Maria, ohne Erbsünde empfangen Lk 1,26-38

Gott, der Herr, der durch den Engel Maria als  die Begnadete grüßen ließ, sei mit euch.

Maria, Ruhm des Universums, du, Tochter des ewigen Lichts, dein Sohn hat dich vor jeder Sünde bewahrt.“ Heute feiern wir gemeinsam mit der ganzen Kirche die Heiligkeit Marias, der Frau von Nazareth, die alle Gaben und Früchte des Heiligen Geistes empfangen hat. Schon früh nannten christliche Schriftsteller die Jungfrau Maria die neue Eva, im Bewusstsein ihrer besonderen Verbindung mit der Neuschöpfung der Welt und dem Werk der Erlösung. Papst Pius IX. verkündete das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens am 8. Dezember 1854 in der Bulle „Ineffabilis Deus“.

Jesus, du  hast jene selig gepriesen, die  dein Wort hören und es  befolgen. Herr, erbarme  dich unser.

Du bist das Wort, das im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden ist.

Du bist das Leben, das im Tod alles an sich  zieht, Herr, erbarme  dich unser.

Die zentrale Aussage des Dokuments, die den Glauben der Kirche klar definiert, lautet: „Die Lehre, dass die selige Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch eine einzigartige Gnade des allmächtigen Gottes vor jeder Makel der Erbsünde bewahrt wurde, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechts, ist von Gott geoffenbart und muss daher von allen Gläubigen fest und unerschütterlich geglaubt werden.“

Die erste Lesung der Messe präsentiert einen der biblischen Texte, die der Papst in der Bulle zitiert: die Geschichte der Vertreibung unserer ersten Eltern aus dem Paradies nach der Erbsünde. Doch diese Erzählung birgt auch eine Botschaft voller Hoffnung. Der Herr wendet sich an die verführerische Schlange und spricht: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ (Gen 3,15) Diese Stelle wird als Urevangelium bezeichnet, weil sie die erste Verkündigung unserer Erlösung ist.

Der heilige Johannes Paul II. bemerkte, dass der Text des Buches Genesis „traditionell viele Darstellungen der Unbefleckten Empfängnis inspiriert hat, die die Schlange unter ihren Füßen zertritt (…). Diese Übersetzung entspricht nicht dem hebräischen Text, in dem nicht die Frau, sondern ihre Nachkommenschaft den Kopf der Schlange zertritt. Dieser Text schreibt den Sieg über Satan daher nicht Maria, sondern ihrem Sohn zu. Da die biblische Empfängnis jedoch eine tiefe Verbundenheit zwischen dem Stammvater und dem Nachkommen begründet, steht die Darstellung der Unbefleckten Empfängnis, die die Schlange nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Gnade des Sohnes zertritt, im Einklang mit der ursprünglichen Bedeutung der Stelle“.

Die Schönheit eines heiligen Lebens… 

Die Präfation der Heiligen Messe betrachtet das Geheimnis, das Maria mit der Geburt der Kirche verbindet: „Du hast die selige Jungfrau Maria vor der Erbsünde bewahrt und sie mit deiner Gnade erfüllt, damit sie eine würdige Mutter deines Sohnes und der Anfang und das Bild der Kirche sei, seine schöne Braut ohne Falten und Flecken“. Mit der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria, diesem historischen Moment, den wir heute freudig begehen, beginnt die Zeit der Kirche, die unsere Zeit ist.

Gott,der durch den Engel Maria als die  Bernadette grüßen ließ, sei mit euch.

Wir alle sind aufgerufen, die Heiligkeit unserer Mutter nachzuahmen. Doch wenn wir über diese Aufforderung nachdenken, mag in uns der Verdacht aufkommen, dass ein Mensch, der nie sündigt, im Grunde langweilig ist; dass seinem Leben etwas fehlt: die dramatische Dimension der Autonomie. Obwohl wir wissen, dass dies nicht stimmt, mag uns die Befürchtung plagen, dass wir in gewisser Weise erst dann wirklich menschlich werden, wenn wir jene Spannung erfahren, die im Leben der Jungfrau Maria zu fehlen scheint.

Doch wenn wir die Welt um uns herum betrachten, sehen wir, dass dem nicht so ist, dass das Böse den Menschen stets vergiftet, ihn nicht erhebt, sondern erniedrigt; es macht ihn nicht größer, reiner und reicher, sondern schädigt und mindert ihn. Am Tag der Unbefleckten Empfängnis müssen wir vielmehr dies lernen: Der Mensch, der sich ganz in Gottes Hände begibt, wird nicht zu einer Marionette Gottes, zu einem stumpfsinnigen und angepassten Menschen; er verliert nicht seine Freiheit. Nur der Mensch, der sich ganz in Gottes Hände begibt, findet wahre Freiheit, eine große und schöpferische Weite der Freiheit zum Guten.“ Kurz gesagt: Der Mensch, der in die Fußstapfen unserer Mutter tritt, findet zu sich selbst und kann jedem Menschen nahe sein.

Dies ist Gottes Traum, der uns im heutigen Evangelium offenbart wird, als Maria die Botschaft ihrer Berufung empfängt (Lk 1,26–38). Und er ist zugleich Ausdruck von Gottes geheimnisvollem Plan für jeden Menschen. Wie der heilige Paulus in der zweiten Lesung der Messe sagt: „Denn du hast uns in Christus auserwählt vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten“ (Eph 1,4).

Berufen zu einem Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe …

„Der Engel trat vor sie und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28). Gottes Pläne zu kennen, ist ein Grund zur Freude. Daran teilzuhaben, ist der Weg zum Glück auf Erden und im Himmel. Wir können sagen, dass dieser Engelsgruß zwei wesentliche Aspekte hat: Zum einen eine Einladung zur Freude, weil der in der Genesis angekündigte Sohn Gottes bald Mensch werden wird; zum anderen die Bestätigung der Fülle der Gnade Marias, die uns offenbart, dass die Jungfrau vollkommen heilig ist, was sich in ihr in der Fülle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zeigt.

Auch wir wollen vom Glauben erfüllt sein und nach Gottes Plan leben. Wir wünschen uns einen Glauben, der stets Bestand hat und auch in Zeiten von Schmerz und Schwierigkeiten Frucht bringt. „Beachtet, dass Gott zwar seine Mutter erhöhen wollte, aber gewiss auch Maria während ihres irdischen Lebens weder von Schmerz noch von Mühen der Arbeit noch von Glaubensdunkelheit verschont blieb.“ Auch wir wollen in Hoffnung leben, denn wir sind gewiss, dass wir am Sieg des Erlösers teilhaben. So wie die Apostel neue Hoffnung schöpften, als sie die Herrlichkeit Jesu im Stiftszelt sahen, so werden auch wir, wenn wir das betrachten, was voller Gnade ist, mit Optimismus für unsere Mission erfüllt, selbst wenn wir menschlich gesehen eine schwierigere Zeit durchleben. „Möge Maria, die Mutter, die Jesus uns allen schenkte, uns in schwierigen Momenten stets beistehen und unseren Herzen immer wieder Mut zusprechen: Steht auf, blickt nach vorn, schaut zum Horizont, denn sie ist die Mutter der Hoffnung.“

Schließlich bitten wir die Jungfrau Maria, uns durch ihren Sohn Jesus mehr Liebe zu schenken, damit wir unsere Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen vertiefen. Als Kinder einer so gütigen Mutter werden wir ihrem Sohn ähnlich sein, der auf Erden wandelte, Gutes tat und in unseren Herzen ein immerwährendes und wirksames Licht der Gnade Gottes entzündete.

Maria, die  Magd des Herrn, hat vor Gott Gnade  gefunden. So wagen wir  voll Vertrauen, zum Vater zu beten.

Maria  ist die Botin des Friedens. Mit ihr vereinen wir  unsere Friedensbitte.

Selig, die Gott zu dienen bereit sind und in seine Herrschaft aufgenommen werden ohne Ende.

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Hl. Nicolaus, Bischof von Myra Lk 10,1-9

Jesus Christus, der Mitleid mit den Menschen hatte, sei mit euch.

Nikolaus zählt zu den beliebtesten Heiligen, da er mit besonderem Wohlwollen gegenüber Kindern in Verbindung gebracht wird. Obwohl er heute weltweit eher als kommerzielle Figur vermarktet wird, lebte der historische Nikolaus um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert in Myra, einer einst griechischen Stadt, die heute in der Türkei liegt. Er wurde 260 in Patras in Kleinasien in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Um 300 wurde er Bischof von Myra. Während der diokletianischen Verfolgung wurde er inhaftiert und verbannt. Er starb am 6. Dezember zwischen 245 und 351.

Jesus, du kamst zu den Armen und Verlorenen dieser Welt. Herr, erbarme dich unser.

Du hast Hunger und Müdigkeit mit uns getragen. Christus, erbarme dich unser.

Du hast Helfer für  die Arbeit  deines Reiches gesucht. Herr, erbarme dich unser.

Zahlreiche Legenden ranken sich um sein Leben und seine Wohltaten. Unter Kaiser Konstantin rettete er drei zu Unrecht beschuldigte Soldaten vor der Hinrichtung, erweckte einen Jungen zum Leben, der von einem geizigen Metzger getötet worden war, half Waisen und Witwen und versorgte die Bevölkerung während einer Hungersnot mit Getreide und Brot. Die Legende berichtet auch von seiner Teilnahme am Konzil von Nicäa, das die Häresie des Arius verwarf und die Lehre von der Göttlichkeit Christi bestätigte. Damals soll Nikolaus den bereits erwähnten Arius wegen dessen Ablehnung des christlichen Glaubens gerügt haben.

Das wohl prägendste Ereignis in Nikolaus‘ Leben stammt aus seiner Jugend. Als Sohn wohlhabender Eltern erfuhr er, dass in seiner Nachbarschaft ein armer Mann mit drei Töchtern im Teenageralter lebte. Am meisten schockierte Nikolaus die verzweifelte Entscheidung seines Vaters, seine Töchter in die Prostitution zu schicken, um seine finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. Nikolaus wollte dies verhindern und legte deshalb nachts heimlich einen Geldbeutel für seine älteste Tochter ins Fenster, damit sie standesgemäß heiraten konnte. Man kann sich die Überraschung des Vaters und die enorme Freude der Tochter vorstellen, als sie das Geschenk am Morgen fanden.

Einige Zeit später wiederholte Nikolaus diese Geste, und der Vater konnte seine zweite Tochter verheiraten. Er beschloss jedoch, künftig wachsam zu sein, um den Wohltäter zu entlarven und ihm zu danken. Und so geschah es. Als Nikolaus einen Geldsack für seine dritte Tochter trug, hörte der Vater das Klimpern eines Dukaten und holte ihn nach kurzer Verfolgung ein. Obwohl Nikolaus ihn bat, seine Tat geheim zu halten, konnte seine Großzügigkeit nicht verborgen bleiben. Die Tat des heiligen Nikolaus wurde nicht nur zu einer Ikone der Nächstenliebe und des wahren Wesens des Heiligen in der Ostkirche. Sie wurde auch zu einem Symbol selbstloser Großzügigkeit in der ganzen Welt. Leider ist diese bereits legendäre Gestalt heute in den Händen von Kaufleuten zu einer lächerlichen Werbefigur verkommen.

Im Jahr 1087 wurden die Gebeine des heiligen Nikolaus von Seeleuten aus den Händen von Muslimen befreit und nach Bari überführt, wo sie bis heute ruhen. Die Stadt Bari mit der Kirche des heiligen Nikolaus wurde so zu einem berühmten Wallfahrtsort, dessen Gedenktag am 9. Mai, dem Tag der Überführung der Gebeine, begangen wird. Die Kathedrale, die Bischofskirche in České Budějovice, ist ebenfalls dem Heiligen Nikolaus geweiht, weshalb der Heilige Nikolaus der Hauptschutzpatron der Diözese České Budějovice ist.

In unserem Land wird sein Gedenktag am 6. Dezember gefeiert und ist mit dem Beschenken von Kindern, dem sogenannten Nikolausgeschenk, verbunden. Wir sollten versuchen, dieses Schenken so weit wie möglich von maßloser Kommerzialisierung fernzuhalten, die nichts mit der wahren Bescheidenheit des heiligen Nikolaus zu tun hat. Auch das Begleiten des heiligen Nikolaus durch Teufel sowie das Erschrecken dieser Figuren sind unangebracht. Es mag zwar lustig erscheinen, verfälscht aber den spirituellen Sinn des Festes.

Jesus Christus, der uns von den Gebrechen der Sünde heilt,ist unser Mittler beim Vater. So wagen wir  zu beten.

Die Macht der bösen Geister ist unsere Not. Im Frieden Gottes werden wir  sie  überwinden und bitten.

ZumSelig, die das Evangelium vom Königreich hören und in die Ernte  des Herrn eingehen.

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Herz-Jesu-Freitag Mt 9,27-31

Herz Jesu, Sühnopfer für unsere Sünden, sei mit euch.

Ein Zeichen für euch: Ihr werdet  ein Kind finden , in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Dieses  Zeichen  ist gerade die Demut Gottes, bis zum Äußersten  getrieben. Es ist die Liebe, mit der Gott unsere Zerbrechlichkeit, unsere Sehnsüchte und unsere  Begrenzungen  auf sich genommen hat.

Jesus, du hast den Blinden die Augen geöffnet. Herr, erbarme dich unser.

Du hast den Irrenden den rechten Weg  gewiesen. Christus, erbarme dich unser. 

Du hast alle aufgenommen, die zu dir kamen. Herr,erbarme dich unser.

Die Botschaft, die alle erwarteten und die sie in der Tiefe ihrer Seele suchten, war nichts anderes als die Zärtlichkeit Gottes. Gott, der uns  mit freundlichen Augen anschaut und unsere Armseligkeit  annimmt, verliebt in unsere Kleinheit.

Wenn wir vom Kind Jesus hören, sind wir eingeladen, darüber  nachzudenken, wie wir die Zärtlichkeit Gottes annehmen. Lasse ich mich von Gott erreichen  und umarmen, oder  hindere ich ihn daran , sich mir zu nähern? Ich suche Gott; könnten wir einwenden. Dennoch ist das Wichtigste nicht, dass ich ihn suche, sondern sich  von ihm suchen zu lassen. Erlaube ich Gott, mich zu lieben? Wie sehr  braucht die heutige Welt die Nähe Gottes! Wenn wir uns also  bewusst werden, dass Gott in  unsere Unscheinbarkeit verliebt ist und  selbst klein und einfach wird, um uns begegnen zu können, können wir ihm unser Herz nicht verschließen. Bitten wir ihn. Herr, hilf mir, so zu sein wie du. Schenke mir die Gnade der Liebe angesichts jeder Not, die Gnade der Sanftmut in jedem Konflikt.

Damit wir sehen und erkennen, was uns zum Heil dient, wagen  wir  zum Vater zu beten.

Wo Gott sich unserer Not annimmt, finden wir seinen Frieden. Deshalb  bitten wir.

Selig, die an die Macht Gottes glauben und seine Herrlichkeit schauen dürfen.

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2. Adventsonntag A Mt 3,1-12

Der Geist des Herrn, der   uns die Wege des Heils kundtut, sei mit euch.

Der heutige Mensch ist sehr bequem. Wohin man früher zu Fuß ging, muss er sich fahren lassen, und wenn es in den Geschäften keine Treppen gäbe, würde er sich bis zur Kasse fahren lassen. Und das betrifft nicht nur das Fahren, sondern auch Technik, Maschinen, Geräte… Wir Gläubigen haben natürlich nichts dagegen und freuen uns über den Fortschritt, aber in einem Atemzug fügen wir hinzu, dass der Mensch sehr bequem geworden ist. Aus Bequemlichkeit übernimmt er ungern unangenehme Aufgaben und Einschränkungen, weil er sie als Belastung empfindet.

Jesus, du hast uns dein Wort gegeben, damit es fruchtbar werde in unseren Herzen.

Herr, erbarme dich unser. Du  kamst als der Heilige und  hast den Büßen das Heil verkündet. Christus, erbarme  dich  unser.

Du wirst als Richter kommen und dich den Augen aller Menschen offenbaren. Herr, erbarme dich unser.

Diesem Menschen erklingt heute in unseren Kirchen der Aufruf des Johannes: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe gekommen!

Der Ausdruck ‚Himmelreich‘ ist ein alter rabbinischer Begriff, da die Rabbiner den Namen Gottes nicht aussprachen und ihn durch andere Ausdrücke ersetzten. In unserer Sprechweise würde der Aufruf des Johannes lauten: Tut Buße, denn Gott ist nahe gekommen! Aber da jeder von uns auf seine Art bequem ist, könnte die Reaktion einiger sein: „Lasst mich in Ruhe mit der Buße und belästigt mich nicht! Dennoch müssen wir uns bewusst sein, dass es sich hier um einen Aufruf handelt, der uns allen zum Guten, zum Vorteil und zum Nutzen dient.

Seht, die Juden strömten zu Johannes dem Täufer, um Buße tun zu können. Jeder, der sich schuldig gemacht hatte, spürte seine Sünde als Last auf seinen Schultern, mit der es sich schwer lebte, die unangenehm war, und daher suchte er nach einer Möglichkeit, sie loszuwerden. Als die Juden erfuhren, dass in der Wüste am Jordan Johannes der Täufer lebte, gekleidet in Kamelhaar und mit einem ledernen Gürtel, kamen sie zu ihm. Er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig und verband sich im Gebet mit Gott. Sie baten ihn, sie von der Last der Sünden zu befreien und sie mit Gott zu versöhnen. So hart und rau er im eigenen Leben war, so hart und rau war er auch zu den Sündern seiner Zeit. Sicherlich haben wir bemerkt, wie er sie ansprach: ‚Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gezeigt, wie ihr dem kommenden Zorn entfliehen könnt?! Bringt also Frucht, die der Buße würdig ist! Denkt nicht, dass ihr euch sagen könnt: ‚Unser Vater ist Abraham!‘ – denn ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Die Axt ist schon an die Wurzeln der Bäume gelegt. Und jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.‘ Und trotz dieser harten Worte kamen die Juden zu ihm, bereuten ihre Sünden und ließen sich als Zeichen der Umkehr taufen. Sie unternahmen die Buße, auch wenn es ihnen schwerfiel, aber sie gingen bekehrt, gebessert und glücklich von Johannes weg. Jemand könnte einwenden, dass wir keine Buße machen wollen, weil wir bequem sind. Darauf gibt es nur eine Antwort: Wenn wir die Richtung unseres Lebens nicht auf den richtigen Weg ändern wollen und aus Bequemlichkeit weiter in die falsche Richtung gehen, dann werden wir einfach das Ziel nicht erreichen und haben umsonst gelebt.

Das Wichtigste ist, dass auch der größte Sünder sein Leben ändern kann. Als Beispiel kann uns die heilige Margareta von Cortona dienen. Sie war 16 Jahre alt, als sie, schön, gesund und leidenschaftlich, aus dem strengen Elternhaus floh und neun Jahre lang mit einem Adligen zusammenlebte, mit dem sie auch einen Sohn hatte. Der gute Hirte verlor jedoch dieses Schaf nicht aus den Augen. Ihr Liebhaber musste einmal pro Woche verreisen und nahm seinen Hund mit. Als die Woche vorbei war, ging Margareta ihm entgegen, traf aber nur den Hund, der an ihrem Kleid zerrte, als würde er sie rufen, ihm zu folgen. Der Hund führte sie zu einem Holzstapel, blieb dort stehen, bellte und rannte um den Stapel herum. Als sie das Holz beiseite schob, fand sie die blutüberströmte Leiche ihres Geliebten. Wie außer sich begann sie zu schreien, zu weinen, sich die Haare zu raufen und warf sich auf die Leiche. Nach einer Weile beruhigte sie sich und begann nachzudenken: Was soll ich tun? Wovon soll ich leben? Ich bin jung, ich bin 25 Jahre alt. Werde ich noch jemanden finden? Ja, aber nicht mehr jemanden, der eines Tages zu einer stinkenden Leiche werden könnte. Ich werde Jesus Christus finden! Sie kehrte mit ihrem Sohn, der damals etwa 7 Jahre alt gewesen sein dürfte, zu ihrem strengen Vater zurück, fiel ihm zu Füßen und bat ihn, sie nicht zu verstoßen. Sie sagte ihm, dass sie aufrichtig ihr Leben ändern und ihre Seele auf Gott ausrichten wolle. Sie hielt sich auch an ihren Vorsatz. Sie lebte bei ihrem Vater in solcher Frömmigkeit und Schönheit des Lebens, dass sie am 22. Februar 1297 als Heilige starb und die Kirche an diesem Tag auch ihren Gedenktag feiert. Diese Frau bestätigt nur die Worte des heiligen Augustinus: Wenn so viele und so viele es vor dir geschafft haben, warum solltest du es dann nicht schaffen?
 Heute haben wir gesehen, dass Johannes die Menschen zur Umkehr aufrief, indem er auf den Zorn des beleidigten Gottes hinwies, wie er im Alten Testament bekannt war. Gleichzeitig sind wir uns jedoch bewusst, dass uns im Neuen Testament Jesus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist, zur Umkehr aufruft, weil er uns unendlich liebt. Er hat schließlich 33 Jahre seines irdischen Lebens mit uns verbracht, um uns näher kennenzulernen, mit uns zu leben und uns zu lehren. Durch seine Treue bis zum Tod wollte er unsere Untreue gegenüber dem himmlischen Vater wiedergutmachen. Eine solche Einladung Jesu zur Bekehrung muss wirksamer sein als die Einladung Johannes des Täufers. Wenn sich damals die Menschen auf Johannes‘ Aufforderung hin zur Bekehrung drängten, sollten wir uns dann nicht auch zu Jesus zutun, besonders in dieser Adventszeit?

Lasst uns daher bei der Weihnachtsbeichte unseren Lebensweg korrigieren. Lassen Sie uns auf einen besseren Weg begeben – zum himmlischen Vater, damit wir seine guten Söhne und Töchter und untereinander wohlwollende Brüder und Schwestern sind. Das ist der sicherste Weg, der zum optimalen Ziel führt – zu Gott.

Zu Gott, unserem Vater und Herrn, lasst  uns beten, damit wir dereinst im Gericht bestehen können.

Das ewige Reich Gottes wird uns den Frieden schenken, den die Welt uns nicht geben kann. Wir bitten daher schon heute.

Selig, die der Herr würdig findet, am Gastmahl des ewigen Lebens teilzunehmen.

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Hl. Barbara, Märtyrin in Nikomedien, Mt 10,34-39

 Jesus Christus, an dem sich der Glaube der Menschen entscheidet, sei mit euch.

 Es mag seltsam klingen, aber die tägliche Erfahrung bestätigt es: Es geht oft mehr darum, was andere von einer Person denken, als darum, wer und was sie wirklich ist. Viel Zeit, Energie und Geld werden in die Gestaltung eines bestimmten Scheins investiert, während das Wesentliche vernachlässigt wird. So ist das Leben wie eine Flasche Wein mit einem kostbaren und ansprechenden Etikett, die längst leer ist.

Jesus, du hast allen Menschen Gnade erwiesen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast  dich  vor  den Heiden offenbart. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns deinen Beistand  verheißen. Herr, erbarme dich unser.

Zu Beginn der Adventszeit feiert die Kirche eine Heilige, die in einem heidnischen Umfeld zum Glauben an Christus fand und einen neuen Lebensweg beschritt. So wurde sie zur Fremden in ihrer eigenen Heimat. Sie geriet in einen Konflikt mit ihrer Umgebung. Sie hielt an ihrer Entscheidung fest, Christus zu folgen, selbst als ihr Vater sie in einen Turm sperren ließ, selbst als ihr Leben in Gefahr war.

Das Martyrium der heiligen Barbara zeigt uns, worauf es im Leben wirklich ankommt. Man darf sich nicht beugen und sich ausnutzen lassen, um anderen zu gefallen. Denn wo ein Mensch, der sich selbst gefallen will, diesem zum Opfer fällt, ist alles verloren. So kämpfte die heilige Barbara nicht nur für den Glauben, sondern auch für die Freiheit der Entscheidung und das Recht auf Akzeptanz. Die heilige Barbara öffnet die Tür zur Adventszeit. Wir stehen vor der Frage, wie unser Leben weiter verlaufen soll. Sind wir bereit, den Weg mit Gott zu gehen, auch wenn er uns heute manchmal skandalös und lächerlich erscheint? Sind wir fähig, den anderen so zu lieben, wie er ist, oder lieben wir nur das, was uns an ihm gefällt? Nicht das Bild, mit dem wir andere beeindrucken wollen, ist wichtig, sondern ob wir authentisch leben und ein wahres Abbild Gottes sind. Dazu gehören stets wahre Liebe und Freiheit. Die heilige Barbara kann uns darin ein gutes Vorbild sein. André Gide sagt: „Es ist besser, für das gehasst zu werden, was wir sind, als für das geliebt zu werden, was wir nicht sind.“

Damit wir das Leben gewinnen, wagen wir, im Vertrauen auf  unseren Mittler Jesus Christus, zum Vater zu beten. 

Nur im gemeinsamen Glauben finden wir den Frieden, um den wir  nun beten wollen.

Selig, die den Kampf des Lebens bestehen und  in das Reich  des dreieinigen Gottes aufgenommen werden.

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Der Tropfen Wasser im Wein.

In der gesamten Liturgie der heiligen Messe drücken wir  mehrmals  die Sehnsucht aus, Jesus zu  begegnen und uns mit ihm  zu vereinen. Wir  haben  über die Vorbereitung der Opfergaben des Brotes und des Weines gesprochen, darüber, wie der Priester  betend zuerst  das Brot  und dann auch den Kelch  erhebt. Aber  wir haben  eine weniger sichtbare  Geste  ausgelassen, die ebenfalls von  einem Gebet  begleitet wird. Nachdem der Zelebrant die Patene  auf den Altar gelegt hat, gießt er Wein in den Kelch und dann einige Tropfen Wasser aus dem Kännchen hinein. Diese kleine Geste hat eine tiefe Symbolik, die im Gebet  ausgedrückt  wird, das der Priester dabei spricht: Durch  das  Mysterium dieses  Wassers  und Weines gebe er uns Anteil an  der  Gottheit dessen, der unsere Menschennatur angenommen hat. Die  Worte  „Anteil“ und „angenommen“ sind die entscheidenden Bedeutungshöhepunkte dieses Gebets.

Wasser ist ein außerordentlich häufiges biblisches Symbol in verschiedensten Variationen. In der  gesamten Heiligen Schrift wird  es  bis zu 700  Mal erwähnt, denn Wasser ist  als  Gottes  Gabe die Voraussetzung für jedes Leben. Das Wasser  ist auch die Bedingung  für  die Wanderung des Menschen, zum  Beispiel  während der 40 Jahre in der Wüste. Daher  repräsentiert es sowohl die menschliche Natur als auch Gottes  Großzügigkeit. Es ist auch ein Symbol für das Wirken des Heiligen Geistes.

Der  Wein hingegen erscheint als kostbare Flüssigkeit zusammen mit Ableitungen in  Form von Weinstock, Weingarten oder  Winzern in der Schrift etwa 440 Mal  als Symbol der  frohen Botschaft, der  göttlichen Großzügigkeit und der zukünftigen  Fülle, die  in der  Person Jesu  Christi vollendet  wird, der sich  selbst  vorstellte. Ich  bin der Weinstock, ihr seid die Reben (Joh 15,5).

Was drückt also das  Eingießen eines kleinen Bisschen Wassers in den Wein aus, begleitet vom Gebet über das Geheimnis dieses  Wassers  und Weines? Denn es  geht  nicht  um rein materielle Dinge, um chemisch definiertes  Wasser  und Wein – schließlich sind es  bereits Opfergaben der Gläubigen, die  zum Altar  gebracht  wurden, aus der materiellen Nutzung an irgendeinem Speiseort herausgenommen. Schon  durch  diese Aussonderung werden  Wein und Wasser zusammen mit dem Brot  zum Geheimnis, denn sie zielen auf  die Verwirklichung eines  noch  größeren Mysteriums, auf  das Geheimnis der eucharistischen Wandlung , wenn Jesus auch unter der Gestalt des Weines gegenwärtig  wird, der  in sein eucharistisches Blut wesensverwandelt wird. Doch die Kombination Wasser plus Wein evoziert schon zuvor auch Jesu Wunder der Wesensverwandlung  von Wasser in Wein in Kana in Galiläa, als erste Phase seiner Vorbereitung auf das höchste eucharistische  Wunder im Abendmahlssaal.

Nach dem heiligen Thomas von Aquin gibt es fünf, miteinander verbundene Gründe für das Hineintropfen von  Wasser in den Kelch mit Wein. Der Erste ist historisch. In der Zeit Jesu war  der Wein so stark, dass er üblicherweise mit Wasser verdünnt wurde. Das bestätigt die Einladung im alttestamentlichen Buch der Sprichwörter. Trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe. (Sprichwörter 9,5) Die Verbindung „Wein mischen“ erweckt die Vorstellung vom Zusammengießen zweier Flüssigkeiten und berechtigt daher zur Annahme, dass auch Jesus seinen Jüngern den Wein  auf  diese  Weise bereitet hat.

Der zweite Grund betrifft nicht mehr Jesu Handeln, sondern sein. Die untrennbare Verbindung von Wasser und Wein symbolisiert  die untrennbare Verbindung der menschlichen und göttlichen Natur in der Person Jesu Christi. Auch  die begleitenden Worte bitten um Teilhabe an der Gottheit  dessen , der gnädig  unsere menschliche  Natur  angenommen  hat, wobei  das  Wasser die menschliche Natur Jesu repräsentiert, ähnlich  wie der Wein seine göttliche Natur.

Der dritte, sozusagen anthropologische Grund betrifft nicht  nur Jesu Sein, sondern auch sein Zusammenleben mit den Menschen. Schließlich wurde er  in Bethlehem geboren wie  jeder andere Mensch, lebte 30  Jahre verborgen in Nazareth unter den Menschen als Sohn des Zimmermanns. Diese gelebte Erfahrung wird zur Quelle seiner Gleichnisse beim Lehren und seines gesamten späteren Wirkens. Jesus verbindet sich mit uns als Mensch – im Sinne des bereits zitierten Gebets. Durch das Mysterium dieses Wassers und Weines gibt er uns Anteil an der Gottheit dessen, der unsere Menschennatur angenommen hat. Darüber hinaus drückt das offensichtliche quantitative und qualitative Übergewicht des Weines über  den Tropfen Wasser die Macht Jesu aus, den geheiligten Menschen zur  göttlichen Würde zu erheben.

Der vierte Grund ist erlösend. Da der Beweis für Jesu Tod am Kreuz der Ausfluss von Wasser und Blut aus seiner  durchbohrten Seite war, der nach seiner  Auferstehung zum Vorbild der Sakramente der Kirche wurde, spendet sie  diese im Bemühen, den Menschen zu reinigen, im Interesse seiner Vereinigung mit Jesus Christus. Hierin ist  gerade die Eucharistie unübertroffen, denn der Moment ihrer Wandlung vergegenwärtigt das Opfer am Kreuz, das auch das Vergießen von Blut und Wasser einschließt.

Der fünfte Grund für die Beimischung des Wassers zum Wein reicht über den Horizont des irdischen Lebens hinaus und bezieht sich auf das Versprechen Jesu an die Samariterin am Brunnen: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.

Die oben  beschriebene Handlung  ist  nicht so  unsichtbar, dass wir  sie  auf der Messe nicht besser beachten  könnten als mit einem Gebet, das auf  den wunderbaren Moment  der Wandlung  und Elevation  ausgerichtet ist. Der Altar wird  plötzlich zum Raum  der  Vergegenwärtigung Jesu, des  siegreichen und auferstandenen, des  geopferten und liebevollen, voller Liebe zu uns, zu  jedem von uns.

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Mittwoch der 1. Adventswoche Mt 15,29-37

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Dienstag der 1. Adventswoche Joh 10,11-16

Jesus Christus, der die Seinen kennt, die auf seine Stimme hören , sei mit euch.

Jesus sagte: ‚Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind. Auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. › Johannes 10,16.

Jesus, du hast dein Blut für uns hingegeben. Herr, erbarme  dich unser.

Du hast uns die Botschaft des Glaubens gebracht. Christus, erbarme  dich unser. 

Du hast uns zur ewigen Herrlichkeit berufen. Herr, erbarme dich unser.

Dieses Verständnis verrät, dass sich diese Menschen automatisch in der richtigen ‚Herde‘ sehen. Tomáš Halík schreibt jedoch: ‚Ich habe meine Zweifel an jener strikten Trennung zwischen Gläubigen und Atheisten wie zwei Fußballmannschaften auf dem Spielfeld der Geschichte, und ich betone ständig, dass in jedem Gläubigen auch ein Zweifler und ‚Ungläubiger‘ lebt, und in jedem ‚Ungläubigen‘ auch ein Gläubiger.‘

Vielleicht sind auch wir manchmal jene ‚anderen‘ Schafe, die sich im Labyrinth der Lebenswege verirrt haben. Und auch für uns kann der Glaube eines ‚ungläubigen heidnischen‘ Soldaten zum Licht werden (Mt 8, 5-13). Eine Herde und ein Hirte bedeuten Solidarität mit den Menschen der ganzen Welt. Es gibt schließlich so viele Berührungspunkte, an denen wir uns treffen und zusammenarbeiten können. Es sind Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung, Toleranz, Hilfsbereitschaft…

Mutter Teresa half den Armen und Kranken, wollte aber nie, dass indische Hindus zum katholischen Glauben übertreten. Im Gegenteil, sie pflegte zu sagen, dass es genügt, wirklich ein vorbildlicher Hindu zu sein. Auch ein frommer Christ zu sein, genügt. Das Übrige überlassen wir dem guten Hirten.“

Da Christus uns kennt und unser Mittler beim Vater ist, wagen wir  voll Vertrauen zu beten.

Der Gute  Hirt , der die Seinen, führt ,will uns  in seinem Frieden führen,. Wir bitten ihn.

Selig , die Gottes Stimme hören und eingehen dürfen in sein ewiges  Reich. 

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Montag der 1. Adventswoche Mt 8,5-11

Der Herr, der uns mit  Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich  zu Tisch sitzen lässt, sei mit euch.

Lasst uns den Herrn bitten, uns den Glauben eines Hauptmanns zu schenken, dem die Liebe zu seinem Diener vorausging. Lasst uns den Herrn bitten, uns zu helfen, all unsere Sorgen und Nöte zu bewahren.

Jesus, du hast den Weg zu den Heiden nicht gescheut. Herr, erbarme dich unser.

Du hast das Zeugnis unseres Glaubens gefordert. Christus, erbarme   dich unser.

Du hast uns den Platz am Tisch deines Reiches versprochen. Herr, erbarme dich unser.

Im heutigen Evangelium wird uns ein Fremder als Vorbild des Glaubens vorgestellt. Er erhält sogar eines der größten Lobes Jesu, die in den Evangelien überliefert sind: „Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich bei keinem Menschen in Israel gefunden“ (V. 10). Das Handeln des Hauptmanns ist einfach: Er hat ein Problem und geht zu demjenigen, von dem er sich Hilfe erhofft. Um jedoch ein Problem zu lösen, müssen wir es zuerst erkennen. Und das fällt uns manchmal schwer.

Manchmal liegt es daran, dass wir zu schnell handeln und es nicht merken. Uns fehlt die Zeit, und das kann dazu führen, dass wir die Schwierigkeiten unserer Mitmenschen kaum wahrnehmen. Vielleicht haben wir auch aufgehört zu beten oder die Zeit, die wir dem Gebet widmen, ist nicht von guter Qualität. So wird das Problem ungreifbar, und wir suchen lieber woanders nach Hilfe, als ob Zeit allein die Probleme lösen könnte.

Der Hauptmann lehrt uns zwar eine Lektion im Glauben an den Herrn. Doch dieser Glaube ist von Liebe geprägt. Eine Liebe, die sich Zeit nimmt und sich mit Mühe den Angelegenheiten anderer annimmt. Vielleicht ist es deshalb so verständlich, dass er sich an den Herrn wendet und ihn um ein so großes Wunder bittet. Denn er weiß, dass er ihn nicht heilen kann, Jesus aber schon.

Der Wunsch des Hauptmanns, sich um seinen Soldaten zu kümmern und ihn gesund zu sehen, bewegt ihn, sein Herz dem Herrn zu öffnen. Gewissermaßen zeigt er ihm seine eigene Verletzlichkeit: seine Unfähigkeit, ihn allein zu heilen, und seine absolute Notwendigkeit eines Wunders Gottes.

Gott ruft uns, obwohl wir ihm nicht wert sind. So  dürfen wir es  wagen, zum Vater zu beten.

Den Willen Gottes erfüllen heißt  Frieden bei Gott. Um diesen Frieden bitten wir.

Selig, die das Wort hören, das Leben für die Welt gibt, das  uns  verheißen ist.

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Die Vorbereitung des Opferbrotes und des Opferweines.

Nach der Überbringung der Opfergaben folgt deren Vorbereitung, wenn der Priester nach ihrer Übernahme die Patene mit dem Brot und anschließend auch den Kelch  mit dem Wein leicht  erhebt und das Gebet  spricht. Was bedeutet diese Erhebung? Das Anheben des  Brotes  und des Weines von der Altarplatte in Richtung Himmel drückt aus, dass  sich zwischen Himmel und Erde etwas ereignet  wird. Die Bewegung in beide Richtungen, von der Erde zum Himmel und zurück, deutet auf ein Beziehungsgeschehen  zwischen Mensch  und Gott  hin. Diese Gaben sollen  nach ihrer Wandlung uns selbst  zu Gott erheben. Deshalb  ist diese  Geste auch eine Art Vorspiel zur Elevation unmittelbar nach den Wandlungsworten des Brotes und des Weines in Christi Leib und Christi Blut. Aus der Frucht  der  wird das Brot  vom Himmel (Joh 6,51), der eucharistische Leib Christi, und aus dem Wein Blut  Christi.

Diese Erhebung deutet auf die Elevation hin, die das eucharistische Hochgebet während der Doxologie abschließt. Durch ihn,und mit ihm und in ihm. Es ist kein Zufall, dass der Priester laut den Instruktionen zur Messfeier die Patene und den Kelch nur leicht  erheben soll, damit diese kleine Elevation deutlich von der Elevation nach der Wandlung und der Elevation während der Doxologie unterschieden wird.

In dieser Logik wird diese Geste von einer Geste begleitet, die bei Messen ohne Gesang alle Gläubigen hören und auf die sie auch antworten. Die Begleitung des Brotes auf der Patene lautet: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst  uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen  Arbeit. Wir  bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens  werde. Es folgt das Gebet, das die Erhebung  des Kelches mit Wein begleitet. Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns  den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der geistliche Trank werde.

Das Brot durchläuft die Ernte. Nach dem Dreschen erfolgt das Mahlen, nach dem Kneten das Backen – all das geschieht durch Menschenhände. Ebenso der Wein: Nach dem Pflanzen folgen die Veredelung und Reinigung, nach der Lese das Keltern – wieder steckt darin die Mühe menschlicher Hände. Zugleich repräsentieren diese Gaben in einem weiteren Sinne auch alle Mühen des menschlichen Lebens und das Leben selbst. Doch der Mensch kann nur etwas verarbeiten, weil er die Gaben Gottes hat, die für Brot und Wein notwendig sind. Wasser und Erde, Licht und Wärme, Luft und Feuer – alles stammt von Gott, dem Schöpfer aller Dinge. Er hat ihnen das Sein gegeben und gibt es als Herr des Universums weiterhin.

Besonders ausgeprägt war dies in den Zeiten, als  die Menschen Wein und Brot mit ungeheurer Mühe und eigenen Schwielen herstellten. Das Opfergebet geht von der Annahme der Gaben bis zu ihrer Opferung über. Besonders ausgeprägt war dies in den Zeiten, als die Menschen Wein und Brot mit ungeheurer Mühe und  eigenen Schwielen herstellten. Sie hatten nicht so viel Überfluss wie die  heutige Zivilisation, die von materiellen Gütern überfließt. Als die armen Menschen einst Brot und Wein  als Opfergabe brachten, war  die Dimension des Verzichtes viel deutlicher – damit sie  von den Gaben Gottes  als Erste gäben, von denen sie empfangen hatten. Darin verschmilzt geheimnisvoll das Opfer des  Gekreuzigten mit  dem Opfer des täglichen  Kreuzwegs des arbeitenden Menschen.

 Unser Lobpreis für die Gaben Gottes und ihre  Aussonderung und Opferung auf dem Altar zielt darauf hin, dass das Brot  zum Brot  des Lebens  und  der Wein  zum geistlichen Trank werden. Diese Wortverbindungen haben biblische Wurzeln. Der heilige Evangelist Johannes  beschreibt, wie sich der Herr  Jesus  vorstellte.

Wenn die Messe nicht gesungen wird, bestätigen die Gläubigen die  priesterlichen Worte  zweimal mit  dem Ausruf „“. Gepriesen sei Gott  in Ewigkeit. Die Absolutierung der Dauer durch das Wort in Ewigkeit“ ist  in Bezug auf Gott und  seinen Sohn Jesus, der  im Sinne des Hebräerbriefes derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit ist/Hebräer 13,8), äußerst angemessen.  Aber  schon nach dem alttestamentlichen Psalmisten bleibt  Gottes Thron  in Ewigkeit (Psalm 45,7) und  ebenso  betonte   Tobias. Gepriesen sei Gott ,der in Ewigkeit  lebt, und  sein Königreich währt  durch  alle Zeiten.

Inmitten der Vorbereitung der Opfergaben gibt  es noch eine bisher  unerwähnte Geste: Der Priester  gießt einige Tropfen  Wasser  in den Kelch – eine kleine Handlung mit einer großen geistlichen Botschaft.

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Samstag, 34. Woche, Lk 21,34-36

Jesus Christus, der  kommen wird im Untergang dieser Welt, sei mit euch.

Unbeschwert zu leben ist schwer, frei von Alltagsbelastungen zu sein ist schwer. Doch der Herr Jesus spricht nicht von einer Last, sondern von Überlastung, von unermesslicher Belastung. Er warnt davor, sich mit Essen, Alkohol und den Sorgen um das irdische Leben zu belasten. Mit anderen Worten: Wir sollen nicht nur für das Essen leben, sondern für das Leben essen, nicht nur für das irdische. Wir sollen uns um das Notwendige und Nützliche kümmern und uns gleichzeitig von unnötigen und unnützen Sorgen befreien.

Jesus, du wirst kommen im großen Gericht, im Untergang der Welt. Herr, erbarme dich unser.

Du wirst die Wachenden aufnehmen in dein Reich. Christus, erbarme dich unser.

Du wirst die Bitten der Beter erfüllen, im Reich des Vaters. Herr, erbarme dich unser.

Dieser Weg ist jedoch nicht ohne Achtsamkeit möglich. Seid achtsam, seid aufmerksam und erkennt rechtzeitig, wenn euer Leben sich unangemessen mit dem füllt, was ihm schadet, es belastet und ihm die Freiheit und Klarheit eines Kindes Gottes raubt. Der Aufruf zur Achtsamkeit beinhaltet die Frage: Was belastet mich in dieser Lebensphase am meisten, was beschäftigt mich am meisten, was interessiert mich am meisten? Ist es nützlich, notwendig für mich? 

Deshalb wacht stets und betet, damit ihr allem Kommenden entfliehen und vor dem Menschensohn stehen könnt.

Ständige Wachsamkeit bedeutet, täglich Verantwortung für das zu übernehmen, was in unser Leben tritt. Es bedeutet auch, im Gebet Gutes und Böses, Wahrheit und Lüge, Geist und Körper, Liebe und Selbstsucht, Ewigkeit und Welt zu prüfen. Wir müssen lernen, nicht nur Krieg und Erdbeben oder Krankheit und Unannehmlichkeiten zu entfliehen, sondern vor allem jenen Wünschen und Angeboten, die nicht zum Reich Gottes führen.

Lasst uns lernen, in der Gegenwart des Menschensohnes zu stehen. Solches Gebet bewahrt den kostbarsten Schatz – ein freies Herz für Christus. In der Gegenwart des Menschensohnes zu stehen, ist ein Anker für die vom Sturm Gepeitschten, eine Gewissheit, die den zutreffenden Ausgangspunkt und die passende Orientierung in der Zeit gibt. Wer heute vor dem Menschensohn steht, glaubt, dass er in Ewigkeit mit ihm zusammen sein wird.

Da wir immer wachen und beten sollen, wagen wir voll Vertrauen, zum Vater zu beten.

Damit wir nicht verführt werden von der Torheit der Welt, wollen wir den Herrn erwarten und um seinen Frieden bitten.

Selig, die allem entrinnen, was geschehen wird, und vor den Menschensohn hintreten können.

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Freitag der 34. Woche, Lk 21,29-33

Jesus Christus, dessen Worte nicht vergehen  werden, bis alles erfüllt ist, sei mit euch.

Die Welt, in der wir leben, wird eines Tages vergehen, doch die Worte Jesu, die Worte der Wahrheit und des Lebens, werden ewig bestehen. Diese Worte verkörpern eine Vision des Lebens und jene zeitlosen Werte, die wir als von Gott kommend verstehen.

Jesus, dein Reich ist nah, und seine Vollendungen hält niemand auf. Herr, erbarme dich.

Deine Worte werden nicht vergehen, weil  du ewig bist. Christus, erbarme dich.

Dir  gehört das  Ende der Welt und das Gericht. Herr, erbarme dich unser.

Jesus sagte Schreckliches voraus: ungewöhnliche Himmelsphänomene, Stürme auf See, Kriege, Erdbeben und Hungersnöte. Alles, was zuvor Stabilität und Festigkeit in der Welt bot, würde schwinden. Und er sagte voraus, dass sich erhebliche Furcht unter den Menschen ausbreiten würde; sie würden angesichts solcher schrecklichen Ereignisse verzweifelt und ängstlich sein.

Die sich ausbreitende Furcht ist ein Zeichen der Endzeit. Wir erleben sie jetzt an uns selbst: Wir leben nicht in einem Kriegsgebiet, fürchten keine Hungersnot und wohnen nicht in einem erdbebengefährdeten Gebiet, dennoch breitet sich die Furcht überall wie eine Seuche aus. Viele sorgen sich um ihre Arbeit und ihre soziale Sicherheit. Andere sorgen sich um ihre Gesundheit, sie fürchten Krebs und andere lebensbedrohliche Krankheiten. Wieder andere fürchten Unfälle, Terroranschläge oder rücksichtslose Politiker, deren Entscheidungen sie ausbaden müssen.

Persönlich befürchten wir, dass die Kräfte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, ins Wanken geraten, denn Gottesfurcht und Treue haben in unserem Land kaum noch Bedeutung. Genauso wenig wie Gehorsam und Disziplin, ein starkes Gemeinschaftsgefühl und familiärer Zusammenhalt. Wenn ich die heutige Welt mit der Welt meiner Eltern vergleiche, muss ich feststellen, dass vieles schiefgelaufen ist. Die meisten Menschen sind verunsichert, haben Angst vor vielem, auch wenn viele es nicht offen zeigen.

Wir haben gehört: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Dies unterstreicht die Wichtigkeit von Gottes Wort, das uns Orientierung und Gewissheit im Leben gibt. Wie sind diese Worte zu verstehen: „Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist“? Wahrscheinlich handelt es sich um eine Prophezeiung über den Fall Jerusalems. Es ist schwer, all die Hoffnung und das Vertrauen zu bewahren. Doch wir haben auch die Worte: „Wenn ihr also dies alles geschehen seht, wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.“

Da wir die Zeichen der Zeit erkennen und das Reich Gottes  nah ist, wagen wir, zum Vater zu beten.

Das Reich Gottes ist nahe. Damit wir im Frieden des Herrn aufgenommen werden, dürfen wir beten.

Selig, die bereit sind für die Stunde, in der das Reich Gottes kommen wird.

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1,Adventsonntag A Mt 24,29-44

 

 
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Donnerstag, der 34. Woche, Lk 21,20-28

Jesus Christus, der Menschensohn, der kommen wird mit großer Macht und Herrlichkeit, sei mit euch.

Versetzen dich die heutigen Lesungen in eine leichte Unruhe? Im heutigen Evangelium beschreibt Jesus eine Zeit, in der Jerusalem von immenser Gewalt erschüttert sein wird. Und die erste Lesung beschreibt die Zerstörung des ‚großen Babylons‘, das viele Bibelwissenschaftler für die Stadt Rom halten (Offb 18,2). Insgesamt symbolisieren diese beiden Städte die ganze Welt – die heilige und die weltliche. Es scheint, dass niemand der ‚großen Bedrängnis‘, die ‚auf Erden sein wird‘ (Lk 21, 23), entkommt.

Jesus, du kennst die Bosheit der Welt, in der wir leben. Herr, erbarme  dich  unser.

Du wirst kommen, wenn diese Weltzeit zu Ende geht. Christus, erbarme dich  unser.

Du wirst das Werk deiner Erlösung vollenden. Herr, erbarme  dich  unser.

Jesus hat also seine Jünger gewarnt, um ihnen zu helfen, sich auf das Kommende vorzubereiten. Um zu verstehen, dass diese Warnung Jesu auch für uns gilt, bedarf es keiner langen Überlegungen. Wir alle sind uns sehr wohl bewusst, wie häufig Kriege, Gewalt, Hunger und Misshandlungen in der Welt sind. Sogar unsere Umwelt leidet unter den Folgen der menschlichen Sünde (wir hören vom erschreckenden ‚Tosen des Meeres‘ – Lk 21, 25). Wie sollten wir also antworten? Indem wir Jesu Aufforderung folgen: ‚Richtet euch auf und erhebt eure Häupter.‘

Erhebe dein Haupt! Richte deinen Blick auf Jesus und bete. Deine Gebete haben Macht (siehe Jak 5, 16)! Bete für die Heilung deiner Lieben, die leiden. Bete für die Befreiung derer, die noch im Teufelskreis der Sünde und Gewalt gefangen sind. Bete sogar für die Weltführer, dass sie sich um Frieden bemühen.

Erhebe dein Haupt! Schaue zum Himmel, wo Gottes Barmherzigkeit regiert. Bitte Gott um Vergebung für alle Taten, mit denen du zu den Sünden der Menschheit beigetragen hast – einschließlich der Sünde der Gleichgültigkeit gegenüber den Bedürfnissen anderer Menschen. Aber bitte auch um die Gnade, allen zu vergeben, die dich verletzt haben. Bemühe dich, vom Herrn Barmherzigkeit zu erlangen, damit du in deiner Familie, deiner Stadt, an deinem Arbeitsplatz eine Atmosphäre der Barmherzigkeit schaffen kannst.

Erhebe dein Haupt! Lass die Menschen um dich herum deinen Glauben und dein Vertrauen in den Herrn sehen. Verbinde dich im Herzen mit allen Gläubigen, damit ihr gemeinsam ‚wie Lichter in der Welt leuchten‘ könnt (vgl. Phil 2, 15). Möge dein Frieden andere zum Herrn ziehen, damit auch sie Werkzeuge des Friedens werden können. Vergiss nie die Liebe und Treue des Herrn. Erlaube ihm, dir zu helfen, festzustehen. Und um des Himmels willen – und um aller deiner Brüder und Schwestern willen – erhebe dein Haupt!

Herr Jesus, ich danke dir, dass du mir hilfst, meine Augen auf dich gerichtet zu halten, ungeachtet dessen, was geschieht.“

Da unsere Erlösung  nah  ist und  wir  den  Herrn erwarten, wagen wir  zum Vater  zu beten.

Die Welt  geht ihrem Untergang entgegen. Der Friede  Gottes will uns heimführen zu ihm. Wir bitten ihn.

Selig, die stark bleiben in der Erschütterung der Welt und zur Erlösung hingelangen.

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Hl. Katharina von Alexandrien, Jungfrau, Märtyrin Lk 21,5-11

Jesus Christus, der uns auf dem Weg des Kreuzes vorangegangen ist, sei mit euch.

Sie ist berühmt für das Martyrium, das sie in Alexandria, Ägypten, erlitt. Legenden zufolge wahrscheinlich in der Nähe. 310. Es gibt viele Versionen der legendären Darstellung über das Ende ihres Lebens, und es ist schwierig, nicht nur die ursprüngliche Erzählung, sondern auch die Symbolik von der Realität zu unterscheiden.

Jesus, du kamst mit der Botschaft göttlicher Weisheit. Herr, erbarme dich unser.

Du hast alle Gegner widerlegt. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns den Weg des Heils gelehrt. Herr, erbarme dich unser.

Katharina ist ein Symbol reiner, unberührter Jugend. Sie zeichnete sich durch spirituelle Gaben, Kenntnisse der heidnischen Philosophie, der christlichen Lehre und insbesondere durch Mut und Tapferkeit aus.

Sie stammte aus einer Adelsfamilie, soll die Tochter von König Kost gewesen sein, hatte eine Ausbildung und erregte mit ihrer Schönheit Aufmerksamkeit. Ihre Eltern starben, sodass sie nur mit Bediensteten im Palast lebte. Sie wurde von einem Einsiedler auf die Taufe vorbereitet, der ihr die Lehre und Liebe Christi kundtat. Bevor sie Christus kannte, lehnte sie angeblich aus Stolz Verehrer ab und wollte später für Jesus leben. In der Legende ist von einem nächtlichen Erscheinen der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind die Rede, das sich zu ihr bückte und ihr einen goldenen Ring an den Finger steckte, als Zeichen dafür, dass sie seine Braut werden würde. Nach dem Aufwachen soll Katharina einen leuchtenden Ring an ihrer Hand gesehen haben, niedergekniet sein und dem göttlichen Verlobten versprochen haben, die jungfräuliche Reinheit zu bewahren.

Zur Zeit, des Kaisers Maximus, der in Alexandria aufwendige Feste zu Ehren der Götter veranstaltete, bei denen alle eingeladenen, Götzen opfern sollten. Die etwa 18-jährige Katharina erschien angeblich vor ihm mit den Worten: „Kaiser, wenn Sie wollten, wüssten Sie vielleicht, dass Ihre Götter nur eine Fata Morgana und eine Torheit sind. Die Vernunft sagt, dass nur ein Wesen das Höchste sein kann…“ Und sie warf ihm seine Voreingenommenheit gegenüber Christen vor. Katharina wurde auf das Rad gefesselt, das jedoch zerbrach. Schließlich wurde sie enthauptet.

Damit wir unser Leben retten für die Ewigkeit, wagen wir nach dem Wort Jesu Christi zum Vater zu beten.

Da wir mit Christus die Last des Lebens tragen, finden wir in ihm den Frieden, um den wir bitten.

Selig, wer bereit ist, wenn der Herr in seiner Hoheit und in der Hoheit des Vaters kommen wird.

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Hl. Andreas Dung -Lac, Priester und Gefährten

Gott, unser Herr, der unseren Reichtum und unsere Armut kennt, sei mit euch.

Hl. Andreas Dung -Lac war ein vietnamesischer Priester und Märtyrer, der im 19. Jahrhundert lebte. Er wurde  1792 geboren und war ein bedeutender Vertreter des katholischen Glaubens in Vietnam. Er war bekannt für seinen unerschütterlichen Glauben und seine Hingabe an die Kirche, selbst in einer Zeit, in der Christen in Vietnam verfolgt wurden.

Jesus, du hast dich dem Vater als Opfer für uns angeboten.

Du hast dein Leben geopfert, aus Liebe zu den Menschen. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns zur Nachfolge des Kreuzes gerufen. Herr, erbarme dich unser.

Auch Jesus war es nicht fremd, Menschen zu beobachten. Die Wahrnehmung der Umwelt, des menschlichen Verhaltens und der Handlungen ist immer eine dankbare Angelegenheit für die Bewertung. Allerdings beobachtet Jesus die Menschen anders als wir es normalerweise tun. In unserer Bewertung überwiegt die kritische Sichtweise, in der Bewertung Jesu gibt es einen Moment der Ermutigung, Inspiration. Er sieht die Reichen mit ihren Gaben, äußert sich aber nicht dazu, ob sie ein wenig oder viel Geld geben. Für ihn ist dies nicht die einzige Maßnahme, der er entscheidende Bedeutung beimisst. Sie sieht auch eine arme Witwe, und in ihrem Fall sieht sie auch, wie viel sie in die Staatskasse geworfen hat. Er ist ein Beobachter, der sogar Details wahrnimmt, wenn er sie für ein höheres Ziel nutzen kann.

Im Reich Gottes kann unseres mehr oder weniger und unseres weniger oder mehr sein. Werte sind sichtbar und unsichtbar. Darüber hinaus bestimmt es nicht die natürliche menschliche Bewertung, sondern die Bewertung, die von Gottes Denken beeinflusst wird, beeinflusst von der Gnade des Heiligen Geistes.

Unser Wert beim Geben wird nicht nur daran gemessen, wie viel wir geben, sondern auch daran, wie viel uns noch bleibt. Gottes Schatzkammer befindet sich nicht nur in Gottes Tempel oder bei anderen wohltätigen Anlässen, sondern auch in menschlichen Tempeln und ist von unserer Nächstenliebe abhängig. Die Gnade der Zeit, des guten Willens, der willigen Hände, der materiellen Hilfe… Es ist auch möglich, spirituelle Gaben zu geben. Beharrlich um Gottes Gnade betteln, Fasten oder andere Selbstverleugnung opfern. Tragen Sie geduldig Ihr Kreuz … geben Sie alles. Sich selbst hinzugeben, damit andere leben können, war das ultimative Ziel von Jesu Leben und Tod am Kreuz.

Da Gott das Maß unserer Liebe kennt, wagen wir im Vertrauen auf sein Erbarmen, zum Vater zu beten.

Mehr als aller Reichtum der Welt wird uns der Friede Gottes helfen, unser heil zu wirken.

Selig, die sich ganz in Gottes Hand geben und Erben seines Reiches sein werden.

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Samstag der 33. Woche Lk 20,27-40

Gott, der Herr, der  uns berufen hat, teilzuhaben an der Auferstehung der Toten, sei mit euch.

Heute befasst sich Gottes Wort mit der ungelösten Frage der Auferstehung der Toten. Es ist seltsam, dass wir uns, wie die Sadduzäer, immer noch unnötige und bedeutungslose Fragen stellen. Wir versuchen, das Wesen des Jenseits anhand weltlicher Kriterien zu erklären, während im Himmel alles anders ist: „Aber diejenigen, die als würdig anerkannt werden, in die andere Welt zu gelangen und von den Toten auferweckt zu werden, sie werden weder heiraten noch heiraten.“ (Lk 20,35). 

Jesus, du wirst kommen, um die neue Erde und den neuen Himmel zu erschaffen. Herr, erbarme  dich unser.

Du wirst zur  Auferstehung rufen, die Kinder  Gottes sind. Christus, erbarme  dich unser.

Du hast uns  den Anfang des  neuen Lebens geschenkt. Herr, erbarme  dich unser.

Von schlechtem Urteilsvermögen auszugehen, führt zu falschen Schlussfolgerungen. Wenn wir in der Lage wären, auf einer höheren Ebene zu lieben, würden wir uns nicht wundern, dass es im Himmel keine so exklusive Art von Liebe gibt wie hier, was aufgrund unserer Einschränkungen normal ist und es uns schwer macht, über unseren verschlossenen Geist hinauszublicken. Im Himmel werden wir uns alle mit reinem Herzen lieben, ohne Gefühle von Neid oder Misstrauen, nicht nur Ehemänner, Söhne oder Mitglieder unserer Familie, sondern alle ohne Ausnahme: ohne Unterschied der Sprache, des Landes, der Rasse oder der Kulturen, weil „wahre Liebe große Macht erlangt“ (hl. Pauline von Nola).

Diese Worte der Heiligen Schrift, die aus dem Mund Jesu stammen, geben uns große Hoffnung. Das sind sie wirklich, denn es könnte uns passieren, dass wir im Strudel der täglichen Pflichten, die uns keine Zeit zum Nachdenken lassen, und unter dem Einfluss einer Umweltkultur, die das ewige Leben leugnet, anfangen zu zweifeln, was die Auferstehung der Toten betrifft. Ja, es ist sehr ermutigend, dass derselbe Herr uns sagt, dass uns eine Zukunft erwartet, die über den Untergang unseres Körpers und dieser flüchtigen Welt hinausgeht: „Und dass die Toten auferstehen werden, dies wurde auch von Moses in der (Erzählung über den brennenden) Busch angedeutet, als er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobus nennt. Schließlich ist er nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn sie alle leben für ihn.“ (Lk 20, 37-38).

Gedanken zum heutigen Evangelium:

Der auferstandene Körper kann nicht vom Wind oder Ätherischem sein: Wie kann es eine wahre Auferstehung geben, wenn es keinen wahren Körper geben kann? › Bd. Gregor der Große.

Aber bereits auf dieser Erde, im Gebet, in den Sakramenten, in der Brüderlichkeit begegnen wir Jesus und seiner Liebe, und so können wir bereits etwas aus dem auferstandenen Leben erfahren › Papst Franziskus.

Was bedeutet „wiederbeleben“? Beim Tod, der Trennung von Seele und Körper, verfällt der Körper, während die Seele Gott begegnet, obwohl sie in Erwartung bleibt, bis sie mit ihrem verherrlichten Körper wiedervereint wird. Gott wird in seiner Allmacht unserem Körper endgültig das unantastbare Leben zurückgeben, indem er ihn durch die Kraft der Auferstehung Jesu mit unserer Seele verbindet › Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 997.

Da wir berufen sind, Söhne Gottes und den Engeln gleich zu werden, dürfen wir es wagen, zum Vater zu beten.

Damit  wir bei der Auferstehung der Toten den Engeln gleich werden, wollen wir  den Frieden des Herrn erbitten.

Selig, die gewürdigt werden, an der Auferstehung der Toten teilzuhaben.

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Das Darbringen von Opfergaben.

Der beste Schutz vor dem Einfluss böser Geister ist eine beständige, liebevolle Beziehung zu Gott.Deshalb fehlt auch bei der heiligen Messe nicht mehr die symbolische Prozession mehrerer Gläubiger, die mit Opfergaben in den Händen zum Altar schreiten. Um wirklich authentisch zu sein, gehört zu dieser Liebe der Geist der Opferbereitschaft, die Bereitschaft, sich Gott hinzugeben. Denn Liebe ohne Opfer ist keine echte Liebe, und umgekehrt ist ein Opfer ohne Liebe kein echtes Opfer. Deshalb fehlt auch bei der heiligen Messe nicht der symbolische  Zug mehrerer Gläubiger, die  mit  den Opfergaben in den Händen zum Altar schreiten, wo sie  diese Opfergaben dem Priester  übergeben.

Sie schreiten eigentlich vom Eingang der Kirche zum Altar als eine Gemeinschaft, die von der profanen Umgebung in den sakralen Raum pilgert, als Pilger zur himmlischen Heimat, die durch den Altar als Symbol für Jesus Christus selbst repräsentiert wird. Das  würdevolle Schreiten drückt den Bogen des gesamten menschlichen  Lebens aus, seinen Weg und seine Ausrichtung.Das dargebrachte  Brot und Wein als Gaben  Gottes haben  durch  menschliche  Kreativität  ihren Weg vom Halm zum Brot, von der Traube zum Wein  zurückgelegt. Mit Recht spricht  der Priester  daher, wenn er  diese Gabe  erhebt, dass wir sie  als Frucht der Erde, als Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit darbringen.

Teil der Opfergaben ist auch die Geldsammlung, volkstümlich ,,Klingelbeutel“ genannt. Die Sammlung ist für  die Armen oder für die Bedürfnisse der Kirche bestimmt. Dieses  gespendete Geld ist das Ergebnis des  menschlichen  Arbeitslebens, aber vor allem  des inneren geistlichen Weges, des Heraustretens aus sich selbst durch  Selbstverzicht für die  Bedürfnisse  der Armen  oder  der Kirche.  In diesem Geist repräsentiert  die schreitende  Gruppe ausgewählter Gläubiger das gesamte pilgernde Volk, von der Pfarrgemeinde bis  hin zur universalen Kirche. Auch Menschen, die nicht direkt in die Opferprozession einbezogen sind, sehen in ihr ihre Vertreter. Die schreitenden Männer und  Frauen  vertreten  jeden  Einzelnen in der Kirche. Jeder kann sich als Teil dieser pilgernden Gemeinschaft fühlen, die die Opfergaben in Händen trägt. Es ist kein Zufall, dass das Motiv, das wir aus deiner Freigebigkeit empfanden, in der Mehrzahl formuliert ist, um den Aspekt der Gemeinschaft zu betonen. Darüber hinaus wird  dies durch  das Brot und den Wein unterstrichen, denn das  Brot wird gebrochen und der Wein  wird  im Kelch  herumgereicht, in der Überzeugung von ihrer vereinigenden Energie. Nichts schafft  eine geistliche  Gemeinschaft mehr als die Opfergabe auf  dem Altar, die  in Jesu Leib und Blut verwandelt wird. Das dritte bestimmende Merkmal der Opferprozession ist die Opfergaben selbst, die zu Gott auf den Altar getragen werden. Früher brachten  die Gläubigen sie  von zu Hause  mit ,und so  wurde noch deutlicher, dass sie etwas von dem mühsam erarbeiteten Brot und Wein aussonderten und  zum Altar brachten. In den Opfergaben sind  nicht  nur  alle Mühen des täglichen Lebens angehäuft, sondern durch sie bringen die  Menschen sich selbst auf  den Altar. Das eigene Leben ist die höchste  Opfergabe. Die  innere Logik der Übergabe der  Opfergaben erklärt später die Anrufung. Der  Herr nehme das Opfer an aus  deinen Händen. Es ist die kollektive Anerkennung der Kompetenz des geweihten Dieners Christi, dass in seinen Händen Brot und Wein in Jesu Leib und Blut verwandelt werden.

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Christuskönigssonntag Lk 23, 35-43

Jesus Christus, der als König in die Welt gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen , sei mit euch.

„Der Erste und Beste zu sein, ist ein natürlicher Wunsch des Menschen. Nach diesem nennen wir jemanden, der der Erste ist, mit verschiedenen Bezeichnungen. In der Arbeit ist es der Chef oder der Boss. Im Sport ist es der Sieger oder der Meister. Und im öffentlichen Leben kann es der Präsident oder (in der Vergangenheit) der König sein.

Jesus, du bist  der Herrscher über die ganze Welt. Herr, erbarme dich unser.

Dein ist  die Herrlichkeit und die Herrschermacht. Christus, erbarme  dich  unser.

Du bist gekommen, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Herr, erbarme  dich unser.

Im übertragenen Sinne werden mit dem Wort König auch andere abgeleitete Bedeutungen verbunden, und so haben wir den König der Tiere, den König der Kämpfer oder den König der Tänzer. Auch die abgeleiteten Bedeutungen weisen darauf hin, dass der Mensch unter den anderen manchmal der Beste ist und (zumindest für eine gewisse Zeit und im übertragenen Sinne) über die anderen herrscht.

Auch Jesus ist kein König im klassischen und ursprünglichen Sinne des Wortes. Er ist ein König, der keine gewöhnliche Krone trägt, sondern eine Dornenkrone. Er war ein König, der weder ein eigenes Gebiet noch eigene Untertanen hatte. Er ist ein König, der anders ist als alle anderen und doch viel größer als sie.

 Das Fest Christkönig beschließt das liturgische Jahr und ist immer der letzte, der vierunddreißigste Sonntag im Jahreskreis. Dadurch, dass dieses Fest am Ende des Kirchenjahres steht, kehren wir gewissermaßen dazu zurück, dass Christus das Zentrum und die Hauptfigur der gesamten Geschichte ist – sowohl der ‚großen‘ Weltgeschichte als auch unserer ‚kleinen‘ individuellen Geschichte. Diese Tatsache wird auch durch die Zusammenstellung der Wortliturgie, insbesondere des Evangeliums, unterstrichen. Im Jahr A sehen wir im Matthäusevangelium, wie Christus beim Jüngsten Gericht alle danach unterscheidet, ob sie Gutes getan haben oder nicht; danach haben sie sich in ihrem Leben entweder für ewige Freude oder für Verdammnis entschieden. Im ‚Markus‘-Jahr B betrachten wir durch die Augen des Evangelisten Johannes das Gespräch zwischen dem verurteilten Jesus und Pilatus, der nicht verstehen kann, wie man ihn König nennen kann, wenn er sagt, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist. Und schließlich verfolgen wir heute, im Jahr C, Jesu Urteil vom Kreuz, mit dem er den mit sterbenden Verbrechern für heilig erklärt.

Die Kreuzigungsszene, die ausschließlich vom Evangelisten Lukas erwähnt wird, bringt in den beiden mitverurteilten Verbrechern Prototypen menschlicher Wesen, die an der Schwelle des Todes stehen. Einige wachen selbst in der Todesstunde nicht auf und verspotten Christus sogar in so einem Moment. Andere hingegen erkennen ihre Vergehen, bereuen sie und bitten Jesus um Vergebung.

 Und genau darin liegt die Besonderheit der königlichen Macht unseres Herrn. Er vergibt dank seines Gehorsams gegenüber dem Vater bis zum Kreuz demjenigen, der seine Sünden bereut. Es ist, als ob er denjenigen, der ihn lästert, nicht beachtet, aber denen, die sich an ihre Sünden erinnern, löscht er sie aus und ruft sie in sein Königreich im Paradies. Der heilige Paulus unterstreicht dies auch, wenn er sagt, dass Gott ‚durch ihn alles mit sich versöhnt hat, indem er Frieden stiftete durch sein Blut am Kreuz, durch ihn, sei es auf Erden oder im Himmel.‘ Jesus herrscht also durch Vergebung, und seine Vergebung bringt Rettung für die ganze Welt.

 Jesus als König der Vergebung ist bereit, jederzeit zu vergeben. Papst Franziskus sagte kurz nach Beginn seiner Amtszeit auf dem Stuhl Petri: ‚Gott wird nie müde zu vergeben.‘ Auf Christi Vergebung muss man daher nicht bis zum letzten Moment warten. Er vergibt zwar – wie dem reuigen Verbrecher – auch im letzten Moment, aber wir wissen nicht, wie dieser unser letzter Moment sein wird und ob wir überhaupt die Möglichkeit haben werden, um Vergebung zu bitten. Deshalb können wir Christus schon jetzt um Vergebung bitten. Warten wir nicht auf die letzten Momente unseres Lebens! Schon jetzt können wir zum Sakrament der Versöhnung gehen. Darüber hinaus werden wir ihm durch die Regelmäßigkeit in der Nutzung seiner Gnaden auch darin folgen, dass auch wir – wie unser König – anderen Vergebung erweisen.

 

ADE: Jeder will der Erste und die Beste sein. Jeder will König unter den anderen sein. Auch unser Herr ist König, aber vor allem König der Liebe und der Vergebung. Er sehnt sich sehr danach, dass wir seine Vergebung in Anspruch nehmen. Und heute ruft er uns auch dazu auf, ihm darin zu folgen, damit wir ‚die Ersten und Besten‘ im Vergeben sind.“

Jesus  Christus, der  als König in die Welt gekommen ist, hat uns  gelehrt, wie wir beten sollen. Deshalb sprechen wir.

Der Herr hat zu seinen Aposteln gesagt. Meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Deshalb bitten wir.

Selig, die  aufgenommen  werden, wenn der Herr und seiner Königsmacht kommen wird.

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Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem, Lk19,45-48

Gott, unser Herr, dessen Reich allen gehört, die seinen Willen tun, sei mit euch.

IN EINER ALTEN TRADITION es wird gesagt, dass die Eltern der Jungfrau Maria, der heilige Joachim und die heilige Anna, sie zum Tempel in Jerusalem brachten. Dort blieb sie eine Zeit lang in Begleitung anderer Mädchen, um etwas über die Traditionen und die Frömmigkeit Israels zu lernen. Im Alten Testament können wir lesen, dass die Mutter des Propheten Samuel, ebenfalls Hana genannt, dasselbe Jahr zuvor tat, als sie ihren Sohn für den Dienst Gottes in der Stiftshütte opferte, wo seine Herrlichkeit erschien (. 1 Sam 1, 21-28).

Jesus, du bist Mensch geworden aus der Jungfrau Maria. Herr, erbarme dich unser.

Du hast Maria mit der Fülle der Gnade ausgestattet. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns Maria als Mutter der Kirche gegeben. Herr, erbarme dich unser.

Nach dieser Zeit führte Maria weiterhin ein normales Leben mit Joachim und Anna. Sie blieb in ihrer Obhut, als sie ein weibliches Alter erreichte. Sie reifte als eine ihrer Personen heran, obwohl ihr Verhalten nichts Außergewöhnliches war. Als gute Jüdin richtete sie ihr ganzes Leben auf den Herrn, von dem sie noch nicht wusste, dass er seine Mutter werden würde. Der heutige Feiertag feiert genau diese Zugehörigkeit der Jungfrau Maria zu Gott, ihre völlige Hingabe an das Geheimnis der Erlösung ihr ganzes Leben lang.

Wie das heilige Kind Maria sich Gott im Tempel sofort und vollständig opferte, so geben wir uns auch Maria hin“ unverzüglich und vorbehaltlos an diesem Tag, schreibt der heilige Alfonz Liguori. Sie zeigt uns den Weg zu ihrem Sohn mit ihrem eigenen Leben. „Ihre Hände, ihre Augen, ihre Haltung sind eine lebendige Katechese und weisen immer auf das Fundament, auf das Zentrum: Jesus“.

IN DEN EVANGELIEN Wir sehen mehrere Momente, in denen Maria treu auf Gottes Willen reagiert. „Ja“, das sie bei der Ankündigung des Engels aussprach, war der „erste Schritt in einer langen Liste von Gehorsam, die die Reise ihrer Mutter begleiten werden“. Vielleicht finden wir die größte Manifestation dieser Treue, wenn er am Fuße des Kreuzes neben seinem Jesus bleibt und ihm allein durch seine Anwesenheit den größten Trost spendet. Evangelisten sagen nichts über ihre Reaktion und betonen nur, dass sie auf Golgatha geblieben sei. Die Jungfrau Maria dachte nicht an eine Haltung der Flucht oder Abgeschiedenheit. Sie fand heraus, dass das größte Glück – diesmal gemischt mit viel Schmerz – manchmal einfach darin liegt, dass „je“ bei ihrem Sohn ist.

Marias Leben war auch von anderen Momenten täglicher Treue geprägt, die im Evangelium nicht festgehalten sind. Es ist möglich, dass ihr tägliches Leben dem der meisten Frauen ihrer Zeit ähnelte. Und in diesen Aufgaben, die ihrem Volk gemeinsam waren, erfüllte sie auch Gottes Willen. Sie heiligte die kleinen und großen Dinge, die jeder Tag mit sich bringt, die auf den ersten Blick wenig Wert hatten, aber gleichzeitig einen großen Wert für uns. Sie wusste, wie sie in alles, was sie tat, Liebe stecken konnte. „Über die Liebe, die auf die Spitze getrieben wird, bis zur völligen Vergessenheit ihrer selbst, zufrieden mit der Tatsache, dass sie dort ist, wo Gott sie will, und gewissenhaft seinen Willen erfüllt. Daher ist selbst ihre kleinste Geste nie Routine, sondern erweist sich immer als bedeutsam“.

So wurde verwirklicht, was Jesus später zu seinen Jüngern sagte: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch im Großen treu“ (Lk 16, 10). Von dem Moment an, als Maria im Tempel vorgestellt wurde, drehte sich ihr ganzes Leben um Gott. Und dank dieser Treue in kleinen Dingen, die sie unter dem Einfluss des Heiligen Geistes erlebte, wusste Maria, wie sie auch in großen Dingen treu sein konnte.

Da wir Brüder uns Schwestern Christi geworden sind, dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.

Da der Herr uns annimmt als Brüder und Schwestern, dürfen wir ihn um seinen Frieden bitten.

Selig, wer den Willen des Vaters im Himmel erfüllt und eingehen darf in sein ewiges Reich.

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Donnerstag der 33. Woche Lk 19,41-44

Jesus Christus, der uns die Zeit der Gnade verkündet hat, sei mit euch.

Jesu Blick auf Jerusalem und sein Weinen  zeugen von einem größeren Zusammenhang als nur dem Blick auf den Menschen. Er spricht von der menschlichen Gemeinschaft, von der Mitverantwortung für unsere Mitmenschen auf unserem Weg. Er spricht auch von der Bedeutung der gemeinsamen Bekehrung, der Rückkehr zu Gott. Der Herr Jesus weint nicht über sich selbst, sondern über die Menschen. „Weint nicht über mich, sondern über euch selbst …“ (Lk 23,28)

Jesus, du bist in die Welt gekommen als Retter der Menschen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast geweint über das, was nicht zu retten war. Christus, erbarme dich unser.

Du wolltest alle Menschen heimrufen zum Vater. Herr, erbarme dich unser.

Die Stadt, das sind wir, die Stadt, das bin ich. Damit wir erkennen können, was uns rettet und Frieden bringt, müssen die einzelnen Menschen davon wissen. Das gewonnene Wissen wird dabei nicht zu einer privaten Angelegenheit.

Was entscheidet darüber, dass wir die Zeit der Heimsuchung Gottes nicht verpassen? Die Anhäufung von menschlicher Gleichgültigkeit, Stolz und Selbst Genügsamkeit entscheidet negativ über die Gnade, während Verantwortung, Demut und Zusammenarbeit in der Regel zur Annahme der Gnade führen. Manche Menschen lassen sich selbst von großen Wundern nicht zu Gott bekehren, während andere schon durch Kleinigkeiten zur Treue ermutigt werden. Der Herr Jesus weinte, weil Gott alles gegeben hatte, damit die Menschen den Sohn Gottes erkennen konnten, und doch sahen sie ihn mit ihren Augen, ohne ihn zu sehen. Gottes Besuch, ob groß oder klein, findet täglich statt, und täglich sind wir aufgerufen, ihm zu folgen, damit wir seine wichtigste Botschaft für uns nicht verpassen. Es ist wie ein Puzzle, in dem auch kleine, scheinbar unbedeutende Teile in Gottes endgültigen Plan für uns sehr fehlen können.

Uns nicht von den Feinden unseres Heils einengen zu lassen, ist nur möglich, wenn Gott in unserer Seele herrscht. Er allein hat Macht über das Böse. Gott beschützt uns und siegt in uns nicht nur aufgrund seiner Einladung, sondern vor allem aufgrund seines Handelns, das der gewonnenen Erkenntnis entspricht.

Damit wir erkennen, was uns Frieden bringt, wagen wir voll Vertrauen, zum Vater zu beten.

Jerusalem hat den Friesen Gottes nicht bewahrt. Damit wir in seinem Frieden leben, bitten wir ihn.

Selig, wer die Zeit der Gnade erkennt und das Heil Gottes findet in der Stunde des Gerichtes.

 

 

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Hl. Elisabeth Landgräfin von Thüringen Lk 19,11-28

Jesus Christus, der uns die Liebe und Barmherzigkeit des Vaters offenbart hat, sei mit euch.

Die heilige Elisabeth von Thüringen arbeitete in ihrem Leben für die Ärmsten der Armen. Die Tochter von König Andreas II. war bereits im Alter von einem Jahr aus politischen Gründen mit dem achtjährigen Grafen von Thüringen verlobt.

Jesus, du kamst aus Liebe zu den Menschen. Herr, erbarme dich unser.

Du kamst als Vorbild brüderlicher Liebe. Christus, erbarme dich unser.

Du wirst wiederkommen im Gericht der Liebe. Herr, erbarme dich unser.

Die ersten vier Jahre lebte sie in Bratislava und wurde anschließend zur Familie des Grafen nach Wartburg versetzt. Sie heiratete im Alter von vierzehn Jahren und bekam aus der Ehe drei Kinder. Gertrudes Tochter ist gesegnet. Im Jahr 1223 kamen die Franziskaner ins Land und Elisabeth erfuhr vom Leben ihres Zeitgenossen, des Heiligen Franz von Assisi. Tief angesprochen ahmte sie das Muster nach, in Armut zu leben und seinen Mitmenschen zu helfen.

Die heilige Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren und wurde vier Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen. Sie ist die Patronin der Bettler, Witwen, Waisen, Kranken, Leidenden und karitativen Organisationen. Nach Elisabeths Tod verbreitete sich ihr Andenken schnell in ganz Europa und heute tragen viele Krankenhäuser, karitative Einrichtungen und Kirchen ihren Namen. Wir müssen füreinander da sein. Gott hat uns an der heiligen Elisabeth gezeigt, dass er für uns da ist. Auf die Fürsprache der heiligen Elisabeth bitten wir um die Gnade, die Liebe Christi, in unserer Umgebung zu verbreiten.

Damit wir hinfinden zum vollen Maß der Liebe, wollen wir im Vertrauen auf Christi Wort zum Vater beten.

Gott liebt die Sünder, die ihn suchen. Wir bitten ihn um seinen Frieden.

Selig, die lieben, wie Gott liebt, und das volle, überfließende Maß seiner Liebe empfangen.

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