Archiv für den Monat: Januar 2014
Ministrieren bedeutet….
Vielleicht müssen wir niemanden überzeugen, dass unter den Ministrantinnen und Ministranten verschiedene Knaben und Mädchen sind. Die einen erfüllen ihre Pflichten fröhlich, emsig und verantwortlich. Aber gibt es auch solche Ministranten, die zwar ministrieren, aber am Altar unsicher sind? Warum sind sie unsicher? Weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Darum ist die Einübung mit den Ministranten so notwendig. Das bedeutet, dass sie wissen, wann sie läuten sollen, was sie mit den Opfergaben tun sollen und so weiter. Das kann man alles anlernen. Sehr wichtig für die Ministranten und die Ministrantinnen ist, die Kenntnis zu gewinnen, was für eine schöne und erhabene Aufgabe es ist: ministrieren. Ministrant zu sein bedeutet vor Gott zu gehen. Die Ministrantinnen und Ministranten müssen sich mit Würde benehmen. Warum? Weil die Engel schauen, sie. Der Ministrant muss wissen, wie man sich am Altar verhält. Zu wissen, wann lustig und wann still zu sein. Ein Ministrant muss ein Gottesfreund sein. Ein Ministrant zu sein, bedeutet, der Ritter Gottes zu sein. Sagt ihr. Wer ministrieren euch? Wisst ihr, wie sich einst anwerben ließ? Nein. So sage ich euch das. Ins Dorf oder in die Stadt kamen die Werber, und sie schlugen die militärische Trommel.So erweckten sie die Aufmerksamkeit. Wenn die Menschen sich versammelten, hat der Kommandant angefangen zu schreien: Teilen wir ihnen mit, wenn jemand sich zum Heer anmeldet, bekommt er die Uniform, die Ausrüstung, den Sold und andere Vorteile. Sogar Wein wird er genug haben. Die Mädchen werden ihn bewundern und er wird den Ruhm gewinnen. Der Kommandant versprach alles Mögliche, nur um jemanden zu verlocken. Und es wurden solche gefunden, die sie sich verlocken ließen. Aber es war auch eine andere Art. Der Vogt bekam die Urkunde, wonach das Dorf so viele Männer dem Heer „liefern“ gewähren muss. Der Vogt machte, was er konnte. Am meisten überzeugte er die Junggesellen. Wenn sie das ablehnten, ging er zu den anderen. Wenn aber niemand gefunden wurde, kamen die Soldaten, fingen die erforderliche Zahl junger Männer mit Gewalt ein und zogen sie in die Uniform. Wenn jemand durchgebrannt wäre, wurde er für einen Deserteur gehalten. Die Strafe für einen Deserteur war der höchste – der Tod. Der Militärdienst dauerte sieben Jahre. So dass jeder sich gut nachgedacht hat, ob er zum Herrn anwerben ließ oder nicht. Viele verbargen sich. Wie ruft oder anwerbt Jesus in seine Dienste? Darum lesen wir im Evangelium nach Matthäus. Als er am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, den man Petrus nennt, und seinen Bruder Andreas : Sie warfen gerade ein Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: „Kommt, folgt mir nach!“ Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Ohne zu zögern, ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder , Jakob, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze. Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Seht ihr, welchen großen Unterschied es zwischen der Weberei und der Einladung gibt? Die Soldaten werben für das Heer mit den Versprechen auf Geld oft spitzfindig. Sie stürmen an die niedrigen menschlichen Gelüste. Jesus gibt ein Angebot. Er verspricht, dass Geld, Reichtum und hohe gesellschaftliche Stellung nicht. Gott ruft auf verschiedene Weise, aber er zwingt niemanden. In dem Fall der Apostel war diese Einladung direkt und persönlich. Kommt her, folgt mir nach. Die Apostel antworteten und sie bereuten das nicht. Auch euch hat Jesus angesprochen. Wer euch rief/zu ministrieren. Vielleicht Herr Pfarrer oder ein Kamerad. Freue Dich. Du bist Jesu Mitarbeiter. Die Ministaatenbewegung wurde einst „Engel Legio“ genannt. Die römische Legion hatte etwa 6000 Männer. Und wie viele sind die Ministranten? Nur ein paar. Das spielt keine Rolle. So wie so wird es sehr geeignet sein, die Zahl der Ministranten zu erhöhen. Die Ministranten sollten Ministrantenstunden haben. Am besten einmal alle zwei Wochen. Das Zusammentreffen der Ministranten kann folgenden Ablauf haben: 1. Nach dem Willkommen und der freien Unterredung das Gebet. 2. Vorstellung und Einführung ins Thema. Das Thema kann verschieden sein. 3. Erklärung des Themas; soll anschaulich sein. 4. Das Gespräch: wie das Thema im Leben verwirklicht wird. 5. Die Planung gemeinsamer Aktionen. 6. Spielen – Erfrischung, 7. Das gemeinsame Gebet. Die große Bedeutung hat: a/ die familiäre Atmosphäre, b/ die Beseitigung der Störfaktoren, c/ die geeignete Umgebung. Das bedeutet: passend eingerichteter Raum, d/ geeignete Themen, e/ aktive Eingliederung der Anwesenden, f. Spielen, Quiz, Wettbewerb, g/Vorhaben,h) geistliche Erneuerungen.
Einstellungen und Handlungen beim Ministrieren
Das Stehen
Es ist die Körperhaltung, die Vorbereitung und Wachheit ausdrückt. Wer steht, ist vorbereitet, sich auf den Weg zu machen. Durch das Stehen äußern wir auch der Person, mit der wir sprechen, die Ehre. Das Stehen in der Kirche bedeutet nicht nur, sich auf das Hören vorzubereiten, sondern auch, zu tun, was Gott will. Wir stehen gerade, aufrecht. Wir lehnen uns nicht an die Wand oder an die Sitzbank. Das Stehen äußert auch die eschatologische Situation: „Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, dann blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht. Lk 21,28.
Das Zeichen des Kreuzes
Es ist eine der bedeutendsten und schönsten Handlungs- und Erinnerungsgeschichten. Diese Handlung erinnert uns daran, dass Jesus aus der Liebe zu uns am Kreuz gestorben ist, und auch wir haben die Absicht, uns für ihn zu opfern und etwas Gutes zu tun. Durch das Zeichen des Kreuzes geben wir kund, dass wir tägliche Kreuze in unser Leben nehmen. Wir kennen das große und das kleine Kreuz. Großes Kreuz machen wir beim Bekreuzigen. Mit der rechten Hand berühren wir zuerst die Stirn, dann den Bauch, dann die linke Schulter und zum Schluss die rechte Schulter. Die Finger sind ständig zusammen. Wir geben Acht, damit wir uns langsam und aufmerksam bekreuzigen, damit es keine Routine ist. Die schlechte Gewohnheit, sich lässig zu bekreuzigen, ist leider sehr verbreitet. Das kleine Kreuz machen wir vor dem Evangelium. Mit dem Daumen der rechten Hand machen wir das kleine Kreuz auf die Stirn. Dabei können wir denken. Herr, sei in meinem Geist / Gemüt, dann auf den Lippen. Dabei können wir denken. Herr, sei auf meinen Lippen, und dann machen wir ein kleines Kreuz auf die Brust. Dabei können wir denken. Herr, sei in meinem Herzen.
Zusammenfalten Hände
Sie bedeuten die Bereitschaft, zu dienen. Wir geben die Hände nicht hinter den Rücken; sie hängen nicht frei neben dem Körper. Wenn wir die Hände zusammenfalten und auf dem Herzen halten, geben wir damit kund, dass wir nicht nur mit dem Kunden beten, sondern auch mit dem Herzen. Die Handflächen sind zusammenzulegen und die Finger nach oben zu richten. So falten Sie die Hände äußerlich zusammen, damit das Gebet nach oben zu Gott aufsteigen soll.
Niederknien
Es ist die Erweisung der Ehre dem Herrn. Wenn wir in der rechten Kirche ankommen, begrüßen wir Jesus im Sanktuarium mit einem Kniefall. Wir knien auf dem rechten Knie, damit sich die Erde berühren soll. Wir neigen uns nicht nach vorn. Die Hände bleiben zusammengefaltet. Nie knien wir beim Gehen nieder. Das Knien ist die Einstellung, die Demut äußert. Es ist die Äußerung der Anbetung Gottes. Gott ist größer als wir. Wir knien aufrecht und still; wir drehen uns nicht um. Wir sitzen nicht auf den Fersen.
Schlagen an die Brust
Es symbolisiert unsere Reue über das Begehen von Sünden. Es erinnert uns an den Zöllner, der sich an die Brust schlug und bittet. ,, Gott, sei mir Sünder gnädig“ Lk 18, 13. Diese Handlung verwenden wir am Anfang der heiligen Messe. Ich bekenne Gott … meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld, und bei Lamm Gottes, Lamm Gottes, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich an nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Die Sitzung
Wenn wir in der Kirche sitzen, sind wir an keinem anderen Ort und widmen unsere Zeit Jesus. Wir wollen ihn hören. Wir neigen uns nicht vor. Die Beine strecken wir nicht nach vorne. Wir geben sie nicht unter die Sitzbank. Die Hände liegen auf den Knien.
Die Hauptverbeugung
Sie soll ruhig und würdig sein. Wir dürfen sie mit der Rumpfbeuge irren. Durch die Hauptverbeugung erweisen wir jemandem die Ehre. In unserem Fall Herrn Jesus. Wir kennen leichte Verbeugung. Diese machen wir vor dem Altar und vor dem Bischof. Die tiefe Verbeugung machen wir beim Gebet … hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden, dann bei der Wandlung, wenn der Priester niederkniet.
Darstellung des Herrn A Lk 2,22-40
Jesus Christus, das Heil der Welt und Licht der Heiden, sei mit euch.
Es war folgende Situation: Die junge Mutter Maria ging mit Josef und dem kleinen Jesus am Arm in den Tempel in Jerusalem. Was suchten sie dort? Nach dem Gesetz des Mose sollte jedes männliche Kind vierzig Tage, jedes weibliche siebzig Tage nach der Geburt in den Tempel gebracht werden, um dort an der Zeremonie der Reinigung teilzunehmen, und es musste ein Opfer für den Erstgeborenen dargebracht werden.
Jesus, du kamst als das Licht der Welt. Herr, erbarme dich unser.
Du erleuchtest die, die dein Wort hören. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns zum Licht der Wahrheit bestellt. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns zum Licht der Wahrheit bestellt. Herr, erbarme dich unser.
Predigt.
Bei der Opferung oder Darstellung Jesu im Jerusalemer Tempel ereignete sich etwas Unerwartetes. Der alte Simeon trat zu Maria, nahm Jesus in seine Arme und sagte zu ihm: „Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“
Darum halten wir an diesem Tag Kerzen in unseren Händen. Wir sehen das Wesen der Kerzen und des Lichtes. Wir sind eingeladen, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Wir sehen sehr gern, wo Freude, Erfolg und Reichtum sind, doch auf die Seiten des Lebens, die voller Schmerz, Leid und Tod sind, schauen wir nur ungern. Die Kerze in unserer Hand soll bedeuten: „Jesus, ich habe die Absicht, dir zu gehören. Ich bekenne, dass du das Licht meines Lebens für alle Zeit bist.
Freude ist immer mit Schmerz verbunden und umgekehrt. Im heutigen Evangelium sehen wir Maria als glückliche Mutter mit Jesus im Arm und gleichzeitig hören wir die Worte Simeons. Simeon war ein gerechter und religiöser Mann. Bis ins hohe Alter, bis zu seinem Ende, war er Gott treu. Und diese Treue zahlt ihm aus. Und er sagte zu Maria: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Das geschah später am Kalvarienberg. Heute sehen wir den lächelnden Jesus, doch die Worte des Simeon machen uns sehr nachdenklich. Einen weiteren sehr bedeutenden Ausspruch von Simeon haben wir auch gehört: „Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.“ Aus diesen Widersprüchen entstand der Hass, der Jesus das Leben kostete.
Dieses heutige Fest ist für uns notwendig, denn auch wir brauchen dieses Licht für unser Leben, damit wir die Ereignisse in und um uns verstehen können. Nur so entdecken wir das Geheimnis des Lebens und die Führung Gottes. Wir müssen Gott spüren lassen, dass er für uns einen bedeutenden Platz in unserem Leben hat. Der heutige Festtag lädt uns ein, Gott alle Ereignisse unseres Lebens aufzuopfern. Nur so können wir den wirklichen Wert des Lebens erkennen.
Gott, wir wissen, dass du uns liebst. Es gibt keine gewaltigere Kraft in unserem Leben als das Vertrauen in Gottes Vorsehung. Möge uns dieses Wissen, dass Gott unser Licht und unsere Zukunft ist, immer Hoffnung geben!
Den Betenden schenkt Gott Gnade und Licht. So dürfen wir voller Vertrauen das Gebet zum Vater wagen.
Die, die Christus erkannt haben, können in Frieden leben. Um den Frieden des Herrn wollen wir bitten.
Selig, die alles erfüllen, was im Gesetz geschrieben steht, und das ewige Licht Gottes schauen dürfen.
Ich und Gott
Liebe und Hass.
Die Bibel spricht von Gott als der Liebe. In 1 Joh. 4,16 heißt es: „Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ Gleichzeitig spricht die Bibel von dem, was Gott hasst: So heißt es in Spr. 6, 16 – 19: ,, Sechs Dinge sind dem Herrn verhasst, sieben sind ihm ein Gräuel: stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das finstere Pläne hegt, Füße, die schnell dem Bösen nachlaufen, ein falscher Zeuge, der Lügen zuflüstert, und wer Streit entfacht unter Brüdern.“
Auch im Matthäusevangelium hören wir darüber: Mt. 6,24: „Niemand kann zwei Herren dienen, er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.““ Es scheint, dass der Hass eng mit der Liebe verbunden ist. Warum? Liebe bedeutet, dass etwas Priorität hat. Der Ehegatte liebt seine Gemahlin und schenkt ihr deshalb in der Ehe. Der Olympiateilnehmer liebt den Triumph und trainiert daher mit allen Kräften, um den Sieg zu erringen. Etwas zu lieben, bedeutet aber alles zu hassen, was die Liebe bedroht. Der Ehemann hasst darum Unzucht, Flirt und Ehebruch. Der Olympiateilnehmer hasst darum Trägheit und Faulheit, Unterhaltung auf Kosten des Trainings. Wenn ein Ehemann nicht bereit ist, wegen seiner Frau ein eventuelles Liebesabenteuer mit einer anderen Frau zu beenden, dann ist seine Liebe nichts wert. Wenn ein Olympionike nicht bereit ist, alles zu unterlassen, was seinem Erfolg entgegen ist oder ihn verhindert, dann hat er nicht wirklich Sehnsucht nach einem Sieg.
Liebe und Hass sind also die beiden Seiten einer Münze. Ohne die Fähigkeit zu hassen sind wir nicht fähig, wirklich und wahrhaftig zu lieben. Gott kann das Böse nicht lieben. Das Böse kann er nur hassen. Das Böse steht in absolutem Gegensatz zu Gott. Gott kann nur lieben, wenn er das Böse hasst. Das Böse widersteht der Liebe und die Liebe dem Bösen.
Was bedeutet das in der Praxis für uns? Wir können Gott nur dann wirklich lieben, wenn wir alles hassen, was Gott widerspricht. Hasst das Böse, liebt das Gute / und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung!“ „So heißt es im Buch Amos 5,15. „Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse!“, so sagt uns der Psalm 97,10. Wir können die Menschen aber nicht hassen, denn Gott hat sie erschaffen und liebt sie. Auch die Welt kann Gott nicht hassen, denn auch sie erschuf er.
Was Gott hasst, ist einzig und allein die Sünde und alles, was uns der Einheit mit Gott entgegensteht. In Psalm 119,127 heißt es: „Darum liebe ich deine Gebote mehr als Rotgold und Weißgold.“
Merken wir uns: Viele Menschen erlangen das Heil nicht, weil sie ihre Seele nicht erlösen wollen. Vielmehr liegt es daran, dass sie alles, was sie daran hindert, klar und deutlich bejahen.
Merken wir uns: Eine innige Buße ist die radikale Änderung des ganzen Menschen, sein Wandel mit dem ganzen Herzen zu Gott und gleichzeitig die Ablehnung von allem, was diesen Wandel verhindert.
3.Sonntag im Jahreskreis A Mt 4,12-23
Einleitung
Viele von uns haben große Achtung vor der Arbeit. Sie sind überzeugt, dass es gut ist, einen Arbeitsplatz zu haben, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Für viele wird die Arbeit zu ihrer Lieblingsbeschäftigung und sie können sich ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen. Bedenken wir einmal Folgendes: Jemand bietet diesen Menschen eine ganz andere Arbeit an. Da werden sie sicherlich nicht vor Freude jauchzen, sondern zuerst einmal gut überlegen und sich Zeit nehmen für den Entschluss, sich zu verändern. Sie werden das Für und Wider abwägen, denn eine solche Entscheidung kann auch sehr schmerzlich sein.
Predigt
Das heutige Evangelium stellte uns zwei Brüder vor – Simon und Andreas. Auch sie arbeiteten. Sie waren nämlich Fischer. Sie hatten auch Mitarbeiter, ebenfalls zwei Brüder – Johannes und Jakobus. Sie liebten ihre Arbeit, und sie war nicht nur dazu da, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern auch ihr Hobby. Aber eines Tages änderte sich alles plötzlich. Da kam Jesus und machte ihnen ein neues Angebot. Er sagte: „Kommt und folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Er ruft sie also dazu auf, seine Mitarbeiter zu werden. Und haben Sie auch wahrgenommen, wie Ihre Antwort lautete? Sie haben nicht gezögert, sondern ihre Netze liegen lassen und Jesus nachgefolgt. Es ist wirklich interessant, dass sie nicht einmal gefragt haben, was „nachfolgen“ bedeutet. Sie fragten nicht: „Welche Pflichten werden wir jetzt haben? Was werden wir dafür bekommen?“ Sie stellten also keine Bedingungen wie etwa: „Gib uns Bedenkzeit, oder wir müssen zuerst darüber beraten!“ Wie handelten sie also? Sie gingen einfach, sofort, in diesem Moment, obwohl sie nicht wussten, worauf sie sich da einlassen würden, welchen Inhalt ihre Arbeit haben würde, welchen Einfluss sie auf ihr Leben haben würde. Eines aber dürften sie geahnt haben, nämlich dass Jesus jemand ist, dem es sich lohnt, zu vertrauen. Vielleicht waren sie auch von Johannes dem Täufer beeinflusst, der zu Jesus sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Also waren sie fest entschlossen, ihre Schiffe und Netze zurückzulassen, alles zu verlassen und Jesus nachzufolgen. Ich muss aber sagen, dass auch Jesus sehr wohl wusste, wen er ansprechen konnte. Es waren Männer, die sich in ihrem Leben nicht auf Spekulationen einließen. Auch wir alle sind durch unsere Taufe zur Nachfolge berufen, sich in ihrem Leben nicht in.
Kehren wir noch einmal zum heutigen Evangelium zurück. Wozu hat Jesus die künftigen Apostel berufen? Er hat sie in seine Nachfolge berufen und zum Apostolat, dem Auftrag, die Botschaft Gottes in die Welt zu tragen. Jesus äußerte sich mit den Worten: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Das Apostolat ist für die Kirche sehr bedeutsam. Auch das Zweite Vatikanische Konzil widmete sich dieser Frage mit großer Aufmerksamkeit. Es wurde sogar ein Dekret über das Laienapostolat herausgegeben. Leider wird das in der Praxis zu wenig beachtet. Auch die Laien haben den Auftrag, die Botschaft Gottes in die Welt zu tragen.
Bei einer Vorlesung in Linz hat das einmal ein Jesuitenpater angesprochen. Er meinte: “ Im Bereich des Apostolats machen wir sehr wenig, fast nichts.“ Leider hat er recht. Es ist nicht genug, dass ich an Gott glaube und mich bemühe, ein christliches Leben zu führen. Es ist die Pflicht eines jeden Christen, sich zu bemühen, auch andere Menschen für Christus zu gewinnen und zu Gott zu führen. Da hört man manchmal sagen: „Ich kann niemanden zwingen; jeder Mensch hat seinen freien Willen. Wer glauben will, kann in die Kirche gehen. Niemand wird ihn daran hindern. “ Es scheint also so, als wäre das Apostolat nicht notwendig.
Ich denke an ein Beispiel im weltlichen Bereich. Wenn eine Firma ein Produkt verkaufen will, kann sie nicht darüber schweigen. Sie macht Werbung. Die Firma bemüht sich, die Menschen von der Qualität und Notwendigkeit ihrer Produkte zu überzeugen. Die Firma könnte über ihre Produkte schweigen und sagen: „Jeder hat seinen freien Willen und wer unsere Produkte will, wird sie schon finden.“ Es kann aber keine Firma ohne Reklame existieren. Ähnlich sollten wir auch die Menschen für das Christentum hellhörig machen. Wenn wir schweigen, werden wir die Menschen nicht für den Glauben an Christus gewinnen, sondern wenden sie anderen Dingen zu, die oft dem Christentum widersprechen. Notwendig ist das Apostolat, das junge Menschen anspricht. Leider sind sehr wenige, die das tun.
Ich erinnere mich da an eine Begebenheit am Bahnhof, an ein Gespräch mit einem nicht mehr ganz jungen Mann. Er erzählte mir, dass er sich viele Jahre mit der Jugend beschäftigt hat. Ich lobte ihn und dann fragte ich ihn: „Wann haben Sie diese sinnvolle Tätigkeit beendet?“ Er sagte zu mir: „Vor 14 Jahren.“ „Und wer macht dieses Apostolat jetzt?“, war meine zweite Frage. Seine Antwort: “ Niemand hat mein Apostolat fortgesetzt!“ Was bedeutet das? Die Wertschätzung des Christentums ist in der heutigen Zeit sehr gering. Es ist etwas Schönes, aber nicht so wichtig. Dann ist es kein Wunder, dass in der Welt, in der eine Flut von Angeboten auf die Menschen wartet, das Christentum so wenig Beachtung findet.
Apostolat bedeutet nicht nur, Kenntnisse über Jesus zu vermitteln, sondern auch, eine lebendige Beziehung zu Christus aufzubauen und spürbar zu machen. Viele Menschen, auch junge Leute, haben zwar Kenntnis von Christus und dem Christentum, aber die lebendige Beziehung fehlt. Warum ist das so? Sie haben diese lebendige Beziehung bei niemandem gesehen. Niemand lehrte sie, Christus zu lieben, aber auch für ihn Opfer zu bringen.
Wenn für jemanden Christus kaum von Bedeutung ist, dann kann er auch andere Menschen nicht von der Notwendigkeit des Glaubens überzeugen. Wenn uns aber Christus wichtig ist und wir eine lebendige Beziehung zu ihm haben, dann sollten wir beginnen, apostolisch tätig zu sein, damit allen bewusst wird, wie schön es ist, in Beziehung zu Christus und in der Liebe Christi zu leben.
Jesus-Lamm Gottes
Was für ein Lamm ist Christus? So oft die Heilige uns Christus unter dem Bilde eines Lammes vorführt, heißt sie Lamm Gottes. Christus ist ein tadelloses Lamm. Der heilige Petrus schreibt: „Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen,von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold , sondern um das kostbare Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel“ 1.Petr. 1.19. Christus ist also ein unschuldiges Lamm. Das Wort „agnus“ bedeutet bei den Griechen auch „fromm“. Christus ist also ein unschuldiges, frommes Lamm, und zwar gegen Gott. Das Lamm fällt auf die Knie. Der hl. Franziskus von Assisi, der die Lämmer als Sinnbilder des Lammes Gottes gar so sehr liebte, hatte ein Lämmchen, das ihm in die Kirche nachgelaufen und bei der Wandlung auf die Vorderfüße niedergefallen war, als wollte es seinen Schöpfer verehren. Wie fromm war Christus, das Lamm Gottes , gegen Gott? Er ging hinaus auf den Berg , um zu beten, und verbrachte die Nacht im Gebete mit Gott. /Lk 6,12/ Im Ölgarten kniete er nieder und betete /Lk 6,12/. Er fiel sogar auf die Erde nieder und betete /Lk 22,41/. Christus ist gegen die Menschen fromm. Er beleidigt niemanden und zeigt sich allen gegenüber liebenswürdig. Wie hatte er den Lazarus lieb /Joh. 11,36/ wie den Liebesjünger, den es in seinem Schoß ruhen ließ /Joh 13,23/ Christus ist fromm an sich selber. Betrug ist nicht in seinem Munde. /Jesaja 53,9/. Es weiß nichts von Arglist, wie die Schlange, nicht von Verschmitztheit, wie der Judas, nichts von Gefräßigkeit, wie der Wolf, nichts von Geilheit, wie der Hund, nichts von Hoffart, wie der Pfau, nichts von schäumender Wut, wie der Löwe. Es ist ein einfältiges, demütiges, treffliches Tierlein. Christus, unser Osterlamm, ist bekleidet mit dem Gewand der Reinheit. Die Unschuld spricht ihm aus dem Auge. Siehe, wie es im schneeweißen Gewand der Unschuld vor Herodes steht. Christus ist ein geduldiges Lamm. Das Lamm ist ein geduldiges , sanftmütiges Tier. Es wehrt sich gegen keine Beleidigungen und rächt sich an keinem Feind. Es stampft und schlägt nicht wie das Ross, es haut nicht mit den Zähnen wie das Schwein, es stößt nicht mit den Hörnern wie der Ochs . Es hat keine Krallen wie die Katze, keine Stacheln wie die Biene, keine Stärke im Schweif wie der Löwe, kein Gift wie die Schlange. Geduldig wartet es, bis man ihm Nahrung reicht, und es ist nicht ungestüm wie andere Tiere, wenn es hungert und dürstet. Still weidet es auf der Wiese. Es schweigt, endet und liegt geduldig da, wenn man es schert oder schlachtet. Mit Recht wird Jesus Christus einem Lamm verglichen. Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt und verstummt wie ein Lamm vor dem,der es schert, und tut seinen Mund nicht auf. Sieh dies geduldig schweigende Lamm vor dem Richterstuhle des Pilatus, der sich sehr darüber verwunderte. / Mt 27,14/ Christus ist ein getötetes Lamm. Das unschuldige, geduldige Lamm wird geschlachtet. Unser Osterlamm Christus ist geopfert. /1 Kor 5,7/). Dadurch aber sind wir vom Tode errettet worden. Welchen Dank wird die gerettete Herde ihm darbringen? Niemand hat so viel für uns getan wie er. Für niemanden hat Christus mehr getan als für uns. Er hat weder für die Engel des Himmels noch für die Teufel der Hölle gelitten. Diese würden, wenn er für sie gekreuzigt worden wäre, sicher ihren Hass abgelegt und sich liebevoll zu ihm bekehrt haben. Aber nur uns Menschen erwies Christus diese Gnade. Darum hat er auch das Recht, von uns Liebe und nichts anderes zu fordern. Sollte der ganz unserem Herzen eingeprägt sein , der sich für uns ans Kreuz „als Lamm Gottes“ heften ließ . Ja, oft handeln die Menschen so, als ob Christus, der für sie am Kreuz starb , ihr Feind wäre. Aber Millionen Märtyrer, ihm nach, eingedenk des getöteten Lammes, ließen sich für Unschuld und Reinheit zur Schlachtbank führen. So folgten und folgen ihm noch durch Abtötung und Selbstverleugnung alle , die der Welt und dem Fleisch absterben. Folgen wir ihm nach in der Unschuld , denn „nichts Unreines wird Einlass finden, keiner, der Gräuel verübt und lügt“: Nur sie, die im Lebensbuch des Lammes geschrieben sind, werden eingelassen (Offb 21,27).
2.Sonntag im Jahreskreis A Joh 1,29-34
2.Sonntag im Jahreskreis A 2014
Einleitung
Der Mensch neigt unter bestimmten Umständen sehr zu einer Kurzschlusshandlung. Wie könnte man sich sonst erklären, dass guten Kameraden eines Tages eine Auseinandersetzung haben und mit dem Messer aufeinander losgehen – oder Eltern, die das dritte Kind erwarten, sich für eine Abtreibung entscheiden – oder erwachsene Kinder ihre alte Mutter in ein Altersheim geben und dabei vergessen, was sie für sie getan hat. Wie oft verabsäumen wir aber auch, einfach Gutes zu tun. Manchmal stellt der Mensch die Frage: Kann ich jemanden verzeihen, der mich verletzt hat oder kann mir verziehen werden, wenn ich Unrechtes getan habe? Gibt es jemanden, der mich von dieser Last auf meiner Seele befreit? Die Antwort gibt uns das Evangelium des heutigen Sonntags.
Predigt
Der Evangelist Johannes erzählte von Johannes dem Täufer, der uns auf den Messias verweist. Johannes der Täufer erklärte, wer es ist, der uns von unserer Sünden befreit. Es ist der Messias, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt. Mit diesen Worten legte Johannes Zeugnis für Jesus ab. Das jüdische Volk, dem diese Worte galten, verstanden sie sehr gut. Die Juden kannten die Bedeutung des Wortes ,,Lamm“ . Sie erinnerten sich jedes Jahr an die große Nacht in Ägypten, als sie durch das Blut eines Lammes, vor dem Untergang gerettet wurden und der Pharao sie aus der Sklaverei befreite. Sie erinnerten sich auch an die feierliche Opferung des österlichen Lammes. Ein Lamm wurde zusammengebunden auf den Altar gelegt. Dann trat der Priester hinzu, legte seine Hände darauf und betete so: „Herr, wir alle haben gegen dich gesündigt, wir verdienen, dass du uns bestrafst. Wir aber bitten dich: Erlaube, dass wir alle unsere Sünden und Schulden auf dieses Lamm legen. Möge es für uns bestraft und getötet werden.“ Dann tötete der Priester das Lamm und besprengte mit dessen Blut das Volk. Die Menschen wussten, dass das Lamm an Stelle von ihnen getötet wurde und sie dadurch gerettet wurden. Darum verstanden sie sehr gut, dass Jesus dieses Lamm ist, der als ein Opferlamm die Sünden der ganzen Welt auf sich nimmt und sich eigentlich für sie bestrafen lässt. Das Zeugnis von Johannes hat also auch für uns die Bedeutung, nämlich dass das Lamm hin wegnimmt die Sünden der Welt. In Latein heißt das: Qui tollis pecata mundi. Tollis bedeutet ,,trägt“. Johannes will damit ausdrücken, dass Jesus mit den Menschen solidarisch ist, denn er trägt ihre Sünden, Fehler, Verfehlungen, Verbrechen. Jesus trug sie,trägt sie und er wird sie auch in Zukunft tragen. Jeder Mensch, der Jesus um Verzeihung seiner Sünden bittet, dem wird verziehen. Ja, so ist Jesus. Er gibt unserer Seele und unserem Herzen die Ruhe zurück. Nur er kann uns helfen und uns retten. Er ist der Weg zum Frieden mit Gott. Ganz wichtig ist es mir, zu bemerken: Es gibt keine Sünde, die nicht verziehen werden kann. Es gibt keine Sünde, von der Jesus nicht befreien kann. Stalin und Hitler haben den Tod vieler Millionen Menschen auf dem Gewissen. Es wäre interessant, die beiden zu fragen, ob sie Gewissensbisse hatten. Wenn sie aber diese Sünden aufrichtig bereut haben – wir wissen es nicht – so würde ihnen auch diese schrecklichen Sünden vergeben.
Ich möchte noch Worte des Heiligen Augustinus hinzufügen: „Gott, du hast uns ohne unser Zutun erschaffen, aber du kannst uns nur durch unser Zutun erlösen!“ Was will uns der Heilige Augustinus damit sagen? Wir müssen unsere Sünden bereuen und um Vergebung bitten. Wenn wir das nicht tun, werden uns unsere Sünden nicht vergeben. Leider gibt es heute Menschen, die sagen, es gibt keine Sünde, alles ist erlaubt. Ich denke da auch an die Bewohner von Sodom und Gomorrha, die auch kein Gespür für die Sünde hatten und Gott daher diese Städte vernichtete.
Der russische Schriftsteller Leo Nikolajewitsch Tolstoi gab in einem seiner Romane in den Mund des als „eisener“ Kanzler bezeichneten Otto von Bismarck diese Worte: ,,Mich schmerzt es in meinem Herzen, denn ich habe in meinem ganzen Leben niemanden glücklich gemacht, weder meine Freunde noch meine Familie. Ich war der Verursacher von drei Kriegen. Wegen mir starben 800Tausend Menschen und Hunderttausend Verkrüppelte verblieben auf den Kampfplätzen. Das alles steht zwischen mir und Gott.“ Im Roman verzweifelte Bismarck schließlich und das war sein Fehler, denn Vergebung ist möglich, doch muss man Sehnsucht nach Verzeihung haben. Uns muss klar sein, dass wir – solange wir die Vergebung unsere Sünden nicht erlangen – wir nicht wirklich glücklich sein werden.
Warum Christus so viele Wunder an Kranken wirkte?
Jesus heilte in Kafarnaum Krankheiten aller Art, damit sich erfüllte, was durch den Propheten Jesaja gesagt wurde: „Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.“ (Jes 53,4) Zwar ist die Befreiung von leiblichen Krankheiten und zeitlichen Übeln nicht der Hauptzweck der Erlösung. Jesus ist gekommen, um uns von der Sünde und geistigen Schwächen zu befreien. Diese Erlösung, so kostbar sie auch für uns war, war doch für die Augen des Fleisches unsichtbar und daher wegen ihrer geistigen Beschaffenheit nicht sehr geeignet, auf die Herzen der Menschen Eindruck zu machen. Darum wollte Gott die Erlösung, für die Jesus sie auf Erden zu erwirken kam, durch die Befreiung von leiblichen Übeln sichtbar machen. Damit kein Zweifel daran entstand, dass Jesus vom Übel der Sünde befreien und erlösen kann, hat er auch mit seinem Wort den Leib von allen Übeln befreien können. Gott ließ uns dadurch auch erkennen, dass er das Reich des Satans zerstören will. Oh, wie viel Dank sind wir unserem Herrn und Erlöser schuldig, der uns erlöst hat. Er hat nicht bloß unsere Sünden hinweggenommen, sondern uns auch von unseren anderen Übeln befreit, damit sie aufhören, im eigentlichen Sinne Übel zu sein. Dadurch sind unsere Übel nur von kurzer Dauer; Jesus heilt sie. Der Sünde folgt die Strafe wie dem Körper der Schatten. Ohne Jesus wären diese Übel geblieben und wir würden durch Strafen, durch Marter und Pein gereinigt werden. Da aber Jesus unsere Strafen auf sich genommen hat, hat er sie erlitten. Diese Übel sind durch seine Verdienste zur Genugtuung geworden. Er bezahlt unsere Sündenschuld und löscht sie aus. Sie sind zur Arznei geworden und sollen uns vor künftigen Sünden bewahren. Sie sind ein Opfer des Lobes und der Buße geworden. Sie sind zu Quellen der bedeutendsten Verdienste geworden und zu Leitern in die himmlische Glorie. Wenn wir die Übel, Krankheiten und Probleme, die wir als Buße auf uns nehmen, im Licht von Christus betrachten, erscheinen sie als große Werte, da sie Schätze für das Himmelreich sind. Daher sagt der Heilige Petrus von Alcántara: „Oh heilige Trübsale, wer wird euch nicht hochschätzen, wer wird euch nicht wünschen. Lasset uns nicht mehr als Kinder Adams leiden, sondern als Glieder Jesu Christi leiden.“
Durch Vereinigung mit Christus, mit seinem Leiden, sind unsere Krankheiten und Leiden eine Quelle unserer Verdienste. Leiden, die mit Christus verbunden sind, haben ihren Sinn. Es ist für uns unvorstellbar, wie groß unsere Belohnung sein wird, wenn wir mit Christus verbunden unsere Leiden ohne Murren ertragen.
Hilarius, Bischof von Poitiers, 13. Jänner
Um 315 kam Hilarius in Poitiers als Sohn einer vornehmen heidnischen Familie zur Welt. Er heiratete und hatte eine Tochter. Ständig bemühte er sich, sein Wissen zu erweitern und seinen Geist zu schulen. Die Heilige Schrift, die er während seiner Studien las, beeindruckte ihn so sehr, dass er sich taufen ließ. Von den Mitgliedern seiner Gemeinde zum Bischof gewählt, bekämpfte er in Wort und Schritt den Arianismus. Von Kaiser Konstantin II., der die Arianer begünstigte, wurde Hilarius 356 nach Kleinasien verbannt. Der heilige Hilarius verwendete die Zeit, die er in der Verbannung verbrachte, zur Abfassung mehrerer gelehrter Werke, wovon das vorzüglichste und am meisten geschätzte seine Abhandlung über die Dreieinigkeit ist. Es enthält zwölf Bücher. Der Heilige bewies darin auf die standhafteste Weise die gleiche Wesenheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Er lehrte, dass die Kirche nur eine ist und dass alle Irrlehrer außerhalb stehen. Hilarius sagte, dass der Arianismus nicht die wahre Lehre sei, die dem heiligen Petrus offenbart worden sei. Der Herr hat die unerschütterliche Grundfeste der Kirche bis zum Ende der Zeiten erwählt. Sein Glaube wird nie untergehen. Christus hat ihm die Schlüssel des Himmelreiches übergeben. Als Hilarius auf seiner Heimreise aus der Verbannung in Valencia in eine Kirche ging, schrie Florentin, ein heidnisches Mädchen in der Volksmenge, mit lauter Stimme: „Ein Diener Gottes, ein Diener Gottes.“ Dann warf sie sich zu seinen Füßen und sprach: „Mann Gottes, ich weiche nicht von dir , bevor du mich gesegnet hast. Der Vater des Mädchens, der dies sah, wurde so ergriffen, dass er sich mit seiner ganzen Familie taufen ließ. Auf derselben Reise kam Hilarius an einer Insel vorbei. Dort gab es sehr viele giftige Schlangen, sodass diese Insel allgemein gemieden wurde. Als der Heilige dies hörte, bestieg er ein Schiff, fuhr bis zur Insel und ließ sich ein Kreuz vorantragen. Kaum wurden die Schlangen des Kreuzes ansichtig, ergriffen sie die Flucht. Bald nach seiner Rückkehr starb zu Poitiers ein Kind ohne die heilige Taufe. Die Mutter, deren einziges Kind es war, ging zu Hilarius, warf sich ihm zu Füßen und bat ihn, ihr Söhnlein lebendig zu machen. Hilarius, von Mitleid gerührt, warf sich auf die Erde nieder und betete. Unterdessen röteten sich allmählich die Wangen des Kindes, seine erstarrten Glieder wurden warm, schließlich öffnete es auch die Augen, atmete und fing an zu schreien. Das Kind wurde sogleich getauft. Hilarius starb 367 in seiner Bischofsstadt Poitiers.
Die Stadt Poitiers ernannte ihn zu ihrem Schutzheiligen. Hilarius hilft gegen Schlangen und ist der Patron der kleinen und schwächlichen Kinder.
Jesus wird im Jordan getauft.
Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, und das Volk hielt ihn für Josefs Sohn, als er von Galiläa an den Jordan kam, um sich von Johannes taufen zu lassen. Mit dieser Taufe wollte er den Grundstein für unser Heil legen und ein wunderbares Beispiel der Demut geben. Sehen wir nur, wie Jesus ganz arm und allein, ohne Diener, an den Jordan kommt. Er hatte noch keine Wunder gewirkt, so war er dem Volk noch nicht durch Wunderzeichen bekannt geworden. Ohne alles Ansehen, armselig und gleichsam verächtlich , kam der König des Himmels zu seinem Freund Johannes, gerade zur Zeit , als dieser die Sünder, Zöllner und Pharisäer taufte, die scharenweise zu ihm strömten, um seine Predigt zu hören. Mitten unter diesen Sündern stellte sich Jesus und wartete, bis er an die Reihe kam, um getauft zu werden. Wer ist so vermessen, sich für einen Gerechten zu halten und sich andern vorzuziehen, da die Gerechtigkeit selbst sich unter die Sünder zählen lässt? Jesus verlangt, von Johannes getauft zu werden. Dadurch erniedrigt er sich vor den Augen des Volkes und es macht den Anschein, als ob er sich sogar zu den Sündern zählte. Johannes predigte den Sündern, taufte sie und forderte sie zur Buße auf. Jesus stand mitten unter ihnen und wollte sich mit ihnen taufen lassen. Oh, Schönheit des Himmels, oh Quell der Reinheit, was hast du mit der Taufe gemein? Jesus, du makelloses Lamm, wenn ich die Taufe der Buße empfange, wie könnte ich, sündhafter Mensch, dem stolzen Wahne mich hingeben, als wäre es für mich nicht notwendig, im Bade der Taufe der Buße gereinigt zu werden, da ich so oft von Sünden befleckt bin?
Aber nicht bloß ein Beispiel der Demut ist für uns die Taufe Jesu. Auch ein großes Geheimnis der Gnade liegt darin verborgen, das Johannes mit den Worten enthüllt, die er dem Volk sprach: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.“ Jesus hat keine Sünde begangen und ist vollkommen gerecht. Aber der göttliche Vater hat unsere Sünden und Missetaten auf sich genommen, damit wir in ihm und durch ihn abgewaschen und gereinigt werden. Nun begreifen wir die Bedeutung, die in der Taufe Jesu liegt. Sie war ein Zeugnis, dass der Gottmensch sich als Bürgen für unsere Sünden und als Erlöser der ganzen Menschen darstelle, dass er unsere Schuld auf sich nehmen und durch sein Verdienst tilgen wolle, dass er das Wasser , mit welchem er sich taufen ließ, durch seine Berührung heilige und zu einem Bade der Reinigung bereite, das unsere Sünden abwasche. Treffend schreibt hierüber Ludwig von Granada: „Wir sollen, wenn wir an den Herrn denken, keineswegs an einen einzelnen Menschen denken – in ihm war das ganze menschliche Geschlecht wie die Glieder in dem Leib vereint.“ Die Gottheit konnte durchaus keiner Gnade bedürfen – die Menschheit aber konnte durch sich selbst keine Gnade verdienen; es vereinigte sich daher die Gottheit mit der Menschheit, auf dass sie verlangte und erlangte. Mit Recht weigerte sich Johannes anfangs, Jesus zu taufen, denn er erkannte in ihm Gottes Sohn, von dem er selbst getauft werden musste. Als aber Jesus ihm erwiderte: „Lass es nur zu, denn nur so können wir den Willen Gottes erfüllen“, taufte ihn Johannes. Denn nun wusste er, dass er den taufte, der als Gottmensch und Erlöser die Ungerechtigkeit aller Menschenkinder auf sich nahm, um die ewige Gerechtigkeit herbeizuführen. Gewaschen wurde demnach nicht Christus, sondern wir, denn für uns, die wir gereinigt werden sollten, heiligte er das Wasser und setzte die Taufe ein. An diesen Tagen vermählte sich Christus mit der Kirche wie ein Bräutigam mit seiner Braut, denn durch die Taufe wurden wir alle ein Leib mit Christus, geheiligt durch ihn. Einer tauchte in die Fluten und wusch alle. Einer stieg hinab , auf dass wir alle emporsteigen. Einer nahm die Sünden aller auf sich, auf dass sie in ihm getilgt würden. Oh, unschätzbare Gnade der Taufe. Wie kann ich dafür jemals genug danken?
Lk 4,14-22
Ohne Zweifel hatte das Volk große Freude, Jesus zu sehen, von dem man sich bereits so viele Wundertaten erzählte. Eine große Menge von Menschen strömte in die Synagoge, um ihn zu hören. Da wandte sich Jesus an den Vorsteher der Synagoge, der ihm das Buch des Propheten Jesaja reichte, um darin eine Stelle zu lesen. Welche Aufmerksamkeit, welche gespannte Erwartung, welche feierliche Stimmung herrschten in der ganzen Versammlung. Sie hatten soeben das prophetische Wort gehört – wie kräftig, wie erhaben! „Wer ist das, von dem der Prophet spricht?“, so dachten die Nazarener. Wer ist das, über dem der Geist des Herrn ruht, der Gesalbte, der gesandt ist, den Armen zu predigen, die Blinden zu heilen, die Gefesselten zu lösen. Er saß vor ihnen; er war in ihrer Mitte, aber sie kannten ihn nicht. Doch sie richteten ihren Blick auf ihn, warteten, was er sagen würde, und waren begierig, sein Wort zu hören. Wie oft ist Jesus bei uns, aber wir kennen ihn nicht. Würden wir doch wenigstens auf ihn unsere Augen richten, statt uns mit anderen Dingen zu zerstreuen. Würden wir doch begierig darauf sein, sein Wort im Innern unseres Herzens zu hören. Er würde seinen Mund öffnen und zu unseren Herzen sprechen. Die gegenwärtige Weihnachtszeit ist die Zeit, in der jener auf Erden erschienen ist, den der Herr zu senden versprochen hat, den Gesalbten, auf dem der Geist Gottes ruht. Er sagte: Habt ihr nicht gehört, wie bei seiner Taufe im Fluss Jordan der Heilige Geist über sein Haupt herabgekommen ist? Habt ihr nicht vom Himmelreich auf Erden gehört, das Johannes, mein Vorläufer, in der Wüste angekündigt hat und das auch ich verkündige? Habt ihr nicht gehört, dass durch meine Wundermacht die Blinden sehen, die Lahmen gehen und die Sünder sich bekehren? Überrascht von der wunderbaren Übereinstimmung zwischen dem, was die Propheten vom Messias sagten, und dem, was sie von Jesus gehört hatten, bezeugten alle, dass er die vollkommene Wahrheit gesprochen hat. Welchen Eindruck musste der Vortrag Jesu auf sie gemacht haben? Nicht bloß ihr Verstand war davon gefangen genommen worden, auch ihr Herz war entzückt von der Lieblichkeit der Gnade, mit welcher Jesus sprach. Ach, warum sind nicht alle auf einmal gläubig geworden?
Denken wir darüber nach, was wir an uns selbst oft erfahren haben, wenn wir die Kraft und Schönheit des göttlichen Wortes bewunderten , und wie schnell wir das gehörte Wort aber anzweifelten oder nicht befolgten!
Taufe des Herrn 2014 A
Taufe des Herrn 2014 A
Einleitung
Singe ein Lied, sage ein Gedicht auf oder zeige uns, wie du tanzen kannst! Das sind Aufforderungen Erwachsener, damit Kinder zeigen, was sie wissen und können. Die Kinder präsentieren sich gern und die Eltern sind auf ihre Erfolge stolz. Jeder Vater, jede Mutter bemüht sich aber auch, seinen Kindern nicht nur das biologische Leben zu schenken, sondern auch etwas mehr. Die Kinder sollen die Fähigkeit erlangen, sich im Leben durchzusetzen. Der Wunsch der Eltern ist, dass ihr Kind mit anderen Menschen richtig kommuniziert, dass es hilfsbedürftig, solidarisch und tolerant ist. Das sind innere Werte des Lebens, man könnte das als Kultur der Seele bezeichnen. Äußere Werte nimmt jedes Kind sehr schnell von anderen an. Auch Eltern meinen, ihr Kind müsse alles haben, was andere Kinder der Nachbarschaft haben. Die Kinder der Nachbarn tragen teure Markenkleidung , daher müssen ihre Kinder das auch haben. Inneren Werte den Kindern mitzugeben ist nicht einfach, es ist einfachen einem Kind einen Computer zu geben. Innere Werte erhält der Mensch besonders durch die Taufe, darüber möchte ich in der Predigt sprechen – aktuell heute am Fest der Taufe Jesu.
Predigt
Im Matthäus- Evangelium hat es geheißen: „Zu jener Zeit kam Jesus von Galiäa an den Jordan zu Johannes,um sich von ihm taufen zu lassen.“ Johannes wollte das zuerst nicht zulassen und sagte zu Jesus: „Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?“ Jesus antwortete ihm: „Lass er nur zu, denn nur so kann der Wille Gottes erfüllt werden.“ Bei dieser Taufe sah Johannes dann auch plötzlich, dass sich der Himmel öffnete und der Geist Gottes wie eine Taube auf Jesus herabkam. Und noch dazu sprach da eine Stimme aus dem Himmel: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“
Diese Worte beziehen sich nicht nur auf Jesus, sondern auf jeden Menschen, welcher an Gottes Verheißungen glaubt. Wenn wir uns dafür öffnen, entfalten wir unser Innerstes. Die Liebe Gottes bildet in uns Menschen ein neues Leben, eine neue Kultur der Seele. Als Antwort darauf gibt es zwei Möglichkeiten: Ich öffne mich für die Liebe Gottes oder ich verschließe mich. Es ist sicher, dass ein Mensch, der sich der Liebe Gottes öffnet und sie in sich wirken lässt, sich ganz anders verhalten wird, als ein Menschen, der nie davon gehört hat oder nichts davon wissen will, dass Gott in unsagbar liebt.
Im sogenannten Effataritus, der meiner Meinung nach Bestandteil jeder Taufe sein sollte, sagt der Priester bei der Taufzeremonie in etwa folgende Worte: „Ich berühre deine Stirn, damit Christus dich behüten möge mit seiner Liebe. Ich berühre deine Ohren, damit du Gottes Stimme hören kannst. Ich berühre deine Augen, damit du in Klarheit Gottes Antlitz siehst. Ich berühre deine Brust, damit Christus in deinem Herzen wohnen kann. Ich berühre deinen Mund damit du auf das Wort Gottes antworten kannst. Das Öffnen der Augen, der Ohren und des Mundes bedeutet Blindheit, Gehörlosigkeit und Stummheit zu überwinden.Das Öffnen der Augen,der Ohren und des Mundes bedeutet Blindheit ,Gehörlosigkeit und Stummheit zu überwinden. Nur so ist es möglich, Gott zu hören und mit ihm zu sprechen. Die Eltern wünschen sich, dass Ohren, Augen und Mund ihres Kindes geöffnet sind und das Kind sich dadurch gut entwickeln kann. Das geschieht also in der Taufe, wo eben Ohren, Augen und Mund für Gott geöffnet werden. Wir sehen und erfassen dann die Welt mit anderen Augen, nicht nur mit unseren irdischen. Wir sehen in der Schöpfung die Liebe Gottes und wir sehen auch das Kreuz, dass auch einem Leiden Sinn geben kann.
Über den Mangel an ,, Kultur der Seele“ spricht die folgende Erzählung: Nach mehreren Jahren Ehe begann eine Frau sich ganz sonderbar zu benehmen. Sie verkroch sich im Zimmer oder sperrte sich im Keller ein. Sie hörte auch auf, auf ihr Äußeres zu achten. Der Mann reagierte darauf so: Er zündete sich eine Zigarette an und ging zu Freunden. Beide sahen nicht, dass sie ihr zehnjähriger Sohn dabei beobachtete und an diesem Zustand litt. Er war eine völlige andere Mutter gewöhnt, eine lächelnde, freundliche, milde, ausgeglichener Mutter und er begriff diese Änderung bei seiner Mutter einfach nicht. Einmal schrie die Mutter ihren Mann an mit den Worten: „Ich hasse dich!“ Dann schloss sie sich ins Zimmer ein. Der Sohn schaute den Vater an und sagte: „Hast du gehört, die Mutter hasst dich!“ Der Vater aber zündete sich bloß eine Zigarette an und gab keine Antwort. Der Bub aber fragte weiter: „Warum hasst dich die Mutter?“ Auch jetzt antwortete der Vater nicht und begann einfach in der Zeitung zu lesen. Er bemerkte nicht einmal, dass sein Sohn zur Kredenz ging und die Tabletten, die dort aufbewahrt waren, zu essen begann. Als später die Mutter aus ihren Zimmer kam und zur Kredenz ging, nahm sie wahr, dass die Tabletten fehlten. Sie fragte ganz aufgeregt: „Wo sind meine Tabletten?“ Der Sohn sagte: „Ich habe sie gegessen, weil du den Vater hasst!“ Da waren die Eltern plötzlich ganz aus der Fassung, denn sie wussten, dass könnte ihrem Kind nicht gut tun. Und als der Sohn dann auch noch zu phantasieren begann und meinte: „Schau, Vater, wie schön heute die Sterne sind!“, da startete der Vater eiligst das Auto, schnappte den Sohn und fuhr mit ihm zum Arzt. Die leere Tablettenschachtel hatte er mit und zeigte sie dem Arzt, der ein Freund der Familie war. Er versuchte nun mit allen Mitteln, das Leben des Kindes zu retten, aber es gelang ihm nicht mehr. Er sagte: „Ich habe schon mehrerer Kinder sterben sehen, aber dass es gerade das Kind meines Freundes sein muss. Es war für mich besonders schwierig und machte mich sehr traurig. Ich war so fertig, dass ich nicht fähig war, am Begräbnis teilzunehmen. Meine Frau nahm am Begräbnis teil. Als sie zurückkam, rief sich sie mich und unsere Kinder zu sich, umarmte uns und sagte: „Wenn ich vergesse, dir nicht jeden Tag vor den Kindern zu sagen: Ich liebe dich, dann mache mich darauf aufmerksam. Versprichst du mir das?“
Es ist sehr wichtig zu bedenken, wie groß der Wert der Liebe ist. Liebe muss geäußert und ausgesprochen werden zwischen den Eltern und den Kindern. Liebe bildet Leben und Gemeinschaft in einer Familie. Jesus lehrt uns diese Liebe bei jeder Heiligen Messe und fordert uns auf, diese Liebe anzunehmen und weiterzuschenken.
Hl.Severin, Apostel von Norikum
Nach Attilas Tod 453 zog ein Mann von unbekannter Herkunft als Pilger zwischen Passau und Wien umher,um der dort ansässigen römischen Bevölkerung gegen die eindringenden Germanen zu helfen. Er unterstützte sie nicht nur in ihrem christlichen Glauben, sondern er war auch politisch tätig. Er organisierte den etappenweisen Abzug der Romanen, bedingt durch die zahlreichen Einfälle der germanischen Stämme von Norikum in den Osten. Er war Mönch und Staatsmann zugleich und er gründete zwei Klöster: Biotrio und Favianis. Eigentlich wollte Severin in seinem Kloster sein Leben betend und fastend verbringen, aber die damaligen Verhältnisse zwangen ihn, ein Mann der Tat zu werden. Hoch geachtet auch von den Germanen, Arianern und Heiden starb Severin 482 in Favianis. Einige Jahre später nahmen Mönche seinen Leichnam nach Italien mit. Seit 1807 ruht er in der Pfarrkirche zu Fratta Maggiore bei Aversa.
Die Predigten, die dieser apostolische Mann dem Volk hielt, brachten erstaunliche Wirkungen hervor. Wer ihn hörte, wurde von lebhafter Abscheu gegen die Sünde erfüllt und fühlte sich hingezogen, Gott mit großer Inbrunst zu dienen. Man sah in ihm einen Engel, den der Himmel in seiner Barmherzigkeit auf die Erde geschickt hatte. Mehrere Städte begehrten ihn zum Bischof, dich er weigerte sich stets, ihren dringenden Bitten zu entsprechen. ,,Ist es nicht genug“, sagte er zu ihnen, ,,dass ich meine geliebte Einsamkeit verlassen habe, um euch zu unterrichten und zu taufen?“
Der Ruf der Heiligkeit des Heiligen Severins zog viele Menschen an. Könige und Fürsten verschiedener Völkerstämme besuchten ihn, so auch Odoaker, der König der Heruler. Beim Anblicke der Zelle des Heiligen, die so niedrig war, dass er nicht einmal aufrecht stehen konnte, war er tief erschüttert. Severin sagte ihm auch den glücklichen Erfolg seines Feldzugs in Italien und die baldige Eroberung dieses Landes voraus. Odoaker, damals noch ein Jüngling, war nicht gerade bestens gekleidet, und so sagte Severin zu ihm: „Gehe nach Italien, jetzt noch mit abgenutzten Fellen bekleidet, bald aber wirst du imstande sein, vielen gar vieles zu schenken.“ Da diese Weissagungen sich erfüllten, schrieb Odoaker dem Diener Gottes einen sehr ehrenvollen Brief, in welchem er versprach, ihm jede Bitte , die er an ihn richten würde, zu erfüllen. Severin aber, dem die Gabe der Gnade genügte, begehrte nichts für sich selbst, sondern bat nur den herulischen Fürsten, einige des Landes Verwiesene zurückkehren zu lassen.
Als Pilger mit Stab und Buch oder mit Abtstab, das Kruzifix in der Rechten und dem Volk predigend, wird der Apostel von Norikum dargestellt.Manche Abbildungen zeigen ihn auch, wie er an einem Grabmal betet.
Drei Könige.
Nach der Geburt Jesu zu Bethlehem, zur Zeit des Königs Herodes, kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem. Bereits 40 Jahre vor der Geburt Christi wurde von einem Propheten vorausgesagt, dass der Messias in die Welt kommen werde. Herodes, mit dem Beinamen „der Große“, Sohn des Idumäers, hatte die Gefangenschaft des Hohepriesters und Königs Hyrkanus II. unter den Partnern dazu benutzt, sich selbst mithilfe der Römer auf den Thron Davids zu setzen. Die Geschichte bezeichnet ihn als Tiger, schlau, tückisch, gewalttätig und blutrünstig. Unter der Herrschaft dieses „Tigers“ kam das „Lamm Gottes“ zur Welt. Ohne Zweifel wollte Gott damit zu erkennen geben, dass er auf Erden keine Macht zu fürchten habe.
Nun kamen da Weisen aus dem Morgenland. Welches Land nannten sie als ihre Heimat? Diese Ankömmlinge sollen Fürsten aus Arabien oder Persien gewesen sein – einer hatte eine weiße Hautfarbe, der andere eher eine gebräunte, der dritte eine schwarze. Der Jüngste soll Kaspar geheißen haben, ein Jüngling, dem die Sehnsucht nach Christus die Haare gebleicht hatte, und die anderen Melchior und Balthasar. Diese Zahl, dass es drei waren, findet man erstmals bei Leo dem Großen und die Namen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Einer Tradition zufolge fand die Kaiserin Helena ihre heiligen Gebeine, die zuerst nach Mailand gekommen sein sollen, und nachdem sie dort 670 Jahre geruht haben, wurden sie geschenkt. Diese seien von Kaiser Friedrich Rotbart dem Erzbischof von Köln, Reinald von Dassel, geschenkt worden. Dieser hat sie in den Dom zu Köln gebracht, wo sie jetzt ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und als Hauptschatz verehrt werden.
So wie sie die Legende schildert, sind sie Vertreter der drei Völkerfamilien der Erde. Doch wenden wir uns wichtigeren und erbaulicheren Dingen zu, die es auch dem Evangelisten wert waren, aufgezeichnet zu werden.
1. Es waren Weisen, das sind Gelehrte, die sich mit Naturforschung, Sternenkunde und anderen philosophischen Gegebenheiten befassten, die aber in all ihren Studien sich nach der göttlichen Wahrheit und dem göttlichen Heil ausrichteten. Ein Weiser ist nämlich nur der, der einsieht, dass rein menschliche Erkenntnisse nicht genügen. Er erkennt außerdem, dass es einen gibt, der alles schafft. Der Weise sieht in der Schöpfung einen Wegweiser zu Gott und findet in Gott allein Heil. Er benützt das natürliche Licht, um das Übernatürliche zu empfangen.
2. Die Weisen kamen aus dem Morgenland. Das war eine weite, beschwerliche und gefahrvolle Reise, die diese Männer auf sich genommen haben, obwohl sie von vornehmer Abstammung und einem bequemen Leben gewohnt waren. Das muss man ihnen doppelt zugutehalten. Noch dazu haben sie sich auf ein nicht so ganz verlässliches Zeichen hin entschlossen, diesen weiten Weg zurückzulegen. Das setzt ein starkes Gefühl der Hilfsbedürftigkeit voraus. Sie scheinen ein intensives Verlangen nach Hilfe gehabt zu haben, eine vollkommene Überzeugung, dass das ersehnte Heil nur von Gott ausgehen kann, sowie einen festen Glauben an den Stern, dem sie gefolgt sind und der ihnen eine göttliche Botschaft überbracht hat. Sie waren voller Willenskraft, haben nicht gezaudert und sind vor keiner Gefahr und Mühe zurückgeschreckt. Durch den Strahl der Gnade ist es in ihrem Herzen zum Tag geworden, und sie haben erkannt, dass dieser Weg für sie von Bedeutung war. Der Stern ist zum Sinnbild des Glaubens geworden, der Menschen zu Gott führen will. Er leuchtet allen, zwingt aber niemanden dazu, zu glauben. Es gab auch Zeiten, in denen die Weisen den Stern aus ihrem Blick verloren. Da drängen sich drei Fragen auf. 1. Warum ließ sie Gott dorthin gehen? 2. Welchen Beweggrund haben Sie? 3. Woraus erklärt sich das Verschwinden des Sternes, und was lehrt uns dieses Ereignis? Gott wollte ohne Zweifel die Weisen prüfen, ob sich ihr Glaube und beharrlicher Eifer bewähren, ehe sie zur beseligenden Anschauung des Neugeborenen zugelassen wurden und ob sie das zukünftige Glück verdienen. Ähnlich handelt Gott gegen alle, die den Weg zum Himmel wollen.
Was die Weisen anbelangt, war der Weg, den sie schließlich einschlugen, keineswegs unklug, denn wo anders als in der Hauptstadt und am Königshof sollten sie sichere Auskunft über den neugeborenen König der Juden erwarten? Doch bekamen sie bekanntlich keine richtige Auskunft und auch der Stern war dann nicht mehr zu sehen.
Was ist die Moral aus dieser Sache? Mit übernatürlichen, göttlichen Dingen soll man nicht von hochrangigen, weisen, reichen weltlichen Lehrern und Ratgebern Rat einholen. Das bringt nichts.
Erscheinung des Herrn 2014
Einleitung