Archiv für den Monat: Mai 2015

Gott ist ewig…

Sage mir , bist du  immer auf der Welt gewesen?  Nicht  immer. Wie lang wohl, etwa neun Jahre?   Ja so lange.   Warst du vor den neuen Jahren   auch schon da.  Ich war  noch die da.   Ist das  wohl  bei allen  Menschen  der Fall  , dass sie  einmal nicht da waren?   Wie  verhält sich  mit  den Tieren, Bäumen waren sie immer da?  Sie waren nicht immer da. Es gibt  es also  unter allen den sichtbaren  Dingen der Welt, nichts was  immer   und allezeit, da gewesen wäre und keinen Anfang genommen hätte.  Es gibt keines. Ich kenne aber denoch Einen der immer  da war. Wer meint ihr, ist dieser? Der ist Gott. Gott hat weder Anfang noch Ende. Vielleicht  ist Gott  von selbst  entstanden? Das kann nicht sein. Gott ist nicht entstanden. Warum nicht?  Was  muss jedes Wesen  haben, damit es entstehe? Einen Urheber. Wie viele  waren denn  vor  der Welt  da?  Gott allein, Was folgt daraus. Gott kann nicht entstanden sein.Warum nicht? Weil, er hätte einen  Urheber  haben müssen   und es war keiner da. Wäre  er  von selbst  entstanden , ohne  Urheber, wäre  er vor seiner Entstehung, da gewesen;?  Nein.   Wenn nun Gott  auch  nicht da  gewesen  wäre, was wäre  dann sonst  da gewesen? Gar nichts. Kann wohl aus Nichts   etwas werden?  Unmöglich.  Ist also   Gott entstanden?  Nein. Warum nicht?   Weil er  aus Nichts   hätte entstehen   müssen.  Kann  alsdann   Gott   nicht   von  jemanden  hervorgebracht   worden sein?   Auch nicht,  weil niemand war da. Fassen also die Hauptsache  zusammen. Gott ist weder entstanden, noch von jemanden  hervorgebracht   worden. Er war allezeit da. Gott wird  immer sein. Draußen in den  Gärten, auf den Feldern, in den Wäldern stehen  viele große Bäume, schon 80-100 Jahre alt. werden sie immer da stehen bleiben? Nein Sie wrden ein Ende nehmen. Wie werden  sie ihr Ende nehmen?  Man sägt sie um und zerspaltet sie. Und wirft das Holz in den Ofen. Läßt man sie stehen, dann bleiben sie etwa  doch? Nein, sie verfaulen. Anfangs dorrt hie und da ein Ast, das Innere wird faul hohl, zuletzt bricht  er zusammen und das Holz wird morsch.. Auf wie vielfache Art geht also der Baum zu Grunde.? Entweder bauen ihn die Menschen um, oder er verfault von selbst. Bleiben die gegenwärtigen Tiere immer da? Auch nicht. Was geschieht denn einst mit ihnen? Sie sterben. Auf welche Art  nehmen sie ihr Ende. Sie sterben. Auf welche Art nehmen also die Tiere ihr Ende. Entweder werden sie  geschlachtet und von Tieren gefressen oder sie  gehen von selbst zu Grunde. Wie ist es mit uns Menschen, bleiben wir  immer da.? Wir müssen sterben. Auf welche  Art gehen noch gar viele Menschen ihr Ende? Sie sterben  an einer Krankheit, im Kriege usw. Also  entweder sterben sie von selbst, oder sie werden von anderen getötet, oder sie  töten  sich selbst. Konnte auch Gott sterben?  Wie  müsste denn also auch Gott enden? Entweder müsste er von selbst sterben, oder  er müsste von jemanden  getötet werden, oder er müßte sich selbst töten. Ist es also möglich,  dass Gott von sich selbst sterben?  Nein  Warum nicht? Weil sich Gott das Leben selbst geben und erhalten kann. Kann ihm also jemand etwas anhaben oder das  Leben nehmen?  Niemand. Warum nicht?  Weil  Gott der Stärkste ist. Wird sich Gott jemals  selbst töten?  Nein. Warum nicht? Weil Gott liebt das Leben.Er ist höchst glückselig. Gott ist allezeit gewesen, er ist und wird immer sein. Gott ist ewig.  Bewundert den Gott und freut euch, dass er  ewig lebt, denn er hat uns  versprochen  unsere Seele  lebendig  und unsterblich zu erhalten, einst auch  den toten Leib lebendig zu machen, auch  will er  uns  ewige Freuden im Himmel geben. Könnte er  das leisten, wenn er nicht  selbst ewig  lebte? Das könnte er nicht. Wenn uns die Menschen lieben, das ist gut. Aber die Menschen werden sterben. Gott liebt uns unendlich mehr und er stirbt nicht. Wie erwirbt man sich  aber Gottes Freundschaft? Wenn man fromm ist und seine Gebote hält.

Zur Erstkommunion 2015

Liebe Kinder,

Heute sind wir alle  mit großer Freude zur Kirche gekommen, weil ihr in dieser Stunde, zum ersten Mal die heilige  Kommunion empfangen dürft. Ihr wurdet in den vergangenen Wochen auf die Feier der Erstkommunion vorbereitet. Es ist  euer Wunsch, heute Jesus in besonderer Weise begegnen zu können.

Ihr wisst, dass die Mütter ihre Kinder einst zu Jesus brachten, damit er ihnen die Hände auflege und sie segne.  Doch die Apostel, die bei Jesus waren, hatten damals kein Verständnis für den Wunsch der Mütter. Sie sagten: „Was wollt ihr denn mit euren Kindern bei Jesus? Lasst Jesus in Ruhe! Er hat Wichtigeres zu tun, als Kinder zu segnen und sie in seine Arme zu nehmen.“
Ich denke, dass die Mütter und Kinder damals sehr traurig waren, als die Apostel sie von Jesus fernhalten wollten. Jesus aber sieht und merkt das sofort. Er sagt:  „Was macht ihr denn da für eine Dummheit? Ich, der Freund der Kinder, soll keine Zeit für sie haben? Versteht ihr denn noch nicht, wozu ich gekommen bin? Warum bin ich denn Mensch geworden und lag als kleines Kind in der Krippe im Stall zu Bethlehem? Ich bin für alle Menschen gekommen, besonders aber für die Kleinen, um ihnen meine ganze Liebe zu schenken. Und er sagte den Aposteln ganz deutlich: „Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn ihnen gehört das Reich Gottes. Er nahm die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Das ist die Frohbotschaft an eurem heutigen großen Festtag. Jesus ist für alle Menschen gekommen. Besonders aber hat er sich immer wieder den Geringen, Verachteten und Kleinen zugewandt.
In dieser festlichen Stunde werdet ihr, liebe Jungen und Mädchen, zum ersten Mal mit dem Brot des Lebens beschenkt, in dem Jesus zu uns kommt. Wir öffnen unsere Hände und Herzen weit, um Jesus zu empfangen. Er kommt in der Gestalt des heiligen Brotes zu uns, um uns ganz nahe sein zu können. Ja, er kommt im heiligen Brot zu uns, damit wir davon essen und mit ihm leben können. Er ist die Speise, die uns Mut und Kraft schenkt. Wer leben will, muss essen. Ohne Nahrung gehen wir über kurz oder lang zugrunde. Wer nicht mehr isst, wird eines Tages vor Hunger sterben. Jesus will aber nicht, dass wir sterben, sondern leben. Und deshalb will Jesus, der Sohn Gottes, unsere Nahrung, unsere Speise sein für unser Leben, das einmal vollendet sein wird.
Wir freuen uns mit euch, dass ihr jetzt gemeinsam mit uns zum Tisch des Herrn gehen und Jesus im heiligen Brot empfangen dürft. Und sooft ihr ein bereites Herz habt, könnt ihr von nun an Jesus in der Gestalt des Brotes begegnen. Seid für dieses große Geschenk immer wieder dankbar. Wir alle wünschen euch eine frohe und echte Begegnung mit Jesus und die Freude, die er uns versprochen hat.

Und nun noch ein Wort an Sie, verehrte Eltern unserer Erstkommunionskinder Ihnen gilt vor allem mein Dank, weil auch Sie Ihre Kinder dazu ermutigt haben, Jesus kennen und lieben zu lernen. Durch ihr christliches Leben geben Sie den Kindern Zeugnis von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Und darum habe ich noch eine Bitte. Begleiten Sie weiterhin den Glaubensweg Ihrer Kinder mit Ihrem Interesse und Ihrem Wohlwollen. Die Kinder sind gut daran, deren Eltern ganz hinter ihnen stehen. Die Kinder können sich glücklich schätzen, deren Eltern dafür sorgen, dass sie Jesus immer wieder begegnen können. Bringen Sie deshalb Ihre Kinder zu Jesus, denn er will ihnen nahe sein.

Fr. 8. Woche im Jahreskreis Mk 11,11-25.

Gott, unser Vater, der die Früchte unseres Lebens in seine Ernte heimholen will, sei mit euch.
Wir können das heutige Evangelium als Jesus‘ Bestrafung der Habgier oder des Gewinnstrebens verstehen. Jesus will uns sagen, dass wir uns auf das Gebet und Gott konzentrieren sollen. Es ist schlecht, wenn wir nur an Gewinn denken und Gott dabei ganz vergessen. Suchen wir im Tempel das, was dort wesentlich ist?

Du hast die Händler aus dem Tempell vertrieben, Herr erbarme dich unser

Du hast alle Völker der Erde in dein Reich gerufen, Christus erbarne dich unser.

Du willst alle Menschen zur Herrlichkeit des Vaters führen, Herr erbarme dich unser

Vielleicht dachten die Händler im Jerusalemer  Tempel , die die Tiere verkauften und das Geld wechselten, dass sie nicht Bösen machen. Doch sie halfen den Pilgern. Das Problem war nicht darin, was sie machten, sondern eher darin was sie nicht machten. Sie bauten ihr Beziehung zum Gott nicht, sie erkannten in Jesus Gottes Messias nicht. Jesus Handlung hat aber die einfachen Menschen  geffeselt und erweckte den Zorn  der religiösen  Führer , die bemühten sich ihre Gewinne und Positionen zu behalten. Auch wir  können auf die äußerliche Sachen sich  konzentrieren. Zum Beispiel  wo die Statue eines Heiliges platziert sein, oder wie die Beschallung der Kirche soll sein. Wenn wir darüber verhandeln , riskieren wir , dass wir die Anwesenheit Jesu der im Tempel weilt, vergessen.

Da wir im Haus des ewigen Vaters versammelt sind, wagen  wir voll Vertrauen  zu beten.

Alles worum wir  bitten, will Goriett uns geben. Bitten wir um  den Frieden  den die Welt  nicht geben kann.

Selig, die einen festen  Glauben haben und das Heil erhalten um das sie bitten.

Dreifaltigkeitssontag B Mt 28,16-20.

 Die Liebe – Beziehungen
Einführung
Für uns wird es immer eine schwierige Frage bleiben: „Wie kann ein Gott in drei Personen sein?” Das Dogma von der Dreifaltigkeit wurde nicht am Schreibtisch erdacht. Die Apostel hörten Jesus von seinem Vater erzählen. Er führt stets einen Dialog der Liebe mit seinem Vater. Liebe ist das Wesen des Vaters. Beide – Gott Vater und Jesus, Gottes Sohn – wirken im Heiligen Geist. In Gott gibt es also drei Personen, die unendlich lieben. Das ist auch eine Aufforderung für uns.

Predigt
Im Christentum wurde schon immer im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Warum? Jesus hat gesagt: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”  Im Alten Testament verstanden die Juden unter dem Wort „Gemeinschaft” Menschen, die zum Beispiel bei einem Hochzeitsmahl beisammen waren. Das Alte Testament kannte diesen Ausdruck für die Gemeinschaft des Menschen mit Gott nicht. Für diese Beziehung gebrauchten sie das Wort „Berit”. Berît ist die hebräische Bezeichnung für den Bund Gottes mit den Menschen. Die Juden wussten, dass Gott jemand ist, der Macht über die Menschen hat, der alles übersteigend ist. Darum bemühten sie sich nicht, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Und wir verstehen sie. Gott war für sie sehr erhaben und majestätisch.  Für die Juden war Gott der „Herr”, nicht der „Vater”, mit dem sie eine Gemeinschaft bilden konnten.  Im Neuen Testament bemühte sich Jesus, den Menschen zu vermitteln, wer Gott eigentlich ist.  Sie sollten etwas vom geheimnisvollen Leben Gottes entdecken. Darum machte er ihnen klar, dass in Gott ein ewiger Dialog der Liebe ist.  Die drei göttlichen Personen haben aber nicht nur untereinander, sondern auch zu den Menschen Beziehung. Das Christentum brachte etwas Neues: Gott hat Beziehung zu den Menschen und die Menschen können Beziehung zu Gott haben. Das hilft uns, Gott besser zu begreifen.

Patriarch Maximos IV. schreibt:
„Ich werde nie an einen Gott glauben, der sich nicht für den Menschen interessiert. Ein solcher Gott würde sich schließlich nur wünschen, dass ich ihn fürchte. Er würde auf die Menschen lauern und sie mit ihren Sünden fangen.“ Er würde verlangen, dass wir jede Prüfung mit der Note Eins abschließen. Er würde jede menschliche Freude mit Feuer bestrafen.
Ich werde nie an einen Gott glauben, der unfähig ist zu begreifen, dass sich Kinder manchmal verirren. Er würde keine neuen Begegnungen wünschen. Er würde jeden Menschen, der ihn verlässt, nicht durch ein persönliches Wort zurückholen.
Ich werde nie an einen Gott glauben, der feindlich gegenüber den Menschen ist, das heißt, der sie nicht liebt.  Er würde jeden Leib vernichten, anstatt ihn auferwecken. Er würde die Menschen nicht aufrichten, wenn sie Schmerzen haben, sondern sie ihnen aufbürden.

 Ich werde aber auch nicht an Menschen glauben, die behaupten, dass Gott sie liebt, aber selbst keine Liebe für andere Menschen empfinden. Sie stehlen, lügen und schwindeln.
Ich werde auch nie an einen Gott glauben, der uns keine Hoffnung auf das ewige Leben geben würde. Ich werde auch nie an einen Gott glauben, dem wir nur in der Kirche begegnen können, oder an einen Gott, den man mit einem naiven Greis vergleicht. Ich werde auch nie an einen Gott glauben, den nur die klugen Leute begreifen können.

Fragen wir uns: Wie ist Gott? Die befriedigendste Antwort gibt uns der Heilige Johannes: „Gott ist die Liebe.” Diese Liebe äußert sich darin, dass Gott kein Einzelgänger ist, sondern in der Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes lebt. In dieser Gemeinschaft wird Liebe gelebt. In der Gemeinschaft der Liebe zu leben, ist auch die Forderung an uns Menschen. Gott gibt uns mit seinem Leben das Beispiel dazu. Wir glauben an Gott, den Vater, der unser Vater ist. Wir glauben an den Sohn Gottes, der uns zu seinen Brüdern und Schwestern macht. Wir glauben an den Heiligen Geist, der zeigt, dass das Leben nicht stillsteht, sondern dynamisch ist und sich immer weiter vervollkommnet. Das ist das Bild Gottes, an den wir glauben sollen. Wie wir uns in das Leben des dreieinigen Gottes eingliedern, hängt von uns ab. Bitten wir Gott um die Kraft, dies zu schaffen!

Pfingstmontag B.Lk 10.21-24

Einführung
Vielen Christen ist nicht bewusst, was der Heilige Geist für sie bedeutet. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat uns Jesus erlöst. Ohne den Heiligen Geist würde uns das Werk der Erlösung nicht zuteil. Der Heilige Geist will aber auch das Werk Jesu Christi in uns fortsetzen.
Predigt
Der Heilige Geist kam in Feuerzungen auf die Apostel herab. Das bedeutete, dass sie die drei wichtigsten Gaben des Heiligen Geistes erhielten. Feuer hat drei Wirkungen. Erstens: Das Feuer leuchtet. Das bedeutet, dass der Heilige Geist den ungebildeten Aposteln das Licht des Glaubens schenkte.  Zweitens hat Feuer Kraft. Das bedeutet, dass der Heilige Geist die Apostel stärkte, damit sie die Kraft hatten, Zeugnis von Jesus abzulegen. Drittens: Das Feuer wärmt. Das bedeutet, dass der Heilige Geist die Apostel mit Liebe zu Gott und zu ihren Nächsten erfüllte. Diese drei Gaben brachte der Heilige Geist.

Nun wollen wir das, was der Heilige Geist den Aposteln kundgetan hat, auf uns übertragen. Auch uns will der Heilige Geist sein Licht schenken, damit wir zu Menschen werden, die vom Geist durchdrungen sind und fähig werden, Gott und den Nächsten zu lieben. Damit uns der Heilige Geist seine Gaben schenken kann, müssen wir ihm jedoch unsere Herzen öffnen. In der Heiligen Schrift, in der Offenbarung des Johannes, heißt es dazu: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“  „Mahl mit ihm halten” bedeutet, dass er uns wahre Freude in unserem Leben schenken wird.
Es geht also darum, dem Heiligen Geist unsere Herzen für seine Gaben zu öffnen. Wie kann das geschehen? Die Antwort lautet: Es sind drei Handlungen erforderlich.

Erstens müssen wir uns von der Sklaverei der Sünden befreien. Damals fragten die Leute die Apostel: „Brüder, was sollen wir tun?” Petrus sagte zu ihnen: „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ Daraus geht hervor: Wenn jemand nicht umkehrt und die Tür seines Herzens vor dem Heiligen Geist geschlossen hält, kann er den Heiligen Geist nicht empfangen.
Zweitens: Wir müssen uns von der Sklaverei der Welt befreien. Jesus legte seinen Zuhörern mit folgenden Worten ans Herz: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Wer also in seinem Leben die weltlichen Interessen auf Platz eins setzt, der öffnet sein Herz nicht dem Heiligen Geist. Weltliche Interessen gehören auf Platz zwei.
Drittens sollen wir innig um die Gaben des Heiligen Geistes bitten. Jesus lädt uns mit folgenden Worten ein: „Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.“

Wenn der Heilige Geist in unser Leben tritt, erfüllt er es mit Licht, Kraft und Liebe. Davon überzeugt uns das Buch des französischen Priesters und Publizisten Raymond Peyret mit dem Titel „Das Kreuz und die Liebe”. Es beschreibt das Leid und die Freude von Marthe Robin. Sie wurde 1902 in Châteauneuf-de-Galaure geboren. Ihre Eltern waren fromme Bauern. Mit 10 Jahren empfing sie die erste heilige Kommunion und das Sakrament der Firmung. Mit 14 Jahren verließ sie die Schule, um ihren Eltern zu helfen. Sie weidete die Schafherde. Dabei hatte sie viel Zeit für das Gebet. Beim Beten spürte sie die Nähe Gottes.   Mit 16 bekam sie starke Kopfschmerzen – und damit begannen ihre Leiden. Ihre Beine, ihre Hände und ihr ganzer Leib wurden gelähmt. Sie konnte nichts mehr essen außer die heilige Kommunion. Sie konnte nicht schlafen. Schließlich verlor sie auch ihre Sehkraft. All diese Leiden ertrug sie bis zu ihrem 79. Lebensjahr. Sie starb im Jahr 1981. Sie erlebte die Nähe des Heiligen Geistes ganz innig. Sie spürte, wie der Heilige Geist sie mit Kraft, Liebe und Freude erfüllte. Sie empfand eine so große Freude, dass sie keine Schmerzen und kein Leid mehr spürte.  Zu ihren Besuchern pflegte sie zu sagen: „Meine Freude ist grenzenlos, ich bin so glücklich.”

Heute gibt es Gemeinschaften von Gläubigen, die sogenannten „Foyers de Charité”, was übersetzt „Feuerstellen des Lichts, der Barmherzigkeit und der Liebe” bedeutet. Sie wurden nach dem Vorbild von Marthe Robin gegründet.  In diesen Gemeinschaften helfen sich die Menschen gegenseitig und erleben Gottes Nähe. Übrigens gibt es auch am Sonntagberg in Niederösterreich eine solche Gemeinschaft.
Sie können also wahrscheinlich jetzt spüren, dass mit Hilfe des Heiligen Geistes alles möglich ist, auch in schwierigsten Lebenssituationen Freude zu erleben.  Öffnen wir daher unsere Herzen dem Heiligen Geist. Er liebt uns alle und klopft an die Türen unserer Herzen. Wenn wir ihn einlassen, kommt wahre Freude und wahres Glück in unser religiöses Leben.

Pfingsten B Joh 20, 19- 23.

Einleitung
Vor 2000 Jahren sagte Jesus den Satz: „Empfangt  den Heiligen Geist!”  Das bedeutet: „Empfangt die Kraft, die im Innern wirkt. Sie ändert euren Blick und eure Einstellungen – von der Eigensucht zur Liebe, von der Äußerlichkeit zur tiefen Erkenntnis, von der Lauheit zum Sinn des Lebens.“ Der Heilige Geist ist die Kraft, die den Menschen verwandelt. Bemühen wir uns, damit diese Kraft in unserem Leben wirken kann.
Predigt

Petrus, Andreas, Johannes, Jakobus und die anderen Jünger sind mit Jesus gegangen, haben mit ihm gegessen und ihn berührt. Wenn Jesus etwas erzählte, staunten sie über seine Weisheit. Sie sahen, wie Jesus sich gegenüber den Armen und Kranken verhielt. Wenn sie ohne Jesus waren, dachten sie über ihn nach, doch ihre Gedanken waren eher planlos und ziellos. Dann aber kam der Heilige Geist auf die Apostel herab. Dadurch wurden die Apostel neue Menschen. Sie wurden verwandelt, nicht durch ihr eigenes Zutun, auch nicht, um Prüfungen in Jerusalem zu bestehen. Sie wurden neue Menschen, nicht weil sie selbst nach der Wahrheit suchten.  Sie wurden Verkündiger des Evangeliums, weil der Heilige Geist in ihnen wirkte. Das ist das Wesentliche. Der Heilige Geist hat sie verändert. Er hat sie umgestaltet.

Nur wer ein Gespür für Musik hat, kann Musik verstehen. Wenn mir Musik nichts bedeutet oder sagt, dann spricht sie mich nicht an. Wenn ich ein Gespür für Musik habe, dann bezaubert sie mich.
Wer Liebe in sich trägt, versteht, was es bedeutet, zu lieben. Wer keine Liebe in sich trägt, wird zwar schauen, aber nicht verstehen, was Liebe ist. Schon der antike Philosoph Plotin hat gesagt: „Wenn du kein Auge hättest, könntest du das Licht nicht sehen. Aber du siehst nicht nur, weil es die Sonne gibt, sondern weil du ein Auge hast, das dir das ermöglicht.“

Was ermöglicht es uns, an Gott zu glauben? Nicht nur, dass es Gott gibt, sondern auch, dass sein Geist in uns ist und uns das ermöglicht. Das macht uns fähig zu glauben. Warum gehen wir am Sonntag in die Kirche? Manche sagen: „Ich gehe in die Kirche, weil auch mein Großvater und mein Vater gegangen sind.” Andere sagen: „Ich habe gesundheitliche oder Beziehungsschwierigkeiten, daher muss ich um etwas bitten und gehe deshalb in die Kirche.” All diese Antworten sind vernünftig. Aber was uns wirklich bewegt, ist der Heilige Geist. Wenn man den Heiligen Geist nicht in sich trägt, würde man vielleicht anderswo hingehen. Es könnte der Geist des Sports sein, der uns anregt, auf den Sportplatz zu gehen. Es könnte der Geist des Besitzes sein, der uns anregt, bei Eurospar einzukaufen. Wenn aber der Heilige Geist in uns ist, dann suchen wir nach etwas Spirituellem. Der Heilige Geist ist es auch, der uns mit Freude und Ruhe beschenkt. Er gibt uns auch die Fähigkeit, eine bessere Welt zu erschaffen.

Zur Illustration nun ein Beispiel über einen Pianisten: Der Ungar Andor Foldes war schon im Alter von 16 Jahren ein ausgezeichneter Pianist. Dann hatte er aber mit einer persönlichen Krise zu kämpfen. Als der berühmte deutsche Pianist Emil von Sauer nach Budapest kam, erreichte seine Krise den Höhepunkt. Dieser war bekannt –  nicht nur durch seine große Begabung –  sondern auch dadurch, dass er der letzte Schüler des großen ungarischen Pianisten Franz Liszt war. Sauer ersuchte Foldes, ihm etwas auf dem Klavier vorzuspielen. Der 16-jährige Foldes spielte ganz bravourös eine schwere Komposition von Bach, dann noch von Beethoven und Schumann. Als er geendet hatte, kam Sauer auf ihn zu, küsste ihn auf die Stirn und sagte zu ihm: „Mein Sohn, als ich so alt war wie du, war ich Schüler von Franz Liszt. Nach der ersten Stunde hat er mich auf die Stirn geküsst und sagte zu mir: Denk an diesen Kuss. Er ist von Beethoven, den er mir gegeben hat, als er mich spielen hörte. Ich wartete viele Jahre, bis ich ihn weitergeben konnte. Jetzt spürte ich, dass er dir gehört.“ Durch diesen Kuss gab also der ältere Künstler dem jüngeren Künstler zu verstehen: „Du hast Talent, mach etwas daraus, entwickle es weiter!“

Vor 2000 Jahren gab Jesus seinen Aposteln „sinnbildlich gesagt” einen Kuss, damit sie den Heiligen Geist in sich haben. In der Kraft dieses Geistes konnten die Apostel wirken. Das gilt für uns alle. Auch uns wurde der Heilige Geist gegeben. Ob wir den Heiligen Geist wirken lassen, um zu einer schöneren und besseren Welt beizutragen, hängt von uns ab.

Bernhardin von Siena.

In Massa- Carrara /Toskana/ wurde  Bernhardin, ein Sproß des altadeligen Hauses der Albiceschi, 1380 geboren. Er vorlor früh seine  Eltern und wurde bei Verwandten in Siena erzogen. Als beim Ausbruch der  Pest alle  reichen  Leute  die  Stadt verließen, blieb  Bernhardin und pflegte  als  Mitglied der  Marienbruderschaft  die Kranken. 1404 trat er in den Franziskanerordnen ein  wandte  sich  der  Obserwanz /der  strengen Richtung  der Franziskaner zu.Bernardin, ein Spross des altadeligen Hauses der Albiceschi, wurde 1380 in Massa Carrara in der Toskana geboren. Er verlor früh seine Eltern und wurde bei Verwandten in Siena erzogen. Als beim Ausbruch der Pest alle reichen Leute die Stadt verließen, blieb Bernhardin und pflegte als Mitglied der Marienbruderschaft die Kranken. 1404 trat er in den Franziskanerorden ein und wandte sich der Observanz, der strengen Richtung der Franziskaner, zu.

Nach lange  Vorbereitungszeit trat er  1417 zum  erstenmal  öffentlich auf. Von da an   wanderte er   lehrend und   predigend durch Italien. Seine  Ziele waren die  Hebung der Sitten , das  Schlichten von Parteistreitigkeiten  und  die  Förderung  der  Andacht zu  Maria  Josef   und zum Namen  Jesu.

Kurze Zeit war er  auch  Generalvikar seines  Ordens. Aber  nicht nur während   dieser Zeit  setzte er sich  stark  ein für   die Observantan , deren  Ausbreitung er zusammen mit seinem  Schüler  Johannes von Capistrano sehr förderte. Dreimal lehnte er ihm angebotene Bischofsämter ab. Im Rahmen seiner  Bemühugen , das  Volk vor Wucherzinsen zu schützen, gründet er  auch ein Kreditinstitut, die ,, Monte di Pietà, auch „Bank der Barmherzigkeit” genannt.Bernhardin ist der Schutzpatron der Stadt Siena und der Wollweber. Er wird angerufen, um Fürsprache für die Heilung von Blutfluss, Brustkrankheiten, Heiserkeit und Lungenkrankheiten zu erbitten.
Barnhardin starb am 20. Mai 1444 in L’Aquila in den Abruzzen und ruht dort in der prachtvollen Kirche, die ihm geweiht ist. Die Darstellungen zeigen ihn als hageren, bartlosen Franziskaner, mit einem Strick gegürtet und barfuß. In den Händen hält er ein Buch und ein Kreuz oder einen Stab, an dem eine Strahlensonne mit den Initialen JHS (Jesus Heiland Seligmacher) angebracht ist.  Häufig sieht man die Strahlensonne auch auf seiner Brust oder in seiner Hand.

Bernhardin ist der Schirmherr der  Stadt Siena und  der Wollweber. Fürbittend angerufen wird  er gegen Blutfluß, Brustkrankheiten, Heiserkeit und Lungenkrankheiten.

Joh 16, 20-23

6. Osterwoche, Freitag, 2015
Jesus Christus, der uns Freude schenken will, die uns niemand nehmen kann, sei mit euch!
Jesus kannte die Zukunft. Nicht nur seine eigene, sondern die Zukunft aller Menschen. Darum konnte er den Aposteln sagen, was passieren wird. Das war keine Situationabschätzung. Wenn heute jemand sagt, dass Griechenland wirtschaftlich bankrottgehen wird, ist das keine Zukunftsvorhersage. Und tatsächlich wird das geschehen. Dafür muss man kein Prophet sein. Das ist ganz real. Etwas anderes ist eine Situationseinschätzung und noch einmal etwas anderes ist es, die Zukunft genau zu kennen.

Jesus, du willst unsere Trauer in Freude verwandeln. Herr, erbarme dich unser!
Jesus, du wirst kommen und uns heimholen zum Vater. Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du wirst alle Fragen und Rätsel unseres Lebens lösen. Herr, erbarme dich unser.
Jesus wusste, dass die Apostel traurig werden würden, und so ist es auch geschehen. Gefühle spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Wenn wir Freude haben, sind wir optimistisch, voller Elan und Tatendrang.  Wenn wir traurig sind, haben wir zu nichts Lust. Wir beschweren uns und jammern. Wir müssen uns immer bemühen, uns zusammenzureißen. Das ist nur möglich, wenn wir Hoffnung haben. Unsere Hoffnung ist Christus: „Fürchtet euch nicht, ich habe den Tod besiegt.” Wenn jemand wirklich an Christus glaubt, kann er nicht traurig sein. Er weiß, dass auch für ihn die Worte Jesu gültig sind. Eure Trauer wird sich in Freude verwandeln.
Inmitten der Mühsal dieser Welt wagen wir im Vertrauen auf Christi Wort zum Vater zu beten.
Wenn Christus uns in sein Reich des Friedens heimholen wird, wird unsere Freude groß sein. Dazu bitten wir.
Selig, die Gott sehen werden und deren Freude nicht enden wird.

7.Sonntag der Osterzeit B Joh 17, 6-19

7.Sonntag der Osterzeit 2015  Ein guter und wertvoller Mensch

Einleitung

Nicht jeder, der einen gültigen  Personalausweis oder Reisepass hat, ist auch ein guter Bürger des Staates, für den er ausgestellt ist. Vor einigen Jahren fand in Berlin eine große Festveranstaltung statt. Es wurde eine neue Bahnstation eröffnet. Als  um Mitternacht die Versammlung mit etwa einer halben Million Teilnehmer beendet war und alle auf dem Heimweg waren, geschah ein großes Verbrechen. Ein junger betrunkener Mann hat mit einem Messer auf 28 Menschen eingestochen. Solch ein Mensch, der zwar einen gültigen Ausweis hat, ist doch wirklich kein guter Bürger eines Staates. Nicht Ausweise sind wichtig, sondern die guten Taten des Menschen.

Predigt

Was tut Jesus, damit aus einem Menschen in der Gemeinschaft der Gläubigen ein guter Mensch wird? Die Antwort auf diese Frage: Er betet für seine Jünger. Er sorgt dafür, dass sie nützliche und vollwertige Menschen in der Welt werden. Das ist im heutigen Johannes-Evangelium so ausgedrückt: “ Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins werden wie wir.“

Jesus bittet für seine Apostel, dass sie 1. in Einklang mit sich selber sind, 2. in Einklang mit den Menschen sind –  und  3. mit Gott leben. Der betrunkene Mensch in Berlin lebte weder  im Einklang mit sich selbst, noch mit den Menschen, noch mit den Geboten Gottes. Er war in  Disharmonie mit allem, darum werten wir ihn als einen Menschen, der nicht gut und vollwertig ist. Wenn aber ein Mensch in Einklang mit sich selbst und mit den Menschen ist und auch mit Gott lebt, dann sehen wir auch seine guten  Taten, und somit ist er in der Welt ein vollwertiger Mensch.

Es ist interessant, dass Jesus im heutigen Evangelium neunmal das Wort „Welt“  verwendet. Er sagt: 1. Ich bin nicht  mehr in der Welt 2. aber sie sind in der Welt     3. doch dies rede ich  noch in der Welt 4. ich habe  ihnen dein Wort  gegeben und die Welt hat sie gehasst 5.weil sie nicht aus der Welt sind  6. Wie auch ich nicht  aus der Welt  bin 7. Ich bitte nicht, dass du sie aus  der Welt nimmst  8. sie sind nicht  aus der Welt. 9.Wie auch ich nicht aus der Welt bin.

Aus verschiedener Sicht wird hier das Wort ,,Welt“ verwendet. Die Apostel sollten in der Welt sein, aber nicht aus der Welt sein. Sie sollten für diese Welt sein, aber nicht nur in dieser Welt bleiben. Sie sollten die Welt im weiteren Zusammenhang sehen und auch mit der göttlichen Wirklichkeit rechnen. Die Welt, in der wir leben, ist weder fertig noch vollkommen. Sie ist ein Acker, wo wir alle säen müssen. Wir sollen weder vereinsamen, noch aus der Welt weglaufen. Wir sind berufen in die Welt den Frieden Gottes und die Einheit mit Gott hineinzubringen und so zu ihrer Entwicklung beizutragen.

Der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor Emanuel  Frankl schrieb: “ Ein Flugzeug ist ähnlich einem Auto, es kann auf dem Flugfeld fahren. Aber ein Flugzeug zeigt sich dann erst als Flugzeug, wenn es in der Luft ist. Dann sehen wir erst, welch  ein Unterschied zwischen einem  Auto und einem  Flugzeug ist. Tiere und Menschen  gehen auf der Erde. Aber der Mensch zeigt sich dann erst als Mensch, wenn er sich um den Fortschritt und die Entwicklung der Welt bemüht. Ein  Tier und ein Mensch  ernähren  sich und vermehren sich ähnlich. Aber nur der Mensch bildet sich ein Urteil, nur er hat Beziehung zu Gott.

Die amerikanische Schriftstellerin Pamela Gray schrieb das Drehbuch zu dem Film „Music of the Heart“, auf Deutsch: Die Musik des Herzens“. Den Inhalt möchte ich kurz schildern: Eine Lehrerin wurde von ihrem Mann verlassen. Sie zog mit ihren Kindern nach Harlem, wo sie sich um einen Posten in einer Schule für „Schwarze Kinder“  bewarb. Als sie der Direktorin erzählte, dass sie die Kinder auf der Geige spielen lehren will, lehnte diese die Bewerbung ab und sagte zu ihr: „Die Schule hat nur  Geld für wichtigere Gegenstände als Musikerziehung.“ Am nächsten Tage brachte sie ihre eigenen Kinder, die ganz zauberhaft Geige spielen konnten,  in die Schule mit. Da nahm sie Direktorin auf, denn sie dachte: „Wenn sie so ausgezeichnet ihre eigenen Kinder Geige spielen gelehrt hat, wird sie auch anderen Kinder  dies so gut lehren.“ Allerdings waren die Eltern der „Schwarzen Kinder“ anfangs nicht davon begeistert.  Sie hatten nämlich noch nie gehört, dass ein „Schwarzer“ ein berühmter Geiger geworden sei und sie wollten sich diese Kultur nicht aufzwingen lassen. Trotzdem kaufte die Lehrerin  Geigen und begann mit dem Geigenunterricht. Allmählich waren die Eltern und auch die Kinder davon begeistert. Als das Ministerium die Musikerziehung aufheben wollte, protestierte die Lehrerin und sie hatte auch die Eltern auf ihrer Seite.

Dieser Film zeigt die positiven Werte des Lebens auf –  Werte, die das Leben bereichern. Die Kinder verstanden nicht , warum es  gut sei, Geige spielen zu können. Aber die Lehrerin wusste, dass Musik auch ein Symbol der Anwesenheit Gottes ist. So ähnlich tritt auch Jesus als der Lehrer des Lebens auf. Er motiviert uns für ein gutes und wertvolles Leben. Er betet auch für uns, wie einst für die Apostel.

Christi Himmelfahrt B Mr 16,15-20

Christi Himmelfahrt 2015 Niemand und jemand

Einleitung

Jesus lehrte die Menschen zu glauben, dass sie von Gott unendlich geliebt werden. Er lehrte  auch, dass diese Liebe uns  nicht nur durch seine Worte und Taten, sondern vor allem durch seinen Tod und seine Auferstehung gegeben ist. Jesus zeigte den Menschen, dass der Mensch nicht nur ein irdisches Leben hat, sondern für ein ewiges Leben bestimmt ist. Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass Gott im Himmel auf uns wartet.

Predigt

Gott ließ seinen Sohn nicht im Grabe, sondern er verherrlichte ihn. Damit deutete er aber auch an, dass jeder Mensch ebenso diesen Weg gehen kann, wenn er sich den Lebensstil Jesu aneignet. Christi Himmelfahrt ist ein freudiges Fest, weil es uns mit Hoffnung erfüllt. Dieses Fest lenkt unseren Blick auf die übernatürliche, himmlische Wirklichkeit.

Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman schrieb: Jetzt bin ich „jemand“, aber bald werde ich „niemand“ sein. Das macht der Tod mit den Menschen. Ingmar Bergman hatte Erfolg, Ruhm und Reichtum, aber er meinte, dass der Tod dahinter einen Punkt macht und damit alles aus sei. Christi Himmelfahrt aber bricht Bergmans Pessimismus.

Im Brief des Apostel Paulus an die Römer heißt es: „Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.“ Gott vergisst uns hier auf der Erde nicht und daher glauben wir, dass wir im Himmel ein „jemand“ und nicht ein „niemand“ sind. Gott beruft nicht zum Tod, sondern zum Leben, zum ewigen Leben im Himmel.

Inmitten des Lebens sind wir vom Tod umgeben, so aber auch umgekehrt: Inmitten des Todes sind wir  vom Leben umgeben. Konkret können wir uns das  nicht vorstellen. Das tauchen viele Fragen auf. Was für ein Leben wird  im Himmel sein? Ist der Himmel die Wahrheit oder nur Illusion?

Im klassischen Latein gibt es einen Vers eines Dichters: „Amor ut lacrima: oculis oritur, in pectus  cadit. Das heißt übersetzt: „Die Liebe ist wie eine Träne, die im Auge entsteht und zum Herzen mündet.“ Für den Himmel gilt aber etwas anderes. Glaube und Liebe zu Gott muss zuerst im Herzen des Menschen entstehen, um Gott dann von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

Der Apostel Thomas hatte nach der Auferstehung Jesus Zweifel. Er sagte: „Ich werde nicht glauben, bis ich Jesus sehen und ihn berühren kann.“ Er wollte einen Beweis, doch ohne Jesus zu berühren, glaubte er dann und sagte: Mein Herr und mein Gott. Beweise zu suchen und zu finden, das sind eigentlich  Methoden der Naturwissenschaften. Für den Glaubenden sind aber keine Beweise notwendig. Man kann Gott erkennen an der Liebe, mit der die Menschen sich gegenseitig beschenken. Dadurch wird der Himmel auf Erde vergegenwärtigt. Wir können uns nicht einen Kontrollbesuch vom Himmel erwarten, um zu beweisen, das es ihn gibt. Wir können den Himmel gewinnen, in dem wir auf Erden so leben, dass er uns geschenkt wird.

Dazu eine Begebenheit: Roberts Firma, in der er arbeitete, wurde geschlossen und er war arbeitslos. Er fuhr im Gedanken an diese tragische Situation mit dem Auto nach Hause und sah eine ältere Frau am Straßenrand, die eine Reifenpanne hatte.  Er hielt an, stieg aus dem Auto und sagte zu ihr: „Ich heiße Robert und möchte Ihnen gerne helfen.“ Er reparierte das Auto und die Frau fragte ihn: „Was bin ich schuldig?“ Robert aber dachte nicht an Geld und darum antwortete er: „Wenn jemand Hilfe braucht, dann helfe ich gern und wenn sie gebraucht werden, helfen sie auch und denken dabei an mich.“ Nach ein paar Kilometern fuhr die Frau zu einer Autobahnraststätte. Sie wurde von einer Kellnerin bedient, die schon im siebten Monat schwanger war, aber noch immer arbeiten musste. Die Frau bezahlte ihre Zeche mit einem Hundertdollarschein und die Kellnerin ging weg, um zu wechseln. Als sie zurückkam, war die Frau nicht mehr da. Auf einer Serviette fand sie folgende Nachricht: „Heute half mir jemand und nun habe ich ihnen geholfen. Mit dem Geld, das sie mir herausgeben wollten, helfen sie jemanden, der das dringend braucht.“ Als die Kellnerin nach Hause kam, dachte sie lange darüber nach und sagte zu sich selbst: „Wie konnte die Frau wissen, dass ich das Geld brauche, um alles für die Geburt des Babys vorzubereiten und das ist eine teure Angelegenheit.“ Sie wusste, dass ihr Mann seine Arbeit verloren hat und nun Angst hatte vor diesen Ausgaben. Und denken Sie einmal nach: Wer könnte dieser Mann gewesen sein? Natürlich Robert, der der älteren Frau die Reifen repariert hatte.

Diese Geschichte bestätigt: Wenn jemand sich um Liebe im irdischen Leben bemüht, dann  ist er ein Kandidat für den Himmel. Die Liebe macht aus „niemand“ ein „jemand.“ Ist das nicht wunderbar! Das ist es, was uns das Fest Christi Himmelfahrt sagen will.

Von Gottes Dasein.

Alles, was wir glauben sollen, ist im Apostolischen Glaubensbekenntnis enthalten. Es beginnt mit den Worten: „Ich glaube an Gott.” Natürlich wird sich nun die Frage ergeben: Was ist Gott? Doch wer wird den Unermesslichen erfassen? Wer wird einen Begriff von ihm aufstellen, der ihm würdig ist? Wie soll das schwache und beschränkte Geschöpf den allmächtigen und unumschränkten Schöpfer erklären? Wie soll der Mensch, der nicht einmal die Gesetze der Natur erkennt und nicht einmal sagen kann, wie das Gras auf der Wiese wächst, diese schwere Frage beantworten können? Es rühmte sich einst einer, dass ihm von göttlichen Dingen nichts verborgen sei, dass er Gott und sein Wesen und seine Werke vollkommen erkenne. Als nun jemand diese Prahlereien hörte, legte er ihm zwanzig Fragen von den Ameisen vor. Da er aber keine gründlich beantworten konnte, beschämte ihn der andere und sprach: „Wenn du nicht einmal die Natur eines so armseligen Geschöpfes begreifen kannst, wie darfst du dich rühmen, die Natur und das Wesen des großen Gottes zu verstehen?” Darum sagt schon der heilige Augustinus ganz richtig. „Es ist leichter zu sagen, was Gott nicht ist, als was er ist.” Aber das können wir sagen. Gott ist das höchste und vollkommenste Gut, sagt auch unser Katechismus. Gott ist das höchste und vollkommenste Gut. Dieser Begriff ist Gottes würdig. Was wir an den Engeln und Heiligen Gutes bemerken, konnten sie erst im Laufe der Zeit aufnehmen. Gott aber ist das höchste Gut. Diesen Namen – das höchste Wesen, das höchste Gut – können wir dem Unermesslichen geben. Er hat es ja selbst dem Moses gesagt, als er ihn bei seiner Sendung an das israelitische Volk um seinen Namen fragte. „Ich bin, der ich bin“ – Gott gab dadurch dem Moses zu verstehen, dass sein Name unaussprechlich, seine Substanz und Wesenheit unbegreiflich sind. Er ist somit ein Wesen, das seinesgleichen nicht hat, mithin das höchste Wesen, das höchste Gut. Was folgt nun aus dieser Wahrheit für uns?  Zwei wichtige Lehren.
1. Da in Gott alles Gute und alles Unaussprechliche vereinigt ist, ist alles Gute, das ihr an euch bemerkt, nur ein Ausfluss seiner Güte. Es folgt also für euch, dass ihr euch selbst prüft, ob auch etwas von dem vielen Guten, das Gott den Menschen so gerne mitteilt, an euch ist. Ob ihr wirklich Freude an Gott habt, oft an ihn denkt und gerne von ihm redet. Ob ihr wirklich Freunde des Gebetes seid, eure Unschuld bewahrt und auf gute Sitten achtet. Kurz: Ob ihr wirklich gut seid oder es wenigstens zu werden versucht. Denkt an euch selbst mit Paulus. Was hast du, o Mensch, das du nicht empfangen hast und worauf du also stolz sein wolltest? Nichts, gar nichts, denn was du Gutes empfangen hast, das ist von Gott. Denn alle guten Gaben kommen von oben, vom Vater der Lichter.

Eine andere Lehre, die wir aus der Wahrheit, dass Gott das höchste Gut ist, ziehen sollen, ist, dass wir Gott allen irdischen Dingen und Gütern vorziehen müssen. Was sind alle irdische Pracht und Schönheit, was ist irdisches Gut und Glück gegen Gott, das höchste Gut? Liebt also von ganzem Herzen Gott, das höchste Gut, und bemüht euch, ihn wahrhaftig kennenzulernen, um ihn im Himmel ewig genießen zu können.

6. Sonntag der Osterzeit B Joh, 15,9-17.

Das, was ich machen soll, will ich nicht.
Einleitung
Ein Sohn im Teenageralter fragt seinen Vater: „Vater, wie alt muss ich sein, um das zu tun, was ich will?” Der Vater antwortete: „Das weiß ich nicht, denn auf der Welt hat noch nie jemand so lange gelebt.“ Ein Mensch wird erwachsen, wenn er sagen kann: „Ich will das tun, was ich machen soll.” Es ist leichter zu sagen: „Ich werde das machen, was ich will.” Es ist jedoch sehr viel schwerer, zu sagen: „Ich werde das machen, was ich machen soll.” Wie geht es uns dabei?
Predigt
Jesus sagte im heutigen Johannesevangelium: „Dies ist mein Auftrag, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.“ Einen Auftrag zu bekommen, das mag kaum jemand, denn unser Eigenwille widersetzt sich dem. Wir wollen das machen, was wir wollen, und nicht das, was uns andere befehlen. Wenn Jesus uns zum Beispiel fragen würde: „Willst du glücklich sein?”, , würden wir wahrscheinlich nicht versuchen, etwas zu machen, was wir wollen, denn dieser Weg würde uns in die Einsamkeit führen. Wenn wir also versuchen, das zu tun, was andere von uns erwarten, wird sich unser Leben ganz anders entwickeln.

Dieser Auftrag Jesu, zu lieben und diese Liebe weiterzugeben, galt zuerst für ihn selbst. Er konnte nicht tun, was er wollte, sondern hatte einen Auftrag von Gott, seinem Vater. In seinem Auftrag erfüllte er beispielsweise die Liebe zu den Kranken, sodass er viele von ihnen heilte.  Jesus handelte niemals egoistisch, sondern selbstlos und aus reiner Menschenliebe. Auch seine Apostel nahmen allmählich diese Haltung an. Das sollte auch für uns gelten. Wir sollten genauso handeln und anderen von der Haltung Jesu erzählen. Unser Handeln sollte dem Reich Gottes dienen. Den Aposteln wurde bewusst, dass es sinnvoll ist, das zu tun, was Gott von ihnen will. Sie waren sogar bereit, dafür ihr Leben zu opfern.
Im Griechischen gibt es mehrere Ausdrücke für das Wort „Liebe”. Zwei davon sind für das Verständnis des Wortes „Liebe” besonders wichtig. Da ist erstens das Wort Eros. Es bedeutet: „Ich will den anderen für mich.” Ich liebe dich, weil ich mich bei dir sehr wohlfühle. Das zweite Wort ist „Agape”. Es bedeutet uneigennützige Liebe, Opferbereitschaft und den Willen zu dienen. Eros ist also eine egoistische Bestätigung für sich selbst, während Agape bedeutet, für andere da zu sein. Eros sagt: „Es geht um mich selbst.” Ich werde machen, was ich will.  Agape sagt: „Mir geht es um dich.” Ich will das, was du brauchst.“ Wenn Menschen das tun, was sie gerade wollen, entstehen oft Konflikte. Wenn er das tut, was andere brauchen, entwickeln sich harmonische Beziehungen. Wenn wir das tun, was wir tun sollen, werden viele Probleme gelöst.

Der belgische katholische Ordensgeistliche und Autor Phil Bosmans drückte es so aus: „Wer liebt und geliebt wird, hat die Sonne von beiden Seiten.“ Davon war in den Konzentrationslagern, den sowjetischen Gulags und im Regime von Pol Pot nichts zu merken. Die Repräsentanten dieser Regime taten, was sie wollten. Sie hatten nicht „die Sonne von beiden Seiten”, sondern waren gefangen in ihrem Egoismus.
Was wirkliche Liebe ist, können wir aus der folgenden Geschichte eines englischen Schriftstellers erfahren: Eine Mutter erhielt ein Telegramm, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass ihr Sohn im Krieg gefallen sei.  „Wenn ich ihn wenigstens noch einmal für fünf Minuten sehen könnte“, seufzte sie. Gott erhörte ihren Wunsch. Er sagte: „Du kannst deinen Sohn sehen, aber da er schon erwachsen war, als er starb, kannst du dir die Phase auswählen, in der du ihn sehen willst. Möchtest du ihn als Soldat sehen, der heldenhaft bei der Verteidigung seiner Heimat gefallen ist? Oder willst du ihn sehen, als er in die Schule ging und eine Auszeichnung nach Hause brachte? Oder möchtest du ihn als kleines Kind sehen, als er sich an dich schmiegte? Die Mutter antwortete: „Ich will ihn sehen, als er zu mir kam und mich um Verzeihung bat, weil er mich geärgert hat.” Sie wollte sich jenen Augenblick in Erinnerung rufen, als ihr Sohn sie brauchte.
Es ist das Schönste auf der Welt, wenn wir gebraucht werden. Das gilt auch in unserer Beziehung zu Gott. Gott liebt uns, weil er das für jeden von uns will. Die Frage ist: „Will ich diese Liebe erwidern?” So wie er uns unendlich liebt, sollen auch wir ihm unsere Liebe zeigen. Herr, wir danken dir dafür, dass du zu uns gesagt hast: „Dies ist mein Auftrag, dass ihr einander liebt.”

Joh 15,1-8 Ich bin der Weinstock.

In diesem Evangelium fordert Jesus uns auf, mit ihm verbunden zu bleiben. Nur so werden wir reiche Frucht bringen können. Um diese Verbindung müssen wir uns bemühen. Wir müssen damit rechnen, dass diese Verbindung leicht unterbrochen werden kann. In der Welt gibt es viele Dinge, die uns von Gott ablenken können. Sind wir bereit, uns dieser Gefahr entgegenzustellen?

Wir wissen, dass wir bei einem Stromausfall keine Elektrizität haben. Wenn die Wasserleitung beschädigt ist, bekommen wir kein Wasser. Wenn etwas unterbrochen ist, kann es seinen Zweck nicht erfüllen. Ähnlich ist es in unserem geistlichen Leben. Die Unterbrechung der Verbindung mit Gott bedeutet, dass wir aufhören zu beten, an der Heiligen Messe teilzunehmen und die Sakramente zu empfangen. Wir können das volle Leben nur dann haben, wenn wir mit Jesus verbunden sind. Was ergibt sich daraus? Welche Frucht können wir aus dieser Verbindung erwarten? Vor allem eine große Immunität gegen unsere inneren bösen Neigungen. Wer mit Jesus lebt, dem kann die Welt mit all ihren Verlockungen nichts anhaben. Ein solcher Mensch fühlt sich stark. Wer sich auf Christus stützt, stützt sich auf einen unwiderlegbaren Felsen. Eine weitere Folge unserer Verbindung mit Christus ist die Stärkung unseres Glaubens. Der Mensch, der sich mit Jesus verbindet, kann mit Paulus sagen: „Ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe.” Die Verbindung mit Christus macht unser Leben Christus ähnlich. Eine weitere Folge unserer Verbindung mit Jesus ist die Vermehrung unserer Liebe. Dank dieser Verbindung wächst unsere Liebe. Eine solche Liebe wird zu einer Bereicherung und hilft uns, Verdienste zu gewinnen. Christus hilft uns, unser Leben zu entwickeln und ihm Sinn zu geben. Ich bin überzeugt, dass wir begreifen werden, welche große Bedeutung es hat, mit Christus verbunden zu bleiben.

Vom Bekenntnis des Glaubens.

Wann soll ein Christ seinen Glauben bekennen?
Wir müssen ihn stets und überall bekennen, besonders aber, wenn es die Ehre Gottes, unser eigenes oder das Seelenheil unseres Nächsten erfordert. Jedes Wort, das wir sprechen, und jede Handlung, die wir unternehmen, soll in unserem christlichen Leben gleichsam ein lautes Bekenntnis unseres Glaubens sein. Durch die furchtlose Verteidigung der Lehre und Ehre Jesu mit dem Munde oder, wo Reden nichts hilft, durch stilles Dulden können wir dieses heilige Bekenntnis kundtun. Damit ihr dies besser versteht, will ich es euch in einer kurzen Erzählung deutlicher vor Augen stellen. Ein ehrwürdiger Greis aus der Wüste kam einmal in die große Stadt Alexandria in Ägypten, um dort einen kranken Freund zu besuchen, der vor seinem Tod noch einmal mit ihm sprechen wollte. Einige Einwohner, die ihn sogleich beim Eintritt in die Stadt an seiner Kleidung als christlichen Einsiedler erkannten, verspotteten ihn auf der Straße wegen seines Glaubens und taten ihm alle erdenklichen Unbilden an. Er aber blieb so ruhig, als hätten sie ihm nicht das geringste Leid zugefügt. Unter anderem fragten sie ihn spöttisch, ob Christus auch Wunder getan habe. Einer der Vorübergehenden, der ebenfalls Christ war, sprach zu ihnen. „Wenn Jesus kein einziges Wunder getan hätte, so wäre es schon ein Wunder, dass dieser fromme Mann im Glauben an ihn all eure Lästerungen so geduldig überträgt.” Der fromme Einsiedler durch stilles Schweigen und ein Christ durch mutiges Reden haben ein schönes Bekenntnis ihres Glaubens abgelegt. Auch uns bietet sich im Leben oft die Gelegenheit, auf ähnliche Weise den Glauben zu bekennen.  Versäumen wir diese heilige Pflicht nicht, denn der heilige Johannes schreibt: „Wer bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott“ (1 Joh 4,15).

  • Besonders   aber müssen wir  Glauben  frei und offen  vor aller  Welt  bekennen , wenn es  die Ehre  Gottes  unser  eigenes  oder  des  Nächsten Seelenheil  erfordert. Wenn uns jemand auffordern würde  , etwas  gegen Gottes Gebote, gegen Jesu Ehre  und Lehre zu tun  oder zu reden , so müssen wir  mutig  und offen  heraussagen. Nein, das ziemt sich für  einen Christen nicht.

  • Auf solche Weise bekennen wir  unseren Glauben  mit dem Munde?

  • Wenn man unsere heilige Religion  verlacht und  , wenn man von einzelnen  Glaubenslehren  auf eine  unwürdige   oder  boshafte  Weise  redet, wenn man  gegen Gott und seine Heiligen   sich  gotteslästerliche Worte und  Ausdrücke erlaubt. Da dürfen wir  nicht zuhören und  schweigen. Nein, dadurch würden wir  unseren Glauben  verläugnen. Wir müssen uns  diesen  gottlosen   Religionsspöttern durch  unsere Miene, und  wenn es  Not  tut , sogar  durch unsere Worte zeigen , dass  uns  so was  nicht  gefällt, sondern  uns  vielmehr  mit Abscheu erfüllt.  Wir müssen Jesus  bekennen  und  es ihnen laut und kräftig  ins Gesicht hinein   sagen. Es ist  dir  nicht erlaubt , meinen Gott und meinen Glauben zu verhöhen  und zu  verspotten.

  • Wenn du jemanden etwas Böses tun siehst,
    Wenn du bemerkst, dass jemand gegen deinen Gott und Glauben sündigt, dulde es nicht. Mache ihn aufmerksam, sei es mit Ernst oder in Liebe, wie es eben notwendig ist. Damit hast du ein Bekenntnis deines Glaubens abgelegt. Sei gewiss, dass sich das Wort des göttlichen Heilandes einst an dir erfüllen wird. „Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen.” Mat. 10, 32.
    Sollte es nach den weisen Ratschlüssen Gottes wieder dazu kommen, dass unser heiliger Glaube, wie schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums, verfolgt und mit Feuer und Schwert von der Erde vernichtet werden sollte, dann wappnet euch mit dem Schild des Glaubens, auf dass ihr fest und ohne Zagen dasteht, wie die Makkabäer, wie die drei Jünglinge im Feuerofen, wie Mattatias und seine Söhne, wie die Bekenner und Märtyrer, die lieber ihr Blut und ihr Leben opferten, als ihren Glauben zu verleugnen. Der heilige Cyrillus sagt: „Wer sich fürchtet, für seinen Glauben, für die Wahrheit zu sterben, ist kein Christ.” So müssen wir unseren Glauben bekennen: frei und offen, mit Mut und Kraft, mit Wort und Tat. Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen.“ (Röm 10,10).