Einleitung
Wenn wir ein Buch lesen oder einen interessanten Film sehen, versuchen wir immer, das Hauptanliegen des Werkes zu finden, und lassen uns davon ansprechen. Das merken wir uns dann jahrelang. Dieses Hauptanliegen kann auch zum Motto für das weitere Leben werden. Was ist das Hauptanliegen des heutigen Evangeliums? Wir werden den Satz hören: „Gebt ihnen zu essen!“ Könnte das im weiteren Sinne ein Hinweis auf die Eucharistie sein? Oder ist es ein Hinweis auf das Teilen?
Predigt
Der Evangelist Matthäus erzählt also von der Sättigung hungriger Menschen. Die Bibelexegese spricht von einer Sättigung in zweifacher Weise.
Einerseits: In Jesu Händen können Brot und Fisch so wunderbar vermehrt werden, und es ist genug für Tausende von Menschen da. Ich denke, das ist für uns gut vorstellbar. Andererseits fordert Jesus seine Apostel auf, den Menschen von dem zu geben, was sie haben, und wenn das alle tun, gibt es genug und alle werden satt. Ist das nicht auch ein Wunder, wenn geizige und egoistische Menschen dazu fähig werden, zu teilen, und so ist für alle genug da?
Das ist auch heute aktuell, denn es leben Millionen von Menschen auf der Welt, deren Hauptanliegen Tag für Tag nur der Gedanke ist, alles an Nahrungsmitteln zu haben, was man sich wünscht. Dabei leiden zwei Drittel der Menschheit an Hunger und jährlich sterben 40 Millionen Menschen, weil sie nichts zu essen haben. Menschliche Hungersnot soll uns nicht gleichgültig sein, so will Jesus uns heute sagen. Vielmals lesen wir in den Evangelien, dass Jesus viel Zeit und Anstrengung den Hungernden, Kranken, Leidenden und Elenden widmete, um ihnen zu helfen. Er verlangt darum auch von uns: „Gebt ihnen zu essen!“ Nur mit Hilfe des Heiligen Geistes, den er uns versprochen und gesandt hat, können wir das schaffen.
Einige Aussagen in der Bibel weisen uns darauf hin. Da heißt es zum Beispiel: Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. Immer mehr wurden im Glauben dem Herrn zugeführt: Scharen von Männern und Frauen. Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, als sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Es gab keinen unter ihnen, der Not litt, denn alle, die Grundstücke und Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.
Dieses soziale Empfinden sollten auch wir haben – nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Dieses Anliegen hat Jesus auch uns anvertraut, und es kann weder durch das Gebet noch durch die Heilige Messe ersetzt werden. Ein Glaube ohne Taten ist nutzlos.
Von dieser Wirklichkeit erzählt einmal der russische Schriftsteller Tolstoi in einer Geschichte: Eine Erzieherin ist mit zwei Kindern in ein entferntes Dorf gefahren. Unterwegs ist ihre Kutsche kaputtgegangen und musste repariert werden. Sie nahm deshalb Zuflucht in einem Haus. Dort lebten auch zwei Kinder. Die Erzieherin freute sich, dass sie für die ihr anvertrauten Kinder Nahrung mitgenommen hatte. Sie bestrich daher ein Brot mit Butter, füllte ein großes Glas mit Milch und bot es ihren Kindern an. Die Kinder wollten aber nicht essen, da sie sahen, wie hungrig die Kinder in jenem Haus waren. Sie baten die Erzieherin, die Speise jenen hungrigen Kindern zu geben. Die Erzieherin fing an zu philosophieren und meinte: „Gott gab den einen mehr, den anderen weniger. “ In der Ecke saß der Großvater der Kinder, und er reagierte darauf so: „Gott liebt alle Menschen, und es ist nicht sein Wille, dass einige satt werden und andere hungern müssen.“ Gott will, dass wir teilen.“
Ein anderer Schriftsteller meinte einmal: „Wenn Christen Jesu Auftrag so erfüllt hätten wie in den ersten Jahrhunderten des Christentums, so hätte sich die Geschichte der Menschheit anders entwickelt. Es wäre nie zu irgendwelchen Kriegen gekommen, und es hätte niemals Kämpfe um soziale Gerechtigkeit geben müssen.
Vielleicht werden sie jetzt sagen: „Bei uns in Europa hat doch jeder genug zu essen, hat jedes angemessene Geld, um sich Nahrungsmittel zu kaufen. Doch immer wieder treffen wir auf Menschen, die um Geld betteln, weil sie sich weder Brot noch Milch kaufen können und ihre Kinder hungern.
Der Einwand darauf: Diese Menschen haben aber meist genug Geld für Handys, Zigaretten und Alkohol. Es gibt keine hungernden Menschen in Europa. Viele kommen doch aus den Ländern des Ostens, mit einem eigenen Auto angereist, und betteln bei uns. Da ist doch etwas nicht in Ordnung. Wer Geld für eine so lange Reise hat, hat nicht das Recht, zu betteln.
Wir sollten aber dabei nicht vergessen, dass es doch viele Menschen gibt, die hungern und keine Möglichkeit haben, zu arbeiten. Wir müssen helfen, wo wirkliche Not besteht. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe und das ist die Pflicht eines jeden Christen. Jesu Geist wird uns dabei helfen, zu erkennen, wer etwas nötig hat, und uns beizubringen, die richtigen Schritte zu setzen, damit niemand verhungern muss.
Im Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus sagt Abraham zum reichen Mann; Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: „Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt , werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: „Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen , wenn einer von den Toten aufersteht.“ Lk 16,30. Das gebrauchte Wort „hören“ in der ursprünglichen griechischen Form bezeichnet eine Tätigkeit, die immerwährend und dauerhaft ist. Das heißt. Der Christ ist der Mensch, der täglich das Wort Gottes hört. Wir müssen uns dessen bewusst werden, dass das Wort Gottes zu hören die Tätigkeit ist, die nie aufhört. Einmal eine alte Frau auf die Frage, ob sie die Bibel liest, sie antwortete. Ich habe die Bibel schon vor dreißig Jahren durchgelesen. Das ist sicher nicht die Antwort einer Christin. Die Bibel verwendet im Zusammenhang mit dem Gotteswort zwei griechische Wörter: Logos und Réma“ Diese Wörter sind Synonyme. Aber sie verwendet sich in verschiedenen Bedeutungen. Logos bezeichnet das Wort Gottes, das einmal und für immer gesagt ist. Darüber sagt Jesus: „Amen , das sage ich euch. „Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen; bevor nicht alles geschehen ist“ Mt 5,18 . Réma bezeichnet das Gotteswort, das dem konkreten Menschen in der gegebenen Situation / für eine bestimmte Lage verlautet. Zum Beispiel. In der Apostelgeschichte lesen wir: „Sie zogen an Mysien entlang und versuchten , Bithynien zu erreichen, doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab. Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn. „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns“ Apost. 16,7-9. Dieses Wort erklingt ausschließlich für Paulus und für eine konkrete Situation. Wir kennen vier Kanäle, durch die Gott zu uns spricht.
Viele von uns besuchen die heilige Messe. Bei der heiligen Messe beten wir und erleben ein erhebendes Erlebnis, um eine geistige Atmosphäre zu spüren. Wir reichen uns die Hände, aber es passiert, dass wir mit leerem Herzen gehen. Die heilige Messe ist die Quelle des geistigen Lebens, der Brunnen des lebendigen Wassers. Aber leider ist dieser oft geschlossen oder versiegelt. Diese Quelle ist darum geschlossen, weil wir die heilige Messe nur als erhebendes Erlebnis, um eine geistige Atmosphäre zu erleben oder einfach um die Predigt zu hören, sehen. Es gibt Menschen, die sagen: „Kann ich nicht auch zu Hause beten?“ Oder: „Wenn ich in den Wald gehe, kann ich mich dort besser konzentrieren.“ Warum sollte ich in die Kirche gehen? Gott ist doch überall.
Wegen dieser Einwände ist es notwendig, die Geheimnisse, die Bedeutung und die Wichtigkeit der heiligen Messe zu begreifen. Zu allem, was wir erleben wollen, ist es essenziell, sich vorzubereiten, zum Beispiel für eine Geburtstagsfeier, ein Konzert oder eine Begegnung mit Freunden. Auch für die Begegnung mit Gott müssen wir uns gut vorbereiten. Daran erinnern uns schon die Glocken. Sie rufen uns wie der Prophet Joel zu: „Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus. Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde. Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge“ (Joel 2,15-16). In der Offenbarung heißt es: „Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen ist“ (Offb 19,9).
Aber es ist möglich, diese Einladung abzulehnen. Es ist möglich, wie der Mann im Gleichnis zu Jesus zu sagen: „Ich kann nicht kommen. Gerade habe ich das Feld gekauft und muss es ansehen.“ In diesem Gleichnis werden auch andere Gründe angeführt, weshalb der Mensch nicht kommen kann. Es gibt heutzutage viele Gründe: Ich habe viel Arbeit, im Fernsehen ist ein guter Film, ich bin müde, ich habe Besuch, ich mache einen Ausflug. Wenn wir darüber tiefer nachdenken, stellen wir jedoch fest, dass es nur eine Ursache gibt: Die Liebe zu Gott ist gering, und er wird daher nicht auf den ersten Platz gestellt. Doch die faszinierendste Vorbereitung auf die heilige Messe ist die Sehnsucht nach Gott. Diese Sehnsucht sollte in freudige Entschlossenheit einmünden. Diese Entschlossenheit hatten jene, die zum Tempel in Jerusalem wanderten. Im Psalm 112,1 heißt es: „Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Und im Psalm 100,4 steht geschrieben: „Tretet mit Dank durch seine Tore ein! Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! Dank ihm, preist seinen Namen!“ Wie herrlich wäre es, wenn auch wir mit dieser Sehnsucht in die Kirche kämen.
Wenn wir die Kirche betreten, befindet sich im Vorraum das Weihwasserbecken mit geweihtem Wasser. Wir tauchen die Finger ins Wasser und machen ein Kreuzzeichen. Durch dieses Zeichen bekennen wir unseren Glauben. Durch das Kreuz erinnern wir uns daran, dass wir Christen sind. Wir haben das Recht, die heilige Messe zu feiern. Das Kreuzzeichen erinnert uns daran, dass wir Christus anziehen sollen, ihm unsere Fähigkeiten, unser Herz, unsere Hände – mit einem Wort: alles –, um eine geistige Atmosphäre zu erleben oder einfach um die Predigt zu hören und zu sehen, verschiedene Gesten zeigen und aufstehen. Zugleich ist es auch die Bitte, dass uns Christus von allem Bösen bewahren möge. Denken wir daran, dass wir uns in Ehrfurcht bekreuzigen sollen! Dann machen wir vor dem Tabernakel eine Kniebeuge. Damit bekennen wir unseren Glauben an die ständige Anwesenheit Jesu in der Eucharistie. Eine Anmerkung dazu: Besser ist es, nicht gleichzeitig zwei Sachen zu machen – das Bekreuzigen und die Kniebeuge. Entweder bekreuzige ich mich oder mache eine Kniebeuge. Es ist auch sinnvoll, die Nachbarn wahrzunehmen, sie anzulächeln und die Hand zu reichen. Wir sind doch eine Familie. In der Kirche gibt es verschiedene Symbole. Lassen wir uns von diesen Symbolen ansprechen!
Das Leben des Menschen, der ohne Gott lebt, ist auf sich selbst gestellt. Hier ist der Mensch der Schwerpunkt. Er ist für sich selbst das Gesetz und freilich erwartet er, dass alles auf irgendeine Weise seinen Interessen dienen wird – das ist der Egoismus. Für „Diener Gottes“ ist Gott der Lehnsherr Der Mensch unterhält gesetzmäßige und gerechte Beziehungen mit Gott. Wobei gibt Gott mehr, als der Mensch ihm wiedergibt. Weiterhin bleibt im Mittelpunkt der Mensch, sein Interesse an der Segnung, auf die er hofft. Für Gottes Sohn/Tochter ist Gott der Sinn des Lebens. Der Mensch ist in Gott verliebt wie eine Braut in ihren Bräutigam. Gott wird das Zentrum, der Sinn und das gesamte Leben der Menschen sein, der Wert, der allem Bedeutung verleiht.
Eine kurze Geschichte.
Die Christen fangen und führten zum römischen Präfekten Rustikus. Rustikus fragte sie. Welche Lehre bekennt ihr? Justin antwortete. Ich bemühte mich, alle Lehren nachzuprüfen, hielt aber an der christlichen Lehre fest. Präfekt Rustikus fragte weiter. Was für eine Lehre ist das? Das ist die christliche Lehre. Wir Christen bekennen einen allmächtigen, unsichtbaren Gott, der den Himmel und die Erde erschuf. Er sandte einen einzigen Sohn, den die Propheten vorhergesagt hatten und der uns erlöst hat. Präfekt Rustikus sagte. Jetzt kommen wir zur Sache. Kommt ihr überein und opfert den Göttern. Justin entgegnete. Ein vernünftiger Mensch sinkt nicht aus der wahren Religion in den Aberglauben. Präfekt Rustikus erklärte. Wenn ihr nicht ausführt, was ich euch gebiete, lasse ich euch erbarmungslos foltern. Justin antwortete. Uns ist versprochen. Wenn wir für unseren Herrn Jesus leiden werden, werden wir erlöst. Wir sind Christen. Mache, was du willst. Wir werden den heidnischen Göttern nicht opfern. Rustikus sprach das Urteil aus: „Diejenigen, die den Göttern nicht opfern und den Kaisers Befehl nicht erfüllen wollten, werden ausgepeitscht und hingerichtet. Die heiligen Märtyrer feierten Gott und traten auf den Richtplatz auf, wo ihnen der Kopf enthauptet wurde.
Das Schema
Ohne Gesetz Unter das Gesetz Evangelium
Ichsucht Zehnenten,Erstlinge Im Mittelpunkt ist „Bräutigam“
Im Mittelpunkt „Schenkung“
bin ich
Die Eigenmächtigkeit Die Fairness, die Gerechtigkeit Die Vollkommenheit
Ich mache, was ich will. Die Regelung des Auskosten der Liebe
Die Gottlosigkeit. Gottesdienst, Sonntag, Gebet, Gottfeier, der Sinn
Formalismus, Gleich-Dankbarkeit und das Ziel des Lebens
-gültigkeit
Kein Versprechen, das Versprechen des Glücklichen, das Versprechen des
gesegneten irdischen Lebens Heiles
Das Profil des Christen in der Praxis.
Ein Christ ist der Mensch, der der Gottesliebe unterlag und sich in Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele verliebte. Und er ist mit der Sehnsucht erfüllt, diese Liebe äußern zu können. Die Weise, mit der er das macht, ist der Dienst. Sein Leben weiht er Gott; er dient ihm, weil er ihn liebt, weil Gott dieser ist. Dienstes und Ergebenheit würdig ist. Das Ziel des Dienstes ist, Gott feierlich zu begegnen. In seinem Tun, vor dem Antlitz der ganzen Welt. Darum vergisst der Christ sich selbst, damit er Gott erhebt. Das ist das Wesen der christlichen Demut. Die Entscheidung, sich selbst und Gott zu erheben, dem wir dienen.
Einleitung
Viele Menschen sagen: „Wer Geld hat, hat alles. Man kann dann alles kaufen, wonach das Herz begehrt. Sie wollen viel Geld haben, damit sie alles kaufen können, was ihnen Spaß und Freude macht: Autos, Häuser, Schmuck und vieles mehr. Reichtum ist für sie die essentiellste Sache der Welt. Die Aussage Jesu im heutigen Evangelium wird viele Menschen überraschen. Er erzählt nämlich von einem Wert, der weitaus bedeutender ist als die teuersten Schätze der Welt, kostbarer als die prächtigsten Perlen. Dieser Wert ist das Himmelreich.
Predigt
Sie wissen, wenn wir vom Himmel sprechen, denken wir nicht an den Raum, der sich über der Erde wölbt. Wir bezeichnen im Sprachgebrauch natürlich auch den Raum über uns als Himmel. Wir sprechen von den Sternen am Firmament und von der Sonne, die vom Himmel her abstrahlt. Allerdings haben dieser räumliche Himmel und das Himmelreich – das Reich Gottes – nichts gemeinsam.
Warum nicht? Der Himmel über uns ist etwas, das wir sehen können. Das Reich Gottes – auch als Himmelreich bezeichnet – ist für uns unsichtbar. Zu denken, dass Gott dort irgendwo oben auf einem Thron sitzt, umgeben von Engeln, und dass dies so hoch oben ist, und dass wir daher seine Pracht und Herrlichkeit mit den Augen nicht sehen können, ist nicht richtig. Dass dies ein Irrtum sei, erfuhr auch der erste Kosmonaut Jurij Gagarin, der nach seiner Rückkehr aus dem Weltall erklärte: „Ich habe Gott dort oben nirgendwo gesehen.“ So ist es – Kosmonauten können monatelang im Weltall herumfliegen oder auf irgendeinem Planeten landen; sie werden dort niemals Gott noch Engel treffen.
Als einfache Menschen werden wir uns dann fragen: Was ist das Reich Gottes? Ich würde darauf antworten: Das ist der Zustand des größten Glücks und eine unendliche Freude, die der Mensch mit Gott im Jenseits erleben wird. Diese Welt ist uns Menschen jetzt noch unsichtbar. Wenn im Himmelreich der Materialismus entscheidend wäre, wäre das sehr armselig, denn alles, was wir mit den Augen sehen können, gehört zu den unwesentlichen Dingen, was die Ewigkeit betrifft. Was wir bisher nicht sehen konnten, ist so fabelhaft und imposant, dass wir es uns nicht vorstellen können. Dazu ein Vergleich: Wir sehen mit unseren Augen etwa ein Pferd oder einen Elefanten, aber wir können nicht die Elektrizität, den Magnetismus und die Atomkraft sehen. Das sind alles Imposante und großartige Tatsachen, die für uns sehr bedeutend sind und nicht mit der Kraft eines Pferdes oder eines Elefanten vergleichbar sind.
Auch das Himmelreich gehört zu dieser großartigen Wirklichkeit, die aber noch viel, viel bedeutender ist, denn es ist der Sinn und das Ziel unseres Lebens. Wenn das nicht so wäre, würden viele Menschen ihre Belohnung für das Gute, das sie auf Erden getan haben, nie erhalten. Hier auf Erden gibt es keine Gerechtigkeit. Daher ist nichts auf der Welt kostbarer als das Leben mit und in Gott. Wenn uns der große Wert einer Freundschaft mit Jesus und das ewige Glück bei ihm bewusst sind, dann werden wir wie der Mann im heutigen Evangelium handeln, der um jeden Preis den Schatz gewinnen wollte.
Leider gibt es Menschen, die viel opfern, um das zu gewinnen, was ihnen am Herzen liegt. Ich denke da zum Beispiel an Sammler, die alles geben, um für ihre Sammlung Gegenstände zu erwerben, an denen es ihnen besonders liegt. Sie sind bereit, für ihre Sammlerleidenschaft alles zu geben, Millionen auszugeben für verschiedene Kunstwerke oder Papiere, die von prominenten Persönlichkeiten unterschrieben sind. Traurig ist aber, dass diese Menschen kaum fähig sind, zu begreifen, was für ein großes Glück und überwältigende Freude es ist, einmal im Reich Gottes zu leben.
Wie können wir das Himmelreich gewinnen? Dazu brauchen wir Hilfe. Mit unseren eigenen Kräften können wir das nicht. Gott bietet uns seine Hilfe an und wir müssen sie annehmen und an uns arbeiten.
Dazu ein Beispiel: Bei einer Jagd gelangte der König zu einer Einsiedelei tief im Wald. Er war überrascht, dort einen Menschen anzutreffen. Er fragte den Einsiedler: „Warum lebst du hier?“ Er antwortete: „Ich bin hierhergekommen – wie Sie –, um zu jagen. Ich jage aber nicht nach Wild, sondern nach dem Himmelreich. Dieses Reich können wir nicht für Geld kaufen; es kann uns nur geschenkt werden. Es wird nur jenen geschenkt, die sich darum bemühen.
Es wäre schön, wenn wir uns alle darum bemühen würden, das Reich Gottes zu erlangen. Dies könnten wir erreichen, indem wir das Wort Gottes hören, danach leben und handeln und die vielen Gnaden, die Gott uns anbietet, annehmen. Das wunderschöne Beispiel der kostbaren Perle möge uns daran erinnern.
Jesus beruft uns. Ob wir von Jesus berufen werden oder nicht, hängt davon ab, ob wir bereit sind, ihn zu hören und seinem Willen nachzukommen. Jesus spricht nur diejenigen an, die bereit sind, ihn zu hören. Er spricht nicht diejenigen an, die ihn nicht hören wollen und es lieber haben, dass Jesus nicht in ihr Leben eingreift.
Heute denken wir über das Wort „hören“ nach. Der Unterschied zwischen Lehrer (Meister) und Schüler (Jünger) ist, dass der Lehrer etwas sagt und der Schüler zuhört. Der Schüler lernt vom Lehrer. Bei unserer Beziehung zu Jesus ist das manchmal anders, eigentlich umgekehrt. Wir sind der Lehrer und Jesus ist der Schüler. Glauben Sie nicht auch?
Wie viele Leute haben heute folgende Meinung: Die Kirche sollte das und jenes machen. Es ist heute unmöglich, nach dem Evangelium zu leben. Sie bestimmen, was die Kirche tun sollte. Ihre Meinungen und Ansichten sind dem entgegengesetzt, was Christus verkündet und im Evangelium steht. Es ist alles erlaubt; es ist alles normal. Die Meinung jedes Menschen muss respektiert werden. Mit einem Satz gesagt: Jeder kann machen, was er will. Und dabei kommt sich der Mensch sehr klug vor. Er sieht das als Lösung aller Probleme an und meint, er habe damit ein Glücksrezept.
Aber was ist das Resultat? Viele zerrüttete Familien in ganz Europa beweisen das Gegenteil. Ohne Gott ist ein dauerhaftes Glück unmöglich. In Europa scheiterten zwei Ideologien, die eine Gesellschaft ohne bzw. gegen Gott bauten. Das waren der Faschismus und der Kommunismus. Beide Ideologien versprachen den Menschen Glück und Wohlstand, und was hinterließen sie – Millionen Tote und riesiges Leid. Die heutige Gesellschaft sagt zwar, sie sei nicht gegen Gott, doch sie lebt ohne ihn und in gewisser Weise auch gegen Gott.
Und warum gegen Gott? Ganz einfach erklärt: Wenn jemand die Gebote Gottes nicht einhält, dann lebt er gegen Gott. Und was ist das Ergebnis? Es ist nicht schwierig, das zu erkennen und zu durchdenken. Wenn wir Jesus Jünger sein wollen, müssen wir uns anlernen. Und das bedeutet: achtsam, aufmerksam auf das Wort des Herrn zu sein: „Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen.“ Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt.“ Lk 12,35-38. Jesus ist unser Lehrer. Er erwartet von uns eine schöpferische Handlung. Jeder Mensch hat seine Fantasie, Vorstellungen und Ideen. Gott lehnt das nicht ab. Nehmen wir ein Beispiel aus dem Alten Testament. Die Juden fertigten/gossen/ das goldene Kalb an/ab/und beteten es an. Darauf sagte Gott zu Mose. Lass mich, damit ich sie vernichte, ihren Namen unter dem Himmel auslösche und dich zu einem Volk mache, das mächtiger und zahlreicher als dieses ist…“ Ich warf mich nieder, weil der Herr gedroht hatte, euch zu vernichten. Ich betete zum Herrn und sagte: „Gott, mein Herr, bring nicht das Verderben über dein Volk und deinen Erbbesitz, die du in deiner Macht freigekauft und mit starker Hand aus Ägypten geführt hast.“ Dt 9,13; 25. Gott erwartete Moses’ Fürsprache und erhörte sie. Oder führt Jesus seine Jünger an einen andern Ort. Zum Beispiel: Bei der Brotvermehrung. Als Jesus aufblickte und sah , dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: „Wo sollen wir Brot kaufen ,damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste, was er tun wollte.“ Joh 6,5-6: Und wie reagierte Philippus? Vielleicht so. Herr, du weißt das. Entscheide. Nein, Philippus schlägt die „Initiativlösung“ vor, obwohl es nicht die ist, die Jesus erwartete. Philippus antwortete ihm: „Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus , wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm. Hier ist ein kleiner Junge, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat. Vorschlag: Brot zu kaufen, absetzen: Doch, was ist das für so viele! Jesus lehnt Philippus‘ Vorschlag , Brot zu kaufen, ab. Jesus sagte: „Lasst die Leute sich setzen.“ Und wie reagierte Philippus? Er zeigte sich als wirklicher Jünger des Herrn. Er verließ seine Vorstellung „den Einkauf des Brotes“ und erfüllte Jesus’ Wünsche. Es ist wichtig dem Lehrer/gehorchen. Wenn eine Mutter sich bei ihrer Nachbarin beklagt. Die Kinder folgen mir überhaupt nicht; sie machen, was sie wollen; sie wollen damit sagen. Jemandem folgen bedeutet, sein Wort anzunehmen, und das Wort anzunehmen bedeutet, das Wort zu verwirklichen. Darum ermuntert uns die Heilige Schrift: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; denn sonst betrügt ihr euch selbst.“ Wer das Wort nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet. Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah. Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handeln, der wird durch sein Tun selig sein
Gehorchen in Glauben (ob-audire) heißt, sich dem gehörten Wort in Freiheit unterwerfen, weil dessen Wahrheit von Gott, der Wahrheit selbst, verbürgt ist. Als Vorbild dieses Gehorsams stellt die Heilige Schrift uns Abraham vor Augen . Die Jungfrau Maria verwirklicht ihn am willkommensten / KKK 144). Fassen wir das zusammen. Damit wir Jesus Jünger sind, ist es notwendig, wach zu sein, sonst werden wir die Worte des Herrn nicht hören. Es ist notwendig, zu schweigen. Nur wenn wir schweigen , können wir hören. In der Stille sein Wort anzunehmen. Auch unsere eigenen Pläne, Einfälle, Gedanken Gott vorlegen, damit er sie beurteilen, annehmen oder verdammen oder ablehnen kann. Das Wort wird dann angenommen, wenn es verwirklicht wird. Wenn es sich in eine Tat verwandelt. Wenn wir in ein Haus hineinlaufen und rufen: „Es brennt, es brennt“, und die Menschen weiter am Tisch arbeiten. Wirklich haben diese Leute unser Wort angenommen? Nein. Wenn sie unser Wort angenommen hätten, wären sie weggeflogen, um ihr Leben zu retten. Jesus’ Worte nehmen wir bis dahin an, wenn wir sie verwirklichen.
Die allgemeinen Früchte kommen der ganzen Kirche zugute, die besonderen Früchte tun es ebenfalls.
1. dem Priester , welcher die Heilige Messe zelebriert
2. Jenen, für die der Priester die heilige Messe darbringt
3. Allen, die der heiligen Messe andächtig beiwohnen
Die Frucht eines Baumes oder eines Ackers ist die, weshalb man den Baum pflanzt oder den Acker bebaut – also der Nutzen, den man davon hat. So sind die Früchte der heiligen Messe der Nutzen, die uns das heilige Messopfer bringt.
Das heilige Messopfer hat allgemeine Früchte, das heißt, es hat einen geistlichen Nutzen, der allen katholischen Christen gemeinsam ist – einen Nutzen für die ganze Kirche, für alle Lebenden, für die Frommen, aber auch für die Sünder und die Verstorbenen, die im Fegefeuer sind. Sie alle bekommen um des Opfers Jesu willen fortwährend reichliche Gnaden, die armen Seelen eine Abkürzung oder Nachlassung ihrer Strafen.
Das heilige Messopfer hat aber auch einen ganz besonderen Nutzen, der nicht allen zukommt. Der Priester erhält aus dem heiligen Messopfer einen besonderen Nutzen und außergewöhnliche Gnaden. 1. Der Priester, welcher das heilige Opfer darbringt. Er ist ja der Gnadenquelle am nächsten – aber er braucht auch die Gnade am notwendigsten für die schwierigen Arbeiten seines heiligen Berufs. 2. Einen besonderen Nutzen haben jene, für welche der Priester das heilige Messopfer im Besonderen darbringt. Fromme Christen bitten den Priester deshalb gern, die heilige Messe für sie oder ihre Angehörigen aufzuopfern, in diesem oder jenem Anliegen zur Erlangung dieser oder jener Gnade. 3. Ebenso haben all jene, die der heiligen Messe andächtig beiwohnen, einen besonderen Nutzen. Und zwar haben sie umso mehr Nutzen, je größer ihre Andacht ist. In der Heiligen Messe ist Jesus bereit, die Ströme seiner Gnade auszugießen. Zum Beispiel: Am Brunnen bekommt nur der , der ein großes und leeres Geschirr bringt. Ähnlich ist es mit der Gnade. So bekommt viel Gnade der, der ein Herz bringt, das leer ist von bösen, sündhaften Neigungen und groß und weit ist, um in rechter und frommer Weise zu leben, um Gott zu gefallen. Jesus ist bereit, ihm in der Heiligen Messe seine köstlichsten Schätze zu schenken. Würden wir doch diese Gnaden mehr schätzen! Würden wir doch mehr mit dem Herzen an der heiligen Messe teilnehmen! Noch etwas bekommen wir bei jeder heiligen Messe: die Gnade der Reue und Buße zur Vergebung der Sünden. Gott gibt uns also die Gnade, dass wir imstande sind, unsere Sünden zu bereuen und Buße zu tun. Auch bei der Messe werden uns zeitliche Sündenstrafen auferlegt. Das sind jene Sündenstrafen, die wir noch zu erleiden haben, auch wenn uns durch die Beichte die ewigen Strafen nachgelassen werden. Sie heißen zeitliche Strafen, weil sie nur begrenzt dauern und nicht ewig sind. Wir müssen sie in dieser Welt abbüßen durch geduldiges Ertragen des Leidens, oder wir müssen, wenn wir das nicht tun, im Fegefeuer leiden, bis sie abgebüßt sind. In der heiligen Messe haben wir nun ein leichtes Mittel, diese Strafen abzubüßen, um uns womöglich vor dem schweren Fegefeuer zu bewahren. Das geschieht durch die andächtige Teilnahme an der heiligen Messe. Vielleicht müsste so mancher nicht mehr im Fegefeuer leiden und wäre schon im Himmel, wenn er die kleine Mühe nicht gescheut und öfter und andächtiger an der heiligen Messe teilgenommen hätte. Wenn eine arme Seele nochmals zurück zur irdischen Welt kommen könnte, wie gerne und andächtig würde sie eine heilige Messe mitfeiern. Wir alle, die noch hier auf der Erde weilen, können das immer wieder tun. Besuchen wir also so oft es möglich ist eine heilige Messe!
16.Sonntag A-2014 Weizen und Unkraut – Gut und Böse
Einleitung
In der Welt gibt es keinen Mangel an Unkraut – im übertragenen Sinn gemeint. Es gibt Krankheiten, Kriege und viel Böses, das Menschen verursachen, wie Hass, Neid, Korruption, Schwindel und Betrug. Genauso wie die Apostel fragen auch wir uns: „Woher stammt das Böse?“ Die Macht des Bösen ist groß. Wie ist die Einstellung Jesu dem Bösen gegenüber? Auf diese Frage antwortet Jesus im heutigen Gleichnis, das wir hören werden. Das Böse kommt nicht von selbst, dahinter steht Satan. Viele denken aber, wenn wir die Menschen unschädlich machen, die Böses tun, dann kann es nichts Böses mehr geben. Dieser Einstellung stimmt Jesus nicht zu. Auf die Frage der Diener: „Sollen wir das Unkraut ausreißen?“, entgegnet Jesus: „Nein, sonst reißt ihr dabei auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte!“ Mit einem Wort – Jesus ist in der Frage nach dem Bösen nicht für eine radikale Lösung.
Predigt
Viele Gärtner kaufen regelmäßig Mittel zur Unkrautbekämpfung, sogenannte Herbizide. Sie sollen helfen, das Unkraut zu vernichten, damit ihr Garten nach ihren Vorstellung schön wird.
Das ist im Garten möglich, im Leben ist es schwieriger. Im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut erklärt Jesus das sinnbildlich und gut verständlich. Es wird bis zum Ende der Welt das Gute und das Böse geben, denn sowohl Gott als auch der Satan streuten ihre Samen vom Beginn der Welt an auf ihre Weise aus. Alles, was Gott säte, war gut. Der Mensch war glücklich, bis auch der Satan das Böse auszusäen begann. Er wollte die Menschen überzeugen, dass Gott ein eifersüchtiger Gott ist, der den Menschen das Glück nicht gönnt. So sagte er zu den ersten Menschen: „Esst von dem verbotenen Baum und ihr werdet wie Gott sein.“ Die Menschen glaubten dem Satan und es begann der Prozess der Saat – Gott säte und der Satan säte. Gott säte: „Ich bin Jahwe, dein Gott, du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ Der Teufel aber säte: „Das ist nicht wahr, Mensch, du bist selber Gott, bete dich selbst an, bewundere dich selbst, zeige, was in dir ist. Gott brauchst du dazu nicht!“ Gott säte: „Gedenke des Sabbats. Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag des Herrn, deinem Gott geweiht. An diesem Tag darfst du keine Arbeit tun.“ Der Satan entgegnete: „Kein Tag ist ein heiliger Tag. Arbeite und verdiene und was du verdienst, genieße! Geh nicht am Sonntag in die Kirche, das ist nur vertrödelte Zeit und bringt kein Geld.“ Gott aber säte: „Ehre deinen Vater und deine Mutter!“ Der Satan säte: „Die Eltern brauchst du zu deinem Glück nicht. Gehorche der Welt! Deine Eltern können dich nicht erziehen, damit du in der modernen Welt bestehen kannst. Lass dich von den Medien erziehen!“ Gott säte: „Du sollst nicht töten!“ Satan säte: “ Kämpfe für deine Rechte. Wenn dich Menschen behindern, beseitige sie! Wenn dir ein Volk unsympathisch ist, vernichte es! Wenn du ein Kind nicht haben willst, treibe es ab. Wenn ein Mensch unheilbar krank ist, empfehle ich dir die Euthanasie.“ Gott säte: „Du sollst nicht Unzucht treiben!“ Der Satan antwortet darauf: “ Du bist ein freier Mensch und kannst machen, was du willst. Wozu die Reinheit und die Treue? Genieße das Leben!“ So also sind die gegenteiligen Meinungen von Gott und dem Satan. Jesus erwähnt auch den Umstand, dass der Satan es ausnutzt, wenn die Leute schlafen und es gelingt ihm immer wieder die Menschen einzuschläfern, damit er säen kann. Manchmal dienen Menschen einmal Gott, dann wieder dem Satan, ganz nachdem es in ihr Leben passt. Sie machen Gott auch dafür verantwortlich, wenn Böses in der Welt geschieht und machen ihm Vorwürfe. Dabei wird vergessen, dass durch ihr Verdienst in der Welt das Unkraut wächst. Sind wir Gott dankbar für die Geduld, die er mit uns hat und erlauben wir ihm, so wie einst der Heilige Paulus oder Augustinus, dass er auch das Unkraut aus unseren Herzen entfernt. Freuen wir uns darüber, dass sich Menschen ändern und das Böse meiden und das Gute tun.
Viele Menschen sehnen sich nach einer Welt, in der es nichts Böse gibt. Warum erlaubt Gott, dass es in der Welt auch das Böse gibt? Der Mensch hat einen freien Willen und er kann sich entscheiden für das Gute oder das Böse und somit kann er Belohnung oder Strafe erhalten. Viele Menschen denken, dass es besser wäre, wenn der Mensch diese Möglichkeit nicht hätte. Wir müssen uns aber mit der Situation abfinden, dass es bis ans Ende der Welt auch das Böse in der Welt geben wird. Werden wir uns dessen bewusst, dass für das Böse in der Welt nicht Gott verantwortlich ist, sondern wir Menschen selbst – jeder auf seine Weise.
Zur Zeit Jesu, hatte jeder Knabe die Möglichkeit , seinen Lehrer frei zu wählen und sich zu ihm melden. Mit der Jesus Ankunft , änderte sich die Situation. ,, Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ Joh 15,16. Jetzt, nicht der Schüler wählt seinen Lehrer, sondern der Lehrer beruft seine Schüler.,,Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: ,,Folge mir! Da stand Matthäus auf und folgte ihm“. Matthäus wurde von Jesus berufen. Und er spürte, dass diese Berufung in sich die Kraft hat. Die Kraft, die ermöglichte, dass er – Zöllner- nur so plötzlich seine einträgliche Beschäftigung verließ und wurde Wanderprediger. Oder die Fischer, die von Kindesbeinen an mit ihren Schiffen und See eingebunden waren, plötzlich ließen ihr Leben hinter und folgten Jesus in die unsichere Zukunft. Und das geschah. ,, Als Jesus am See von Galiläa entlang ging, sah er Simon und Andreas , den Bruder des Simon, sie warfen gerade auf dem See ihr Netz aus, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt folgt mir nach! Ohne zu zögern , ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging sah er Jakobus den Sohn des Zebedäus und seinen Bruder Johannes , auch sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus“ Mr 1,16-20. Oder ein einflussreicher Pharisäer /Paulus/ ,,wirft“ seine Karriere ab und erwählte ein Leben voll der Schmerzen und Verfolgung. In der Berufung ist das Geheimnis der Bekehrung. Auch heute beruft Gott zum Priestertum, oder zum Ordens leben. Aber Gott nicht nur ruft, Er gibt auch die Kraft, vollziehen /verwirklichen/ das, wozu er uns beruft./ Das Leben diejenigen, die berufen sind/, ist für die Menschen, die nicht berufen wurden, unbegreiflich und unvorstellbar. Einzig/Nur/ die Macht der Gottes Berufung, macht die Realisierung/Verwirklichung/ dieser Berufung möglich. Ohne diese Berufung, der Mensch ist unfähig diese Berufung zu folgen und zu verwirklichen. Aber die Berufung betrifft nicht nur die Priester und die Mönchen. Der heilige Apostel Paul schreibt. ,, Denn alle, die er im voraus erkannt hat er hat auch dazu vorausbestimmt an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben.Die aber, die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht , die er aber gerecht gemacht hat, die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“. Röm 8,28-30. Nur diese Berufung gibt die Kraft Christus zu folgen. Ohne diese Berufung ist Christus folgen unmöglich. Mit Christus Berufung ist alles leicht. Davon spricht auch Jesus. ,, Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Diese Berufung gibt die Kraft ein neues, edelmütiges Leben zu leben. Wenn wir die Erfahrung mit der Berufung noch nicht erlebt hatte, dann wir sind noch nicht berufen. Was sollen wir in diesem Fall machen? In dem Seminar sagen die Vorsteher den zukünftigen Priester. Wer noch nicht berufen ist, soll alles dafür machen, damit er berufen ist. Verstehen wir das richtig. Jesus ist kein grillenhafter/launischer/ Mensch , der sagt. Du gefällst mir. dich nehme ich, du gefällst mir nicht, dich nehme ich nicht. So stellen sie sich die Kalvinisten vor, die behaupten, dass Gott so bestimmte. Du wirst erlöst, und du wieder verdammt. Und dann, der, wer bestimmt ist dass er in den Himmel kommen wird, der kann sündigen von früh bis Abend und erlöst wird, inzwischen der, wer zur Verdammung bestimmt ist, kann auch für den Glauben sterben, verdammt wird. Nein Gott ist nicht so. Bei dem Ezechiel steht.,, Habe ich etwa gefallen am Tod des Schuldigen-Spruch Gottes,des Herrn-und nicht vielmehr daran , dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt“. Ezech 18,23. Jetzt aber konkret. Warum beruft Gott jemanden und den anderen nicht? Probieren wir das zu erklären. Stellen sie sich vor, dass bei euch der Gasherd verdorben ist. Sie brauchen jemanden, der ihn reparieren wird. Was werden sie machen? Stellen sie sich auch die Straße und werden sie rufen? ,,Leute, kommt alle hier. Ich brauche meinen Gasherd zu reparieren. Sicher nicht. Sie werden jemanden rufen. Wen? Den Nachbarn, der gerade mit seinem Auto fährt aus der Garage aus? Oder die Nachbarin die eben lieft zum Bus? Sicher nicht. Warum? Weil sie keine Zeit haben. Oder werden sie einen Elektriker rufen, der von ihnen wohnt. Sicher nicht. Warum nicht? Weil er das nicht reparieren kann. Sie wissen das gleich. Sie müssen einen Gas man rufen. Aber was hat es gemeinsam mit Jesus? Das. Wird Jesus zu seinem Jünger einen Menschen rufen, der ihm sagen werde. Jesus, ich habe jetzt so viel zu tun. Vielleicht später. Oder wird Jesus jemanden berufen ,der ihm sagt. Jesus, das ist nicht für mich. Ich habe schon andere Pläne. Wenn du mir dabei hilfst, das würde mich freuen. Was ergibt sich davon. Wenn Jesus jemanden noch nicht berufen hat, dann ist das darum, weil der jemand seine Einladung nicht empfangen hätte. Es bedeutet aber nicht, dass Jesus schweigt. Dass er von Berufung überhaupt nicht spricht. Seine Worte kann man in der Kirche, im Evangelium hören.Es ist ähnlich wenn eine Firma eine Anwerbung macht. Der Vertreter der Firma steht vor der Volksmasse und sagt: Wir wollen ihnen die Arbeit anbieten… viele Vorteile, melden sie sich an. Einige melden sich wirklich an. Viele aber reagieren nicht. Ebenso Jesus rief, lädt täglich ein. und er sagt zu uns. ,, Kommt zu mir alle,ihr Mühseligen und Beladenen und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich ich bin mild und demütig von Herzen, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele“ Mt 11,28-29. Wenn unter den Hörer jemand ist, der seine Einladung annehmen, wird,Jesus erkennt das, und solchen Menschen dann ruft er. Wollen wir von Gott berufen werden? Dann müssen wir für diese Berufung den Boden vorbereiten. Wie sollen wir den Boden vorbereiten? So: Sich sehnen nach der Berufung. Jesus kann uns nicht seine Berufung aufzwingen. Wir müssen mit seiner Berufung einstimmen. Aber es ist nicht genug nur einstimmen/bejahen/. Warum nicht? Wenn wir mit etwas nur zustimmen, das bedeutet, dass wir etwas von sich selbst nicht machen würden. Zum Beispiel. Kommt zu uns ein Mensch von der Telekommunikation und sagt zu uns. Wir brauchen durch ihren Garten die Leitung ausgraben für die Telefonkabel. Der Schade wird ihnen bezahlt. Wir werden zustimmen, aber das bedeutet nicht, dass wir werden die Menschen von Telekom einladen und rufen. Kommen sie und graben unseren Garten. Obwohl wir einstimmen, am liebsten würden wir, wenn sie nicht kommen würden. Wenn wir so mit Jesus Berufung einstimmen, no gut ich folge Jesus Berufung, aber wäre es besser, wenn Jesus mich nicht berufen hätte. Noch einmal wiederhole ich, nicht nur einstimmen, sondern sich sehnen. Jetzt eine Frage. Sehnen wir uns wirklich danach, damit Jesus uns wirklich berufen? Damit er uns von bisherigen Lebensweise hinausführt und damit wir mit ihm ein neues Leben beginnen? Wie sollen wir unsere Sehnsucht beweisen? So dass wir uns nach Gottes Wort sehnen werden und ihm folgen. Aber praktisch es ist so: Wenn jemand sich nach Reichtum, nach Reichtum sehnt, wer jemand Egoist ist, dann ist sehr unwahrscheinlich, dass Jesus Berufung ihn ansprechen wird. Das aber bedeutet nicht, dass diese Situation unveränderlich ist. Nicht einmal ändern die Menschen unter dem Einfluss verschiedenen Umständen ihre Pläne, ihre Prioritäten, kommt die Enttäuschung, die innerliche Leere usw. Dann hat Jesus Einladung Chance von der Seite des Menschen eine positive Antwort zu finden. Es ist sehr einfach zu begreifen. In das Glas der ganz voll ist, kann ich neues Wasser nicht eingießen. Im Herzen eines Menschen, das ganz voll mit der Sachen dieser Welt ist, ist für Gott keinen Platz. Gottes Ruf hören und vor allem folgen, das immer bedeutet, etwas verlassen, auf etwas verzichten, sein Leben ändern. Es ist merkwürdig ,wie viele Menschen das geschaffen haben.
An der Mittelmeerküste Palästinas liegt das malerische Karmelgebirge. Hier sah der Prophet Elija eine kleine weiße Wolke, die vom Meer aufstieg und den rettenden Regen nach der damals herrschenden Dürre ankündigte. Auf seine Bitte hin ergoss sich reichlich Regen über das Land. Seit den altchristlichen Zeiten lebten dort Eremiten, die nach dem Vorbild des Propheten ein asketisches Leben führten. Sie deuteten diese kleine Wolke als ein Bild Mariens, der Mutter des Herrn.
Im Lande herrschten damals die Sarazenen, die einen Ritter namens Bertold gefangen hielten. Er legte ein Versprechen ab. Er würde sein Leben Gott weihen, wenn er aus der Gefangenschaft der Sarazenen befreit werde, und auch den Rest seines Lebens als Ritter der Jungfrau Maria bei den Eremiten verbringen. Er wurde frei und hielt sein Wort. Er fand nahe Elijas Höhle auch ein solches Gewölbe für sich. Hier ergab er sich dem Gebet. Bald kamen auch viele andere Menschen zu ihm, die die Einsamkeit suchten, und so entstand der Karmeliterorden. Die Brüder dieses Ordens pflegten eine außergewöhnlich große Verehrung der Jungfrau Maria. Sie lebten in Armut, in strenger Disziplin und im Stillschweigen. Später trennten sie sich, weil sie immerfort verfolgt wurden und vor den Sarazenen flüchten mussten. Sie kamen nach England. Die Verehrung der Heiligen Jungfrau unter dem Titel “ Unsere liebe Frau vom Berge Karmel“ nahmen sie auch mit nach Europa.
In England lebte ein Mann namens Simon Stock, der der Überlieferung nach in einem hohlen Baum lebte und sich strenge Buße auferlegte. Er liebte und verehrte die Gottesmutter, und sie war es auch, die ihn zu den Karmeliten führte, die ins Land gekommen waren. Er trat dem Orden der Karmeliten bei und wurde von ihnen zum Generalprior gewählt.
Eines Tages hatte er eine Vision der Gottesmutter, die ihm ein Skapulier übergab. Das ist ein kleines Habit. Es wurde ihm überreicht mit einer besonderen Verheißung für alle, die im Leben und im Sterben damit bekleidet sind. Sie werden gerettet werden. Simon hatte seit dieser Zeit keine sehnlichere Sehnsucht als die, das heilige Skapulier zu verbreiten. Später entstanden Skapulier-Bruderschaften. In diese Bruderschaften kann jeder eintreten. Papst Pius X erlaubte, dass die Mitglieder des heiligen Skapuliers auch statt des Skapuliers aus Stoff eine Medaille tragen können.
Was bedeutet das für uns Christen des 21. Jahrhunderts? Wichtig ist, zu wissen, dass das heilige Skapulier niemals ein Talisman oder ein Amulett ist. Das Tragen des Skapuliers ist eine Aufforderung, auf den hohen Berg der Vollkommenheit aufzusteigen, der Jesus Christus ist. Die Mutter des Herrn, die Heilige Maria, bietet sich als Begleiterin an, damit wir den Weg nicht verfehlen. Sie wartet immer auf uns. Wenn man zur Bruderschaft des heiligen Skapuliers gehört, bedeutet das auch, ein großer Marienverehrer zu sein. Dabei darf man niemals vergessen, Gott und die Menschen zu lieben. Der einfachste Weg dazu ist Maria. Sie hat Jesus, den Sohn Gottes, zur Welt gebracht. Ihr können wir uns anvertrauen. Sie war Gott immer treu. Wenn wir zu ihr unsere Zuflucht nehmen, werden wir leichter zu Christus, ihrem Sohn, gelangen.
Der heilige Knud war ein Sohn Königs Svends, der von 1047 bis 1074 in Dänemark regierte. Nach dem Tod des Königs wählten die Dänen zunächst Harald zu ihrem neuen Herrscher. Als dieser starb, trat Knud 1080 dessen Nachfolge an. In dieser kurzen Regierungszeit veranlasste er, dass auch in Kurland, Samogitien und Litauen das Evangelium gepredigt wurde. Knud war bestrebt, die Königsmacht gegenüber dem Adel zu stärken und die geringe Stellung der Kirche in Dänemark zu verbessern. Die Bischöfe stellte er in der Rangfolge vor den weltlichen Adel, und die wirtschaftliche Abhängigkeit versuchte er durch die Einführung des ,,Zehnten“ zu beenden. Stiftungen, die er freigebig verteilte, sollten nach seinem Willen das Ansehen der Kirche unter den Dänen fördern. Nicht nur sein politisches, sondern auch sein persönliches Leben war von christlicher Geisteshaltung geprägt. Mit seiner Reformpolitik schuf er sich jedoch auch zahlreiche Feinde. Nach einem gescheiterten Feldzug gegen Wilhelm den Eroberer brach 1086 ein Aufstand gegen ihn aus. Knud versuchte, wieder Herr der Lage zu werden. Als er die Aussichtslosigkeit seiner Situation erkannte, zog er sich in die Kirche des heiligen Alban zurück und starb dort, von einem Speer getroffen, auf den Altarstufen. Dies geschah im Jahr 1086. Die Bildwerke zeigen Knud als König. Er trägt einen Pfeil und eine Lanze oder einen Dolch bei sich. Dänemark verehrt Knud, der schon 1101 heiliggesprochen und zum ersten Märtyrer Dänemarks erklärt wurde, als Schutzpatron.
Einleitung
Auf dem Seeweg segelte ein großes Segelschiff namens „Schlechte Nachrichten“. Auf die Frage, warum das Segelboot diesen Namen hat, antwortete der Kapitän: „Ich liebe Segelbootwettbewerbe und jeder weiß, dass die schlechten Nachrichten die schnellsten sind.“ Den Beweis dafür liefert auch die Boulevard-Presse. Die Klatschnachrichten, die Verdächtigungen, die Korruption sind Nachrichten, die sich am schnellsten verbreiten. Die guten Nachrichten werden nur sehr langsam weitergegeben.
Predigt
Vor 2000 Jahren verkündete Jesus das Evangelium – die gute Nachricht, dass wir Gott unseren Vater nennen dürfen, der uns alle liebt. Wenn Jesus einen Klatsch über den Kaiser gesagt hätte, so hätte sich das wohl rasant verbreitet. Er aber verkündete das Wort Gottes, und seine Verbreitung hängt vom freien Willen des Menschen ab. Ein Tratsch findet leichter einen Nährboden. Das Wort Gottes, die gute Nachricht, kommt nur dort an, wo man sich dafür glaubend öffnet.
Dazu erzählt Jesus heute das Gleichnis vom Sämann. Er spricht darin von vier Menschengruppen. Jede Gruppe nimmt das Wort Gottes anders auf.
Die erste Gruppe von Hörern vergleicht er mit einem harten, niedergetretenen Boden, auf den die Samenkörner fallen, aber sie können nicht in den Boden eindringen. Das sind die Menschen, die schon viele Predigten gehört haben, aber durch keine davon hat sich ihr Leben verändert. Sie erwarten sich auch nichts von den Predigten, sondern beschäftigen sich während des Zuhörens nur mit ihren Sorgen und eigenen Interessen.
Die zweite Gruppe der Hörer ist oberflächlich. Sie sind zwar aufnahmefähig und begeistert, aber ohne die notwendige Tiefe. Sie kennen sich selbst schlecht, darum erkennen sie nicht, dass viele ihrer Gewohnheiten und ihres Egoismus dem Wort Gottes widersprechen. Sie glauben, sie seien auf dem richtigen Weg, weil sie vom Wort berührt wurden. Die Worte gingen ihnen zwar zu Herzen und es genügt ihnen, dass sie die Predigt gehört haben und glauben, mit ihr übereinzustimmen. Sie bemühen sich jedoch nicht, ihr Leben zu ändern.
Die dritte Gruppe von Hörern ist vergleichbar mit Samenkörnern, bei denen die Dornen abgefallen sind. Sie arbeiten eifrig und glauben, dass ihr gegenwärtiges Leben sie so erfüllt, dass sie ohne Bedenken das Streben nach einem ewigen Leben vernachlässigen. Sie sind hochmütig und wünschen deshalb, das Wort des Evangeliums nicht anzunehmen. Sie haben immer einen Einwand, eine Ausrede, einen Grund zum „Neinsagen“.
Wie ist dann aber die vierte Gruppe von Zuhörern? Es sind die Menschen, die sagen: „Gott, ich bin wie ein steinerner Boden, aber ich will nicht so bleiben. Gott, ich bin oberflächlich, aber ich will das nicht so bleiben. Gott, ich war hochmütig und schätzte dein Wort nicht, aber ich habe mich geirrt. Also, wenn Menschen so handeln, gehören sie der vierten Gruppe an. In der vierten Gruppe von Hörern sind nämlich jene Menschen, die ihre Fehler erkennen und sich ändern wollen. Wäre es nicht schön, zu jener Gruppe zu gehören, in der das Wort auf fruchtbaren Boden fällt, wie es im Evangelium geheißen hat!
Einmal beschwerte sich ein belgischer Theologe: „Wie leicht erinnert sich jeder an den Film, den er zuletzt gesehen hat, aber welches Evangelium man am letzten Sonntag gehört hat, das wird sofort vergessen.“
Wie lange tragen wir eine Melodie in unseren Herzen, und wir singen und summen sie immer wieder. Und das Wort Gottes? Wir hören es und vergessen es schon, ohne dass es uns berührt. Unsere Lebensaufgaben sind uns ganz klar, aber dem Wort Gottes erlauben wir nicht, dass es uns berührt und formt. Ein Magnet kann 14-mal mehr tragen, als er selbst wiegt. Im Glauben an das Wort Gottes annehmen könnte ebenfalls wie ein Magnet wirken, sodass wir eine dreißigfache, sechzigfache oder hundertfache Frucht bringen.
Ich möchte die Betrachtung des heutigen Evangeliums mit einer kurzen Geschichte abschließen. Ein junger Maurer half beim Abbruch eines Hauses. Beim Abschlagen des Putzes fand er unter einem Ziegel ein massives, eingemauertes Buch. Es war die Bibel. Er war verwundert und fragte sich, wie denn dieses Buch hierher geraten sei. Er interessierte sich eigentlich nicht für Religiöses, aber er begann, diese Bibel zu lesen. Allmählich entdeckte er beim Lesen der Bibel, dass – so schien es ihm – manche Worte Gottes direkt an ihn gerichtet waren. Zwei Jahre später schickte ihn seine Firma nach Saudi-Arabien. Dort wohnte er mit anderen Arbeitern in einem kleinen Zimmer. Eines Abends beobachtete ein Zimmerkollege ihn beim Lesen eines Buches. Er fragte: „Was liest du da?“ Er antwortete: „Die Bibel.“ Da meinte der Zimmerkollege: „Das ist doch alles Quatsch, was da drinnen steht. Ich muss gestehen, ich habe sogar einmal eine Bibel in einem Haus eingemauert, denn ich war neugierig, welche Kraft diese Bibel hat– die Kraft, wieder aus dieser Mauer herauszukommen.“ Der junge Mann sagte darauf: „Was würdest du sagen, wenn ich dir diese Bibel zeige?“ Und er reichte seinem Gefährten die Bibel mit der Frage: „Ist das deine Bibel? Ich habe sie gefunden, und so ist sie zu dir zurückgekommen.“ Diese kurze Geschichte zeigt, dass die Bibel für den einen ein Geschenk sein kann, der sie annehmen will. Für den anderen hat sie so wenig Bedeutung, dass er sie einmauert. Andere wiederum stellen sie in Frage und machen sie lächerlich. So verschieden ist also die Einstellung zum Wort Gottes – so andersartig wie die Böden im Evangelium.
Nützlich kann für uns – genauso wie damals zur Zeit Jesu – die Heilige Schrift nur sein, wenn wir sie im Glauben lesen und dadurch Lösungen für ein geglücktes Leben hier auf Erden finden, um erst die verheißene ewige Seligkeit im Reiche Gottes zu erlangen.
Jesus hatte eine innere, inbrünstige Beziehung zu seinem Vater. Er will, dass wir auch eine solche Beziehung zum himmlischen Vater haben. Wie sollen wir diese Beziehung verstehen? So. Gott ist unser Vater. Wir sind seine Kinder. Die Heiden hatten eine ganz andere Beziehung zu ihren Göttern. Sie hielten sich für Diener, Sklaven und Götter. Ein Diener ist dazu bestimmt, zu dienen. Die Götter waren mächtig, darum blieb den Menschen nichts anderes übrig, als ihnen zu dienen. Aber sie hatten keine zuversichtliche Beziehung zu den Göttern. Ähnlich ist das bei einer Firma. Eine Firma hat vor allem Interesse an Gewinn. Wenn ein Mitarbeiter nicht passt, kündigt die Firma ihn unter Wahrung rechtlicher und fairen Verfahren. Solange die Firma ihn beschäftigt, hat sie Interesse daran, dass der Arbeiter nützlich und leistungsfähig ist. Die Heiden spürten, dass den Göttern nicht an den Menschen lag. Lagen an den Opfern, an der Verherrlichung, aber an den Menschen? Lesen wir die griechischen Epen „Ilias“ und „Odyssee“, und wir werden sehen, dass sich die griechischen Helden nicht auf die Götter verlassen. Schauen wir uns die ägyptischen Mythen und Sagen an,zaudern und wir erfahren, dass die Götter die Menschen ausrotten, nicht zaudern. Die Götter waren gefühllos. Jesus zeichnet in einem kurzen Satz den riesigen Unterschied zwischen dem Sohn und dem Knecht an, als er sagte: „Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Haus: nur der Sohn bleibt für immer im Haus.“ Dem Arbeitnehmer sagt der Arbeitgeber. Mich interessiert nicht, was du denkst oder wie du lebst. Es interessiert mich auch nicht, ob du für mich arbeitest und ich dir zahlen oder lohnen werde. Ebenso spielt es für mich keine Rolle, ob du nicht arbeitest und ich einen anderen Arbeitnehmer suchen muss. Aber derselbe Besitzer der Firma sagt zu seinem Sohn. Mein Sohn wird diese Firma eines Tages übernehmen. Mir liegt an deinem Leben, an deiner Zukunft. Ich mache für dich alles, was in meinen Kräften steht. Es ist ein großer Unterschied: Gott für einen Herrn, Arbeitgeber zu halten, oder für unseren Vater. Unsere Fähigkeit zu glauben hängt davon ab, ob wir Gott als den Vater empfangen. Wenn wir Christen Gott als den Herrn, den Arbeitgeber, empfangen, dann ist es sehr schwer, ihm zu vertrauen und ihn in unser Leben einzulassen. So wie wir uns nicht sehnen, dass die Steuerprüfer in unserem Besitz kramen, so sehnen wir uns nicht danach, dass Gott in unserem Leben kramt. Vertrauen ist nur dem Vater möglich. So wie Jesus uns alles gibt, gibt auch Gott uns alles. Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Röm 8,32. Dieselbe Herrlichkeit, die der Vater dem Sohn gibt, spendet er uns. Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen übertragen, damit sie eins sind, wie wir eins sind. Jesus vereinigt sich mit uns und führt uns in die Vaterliebe ein, wenn Gott uns liebt wie seinen Sohn, weil wir mit ihm vereint sind. Einem solchen Gott ist es möglich, sein Leben anzuvertrauen. Wir können uns ihm ohne Angst anvertrauen, dass er uns nicht verurteilt oder bestraft. Es ist möglich, ihm sich mit allem anzuvertrauen. Solch ein Vertrauen ist dem Herrn oder dem Arbeitgeber gegenüber nicht möglich, sondern nur dem Vater. Der heilige Paulus schreibt: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wiederum zur Furcht, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir ausrufen: ‚Abba, Vater!‘“ Der Geist selbst bezeugt unserem Innersten, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder , dann Erben, und zwar Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden“ Röm 8, 15-17. Wir sind weder Angestellte noch Diener. Wir geliebten Kinder Gottes. Und darum geht Gott mit uns wie mit seinem Sohn. Dazu gehört auch das unerlässliche Maß des Leides und des Schmerzes, wenn es für Christus notwendig war, und die Heilige Schrift schreibt, dass der Urheber unseres Heils durch Leiden zur Vollendung gebracht wurde. Das bedeutet, dass Leiden und Schmerzen auch für uns notwendig sind. Wenn Gott uns durch Schmerz und Leiden nicht vervollkommnen würde, wären wir seine Kinder nicht. Wenn ihr Züchtigung ertragt, begegnet Gott euch als Söhnen; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne die Züchtigung, an der alle teilgenommen haben, dann seid ihr Bastarde und keine Söhne. Ferner: An unseren leiblichen Vätern hatten wir Zuchtmeister, vor denen wir Ehrfurcht hatten; sollten wir uns da nicht umso mehr dem Vater der Geister unterwerfen, damit wir leben? Jene züchtigen uns nur für kurze Zeit nach ihrem Gutdünken, während er uns zu unserem Besten züchtigt, damit wir Anteil an seiner Heiligkeit erhalten. Jede Züchtigung dünkt uns für den Augenblick nicht Freude, sondern Kummer, später aber schenkt sie den durch sie Geübten als Frucht des Friedens die Gerechtigkeit. Jede Züchtigung dünkt uns für den Augenblick nicht Freude, sondern Kummer, später aber schenkt sie den durch sie Geübten als Frucht des Friedens die Gerechtigkeit.“ Röm 12,11. Der heilige Paulus sagt uns ganz klar. Wenn wir zu Christus gehören, müssen wir mit ihm auch vorbereitet sein und viele Leute verstehen. viele Leute verstehen nicht. Sie haben gehört, dass Gott unser Vater ist, dass wir ihm vertrauen sollen und was Ihre Vorstellung von Gott ist. Gott wird uns vor jedem Unglück schützen. Sie denken. Es ist genug , an Gott zu glauben, ihm zu vertrauen,Leute, viele, und unser Leben wird glücklich und schön. Aber so einfach ist das nicht. Auch die Leute, die dem Gott vertrauen, treffen sie sich mit Krankheiten und Unglück. Sie fragen sich, wie das möglich ist. Wenn Gott uns liebt, wie kann er das erlauben? Wir müssen seine Liebe richtig willentlich verstehen. Er liebt uns und will, dass wir das Heil erlangen. Gott geht mit uns wie mit seinem Sohn. Mein Sohn missachte nicht die Zucht des Herrn. Denn der Herr züchtigt den , den er liebt. Er schlägt mit der Rute jeden Sohn , den er annimmt. In der Züchtigung haltet aus. Gott begegnet euch als Söhnen; denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? Bliebet ihr ohne Züchtigung ,die doch alle erfahren , so wäret ihr nicht als Kinder Gottes anerkannt; ihr seid aber Söhne. Ferner: An unsern leiblichen Vätern hatten wir harte Erzieher und wir achteten sie; sollen wir uns nicht noch viel lieber dem Vater der Geister unterwerfen und so das Leben haben? Jene haben uns für kurze Zeit nach ihrem Gutdünken in Zucht genommen; er aber tut es zu unserem Besten , damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen. Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude, sondern Schmerz zu bringen; später aber schenkt sie denen , die durch diese Schule gegangen sind , als Frucht den Frieden, die Gerechtigkeit. Heb 4,11. Seien wir sicher. Gott, lass nur so viel Leiden zu, wie es für unser Heil notwendig ist. Gott ist treu. er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung auch den Ausgang schaffen, praktisch, damit ihr bestehen könnt. Jetzt an „is“. Wenn wir das Heil erlangen wollen, dann verstehen wir die Bedeutung des Leidens in unserem Leben: Wenn unser Ziel ist, das Leben zu genießen, hier auf dieser Erde das endliche Glück zu finden, dann ist jede Krankheit, jedes Unglück für uns sehr schwer zu ertragen.
Einleitung
Es wird ein Gesetzesvorschlag vorbereitet, der die Nutzung von Handys, Walkmans und Ähnlichem beim Überqueren einer Kreuzung verbieten soll. Wenn man sich beim Hinübergehen nicht konzentriert, kann man sich selbst oder andere gefährden. Diese Unkonzentriertheit tritt aber nicht nur beim Überqueren einer Kreuzung auf. Man kann auch junge Menschen beobachten, die ein Buch vor sich haben, um zu lernen, und dabei wird nebenbei Musik in voller Lautstärke gespielt. Auch Erwachsene lesen ein Buch und hören gleichzeitig Musik. Selbst das Abendessen wird oft nicht in Ruhe zu sich genommen, weil gleichzeitig der Fernseher läuft.
Ich aber finde Folgendes als richtig, was ein alter Mönch einmal gesagt hat: „Wenn ich esse, so esse ich, wenn ich lese, so lese ich, wenn ich mit jemandem spreche, so spreche ich. Man sollte also immer auf das fokussiert sein, was man gerade tut. Vielleicht ist das auch ein Problem der Hektik unserer Zeit.
Predigt
Diese Hektik hatte Jesus nicht. Wenn er jemanden heilte, konzentrierte er sich dabei auf das Heilen. Wenn er durch die Felder ging, freute er sich an den Ähren oder an den Weinreben und verwendete sie als Bilder für seine Gleichnisse. Wenn er mit seinen Aposteln sprach, konzentrierte er sich auf dieses Gespräch. Da gab es für ihn keinen anderen Termin, den er gleichzeitig erledigen musste. Er lebte den Augenblick in seiner ganzen Fülle.
Im Evangelium sagt Jesus: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und vom Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ Wir sollten uns freuen, wenn wir Freizeit haben und die Ruhe genießen können. Aber wir denken schon an die vielen Aktivitäten, mit denen wir unsere freie Zeit füllen können. Unsere freie Zeit wird zu einer Zeit, in der wir sehr aktiv sind. Diese Aktivität wird uns jedoch nicht von außen auferlegt, sondern wir wählen sie selbst. Aus der freien Zeit wird dann nicht wirklich Freizeit.
Die Römer erlebten ihre freie Zeit als heilig, als etwas, das nur ihnen gehörte. In der lateinischen Sprache wird die freie Zeit als „otium“ bezeichnet; die bedeutete Ruhe, Frieden und Behagen. Und ich denke, dass jeder Mensch in seinem Leben solche Zeiten braucht, in denen ihn niemand stören darf. Eine Zeit, die jedem persönlich gehört, ist auch eine heilige, die Wunden heilt. In der freien Zeit finden wir uns selbst und auch zu Gott. Ich kann also das tun, was meiner Seele und meinem Leib guttut. Die Frucht der freien Zeit kann man als Frieden für die Seele bezeichnen. Leider sind manche sehr egoistisch. Sie können nie genug vom Leben haben – und das ruft Unruhe und Müdigkeit hervor. Aber dieser Egoismus ist trügerisch, und man geht Illusionen nach. Wer nur Illusionen hat, lebt in einer Welt, in der man niemals Ruhe finden kann. Nur in der Stille findet man die volle Wahrheit.
Der Mystiker Meister Eckhart, der im 13. Jahrhundert lebte, meinte: „Ein Mensch ist so lange in Ruhe, solange ihn keine Leidenschaften beherrschen. Der Mensch denkt aber, dass er sein Glück und seine Befriedigung in den Leidenschaften finden wird. Jesus aber sagt zu uns und ich wiederhole es nochmals: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.“ Ja, nur in Gott können wir Ruhe finden. Nur wenn wir uns von unseren Leidenschaften abwenden, können wir Ruhe finden.
Eine Frage: Verstehen wir, wie es gelingt, zur Ruhe zu kommen? Dazu ein Beispiel: In China gibt es ein Gewächs. Wenn es gepflanzt wird, wächst es in den ersten vier Jahren fast nicht, so scheint es. Leicht kommen die Menschen dazu, die Pflanze wieder auszugraben. Die chinesischen Gärtner wissen aber, dass das so ist, und gießen die Pflanze und lockern die Erde rund um die Pflanze. Und dann passiert es – während des fünften Jahres wächst die Pflanze so rasch, dass sie in zwei Monaten eine Höhe von drei Metern erreicht. Die Pflanze braucht also Zeit.
Auch wir brauchen Zeit, um uns entfalten zu können – eine Ruhepause und eine Zeit des Gebets. Das ist nicht bei jedem Menschen gleich: Einer braucht mehr, einer weniger Ruhe. Es ist wichtig, zu wissen, dass wir alle diese Zeit der Ruhe und Stille brauchen, um später wieder eine adäquate Leistung erbringen zu können. Sind wir Jesus dafür dankbar, dass er uns darin ein guter Lehrer ist? Zeit ist ein Geschenk Gottes. Er schenkt sie uns, damit wir neue Kräfte schöpfen und uns auch zu schöpferischen Menschen entfalten können.