Jesus Christus, der gestorben und von den Toten auferstanden ist , sei mit euch
Einführung
Ich glaube, dass sich jeder die Szene aus einem amerikanischen Film vorstellen kann, wo eine Person in Untersuchungshaft geraten ist. Die Person verbrachte dort die ganze Nacht, und am Morgen wurde kundgetan, dass sie nach Haus gehen kann, weil die Kaution bezahlt wurde. Sie nehmen vermutlich an, dass dieses Bild am heutigen Tag nicht aktuell ist. Im Gegenteil – am heutigen Tag können wir die Kaution für die Seelen im Fegefeuer erlegen.
Jesus, du bist von den Toten auferstanden. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns zu Auferstehung des Fleisches berufen. Christus, erbarme dich unser.
Du schenkst uns Leben in Herrlichkeit. Herr, erbarme dich unser.
Predigt
Wir glauben, dass wir nach dem Tod mit Christus zusammentreffen werden. Ijob sagt: Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. Der heilige Paulus sagt im 2. Brief an Korinther: Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel. Auch Jesus bestätigt das und wir lesen es im Johannesevangelium: Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Heute erinnern wir uns an die Seelen unserer Verstorbenen. Sie sind noch nicht im Himmel verherrlicht. Sie warten noch auf diesen Moment. Wenn wir nach Hause kommen und unsere Hände schmutzig sind, gehen wir gleich ins Bad, um unsere Hände zu waschen. Auch die Seelen sind in den Himmel eingeladen, aber sie müssen noch gereinigt werden.
Die Kirche lehrt uns, dass zwischen der verherrlichten und der leidenden Kirche eine enge Verbindung ist. Heute erklingt die Aufforderung zur Hilfe sehr klar. Wir sollen den armen Seelen helfen, weil sie sich nicht selber helfen können. Wir helfen ihnen durch unser Gebet, durch Liebe und Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass unser Herz für die Bedürfnisse der anderen offen ist, und das gilt auch für die Menschen, die nicht mehr unter uns anwesend sind. Gebet, Liebe und Barmherzigkeit werden auch nicht eingeschränkt durch den Tod.
Dazu eine Erzählung: Wir waren kleine Buben und besuchten die Grundschule. Irgendwann und irgendwie verklemmte sich einmal die Tür und wir konnten nicht aus dem Schulgebäude hinausgehen. Das war vielleicht deshalb geschehen, weil wir diese Tür nicht immer ordentlich zugemacht hatten. Gott sei Dank kam der Schulwart und er machte uns die Tür wieder auf. Auch den Seelen im Fegefeuer geht es so ähnlich. Sie sind hinter einer geschlossenen Tür und wir können für sie die Rolle des Schulwarts übernehmen, und ihnen helfen, die geschlossene Tür zu öffnen.
Opfern wir unsere heutigen Gebete für die Seelen im Fegefeuer auf! Wir ahnen nicht, wie viel Gutes wir damit bewirken können. Weil das Gute nicht begrenzt, haben wir viele Möglichkeiten vor uns, zu helfen.
Da wir Kinder Gottes und Miterben seines Reiches geworden sind wagen wir zum Vater zu beten.
Der Herr, will uns geben, was wir ebitten. Um seinen Frieden bitten wir.
Selig, die auf den Herrn warten und mit ihm eingehen zum Hochzeitsmahl des Lebens.
Die christliche Vollkommenheit besteht darin, mit Gottes Hilfe das Gute zu tun und sich vor dem Bösen zu hüten. Die Bemühung um christliche Vollkommenheit bedeutet, Gott immer mehr zu lieben und aus Liebe zu ihm Gutes zu tun. Jesus sagte einmal: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.” Jesus empfiehlt zur Erreichung der Vollkommenheit besonders drei evangelische Räte: freiwillige Armut, fortwährende Reinheit und dauerhaften Gehorsam. Dazu verpflichten sich Ordensbrüder und Ordensschwestern freiwillig. Nicht nur Ordensschwestern und Ordensbrüder, sondern alle Christen sollen vollkommen sein. Wir sind nicht vollkommen, aber wir haben die Pflicht, uns um die Vollkommenheit zu bemühen. Wer sich darum bemüht, wird vor dem Bewahren des Heils bewahrt. Diese Bemühung verleiht unserem Leben einen tieferen Sinn. Schon hier auf Erden haben wir bestimmte Vorteile: Wir erhalten mehr Gnade und Segen. Auf dem Weg zur Vollkommenheit gibt es jedoch auch Gefahren: Wenn wir übertreiben, hören wir auf, normale Menschen zu sein, und werden Fanatiker. Oder wir werden laut und nicht mehr eifrig. Wir achten nur auf schwere Sünden. An der Empfindlichkeit gegenüber leichten Sünden cacheterkennt man die Bemühung um die Vollkommenheit. Die Gefahr, lau zu werden, besteht darin, dass der Mensch sich dessen nicht bewusst ist. Wenn der Mensch lauwarm geworden ist, ist es nur ein kleiner Schritt zur schweren Sünde. Er achtet die Gnade nicht. Er ist mit sich selbst zufrieden und bleibt im geistlichen Wachstum stehen. Wenn jemand sich nach etwas sehnt, denkt er auch daran, dass er bereit ist, auf etwas zu verzichten, um das Ziel zu erreichen. Die Menschen sehnen sich nach den Dingen dieser Welt: nach Reichtum, Genüssen und Erfolgen. Ein Christ sollte sich hingegen nach Vollkommenheit sehnen. Unsere Vollkommenheit äußert sich darin, dass wir Gott und unseren Nächsten immer wahrhaftig lieben. Eine gute Voraussetzung dafür ist, die Vollkommenheit als unsere wichtigste Aufgabe zu sehen und sich fest entschlossen zu haben, alle Mittel zur Vollkommenheit zu benutzen. Es ist essentiell, sich nach Vollkommenheit zu sehnen, weil wir nur dann die Wege dorthin suchen. Wenn wir Interesse an etwas haben, möchten wir wissen, wo wir es kaufen können. Wenn wir nicht genug Geld haben, suchen wir nach Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Wenn wir uns nach Vollkommenheit sehnen, sind wir fähig, den Willen Gottes zu empfangen. Wer vollkommen sein will, muss lernen, Schwierigkeiten zu ertragen. Tapfer gegen die Versuchungen kämpfen. Wir müssen Acht geben und unterscheiden, wozu uns der Heilige Geist und wozu der Geist der Welt führen. Der Geist der Welt führt uns beispielsweise dazu, unsere guten Werke zu veröffentlichen; der Heilige Geist führt uns dazu, unsere guten Taten im Verborgenen zu tun. Der Geist der Welt führt uns dazu, uns zu sehr um die Dinge dieser Welt zu sorgen; der Heilige Geist lenkt unsere Aufmerksamkeit zu Gott. Der Geist der Welt führt uns zur Unbeständigkeit in den Taten des Guten. Im Gegensatz dazu führt uns der Heilige Geist zur Ausdauer im Tun des Guten. Der Geist der Welt redet uns ein, dass wir bedeutend sind, und führt uns zum Hochmut. Der Heilige Geist hingegen führt uns zur Demut. Der Geist der Welt führt uns zur Übertreibung und Unmäßigkeit, der Heilige Geist zur Mäßigung. Der Geist der Welt führt uns zur Nutznießung, der Heilige Geist dazu, dass wir gewissenhaft unsere Pflichten erfüllen. Die Frucht dessen, wozu uns der Heilige Geist führt, ist Frieden, Liebe und Freude. Der Geist der Welt ruft hingegen Eitelkeit, Trauer und innere Unruhe hervor.
Gott, der Herr, vor dem Scharen der Engel und Heiligen beten , sei mit euch
Einführung
Wer ist ein Heiliger? Was stellen wir uns unter diesem Wort vor? Wenn zu uns jemand von der Heiligkeit spricht, haben wir oft das Gefühl, dass es etwas ist, was uns nichts angeht. Ein anderes Mal haben wir die Vorstellung, dass wir unser Leben grundsätzlich ändern müssten – und das sei unmöglich und unreal. Das ist nicht für uns, so meinen wir. Haben wir da wirklich recht?
Jesus, du hast uns den Weg der Seligkeit gewiesen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns die Freude der Hoffnung geschenkt. Christus erbarme dich unser.
Du hast uns das Siegel des Reiches mitgegeben. Herr, erbarme dich unser.
Predigt
Das Evangelium zeigt uns den Weg zur Heiligkeit. Es ruft uns immer wieder zur Heiligkeit auf. Wir alle sollen zur Heiligkeit gelangen. Das soll unser Ziel sein.
Im Alten Testament bedeutete das Wort „Heiligkeit“ so etwa wie ,, abschneiden“. Also es deutet einen Zustand an, als wenn der Mensch sich vom Bösen, vom Unreinen lossagt, damit er Gottes Pläne und Absichten verwirklichen kann.
Die neutestamentliche Terminologie unterscheidet zwischen der Heiligkeit, die Gott eigen ist – und der Heiligkeit, mit der sich sein Volk auszeichnet. Israel wurde heilig, da Gott sich dieses Volk auserwählte. In Buch Levitikus heißt es: Seid mir geheiligt; denn ich, der Herr, bin heilig und ich habe euch von all diesen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört. Gott gibt dem israelitischen Volk die Gebote und lädt dieses Volk zur Heiligkeit ein. Er lebt aus der unbegreiflichen Liebe inmitten seines Volkes. Im Buch Hosea heißt es: Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte.
Anders ist es im Neuem Testament. Hier sind alle zur Heiligkeit aufgerufen. Im Matthäusevangelium heißt es: Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. Gott ruft uns zur vertrauten Vereinigung mit ihm. Der Weg der Heiligkeit führt durch das Kreuz. Diesen Weg zeigte uns Jesus durch sein Leben. Auch das heutige Evangelium sagt zu uns: Selig sind – die das Leid tragen – die Sanftmütigen – die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit – oder: wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen.
Heute erinnern wir uns an jene, die Christus folgten und sich nicht fürchteten, nicht einmal vor Schmerzen, Qualen und Versagen. Sie hatten aber Christus immer vor Augen, der – so lesen wir es im Johannesevangelium – sagte: Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt. Erfüllt mit der Gnade Gottes siegten sie im Lebenskampf. In diese Gemeinschaft mit Gott sind wir alle eingeladen. Das Wesen der Heiligkeit liegt in der Erfüllung des Willens Gottes. Den Willen Gottes finden wir in der Stille, in der Zwiesprache mit Gott, also im Gebet. Weiters müssen wir um die Heiligkeit zu erlangen, auch unsere Pflichten erfüllen, die uns aufgetragen sind. Ohne Gottes Hilfe werden wir aber niemals fähig sein, die Heiligkeit zu erlangen.
Dazu ein Beispiel: Gabriel ging einmal mit seiner Mutter einkaufen. Der Weg führte an einer Kirche vorbei. Gabriel schaut auf die Kirche und sagte: Schau, Mutti, wie die Fenster schmutzig sind! Die Mutter antwortete darauf nicht, sondern nahm Gabriel bei der Hand und betrat mit ihm die Kirche. Innen strahlten die Fenster in den herrlichsten klaren Farben. Gabriel staunte und dann merkte er über dem Altar eine Gestalt, durch die die Sonne durchstrahlte. Gabriel fragte seine Mutter: Wer ist das?Sie antwortete: Das ist der heilige Martin. Gabriel merkte sich das gut. Einige Tage später fragte in der Religionsstunde der Herr Kaplan: Kinder, wer von euch kann mir sagen, was ein Heiliger ist? In der Klasse war es ganz still. Nur Gabriel hob die Hand und sagte: Ich weiß, was ein Heiliger ist. Ein Heiliger ist ein Mensch, durch den die Sonne hindurch strahlt.
Wir sollten uns danach sehnen, dass Christus in uns scheint! Er ist die Sonne, die in uns scheinen will. Wir sollen Jesus so nachfolgen wie jene, die sich schon an seiner Anwesenheit in der Ewigkeit erfreuen dürfen. Wir sollen keine Angst haben und unser ganzes Leben Jesus anvertrauen. Er sagt uns im 1. Petrusbrief: Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch. Wir sollen unser Leben ganz auf Gott ausrichten, auch wenn die Welt über uns lacht. Wenden wir uns mit Vertrauen an die Heiligen, denen wir am heutigen Tag gedenken, besonders an die Gottesmutter Maria, unsere Königin des Himmels. Sie und alle Heiligen helfen uns, den Weg der Vollkommenheit zu gehen, damit wir einmal mit Gott in vollkommener Freude leben können.
Da der Herr seliggepriesen hat, die ihm nachfolgen,wollen wir den Vater um seinen Beistand bitten.
Die Frieden stiften, werden Söhne Gottes genannt. Daher bitten wir den Herrn um seinen Frieden.
Selig, die Gottes Wort hören und befolgen und vollendet werden in Herrlichkeit
Jesus Christus, der gute Hirt und Herr der Ernte, sei mit euch.
Jesus verurteilt unsere verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen nicht. Er will uns nur sagen, dass wir die Belohnung für unsere Wohltätigkeit nicht hier auf Erden, sondern in der Ewigkeit erhalten.
Jesus, du hast uns deinen Geist gesandt. Herr, erbarme dich unser.
Du leitest uns mit dem Licht deines Wortes. Christus, erbarme dich unser.
Du schenkst deine Hilfe allen, die darum bitten. Herr, erbarme dich unser..
Von der Insel Reichenau führt der Weg über Würzburg nach Trier, wo Erzbischof Heinrich seinen Jugendfreund als Lehrer und Bistumskanzler arbeiten lässt. Von Trier aus ging Wolfgang noch einmal nach Einsiedeln, wurde Priester und nach seiner Mission in Ungarn zum Bischof von Regensburg bestellt. Dank seiner hervorragenden Bildung und seines außerordentlichen Eifers bei seinen Reformen erlebte das geistige Leben in Regensburgs Klöstern einen neuen Aufschwung. So wurde seine Arbeit bahnbrechend sowohl im kirchlichen als auch im staatlichen Bereich. Bald nach seinem Tod am 31. Oktober 994 in Pupping im heutigen Oberösterreich breitete sich seine Verehrung aus. Auch heute noch steht der heilige Wolfgang beim Volk in hohem Ansehen.
Jesus Christus hatte Mitleid mit den Menschen, die ihm begegneten. In seinem Namen wagen wir, zum Vater zu beten.
Damit wir Hilfe gegen die bösen Geister finden, die Unruhe und Verwirrung stiften, wollen wir den Frieden des Herrn erbitten.
Selig, die dem Herrn mit ihren Krankheiten und Leiden begegnen und so geheilt werden für seine Ernte.
Jesus Christus, der uns das Mahl des Neuen Bundes bereitet hat, sei mit euch.
Jesus sagt im heutigen Evangelium: Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden. Im Grunde geht es um Hochmut und Demut. Wir wissen, dass Gott Hochmut nicht verträgt. Er widert ihn an. Das beste Beispiel für Demut gab uns die Heilige Maria.
Jesus, du hast nicht die Ehre der Menschen gesucht. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns beim himmlischen Mahl den Platz bereitet. Christus, erbarme dich unser.
Du willst uns Anteil an deiner göttlichen Ehre geben. Herr, erbarme dich unser.
Andere betrachten wir aus der „Vogelperspektive“, uns selbst aus der „Froschperspektive“. Wir möchten, dass man den Eindruck hat, wir seien bedeutender und wichtiger als die anderen. Dieser Eindruck kann leicht zur Überzeugung werden. Um die anderen von unserer Größe zu überzeugen, betonen wir unsere Vorteile, Begabungen und guten Taten. Christus würde uns sagen, dass wir den vorderrangigen Platz einnehmen. Entscheidend ist jedoch nicht, welchen Platz wir nach der Meinung der Menschen haben. Einmal kommt der Herr und teilt uns den Platz zu, der uns zusteht. Interessant wird sein, wie viele dann sehr überrascht sein werden. Es wird sich erfüllen, was Jesus einmal gesagt hat: Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht. Schade, dass viele Menschen diese Worte Jesu vergessen!
Da wir eingeladen sind, mit Christus das Mahl zu halten, wagen wir, zum Vater zu beten.
Gott ist gütig und lädt uns jeden Tag ein. Als Sünder müssen wir um seinen Frieden bitten.
Selig sind die, die sich vor Gott demütigen, denn sie werden in seinem Reich erhöht.
Jesus Christus, unser Herr, der den Aposteln die Macht gab, sein Wort zu verkünden, sei mit euch.
Die Apostel Simon und Judas Thaddäus gehörten zur ersten Gefolgschaft Christi und ihr Fest wird seit alter Zeit gemeinsam gefeiert. Simon erhielt seinen Beinamen „Simon der Zelot“, weil er vorher wahrscheinlich der Zeloten angehörte. Der Beiname Thaddäus deutet auf ein besonderes Temperament hin, denn er bedeutet „der Beherzte“. Beide lebten für die Botschaft Christi.
Jesus, du hast dein Wort den Aposteln anvertraut. Herr, erbarme dich unser.
Du hast deine Boten in alle Welt gesandt. Christus, erbarme dich unser.
Du hast sie mit deinem Geist erfüllt. Herr, erbarme dich unser.
Im heutigen Evangelium haben wir gehört, wie Jesus seine Apostel auswählte. Jesus begann mit dem Gebet in der nächtlichen Einsamkeit. Am Morgen wählte er diejenigen aus, die er auswählen wollte. Mit diesem Vorgang wollte er andeuten, was man bei Priesterberufungen tun kann. Das Erste ist das Gebet, die Fürbitte an den Herrn, dass er Arbeiter in seinen Weinberg sende. Der priesterliche Beruf soll nicht das Ergebnis moralischen Drucks von Eltern und Erziehern sein. Berufung ist Gnade, die Gott auf unsere Fürbitte schenkt. Jesus wählt fast immer diejenigen aus, die seine Lehre schon kennen und danach leben. Die eigentliche Aufgabe der Eltern und Erzieher besteht darin, die Kinder und Jugendlichen durch ihr Beispiel und ihre Worte auf eine mögliche Berufung vorzubereiten, damit der Herr sie dann erwählen kann.
Da wir durch Jesus Christus von aller Bosheit geheilt sind, dürfen wir zum Vater beten.
Die Botschaft der Apostel war eine Botschaft des Friedens. Wir bitten darum, an diesem Frieden teilhaben zu dürfen.
Selig, die dem Herrn nahe sein dürfen und die Kraft des neuen Lebens empfangen.
Der Zöllner Zachäus
Einführung
Während des öffentlichen Wirksamwerdens Jesu spielten sich in der Stadt Jericho zwei interessante Ereignisse ab. Uns ist bekannt, dass Jesus in Jericho den blinden Bartimäus heilte. Heute heilt Jesus den „blinden“ Zachäus. Dieser ist nicht körperlich blind, sondern verblendet von der Sehnsucht nach Reichtum. Doch im Innersten sehnte sich Zachäus, der sich so sehr nach Reichtum ausstreckte, nach einer Begegnung mit Jesus. Sehnen auch wir uns nach einer Begegnung mit Jesus?
Predigt
Jesus war Zachäus‘ Sehnsucht bekannt. Da Zachäus aber sehr klein war und Jesus unbedingt sehen wollte, stieg er auf einen Maulbeerfeigenbaum. Jesus blieb schließlich unter dem Baum stehen und rief ihm zu: „Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ Als Zachäus das hörte und Jesu Interesse an ihm bemerkte, freute er sich sehr. Zachäus war einer der Hauptzöllner. Zu dieser Zeit bedeutete dieser Beruf, ein Sünder zu sein. Die Pharisäer dachten, dass es in Jericho wohl heiligere Menschen geben würde, die Jesu Aufmerksamkeit mehr verdient hätten als dieser Zöllner. Das war in der Tat so, aber Jesus wählte oft diejenigen aus, die in den Augen der Menschen am geringsten waren. Gerade den Menschen, die von Gott entfernt leben, widmet Jesus besondere Aufmerksamkeit. Das konnte Zachäus durch seine Begegnung mit Jesus hautnah erfahren. Beim Mahl mit Jesus konnte er allerdings sehr deutlich gewisse Bemerkungen hören und auch die Vorwürfe, die man Jesus machte, er sei bei einem Sünder eingekehrt. Dadurch wurde ihm bewusst, wie wenig die Menschen, die diese Beschuldigungen aussprachen, die Liebe Gottes lebten. Die Liebe Gottes spürte er daran, wie Jesus sich ihm gegenüber verhielt. Jesus fürchtete sich keineswegs davor, zu den Sündern zu gehen, die sich oft anderen Werten zuwandten – und er merkte, dass sie oft empfänglicher für die Liebe Gottes waren als manche gläubige Menschen. Sein Beispiel und seine Einstellung machen uns darauf aufmerksam, dass auch wir zu diesen „anderen“ Menschen gesandt sind. Wir sind berufen, zu den Menschen zu gehen, die scheinbar auf der anderen Seite sind. Gottes Liebe erlaubt uns, im Nächsten mehr zu sehen, als unsere physische Sehkraft zulässt. Der äußere Blick ist nur teilweise von Bedeutung – der Blick Gottes geht in die Tiefe.
Jesus sagte im heutigen Evangelium auch: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.” Unsere unsterbliche Seele verdient besondere Aufmerksamkeit. Das ist der Grund, warum wir uns nicht fürchten sollen, uns jedem Menschen zu widmen, den Gott uns auf unserem Weg sendet – auch wenn er eine andere Meinung als wir haben.
Jesus machte Zachäus keine Vorwürfe, obwohl er genau wusste, wer er war. Beim Abendessen hielt er ihm sogar vor, dass er viele Menschen finanziell ausnutze. Der Besuch Jesu bei Zachäus sollte nur ein Hinweis darauf sein, sein Leben zu ändern. Er ließ ihm bei diesem Entschluss die volle Freiheit. Vorwürfe bringen nichts; Selbstentscheidung ist wesentlich. Zachäus war so überwältigt von der Einladung Jesu, sein Leben zu ändern, dass er großmütig auf die Liebe Gottes antwortete. Er sagte: „Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.” Jesus erreichte damit das, was auch die anderen wünschten. Er erreichte es durch die Liebe, die er Zachäus entgegenbrachte.
Viele von uns haben die Möglichkeit, sich anderen Menschen mit Liebe zu nähern – ohne Worte, ohne Kritik und ohne ständige Ermahnungen. Dann können wir auch mit einem möglichen Dialog rechnen.
Eine Oberin sagte einmal: „Wenn ich einmal vor Gott Rechenschaft über mein Leben ablegen muss, so will ich lieber dafür gerichtet werden, dass ich sehr mäßig war, als dafür, dass ich sehr streng war.” Ein Bruder, der viele Jahre alkoholabhängig war und aus dieser Sklaverei befreit wurde, dankte den gläubigen Menschen, die ihm dabei halfen. Sie halfen ihm, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Er sagte: „Menschen, die Gott lieben, aber andere Menschen nicht, verstehen nichts von der Liebe Gottes.” Menschen, die Gott lieben und mit dieser Zuneigung auch ihre Nächsten schätzen, sind jene, die die Macht haben, schon in dieser Welt das Reich Gottes zu bauen.
Wir sollten immer wieder bedenken, dass der Herr, wenn er jetzt zu uns käme, uns keine Vorwürfe machen würde, obwohl er genügend Gründe dafür hätte. Aus seinem Mund würden vielmehr Worte der Ermutigung kommen. Dazu sind auch wir alle berufen. Jesu Einstellung gegenüber Zachäus sollte uns ein Vorbild sein. So können wir mehr Wunder der Verwandlung in menschlichen Herzen erreichen als durch ständige Kritik, Ermahnungen und Schelte.
Jesus Christus, der kam, um die Kinder Gottes in dieser Welt zu sammeln, sei mit euch.
Die Pharisäer warnten Jesus vor Herodes. Sie warnten Jesus nicht aus Arglosigkeit. Sie vereinigten sich bereits mit den Herodianern. Sie wollten aber nicht, dass Jesus wirkt.
Jesus, du hast dein Sterben und dein Auferstehen vorausgesagt. Herr, erbarme dich unser.
Du wusstest alles, was nach dem Willen des Vaters geschehen sollte. Christus, erbarme dich unser.
Du sammelst alle, die deinem Reich angehören. Herr, erbarme dich unser.
Jesus antwortete auf die Warnung der Pharisäer: „Geht und sagt diesem Fuchs: Ich treibe Dämonen aus und heile Kranke, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden. Doch heute, morgen und am folgenden Tag muss ich weiterwandern, denn ein Prophet darf nicht außerhalb Jerusalems umkommen. Jesus wird sich nicht aufhalten lassen. Seine Mission ist fristlos. Er macht deutlich, dass seine Wege und seine Mission nicht von dieser Welt bestimmt werden. Seine Sendung hängt allein vom Willen Gottes ab. Christus weist darauf hin, dass Herodes feige und ein Betrüger ist. Darum nennt er ihn sinnbildlich „Fuchs”, weil Füchse in der Nacht, also im Finstern, auf die Jagd gehen. Der Betrug des Herodes bestand darin, dass er sich schlauerweise von Jesus befreien wollte, um eine Entscheidung über Jesus zu vermeiden. Jesus aber verlangte eine Entscheidung: Entweder glaubt der Mensch an ihn oder lehnt er ihn ab. Da gibt es keinen Kompromiss.
Da wir durch Jesus Christus zu Kindern Gottes geworden sind, wagen wir, zum Vater zu beten.
Wer Gott vertreiben will, unternimmt einen sinnlosen Versuch. Wir wollen darum bitten, dass er uns in seinem Frieden erhält.
Selig sind diejenigen, die Jesus Christus angehören und ihn preisen dürfen, wenn er wiederkommt.
Jesus Christus, der die Tür zum ewigen Leben und zum Reich des Vaters ist, sei mit euch.
Jesus sagt zu uns: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen. Das bedeutet allerdings Mühe. Der heutige Mensch tut alles, um sein Leben bequem zu gestalten. Darum wünscht er sich, diese Aufforderung von Jesus nicht anzunehmen. Es gibt aber keinen anderen Weg in den Himmel.
Jesus, du rettest die, die den Mut haben, dir zu folgen. Herr, erbarme dich unser.
Du kennst und weißt, wer deinem Reich angehört. Christus, erbarme dich unser.
Du wirst Letztes zu Erstem und Erstes zu Letztem machen. Herr, erbarme dich unser.
Diese Rede Jesu kann für uns sowohl interessant als auch langweilig sein. Das hängt davon ab, ob wir an das ewige Leben glauben. Wenn wir wirklich glauben, dass nach diesem kurzen irdischen Leben die Ewigkeit beginnt, in der es nur Licht ohne Schatten gibt, in der es nur Leben ohne Schatten gibt, dann werden wir sicherlich alle Möglichkeiten suchen und wahrnehmen, um dorthin zu gelangen. Jesus gibt uns im Matthäus-Evangelium folgenden Rat: „Geht durch das enge Tor!” Denn das Tor, das ins Verderben führt, ist weit, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Wir sollten uns nicht von anderen Menschen einschüchtern lassen und ihnen nicht davon abhalten lassen, diesen Weg zu gehen! Der Nachteil dieses Weges ist die Einsamkeit, denn die Mehrheit der Menschen schlägt ihn nicht ein und bezeichnet uns als eigenartig oder nicht normal. Christus sagte kurz danach: „Die Welt wird sich freuen, und ihr werdet weinen.” Überlegen wir nüchtern: Der Weg unseres Herrn Jesus Christus begann mit Fasten und endete mit einem Mahl. Der Weg vieler Menschen beginnt mit lustiger Schmauserei und endet im ewigen Tod!
Da die Tür, die zum Leben führt, eng ist, wollen wir den Vater um Hilfe bitten.
Die, die den Herrn in Frieden erwarten, werden mit ihm in das Reich des Vaters eingehen. Um diesen Frieden bitten wir.
Selig sind die, die Christus nachfolgen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen werden.
Gott, unser Herr, dessen Reich wächst über die ganze Erde, sei mit euch.
Jesus fragt: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist einem Senfkorn gleich. Das bedeutet: Das Reich Gottes ist etwas was wächst, etwas was sich entwickelt.
Jesus, du hast uns den Anfang göttlichen Leben geschenkt. Herr, erbarme dich unser.
Du lässt dein Leben mehr und mehr in uns wachsen. Christus, erbarme dich unser.
Du willst unser ganzes Leben mit Gnade erfüllen. Herr, erbarme dich unser.
Wenn wir das Reich Gottes beobachten, sehen wir, dass in ihm von Anfang an ein seltsames Gesetz gültig sein. Das, was das kleinste war, wird das größte. Jesu Reich zeichnet sich aus, durch Kleinheit und Bedeutungslosigkeit. Es beginnt mit geringen Mitteln. Von seinen Nachfolgern verlangte er, dass sie auf dem Weg weder eine Tasche, noch ein zweites Kleid mitnehmen. Sein Reich wächst langsam, aber es wächst. Mit der Kraft Gottes, die in ihm ist, überwindet es alles, was in ihm menschlich ist. Christus widerspricht sichtlich in diesem Gleichnis allen, die bei ihrem Apostolat, also beim Aufbau seines Reiches viele Menschen sehen wollen, die in ihren Händen viele Mittel haben wollen, schnelle Erfolge, beste Organisation sind keineswegs die Absicht des Reiches Gottes. Das Reich Gottes ist keine Organisation. Gott wird sein Werk aus kleinen Anfängen und mit armen Mitteln zu Ende führen. Das ist die Wahrheit, die immer wieder neu gelernt werden muss.
Da Jesus Christus uns in sein Reich gerufen hat, dürfen wir wagen zum Vater zu beten.
Wenn wir Gott lieben in allem, was uns widerfährt, werden wir in seinem Frieden bleiben. Deshalb bitten wir.
Selig, die das Wort Gottes annehmen und Wohnung finden in seinem Reich.
Jesus Christus, der uns von allen Leiden, Bosheit und Sünde befreit, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium geht es um die Heilung einer Frau, die 18 Jahre lang krank war. Ihr Rücken war gekrümmt und sie konnte sich nicht mehr aufrichten. Jesus heilte diese Frau am Sabbat. Damit bestätigte er, dass bei ihm der Mensch und nicht der Paragraph des Gesetzes an erster Stelle steht.
Jesus, du wurdest zu den Söhnen des Volkes Israel gesandt. Herr, erbarme dich unser.
Du wolltest alle retten, die an dich glauben. Christus, erbarme dich unser.
Du hast die Ehre des Vaters und das Heil der Menschen gesucht. Herr, erbarme dich unser.
Es war sicherlich eine unangenehme Krankheit, die im Evangelium erwähnt wird. 18 Jahre lang gekrümmt zu sein, ist keine Kleinigkeit. Christus hatte Mitleid mit dieser Frau und heilte sie. Oftmals wirkt sich diese Krankheit auch im geistigen Bereich aus. Das sind Menschen, die ständig zu Boden schauen und sich nicht aufrichten können. Sie bemühen sich nicht, ihren Blick nach oben zu richten, zum Himmel, um sich zu Gott zu erheben. Sie können den Menschen nicht einmal ins Antlitz schauen, ihr Blick richtet sich immer nur nach unten zur Erde. Sie sehen überall nur Leid und wenig Freude. Sind nicht auch wir manchmal von dieser Krankheit betroffen? Ist unser Blick nicht auch zu sehr auf das Irdische gerichtet, als ob all das nur für uns wäre? Ja, das kann man feststellen. Es wäre vorteilhaft, unsere Arbeit für das tägliche Brot manchmal durch ein Gebet und das Aufschauen zu Gott zu unterbrechen. Es wäre sinnvoll, die Trauer und Müdigkeit unserer Nächsten wahrzunehmen und ihnen zu helfen, wieder Zufriedenheit zu finden.
Da wir von der Macht der Bosheit erlöst sind, dürfen wir mit vollem Vertrauen zu unserem Vater beten.
Wenn wir mit Gott in Frieden leben, brauchen wir keine Not zu fürchten. Daher bitten wir.
Selig sind die, die von ihrer Schuld befreit sind, und Gott wird sie in seiner Herrlichkeit preisen.
Gott unser Herr, der uns nach der Frucht unseres Lebens fragen wird, sei mit euch.
Jesus macht uns auf die Notwendigkeit der Buße aufmerksam. Er sagt zu uns: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.” Unsere Buße kann nicht nur formell sein. Buße ist eine radikale Änderung unseres Lebens.
Jesus, du bist zu unserer Rettung in diese Welt gekommen. Herr, erbarme dich unser.
Du wirst unser Leben fruchtbar machen durch gute Werke. Christus, erbarme dich unser.
Du schenkst allen eine Zeit der Gnade und der Bekehrung. Herr,erbarme dich unser.
Pilatus ließ die begierig Galiläer beim Gottesdienst niedermetzeln. Er ist der Repräsentant der politischen Ereignisse, die ständig weltweit entstehen und menschliches Leben zerstören. Das sagen uns die Nachrichten von Kriegen und Revolutionen. Gibt acht! Das kann auch bei euch herausbrechen.
Der einstürzende Turm von Siloah, der 18 Menschen erschlug, ist eine Mahnung vor natürlichen Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Krankheiten. Diese Katastrophen fordern oft Tausende Menschenleben. Und sie rufen zur Buße auf.
Mit dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum will Christus uns sagen, dass Gott eine bestimmte Zeit lang auf die Verbesserung jedes Menschen wartet. Wenn er vergeblich wartet, fällt er den Baum um und wirft ihn hinaus. Das gilt auch für uns.
Da wir alle der Bekehrung bedürfen, wollen wir zum Vater um Barmherzigkeit beten.
Kein Mensch ist ohne Schuld. Wenn wir uns mit Gott versöhnen, werden wir seinen Frieden finden.
Selig, deren Leben Frucht bringt, die für das ewige Leben bleibt,.
Jesus Christus, der kommen wird zum großen Gericht der Welt, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium fragt Jesus, oder anders gesagt macht er den Pharisäer und Schriftgelehrter Vorwürfe: Warum könnt die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Die Pharisäer und Schriftgelehrten sollten darauf kommen, dass Jesus der verheißene Messias ist.
Jesus, du wirst wiederkommen in der Stunde des Gerichts. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns die Zeit dieser Welt verstehen gelehrt. Christus, erbarme dich unser.
Du bist das Licht auf dem Weg unseres Lebens. Herr, erbarme dich unser.
Manchmal macht Jesus die Wunder ohne Ersuchen. Er sieht das Elend, und das ist ihm genug. Er vermehrt das Brot, weil er sich reut die Menschenmenge, auferweckt jungen Mann in Naim, weil er seine Mutter bedauert, Aber es gibt die Fälle, wenn er sich bitten lässt. Es aber geschah, wenn ihn um das Wunder vergeblich baten. Damit wir diese verschiedene Einstellungen begreifen, müssen wir wissen, was will uns Jesus mit jedem seinen Wunder sagen. Mit den Wunder aus dem Mitleid will er uns zeigen, dass er ein wirklicher Mensch ist, der aufrichtig mit jeder menschlichen Not nachfühlt. Mit den Wunder auf,, Ersuchen“ gibt er bekannt, dass er Gott ist. Wenn er ein Wunder ablehnt, will er sagen, dass er nicht dort ein Wunder macht, wo das Wunder ohne Wirkung bleibt, wo die Wunder nicht den Glauben erwecken. Er kam doch nicht dafür, damit in der Welt um eine Sensation mehr ist.
Damit wir das rechte Urteil finden und die Zeichen dieser Zeit verstehen ,wollen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Damit wir die Zeichen der Zeit erkennen und immer in seinem Frieden bleiben wollen wir den Herrn bitten.
Selig,die versöhnt sind mit Gott und bestehen können in der Stunde des Gerichtes.
Am heutigen Sonntag ist Weltmissionssonntag.Was ist eigentlich Mission? Jesus sagte nach seiner Auferstehung zu seinen Aposteln: Darum geht zu allen Völkernund macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Wir haben die Pflicht als Christen, den Glauben zu verbreiten.
Predigt
Heute leben in der Welt mehr als 6 Milliarden Menschen, aber nur zwei Milliarden sind Christen. Die Aufforderung, sich für die Mission zu engagieren, bedeutet nicht nur die Verkündigung des Evangeliums, sondern auch auf verschiedene Art zu helfen, das Christentum zu verbreiten. Das ist die Sehnsucht der Kirche hauptsächlich nach dem zweiten vatikanischen Konzil, der Gedanke der Mission ist aber schon viel älter. Der heutige Sonntag erinnert uns an die vier apostolischen Werke, die wir auch päpstliche Werke nennen.
Die Stifterin des päpstlichen Werkes für die Ausbreitung des Glaubens ist Pauline Marie Jaricot, die am 22. Juli 1799 in Lyon in Frankreich geboren wurde. Sie war die Tochter des Besitzers einer Seidenfabrik und erfuhr, dass die Mission sich in großer Not befindet. Ihr Bruder war nämlich Missionar und Pauline beschäftigte sich mit dem Gedanken, vielen Menschen zu helfen, Christus kennenzulernen. Sie wurde dadurch die Bahnbrecherin des Missionsgedankens und des Laienapostolats. Sie gründete einen Verein, der zum Ziel hatte, durch Gebet und Almosen der Mission zu helfen. Im Jahre 1822 begann das päpstliche Werk für die Ausbreitung des Glaubens seine Tätigkeit. Pauline sandte viele Liebesgaben zur Entwicklung der Mission. Sie starb 1862. Papst Leo XIII wurde zum Förderer dieser missionarischen Laienbewegung. In einem seiner Briefe äußerte er sich lobend über Pauline, die sich einsetzte für die Bemühungen Laienarbeiter zu finden für diese aktive Tätigkeit der Kirche. Papst Pius XII genehmigte nicht nur das Statut des Vereines, sondern er gliederte das Werk in die Kongregation für die Glaubensverbreitung ein. Das päpstliche Werk hilft auch heute noch materiell und geistlich den armen Diözesen, hauptsächlich den Priestern und Seminaristen.
Es gibt noch ein zweites Werk mit dem Namen „Das päpstliche Werk der Kindheit Jesu“. Dieses Werk stiftete 1843 Mons. Augustin Forbin Janson, Bischof in Nancy. Er machte sich zum Ziel, dass sich Kinder für die Mission engagieren. Kinder sollen Kindern helfen. So entstand ein Verein von Kindern, die genug materielle Mittel haben, um damit den armen Kindern – hauptsächlich in armen Ländern in Afrika und Asien – mit ihrem Gebet und mit kleinen Liebesgaben zu helfen. Heute ist dieser Verein für die finanzielle Hilfe von Waisen, für Schulen für arme Kinder und auch für Kinder, die krank sind.
Es gibt auch noch das dritte päpstliche Werk, es ist das Werk des heiligen Petrus. Dieses Werk ist tätig für die Hilfe inländischer und ausländischer Priester. Die Patronin dieses Werkes ist die heilige Theresia von Lisieux. 1899 wandte sich der Bischof von Nagasaki mit der Bitte um Hilfe an dieses Werk, damit er das Priesterseminar erhalten konnte. Hauptsächlich in den Ländern, wo es genügend priesterliche Berufungen gibt, sind jedoch die Finanzen nicht ausreichend für die Erhaltung der Seminare. Papst Benedikt XV nahm sich im Jahre 1929 dieses Anliegens an.
Schließlich gibt es noch das vierte päpstliche Werk, es ist die Einheit der Geistlichkeit für die Mission. Der Gründer war Paolo Manna aus Mailand, also ein italienischer Missionar. Er ermunterte die Priester, dass sie selber zu freigebigen Gebern für die Mission werden. Er stiftete einen Verein, der sich für die Mission engagiert. Papst Benedikt XV nahm sich auch dieser Initiative an.
Die päpstlichen Missionswerke bitten am heutigen Missionssonntag wieder um Unterstützung ihrer Tätigkeit, besonders um finanzielle Hilfe. Schon der heilige Apostel Paulus ermunterte in seinen Briefen die Gläubigen zur Freigebigkeit. Jene, die selbst wenig finanzielle Mittel haben, sind aufgefordert, die Mission mit ihren Gebeten zu unterstützen. Wir sollen auch beten für jene, die außerhalb ihrer Heimat arbeiten müssen, sehr oft unter erschwerten Bedingungen, damit sie ihre Tätigkeit so ausüben, als ob Christus selbst ausüben würde.
Der heutige Sonntag hat das Ziel, die Gläubigen von der Tätigkeit der Mission zu informieren. Auch sollten wir Menschen dazu einladen, in den Missionsstationen mitzuarbeiten, vielleicht einige zu begeistern für die Mission. Die Kirche lebt nur dann, wenn das ganze Evangelium in aller Welt verkündet wird. Es genügt nicht nur das Gebet, wenn es möglich ist, sollen wir auch materiell und finanziell helfen. Das heißt aber natürlich auch, dass wir trotz finanzieller Unterstützung nicht auf das Gebet vergessen sollen. Wir alle gehören zu einer großen geistlichen Familie, und daraus ergibt sich auch die Verantwortung für die Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Jeder von uns ist wichtig für die Mission!
Heiliger Franz Xaver, heilige Theresia, bittet für die Mission!
Jesus Christus, der gekommen ist, damit wir uns entscheiden für sein Reich, sei mit euch.
Jesus sagt zu uns, dass er das Feuer auf die Erde brachte. Dieses Feuer ist sein Wort, seine Lehre, das unser Gemüt erleuchten und unser Herzen erwärmt. Haben wir schon dieses Feuer angenommen?
Jesus, du hast uns in dein Reich der Herrlichkeit berufen. Herr, erbarme dich unser.
Du stehst uns bei im Widerspruch dieser Welt. Christus, erbarme dich unser.
Du bleibst bei uns als Licht und treibende Kraft. Herr, erbarme dich unser.
Wenn in unserer Umgebung soviel Unkenntnis über Gott ist, soviel Unliebe, ist das unser Fehler. Wir kennen die Natur des irdischen Feuers. Wenn es sich von Umgebung isoliert, stirbt, erlöscht. Und solches ist auch himmlisches Feuer. Wenn Feuer Christi, das wir empfangen haben, nur in unseren Häusern bleibt, wenn wir dieses Feuer nicht in die Umgebung, wo wir leben, tragen werden, können wir damit rechnet, dass dieses Feuer erlöscht und auch wir werden es verlieren. Aber wir müssen auch damit rechnen; Wenn wir dieses Feuer anschüren werden, werden wir die Leute in unserer Umgebung beunruhigen. Sie werden sich wehren und unser Eifer löschen mit ihrer Kälte, Ironie und vielleicht auch mit Bedrohungen. Das soll uns nicht überraschen. Das seit jeher passierte diejenigen, die Christus dringendes Verlangen erfüllten wollten. Jesus vertraute uns sein Feuer an. Und wir sind für es verantwortlich. Eignen wir uns Jesus Beispiel an, damit die Leute in unserer Umgebung spürten, dass das Christentum etwas ist, was leuchtet, wärmt.
Gott, der Herr, der viel verlangt von uns, da wir viel empfangen haben, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium sagte Jesus: Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen. Wir sollen dankbar sein für die Gaben, die wir bekommen haben, und gleichzeitig diese Gaben verantwortungsbewusst gebrauchen.
Jesus, du hast uns den Reichtum deiner Gnade anvertraut. Herr, erbarme dich unser.
Du wirst wiederkommen zum großen Gericht. Christus erbarme dich unser.
Du wirst unser Leben in Herrlichkeit vollenden. Herr, erbarme dich unser.
Jeder von uns bekam von Gott einige Gaben, also Fähigkeiten. Einem gab Gott Schlagfertigkeit und Vernunft, anderem die körperliche Kraft, wieder anderem künstlerische Begabungen usw. Wenn wir etwas haben, haben es dafür, anderen zu helfen, die diese Gaben nicht haben. Der Herr versprach uns eine Belohnung, wenn wir unsere Gaben richtig verwenden. Was aber passiert, wenn wir unsere Gaben missbrauchen? Zum Beispiel, wenn wir die Kraft dazu benützen, damit wir andere unterdrücken können, oder nur für unseren eigenen Vorteil. Oder wir berauschen uns mit der selbstgefälligen Ichsucht. Auf diese Frage gibt Jesus folgende Antwort: Er wird seinen Lohn für seinen Unglauben bekommen.
Da wir Verwalter Gottes sind in dieser Welt, wollen wir den Vater um seinen Beistand bitten.
Damit bei der Ankunft des Herrn, wir nicht in Unfrieden angetroffen werden, wollen wir um seinen Frieden bitten.
Selig, die in Treue Gott dienen und zu Verwaltern eingesetzt werden über sein ganzes Vermögen.
Jesus Christus, der seine Apostel als Boten des Friedens in die Welt sandte, sei mit euch.
Heute feiern wir das Fest des heiligen Lukas. Im Evangelium steht, dass Jesus seine Jünger dorthin schickte, wohin er selbst wollte. Er sagte zu ihnen: „Die Ernte ist groß, aber es gibt wenige Arbeiter. Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet.“ Das bedeutet, dass wir um priesterliche Berufungen beten sollen.
Jesus, du hast uns die Liebe des Vaters offenbart. Herr, erbarme dich unser.
Du hast dich der Armen angenommen. Christus, erbarme dich unser.
Du wirst uns in dein Reich heimholen. Herr, erbarme dich unser.
Die geschichtliche Person des Lukas tritt hinter seine Schriften, das dritte Evangelium und die Apostelgeschichte, fast völlig zurück. In den Heiligen Schriften ist nicht die Individualität wichtig, sondern die Offenbarung Gottes und die Situation der Menschen vor Gott. Deshalb können wir nur aus den Texten etwas über die realen Person erfahren. Aus dem Kolosserbrief können wir entnehmen, dass Lukas Heide und von Beruf Arzt war und offensichtlich aus Antiochia stammte. Die Apostelgeschichte berichtet, dass er auf verschiedenen Missionsreisen Begleiter des heiligen Paulus war. Über seinen Tod ist nichts bekannt. Eine Legende besagt, er habe in der Hafenstadt Patras in Griechenland den Märtyrertod erlitten, eine andere behauptet, er sei in Böotien in Mittelgriechenland friedlich gestorben.
Gott ist unsere Hilfe und unser Friede. Damit wir Boten des Friedens werden, wagen wir, zum Vater zu beten.
Möge unser Gruß den Menschen Frieden bringen. Wir bitten darum, selbst im Frieden zu leben.
Selig, die mithelfen an der Ernte des Reiches Gottes und teilhaben an seinem Erbe.
Jesus Christus, der als das Weizenkorn des neuen Lebens in das Grab gelegt wurde, sei mit euch.
Ignatius von Antiochien wurde nach Rom gebracht und den wilden Tieren vorgeworfen. Von den Menschen verstoßen und den Menschen zum Heil geworden. Um 110 wurde er in der Verfolgung des Kaisers Trajan verhaftet. Er starb den Tod des Zeugnisses in der Arena in Rom.
Jesus, du schenkst dich uns im Brot des Altares. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns deinen Leib zur Speise bereitet. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns das neue Leben verheißen. Herr, erbarme dich unser.
„Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gemacht? Diese Antwort Jesu klingt ein wenig merkwürdig und ungewohnt. Wagt er sich vielleicht nicht, den Streit zwischen den beiden Brüdern zu lösen? Oder wollte er ihnen nicht helfen? Weder das eine noch das andere. Er war doch die Weisheit selbst, und kein rechtliches Problem konnte für ihn Bestand haben. Suchen wir den Grund für sein Verhalten. Christus dachte so. Wenn sie Brüder sind, sollen sie sich lieben. Wenn sie sich lieben, teilt euch die Liebe. Wenn einer von euch sieht, dass sein Bruder eine größere Familie hat, gibt er ihm mehr. Wenn aber zwischen euch keine Liebe ist, wird auch die gerechteste Gerechtigkeit ungerecht. In diesem Fall wird euch kein Gott entgegenkommen.
Um des ewigen Lebens willen tragen wir die Last unseres Alltags. Deshalb wagen wir es, zum Vater zu beten.
Die, die Christus, dem Herrn, dienen, finden in ihm den Frieden. Deshalb bitten wir ihn.
Selig, deren Leben für den Herrn fruchtbar wird und in Herrlichkeit verwandelt wird.
Was braucht der heutige Mensch am meisten?
Die Reflexion ist also das Nachdenken und Betrachten über sich selbst, über den Wert und das Ziel unseres Lebens, die die Erde bei Weitem übersteigen. Der große Prophet Jeremia schreibt: „Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet und meinen Acker zertreten; sie haben meinen schönen Acker zur Wüste gemacht.” Sie haben verwüstet, verödet liegt er vor mir. Ja, das ganze Land ist verwüstet, aber niemand will es zu Herzen nehmen.“ (Jer 12,10–12) Ist dieses Bild, das Jeremia vor mehr als 2.000 Jahren ausmalte, nicht das Bild unserer Gesellschaft? Papst Pius XI. gab 1929 die Enzyklika „Mens nostra“ heraus. In dieser Enzyklika finden wir die Diagnose der schwersten Krankheit unserer Zeit. Diese Krankheit zeigt sich darin, dass der Mensch von der unersättlichen Sehnsucht nach Reichtum und Wollust erfasst wird. Der Mensch „reißt mit“ durch äußerliche und vergängliche Dinge, schaut nicht in sein Inneres und denkt nicht an Gott, der Anfang und Ende von allem ist. Diese Diagnose ist auch heute gültig. Die Menschen sind mit äußerlichen Dingen beschäftigt und vergessen ihr Inneres. Und das Innere des Menschen kann man nicht durch Fernsehen ersetzen. Darum brauchen wir alle … geistlichen Übungen, Reflexion.
Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Apg 1,8 1,8). Diese Worte sagte Christus, als die Apostel ihn fragten: „Herr, wirst du in dieser Zeit wieder das Reich für Israel aufrichten?” Jesus belehrte die Apostel, dass die Kenntnis der politischen Zukunft Israels nicht die wichtigste Sache für sie sein sollte. Wichtig sei es, für Christus Zeugnis abzulegen. Diese Worte richtet Christus auch an uns.
In einer polnischen Kurstadt ist eine Statue ausgestellt. Diese Statue stellt einen modernen Menschen dar. Sie hat große Augen, breite und grobe Lippen und anstelle des Gehirns Kabel und Drähte. Dies ist ein Bild dafür, wie das Innere des heutigen Menschen durch Radio, Fernsehen und Internet mechanisch geformt wird. Jesus aber will den Menschen zu Zeugen seines Evangeliums machen. Worin liegt die Zeugenschaft über Christus? Christus-Zeuge zu sein, bedeutet vor allem, die Zeugenschaft anzunehmen, die Christus abgelegt hat. Man muss also das empfangen, was Christus von Gott gelehrt hat. Die Zeugenschaft für Christus besteht aber nicht nur in der passiven Annahme seiner Botschaft, sondern auch in unserer eigenen Zeugenschaft. Erst das Leben nach dem Evangelium ist Zeugenschaft. Gott wartet auf unsere Zeugenschaft. Davon, welche Zeugen Christi wir sind, hängt die Entwicklung der Kirche ab. Zur Schande der Kirche machen diejenigen, die zwar zur Kirche gehören, aber für ihren Egoismus Zeugnis ablegen. Davon hängen auch unsere innere Ruhe und unser ewiges Glück ab.
Ihr werdet meine Zeugen sein.
Gott hat uns das Ziel unseres Lebens klar bestimmt. Wir leben, um heilig, unbefleckt und vollkommen zu sein. Worin liegt diese Vollkommenheit? Jesus hat uns das gelehrt. Er sagte: „Ihr seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Mt 5,48) Diesen Satz sprach Jesus am Ende seiner „Rede vom Berg“ aus. Er sagte: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.’‘ Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters werdet, der in den Himmeln ist; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und regnen über Gerechte und Ungerechte.“
Jesus spürte, dass seine Hörer, die nach dem Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Mt 5,38) erzogen wurden, den Auftrag, die Feinde zu lieben, nur schwer annehmen würden. Darum gab er ihnen das Beispiel von Gott, der nicht nur die Guten, sondern auch die Bösen mit seiner Sonne beschenkt und nicht nur die Gerechten, sondern auch die Ungerechten mit Regen beschenkt.
Nach dem heiligen Hieronymus sollen wir, wenn wir diese Worte lesen, wissen, dass Christus uns keine unmöglichen, sondern vollkommene Dinge befiehlt. Es gibt Menschen, die einwenden. „Ich kann Gott nicht folgen, da Gott meinen Augen verborgen ist und Gottes Vollkommenheit der menschlichen Erkenntnis unzugänglich ist.” In seiner Weisheit hat Gott beschlossen, dieser Einwendung entgegenzukommen. Darum gab er uns sein treuestes Bild, sein vollkommenstes Porträt. Dieses Bild wurde von seinem Sohn gemacht . Jesus Christus. Der heilige Apostel Paulus schrieb: „Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“ (Kol 1,15). Paulus erinnerte die Kolosser an die Wahrheit, wenn er sah, dass Irrtümer gegen die Gottheit Christi drohten. Gott wollte uns seinen Zeugen geben. Dieser Zeuge ist sein Sohn. Jesus lehrt uns durch sein Leben und seine Worte, wie Gott ist und wie wir ihm folgen sollen. Der heilige Apostel Johannes schreibt in der Offenbarung an die sieben Versammlungen in Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommen wird, und von Jesus Christus, der ist der treue Zeuge. Offenbarung 1,4-5
„Ich und der Vater sind eins.“ Joh 10,30: Jesus sagte diese Worte am Fest der Tempelweihe in Jerusalem. An diesem Fest sollte jeder Israelit in seinem Haus ein Licht haben. Jesus wandelte im Tempel, in der Säulenhalle Salomos. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: „Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du der Messias bist, so sage es uns frei heraus.” Jesus antwortete ihnen: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters tue, zeugen von mir. (Joh 10, 22–25) Jesus wollte mit seinem göttlichen Licht die Herzen der Israeliten erfüllen. Sie wurden aber hartherzig, hoben Steine auf und wollten Jesus steinigen. Jesus fragte sie: „Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater gezeigt. Für welches Werk unter diesen steinigt ihr mich?” Die Juden antworteten ihm. „Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.” Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er diejenigen Götter nannte, an die das Wort Gottes erging, sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst. Du lästerst, weil ich gesagt habe: ‚Ich bin Gottes Sohn.‘ Ich bin Gottes Sohn. Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht; wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken – damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm.“ Joh. 10, 31–37.
Die Beweggründe, die Gott zu grenzenloser Barmherzigkeit bestimmen, liegen nicht außerhalb von ihm. Allen Grund, sich der Sünder zu erbarmen und ihnen zu vergeben, schöpft Gott nur aus sich selbst. Hl. Bernhard. Diese sind:
1. Die Verherrlichung seiner selbst, denn obwohl auch die Akte der strafenden Gerechtigkeit seiner Glorie Zeugnis gibt und sie nach außen mehrt, so betet doch die Kirche mit Recht. „Der du deine Macht im Erbarmen und Verschonen vor allem kundtust.” Das ist nämlich das Erhabenste, etwas spezifisch Göttliches. 2. Die Erweckung des Glaubens an Gottes Barmherzigkeit. Gottes vollkommenste Liebe zum Guten und sein absoluter Hass gegen das sittlich Böse drängen ihn, das Böse auszutilgen und das Gute zur ewigen Alleinherrschaft zu bringen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Sünder sich der Gnade ergibt und sich bekehrt, wenn er das Heil gewinnt. Folgerungen für uns. Die Liebe des Vaters zum Sohn. Durch seinen Tod hat Jesus uns für sich erkauft. Mit jeder Seele, die verloren geht, geht ein teures Eigentum Christi verloren, der Preis seines Blutes. Es ihm zu erhalten, ihm wieder zu erwerben, ist darum das beständige Liebesstreben des Vaters: „Ich will, dass ich nichts von dem, was er mir gegeben hat, verloren gehe, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tage.” (Joh. 6,39)
Seine unendliche Güte drängt ihn, einerseits das Geschöpf vor ewigen Elend zu bewahren und andererseits es an seiner eigenen Glückseligkeit teilhaben zu lassen. Darum ist Gott gedrängt, Barmherzigkeit zu erweisen. Das ist eine kräftige Aufforderung zu unbegrenzter Hoffnung und zu milder Barmherzigkeit, die auch von zeitlichem Elend und leiblichen Übeln befreit. Gott, unser Vater im Himmel, ist auch barmherzig. Fast jede Seite der Heiligen Schrift sagt uns, dass wir einen gnädigen und barmherzigen Vater im Himmel haben. Der Herr ist gnädig und barmherzig, von großer Güte und handelt nicht nach unseren Sünden, sondern vergilt uns nicht nach unseren Missetaten. Wenn sich nun seine Barmherzigkeit ganz besonders darin gezeigt hat, dass er durch den Tod Jesu Christi unsere Seele von der Sünde und der ewigen Verdammnis erlösen wollte, dann ist Gott auch dadurch barmherzig. Denn er befreit den Menschen von zeitlichem Elend und leiblichen Übeln. Wie barmherzig war er nicht gegen das Volk Israel! Er hat es aus der Knechtschaft Ägyptens gerettet und glücklich durch das Rote Meer geführt.
Nach der Lehre des Christentums sind die Leidenden unsere Brüder. Auch der Leidende ist ein Christ. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Können wir aber behaupten, ihn zu lieben, wenn wir bei seinen Leiden kalt und empfindungslos bleiben, wenn wir unsere Ohren gegen seine Klagen verschließen? Können wir behaupten, dass wir ihn lieben, wenn es uns zu mühselig ist, auch nur einen Schritt zu seiner Hilfe zu tun? – Gewiss nicht. Denn es ist der wahren christlichen Liebe eigen, dass sie so denkt und spricht. t.
Jesus Christus, der uns durch sein Wort gereinigt hat, sei mit euch.
Ein Leben voller Krankheit, Leid, Verleumdung und Kampf, aber auch voller außergewöhnlicher Christus-Erlebnisse war das der Theresia von Avila, die 1582 nach einem arbeitsreichen Leben starb. Durch die Reform des Karmeliterordens wirkte sie weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus für die Erneuerung des kirchlichen Lebens. Sie gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Kirchengeschichte und wird den Kirchenlehrern zugeordnet.
Unsere Sünden stehen einem echten Erlebnis mit Gott im Weg. Deshalb wollen wir Gott um Vergebung unserer Sünden bitten.
Jesus, du erfüllst diejenigen, die dich lieben, mit Kraft. Herr, erbarme dich unser.
Du belebst die Kirche mit deinem Geist. Christus, erbarme dich unser.
Du führst uns durch Vorbilder des christlichen Lebens. Herr, erbarme dich unser.
Wachsende und tragende Früchte sind unser Lob. Das heutige Evangelium stellt uns den himmlischen Vater als einen Weingärtner dar, der in seinem Weingarten einen Weinstock pflanzt. Auch wir sind seine Reben. Von unserer Taufe an. Das wissen wir schon. Aber wer von uns weiß, was für eine Rebe es ist? Mit Fruchtoder ohne Frucht? Das müssen wir wissen. Es geht um unser Schicksal. Der himmlische Wirt, wie wir es im Evangelium gehört haben, schnitt die verdorrten und unfruchtbaren Reben weg und warf sie ins Feuer. Was aber ist in diesem Fall die Frucht, das Zeichen dafür, dass wir die lebendige und fruchtbare Rebe sind? Die Antwort kennen wir. Mein Vater wird darin verherrlicht, weil er viel Frucht bringt. Und sagt das zu Ende auch das Evangelium nach Johannes: „Daran wird jedermann erkennen , dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.“ Also, die Liebe ist die Frucht, die der Vater an uns finden will.
Da wir durch Christi Wort eingegangen sind, wagen wir es, gemäß seinem Auftrag, zum Vater zu beten.
Wenn wir, wie der Weinstock und die Rebe, mit Christus verbunden sind, dürfen wir um seinen Frieden bitten.
Selig sind diejenigen, die in Christus bleiben und reiche Frucht für die Ewigkeit bringen.
Im heutigen Evangelium ermutigt Jesus seine Jünger, das Wort Gottes furchtlos zu verkünden. Sie sollen Jesu Lehre offen von den Dächern verkünden. Auch wir sollen unseren Glauben furchtlos bekennen.
Jesus, du hast uns das Verborgene durch dein Wort kundgetan. Herr, erbarme dich unser.
Du allein hast die Macht, uns das ewige Leben zu schenken. Christus, erbarme dich unser.
Du hast den Sieg über Tod und Hölle errungen. Herr, erbarme dich unser.
Wenn wir unser Apostolat ernst nehmen, kann uns das ein Stück oder sogar das ganze Leben kosten. Aber wir haben auch die Versicherung, dass die Sorge für uns der übernimmt, der selbst die unbedeutendsten Spatzen im Blick hat. Jesus gibt uns den Mut. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber sonst nichts können. Wir können das irdische Leben verlieren, aber gleichzeitig die ewige Existenz gewinnen, die erheblich anmutiger und vollkommener ist als das irdische. Jesus versichert uns, dass er unseren Mut unterstützt und immer bei uns ist. Er erlaubt uns nur dann, das Haar zu krümmen, wenn es den Interessen seines Reiches dient. Für Gott und sein Reich zu sterben, ist ein Gewinn.
Zu Gott, unserem Vater, der keinen von uns vergisst, wagen wir, voller Vertrauen zu beten.
Wer sich offen Gott gegenüber bekennt, findet in ihm Frieden. Wir bitten den Herrn.
Selig sind die, die Gott fürchten und bei ihm ewiges Leben empfangen werden.
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