlehem. Hier gründete Hieronymus ein Männerkloster , das er selbst leitete. Jetzt begann für den gelehrten Mönch eine dreißigjährige Periode wissenschaftlicher Arbeit. Er übersetzte alle Bücher der Heiligen Schrift aus dem Urtext und schrieb anschließend dazu Kommentare. Erschöpft und blind starb Hieronymus am 30. September 419 in Betlehem,
Der Bestandteil des Wortes Gottes ist die Predigt (Homilia). Am Sonntag ist die Predigt verpflichtend. Der Priester soll das gehörte Wort Gottes erklären, aktualisieren und ausführen. Das ist der Unterschied, wenn der Priester die Predigt zum Beispiel zur geistlichen Erneuerung hält. Dort kann das Thema der Predigt beliebig sein. Aber am Sonntag soll der Priester das „gehörte Wort Gottes“ aktualisieren. Wenn wir das Wort Gottes wirklich empfangen haben, dann sollte unsere Antwort das Glaubensbekenntnis/Kredo sein. Kredo fasst die Grundwahrheiten unseres Glaubens zusammen. Wenn der Mensch glaubt, bekennt er fröhlich seinen Glauben. Er will seinen Glauben mit anderen teilen. Wenn jemand seinen Glauben ernst nimmt, fühlt er sich für ihn verantwortlich. Das Glaubensbekenntnis sollte unseren Glauben entflammen. Bei den umfänglichen Feiern verwenden wir das Nicäa-Konstantinopel-Glaubensbekenntnis, das im 4. Jahrhundert formuliert wurde. Durch das Glaubensbekenntnis können wir unsere Taufe erneuern. Das Wort Gottes beendet die Fürbitten der Gläubigen. Der heilige Justin sagt, dass auf die Fürbitten entweder mit Schweigen oder mit Kyrie eleison erwidert wird. Die Fürbitten sind wirklich das Gebet der Gläubigen. Der Priester sagt nur die Einleitung und das Schlussgebet Die Fürbitten soll jemand aus dem versammelten Volk lesen, und sie sollen die Bedürfnisse der Kirche erfüllen. Wir beten für diejenigen, die in Schwierigkeiten sind, die krank sind oder leiden. Wir beten für die Repräsentanten des Staates und der Kirche. Die Antwort auf die Bitte kann unterschiedlich ausfallen. Wenn wir auf das Wort Gottes schauen, soll uns klar sein, dass es hier um das Zusammentreffen mit Jesus in seinem Wort geht. Das Wort Gottes soll uns helfen, uns mit dem lebendigen Jesus zu treffen. Auf der Außenseite geht das Wort Gottes beträchtlich aus der jüdischen Liturgie hervor .So beteten die Juden in der Synagoge. Aber im Christentum hat das einen neuen Inhalt. Jesus kam zu uns durch sein Wort. Sein Wort ist für uns das Licht, das uns erleuchtet. Sein Wort ist der Boden, der in sich den Quell birgt. Jesus will, dass jeder, der sein Wort hört, aus diesem Quell trinkt. Es ist wichtig, den wahren Sinn des Wortes zu entdecken. Was bedeutet das gehörte Wort für mich in meiner Situation? Es wäre schön, wenn wir aus der heiligen Messe mit der Kenntnis hinausgehen; der Herr hat mir heute gesagt. Er wirklich spricht zu uns. Es ist gut, wenn wir wissen, welche Lesungen und das Evangelium am Sonntag vorgesehen sind. Sollte es für uns kein Problem sein, das festzustellen. Ich kenne die Familien, die am Samstag die Sonntagslesungen durchlesen und tippen, wovon der Herr Pfarrer predigen wird. Im Gotteswort spricht der Herr zu seinem Volk. Er verkündet das Geheimnis der Heilung und der Erlösung und gibt uns die geistliche Nahrung.
Erntedankfest – Die Danksagung für die Ernte auf unserer Erde
Im Gebet „Vater unser“ bitten wir um unser tägliches Brot, womit wir uns erkennbar in Fürbitte für alle Dinge einflechten, die zu unserem Lebensunterhalt notwendig sind, wie Essen, Kleidung, Wohnung und Gesundheit. Diese Bitte verrät, was wir von Gottes Gnade und Fürsorge erwarten, und spiegelt unsere Überzeugung wider, dass alles in unserem Leben von Gott abhängt. Im Kontext des Erntedankfestes bringen wir unsere Dankbarkeit für Leben und Gaben zum Ausdruck und betonen, wie wichtig es ist, dieses Dankesbewusstsein tief zu verankern. Wer dies vergisst, zeigt Undank und widerspricht damit dem christlichen Lebensansatz. Als Gläubige sollten wir uns für kleine wie für große Gaben dankbar zeigen.
Ein Bäcker schenkte einem Armen ein Stück Brot, worauf dieser sich bedankte. Der Bäcker sagte jedoch, er solle sich nicht bei ihm bedanken, sondern beim Müller, der das Korn zu Mehl gemahlen habe. Der Müller wiederum verwies den Mann an den Bauern, der das Getreide angebaut und geerntet habe. Der Bauer schließlich dirigierte ihn zu Gott, der die Sonne und den Regen geschickt habe, damit das Getreide wachsen könne. Diese Geschichte zeigt, dass ohne Gott es kein Brot gäbe.
Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte von Adam und Eva, die mehrere Kinder hatten, darunter Kain und Abel. Kain war Bauer und Abel Hirte, ihre Lebensstile unterschieden sich also. Beide lebten jedoch von der Erde. Heute gibt es viele verschiedene Berufe, aber die Grundlage unseres Lebens bleibt das, was die Erde uns gibt.
Zur Zeit Kains und Abels brachten die Menschen Opfer, sogenannte Brandopfer. Aus heutiger Sicht erscheint dies sinnlos, aber damals hatte es eine Bedeutung. Wenn heute jemand 500 Euro als Opfer brächte und der Geldschein verbrannt würde, hätte das keinen Sinn. Heute verwenden wir unsere Spenden für sinnvolle Zwecke. Das Opfer der Vergangenheit hatte auf diese Weise wenig Nutzen.
Das Opfer Kains und Abels war jedoch eigenartig: Gott schaute auf das Opfer Abels, nicht aber auf das Kains. Die Schriftgelehrten erklären dies, indem sie sagen, dass Kain nicht mit reiner Absicht opferte. Er tat dies aus Pflicht und nicht aus Überzeugung und bot nur zweitklassiges Getreide an. Abel hingegen opferte das Beste, was er hatte, und gab es gerne von Herzen.
Gott sieht unser Herz und weiß, wie wir mit seinen Gaben umgehen. Wer nicht an Gott glaubt, ist meist nur an sich selbst interessiert und dankt nicht für das, was er erhält. Wer hingegen an Gott glaubt, weiß, dass alles von ihm kommt, und zeigt sich daher dankbar. Gott schätzt ein liebenswürdiges Geben, das aus Liebe heraus geschieht. Wir sollten also nicht nur aus unserem Überfluss geben, sondern mit Hingabe, damit wir sicher sein können, dass Gott unsere Gaben reichlich vergelten wird.
Einleitung
Im Märchenbuch der Gebrüder Grimm findet man das bekannte Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein. Die Großmutter sagte zu ihren Zicklein: „Ihr dürft euch auch überall im Haus aufhalten, nur in den Kasten, wo die alte Uhr ist, dürft ihr nicht hineinkriechen. Eines Tages, als die Mutter nicht zu Hause war, kam der Wolf in böser Absicht zu Besuch. Da versteckten sich die Zicklein überall im Haus – einige unter dem Tisch, einige unter dem Bett, ein drittes im Schrank. Nur ein einziges ungehorsames Zicklein versteckte sich im Uhrkasten. Alle hat der Wolf gefunden und aufgefressen, nur das eine im Uhrkasten war gerettet, denn er konnte es nicht entdecken. Wäre es richtig, das ungehorsame Zicklein dafür zu rügen, dass es den Befehl seiner Mutter übertreten hat und nur so sein Leben gerettet hat? Da fällt es mir nicht leicht, zu sagen, wer hier gehorsam und wer ungehorsam war.
Predigt
Eltern wissen, dass es hier nicht nur um ein Märchen geht, sondern dass es alltägliche Erfahrungen mit Kindern sind. Es ist nicht immer leicht, jemanden wegen Ungehorsams zu verurteilen, weil sich oft eine bestimmte Initiative und Kühnheit– einige unter dem Tisch, einige dahinter – verstecken. Es ist auch nicht leicht, jemanden für seinen Gehorsam zu loben, weil dahinter auch Faulheit und Verzagtheit liegen können.
Dazu ein ganz einfaches Beispiel: Eine Mutter hatte zwei Söhne. Der eine Sohn trank sehr oft aus Durst, und wenn er nach Hause zu seiner Mutter kam, sagte er jedes Mal: „Mutti, ich bin dir so dankbar für alles, was du für mich tust. Was würde ich ohne dich machen?“ Der zweite Sohn war makellos; er arbeitete im Ministerium in Bratislava. Er rief seine Mutter aber nur einmal im Monat an. Die Mutter empfand dieses Verhalten eigentlich als gefühlskalt.
Ich denke, dass solche menschlichen Erfahrungen auch dazu dienten, dass Jesus die Geschichte von den zwei Söhnen erzählte, die wir im Evangelium gehört haben. Um Jesus zu verstehen, müssen wir uns in die Situation hineindenken, in der diese Geschichte spielt. Jesus hatte vor sich die Pharisäer und Schriftgelehrten, die scheinbar alle Gebote getreulich erfüllten. Sie sagten „JA“ zu Gott, aber ihnen fehlten die aufrichtige und innige Liebe sowie die Barmherzigkeit. Jesus hatte vor sich aber auch Sünder und Zöllner. Diese sagten zuerst „NEIN Gott“, aber schließlich bekehrten sie sich und bereuten es, als sie Jesus kennenlernten.
Was kann uns dieses heutige Evangelium nützen? Welcher Sohn spricht uns im heutigen Evangelium an? Ich glaube, jeder von uns hat etwas von beiden Söhnen, denn manchmal sind wir faul und manchmal auch fleißig. In uns stecken Bequemlichkeit und das Bestreben, sich zu vervollkommnen. Wir sind der Sinnlichkeit und dem Materialismus ausgesetzt; wir sind Idealisten und überschreiten manchmal Grenzen. Es liegt an uns, was wir zum Schwerpunkt machen. Wenn uns an etwas liegt, müssen wir uns bewusst sein, dass wir unsere Bequemlichkeit überwinden müssen.
Wenn etwa eine junge Frau ein kleines Kind hat, steht sie sogar mitten in der Nacht auf, wenn es etwas braucht. Durch die Liebe werden positive Eigenschaften hervorgebracht. Auch Jesus hatte gewiss solche Momente, die er überwinden musste. Er wusste, dass das notwendig war. Auch wir haben die Fähigkeit, uns zu vervollkommnen – jeder von uns kann fleißiger und liebenswürdiger werden. Jeder hat die Möglichkeit, den Willen Gottes immer besser zu erfüllen. Es liegt an uns, diese Fähigkeit zu beleben. Wenn wir es nicht tun, könnten wir so werden wie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Die Größe unseres Menschseins liegt darin, dass wir unsere Fehler erkennen und bereuen, anders als jedes Tier, das nur instinktiv handelt.
Im Alten Testament finden wir viele Personen, die mehrmals NEIN zu Gott sagten, aber später bereuten und vollbrachten, was Gott ihnen anvertraut hatte. In ihnen und in uns stecken also die Eigenschaften beider Söhne.
Zur Illustration noch eine kurze Geschichte: Ein Mann schreibt, dass er bereits als 14-Jähriger Dostojewski gelesen habe und große Sehnsucht nach dem Absoluten habe. Später trat er ins Seminar ein. Dort kam es zu Missverständnissen zwischen ihm und seinen Vorgesetzten. So hat er das Seminar wieder verlassen, seine Priesterlaufbahn beendet und sich sogar von der Kirche getrennt. Er protestierte und rebellierte gegen alles. Als er 20 Jahre alt war, führte er ein Gespräch mit einer kranken Frau, die ihn sehr berührte. Sie starb aber bald danach. Er sagte: „Ich war gesund und traurig; sie war krank und glücklich.“ Nach diesem Gespräch kam es zu einer Bekehrung und er legte später das Gelübde der Armut, der Reinheit und des Gehorsams ab. Er lebte ein geweihtes Leben und widmete sich sozialen Diensten. Da veränderte sich plötzlich sein Gesundheitszustand und er musste sich einer gründlichen ärztlichen Untersuchung unterziehen. Es war ihm jedoch nicht wichtig, wie das Ergebnis dieser Untersuchung ausfallen würde. Das Wichtigste für ihn war, dass er Jesus als Vorbild für sein Leben gewählt hatte. Die Untersuchung zeigte, dass er eine bösartige Geschwulst hatte. Von dieser Zeit an hat er begonnen, sich auf das nördliche Lebensende vorzubereiten. Vor seinem Tod schrieb er: „Ich habe eine riesige Freude in meinem Herzen.“ Auf die Frage an ihn: „Welcher Tag in deinem Leben war der schönste und welcher der schwerste?“ antwortete er: „Der schönste Tag für mich war, als man mir mitteilte, dass ich Krebs habe.“ Da freute ich mich, dass sich der Tag des Zusammentreffens mit Jesus nähert. Aber dieser Tag war für mich auch der schwerste, denn es schien mir, als sei ich für diesen Augenblick noch nicht vorbereitet.“ Einmal sprach dieser Mann vor einer Gruppe junger Menschen und sagte: „Ich kann nur eines sagen: Es lohnt sich, Jesus nachzufolgen.“
Im Leben dieses jungen Mannes gab es also zwei Phasen – die Phase der Rebellion und des Ungehorsams und die Phase des Gehorsams und der Befolgung des Willens Gottes. Es ist bedeutsam, dass unser Leben einmal mit dieser zweiten Phase zu Ende geht.
Die vollkommenste Form des Gebetes ist das Lobgebet. Eben in diesem Gebet sind wir am meisten Gott ähnlich. Etwa das Gebet in Zungen ist nichts anderes als das Lobgebet, in dem keine Worte, keine Sachen sind, für die wir danken sollen, sondern nur das reine Lob. Die Evangelisation ist nichts anderes als das öffentliche Lob und der Jubel Gottes vor dem Antlitz der ganzen Welt sowie das Zeugnis seiner Größe. Der bekannte Schriftsteller David Wilkerson sagte : Wenn du öffentlich anfängst, zu beten, entdeckst du die Kraft. Wenn wir öffentlich beten, verherrlichen wir Gott. Der Heilige Geist hilft uns, den Willen Gottes zu erkennen und uns mit ihm zu vereinigen. Dieses Ziel erfüllen wir, wenn wir uns entscheiden, Gott nichts zu versagen. Versagen ist das Vorziehen unseres Willens vor dem Gottes. Die selige Angela von Foligno sagte. Es geht darum, dass wir Gott werden und Gott uns wird. Überhaupt geht es nicht darum, dass wir Sklaven Gottes werden. Wir sollen aber wissen, dass Gott besser weiß, was für uns gut ist. Schon unsere Stammeltern folgten dem Willen Gottes nicht. Und wir wissen, was für ein Ende das hat. Aber auch heute suchen viele Menschen den Willen Gottes nicht. Sie sind überzeugt, besser zu wissen, was Ihnen zum Glück beiträgt. Aber auch die Menschen, denen Gottes Willen folgen will, erfüllen wirklich diesen Willen. Einmal verhindert uns die Angst. Wir kennen die wunderbare Legende von Henryk Sienkiewicz in seinem Roman „Quo vadis“. Während der Verfolgung der Christen hat der heilige Petrus Angst bekommen, und er läuft von Rom weg. Auf dem Weg trifft er sich mit Christus und fragt ihn. Herr, wohin gehst du? ich gehe nach Rom, um mich noch einmal kreuzigen zu lassen. Petrus hat verstanden. Er kehrte nach Rom zurück, wo er als Märtyrer starb. Wir müssen lernen, nach dem Willen Gottes zu leben. Entscheiden wir uns, treu nach dem Evangelium und den Lehren der Kirche zu leben. Aber eine andere Sache ist, nach dem Willen Gottes zu leben – „wollen“ und wirklich nach dem Willen Gottes zu leben. Der heilige Johannes vom Kreuz führt uns zur höheren Form des christlichen Lebens. Er fordert uns auf, damit wir die Gottesgaben aufhören zu lieben und beginnen, selbst Gott zu lieben, ohne Rücksicht darauf, ob Gott uns mit seinen Gaben beschenkt oder nicht. Völlig vertrauen auf Gott, dass er unser Leben in der Hand hat und alles nach seinem Willen geschieht, der unser Wohl will. So wie Jesus sagt: „Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eueres Vaters. Bei euch sind aber sogar die Haare auf dem Kopf, den Willen Gottes in den tagtäglichen Ereignissen gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. “ Mt 10,29-31- Anlernen, den Willen Gottes in den tagtäglichen Ereignissen zu erkennen und statt des Widerstrebens und des Gemuffels lieber mit der Situation zusammenzuarbeiten, und bringt uns so die Frucht. Gott hat keine Vorliebe für Leid und Schmerz. Aber ohne Leid und Scherz ist kein Wachsen möglich. Das gilt im Sport, in der Arbeit – überall. Unsere Sendung ist, nicht passiv das Leid anzunehmen, sondern es zu wollen, wenn es Gott will. Wenn Gott von mir etwas will, egal ob es angenehm oder unangenehm ist, will ich es. Nicht für die Dinge, sondern für Gott, den ich liebe. Das ist die vollkommenste Liebe, die Jesus hatte, als er Mensch wurde. Für ihn bedeutete das ganz auf sich selbst zu verzichten. Der heilige Paulus äußerte sich so. ,, sondern er entäußerte sich, und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich“ Phl 2,7. Als Jesus am Kreuz sterben wollte und so auf sich die Folgen aller unserer Sünden auferlegen wollte, machte das nicht deshalb, dass diese Sachen angenehm waren. Bei Weitem nicht. Jesus machte das, weil es seine Liebe zu uns verlangte. Vielleicht haben Sie manchmal gehört, dass die wirkliche Liebe beginnt, bis sie wehtut. Solange sie nicht wütet, ist das vielleicht die Gebefreudigkeit, die Bereitschaft, die Bereitwilligkeit, aber nicht die Liebe. Die Liebe beginnt, bis wir für den anderen etwas verlieren oder opfern. Die Liebe ist nicht, ein Bettler in den Hut ein paar Euro werfen: Sowieso bleibt mir noch volle Geldtasche. Die Liebe bedeutet, zu hungern und so erspartes Geld dem, wer es braucht, zu geben. Es kann nicht anders mit der Beziehung zu Gott funktionieren, sie zu. Bis dann, wenn wir für Gott viel, sogar alles, und den Verlust führt uns Gott dazu, dass wir die Gottesgaben aufhören, suchen, sie lieben, opfern, wird unsere Liebe vollkommen. Zu dieser Liebe führt uns Gott. Eben durch das Leiden und den Verlust führt uns Gott dazu, dass wir die Gottesgaben aufhören, sie suchen, sie lieben, nach ihnen sehnen und Gott beginnen, sie zu suchen und zu lieben. Eigentlich sollten wir Gott für jedes Leid und jede Schwierigkeit dankbar sein. Wie reagierten wir bisher auf unangenehme Situationen, Schmerzen und Opfer? Stemmten wir uns dagegen? Warum straft mich so Gott? Haben wir bei diesen Ereignissen an die Belohnung gedacht? War das richtig? Würden wir es schaffen, nur so, ohne Anspruch auf die Belohnung, aus aufrichtiger Liebe zu Gott? Viele Menschen, die zwar an Gott glauben, haben zu Gott eine berechnende Beziehung. Sie verlangen von Gott etwas. Für sie ist es ganz normal, wenn sich andere Menschen für sie opfern, aber wenn sie selbst Opfer bringen sollen, sind sie fix und fertig.
Wir haben schon darüber gesprochen, wie bedeutsam es ist, sich nach den Gaben Gottes zu sehnen und sie mit erheblicher Ausdauer zu bitten. Wir brauchen aber noch andere Einstellungen, und das ist : „loben und danken“. Die heilige Theresia von Lisieux sagt, dass wir Gottes Gaben am meisten durch unsere Dankbarkeit gewinnen. Unsere Dankbarkeit ergreift Gott, und er eilt, uns die neuen Gaben zu geben. Dieses Bild enthält jedoch eine Gefährdung. Die Vorstellung eines selbstgefälligen Gottes, dem wir schmeicheln müssen, damit er uns Gaben gibt. Bei den Menschen funktioniert das wirklich so. Äußert ihr dem Mächtigen dieser Welt Dank, und sie werden euch freigiebig, weil ihr ihre Selbstgefälligkeit befriedigen werdet. Wir wissen, dass Gott nicht selbstgefällig ist. Gott liebt uns und sehnt sich danach, uns mit seinen Gaben zu überschütten. Und er braucht unsere Dankbarkeit nicht. Warum ist Dankbarkeit also so bedeutsam? Die Antwort finden wir in Gottes Wort. Dies sagte Jesus. Und er erhob die Augen zum Himmel und sprach. Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit er dich ehrt. Der Vater liebt seinen Sohn und verlangt von ihm nichts. Jesus schenkt sich ganz seinem Vater. Der Vater sucht den Ruhm des Vaters. Und der Vater sucht den Ruhm des Sohnes. Aber was haben wir damit gemeinsam, wir? Auch wir sind eingeladen, das Gottesleben der Liebe zu führen. Alle Gaben, die Gott uns gibt , zielen darauf, dass wir uns dieses Leben aneignen. Das bedeutet für uns. Den Ruhm des Vaters zu suchen. Nicht darum, dass es für uns günstig ist, oder aus der Anordnung, sondern aus der Liebe.
Wenn uns die Gaben Gottes zur Liebe führen und uns zu Christus angleichen, dann haben diese Gaben ihr Ziel erfüllt. Was wird aber sein, wenn die Gottesgabe uns zur Selbstsucht führt? Wenn uns nicht daran liegt, dass unser Vater verherrlicht ist. Wenn wir die Gottesgaben egoistisch nur für uns selbst wollen. Gott, gib mir das oder das, richte noch das und das ein /erledige/. Dann, wenn Gottes Gaben unser Ziel nicht erfüllt, tut sie uns nicht gut; durch unseren Egoismus entfernt uns das von Gott. Wird uns Gott in solchem Fall weiter beschenken? Das können wir selbst weiterdenken. Wird euch der Arzt eine Arznei verschreiben, die euch schadet? Sicher nicht. Es geht nicht darum, dass ich von heute ab danken werde, und ich werde sehen, wie viel ich dann von Gott bekomme. Es geht darum, dass die Gaben Gottes uns in der Liebe zu Gott vertiefen und uns von Angst und Bangen befreien. Jesus sagt: „Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt.“ Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht mehr wert als sie?“ Mt 6, 25–26. Jesus denkt mit diesen Worten nicht daran, dass wir nicht arbeiten, und Gott wird uns „gebratene Fasanen vom Himmel herunterwerfen“. Jesus zielt auf Angst und Besorgtheit. Wenn wir wissen, dass wir im Himmel einen Vater haben, der uns liebt und um uns sorgt, müssen wir uns nicht fürchten. Das ist das Ziel der Gottesgabe. Uns zu öffnen zur Liebe und zum Lob. Gerhard von Rad schreibt. Das Lob ist die ureigenste Form menschlicher Existenz. Loben und die Unfähigkeit, es aussprechen zu können, stehen einander gegenüber wie Leben und Tod. Sinclair Lewis darüber, dass das Lob nichts anderes ist? als Ausdruck unserer inneren Gesundheit. Wo ist das Leben? Dort ist das Lob. Oder anders gesagt. Wo das gesunde Leben ist, äußert es sich durch Lob.
Einleitung
In der chassidischen Weisheit im jüdischen Buch Rabba findet man einen Witz von einem König, der Wächter in seinem Weinberg brauchte. Unter den sich beworbenen Wächtern waren einige Alkoholiker und einige Abstinente. Nach Beendigung der Arbeit bezahlte der König den Alkoholiker zweimal so viel aus als den Abstinenten. Selbstverständlich beklagten sich die Abstinenten und nörgelten. Der König erklärte sein Tun so: Die Alkoholiker mussten den Weinberg bewachen und gleichzeitig auf Alkohol verzichten. Das sind zwei Leistungen. Die Abstinenten brachten nur eine Leistung. Darum bekamen die Alkoholiker zweimal so viel. Diese Erzählung zeigt, dass die Wahrheit relativ sein kann.
Predigt
Sicherlich scheint es uns so, als ob das heutige Evangelium ungerecht sei. Die Auszahlung für die geleistete Arbeit sollte doch gerecht abgegolten werden. Das ist doch logisch. Aber wir können sehen, dass in dieser Welt viel Ungerechtigkeit vorliegt. Viele Menschen arbeiten hart, treu und verantwortlich, und verdienen dafür wenig. Andere Menschen wiederum verdienen viel ohne erheblichen Aufwand.
Es muss uns aber klar sein, dass Jesus mit diesem Gleichnis nicht von gerechtem und ungerechtem Lohn erzählen wollte. Er dachte an etwas anderes. Er wollte die Vorstellungen der Menschen seiner Zeit von Gott ändern. Die Menschen stellten sich Gott vor wie einen Herrn, der sie für ihre Arbeit dementsprechend belohnt. Sie legten konkrete Regeln fest, was man essen darf und was nicht, wie viel man opfern muss und in die Tempelkasse geben soll, und was am Sabbat erlaubt ist. Wer diese Vorschriften befolgte, war vor Gott gerecht und Gott musste ihn dafür belohnen. Jesus aber sagt, dass uns Gott nicht nach unseren geleisteten Stunden bewertet, sondern wir ihm viermal, zehnmal, hundertmal mehr wert sind, als wir verdienen.
Das ist der Hauptgedanke des heutigen Evangeliums. Gott ist zu uns unbegreiflich gut. Und etwas Gutes soll uns wie ein Magnet anziehen. Auch gute Menschen wirken anziehend auf uns. Ein ungläubiger Mensch meint allerdings, Gott sei böse und grausam. Wenn er zum Beispiel von der Hölle hört, fragt er sich: Wie kann Gott so grausam sein? Wir können ja tatsächlich im Evangelium nach Matthäus lesen: „Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ Wie können wir diese Worte verstehen?
Ein Mensch hier auf der Erde lehnt Gott ab und sagt: Ich brauche dich nicht; ich kann ohne dich leben. Doch in der Ewigkeit wird er die Schönheit und Güte Gottes einmal erkennen und sich danach sehnen, aber dann ist es zu spät. Ein unlöschbares Feuer der Sehnsucht wird ihn brennen, und er wird mit den Zähnen knirschen über seine Torheit. Wenn dieser Mensch im irdischen Leben schon die Güte und die Anziehungskraft Gottes erkannt hätte, müsste er in der Ewigkeit nicht leiden.
Während der Verfolgung der Christen in vom Kommunismus beherrschten Ländern wurden die Pforten der Klöster geöffnet und die Ordensschwestern aufgefordert, in die Welt zu gehen, wo auf sie ein angenehmes Leben wartet. Die Ordensschwestern verließen die Klöster jedoch nicht und wurden deshalb gewaltsam in Arbeitslager gebracht. Mehrere starben als Märtyrerinnen. Diese Frauen erkannten Gottes Güte und Anziehungskraft und deshalb konnte sie niemand von Gott trennen.
Diese Erfahrung machte auch der heilige Paulus, wenn er im Römerbrief schreibt: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not, Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder der Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Werden wir uns dessen bewusst, dass Gott unendlich gut ist, und lassen wir uns von ihm berühren? Er will uns alle bei sich haben. Er bietet allen dieselbe Belohnung an: den Himmel. Wenn jemand von uns noch nicht in seinem Dienst ist, dann lassen wir uns von ihm ansprechen. Bemühen wir uns, etwas für unser Heil zu tun, denn die Belohnung, die uns dafür erwartet, ist unvorstellbar!
Heute scheint uns das Gleichnis von lobenswerten Hirten wenig aktuell. Wir hören ständig von der Freiheit der Denkarten, von der persönlichen Verantwortlichkeit. Darum ist der Vergleich der Gläubigen mit einer Schafherde nicht sehr schmeichelhaft. Wer aber das Gleichnis von Jesus verstehen will, muss sich mit dem Hirtenleben vertraut machen. Und er muss das Schafverhalten besser kennen. Jeder erfahrene Hirte weiß, dass ein Schaf keinen Orientierungssinn hat. Wenn es einmal von der Schafherde entfernt ist, ist es nicht fähig, zur Herde zurückzukehren. Jesus wollte mit diesem Gleichnis sagen: Wenn sich jemand von ihm, von der Kirche/Gemeinschaft der Gläubigen, entfernt, weil er nach seinen eigenen Vorstellungen leben will, außerhalb der Kirche, gerät er in Gefahr, die Orientierung zu verlieren, irrezugehen. Die tägliche Erfahrung bestätigt, dass der Glaube ohne lebendige, engagierte Gemeinschaft der Gläubigen nicht bewahrt werden kann.
Der heilige Cyprian wurde 210 in Karthago, in heutigem Tunesien, in einer reichen, heidnischen Familie geboren. Er bekam eine sehr gute Ausbildung; in den Wissenschaften, in der Kunst. Er lebte wie die Heiden – unsittlich. Er war hochmütig. Gelegentlich hatte er Gewissensbisse. Einmal erzählte ihm der Priester Cecial von der Reinigung von den Sünden. Dem Cyprian gefiel das, aber er hatte nicht genug Willen und Entschlossenheit. sich zu entscheiden, ohne Sünden zu begehen. Nach langer Zögerung entschied er sich, sich zu taufen. Nach der Tafe verkaufte er einen Teil seines Vermögens und verteilte das Geld den Armen. Dann zog er sich in die Einsamkeit ein. Er begann, die Heilige Schrift zu studieren. Er lebte sehr streng. Er wurde berühmt. Die Christen ermunterten ihn, sich zum Priester weihen zu lassen. So ist es auch geschehen. In kurzer Zeit starb der Bischof in Karthago. Die Gläubigen baten ihn, Bischof zu werden. Er stimmte zu. Von Anfang an wirkte er sehr eifrig. Zu dieser Zeit wurde Kaiser Decius. Er gab den Befehl, dass jeder den heidnischen Göttern das Opfer bringen muss. Viele Christen starben durch Märtyrertod. Die Gläubigen baten ihn, sich zu verstecken. Cyprian machte das. Im Jahre 252 brach die Pest aus. Viele Menschen starben. Cyprian forderte die Christen auf, damit sie nicht gleichgültig werden. Er selbst half, wie es möglich war. Die Heiden redeten dem Kaiser Gallus ein, die Christen seien für die Pest verantwortlich. Und so begann der Kaiser, die Christen zu verfolgen. Nach Kaiser Gallus wurde Kaiser Valerian. Viele Christen wurden verhaftet. Unter ihnen auch Cyprian. Der Statthalter Paternus forderte ihn auf, den heidnischen Göttern zu opfern. Cyprian lehnte das ab. Deshalb wurde er ins Exil in die Stadt Kurubin gesandt. Dort lebte Cyprian im Gebet und in Einsamkeit und schrieb viele Schriften. Nach einem Jahr rief ihn der Statthalter zurück. Der Kaiser erließ die Verordnung, dass jeder, der auf seinen christlichen Glauben nicht verzichtet, mit dem Tod bestraft wird. Cyprian wurde erneut aufgefordert, auf seinen Glauben zu verzichten. Cyprian lehnte das ab. Er wurde zum Tode durch Enthauptung verurteilt. In der Nacht, in der die Christen seinen Leib beerdigten, feierte man. Der Kaiser Karl der Große erhielt seine Überreste von einem muslimischen Herrscher. Die Überreste des heiligen Cyprian wurden nach Arles in Frankreich gebracht und von dort später nach Lyon. Ein Teil dieser Überreste befindet sich im Kloster Compiègne.
Nachdem Hildegard 1136 zur Äbtissin gewählt wurde, gab sie ihr selbst gewähltes Schweigen auf und diktierte ihre Visionen, ihrem Beichtvater, dem Mönch Gottfried. Sie selbst erzählte davon. ,, Ich war zweiunddreißig Jahre und sieben Monate alt, als plötzlich ein blendender feuriger Strahl vom Himmel kam und meinen ganzen Körper durchbohrte. Er entzündete meine Seele, durch rieselte Brust und Gehirn und verzehrte mich sanft, ohne mich zu brennen, oder brannte mich vielmehr sanft, ohne mich zu verzehren. Alsbald fühlte ich mich mit neuer Einsicht begabt, ich verstand die heiligen Schriften, das Verständnis der Psalmen, der Evangelien und anderen Bücher der heiligen Schrift ward mir gegeben, und ich betrachtete die Geheimnisse derselben, ohne die Buchstabe des Textes zu kennen. Ihre erste mystische Schrift nannte Hildegard ,,Liber Scivias- Wisse die Wege- . Hildegard wurde trotz ihrer vielen Leiden und ihrer aufreibenden Arbeit, ihren strengen Bußübungen und langen Nachtwachen, einundachtzig Jahre alt. Als sie am 17.September um vier Uhr morgen starb, erschienen am Himmel über dem Rupertsberg zwei sich kreuzende Regenbogen. An der Stelle wo sie sich kreuzten,leuchtete in der Größe eines Vollmondes ein helles Licht, und darin zeigte sich ein rot schimmerndes Kreuz,zuerst, dann immer größer werdend. Und die zunehmende Scheibe herum schillerten unzählige Kreise in den buntesten Farben und jeder dieser Kreis trug in der Mitte ein Kreuz.
Darstellungen zeigen Hildegard als Äbtissin mit Stab, Buch und Feder, einem Boten einen Brief an den Papst übergebend. Sie wird auch oft zusammen mit dem heiligen Bernhard,der ihre Schriften prüft, oder mit drei strahlenden Türmen neben sich. die ihre Visionen oder ihre drei Klöster symbolisieren dargestellt. Die Sprachforscher verehren sie als ihre Patronin.
In einem Fitnesszentrum heben die Sportler die Hanteln. Sie geben allmählich auf die Hantel , zunehmend schweres Gewicht, und dann haben sie immer die Freude, wenn sie die Hantel über ihren Kopf erheben . In seinem Leben erhebt jeder Mensch die Bürde seiner Tage, Monate und Jahre. Einmal kommt die Zeit, in der wir weder unsere Füße noch unsere Hände erheben können. Es ist notwendig, dass wir unser Leben in die Gotteshände erheben. Für uns kann das Marienleben ein Beispiel sein. Jesus konnte die Menschheit auch ohne Maria erlösen. Aber Gott gefiel die Liebe des Menschen. Die Liebe, die auch im Leid und im Schmerz dauert. Er erwählte Maria, denn sie weiß, mit ihrem Sohn auch im Leiden zu sein. Jeder Mensch kann sein Leid zu Jesus’ Leid legen, schrieb Paulus von Tarsus. Jetzt freue ich mich über die Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“ Kolosser 1,24. Von Mariens Einstellung zum Leid können wir Kraft und Hilfe schöpfen. Der Glaube gibt unserem Leid und unseren Schmerzen einen Sinn. Für ungläubige Menschen hat das Leid keinen Sinn. Eine alte Frau wohnte allein in seiner Wohnung und sie beklagte sich. Ich wusste nicht, wie spät es war. Ich war sehr durstig, deshalb ging ich für Wasser. Ich musste drei Stiegen durchgehen. Aber das Unwohlsein kam auf mich, und ich wurde ohnmächtig. Als ich zur Besinnung kam, ging ich ins Zimmer zurück. Beim Bett bin ich wieder gefallen. Ich wollte ins Bett gehen, aber ich vermochte nicht; ich habe nur das Federbett heruntergezogen. Und ich bedeckte mich. Wie erbärmlich der Mensch ist . Gott ist auch in unseren Schwierigkeiten und Leiden, und er hilft, damit uns das Leiden nicht niederdrückt. Durch das Leiden können wir den Segen für andere erfahren. Unsere Aufgabe ist, durch unseren Dienst und unsere Liebe das Leid in der Welt zu eliminieren. Während des Zweiten Weltkriegs brach in der Stadt Warschau der Aufstand aus. Der Aufstand wurde unterdrückt. In einem zerbombten Haus lag ein gläubiger Jude. Er schrieb auf einen Fetzen Papier. Ich weiß, dass ich nie die Sonne aufgehen sehen werde. Gott, du hast alles dafür gemacht, dass ich an dich nicht glaube, dass ich an dir zweifle. Ich aber werde sterben, wie ich gelebt habe, in festem Glauben an dich. Wirklich, dieser Mensch hatte den bewundernswürdigen Glauben. Ereignisse wie Krieg, Unglück oder Krankheit haben die Kraft, den Glauben in Menschen zu vernichten. Aber viele zeigten mit ihrem Leben, wie zum Beispiel Maria, dass ihr Glaube stärker war als das Leiden, das sie ertragen mussten.
Beim letzten Mal haben wir von Eingangszeremonien der heiligen Messe gesprochen. In diesem Teil sprechen wir eher zu Gott. Vor ihm geben wir unsere Sündhaftigkeit zu; wir feiern ihn mit dem Gesang „Gloria“; direkt sprechen wir zu ihm im Eingangsgebet. Jetzt ist die Zeit, in der wir ihn hören. Darum setzten wir uns, um das Wort Gottes zu hören. Wir sind wie Maria aus Betanien, die sich zu Füßen von Jesus setzte und so im Hören versank, dass sie alles vergaß. Alles war für sie nebensächlich im Vergleich zu dem, was der Herr zu ihr sagt. Wichtig ist gleich am Anfang das Wort Gottes, das keine Rede über die vergangenen Sachen ist. Hier und jetzt spricht Gott zu uns. Der Mensch entfernt sich von Gott. Er verlor die Fähigkeit, das Wort Gottes zu hören. Gott aber blieb treu. Der Herr sprach zum Volk aus dem Feuer , aus Wolken und Dunkel, unter lautem Donner. Das Volk hatte Angst. Darum sagten sie zu Mose: „Geh du allein hin.“ Höre alles , was der Herr, unser Gott, dir gesagt hat. Berichte uns dann alles, was der Herr, unser Gott, dir gesagt hat, und wir werden es hören und halten.“Deut 5,27 Ja, Gott sprach zu den Menschen durch Mose. Gott aber sprach auch durch die Patriarchen, Richter, Propheten und Priester. Viele Male und auf vierlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen, durch die Propheten. Hebr. 1,1 Gott ließ uns nicht in der Dunkelheit. Er sprach zu uns über die Menschen. Aber dann kam die Fülle der Zeit, und der Sohn hat zu uns gesprochen… Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,2-3). Jesus spricht zu uns in unserer menschlichen Sprache. Spricht zu uns ein Priester,ein Diakon, ein Lektor. Es scheint uns, als würden wir die menschlichen Worte hören, aber das sind Gottes. Darum gläubige Menschen auf den Aufruf des lebendigen Gottes. Dank sei Gott. Wort Gottes zielt nicht in die Leere. Es berührt uns alle. Manchmal sind wir in der Versuchung, zu sagen. Das sollte mein Nachbar hören, oder. Vergessen wir aber nicht, dass Gottes Wort vor allem für uns klingt. Zum Beispiel. Wenn wir von den Märtyrern Jesu hören, können wir nicht entrüstet sein und über die Juden schimpfen, die Jesu Tod wollten. Wir aber wissen, dass unsere Sünden Jesus gekreuzigt hat. Das, was Jesus sagt, soll in unserem Herzen sprechen. Dann gälte, was Jesus sagte. Sie schauen, aber sie sehen nicht; sie hören, aber sie verstehen nicht. Hier muss die Bereitwilligkeit bestehen, das Wort Gottes auf sich zu beziehen. Wir müssen uns nach Gottes Wort sehnen. Nicht aufmerksam, zerstreut zu sein. Zum Begreifen des Wortes Gottes ist noch eine Sache, dass das Gotteswort voll des Heiligen Geistes sein soll. Man muss die Gabe des Heiligen Geistes haben. Wer das Gotteswort hört, soll voll des Heiligen Geistes sein, sonst wird er es nicht verstehen. Und so brauchen wir für jedes Anhören des Wortes Gottes diese drei Voraussetzungen: 1. den Heiligen Geist bitten, damit er uns befähigt, das zu hören, was wir hören sollen; 2. 3. Die Bereitwilligkeit, das Wort Gottes auf uns zu beziehen. Das Wort Gottes kam zu uns. Es ist für uns immer die Aufforderung, damit wir unser Leben besser sehen; es führt uns zur Bildung neuer Beziehungen. Es orientiert uns in den Lebenssituationen. Manchmal beunruhigt es uns, manchmal flößt es uns den Mut ein, oder es versichert uns die Gottesliebe. Der heilige Paul schreit an Timotheus: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung , zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.“ 2 Timotheus 2,16-18 Gott hat die Absicht, uns mit seinem Wort zu ändern, zu verformen Sein Wort soll in uns wirksam sein. Das Wort Gottes beabsichtigt, sich in unseren Gedanken und Taten einzuverleiben, damit unser Herz zum Brief Gottes wird.
Wenn ich vor mir ein Bild habe, kann ich es von Weitem oder aus der Nähe betrachten, detailliert. Ähnlich können wir das Gotteswort betrachten. Manchmal wählen wir irgendein Detail aus. Um seinen Inhalt zu denken, denken wir nach, und durch die Meditation dringen wir in die Tiefe ein. Um den Sinn richtig zu verstehen, ist es notwendig, jedes Detail in das Ganze einzuschließen bzw. einzugliedern. Darum lesen wir bei der Liturgie nur Ausschnitte, aber sie sind immer so zusammengestellt, dass wir die Gesamtansicht nicht vergessen. Um zu sehen, wie dieses Bruchstück mit den anderen Ausschnitten zusammenpasst. Der Schatz des Gotteswortes ist uns so vorzulegen, damit wir sehen, wie das alte Testament im Neuen Testament umfasst ist, Das Alte Testament ist voll der Vorbilder, die im Neuen Testament in der Person Jesu Christi sich. Von Christus lesen wir im Neuen Testament. Am Sonntag lesen wir drei Lesungen. Und die Lesungen sind so zusammengestellt, dass wir allmählich die ganze Heilige Schrift durchlesen. Die erste Lesung ist immer außerhalb der Osterzeit aus dem Alten Testament. Und die erste Lesung hat immer eine Beziehung zum Evangelium. Sie zeigt, wie das Alte Testament in Christus erfüllt war. Die zweite Lesung stammt aus den Briefen der Apostel. Der Mensch, der regelmäßig am Sonntag die heilige Messe besucht, wird allmählich die ganze Schrift durchlesen. Der Psalm ist keine weitere Lesung. Der Psalm ist die Antwort auf die Lesung. Der Psalm ist das Gebet. Das ist die Meditation über das, was Gottes Wort gehört. Wir sind dankbar dafür, dass Gott uns anspricht, und antworten mit den Worten der Heiligen Schrift. Der Gipfel des Wortes Gottes ist das Evangelium. Selbst Jesus ist unser Lehrer. Bei der Feier vor dem Evangeliumsbuch wird die Kerze getragen. Die Kerzen als das Zeichen des Lebens, das in die Gemeinschaft kommt, und wir verwenden den Weihrauch als das Zeichen unserer Ehre zum Gotteswort. Die Ehre zum Wort Gottes äußern wir auch, indem wir uns aufstehen und uns auf das Anhören des Wortes Gottes mit dem Halleluja-Psalm vorbereiten. Auch der Priester bereitet sich vor und betet. Herr, reinige mein Herz und meine Lippen, damit ich dein Evangelium würdig verkünde. Dann folgt der Aufruf, der uns darauf hinweisen soll, dass selbst der Herr zu uns sprechen wird. Seine Anwesenheit wollen wir mit den Worten „Der Herr sei mit euch“ betonen. Wir machen ein kleines Kreuz auf die Stirn, auf den Mund und auf das Herz. Das bedeutet, dass wir sein Wort mit unserem Verstand empfangen, mit unserem Mund bekennen und in unserem Herzen bewahren wollen. Mit der Antwort „Ehre sei dir, o Herr“ bestätigen wir, dass wirklich „Er“ zu uns spricht. Nach dem Evangelium küsst der Priester oder der Diakon das Buch und spricht leise. Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden. Und das Volk sagt. Lob sei dir, Christus. Das Gotteswort hat wirklich große Macht. Der Satan flüchtet vor dem Gotteswort. Das Wort Gottes mit Glauben empfangen, befreit und reinigt uns.
Welches Gebet verbinden wir gewöhnlich mit dem Vaterunser? Das „Gegrüßet seist du Maria“ oder der englische Gruß. Warum heißt dieses Gebet „der englische Gruß“? Weil es die Worte enthält, mit denen der Erzengel Gabriel Maria gegrüßt hat, als er ihr ankündigte, dass sie zur Mutter Gottes auserwählt sei. Gegrüßet seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen… Seitdem der Erzengel gegrüßt hat , wird sie von den Christen immerfort so gegrüßt, täglich Millionenmal, und der Gruß wird in der katholischen Kirche fort Klingen bis zum Jüngsten Tage. Manche meinen, es sei zu viel, Maria so sehr zu ehren. Aber wir brauchen nur den englischen Gruß näher zu betrachten, um zu sehen, dass es ganz recht ist, Maria zu ehren. Der englische Gruß beginnt mit den Worten. Gegrüßet seist du, Maria. Das heißt so viel als. Heil dir, Maria . Möge es dir wohlergehen! Ich freue mich über dein Glück. Ich ehre dich. Als der Erzengel Gabriel es Maria sagte, war er Gottes Gesandter, und was er sprach, war ihm von Gott aufgetragen. Gott selbst hat also Maria grüßen lassen. Das ist mehr , als wenn alle Menschen sie noch oft grüßen. Wenn es dem Gott nicht zu viel war , Maria zu grüßen, können die Grüße der Menschen niemals zu viel sein. Grüßen wir sie nur recht innig. Gegrüßet seist du Maria. Voll der Gnade. Mit diesen Worten ließ Gott Maria sagen, von seiner Gnade ganz voll sei. Gott hatte ihr so viel Gnade gegeben, wie eine menschliche Seele nur fassen kann. Durch diese Fülle der Gnade wurde ihre Seele unaussprechlich schön und heilig. Die ganze Welt ist voller Widerschönheit. Gott hat etwas von seiner eigenen Schönheit in die Welt hineingelegt. In der Schönheit der Welt spiegelt sich das herrliche Wesen Gottes wider. Noch schöner spiegelt sich Gott aber in einer Seele, die die heilig machende Gnade hat. Und noch viel, viel schöner als in allen heiligen Seelen zusammen spiegelte sich Gottes Schönheit in der Seele Mariens. Seit wann war die Seele Marias so schön und so reich geschmückt mit der Gnade Gottes? Vielleicht seit der Taufe? Die Taufe gab es damals noch nicht, als der Engel Maria grüßte. Seit dem ersten Augenblicke ihres Daseins. Die Kirche hat von jeher geglaubt , dass die Seele der Mutter Gottes vom ersten Augenblick an voller Gnade Gottes war. Maria war nie von einer Sünde befleckt, auch nicht von der Erbsünde. Gott ließ nicht zu , dass diejenige , die die Mutter seines Sohnes werden sollte, jemals dem Teufel untertan sei. Das hat Gott schon im Paradies vorausgesagt. Maria war das Schönste aller Geschöpfe Gottes, ja schöner als alle Geschöpfe Gottes zusammen. Im englischen Gruß wird aber sogleich ein weiterer Grund ausgesprochen,warum Maria nach Gott unsere größte Verehrung verdient. Der Herr ist mit dir“, sagte der Engel. Das heißt: Gott ist dir nahe, er liebt dich, er ist mit dir aufs Innigste vereint. Wodurch ist Gott mit Maria aufs Innigste vereint? Schon dadurch , dass sie voll der Gnade Gottes ist, noch mehr aber dadurch, dass sie die Mutter Gottes ist. So nahe ist Gott noch keinem Menschen gewesen , wie der Jungfrau Maria; so innig ist er noch mit niemandem vereint gewesen. Ist die Mutter Gottes wohl wert, dass wir sie loben und preisen? Du bist geborene Neid unter den Frauen“, sagte der Engel weiter. „Benedeien“ heißt so viel wie „preisen“ oder „glücklich preisen“. „Du bist gebenedeit unter den Frauen“ heißt also: Du bist die Gepriesene, die Glücklichste unter allen Frauen. Warum ist Maria die Gepriesene und die Glücklichste unter allen Frauen? Weil die Mutter Gottes ist. Die Worte des Engels : „Du bist gebenedeit unter den Frauen“ waren eine Weissagung . Der Engel sagte damit voraus, dass Maria gepriesen werden würde, wie noch nie eine Frau gepriesen worden war. Maria selbst hat das noch deutlicher vorausgesagt.Wo? Bei der Elisabeth-/Magnifikat-/Im-englischen-Gruß heißt es weiter. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Von wem stammen diese Worte? Von Elisabeth. Das heißt. Du bist die Gepriesene, die Glücklichste unter allen Frauen, aber noch mehr muss die Frucht deines Leibes, deinen Sohn, preisen. Warum muss man Jesus noch mehr preisen? Weil er selbst Gott ist. Die Mutter Gottes verehren wir nur, Jesus aber beten wir an. Wir verehren Maria nur deswegen , weil sie die Mutter Jesu ist. Alles, was wir im ersten Teil des englischen Grußes zum Lob Mariens sagen, soll uns anfeuern, sie um ihre Fürsprache anzurufen. Weil Maria die Mutter Gottes ist, muss ihre Fürsprache überhaupt viel gelten. Darum sagen wir: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns. Es kommt nun darauf an, dass die Mutter Gottes auch für uns beten will. Will sie wohl? Warum? Weil sie so heilig ist , ist sie auch voller Güte und Barmherzigkeit. Sie liebt uns wie die liebevollste Mutter. Sie liebt uns besonders deswegen , weil uns ihr Sohn Jesus Christus so sehr liebt und für uns sein Leben und Blut hingegeben hat. Durch ihre Liebe ist sie uns wahrhaft eine Mutter, unsere Mutter. Warum sagen wir zur Mutter Gottes: „Bitte für uns“ und nicht „Gib uns“? Weil uns Maria nicht von selbst helfen kann ,sondern nur dadurch , dass sie bei Gott für uns bittet. Derselbe Unterschied zeigt sich in den Litaneien.. Gott selbst oder Jesus anrufen, sagen wir. „Erbarme dich unser“ oder „Erlöse uns“. Wenn wir die Mutter Gottes anrufen, sagen wir wieder: „Bitte für uns“. Gott beten wir an, d. h., wir erkennen ihn als den höchsten, allmächtigen Herrn an; die Mutter Gottes verehren wir nur. Bitte für uns arme Sünder. Arme Sünder sind vor allem die, die schwere Sünden haben. Die Sünder sind unglücklich. Wir sind alle arme Sünder. Darum rufen wir alle zu Maria . Schau, wie arm wir sind. Bitte, Gott möge uns mit seiner Gnade beistehen, damit wir nicht mehr sündigen. Bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Warum brauchen wir in der Stunde unseres Todes die Fürbitte der Mutter Gottes? Weil von der Stunde des Todes unsere ganze Ewigkeit fügt. Die Erfahrung bestätigt, wie liebevoll Maria für uns bittet und wie mächtig ihre Fürbitte ist. In Lourdes in Frankreich geschehen auf die Fürbitte Mariens jährlich viele wunderbare Krankenheilungen. Betet von nun an das Gebet „Gegrüßet seist du Maria “ wieder recht andächtig, sodass es der Mutter Gottes gefällt und ihr wirklich ihre Fürbitte und ihren Schutz erlangt.
Aus großer Ehrfurcht vor dem heiligsten Namen Jesu wagten sich die Gläubigen nicht, es einem Taufkind zu geben. Ebenso finden wir in früheren Zeiten nur einmal, dass man es gewagt hat, einem Kind den Namen Maria zu geben. König Alfons VI. von Kastilien, der sich eine Maurin zur Gemahlin wählte, die sich taufen ließ, erlaubte es ihr nicht, den Namen Maria in der Taufe zu erhalten. Ähnliches wird vom polnischen König Kasimir I. erzählt. Wir können daraus ersehen, welche große Ehrfurcht das Altertum in Bezug auf den Namen Maria hatte, obwohl kein eigenes Marienfest gefeiert wurde. Erste Spuren eines solchen Festes findet man in Spanien, wo Maria sehr verehrt wurde. Es war aber nur eine Marienandacht. Im Jahr 1513 wurde sie von Rom bestätigt, und sie verbreitete sich in mehreren Ländern. Ein besonderer Anlass war das Jahr 1683, in dem es als allgemeines Fest eingeführt wurde. Die Türken unter dem gefürchteten Anführer Kara Mustafa waren mit einem Heer von 300 000 Mann siegreich durch Ungarn gezogen und bis nach Wien vorgedrungen. Sie wollten die Kaiserstadt erobern und damit das ganze Christentum unter ihr Joch bringen. In der Bedrängnis bat Papst Innozenz XI. alle Gläubigen mit besonderem Nachdruck, Zuflucht zu Maria als Helferin der Christen zu nehmen. Die Belagerung dauerte bereits 60 Tage und die Not war groß, als der Polenkönig Johann Sobieski in Eile an der Spitze seines Heeres zum Einsatz heranrückte und gemeinsam mit der kaiserlichen Armee am Kahlenberg lagerte. Es waren aber kaum 50 000 Mann, die sich da in Eile und unter großen Schrecken zusammengefunden hatten. Die Zahl des Feindes war also um ein Vielfaches größer. Am 12. September feierten die christlichen Krieger eine heilige Messe und der Polenkönig diente selbst am Altar. Als er die heilige Kommunion empfing, rief er ihnen die begeisternden Worte zu: „Nun lasst uns voll Vertrauen auf den Schutz des Himmels und der Fürsprache der seligsten Jungfrau Maria gegen den Feind anrücken.“ Und in allen Reihen waren die Worte zu hören: „Mutig zum Kampf, die Mutter Gottes schützt uns!“ Dann gingen sie dem Feind entgegen mit dem Gedanken: „Jesus, Maria, helft uns! Und sie siegten und es war einer der glorreichsten Siege der Geschichte. Das feindliche Lager und ein immenser Schatz fielen in die Hände der Sieger. Triumphierend zog Sobieski in die Stadt ein, begab sich zur Kirche, um dem Herrn der Heerscharen und der Helferin der Christen für den errungenen Sieg zu danken. Seit dieser Zeit trug er immer ein Bild der seligsten Jungfrau bei sich. Zum Andenken an die Hilfe Mariens wurde daraufhin von Papst Innozenz XI. im Jahre 1684 wurde das Fest des heiligsten Namens Mariä für die ganze Kirche eingeführt. Es ist ein Fest des Dankes und des Vertrauens.
Jesus Christus, der uns durch sein Kreuz ewiges Leben erworben hat, sei mit euch.
Heute feiern wir das Fest der Kreuzerhöhung. Dieses Fest feiert die Kirche seit dem Jahre 629 am 14. September. Die Reliquie des heiligen Kreuzes hat eine interessante Geschichte. Stellen wir uns die Frage: Was bedeutet das Kreuz für mich? Welche Beziehung habe ich zum Kreuz Christi?
Jesus, du bist am Kreuz erhöht worden. Herr, erbarme dich unser.
Du hast für uns das Kreuz getragen. Christus, erbarme dich unser.
Du wirst wiederkommen im Zeichen des Kreuzes. Herr, erbarme dich unser.
Predigt
Kaiserin Helena hatte aus dem Schutt Jerusalems den Kalvarienberg freischaufeln lassen und dabei das Kreuzesholz entdeckt, an dem Christus hing, der Erlöser der Welt. Von dieser bedeutenden Begebenheit wurde von einigen Heiligen berichtet. Der Heilige Cyrill von Jerusalem erwähnte in seiner Katechese die Auffindung des heiligen Kreuzes. Ähnliches berichteten im Westen schon am Ende des vierten Jahrhunderts der Heilige Rufinus, der Heilige Ambrosius und der Heilige Paulinus von Nola. Schon als das Heilige Kreuz gefunden wurde, haben begeisterte Gläubige diesem für alle Welt bedeutsamen Ereignis ihre Ehre erwiesen. Es wurde eine Kirche über dem Kreuzeishügel errichtet und einen Tag nach der Weihe dieser Kirche, am 14. September 335, wurden die Kreuzostbalken vor dem Volk in die Höhe gehoben und zur Verehrung gezeigt. Dies hat sich dem Gedächtnis der Kirche so sehr eingeprägt, dass wir dieses Fest seither alle Jahre festlich begehen und dies schon seit dem Pontifikat des Papstes Gregor des Großen. Von einer Pilgerin namens Egeria wurden uns diese großartigen Feiern der Kreuzerhöhung übermittelt. Sie schrieb, dass die Gläubigen nur mit der Stirn das Kreuz berührten und nicht mit der Hand. Das war nicht erlaubt. Kaiserin Helena teilte das gefundene Kreuz in drei Teile – einen Teil sandte sie ihrem Sohn nach Konstantinopel, den zweiten Teil nahm sie mit nach Rom und der letzte Teil blieb in Jerusalem bis 614. Damals wurde Palästina von einem persischen König überfallen und verwüstet. Priester und Mönche wurden gefoltert, nur Patriarch Zacharias blieb am Leben. Die Perser nahmen neben vielen anderen Schätzen auch die Reliquie des Heiligen Kreuzes mit sich. Sie legten sie in eine Kiste, die Patriarch Zacharias versiegeln musste, und er wurde ebenfalls verschleppt. Der persische König wusste sehr gut, dass die Christen dieses Kreuz verehren und große Ehrfurcht davor haben und er hoffte von ihnen für die Reliquie und den Patriarchen ein beträchtliches Lösegeld zu erhalten. Dieser König eroberte später auch Ägypten und Karthago. Der oströmische Kaiser Heraklios schickte zu ihm Gesandte mit der Bitte um Frieden. Der hochmütige König ließ dem Kaiser ausrichten: Solange ihr einen gekreuzigten Menschen für Gott haltet, wartet ihr vergebens auf Frieden. Patriarch Sergius von Konstantinopel beruhigte den Kaiser und überfiel den hochmütigen König, um seinen Stolz zu demütigen. Nun nahm der Kaiser das Kreuz in die Hand und schwor, ebenfalls zu kämpfen, und zwar so lange, bis der Feind des Christentums besiegt sei. Er zog ein Bußgewand an und erklärte dem persischen König den Krieg. Er ging an der Spitze des Heeres und trug das Bild des gekreuzigten Jesu voran. Schließlich besiegte er den König in der Schlacht bei den Ruinen von Ninive. Doch der König konnte flüchten und nahm Patriarch Zacharias und die Kreuzesreliquie mit sich. Später wurde er krank und ernannte den Sohn einer Sklavin zum Nachfolger anstelle seines leiblichen älteren Sohnes. Dieser trat schließlich gegen seinen Vater auf, nahm ihn gefangen und ließ ihn ermorden. Er war nun bereit, mit dem Kaiser Frieden zu schließen, Zacharias freizulassen und die Kreuzesreliquie zurückzugeben. Kaiser Heraklits lud sie auf einen kostbaren Wagen, der von vier zahmen Elefanten gezogen wurde, und jetzt wurde sie feierlich wieder nach Jerusalem zurückgebracht. Der Kaiser selbst – gekleidet in prachtvolle Gewänder – wollte die Kreuzesreliquie nach Golgotha hinaufgetragen, doch da konnte er plötzlich nicht mehr weitergehen. Eine unsichtbare Kraft hielt ihn fest. Je mehr er sich bemühte, einen Schritt vorwärts zu machen, desto mehr spürte er, als wäre er an dieser Stelle angekettet. Da sagte Patriarch Zacharias zu ihm: „Du gehst in deinen kaiserlichen Gewändern, Christus war armselig gekleidet – du hast auf dem Haupt eine Krone aus Gold, geschmückt mit Diamanten, Christus hatte eine Dornenkrone – du hast Schuhe an deinen Füßen, Christus schritt barfuß. Da zog Kaiser Heraklits sofort sein kaiserliches Gewand und auch seine Schuhe aus und zog ein bescheidenes Gewand an. Nun konnte er ohne Schwierigkeiten das Kreuz hinauftragen. Leider blieb das Kreuz in Jerusalem wieder nicht lange, denn die Stadt wurde ein paar Jahre später von Muslime belagert. Damit es nicht in ihre Hände gelangt, wurde es nach Konstantinopel gebracht. Jetzt waren dort zwei Teile des Kreuzes. Der Kaiser gab Teilchen davon den Herrschern des Westens und bedeutenden Personen, die diese Teilchen dann in ihren Kirchen aufbewahrten und verehrten. Nach Meinung der Fachleute kann man aus diesen Teilchen aber nie mehr ein Kreuz von drei oder vier Metern Höhe zusammensetzen.
Das ist auch gar nicht wesentlich. Dem Kreuz soll unsere ganze Verehrung gelten und es sollte in keinem christlichen Haus fehlen.
Im Namen Jesu Christi , der durch sein Kreuz die Welt gerettet, hat wagen wir zum Vater zu beten.
Das Kreuz ,einst ein Zeichen der Schande, hat uns den Frieden gebracht.
Selig, die gerettet werden durch Jesus Christus, der für uns am Kreuz erhöht ist.
Selig , die ihre Herzen für heilige Eingebungen öffnen. Ihnen werden diese Eingebungen, die sie zu einem guten, andächtigen Leben brauchen, niemals fehlen. So wie Gott jedem Tier Instinkte schenkt, die es braucht zur Selbsterhaltung und für seine natürlichen Eigenschaften, so gibt Gott den Menschen Eingebungen, die zu einem geistlichen Leben führen. Davon lesen wir auch in den Schriften des Heiligen Franz von Sales. Gott führt jeden Menschen seinen je eigenen Weg. Diese persönliche Führung ist die elementare Voraussetzung für unser Heil. Sie wie ich meine Krankheit nicht mit Medikamenten heilen kann, die der Arzt meinem Nachbarn verschrieben hat, so kann ich auch das Heil nicht erlangen durch einen Weg, der für meinen Nachbarn bestimmt ist. Unsere Wege kennt niemand, nur der Heilige Geist. Wir wissen auch, dass Gott sich in seiner Liebe nach dem Heil jedes Menschen sehnt. Im Buch Ezechiel im Alten Testament (Ez. 18,23) steht: „Habe ich Gefallen am Tod des Schuldigen -Spruch Gottes des Herrn – und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?“ Darum kann es nicht passieren, dass die Eingebungen des Heiligen Geistes uns fehlen werden. Das Problem ist auf unserer Seite. Und wir sollten uns fragen: Was können wir machen, dass wir einfühlsamer und empfänglicher werden für die Eingebungen des Heiligen Geistes? Wir müssen uns nach den Eingebungen des Heiligen Geistes sehnen. Jesus sagt: ,, Darum sage ich euch: Bittet dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden,klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt, wer sucht, der findet, und wer anklopft,dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater,der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion , wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr , die ihr böse seid, euren Kindern gebt,was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ Lk 11,9-13. Jesus will, dass wir um diese Gaben andauernd bitten. Bruno Reyner verbrachte gewisse Zeit in einem buddhistischen Kloster. Einmal hat er gesehen, dass vier junge Leute ins Kloster empfangen wollten werden. Aber niemand nahm sie wahr. Zum Schluss kommt der Verwalter und sagt. Das Kloster ist voll. Wir können euch nicht annehmen.Und sie werden rausgeworfen werden. Aber sie kamen zurück, weil sie wissen, wenn hier nicht empfangen werden, werden sie in keinem Kloster empfangen. Das dauert zwei Tage. Am dritten Tag sind sie empfangen. Sie sind ins ein Zimmer geführt und dort sollen drei Tage an die weiße Wände schauen. Wenn es sie das aushalten , werden sie empfangen. Was soll uns dieses Beispiel sagen. Jesus wird in unserem Leben nicht eintreten, wenn wir uns nach ihm nicht sehnen werden. Aber mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen. Wenn wir uns nach Christus nur ein bisschen sehnen, Christus wird in unserem Leben nicht eintreten. Jesus sagte das ganz genau. ,, Darum kann keiner von euch mein Junger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ Lk 14,33. Jesus sagte noch ein Gleichniss über die Menschen, die wegen der Sachen Christus verlassen.,, Bei anderen fällt das Wort in die Dornen, sie hören es zwar ,aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht“. Lk 4,18-19 Wissen wir für Christus, oder für die Gaben des Heiliges Geistes auf etwas verzichten? Ist das für uns wichtig. Schauen wir nur, was alles die Menschen schaffen für die Erreichung eines irdischen Zieles. Niemand kann zwei Herren dienen.
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer!
Gestern hat das neue Schuljahr begonnen. Heute sind wir in die Kirche gekommen, um Gott Hilfe für das nächste Schuljahr zu erbitten. Eines dürfen wir nicht vergessen. Gott liebt uns. Es gibt aber Menschen, die das nicht glauben. Sie sagen, ich sei nicht so gut. Ich habe viel Schlechtes gemacht. Gott liebt uns aber bedingungslos, nicht nur dann, wenn wir gut sind. So sehr liebt er uns, dass er für uns gestorben ist. Überlegt – kann jemand uns mehr lieben als Jesus? Er will in unserem Leben Wunder tun. Das ist aber nur dann möglich, wenn wir unsere Herzen für Gott öffnen. Jesus fordert euch auf, fleißig und arbeitsam zu sein. Er will, dass ihr zu vollwertigen Menschen heranwächst. Gott will, dass ihr lernt und euch entwickelt. Dazu gibt Gott euch Kraft. Das bedeutet aber nicht, dass er alles statt euch machen wird. Er gab euch Gaben und Fähigkeiten, die ihr entwickeln solltet. Wegen eurer Fähigkeiten dürft ihr aber nicht hochmütig sein. Diese Fähigkeiten habt ihr ja von Gott geschenkt bekommen.
Liebe Kinder, ihr habt ein Schuljahr vor euch. Gewiss werdet ihr in diesem Schuljahr viele neue Dinge kennenlernen. Ich wünsche euch, dass alles, was ihr lernen werdet, euch viel Freude bereitet. Damit es ein erfolgreiches Schuljahr wird, sollt ihr die Zeit nützen. Es ist nicht genug, nur gebildet zu sein, man muss auch gut und liebenswürdig sein. Und diese Liebe lehrt uns Jesus. Deshalb müsst ihr Jesus gut kennenlernen. Alles, was er uns lehrt, könnt ihr immer wieder im Evangelium hören. Es ist wichtig, dass ihr regelmäßig zur heiligen Messe kommt, um die Worte Jesu zu hören.
Und noch etwas: Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Kinder eine Schule besuchen können. Ihr habt schon gehört, dass es in einigen Ländern nicht möglich ist, weil dort Krieg herrscht. Das Leben dieser Kinder ist oft sehr gefährdet, und sie leiden auch häufig unter Hunger. Betet daher für diese armen Kinder und dankt Gott, dass ihr in Frieden leben und lernen könnt.
Heute hat unsere himmlische Mutter Geburtstag. Wir sind heute in die Kirche gekommen, damit wir uns an ihre Worte und ihr Leben erinnern werden. Für das heutige Fest wählen wir die Worte von Maria, über die wir nachdenken/meditieren werden: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Mit diesen Worten stimmte heilige Maria zu, damit der Gottessohn der Mensch ist. Die Theologen äußern diesen Satz auszugsweise mit einem lateinischen Wort: „Fiat“. „Fiat“ bedeutet „es geschehe“. Wir können sagen, dass Mariens Größe in diesem Wort liegt bzw. darin beruht. Maria in ihrem ganzen Leben verwirklichte den Gotteswillen. Sie tat keine imposanten, wunderbaren, grellen Taten. Sie tat nur ganz übliche, tägliche Arbeiten und Taten wie die anderen Frauen. Sie betete, kochte, backte, wusch, nähte, webte, räumte auf und litt. Nur im Unterschied zu den anderen Frauen machte sie jede Arbeit in Verbindung mit Jesus. Sie hatte immer vor ihren Augen den Gotteswillen. Und Gotteswillen empfing sie immer ruhig und ergeben, sodass sie ihr ganzes Leben lang „Fiat“ verwirklichte.
Wer von uns sehnt sich nicht nach Glück, nach Freude? Maria bietet uns den Glücksschlüssel an. Ihr Glücksschlüssel ist das wohlklingende Wort „Fiat“. – Wie sollen wir diesen Glücksschlüssel aber empfangen? So. Erstens: Wir müssen mehr glauben, als unsere Augen sehen. Unsere Augen sehen nur materielle Gegenstände. Der berühmte Philosoph Pascal sagte, dass einige Menschen an der Welt so haften, als ob es nichts anderes gäbe. Ich konnte der Welt nicht so anhaften, denn ich glaube, dass es einen unsichtbaren Gott gibt. Der weltberühmte Physiker und Nobelpreisträger Arthur Compton sagte: „Je länger wir in die Natur schauen, desto besser kennen wir Gott in der Natur.“ Professor in Jena, Henrich Vogt, erklärte: „Die Welt kann nicht von sich selbst sein.“ Sie braucht den Schöpfer. Wir haben aber nicht so große naturwissenschaftliche Kenntnisse. Jesus bringt uns zu Gott, der uns mitteilte, dass es Gott gibt, der unser Vater ist und uns liebt. Aber nur dann, wenn wir es wirklich glauben werden, werden wir fähig sein, Gott sein „Fiat“ zu sagen. Jesus fordert uns dazu auf, mit diesen Worten. Wer den Willen meines Vaters erfüllt, der im Himmel ist, ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter. Wenn wir also Gottes Willen erfüllen wollen, sollen wir unsere täglichen Arbeiten vernachlässigen und nur die großen, heroischen, heldenhaften Taten tun? Überhaupt nicht. So etwas verlangt Gott von uns nicht. In der Heiligen Schrift steht: „Mein Sohn, steh fest in deiner Pflicht und geh ihr nach, bei deinem Tun bleibe bis ins Alter.“ Sir 11,20. Der geistliche Schriftsteller Dom Chautard leitet daraus ab (deduziert): Wenn wir unsere täglichen Arbeiten darum tun, weil Gott es will, und sie so tun, wie er es möchte, dann tun wir Gottes Willen in unserem alltäglichen Leben. Der heilige Paulus schreibt das ein wenig anders, aber der Sinn ist derselbe. „Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu des Herrn.“ Kol 3,17. Also in Verbindung mit Jesus. Zum Schluss ein Beispiel. Eine Mutter, die drei Kinder hatte, wurde krank. Später wurde sie gelähmt. Sie konnte nur im Bett liegen. Ihre vierjährige Tochter Jeanette fragt sie oft. Mutti, wann stehst du auf? Die Mutter kann ihr aber nicht antworten. So schwach ist sie. Für die Mutter ist das der tiefste Schmerz, dass sie ihrem Kind keine Antwort geben kann. Und doch verzweifelt diese Mutter nicht, weil sie in ihrer Krankheit Gottes Willen sieht und leidet in Verbindung mit Jesus. Spüren Sie, was für eine übernatürliche Kraft aus dem Wort Maria – Fiat – entspringt? Von heute an beginnen wir, unser Leben zu verstehen und zu leben im Sinne des Erfüllens des Gotteswillens, denn in der Heiligen Schrift haben wir Zusagen: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit“ (1 Joh 2,17).
Nach der Tat der Bußfertigkeit – wir bereuen unsere Sünden und der Priester das alles mit dem Gebet. Der Herr erbarme sich unser, er lasse uns die Sünde nach und führe uns zum ewigen Leben. Dann folgt Gloria – Ehre sei dem Gott. Das ist der Lobgesang. Wir begrüßen den kommenden Herrn. Und machen wir das auf Griechisch? Die Römer feierten mit diesem Ruf einen Sieger nach dem siegreichen Kampf, wenn er nach dem Kapitol zurückkam, entweder einen Kaiser, wenn er durch die Straßen ging. Und die Christen empfingen das, weil sie in Jesus, den einzigen Herrn und den höchsten Sieger, sehen. Dieser Ruf dauerte lange. Zum Beispiel wurde Gloria im sechzehnten Jahrhundert in Rom so lange gesungen, bis der Papst sagte: „Genug. Der Lobgesang Gloria im siebten Jahrhundert konnte nur der Bischof singen. Der Priester nur zu Ostern. Zum ersten Mal sangen die Engel „Gloria“ über den umgebenden Gott zusammen mit den Engeln zu Stadt Betlehem bei der Geburt Jesu. Gott gab uns seinen Sohn. Bei der heiligen Gott zusammen mit den Engeln loben. Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an, der groß ist deine Herrlichkeit. Hier denken wir an die ganze heilige Dreifaltigkeit. Im zweiten Teil wenden wir uns an Christus. Herr und Gott, Herrscher über das All , Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus, Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters. Hier erwähnen wir Jesus in seiner Gottheit und in seiner Menschheit. Du nimmst hinweg die Sünde der Welt … hier betonen wir seine messianische Macht, seine Heiligkeit. Denn du allein bist der Heilige , du allein der Herr, du allein der Höchste : Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist zur Ehre Gottes des Vaters. „Gloria“ ist die Festhymne auf Christus, den einzigen Herrn. Nach dem Gloria folgt das Eingangsgebet. Das ist das Gebet zu Gott. Darum schaut der Priester nicht ins Volk. Der Priester hält ausgestreckte Hände mit den Handflächen nach oben. Diese Geste ist sehr altmodisch. Wir befinden uns schon in römischen Katakomben und bedeutet: „Ergebenheit“. Dieses Gebet hat drei Teile. Zuerst der Aufruf. ,, Lasset uns beten“. Dieser Aufruf gilt für jeden von uns. Wir sollen uns beruhigen und mit Gott sprechen. Hier sollte jeder von uns seine Absicht sagen, mit der er zur heiligen Messe kam. Zum Beispiel. Ich will Gott für etwas danken, ihn loben oder um etwas bitten. Darum ist ein Moment der Stille: „Lasset uns beten.“ Dann fasst der Priester alle diese Gebete und Bitten zusammen und bringt sie durch Christus, den Vater, im Heiligen Geist. Das im Missale enthaltene Gebet betrifft die ganze Kirche und knüpft an das Fest an, das wir feiern. Und notwendig ist unser Amen. Amen bedeutet, dass die Versammlung sich zum Gebet des Priesters angeschlossen hat. Das Volk Gottes bestätigt, dass es glaubt, Gott zu erhören. Mit diesem Amen endet die Eingangszeremonie und das Wort Gottes beginnt.
Der heilige Gregor der Große stammte aus einer sehr vornehmen und reichen römischen Familie. Er war in den Jahren 572/573 Stadtpräfekt von Rom, ein Amt, das er als hervorragender Jurist ausübte. Doch nach dem Tode seines Vaters verkaufte er all sein Hab und Gut und schenkte es den Armen. Den elterlichen Palast verwandelte er in ein Kloster, in dem er selbst mit zwölf Mönchen ein streng asketisches Leben nach der benediktinischen Regel führte. Desgleichen stiftete er in Sizilien, wo er reiche Latifundien besaß, sechs Klöster. Von Papst Pelagius II. als Apokriner – päpstlicher Gesandter – nach Konstantinopel gesandt, wirkte er dort von 579 bis 585 unter sehr schwierigen Verhältnissen. Er erwarb sich dabei eine große Gewandtheit im Verhandeln, die ihm als Papst kommen sollte , ohne jedoch sein mönchisches Leben aufzugeben. Nach Rom zurückgekehrt , wurde er zum Papst gewählt. Nur ungern nahm er diese Würde an und bat Kaiser Mauritius vergeblich, ihn abzulehnen. Auch ein Fluchtversuch misslang. Gregor der Große war vielleicht der genialste und einflussreichste Papst des ersten christlichen Jahrtausends. Als echtes römisches Organisationsgenie ordnete er den päpstlichen Besitz, baute die soziale Fürsorge und Armenpflege mit Maßnahmen auf, die ihrer Zeit weit voraus eilten. Die Juden fanden in Gregor einen Hüter ihrer Rechte. Durch diplomatische Beziehungen zu den Longobarden, Franken und Westgoten steigerte er die politische Machtstellung des Papstes gewaltig und leitete die Christianisierung dieser Völker ein. Besonderen Dank schulden ihm die Engländer, die er durch den hl. Augustin von Canterbury bekehren ließ. Er zeigte maßvolle Weisheit und kluge Weitherzigkeit in der Bewertung nationaler Eigenarten und heidnischer Vorstellungen. Wesentlich war auch seine seelsorgerische Tätigkeit. Er regelte die Liturgie, indem er den Messkanon endgültig festlegte. In den Mauern seines Klosters wurde vielleicht zuerst der Gedanke geboren , dem liturgischen Gesang eine verbindliche Form zu geben. Was der Gregorianische Choral für das Abendland bedeutete, kann hier nur andeutungsweise gesagt werden. Das Mittelalter hat auf der geistigen Grundlage dieser Musik aufgebaut, und in der Renaissance haben sich die großen Polyphonien des Gregorianischen Chorals als unausschöpfliches Themenmaterial bedient, ja, noch Bach hat aus diesem Geiste heraus seine Musik gestaltet. Gregor war auch ein bedeutender Schriftsteller und übte durch seine Schriften „Liber regulae“, „Moralia“, „Evangelienhomilien“ und andere einen tiefen Einfluss auf das ganze Mittelalter aus. Dabei nannte er sich bescheiden „Servus servorum Dei“. Diener der Diener Gottes – ein Titel , den nach ihm alle Päpste geführt haben. Der hl. Gregor starb am 12. März 604. Sein Grab befindet sich in Sankt Peter zu Rom; sein Fest feiert die Kirche seit dem 8. Jahrhundert. Dargestellt wird er als Papst mit Buch und Federkiel, mit Taube auf der Schulter. Er ist Patron der Gelehrten und Lehrer, der Musiker und Sänger, der Schüler und Studenten. Seine Fürbitte ist wirksam gegen Gicht, denn er war selbst von dieser Krankheit betroffen.
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, sodass wir nach diesem leben müssten. Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet ,werdet ihr leben.“ Röm 8,12-14
Die Worte Paulus‘ sind klar. Es gibt auf der Welt die Söhne der Welt, die das eigene Fleisch führen, und es gibt die Gottes-Söhne, die den Gottesgeist führen. Damit wir diese Worte begreifen, müssen wir genau die Bedeutung des Wortes „Fleisches“ in diesem Paulus-Ausspruch kennen. Das griechische Wort „sarx“ bezeichnet den Körper, etwa die körperliche Hülle des Menschen. Darum begriffen einige ,, Ströme“ der Philosophen zum Beispiel die Gnostiker vom zweiten Jahrhundert nach Christus die Redewendung von Paulus ,, die Taten des Leibes “ ausschließlich im Sinne der körperlichen Notdurft und Begierden. Darum verkündeten sie die strenge Askese. Im Gegenteil bezeichnet der heilige Paulus mit dem Wort „Leib“ den ganzen Menschen. Darum schreibt er; ,, „Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei ,Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltung, Neid und Missgunst, Trink und Essgelage. Nehmen wir wahr, dass unter die Werke des Fleisches auch solche Posten, „Ausführungszeichen“, gesagt, gerieten, wie Neid, Eifersucht , Götzendienst, Zauberei. Also die Werke, die nicht von körperlicher Notdurft ausgehen, sind aber die Frucht des menschlichen Herzens, Verstandes und der Gefühle. Dem Paulus geht es um eine einfache Sache, die wir leicht nachvollziehen können.
1 Gott möchte, dass wir ihm ähnlich sind und ein göttliches Leben führen. So wie nur ein Millionär das Leben eines Millionärs führen kann, kann auch nur ein Sohn Gottes ein göttliches Leben führen. Grignion de Montfort schreibt darüber. Was für ein bewundernswertes Werk! Staub wurde zu Licht, Mist zu Reinheit, Sünde zu Heiligkeit, Mensch zu Gott.
2 Gott ist anders als jedes andere Geschöpf. Im Alten Testament lesen wir: „Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?“ Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen für alle rings um ihn herum; er ist groß und furchtbar. Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.“ Psalm 89, 7-9. Auch wenn der Mensch nicht gesündigt hätte, wäre er dem Gott nicht ähnlich. Der Mensch ist Gott noch unähnlicher, wenn er sündige und zum Bösen geneigt ist.
3. Wenn wir so wie Gott sein sollen, müssen wir Gott ähnlich werden. Wer aber weiß, wie Gott ist. In der Heiligen Schrift steht: „Denn uns hat es Gott durch den Geist, der Geist, ergründet alles, auch die Tiefen Gottes“ (1 Kor 2,10). Nur der Heilige Geist kann uns auf der Reise der Angleichung an Gott helfen. Nur er kann uns die Kraft und Gnade dieses übermenschlichen, ungesehenen Werks, das Werk der Vergöttlichung des Menschen, verwirklichen. Wenn wir, wie die Menschen, ohne Rücksicht darauf, ob unsere Gesinnung gut oder böse ist, denken, dann sind wir ihrem Standard entsprechend. Unsere Taten und Entscheidungen sind untergeordnet unseren kleinen menschlichen Kräften und Möglichkeiten. Nur dann, wenn wir uns durch den Heiligen Geist führen lassen, beginnen wir uns dem Gott anzuleihen. Wir stoßen auf den landläufigen Irrtum, den wir als „Bonbonchristentum“ bezeichnen können. Viele Menschen stellen sich den Himmel als einen Ort vor, an dem die Guten belohnt werden. So wie ein Kind, das für die Eins in der Schule ein Bonbon bekommt. Daraus kommt die Überzeugung: Wenn ich nichts Böses mache, ich niemanden getötet habe, ich nichts gestohlen habe usw., komme ich in den Himmel. Der Himmel ist aber kein Ort, sondern ein Zustand. Der Himmel ist nicht für die Belohnung bestimmt, im Gegenteil. Der Himmel ist gratis, umsonst; „Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen“ (Offb 21,6). Jesus sagt, dass er die Sünde rufen kommt. Ob wir im Himmel sind oder nicht, hängt ausschließlich von unserer Bereitwilligkeit ab, so wie es wesentlich ist, Gott zu werden. Sich selbst zu sterben und aufs Neue von Gott geboren zu werden. Jesus antwortete ihm. Amen, Amen, ich sage dir. Wer nicht von Neuem geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen. …Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Paulus verwendete ein anderes Bild, das Jesus im Gespräch mit Nikodemus noch nicht verwenden konnte. Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft wurden? Wir wurden mit ihm begraben durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereint sein. Wir wissen doch. Unser alter Mensch wurde gekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht deren Sklaven bleiben. Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde frei geworden. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir , dass wir auch mit ihm leben werden.“ Röm 6,3-8. Es ist nicht möglich, aufs Neue geboren zu werden, ohne zuvor selbst zu sterben. Es ist nicht möglich, wieder geboren zu werden , ohne dass wir uns zuerst selbst sterben. Jesus sagte: ‚Das ist klar.‘ „Wer mein Jünger sein will, der verleugnet sich selbst, nimmt sein Kreuz auf sich, folgt mir nach“ Mt 16,24. Folgen Jesus bedeutet, seinen Willen zu empfangen und sich mit ihm zu identifizieren. Paul sagte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,19). Der Heilige Geist lehrt uns, den Willen Gottes kennenzulernen. Es ist also notwendig, dass unser Leben vom Heiligen Geist geleitet wird. Aber nicht nur in den großen, wichtigen Angelegenheiten, sondern auch in den Kleinigkeiten, in den unbedeutenden Sachen können wir das so äußern. Richtig gesagt. Keine Sache in unserem Leben ist unbedeutend. Diese Führung durch den Heiligen Geist zeigt sich so, dass unser Herz zu Gott gewendet ist, dass wir täglich Worte von Jesus hören und darüber nachdenken. Und dann diese Worte oder die Lehre Jesu in unserem Leben verwirklichen.