Archiv für den Monat: November 2015
Von dem letzten Gerichte II
Welche Ereignisse werden ihm vorausgehen?
Die merkwürdige Ereignisse, welche dem Weltgerichte vorausgehen sind: Die Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Erbe, der Abfall vom Glauben und die damit verbundene Erscheinung des Antichristes, schwere Bedrängnisse und Verfolgungen der Rechtgläubigen, sowie schreckliche Zeichen am Himmel und auf Erden.
1. Christus selbst spricht mit bestimmten Worte aus, dass das Ende der Welt nicht eher kommen werde, als bis das Evangelium auf der ganzen Erde gepredigt ist. So lange es also auf der Erde Völker gibt, denen der christliche Glauben noch nicht verkündet worden,wird der Gerichtstag nicht kommen. Gott will, dass alle Menschen selig werden, weil aber dieses ohne den christlichen Glauben nicht möglich ist, so müssen alle Menschen Gelegenheit haben, zur Kenntnis desselben zu gelangen. Hieraus folgt, dass die Verkündigung des Evangeliums auf der Erde von der Art sein müsse, dass alle Menschen davon Kenntnis erlangen können, wenn sie wollen. So ist also nicht genug, dass in großen Reichen, z. B. in China, die christliche Religion bloß an einigen Orten gepredigt wird: sie muss wenigsten in allen größeren Städten und Ortschaften bekannt werden, so dass kein einziger Bewohner eines solchen Reiches sagen kann, er habe vom Christentum keine Kenntnis erhalten und keine Gelegenheit zu dessen Annahme gehabt. Wenn auch in unseren Tagen der heilige katholische Glaube in der ganzen Welt verbreitet ist, so gibt es doch noch viele Völker, die in demselben noch keinen Unterricht erhalten haben. So ist gewiss, dass wir auch dem letzten das Evangelium immer größere Eroberungen macht, so ist gewiss, dass wir auch dem letzten Gerichte immer näher rücken.
2. Dem Ende der Welt wird ferner ein großer Abfall vom Glauben vorangehen. Dieses tränen würdige Ereignis gibt der Apostel an, indem er den Christen in Thessalonik die irrtümlicher Weise das Weltende für nahe hielten, also schreibt. Lasset euch von niemanden irre führen auf keine Weise: denn zuvor muss der Abfall kommen. 2. Thessal. 2,3. Abfälle vom Glauben gab es zwar seit dem Anfang des Christentums schon viele, und nicht bloß einzelne Länder, sondern ganze Weltteile, in denen ehemals die Kirche so herrlich blühte, wie zum Beispiel Asien und Afrika alle diese Abfälle, so ausgebreitet und verderblich sie auch waren, sind doch nur Vorläufer jenes Abfalles, welcher das Ende der Zeiten stattfinden wird. Derselbe wird sich nicht auf einige Länder oder Weltteile, sondern auf dn ganzen Erdkreis erstrecken. Christus selbst deutet auf diesen furchtbare Abfall hin, wenn er sagt: Wenn der Menschensohn kommt, wird er Glauben finden auf Erden?. Luk 18,8. Dieser Abfall wird sich aber nicht bloß auf den Glauben, sondern auch auf die Sitten beziehen. Die Menschen werden alle Gottesfurcht ablegen , ihren Leidenschaften freien Zügel lassen, und wie in den Tagen des Noah, Laster auf Laster häufen. Zeichen dieser sittlichen Verwilderung hat leider schon unsere Zeit in Menge aufzuweisen. Der Glaube verschwindet immer mehr aus dem Herzen der Menschen, Millionen von ihnen haben vom Christentum nichts mehr, als den leeren Namen. Unsere ganze Zeitrichtung ist irdisch. Alles will nur glückliche Erdentage, für das ewige hat man kein Interesse; Glaubenshaß , Unzucht, Betrug Meineid, Raub, sind an der Tagesordnung. Wenn das Verderben in dem Maße wie bisher , fortschreitet, dann das Ende der Welt werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Diesen Abfall vom Glauben und diese Gottlosigkeit wird besonders der Antichrist und sein Anhang herbeiführen. Dass der Antichrist, der Feind und Widersacher Christi eine bestimmte Person sei, die vor dem Ende der Welt auftreten wird, finden wir in der heiligen Schrift vielmals ausgesprochen. So sagt der Apostel: ,, Lasst euch von niemand auf irgendeine Weise verführen denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der widersteht und sich erhöht über alles, was Gott oder verehrungswürdig heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, dass er Gott sei“ 2 Thessalonik 2, 3-4. Der Apostel bezeichnet hier den Antichrist, als eine einzelne, bestimmet Person uns schildert ihn als einen ganz verruchten Menschen, in welchem die Sünde leibhaftig wohnt, der alles Heilige und göttliche hasst und in seiner Verruchtheit so weit geht, dass er sich sogar als Gott anbeten lässt. Ebenso redet vom Antichristen der heilige Johannes.,, Kindlein, es ist die letzte Stunde und wie ihr gehört habt, adss der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen geworden: daher wissen wir , dass es die letzte Stunde ist“ 1 Joh 2,18. Der Apostel will sagen: Der Antichrist welcher am Ende der Welt kommen wird, hat jetzt schon Vorläufer nämlich die Irrlehrer und Vorführen. Derselbe Apostel schildert in der geheimen Offenbarung den Antichristen unter dem Sinnbilde, eines grausamen Tieres, welches dem Abgrunde entsteigt, die beiden Propheten Henoch und Elis tötet und ihre Leider auf den Straßen der Stadt unbeerdigt liegen lässt. Off. 11, 7, 13.
1.Adventsonntag C 2015 Lk 21, 25-27
Einleitung
Von der Adventzeit sagen wir, dass diese Zeit die Vorbereitung auf Weihnachten sei. Wir wissen, dass das die Wahrheit ist, aber nicht die völlige Wahrheit. In dieser Zeit ist es genauso wichtig, sich zu fragen: Was für eine Richtung hat unser Leben? Wohin gehen wir? Das Böse, das in den Menschen und in der Welt ist, ist das Zeichen dafür, dass die Menschen sich von Gott abgewendet haben. In der Adventzeit sollten wir darüber nachdenken, warum sich Menschen von Gott entfernt haben.
Predigt
Über Menschen sagt man, sie seien Wesen, die ständig unterwegs sind. Seit unserer Geburt gehen wir immer wieder irgendwo hin. Ständig haben wir Pläne und Ziele vor uns, die wir verwirklichen wollen. Wenn wir diese Pläne und Ziele nicht hätten, könnten wir nicht existieren. Wir aber fragen oft: Was erwartet mich heute, morgen, in einer Woche, in einem Monat…? Da wir mit den anderen Menschen zusammenleben, fragen wir auch: Worauf zielt diese Welt hin? Wir beantworten diese Frage mit gemischten Gefühlen. Momentan bewegt uns die Frage des Terrorismus, die Frage der Flüchtlinge, der Kriege. Wird es der Menschheit gelingen, diese Probleme und Konflikte zu lösen oder sind sie ein Vorsignal für eine noch viel größere Katastrophe? Wir fragen uns: Wie wird das endet? Die Menschheit hat ihr Schicksal aber in ihren Händen. Jesus warnt uns: Gebt acht, damit eure Herzen nicht mit Völlerei, Trunksucht und mit den Sorgen des Leben belastet werden! Diese Worte können wir so verstehen, wie sie gesagt wurden, aber auch im übertragenen Sinn. So wie diese Worte gesagt wurden, bedeutet dies, dass jeder einzelner Mensch durch Völlerei, durch Trunksucht sein eigenes Leben vernichten kann.
Ich erinnere mich daran, ich war zirka zwei Jahre Kaplan und im Dekanat hatten wir einen älteren Priester. Er wog 150 kg und sein Leben war mühsam. Einmal war eine Sitzung in einem Saal. Zum Saal führte eine steile Stiege. Wir Priester halfen ihm beim Stiegensteigen. Zum Schluss aber ist er zu Boden gefallen, und wir Priester waren nicht fähig, ihn vom Boden aufzuheben. Und dieser Priester weinte, er weinte über seine Ohnmacht. Ich erinnere mich auch daran, was für Schwierigkeiten bei seinem Begräbnis waren.
Aber diese Worte Jesu von vorhin können wir auch im übertragenen Sinn verstehen und das bedeutet: Durch materielle Sachen, besser gesagt, durch den unrichtigen Gebrauch materieller Sachen vernichten die Menschen die gegenseitigen Beziehungen. Man kann das in der Familie und auch in der Politik sehen. Die Menschen sind durch Geld, Reichtum und Macht wie betrunken.
Vor paar Jahren habe ich davon gelesen, dass in einem Land in Afrika, wo die Menschen sehr arm waren, Europa ihnen finanzielle Hilfe zuteil werden ließ, aber die Menschen dort hatten von dieser Hilfe keinen Nutzen, weil ein paar Beamte alles für sich behielten. Es ist kein Geheimnis, dass Millionen von Menschen hungern und ein paar Menschen einen riesigen Reichtum besitzen und nicht bereit sind, zu teilen. Das führt alles zu Egoismus, Korruption und erhöht die Spannung unter den Menschen.
Das heutige Evangeium endet mit dem Aufruf: Wacht und betet… Jesus ermuntert uns zur christlichen Weisheit. Sie soll uns dazu führen, dass wir wissen, wie wir in unserer Zeit leben sollen. Wachsam sein bedeutet acht geben, damit uns die erwähnten Untugenden nicht vernichten. Ein kluger Mensch sollte aus seiner eigener Vergangenheit und aus der Geschichte der Welt lernen. Wachsam sein bedeutet, dass wir anders leben sollen als Menschen, für die der einzige Wert nur materielle Dinge sind. Mit der Wachsamkeit ist auch das Gebet verbunden.
Nützen wir diese Tage des Advents, die wir vor uns haben, damit wir in unserem Leben ändern, was wir ändern sollen. Vielleicht leben wir nicht richtig. Vielleicht braucht unser Leben eine Korrektur. Jesus kommt nicht wegen unserer weihnachtlichen Atmosphäre. Er kommt nicht deshalb, damit wir voll weihnachtlicher Zartheit ins sein kindliches Gesicht schauen können, damit wir mit ihm über die eigenen Probleme und die Weltprobleme meditieren können. Er kommt darum, weil er will, dass wir unser Leben radikal ändern. Das soll aber nicht nur für paar Tage sein, sondern für immer, bis zum Ende unseres Lebens. Jesus wurde schon geboren. Er aber wartet, bis auch wir, zu wirklichen Christen geboren werden.
Katharina von Alexandrien
Jesus Christus der uns auf dem Weg des Kreuzes vorausgegangen ist, sei mit euch.
Heute feiern wir den Gedenktag der heiligen Katharina von Alexandrien. Sie ist die Patronin unserer Kirche- Sie stammte aus der Stadt Alexandrien in Ägypten. Katharina war sehr gebildet und hübsch. Das Datum ihres Todes wird 25. November angegeben. Sie ist Patronin der Theologen, Philosophen, Gefangenen.
Jesus, du kamst mit der Botschaft göttlicher Weisheit, Herr erbarme dich unser.
Jesus, du hast alle Gegner widerlegt, Christus erbarme dich unser.
Jesus, du hast uns den Weg des Friedens gelehrt, Herr erbarme dich unser.
Die Griechen nannten sie- Aikarine- ,, immer keusch“. So war sie. Ihres Herzens bemächtigte sie Jesus Christus uns Katharina gehörte nur ihm. Sie lehnte das Angebot selbst der Kaiser Maxim ab. Für damalige Denkweise war das eine abgeschlossene Verkehrtheit. Katharina liebt nicht nur Gott, sondern auch ihre Nächsten und wollte sie für das ewige Leben retten. Sie erschrak nicht, vor selbst Kaiser vorzutreten und ihn vor den unsinnigen Götzendienst, zu dem er das ganze Volk zwang. Der Kaiser staunte über ihre Kühnheit. Damit er Katharina erniedrigte, lud er sie zur Sitzung der größten Weisen des Landes. Und wie es endete? Katharina brachte zum Schweigen alle Gelehrte des Landes. Sie schöpfte die Antworten direkt aus der Weisheit des Heiligen Geistes. Aber Katharina war gebildet auch in den profan Wissenschaften, Vor allem aber sie kannte die Heilige Schrift. Sie wusste Christus mit dem Herzen und Verstand wehren. Der Kaiser ist ergrimmt über das Fiasko seiner Gelehrten. Er hat Katharina zum grausamen Tod verurteilt. Sie sollte auf einem Rad mit scharfen Spitzen gerädert sein. Das Rad aber brachte auseinander. Zum Schluss wurde Katharina enthauptet. Die Mönchen von Sinai trugen ihren Leib auf den Berg hinauf und dort ihr mit Hochachtung-voll beerdigten. In der ganzen christlichen Welt wurde sie immer sehr verehrt. Der König Karl IV ließ zu ihrer Ehre die Kapelle auf Karlstejn aufbauen. Katharina soll was zu sagen auch zu uns. Auch wir müssen Gott in unserem Leben an erste Stelle geben. Auch wir müssen Gott vor allem lieben, wie sie ihn liebte. Auch für uns muss Christus einzige Hoffnung sein, wie für sie war. Wir danken ihr für das Beispiel, die sie uns hinterließt.
Damit wir unser Leben für die Ewigkeit retten, wagen wir nach dem Wort Jesu Christi zum Vater zu beten.
Da wir mit Christus die Last des Lebens ertragen, finden wir in ihm den Frieden um den wir bitten.
Selig, die bereitet sind, wenn der Herr in seiner Herrlichkeit kommt.
Hl.Andreas Dung-Lac,Priester
Jesus Christus, unser Herr der uns die Zeichen der letzten Zeit, gedeutet hat, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des heiligen Andreas Dung-Lac Priester, und Gefährten, In dem heutigen Evangelium sagt Jesus zu ihren Apostel, dass der Jerusalem Tempel vernichtet wird. Für die Apostel war diese Rede, schwer zu begreiflich. Die Juden waren überzeugt, dass die Jerusalemer Tempel steht unter den Schutz Gottes und Gott erlaubt nicht ihn zu vernichten.
Jesus, du hast das Ende dieser Welt verkündet, Herr, erbarme dich unser
Jesus, du kennst die Bange und Angst dieser Welt,Christus erbarme dich unser.
Jesus, du gibst uns die Kraft in unseren Prüfungen zu bestehen.
Zu Anfang des 16.Jahrhunderts begann das vietnamesische Volk das Evangelium anzunehmen.. Der ausgetreute Same des Wortes Gottes wuchs durch das Blut der Märtyrer und die geistliche Freude der Neugetauften. In der Zeit vom 17 bis zum 19 Jahrhundert, vor allem unter der Herrschaft des Kaisers inh-Mang /1820-1840/ wurde vielen Christen die Krone des Martyriums zuteil. Unter ihnen befanden sich Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen und weitere Gläubige. Um ihres Glaubens willen, erlitten sie vielfätige Qualen und wurden zu Zeugen der Kirche Cristi. Zu den 117 Männer und Frauen die Papst Johannes Paulus II am 19.Juni 1988 heiliggesprochen hat, gehört auch der Priester Andreas Dung-Lac der am 21. Dezember 1839 enthauptet worden ist.
Wir leben in der Welt der Unruhe und Verwirrung. Deshalb ist notwendig zum Vater zu beten.
In der Welt der Krige und Unfrieden, sehnen wir uns nach Frieden Gottes, den nur Er geben kann.
Selig, die nicht erschrecken und in der Treue ausharren bis zum Ende.
Hl.Kolumban
Jesus Christus,der uns ruft, für sein Reich zu arbeiten, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des heiligen Kolumbans. Im Evangelium werden wir hören. wie zu Jesus ein Mann kam und wollte Jesus folgen. Jesus aber machte ihn auf die Schwierigkeiten Aufmerksam, die mit dem Nachfolgen Christi verbunden sind. Auch wir sollen Christus nachfolgen und die Schwierigkeiten dürfen uns vom Nachfolgen Christi abraten/entmutigen/.
Jesus, du wolltest mit uns die irdische Heimat teilen, Herr erbarme dich unser.
Jesus, du hast uns dein Reich , als bleibendes Erde hinterlassen,Christus erbarme dich unser.
Jesus, du hast uns das Reich der Herrlichkeit verheißen, Herr, erbarme dich unser.
Der heilige Kolumban stammte aus dem südöstlichen Irland. Er war ein großer Schönling. Die Frauen interessierten sich für ihn. Er aber trat in ein Kloster ein. Die Mutter wollte ihm daran hindert. Kolumban aber sagte zu seiner Mutter. Mama, du gebarst mich nicht für dich, sondern für Gott. Kolumban diente Gott als Wissenschaftler,Schriftsteller, Missionar. Er schrieb die Erklärung der Psalmen. Er stiftete die Kloster und die Brüder erzog er durch sein eigenes Beispiel. Oft auch mit den treffenden Bemerkungen. Er stiftete ein Kloster auch in Österreich in der Stadt Bregenz. Ein berühmtes Kloster / Babio/ in Norditalien. Er musste in seinem Leben viel leiden. Er war der Bahnbrecher der irischen-schottischen Missionaren, die das Evangelium auf dem europäischen Festland verkündeten. Kolumban starb 23, November 615.
Weil Gott uns liebt, hat er uns gerufen, ihm treu zu folgen.
Das Reich, das der Herr uns verkündet hat, wird das Reich des Friedens.
Selig, Jesus nachfolgen und eingehen in das Reich Gottes.
Das letzte Gericht I
Wann wird das letzte Gericht sein?
Das Jesus Christus am Ende der Welt wiederkommen wird, um allen Menschen zu richten, ist eine Wahrheit, die wir vielmas in den heiigen Schrift ausgesprochen finden. So sagt Christus selbst. ,, Der Menschensohn wird in der Herrilichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann einem jeglichen vergelten nach seinem Werken. Der Apostel schreibt;,, Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen. Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten“. Apostelgechichte 10,42. So gewiss es aber ist, dass Jesus Christus als Richter der Lebendigen und Toten kommen werde, so ungewiss ist die Zeit seiner Ankunft. Gott hat uns die Zeit des Gerichtes nicht geofennbart. Gegen Ablauf des zehnten Jahrhunderts herrschte fast durch ganz Europa der Glaube, dass mit dem ersten Jartausende die Welt untergehen werde. Diesen Glauben teilten viele fromme und gelehrtte Männer. Aber die Welt steht noch heute. Mehrere nehmen an, dass die Welt sechstausend Jahre stehen werde. Sie sagen nämlich; wie Gott sechs Tage zur Erschaffung der Welt verwendet habe, so werde er sie auch sechs Tage, jeden Tag zu tausend Jahrend berechnet, erhalten danach aber sie zu Grunde gehen lassen. Aber es ist gewiss , dass niemand bestimmt sagen kann , wann der jüngste Tag kommen werde, denn Gott hat dieses noch niemanden geoffenbart. Selbst die Engel des Himmels welche doch Gott so nahe stehen und unstreitig eine weit größere Wissenschaft besitzen als alle Menschen haben von dem Ende der Welt und von dem letzten Gericht keine Kenntnis. Jesus sagte doch klar. ,, Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand , auch nicht die Engel in Himmel, nicht einmal der Sohn , sondern nur der Vater“. Mt 24,36. Die Zeit des Gerichtes nur dem Vater bekannt ist. Er nicht für gut befunden hat, den Menschen darüber eine Offenbarung zu machen. Papst Leo X im fünften lateranischen Konzil verboten , in Bezug auf diese Dinge etwas mit Gewissheit auszusprechen, indem er sagt; indem er sagt; Niemand unterfange sich die Zeit der Ankunft des Antichristus oder des Gerichtstages selbst bestimmt vorherzuverkündigen. Hieraus sehen wir was wir von den Prophezeiungen über das Ende der Welt, die von Zeit zu Zeit mündlich und schriftlich in Umlauf gesetzt werden, zu halten haben, sie sind weiter Nichts, , als Vermutungen, die jeder tieferen Begründungen entbehren.
Gott hat uns übrigens die Zeit des letzten Gerichtes nur zu unserem Besten wollen. Setzen wir den Fall , wir wüssten ganz bestimmt den Tag und die Stunde des letzten Gerichtes , was würde daraus folgen? Wäre dieser Tag noch in weiter Ferne, so würden viele sorglos dahin leben, Sünden auf Sünden häufen und zu zuletzt dem ewigen Verderben anheimfallen. Wüßten wir dagegen diesen Tag ganz nahe, so würden nicht wenige in die große Angst und Verwirrung geraten, die meisten würden ihre Standespflichten , ihre Geschäfte und Arbeiten vernachlässigen und alles gehen lassen , wie es geht. Die Arbeiten in den Werkstätten , in den Fabriken auf dem Felde würde stillstehen , aller gesellschaftliche Verkehr, aller Handel würde aufhören, woraus dann so große Unordnungen folgen müssten, dass fast gar nicht mehr zu leben wäre. Einen Beleg hiefür liefert uns die Geschichte des zehnten Jahrhunderts, wo wie ich schon bemerkt habe, der Glaube verbreitet war , dass die Welt untergehen werde. Viele verkauften ihre Häuser, gaben ihr Geschäft auf. Viele zogen sich in die Einsamkeit zurück , und ließen sich von Angst und Schrecken einnehmen, dass sie fast den Verstand verloren. Fast niemand wollte die notwendigen Geschäfte zu besorgen, und es trat allenthalben eine Unordnung zu Tage, die wenn sie länger angehalten hätte ganz Europa hätte ins Verderben bringen müssen. Sehen wir also wie gut der Herr getan hat, dass er uns die Zeit des Gerichtstages geheim hielt: die Kenntnis desselben wäre für uns nicht ein nahrhaftes Ei, sondern ein giftiger Skorpion. Darum sagt auch der heilige Augustinus. Zu unserem Nutzen wollte Gott uns diesen Tag verborgen halten, damit der Mensch immer bereit sei, dasjenige zu erwarten, von dem er weiß, dass es kommen, aber nicht weiß , wann es kommen werde. Es verhält sich mit dem Gerichtstage ähnlich, wie mit unserem Todestage. Dieser kann jeden Augenblick kommen, keine Minute sind wir vor ihm sicher: daher müssen wir, wenn wir anders gut sterben wollen , uns immer auf denselben gefasst halten. Ebenso kann auch der Gerichtstag zu jeder Zeit kommen, und uns mitten in unseren Unternehmungen überraschen. Christus selbst beteuert, dass er zu einer Stunde kommen werde, wo wir es nicht vermuten. Gleichwie es sagt er , ,in jenen Tagen des Noach war, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. ,,Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag , an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein“. Mt 24,37-38. ,,Wacht, weil ihr weder den Tag noch die Stunde wisst“ Mt 25,14.
Wenn wir aber gleich den Tag und die Stunde des letzten Gerichtes nicht wissen, so ist doch viel sicher, dass es nicht eher kommen werde, bis gewisse Ereignisse eingetreten sind.
Lk 20,45-48 Mein Haus ist das Haus des Gebetes
Jesus Cristus, der täglich im Tempel lehrte und das Reich Gottes verkündete, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium vertrieb Jesus die Händler und Geldwächsler. Jesus machte das sehr radikal. Vielleicht fragen wir.Warum machte das Jesus nicht diplomatisch. Er sollte zu ihnen kommen und ganz ruhig zu ihnen sagen. Herrn, wissen sie, es gehört sich nicht. Wenn sie verkaufen wollen, dann gehen sie ein Stück weiter… Jesus wusste wohl, dass die Vorgehenweise wirkungsloss wäre.
Jesus, du kamst als Königsohn in dein Eigentum, Herr erbarme dich unser.
Jesus, im Haus deines Vaters hast du dem Wort verkünden, Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du bist gekommen, um Sünde und Schuld überwinden, Herr, erbarme dich unser.
Jesus liebte Jerusalemtempel. Er ging in ihn heinen, als in das Haus seines Vaters. Es ist nicht zu wundern, dass Jesus die Tische der Geldwechsler umkippte, wenn er sah, wie sie sich dort benahmen. Die Menschen bauten immer in Mitte ihrer Häuser das Haus des Herrn; das schönste Haus – den Tempel. Als das Christentum gestatten wurde, und die Christen könnten öffentlich beten, die reichen Römern gaben ihre schöne Häuser und Paläste zur Verfügung, und die Christen beteten in ihnen und die Priester die heilige Messe zelebrierten. Dann kamen die Streifzüge der Barbaren und es war notwendig die Steinkirche zu bauen, mit einem Turm, die oft wie eine Schießstätte diente. Im Mittelalter wurden wunderschöne Heiligtümer gebaut, die wir bis jetzt bewundern. Heute werden moderne Kirche gebaut. die oft einfach,aber auch zweckbedingt sind. Der Tempel soll unsere Aufmerksamkeit auf Gott richten. Es ist ein weihevoller Ort, und danach sollen wir uns in der Kirche benehmen.
Da wir im Haus des Gebetes weilen dürfen wir es wagen um den Frieden des Herrn bitten.
Da wir uns in seinem Haus versammelt haben, dürfen wir um den Frieden des Herrn bitten.
Selig, die ihr Herz gereinigt haben und vor dem Herrn bestehen können, wenn er kommt.
Christkönigssonntag B Joh 18,33-37
Christkönigssonntag 2o15 – Das Reich des Guten und der Liebe
Einführung
Aus historischer Sicht war Pilatus ein großer und wichtiger Mensch und Jesus ein verurteilter Rebell. Aber aus der Sicht der Ewigkeit vertauschen sich die Rollen. Aus dem Kläger und Richter wird der Angeklagte und Verurteilte werden. Der verurteilte Jesus wird zum Richter und Herr der Welt. Ahnte Pilatus, wen er da zum Tode verurteilt hat?
Predigt
Am heutigen Sonntag erinnern wir uns an den anfangs genannten Rollentausch. Pilatus fragte Jesus: Bist du der König der Juden? Darauf antwortete Jesus: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete dann: Bin ich denn ein Jude? Zum Schluss sagte Jesus zu Pilatus, dass er ein König sei, aber sein Reich nicht von dieser Welt ist. Diese Worte hat aber Pilatus nicht verstanden.
Pilatus ist der Repräsentant des irdischen Königtums, das seine Regeln und Gesetze hat. Das sind Gesetze der Macht, der Gewalt, der Armee, der administrativen Arbeiter, der Polizei, des Grenzgebietes, der Steuern. Das alles gehört zum irdischen Königtum.
Jesus aber wollte zeigen, dass seine Macht göttlichen Ursprungs ist. Jesus kam in die Welt, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Jesus wollte die Macht der barmherzigen Liebe zeigen. Jesus sagte klar: Mein Königtum ist nicht von hier. Das sagt aber nicht aus, dass Jesus kein Interesse an dieser Welt hat. Sein Ziel war, die Strukturen dieser Welt umzugestalten. Die Tatsache, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, bedeutet nicht, dass sein Reich diese Welt nicht berührt. Wie ist das Reich Gottes, wie sind seine Regeln, seine Ziele? Jesus zeigt uns, dass die Kraft der göttlichen Liebe größer ist als die Kraft des Bösen, dass das Reich der Güte stärker ist, obwohl es scheint, es würde manchmal die Bösartigkeit siegen.
Da war einmal ein kleiner Knabe, der jeden Tag das Vater unser betete und dabei immer wieder den Satz sagte: Dein Reich komme. Einmal fragte er seine Mutter: „Mutti, was bedeutet das, wenn ich bete: Dein Reich komme ?“ Die Mutter setzte sich zu ihm und sagte: „Das Reich Gottes ist in uns.“ Aber der kleine Bub verstand das nicht. Darum erklärt die Mutter weiter: „Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Samenkorn, das wir in die Erde legen. Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnen, sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und die Vögel des Himmels kommen und nisten in seinen Zweigen.“
Die Mutter erklärte ihm weiter: „So groß wie die natürliche Kraft des Wachstum ist, so groß soll in dieser Welt die bewundernswerte Kraft der Liebe und des Guten sein. Das Gute hat Kraft. Dieses Gute hat Gott in uns hineingelegt. Das ist die Anwesenheit Gottes in dieser Welt.“ Daraufhin betete der Knabe ganz anders, viel inniger das Vater unser, weil er begriffen hat, was das bedeutet: Dein Reich komme. Er hatte verstanden, dass es hier nicht um das irdische Reich geht, sondern um das Reich der Liebe und des Friedens im Herzen des Menschen. Diese Kraft ist auch in uns. Der Geist Gottes wirkt in uns, trotz unserer Fehler, unserer Sünden und unserer Unvollkommenheit. Auch wir können und sollen Zeugnis für die Wahrheit ablegen, wir sollen unseren Mitmenschen zeigen, dass die Liebe stärker ist als der Hass. Solange wir in dieser Welt leben, muss uns klar sein, dass die Welt des Guten und die Welt des Bösen immer gegeneinander kämpfen werden. Die Art des Kämpfens ist aber verschieden. Das Böse will die Menschen und Dinge vernichten. Das Gute, die Liebe will helfen und auf bauen.
Vor paar Tagen töteten ein paar Terroristen in Paris 132 unschuldige Menschen. Diese Zahl kann sich noch vergrößern. Diese schreckliche Aktion, wer sie tatsächlich geplant hat, wissen wir nicht, es nicht nur Vermutungen. Warum? Aus Hass auf den Westen könnte es sein. Andererseits spendeten Hunderte von Menschen freiwillig ihr Blut. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt bekundeten ihre Solidarität mit den Opfern des Terrorangriffes. Das zeigt, dass es den Menschen nicht egal ist, wenn das Böse in der Welt wirkt. Das heutige Fest lässt uns darauf vertrauen, dass die Liebe und das Gute einmal über den Hass und die Ungerechtigkeit siegen wird.
Weihe der Basiliken St. Peter und St. Paulus in Rom
Jesus Christus, der auf dieser Erde kam als der wahrhaftige Sohn Gottes, sei mit euch.
Heute haben wir die Jahresfeier der zwei berühmten Basiliken in Rom, Die Basilika des heiligen Petrus wurde im 4 Jahrhundert gebaut und weihte sie der Papst Silvester. Die Basilika des heiligen Paulus wurde auch im 4 Jahrhundert gebaut und weihte sie der Papst Sirius. Seitdem 12 Jahrhundert feiert die Kirche die Weihung dieser Basiliken.
Jesus du hast deine Kirche auf den Felsen des Petrus gegründet, Herr erbarme dich unser.
Jesus, du lässt deine Kirche wachsen über die Erde, Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du wirst dein Reich vollenden in Herrlichkeit, Herr erbarme dich unser.
An was erinnern uns heute die Weihung der Basiliken, des heiligen Petrus und Paulus? Der Tempel des heiligen Petrus zieht die Pilger aus der ganzen Welt an. Hier versammelt sich beispiellose Menschenmenge aus der ganzen Welt. Das ist wirklich eine Weltbasilika. Über den Tempel des heiligen Paulus, konnen wir sagen, dass er um das Leiden und Tod des Apostel Paulus Zeugenschaft ablegt. Paulus sagte selbst: Ich bin mit Christus gekreuzigt. Nicht ich lebe schon mehr, sondern Christus lebt in mir.
An diesem Fest können wir die göttliche Tugenden bestärken. Das Leben des heiligen Petrus und Paulus bestärkt unseren glauben. Wenn der Mensch dem Christus folgt, kann er ein großes Werk vollbringen. Auch ein einfacher Mensch, wenn er Willen Gottes erfüllt, kann zu Gott mehr Menschen bringen, als ein gebildeter Mensch ohne Gott. Wenn wir uns in Christus verlieben, wird in der Welt keine Macht geben, die uns von Christus abreiße. Was sollen wir tun? Das, was machte Maria, die immer den Willen Gottes erfühlte.
In der Verwirrung und im Widerspruch der Welt brauchen wir Hilfe und Schutz. Deshalb wagen wir zum Vater zu beten.
Im Vertrauen auf seine Hilfe wollen wir den Herrn um seine Frieden bitten.
Selig, die glauben und nicht zweifeln und sie gelangen in das Land des Lebens.
Gertrud von Helfta
Gott, unser Vater, den wir durch unsere guten Taten verherrlic hen, sei mit euch.
Heute erinnert wir uns an die heilige Gertrude von Helfta. Im heutigen Evangelium fordert Jesus uns auf, damit wir mit ihm verbunden bleiben, so wie ein Weinstock mit den Reben verbunden ist. Mit Jesus können wir durch das Gebet, Liebe, guten Taten verbunden bleiben. Wir können mit Jesus nicht verbunden bleiben ohne unsere Bemühung.
Jesus du hast uns aus Liebe erlöst, Herr erbarme dich unser.
Jesus, du hast und bis ans Ende geliebt, Christus erbarme dich unser.
Jesus du hast vor den Jüngern deine Herrlichkeit offenbart. Herr erbarme dich unser.
Schwester Gertruda lebte in einem Kloster in Helfta. Das geistliche Leben lehrte sie die Oberin Gertrúda von Hackenborn. Sie war körperlich sehr schwach und fast immer krank. Aber ihr Inneres war sehr schön und reich. Der Erlöser hat sie seitdem 1281 zur Vertraute seines Herzens erwählt. Wie um vier Jahrhundert später die heilige Margita von Alacoque. Aus der Eingebung des heiligen Geistes schrieb sie vier Bücher über die geistlichen Leben unter den Titel ; Der Bote der göttlichen Liebe. Das ist ein tief theologisches Werk. Dieses Werk ragt mit der Klarheit der Gedanken hervor. Diese Werk gehört zum Juwel der geistlichen Literatur. Als sie starb, alle die sie kannten , sagten: Sie starb eher durch die Liebe verzehrt als durch die Krankheiten.
Da wir rein sind durch das Wort , das Christus zu uns gesprochen hat, wagen wir zum Vater zu beten.
Die, mit ihrem Leben in Christus verwurzelt sind, dürfen um seinen Frieden bitten.
Selig, die mit Christus verbunden sind und bringen die Frucht des ewigen Lebens.
Albert der Große
Gott unser Vater, der uns das ewige Leben vorbereitet hat, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des heiligen Alberts der Große. Im Evangelium sagt Jesus, dass die Engel am Ende der Welt die Bösen von den Gerechten trennen werden. Diese Auswahl wird ohne Protektion, ohne Bestechuchung geschehen uns sie wird gerecht. Jeder bekommt das, was er verdient.
Jesus, du offenbarst dich, den Suchenden, Herr, erbarme dich unser.
Jesus, du schenkst den Betenden, deinen Geist, Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du bist das Licht, das alle erleuchtet, Herr, erbarme dich unser.
Der heilige Albert der Große war universal gebildet. Er kannte sich in jedem Bereich der Wissenschaft und Kunst aus.Er war der Erste, der die Aristotel Philosophie verband mit der christlichen Lehre. Die Astronomie war sein Hobby. Er schrieb viel und auch viel Vortrag hielt. Er war Proffesor an der Universität in Koln. Als er Provinzial wurde, wanderte er oft zu Fuss, ernährend sich nur durch das Almosen. Auf einer Seite war Albert ein Wissenschaftler, auf anderer Seite war Albert ein Heiliger.Die Wissenschaft und der Glaube widerstehen sie nicht. Im Gegenteil. Je jemand ausgebildeter ist , desto mehr kennt er Gott in Natur, er kennt wie Gott unendlich weiss und groß ist. Nur die falschen Wissenschaftler sagen uns dass der Glaube ist ein Hinderniss für die Wissenschaft.
Jeder Zeit sucht nac neuen Erkenntnisse. Damit wir aus dem Alten zum Neuen finden, wagen wir zu beten.
Wer in Jesus bleibt, bleibt in Frieden. Um den Frieden beten wir.
Selig, die im Schatz Gottes Altes und Neues finden und zu den Jüngern Jesus gezält werden.
Von der Sorge für das Seelenheil der Nächsten.
Wie kann dieses gescheen?
Wie die Eltern, Vorgesetzten ihre Kinder, Schüler zu guten Christen erziehen sollen, davon möchte ich hier nicht schreiben. Ich möchte nur zeigen, wie jeder Mensch zum Seelenheile seiner Mitmenschen beitragen könne. Es gibt hier besonders drei Mittel: das Wort, das Beispiel, das Gebet.
1. Es läßt sich nicht läugnen, ein Wort der Belehrung, der Zurechtweisungen und Warnung hat oft den gesegneten Erfolg. Sünder werden bekehrt, Leichtsinnige zum Ernste gestimmt, Laue zum Eifer entflammt, Schwäche gestärkt. Daher ermahnt der heilige Apostel Paulus seinen Schüler Timotheus, er solle niemals unterlassen seine Untergebenen zu unterweisen. ,, Predige das Wort, schreibt er ihm, halte an damit, sei es gelegen oder ungelegen, überweise, bitte, strafe in aller Geduld und Lehrweisheit“ 2 Tim 4,2. Diesen Weg müssen auch wir einschlagen. Wir müssen unsere Nächste belehren, ermahnen, ermahnen, vom Bösen abzuziehen und für das Gute zu gewinnen suchen. So tat es auch Jesus. Damit aber unsere Belehrungen und Zurechtweisungen einen Nutzen haben müssen wir manche Vorsicht brauchen. Es gibt Menschen die im Bösen so verhärtet sind , dass sich von ihnen durchaus keine Besserung hoffen läßt. Bei jeder Ermahnung werden sie nur verstockter. Sie sind Ziegelsteinen ähnlich, die um so härter werden je mehr man sie brennt. Bisweilen dient bei ihnen eine Ermahnung nur dazu, sie vor Gott noch strafbarer zu machen. In einem solchen Falle ist das Schweigen das Beste. Man muß solche unglückliche Menschen ihrem Schicksal überlassen, denn sie können nur noch durch ein Wunder der Gnade bekehrt werden. Die Zurechtweisung ist daher in der Regel nur bei solcher Sündern anwendbar , welche noch Besserung erwarten lassen.
2. Ein anderes Mittel , welches zum Seelenheile unseres Nächsten ungleich mehr neiträgt, als die schnste Unterweisung, ist das gute Beispiel. Schon ein Sprichtwort sagt. Worte bewegen, Beispiele aber ziehen an. Haltet ihr einem Menschen , der sich verirrt hat, die lehrreichste und eindringlichste Predigt, so wird sie doch wenig fruchten , wenn wir sie nicht mit unserem Beispiel bekräftigen. Ich erinnere mich hier an eine Fabel, welche ich einmal in einem alten Buch gelesen habe. Es kamen eines Tages die Krebse zusammen und beratschlagten sich, wie es bewerkstelligt werden könnte, dass ihr künftiges Geschlecht nicht mehr rückwärts, wie sie, sondern vorwärts ginge. Sie wurden nämlich von den übrigen Tieren wegen ihres Rückwärtsgeens vielfach verspottet und angefeindet. Das wollten sie ihre Kinder und nachkommen ersparen. Nach langer Beratung fassten sie einmütig folgende Beschluss. Jede Krebsmutter habe, wenn sie einen Jungen geboren , sobald er des Gehens mächtig ist, zum Vorwärtsgehen ernstlich zu ermahnen. Mit den Jungen, sagten sie muss man anfangen. Dieser Beschluß wurde nun pünktlic zur Ausführung gebracht. Aber was geschah? Als eine Mutter zu ihrem Keinen sagte; Vorwärts mein Sohn, vorwärts! so entgegnete dieser. Meine Mutter! gehen wir mit einander. Er ging wirklich vorwärts. Als er aber sah, dass die Mutter neben ihm rückwärts gehe, machte auch er Kehrteuch, und ging wie sie den alten Krebsgang. Daher kommt es , sagt die Fabel, dass alle Krebse bis auf den eutigen tag noch rückwärts gehen. Wir finden Eltern, die keineswegs unterlassen,ihre Kinder im Guten zu unterweisen und ihnen die schönsten Lehren zu geben. Und doch sind die Kinder nicht tugendhaft. Wo fehlt es da? Gar oft am guten Beispiel. Wenn die Kinder gerade das Gegenteil von dem sehen, wozu sie von den Eltern ermahnt werden, wie sollte eine Ermahnung, Eindruck auf sie machen. Wenn eine Mutter die selbst Morgens und Abends nicht betet, keine Predigt anhört und das Jahr hindurch kaum zweimal zur Beichte und Kommunion geht zur Tochter sagt; Liebe Tochter bete fleißig das Morgen und Abendgebet, versäume ja die Predigt nicht, und empfange die heilige Kommunion. Was wird das auf die Tochter für einen Eindruck machen? Wird sie nicht denken. Mutter, wenn das, was du mir vorscreibst, so notwendig und nützlich ist, warum tust du es nicht selbst. Worte allein nutzen wenig. Sie gehen meistens wie ein leerer Schall vorüber, wenn sie nicht mit einem guten Beispiel begleitet sind. Dagegen finden wir häufig, das gute Beispiel den Menschen mächtig anregen und ihn zur Ablegung seiner Fehler und zur Lebensbesserung bringen. Ich lese im Evangelium, dass Jesus den Sohn des königlichen Beanten zu Kapharnaum gesund gemacht habe,worauf nict bloß der Beamte, sondern ,, sein ganzes Haus“ gläubig wurde. Joh 4, 53 . Warum glaubten denn auch die Frau, die Kinder und die Dienerschaft dieses Beamten zu Jesus. Wegen des Beispieles ihres Hausherrn, antwortet Tertulian. Hätte dieser nicht an Jesus geglaubt, gewiss auch seine Untergebenen würden nicht gläubig geworden sein. Wie viel Gutes haben die ersten Christen durch ihr Beispiel gestiftett.
3.Endlich beten wir eifrig für unsere Mitmenschen; denn das Gebet ist noch eines der wirksamsten Mittel zu ihrem Heile. Es geschieht oft, dass weder christliche Ermahnungen noch gute Beispiele auf gute Beispiele auf den Menschen Eindruck machen. Was soll man mit einem solchen verhärteten Sünder anfangen? Soll man die Hoffnung auf seine Bekehrung ganz aufgeben, und ihn seinem Schicksal uberlassen. Das sei ferne. Wir sollen für ihn beten und zwar beten mit anhaltendendem Eifer und mit Vertrauen. Das Gebet allein ist oft noch im Stande, seine arme Seele zu retten. Betet für einander, ermahnt uns deswegen der heilige Jakobus. Paulus war ein wütender Verfolger der Christen, hätte es in seiner Macht standen, er hätte sie alle vertilgt. Wem hatte Paulus seine Bekehrung zu verdanken? Nach Gott heiligen Stephanus. Wenn der Martyrer Stephanus, sagt der heilige Augustinus, nicht gebetet hätte, würde die Kirche keinen Apostel Paulus haben. Eben dieser Heilige-Augustinus, wurde durch das Gebet seiner frommen Mutter Monika vom Untergange gerettet. Sie ermahnte ihn zwar oft mit den eindringlichsten Worte, sie weinte seinetwegen soviel, dass er selbst bekennt: ,, Meine Mutter weinte für mich mehr, als Mütter über die Leichen ihrer Kinder“. Aber leider an ihm schien Alles fruchtlos zu sein. Dann sie betete für ihren Sohn viele Jahre lang. Und sie betete nicht umsonst. Augustin riß sich endlich von seinen Sündenbanden los, und wurde ein großes Licht der Kirche und ein Heiliger. So beten auch wir, für unsere Kinder, unsere Nächsten. Seiein wir versichert, Gott wird unsere Gebete wohlgefällig aufnehmen und denjenigen, für welche wir es verrichten ,große vielleicht außerordentliche Gnaden verleihen, dass sie ihn dienen und einmal selig werden.So sorgen wir für das Seelenheil aller Menschen, damit wir alle ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigen Ernst. Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1,Tim 2,3-4.
Hl.Dominik Savio
Dominik Savio /1842-1857/ Ministrantenstunde/
Auch das kurze Leben kann dem Menschen genügen sein, um das ewige Leben zu gewinnen. Das beweiß auch der heilige Dominik Savio. Er wurde 2.April 1842 in der Familie Karl Savio und Brigite Agagliate in San Giovanni di Riva geboren. Noch am diesen Tag wurde er getauft. Der Name Dominik bedeutet dem Herrn gehörend. Dominik gehört Gott nicht nur nach dem Namen, sondern mit seinem ganzen Leben. Die Grundschule besuchte er in Morialdo, wo die Familie übersiedelte. Als er 5 Jahre alt war, ministrierte er schon, und er 7 Jahre alt war, wußte er den ganze kleine Katechismus auswendig. Zur heiligen Kommunion ging er als 7 jähriger, obwohl zu dieser Zeit, die Gewohnheit war, im 12 Lebensjahr zur heiligen Kommunion gehen. Dominik war geistig so entwickelt, dass er zur heilige Kommunion gehen konnte. Bei der heiligen Kommunion hat er sich vorgenommen. Ich werde so oft wie es möglich ist, zur Beichte und Kommunion hinzutreten. Meine Freunde werden Jesus und Maria. Die Hauptschule besuchte er in Castelnuove d Ásti. Die Schule war zirka 4 km entfernt und Dominik musste dort zu Fuss gehen, weil zu dieser Zeit es noch keine Busse gaben. Im Februar 1853 die Familie zog ins Dorf Mondonio um. Dominik war lustig, fleißig, er half den Freunden, erfüllte sich seine Pflichten. Der Pfarrer von Mondio wusste, dass Dominik der Priester sein will. Er ging deshalb zum Don Bosco und sagte zu ihm und erzählt ihm von Dominik. Dominik traff sich mit Don Bosco in seinem Mutterhaus in Beechi, sie sprachen miteinander. Dominik sollte bei Don Bosco studieren. Don Bosco aber wollte wissen. was für eine Fähigkeit zu studieren Dominik hat. Darum gab ihm das Buch ,, Die katholische Lesung“ dort zeigte ihm eine Seite und sagte zu ihm. Lehre diese Seite auswendig. Morgen werde ich dir prüfen. Don Bosco dann sprach mit dem Dominiks Vater. In 10 Minuten kam Dominik zurück und sagte zu Bosco, wir müssen nicht bis morgen warten. Ich kann diese Seite schon jetzt. Und wirklich Dominik wusste diese Seite auswendig. Don Bosco sagte zu ihm. Du bist angenommen. Du kannst bei mir studieren. Dominik erkannte bei Don Bosco, wie wichtig ist die Arbeit für das Heil der Seelen. Er wollte alle seine Kameraden für Gott gewinnen. Darum gründete er die Unbefleckte Maria Gruppe. Die Regel dieser Gesellschaft arbeitete Dominik aus: Die Hauptpunkte dieser Gesellschaft waren: Genau behalten die Regel der Anstalten. Ein gutes Beispiel den anderen zu geben, ermahnen sie und zum Guten sie zu ermutigen, besonders durch das gute Beispiel, die Zeit gut auszunutzen.Die Wirkung dieser Gruppe war sichtlich. Viele Jungen änderten ihr Verhalten. Dominik bereitete sich immer sehr gründlich zur heilige Kommunion vor . Bei der Anbetung fiel seine Seele nicht einmal in die Ekstase. Er war manchmal vor dem Altar ganze Stunden. Don Boscos Mutter Margith sagte einmal zu seinem Sohn Don Bosco. Du hast viele gute Knaben, aber Dominik niemand kommt gleich. Er ist wie ein Engel. Dominik war schon ein halbes Jahr in der Anstalt, als er die Predigt von Don Bosco über die Heiligkeit hörte. Diese Predigt hatte drei Gedanken. 1.Der Wille Gottes ist, dass wir alle heilig werden, 2. Wir können leicht heilig werden, 3. Wer heilig wird, den im Himmel, die große Belohnung war. Diese Predigt, entflammte Dominiks Herzen. Er hat sich vorgenommen, ich muss, ich will heilig werden. Am Ende September 1855 nahm Bosco wahr , dass Dominik die Ruhe braucht. Darum sandte ihn zu seinen Eltern nach Mondania, wo gesunde Luft war. Dominik erquickte sich und kam zurück. Im Frühling 1856 sein Gesundheit zustand wurde schlechter. Zu dieser Zeit war in Turin wo damals Dominik wohnte, Cholera. Die Cholera war zu dieser Zeit war ein unheilbares Leiden. In Turino wurden von diesem Krankheit 25oo Person heimgesucht, zirka 1400 Menschen sind gestorben. Unter ihnen war auch Dominik Savio. Vor dem Tod beichte er, empfing er die Heilige Kommunion, die Kranken Salbung. Er war bis zum Ende bei vollem Bewusstsein, ausgeglichen, zufrieden. Plötzlich erschien an seinem Gesicht ein Lächeln und er sagte deutlich: Was für eine schöne Sachen sehe ich. Diese Worte aussprechend gab er seine unschuldige Seele dem Schöpfer zurück. Später erschien er dem Don Bosco und sagte zu ihm, dass selbst die heilige Maria kam zu ihm in dem letzten Stunden entgegen. Dominik ist am 9. März 1857 in Mondonia gestorben. Seine sterblichen Überresten wurden 1914 in die Basilika in Turin übertragen. Der Paps Pius XII in 1050 sprach er ihn selig und 12 Juni 1954 sprach ihn heilig. Wir kennen das Gebet zum heiligen Dominik Savio. Dominik Savio du hast auf den Wege der Heiligkeit schreiten gelernt. Helfe uns dir in der Liebe zu Jesus und in der Ergebenheit dir folgen. Erbitte uns die Gnade, dass auch wir werden eher sterben vorbereiten werden, als sündigen, damit wir das ewige Heil zu erlangen.
Sel. Carl Lampert
Jesus Christus, der sich offenbart an einem Tag, den niemand kennt, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des seligen Carl Lamperts. Im heutigen Evangelium sagt Jesus. Selig sind die leiden. Wie das möglich ist: leiden und zugleich selig zu sein. Die Antwort auf diese Frage gibt uns ein ausgedachtes Beispiel. Jemand der sehr reich ist sagt zu uns. Wenn du zu mir arbeitet kommst, wirst du große Belohnung bekommen. Uns versprach große Belohnung nicht ein reicher Mann sondern selbst Jesus, wenn wir für seinen Namen, für die Gerechtigkeit. Wie zum Beispiel Carl Lampert.
Jesus, du wirst dich allen Menschen in Herrlichkeit offenbaren, Herr erbarme dich unser.
Jesus, du wirst diejenige Belohnen, die für dich leiden, Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du wirst zurücklassen, die dir nicht gefolgt sind.
Carl Lampert wurde am 9. Januar 1894 als jüngstes von sieben Kindern der Bauern Bauernfamilie Lampert Göfis geboren. Er hat 1918 die Priesterweihe empfangen. Nach seinen Kaplansjahren in Dornbin und seinen weiteren Studien in Rom wurde er 1939 Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck- Feldkirch . Von den Nationalsozialisten wurde er wiederholt inhaftiert. Unter falschen Anklagen wurde er am 8. September 1943 zum Tode verurteilt und am 13.November 1944 in Halle enthauptet. Um 16 Uhr starb er mit Worten Jesus, Maria auf den Lippen. Am 13. November 2011 wurde er in Dornbirn seliggesprochen.
Damit wir vor dem Tag des Herrn nicht erschrocken, wollen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Der Herr wird kommen. Damit wir für seine Ankunft bereit sind, wollen wir um seinen Frieden bitten.
Selig, die bereit sind am Tag des Herrn, und sie werden das Leben bei Gott gewinnen.
33. Sonntag B Mk 13,24-32
33. Sonntag 2015 Mk 13,24-32 Ausgewählt ist der, den Gott erwählt hat
Einleitung
Wir alle kennen Menschen, mit denen wir gerne sprechen und die wir gerne sehen. Wir kennen aber auch Menschen, wenn wir ihnen begegnen, sagen wir zu ihnen: Verzeih, ich habe keine Zeit, ich bin in Eile. Das sagt aus, dass uns manche Menschen sympathisch, andere aber unsympathisch sind. Manchmal schreiben wir Gott ebenfalls menschliche Eigenschaften zu. Wir sagen, für ihn gibt es besonders Auserwählte. Ist das wirklich so?
Predigt
Im Evangelium hörten wir: Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Wer gehört in den Augen Gottes zu den Auserwählten? Gott ist unser Vater. Er liebt alle Menschen, also sind alle bei ihm Auserwählte. Aber wir Menschen müssen eine Antwort darauf geben. Wir müssen sagen: „Gott, ich will zu dir kommen.“ Darum müssen wir uns das ganze Leben lang bemühen. Ob wir auswählt sind oder nicht, das hängt von uns ab. Das gilt für alle Menschen, egal, ob sie in Europa, Asien, Afrika oder in Australien leben. Wir müssen Gott nicht fragen, ob wir zu den Auserwählten gehören oder nicht. Nicht darin liegt das Problem, sondern ob wir zu den Auserwählten gehören wollen oder nicht.
Ich denke da an einen Briefträger. Wenn er jemanden eine eingeschriebene Sendung bringt, muss der Empfänger mit seiner Unterschrift den Empfang bestätigen. Wenn er nicht unterschreibt, wird er die Sendung nicht bekommen. So ähnlich ist es auch mit der Auserwählung, wir müssen sie für unser ganzes Leben sozusagen auch ,,unterschreiben“. Viele Menschen halten sich an andere Ideale. Sie verstricken sich in Lügen und sind dem Alkohol zugetan. Für viele Faulenzer ist das Ideal die Bequemlichkeit. Einige Repräsentanten der öffentlichen Verwaltung wählen die Korruption als Ideal. Von Gott wird ein Mensch nur dann auserwählt, wenn er als Ideale das Gute, die Liebe, die Wahrheit, die Gerechtigkeit wählt. Wir müssen durch unser Leben immer zeigen: Gott ist das Ideal unseres Lebens.
Viele Geschehnisse bestätigen, dass sich der Mensch auch in schwierigen Zeiten liebevoll verhalten kann, also Gott wählt. Im Jahre 1944 sah der türkische Konsul Herr Negdet in Marseille, wie die Deutschen eine große Razzia machten. Er schreibt darüber folgendes: Einmal am Abend kam Siddi Iskan zu mir. Das war ein Jude aus der Türkei. Er arbeitete am Konsulat als Dolmetscher. Er entsetzte sich darüber, dass die Deutschen über 80 türkische Juden verhaftet haben. Sie haben sie zum Bahnhof gebracht und von dort sollen sie in ein Lager kommen. Siddi weinte sehr. Wir stiegen in das Auto und fuhren zum Bahnhof. Dort habe ich etwas Unglaubliches gesehen. Die Viehwaggons waren mit Hunderten von Männer, Frauen und Kinder angefüllt. Ich wurde sehr zornig. Auf einem Waggon war geschrieben, dass sein Kapazität für 20 Stück Vieh und 500 kg Heu sei, darin waren aber 80 Menschen. Als ein deutscher Offizier von meiner Anwesenheit erfuhr, wollte er wissen, warum ich mich für den Transport interessiere. Ich erklärte ihm höflich, dass diese Menschen türkische Staatsbürger seien und ihre Verhaftung ein Irrtum sei, der wieder gutgemacht werden muss. Der Offizier sagte zu mir, dass er nur Befehle ausführe und die Menschen in den Waggons nicht Türken sondern Juden seien. Darauf flüsterte ich Siddi Iskam zu: „Kommen Sie, wir gehen in den Zug!“ Wir stiegen in den Waggon ein und der Zug setzte sich in Bewegung. Als der Zug nach Arleese kam, kamen deutsche Offiziere zum Waggon. Sie entschuldigten sich dafür, dass der Zug von Marseille abgefahren ist, und ich noch drinnen war. Es war ein Fehler und die verantwortlichen Menschen werden bestraft. Ich habe ihnen gesagt, dass dies kein Fehler sei, sondern dass es anstößig sei, die türkischen Bürger jüdischen Religionsbekenntnisses in die Waggons für das Vieh zu ,,stopfen“. Ich habe gesagt, dass es nicht in Frage kommt, diese Menschen allein zu lassen. Ich lehnte es ab, ohne diese Menschen nach Marseille zurückzukehren. Der deutsche Offizier ging weg, um sich zu informieren. Als er zurückkam, fragte er mich, ob alle diese Menschen Türken seien. Alle erstarrten. Dann habe gesagt: „Ja, alle sind Türken!“ Ich werde nie vergessen, wie die Menschen sich bei mir bedankt haben. Wir kamen alle nach Marseille zurück. Ich habe noch nie solch einen Frieden gespürt wie an diesem Abend. Ein Mensch, der helfen will, der sein Leben riskiert, solch einen Menschen wählt Gott aus.
Mit Dankbarkeit stehen wir vor Gott, und wir werden uns dessen bewusst, was Gott schon für uns getan hat. Bitten wir um die Kraft, damit wir unsere Auserwählung tagtäglich bestätigen und so unser Ziel erreichen – das ewiges Leben in der Herrlichkeit Gottes.
Hl. Martin
Jesus, der sich zum Gericht auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen wird, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des heiligen Martin. Wir wissen all, wie sich Martin verhielt, als er einen zitternden Bettler sah. Auch wir sollen heutzutage die Taten der Barmherzigkeit tun wie der heilige Martin.
Herr Jesus du hast die Nähe Gottesreiches verkündet, Herr, erbarme dich unser.
Herr Jesus du hast Bekehrung und Buße gefordert, Christus, erbarme dich unser
Herr Jesus, du hast Menschen gesucht, die dir folgen.
Der heilige Martin wurde in Sabaria in der heutigen Stadt Szombathely/Ungarn/geboren. Sein Vater war der Hauptmann in der römischen Armee. Wenn er versetzt wurde, musste sich die Familie umziehen. So kam die Familie nach Italien, in die Stadt Pavia. Hier lehrte Martin die Christen kennen. Er nahm geheimlich an ihren Sitzungen teil. Er meldete sich zum Katechumene, aber er wurde nach Frankreich in der Stadt Amien versetzt. Hier schenkte er einen Bettler im Winter die Hälfe seines Mantels. In der Nacht erschien ihm Christus, gekleidet in seinem Mantel und er sagte: Mit diesem Mantel hat mich Martin/noch nicht getauft/angekleidet. Als Martin 20 Jahre alt war, ließ er sich taufen. Später begab sich Martin in die Einsamkeit. Hier geriet er zum Bischof Hillar, der ihn in der christlichen Lehre, vervollkommte.Dann begab sich Martin nach Hause, seine Eltern zu bekehren. Unterwegs überfielen ihn die Räuber. Sie haben ihn gefesselt. Einen von ihnen fragte ihn. Fürchtest du dich nicht? Martin antwortete. Ich bin ein Christ, und ich fürchte mich nicht, weil ich in den Hände Gottes bin. Die Räuber ließen ihn frei. Im 371 die Gläubigen der Stadt Tours wählten ihn zum Bischof. Martin war ein sehr guter Bischof. Er wurde durch die Taten der Barmherzigkeit berühmt. Martin verschenkte sich ganz. Er hatte ein offenes Herz für alle. Bei seinem Tod, das Volk sehr weinte. Das war am 8. November 397.
Zu Gott unserem Vater, der uns das ewige Leben schenkte wollen wir voll Vertrauen beten.
Das Reich Gottes, ist das Reich des Friedens. Damit wir den Frieden finden, bitten wir.
Selig die Gutes tun, um Christi wollen und besitzen werden das Reich Gottes.
Leo der Große
Jesus Christus, der dem Petrus die Schlüssel des Himmel-reiches übergeben hat, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag des heiligen Leo der Große. Im heutigen Evangelium fragt Jesus: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Die Antworten waren verschieden. Wir sind überrascht wie viele verschiedene Meinungen die Leute von Christus auch heute haben. Viel hängt davon ab, was für eine Meinung wir von Christus haben.
Jesus, du hast uns deine Botschaft hinterlassen, Herr, erbarme dich unser.
Jesus, du hast deine Kirche auf den Felsen Petrus gebaut, Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du hast deiner Kirche deinen Geist gesandt Herr, erbarme dich unser.
Der Papst Leo der Große war der Sohn des vornehmen Römern Kvintilianus. Nach dem Tod des Papstes Sixtus III, wurde er gleich-stimmig zum Papst gewählt. Zu dieser Zeit waren die Verhältnisse schwierig. Zum Rom näherte sich Attila, ,,Geisel Gottes“ Der Papst machte sich auf den Weg zu Attila. Das war ein großer Mut. Er nahm in seine Hand das Kreuz. Attila empfing ihn. Leo sagte zu ihm. Attila du hast die ganze Welt erobert. Jetzt willst du die Römern besiegen. Ich bitte dich, überwältige dich selbst, damit die, die bis jetzt deine Peitsche spürten, jetzt spüren deine Gütigkeit. Attila erstarrte. Er hat noch nie so ein vornehmes Antlitz gesehen. Noch nie hat er solch eine Beredsamkeit gehört. Und er sagte zum Papst. Rom wird dir dankbar für seine Rettung. Du hast mit den Worten geschafft, was die Könige mit ihren Heeren nicht geschaffen haben. Danke Gott, dass du dein Diener bist. Um 3 Jahre später kamen die Vandalen angestürmt. Auch jetzt hatte der Papst der Mut zum Genserich gehen, der ,der König der Vandalen war. Und er erreichte viel. Die Stadt wurde von Feuer verschont und die Einwohner vom Abschlachten. Der Papst Leo der Große gehört neben dem Papst Gregor der Große zu den größten Päpste des christlichen Altertums.
Alle Gedanken und Bitten die uns in diesem Moment über den Kopf und Herzen gehen, wollen wir ins Gebet hineinlegen, das Jesus uns gelehrt hat…
Christus ist das Licht der Völker. Wo er wirkt dort wächst der Friede. Um seinen Frieden bitten wir.
So spricht der Herr. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Weihe der Lateranbasilika
Jesus, der in seiner Auferstehung den Tempel des neuen Gottes Reiches gründete, sei mit euch-
Heute haben wir das Fest der Weihe der Lateranbasilika. Die Lateranbasilika ist die ,,Mutter“ aller römisch-katholischen Kirchen. Lateranbasilika ist tief in der Geschichte der Kirche aufgeschrieben, als der Platz des Tuns vieler Vorkommnisse, verbindet mit dem kirchlichen und profanen Leben.
Jesus, du kamst als Herr aller Erlösten, Herr erbarme dich unser
Jesus, dein Reich steht auf dem Felsen Petrus, Christus erbarme dich unser.
Jesus, du vollendest dein Reich am Ende der Zeit, Herr erbarme dich unser.
Die Lateranbasilika ist die erste Basilika von allen römischen Basiliken. Sie wurde ursprünglich dem Heiligsten Erlöser eingeweiht. Diese Basilika hatte ursprünglich fünf Kirchenschiffe und wurde zur Zeit des Papstes Miltiad /310-314/ ausgebaut. Aber dieser Tempel wurde mehrmals vernichtet. Im 5 Jahrhundert durch Vandalen, im 9 Jahrhundert durch das Erdbeben, im 17 Jahrhundert durch den Brand. Damals beauftragte der Papst Inocent X den berühmten Architekten Borromini, dass er die Basilika von Grund ab erneuert. Die Hauptfront hat aus dem Travertín Alevander Galilei gebaut. Auf dem oberen Geländer sind 15 Statuen, die Christus, Johannes der Apostel, Johannes der Täufer und kirchliche Lehrer vorstellen. In die Basilika führen 5 Toren. Die Basilika ist 130 Meter lang. Das Hauptor ist sgn. Porta sancta, das nur dann geöffnet wird, wenn Jubiläumsjahr ist. Die innerliche Einrichtung der Basilika und das Ausschmücken ist sehr reich , weil das Ausschmücken wurde durch lange Zeit hergestellt.
Da wir der Tempel des Heiligen Geistes sind, dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Da Gottes Haus eine Wohnung des Friedens ist, dürfen wir den Herrn bitten.
Selig, die ihr Herz gereinigt haben von allen bösen Taten und auferstehen zum neuen Leben.
Das geistliche Leben
Das geistliche Leben hat seine Entwicklung. Gott lädt uns von Gehen mit Gott zur wirklichen Beziehung mit Gott zum gemeinsamen Leben. Bis jetzt er war das, der in unser Leben eingetreten ist und in ihm wirkte. Jetzt lädt er uns ein, dass wir in sein Leben eintreten. In dieser Phase, unterordnet sich unser Tun den Geboten Gottes. Diese Unterordnung ist äußere, denn unser Inneres ist mit den Forderungen des Gesetzes nicht identifiziert. Gott wartet auf mein freies Jawort, dass ich ehrlich seinen Plan mit meinem Leben akzeptieren werde. In dieser Phase, der Fall in die schwere Sünde kommt nicht in die Frage. Es ist der Zustand wenn wir aus dem Zustand der Unvollkommeneit wollen wir um die christliche Vollkommenheit kämpfen. Verwirklichen das Bild, das von mir Gott hat. Herr mache mit mir was du willst. Möge dein Willen mit mir verwirklichen. Aber viele Menschen sind unfähig Willen Gottes anzunehmen. Sie wollen nicht auf ihre Plänen, Vorlieben verzichten. Und wenn ja, dann nur teilweise. Gott will dass wir ihn als unseren Vater respektieren. Damit wir mit ihm eine tiefe, persönliche Beziehung haben. Der weitere Schritt ist, nicht nur das Böse nicht zu tun, sondern positiv das Gut zu tun. Gott soll im Zentrum unseres Lebens sein. Wir lernen auf uns verzichten und vereinigen uns mit seinem Willen. Die Gebote sind nicht mehr für den notwendig, wer liebt. Der heilige Augustin sagt. Wenn du schweigst, schweige aus der Liebe, wenn du ermahnst, ermahne aus der Liebe, wenn du verzeihst, verzeihe aus der Liebe. Wenn wir wirklich Christus gehören, dann zeigt er mir, wie ich in Wirklichkeit bin. Am Anfang liebten wir Gott, weil uns mit ihm gut war. Jetz fragt uns Gott. Wirst du mich lieben, auch dann, wenn du dafür nichts bekommst. Lernen wir lieben nicht wegen der Belohnung, sondern ohne Belohnung: aus der Liebe. Das Ziel ist: so erlernen lieben wie Gott.
Zusammenfassung:
1. Die Gleichgültigkeit.
Interessieren uns die Gaben Gottes, aber nicht Gott. Die Sünde plägt uns nicht. Doch verzeiht uns. Zu Gott treten wir an, wie zu einem Diener.
2. Die Reinigung.
Beseitigung der Sünden.
3. Die Erleuchtung
Wir lernen mit Liebe zu tun. Wir hingeben uns Gott. Er lenkt unser Leben.
4.Vereinigung
Wir bemühen uns um die Vollkommenheit. Mit der Freude sich verleugnen. Sich nach dem Grundsatz richten. Wählen das was besser ist, nicht das wählen was leichter ist. Zum geistlichen Leben gehört auch sich ins Leben und in die Sendung der Kirche einfügen/einschalten/.
Der heilige Leonard
Jesus, dessen Armut uns den Weg des Himmelsreiches offenbart hat, sei mit euch.
Heute errinert werden an heiligen Leonard. Im heutigen Evangelium spricht Jesus darüber wie sollen wir das Reich Gottes gewinnen. Aber zuerst spricht Jesus davon wozu ist eigentich das Reich Gottes ähnlich. Das Reich Gottes gleicht einem Scatz verborgen im Acker. Das bedeutet: Das Reich Gottes ist etwas,was sehr wert ist.
Jesus, du hast Sünder zu dir gerufen, Herr erbarme dich unser
Jesus, du hast dem Schächer das Paradieses versprochen, Christus erbarme dich unser.
Jesus du freust dich über jeden der Buß tut, erbarme dich unser.
Die Tradition spricht über Leonard , wie um den Apostel der Verbrecher, Gefangenen und zum Tode verurteilen. Er hatte vor sich eine perspektvive Zukunft. Sein Taufpate war der König Chlodowig. Sein Täufer war der heilige Remigius. Leonardo hat das Christentum und seine idealle gefesselt. Er bat Gott, damit sich sein Reich möglicst bald ausbreitet und tief in den menschlichen Herzen eindringt. Er wurde Mönch und Einsiedler. Er lebte im Wälder bei der Stadt Limoges. Von den Menschen erfuhr er vom unglücklichen Schicksal der Gefangenen. Er verließ die Einsamkeit und eilte ihnen zu helfen. Für vielen bat er bei König um die Gnade und oft ist ihm gelungen diese Gnade erlangen. Langsam war er mehr unter diesen Unglücklichen öfter als in seinem Wald. Die Gefangenen schenkten ihm nicht einmal ihre Fesseln und Ketten. Leonardo hat mit seiner Liebe mehr geleistet, als alle Strafanstalten. Er starb erschöpft den 6.November 559.
Damit wir den Schatz des Himmelreiches finden wollen wir nach Wort Jesu voll Vertrauen zum Vater beten.
Damit wir den Schatz des ewigen Leben im Frieden besitzen dürfen, bitten wir den Herrn.
Selig , die den Schatz gefunden haben und das Reich Gottes erben werden.
32.Sonntag B Mk 12,38-44
32.Sonntag B 2015 – Sich selbst zu vergessen
Einleitung
Wer den anderen den Vorzug geben will, muss sich selbst geringschätzen. Die Konzentration nur auf sich selbst führt zum Wachstum des Egoismus, hingegen sich selbst geringzuschätzen, lässt die Liebe wachsen. Die Witwe im heutigen Evangelium machte sich ganz klein vor Gott. Gott war für sie wichtiger.
Predigt
Jesus kritisierte die Pharisäer und Schriftgelehrten, weil diese sich immer wieder bemühten, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. Er machte ihnen Vorwürfe, weil sie in langen Gewändern umhergingen und es liebten, wenn man sie auf den Plätzen und Straßen grüßte, wenn man ihnen in der Synagoge die vordersten Plätze einräumte und bei jeden Festmahl die Ehrenplätze angeboten hat. Damit wollten sie alle Aufmerksamkeit auf sich lenken. Sie sagten von sich selbst: „Ich bin gut, ich bin andächtig, ich bete viel, ich faste und ich gebe den Zehnten meines Lohnes dem Tempel.“ Sie vergaßen aber, auch an andere zu denken. Weniger an sich selbst zu denken, ist besser, auch in der Ehe und in der Familie. Wenn wir Liebe und Glück wollen, müssen wir uns zurücknehmen und dürfen auch die anderen nicht vergessen.
Leute, nicht nur junge Leute, versuchen mit allen möglichen Mitteln die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das tun sie aber nicht im religiösen Bereich, sondern zum Beispiel durch ihre Kleidung. Sie tragen schwarze Kleider, habe verrückte Frisuren, allerlei Schmuck, Piercing auf den Augenlidern, in den Nasen, auf den Ohren und auf den Lippen. Und das alles nur, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Schwarze Kleidung ist aber ein Zeichen der Trauer, Ketten symbolisieren Fesseln. Sie sagen zwar, sie seien frei, aber in Wirklichkeit sind sie Gefangene ihrer Selbstsucht. Sie sind auch oft nicht liebenswürdig und menschenfreundlich, sondern aggressiv und frech und das zeigen sie durch ihr äußeres Aussehen. Das kann man allerdings nicht verallgemeinern.
Jesu Stil ist aber umgekehrt. Wer ein Leben in Freude und Liebe haben will, muss sich zurücknehmen, er soll nicht die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für ein sinnvolles Leben ist die Opferbereitschaft und der Dienst am Nächsten wesentlich.
Darüber berichtet folgende Begebenheit: Im Bus saß eine alte Frau mit ihrem Mann. Sie plauderten angeregt miteinander. Sie strahlten etwas von Behaglichkeit und Demut aus. Ihnen gegenüber saß eine junge Mutter, bekleidet mit einem Minirock, einem T-Shirt, am Hals eine goldene Kette und viele Ringe an den Fingern. Sie sah aus, als käme sie aus einer Modezeitschrift. Ihr Gesichtsausdruck war allerdings gelangweilt und widerwillig. Neben ihr saß ihre etwa fünfjährige Tochter, wahrlich eine kleine Prinzessin. Plötzlich berührte das Mädchen mit ihren Schuhen die alte Dame und dann begann sie, die alte Frau zu treten. Dem Mädchen schien das unheimlich Spaß zu machen und sie trat immer fester zu und immer und immer wieder. Die Mutter schaute dabei aus dem Fenster und tat so, als ob nichts wäre. Da wandte sich der Mann an die Mutter des Kindes und sagte: „Sie sehen doch, was ihre Tochter die ganze Zeit macht, können Sie ihr das nicht verbieten!“ Sie aber streichelte ihr Tochter und sagte dann: „Warum soll ich sie ermahnen? Ich bin für eine freie Erziehung und daher für Entscheidungsfreiheit meines Kindes!“ Bei diesem Ausspruch war der ganze Bus schockiert. Das Mädchen trat aber noch mehr auf die Frau ein. Dann kam die Haltestelle, wo die Mutter mit ihrem Kind ausstieg. Gleichzeitig stieg auch ein junger Mann aus, der einen Kaugummi kaute. Als er neben dem Mädchen zu stehen kam, zog er den Kaugummi aus dem Mund heraus und klebte ihn in die Haare des Mädchens. Dann ging er dem Ausstieg zu. Die junge Mutter wurde rot und schrie: „Was machen Sie da, sie Idiot?“ Der junge Mann wandte sich kurz um und sagte ganz ruhig: „Meine Eltern haben mich ebenfalls frei erzogen und ich kann machen, was ich will. Tschüss!“
Was ist aber eine gute Erziehung? Man soll keinen Egoismus anerziehen, sondern lernen, die anderen wahrzunehmen. Dazu gehört unter anderem auch das Grüßen, das Danke-schön-sagen, den anderen Platz zu machen. Freie Erziehung ist eigentlich keine Erziehung, denn sie erzieht den Menschen nur zur Konzentration auf sich selbst.
Das Evangelium ruft uns zu anderen Wertigkeiten im Leben auf. Wenn wir in unserem Leben glücklich werden wollen, dann ist es ratsam, dem Beispiel der armen Witwe aus dem heutigen Evangelium zu folgen.