Einführung
Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.” Jesus spricht von sich selbst als Speise des Lebens, die nicht die Quantität, sondern die Qualität des Lebens bestimmt.
Predigt.
Sättigung ist lebensnotwendig. Hunger ist ein großer Feind des Menschen. Doch keine irdische Speise entscheidet darüber, welche Eigenschaften ein Kind haben wird, ob es gehorsam oder trotzig sein wird. Keine irdische Speise entscheidet darüber, ob der morgige Tag glücklich oder traurig verläuft. Keine irdische Speise hilft uns, Liebe und Achtung gegenüber unseren Nächsten zu empfinden. Gutes Essen kann eventuell die Dauer unseres Lebens verlängern. Wenn wir Kartoffeln kaufen könnten, die uns zu mehr Geschäftigkeit anregen würden, würden wir das nutzen. Oder wenn wir Tomaten kaufen könnten, die unseren Zorn und unsere Aufregung in Vergebung und Barmherzigkeit verwandeln könnten, würden wir diese Tomaten jeden Tag essen. Wenn der Gehorsam der Kinder sich durch Ketchup verbessern würde, hätten wir diesen immer zu Hause.
Für die Qualität des Lebens brauchen wir aber eine andere Speise. Jesus weiß, dass die Menschen auch einen anderen Hunger haben. Der Hunger nach schöner Kleidung, nach einer bequemen und geräumigen Wohnmöglichkeit mit komfortabler Einrichtung , nach einem schnellen Auto, mit dem wir alle anderen überholen können, nach einem exklusiven Urlaub, der uns Menschen aus dem Alltag herausreißen kann, ist damit nicht gemeint. Wenn alle materiellen Bedingungen erfüllt wären, würden wir nicht glücklicher werden. Das beweisen und zeigen zerrüttete Familien, eine Vielzahl von Menschen, die Alkohol trinken und Drogen nehmen, sowie viele Kriege und Unruhen.
Darum sagte Jesus: „Müht – das heißt also: Vergesst nicht, euch mit Liebe, Aufmerksamkeit, Opferbereitschaft und Geduld zu nähren! Diese geistige Sättigung versteht Jesus auf zwei Ebenen , auf der verstandesmäßigen und auf der religiösen Ebene.
Intellektuell, also verstandesmäßig, werden wir gesättigt, wenn wir auf Jesu Worte hören, obwohl diese manchmal widersprüchlich sind. Aber es ist sehr weise, an sie zu glauben und sich mit ihnen zu identifizieren, aus innerer Überzeugung damit übereinzustimmen. Jesus lehrt uns zum Beispiel, dass wir unseren Egoismus ablegen sollen. Er sagt: „Wenn du das Leben gewinnen willst, musst du es verlieren. Außerdem sättigt uns Jesus im Zeichen des Brotes und Weines in jeder heiligen Messe, also auch auf rituelle Weise. überholen
Im, sich mit ihnen zu identifizieren, und 1. Korintherbrief heißt es dazu: „Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, das Brot, sprach das Dankgebet, brach es und sagte: ‚Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.‘“ Das tut meinem Gedächtnis gut. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zum Gedenken an mich. ihr
Die Illustration der geistigen Stärkung soll folgende Geschichte zeigen:
Eine junge Frau studierte Pädagogik und bereitete sich auf die Abschlussprüfung in Geographie vor, die sie vor einer Prüfungskommission ablegen musste. Die Prüfung bestand nicht nur aus Theorie, sondern auch aus einer praktischen Unterrichtsstunde mit Schülern. Sie bereitete sich gründlich vor und suchte viele anschauliche Hilfsmittel zum Thema „Landwirtschaft in einer Region Spaniens“. Diese Hilfsmittel, wie Mappen, Fotos und Bilder, sollten den Kindern helfen, das zu verstehen, was sie ihnen erklärte. Sie wartete geduldig, bis sie an der Reihe war. Da redete sie eine ihrer Mitschülerinnen an, die dasselbe Thema hatte, sich aber keine Hilfsmittel zurechtgelegt hatte. Sie bat sie, ihr einen Teil ihrer Unterlagen zu geben. Obwohl sie eine aufrichtige Christin war, war sie nicht begeistert, etwas von ihren Unterlagen herzugeben. Diese Mitschülerin benahm sich ihr gegenüber nämlich oft überheblich, weil sie dachte, sie sei überlegen als die anderen. Im ersten Moment wollte sie ihr nichts geben, denn sie dachte, dass sie dann nicht genügend Hilfsmittel für sich selbst haben würde. Dann erinnerte sie sich aber an Jesus, der das Brot nahm und es teilte. Da spürte sie, dass auch sie andere so lieben muss wie sich selbst. Sie gab ihrer Mitschülerin die Hälfte ihrer Anschauungsmittel. Ein Glücksgefühl durchströmte sie. Dann kam die Prüfung. Sie gestaltete die Unterrichtsstunde mit den noch verfügbaren Hilfsmitteln vorzüglich. Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, erfuhr sie, dass sie die höchste Bewertung erhalten hatte.
Wir alle wissen, was es bedeutet, zu teilen, seine Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht zu verbergen, sondern zu dienen und zu helfen. Diese Fähigkeiten nähren und stärken unseren Glauben an Jesus. Das Ergebnis sind Liebe und Freude, die Jesus allen versprochen hat, die ihm nachfolgen.
Einführung
Den Satz: „Lasst die Leute sich setzen“ verwendete Jesus, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf wesentliche Punkte zu richten. Die Vermehrung des Brotes war ein Zeichen dafür, dass Jesus der Messias ist. Seine göttliche Macht überschreitet die Macht der natürlichen Welt. Es ist schön, dass Jesus zu diesem Wunder auch die Apostel gebrauchte. Ihre Aufgabe war es, den Leuten aufzutragen, sich zu setzen.
Predigt
Jesus sandte seine Apostel nicht, um Lebensmittel zu kaufen oder die Reichen von den Armen zu trennen. Es war aber auch nicht leicht, die Menschen dazu zu bewegen, sich an einem einsamen Ort niederzulassen und zu warten.
Tag für Tag erledigt der Mensch die verschiedensten Aufgaben. Der Mensch baut, schreibt, fährt, rechnet… Das alles bedeutet Aktivität. Diese Aktivität ist meist gewinn- und profitorientiert. Jesus lädt auch uns ein, uns in die Anwesenheit Gottes „zu setzen“. Das ist die Aufforderung, alles dem Herrn anzuvertrauen. Unser Leben soll ganz auf Gott ausgerichtet sein. Hier geht es nicht um Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern um unser Leben im Glauben. Daraus ergeben sich drei Blickwinkel:
Der erste Blickwinkel ist die Orientierung an geistlichen Werten. Es ist nicht wichtig, ob es Montag oder Dienstag ist oder ob es morgen oder abends ist. Wichtig ist, dass wir auch nach den geistlichen Werten suchen. Wichtig ist, dass wir Zeit für das Gebet und die heilige Messe finden. Wichtig ist, dass wir unsere Sünden bekennen und bereuen und unsere Fehler bekämpfen. Wichtig ist es also, Gott ganz im Blick zu haben.
Der zweite Blickwinkel ist die Entdeckung der Bedeutung für alles, was wir alltäglich tun. Jesus lehrte die Menschen, übernatürliche Dinge zu erkennen. Er vermehrte das Brot und sättigte damit die Menschen. Das war eigentlich eine alltägliche materielle Angelegenheit. Gott sorgte sich also um die Menschen. Aber das geschah ganz anders als zwischen Mensch und Mensch. Der Mensch sagt: Das mache ich alles selbst, das Essen zubereiten, eine Wohnung schaffen, verschiedene Arbeiten verrichten. Aber er wird feststellen, dass er einige Dinge nicht selbst machen kann; da kann er nur Gott darum bitten. Ich denke da an die Gesundheit, das Glück, die Ruhe der Seele. Die alltäglichen Sachen kann ich selbst erledigen, die außergewöhnlichen schenkt mir Gott. Das ist der Unterschied. Aber Gott kümmert sich natürlich auch um die alltäglichen Dinge.
Der dritte Blickwinkel ist die Erkenntnis, dass alles ein Geschenk ist. Wie wir die Brotvermehrung bewundern, so sollen wir auch das Wachstum des Korns auf den Feldern, das Reifen des Obstes auf den Bäumen, überhaupt unsere Natur bewundern. Das alles ist wahrlich ein Wunder der Schöpfung Gottes.
Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll schrieb ein Buch mit dem Titel „Und sagte kein einziges Wort“. In diesem Buch beschreibt er die Situation der Familie Bogner nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Familie hatte drei Kinder und wohnte äußerst beengt in nur einem Zimmer. Das Elend dieser Familie wurde mit dem Reichtum des kinderlosen Ehepaares Frank konfrontiert. Frau Frank war die Leiterin eines katholischen Vereins. Sie besuchte jeden Tag die heilige Messe und kommunizierte täglich. Aber sie war gegenüber der Armut der Familie Bogner ganz gleichgültig. Der Autor fragte sich also, ob es genug sei, Jesus nur mit dem Mund zu empfangen und Jesus nicht in den Mitmenschen zu sehen. Wir wissen, dass Jesus nicht taub gegenüber der Not der Mitmenschen war und sich durchaus um deren materiellen Bedarf kümmerte, wie uns das heutige Evangelium klar vor Augen führt.
Jede Zeit braucht allerdings etwas anderes. Wir leben 70 Jahre nach dem Krieg. Viele Menschen sind materiell gut versorgt und reich, doch geistig arm. Wir sollen ihnen den Weg zu den geistigen Werten zeigen. Die materiellen und geistigen Werte müssen im Leben der Menschen ausgeglichen sein. Wir dürfen niemals die materiellen noch die geistigen Sachen verachten oder vernachlässigen. Jesus zeigt uns, wie wir unser Leben gestalten sollen. Lernen wir von ihm!
Sie waren wie Schafe ohne Hirten.
Einführung
Der deutsche Präsident Konrad Adenauer erwarb sich große Verdienste für den Wiederaufbau Deutschlands. Er hatte im Amt einen Angestellten, der bei der Arbeit oft einschlief. Er begründete das damit, dass er nicht gegen lange Schlafenszeiten sei. Er fragte den Präsidenten, ob er eine wirksame Medizin gegen länger anhaltende Schlaflosigkeit kenne. Und Adenauer antwortete ihm: „Versuchen Sie zu arbeiten! Wenn der Mensch hart arbeitet, dann schläft er wie ein Sack.“ Den Ausspruch „… …“ und ruht ein wenig aus… wird nur der verstehen, der vorher hart gearbeitet hat.
Predigt.
Die Apostel kamen zu Jesus und berichteten ihm von ihren Erfolgen bei der Verkündigung des Evangeliums. Aber außer den Aposteln kamen auch viele andere Menschen, die viele Fragen und Bedürfnisse hatten. Jesus sah, dass die Apostel müde waren, darum sagte er zu ihnen: …Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ Jesus wusste: Wenn die Apostel sich ausruhen, werden sie wieder neu physische und geistliche Kräfte für ihr Apostolat schöpfen können.
Auch uns gelten diese Worte von Jesus: „Kommt an einen einsamen Ort, habt zu tun und ruht ein wenig aus! Kommt in die Kirche, kommt in die Stille, geht in die Einsamkeit! Immer, wenn ihr euch zurückzieht, stellt ihr euer Leben ins Licht der Anwesenheit Gottes!“ Unsere Vergangenheit und Zukunft sollen wir mit dem Blick Gottes sehen. Unsere vergangenen Taten waren manchmal lobenswert, ein anderes Mal wieder nicht. Wir brauchen immer wieder Vergebung. Was in Zukunft geschehen wird, das kennen und wissen wir nicht, darum brauchen wir Hoffnung. Der Blick durch Gottes Augen gibt unserer Seele Ruhe. Das ist der erste Sinn des Gebetes. Der zweite Sinn ist „eine neue Autokaufvergegenwärtigung“ vor Gottes Angesicht.
Sehr oft ist der Mensch von sich selbst zu sehr überzeugt. Er meint, dass das Leben besser wird, wenn er sich verheiratet, wenn er ein neues Auto kauft, wenn die Schwiegermutter liebenswürdiger wird, der Chef toleranter wird und so weiter. Aber wahr ist, dass der Mensch nie glücklicher ist, als gerade jetzt in diesem Augenblick. Wichtig ist, sich zu entscheiden, glücklich zu sein „ jetzt“ und trotz allem, was kommt. Den Traum von einem wahren Leben, wie wir es uns vorstellen, gibt es nicht. Das ist Selbsttäuschung, denn es wird immer wieder Hindernisse im Leben geben. Ich kann nicht sagen: „Diese Arbeit beende ich, die Rechnungen bezahle ich und nun beginnt das richtige Leben. Erst im Gebet begreift der Mensch, dass es Hindernisse im Leben gibt. Wir müssen nicht warten, bis wir die Schule beendet haben, bis wir 10 kg abgenommen haben, bis wir ein neues Auto gekauft haben oder bis wir die Hypothek getilgt haben. Es ist vergeblich, zu warten, bis irgendwann, weil das Glück jener Augenblick ist, den wir gerade erleben. Leben bedeutet aber auch, Hindernisse zu überwinden.
Das folgende Vorkommnis bestätigt das: Ein Mann war jung, reich, in allem erfolgreich, was er unternahm. Er hatte eine wunderschöne Frau und wohlgeratene Kinder. Als er einmal von der Arbeit nach Hause fuhr, blieb er sich für jedes Geld, das er verdiente, zu haben und stand an einer Ampelkreuzung, obwohl die Ampel grün zeigte. Er hielt den Verkehr an, weil ihn ein Herzinfarkt dazu zwang. Zum Glück hat er das überlebt. Der Auftrag des Arztes, sich Folgendes zu sagen: „Arbeitsschlusserlebnis schonen würde, jedoch den schonenden schonen, jedoch den“, war für ihn schwierig, denn für ihn bestand das Leben nur aus Arbeit. Es zwang ihn aber dazu, die Art seines Lebens zu ändern. Er wurde sich dessen bewusst, dass er für jedes Geld, das er verdiente, sich keinen einzigen Herzschlag leisten konnte. Wie viele Herzschläge hatte er schon vergeudet? Er begann, sich mehr der Familie und der Natur zu widmen. Auch fing er an, die Kirche zu besuchen. 30 Jahre später sagte Folgendes unsere Arbeitsklasse: „Mein Freund hat mir eine Lektion über den Herzschlag erteilt. Er war überzeugt, dass jeder Herzschlag ein Geschenk Gottes ist. Es hängt davon ab, in was wir alles investieren. Schnell kann man auch etwas vergeuden. Mein Freund verbrachte durch diese Einsicht ein glückliches und vollwertiges Leben.“
Umoft in der Arbeitschlecht Niemand von uns weiß, wie viel Herzschläge uns noch bleiben. Wir hoffen, noch genug, um viel Gutes machen zu können. Sagen wir Dank für dieses Evangelium, das wir heute gehört haben. Es bereichert unser Leben und unsere Entwicklung.
Einführung
Das Evangelium erwähnt, dass Jesus seine Jünger in die Welt sandte. Er gab ihnen Macht über die unreinen Geister. Er gebot ihnen aber auch, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen – kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel. Die Apostel sollten davon überzeugt werden, dass Gottes Macht mit ihnen ist, auch wenn sie von Jesus entfernt sind.
Predigt
Auch zur Zeit Jesu– gab es in der Welt viel Böses. Jesus sandte seine Jünger in die Welt, um das Böse zu vertreiben. Aber er lehrte seine Jünger: „Ihr könnt gegen das Böse nicht mit der Macht von Politikern, Kaisern oder Eroberern kämpfen. Auf diese Weise werdet ihr gegen die Macht des Bösen in der Welt nichts ausrichten. Die Macht der Politiker, Kaiser und Eroberer wird euch hier nicht helfen. Gegen das Böse müsst ihr mit anderer Macht kämpfen – mit Gottes Macht, mit der Macht der Liebe, weil die Macht der Liebe die Macht des Bösen in der Welt übersteigt. Bemüht euch, in die Welt zu gehen!“
Die Apostel erfuhren also, dass diese Einstellung ihnen Erfolg brachte. Sie begriffen, dass Jesu Methode des Kampfes gegen das Böse viel effektiver ist als die menschlichen Versuchungen. Daher sind auch jene Worte Jesu wichtig: Und nehmt„ keine Vorratstasche mit auf dem Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab.“ Auf den ersten Blick sieht das aus, als wäre es verboten, Autos, Internet, Rundfunk und andere Massenmedien zu verwenden. Aber die Bedeutung der griechischen Originalwörter, mit denen das Evangelium geschrieben wurde, ist: „Geht in die Welt, frei und unbelastet! Stützt euch auf die Macht Gottes, die Kraft der Liebe! Verlasst euch nicht auf die Macht, die von Geld, Organisation usw. stammt. stammt, sondern verlasst euch auf die Macht Gottes!“
Es ist auch interessant, dass Jesus seine Apostel zu zweit aussandte. Daraus kann man die Kraft der gegenseitigen Beziehung sehen. Die Apostel sollten die Botschaft des Heiles in gegenseitig gelebter Liebe übermitteln. Wenn sie in Liebe die Anwesenheit Gottes offenbaren, so sind das die Heilmittel gegen die Enttäuschungen, mit denen man sich in der Welt auseinandersetzen muss.
Die Hauptaufgabe der Jünger auf diesem Weg war die Verkündigung der frohen Botschaft von Jesus. Heilungen wurden als etwas Zweitrangiges betrachtet. Also wesentlich war zuerst die Verkündigung der ,,guten Nachricht“ – die Zuneigung Gottes zum Menschen.
Das heutige Evangelium soll jeden von uns, der getauft ist, berühren – und wir alle sind zum Apostolat in unserem Umfeld berufen. Wir müssen nicht Missionare in Afrika oder in Asien sein, sondern dort, wo wir leben und arbeiten. Das Apostolat – die Vermittlung ,,der guten Botschaft“ bedeutet, dass wir dazu nicht die Macht der Gewalt verwenden sollen, sondern die Macht Jesu, die Macht der Liebe.
Über ein solches Apostolat kann man aus einer Geschichte erfahren, die Hal Manwaring erzählt: „Ich war sehr glücklich. Mit meiner Frau erzog ich zwei schöne Töchter. Ich hatte Arbeit; ich strotzte vor Gesundheit, ich widmete mich dem Sport. Plötzlich aber kam eine Krankheit auf mich zu. Ich musste mit Krücken gehen. Ich kämpfte mit mir selbst. Es wurde schwierig, nur ein paar Stufen zu bewältigen. Auch mein Auto wurde zu einem Invalidenfahrzeug umfunktioniert. Einmal im August fuhr ich mit meinem Auto nach Hause. Es regnete sehr stark. Plötzlich entglitt mir das Lenkrad. Das Auto scherte nach rechts aus. Ich hatte eine Reifenpanne. Einen Reifendefekt zu korrigieren, ging über meine Kräfte hinaus. Ich hatte keine Hoffnung, dass bei einem solchem Wetter jemand anhalten würde. Ich erinnerte mich, dass nicht weit entfernt ein kleines Haus . Langsam und mühsam schleppte ich mich dorthin. Ich sagte, dass ich eine Reifenpanne hätte und jemanden bräuchte, der mir das Rad auswechselt, weil ich das nicht schaffte. Aus dem Haus kam ein Mädchen mit einem älteren Mann. Sie wechselten das Rad. Das Mädchen reichte dem Mann den Wagenheber und einen Schraubenschlüssel. Als sie die Arbeit beendet hatten, habe ich ihnen Geld angeboten. Der ältere Mann hat das Geld mit den Worten abgelehnt: „Meine Enkelin hat mir gesagt, dass Sie ein Invalide sind. Wir halfen ihnen gern.“ Das Mädchen sagte mir auch, warum sie das Geld nicht annehmen wollen, denn ihr Großvater sei blind. Ich fühlte mich beschämt. Sie arbeiteten im Regen, und ich saß währenddessen in Wärme und Trockenheit. Dann gingen die beiden weg. Ich habe lange im Auto gesessen und wurde mir dessen bewusst, dass ich oft in Selbstmitleid verfalle, egoistisch, gleichgültig und:una;htsam bin. Ich bat Gott demütig, er möge mir die Kraft geben, andere besser zu begreifen und auch zu glauben, dass ich nur durch das Gebet meine Schwierigkeiten überwinden kann. Ich bat um den Segen für diesen alten Mann und seine Enkelin. Jetzt bemühe ich mich, nicht nur die Treppen in meinem Haus zu bewältigen, sondern auch den anderen ein wenig zu helfen.
Dieser alte Mann mit seiner Enkelin ist richtig in ihrem Apostolat. Für sie zählen Taten der Liebe. Was hindert uns daran, Ähnliches zu tun? Wünscht das nicht auch Jesus? Jesus verzeihe uns, dass wir so oft blind und achtlos sind! Gib uns die Kraft, Zeugen deines Evangeliums zu sein! Mit dir haben wir die Macht über unsere Bequemlichkeit, über das Böse, über Ungerechtigkeit, über verschiedene Mängel! Deine Macht ist nicht die Macht der Gewalt, sondern die Kraft der Liebe. Für diese Macht standen wir dir dankbar unahtsam !