Jesus Christus, der gekommen ist, um das Gesetz und die Propheten zu erfüllen, sei mit euch.
Der Jansenismus, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aufkam, hat der Kirche großen Schaden zugefügt. Seine Lehre von der übergroßen Gefahr der ewigen Verdammnis war für viele Menschen erschreckend. Alfons von Ligouri sollte das Werk der Verkündigung von Gottes Barmherzigkeit gegenüber dieser Lehre aufnehmen.
Jesus, du kamst als Heiland der Welt. Herr, erbarme dich unser.
Du hast die Sünder unter deine Jünger aufgenommen. Christus, erbarme dich unser.
Du hast am Kreuz für deine Mörder gebetet. Herr, erbarme dich unser..
Bereits 1713 promovierte der 1696 in Marianella geborene Alfonz in beiden Rechten. Doch der gefeierte Rechtsanwalt legte 1726 sein einträgliches Amt nieder, um Priester zu werden. Sechs Jahre später gründete er die Kongregation des Allerheiligsten Erlösers, auch als Redemptoristen bekannt. 1762 wurde er Bischof von Sant’Agata dei Goti. In diesem Amt bemühte er sich um religiöse Reformen. Er verbreitete sein Gedankengut nicht nur in Worten, sondern auch schriftlich. Der Zentralgedanke seines gesamten Schaffens war die Erlöserliebe, auf die er immer wieder hinwies. 1775 verzichtete er auf sein Bischofsamt und zog sich ins Kloster Pagani bei Neapel zurück. Dort starb er am 1. August 1787 und wurde in der linken Seitenkapelle der Redemptoristenklosterkirche beigesetzt.
Damit wir zum Licht für alle werden, die uns begegnen, wollen wir voller Vertrauen zum Vater beten.
Den Vater im Himmel sollen wir preisen. Von ihm erhalten wir den Frieden, wenn wir bitten im Namen seines Sohnes.
Selig, die Gottes Gebot in Treue erfüllen und groß sein werden im Himmelreich..
Traurig ist der Zustand eines Menschen, der sich in seiner Selbsttäuschung für gesund hält, eine Sünde nach der anderen begeht und sich so den unheilvollen Weg zur Unbußfertigkeit anbahnt. Es ist ein hartes Wort, das die ewige Weisheit uns allen zuruft: „Ich habe es euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet.” Joh 8,23. Und wie viele gibt es, die unbußfertig leben und sterben! Denn sie verachten das einzige Rettungsmittel gegen das ewige Verderben oder glauben, Gott werde doch nicht so streng sein und die Menschen ewig unglücklich machen. Jesus aber sagte ganz klar und deutlich: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auf gleiche Weise zugrunde gehen.” Dieses Wort trifft jene, die der Welt dienen, sich in ihre Geschäfte allzu sehr hineinleben und von der Welt gelobt werden. Sie gelangen allmählich zur Unbußfertigkeit, weil sie ihr Seelenheil vergessen, den Dienst Gottes verachten und jedes Rettungsmittel von sich weisen.
Sie vergessen ihr Seelenheil. Es gibt viele, die an alles denken, für alles sorgen und sich um alles bemühen, nur nicht um ihre einzige, unsterbliche Seele. Für alles haben sie Sinn. Sie sorgen sich um eine vergängliche Ehre. Von ihnen heißt es … Die Arbeit der Toren wird ihnen zur Plage, weil sie den Weg … nicht wissen, Eccl. 10,15. Sie gingen in der Wüste irre, wo kein Wasser ist. Psalm 103,4
Der eine läuft dem Reichtum nach, der andere der Ehre; der eine gibt für einen Augenblick eine Ewigkeit hin. Ach, dass die Seele schlechter geachtet wird als diese Welt mit ihren Freunden. Und doch sollte sich nach des Apostels Mahnung kein Streiter Gottes in weltliche Geschäfte verwickeln (2 Tim 2,4).
Sie verachten den Dienst Gottes. Denn niemand kann zwei Herren dienen (Mt 6,24). Sie alle laufen ihrem Geschäft nach und da das Haus Gottes kein Handelshaus ist, finden sich derlei Menschen gar selten darin ein. Wenn sie schon kommen, dann denken sie an alles, nur nicht an Gott. Bei solchen Dienern der Welt kann es nicht anders kommen, denn wo dein Herz ist, da ist auch dein Schatz. Matthäus 6,21. Wenn sie aber mit den Lippen Gott ehren, so ist dennoch ihr Herz ferne von ihm. Ihr erster Gedanke am Morgen ist dem Geschäft gewidmet, ihr letzter am Abend gleichfalls. Für sie gibt es keine Beichte – wozu auch? Ist dieser Weg nicht der sicherste zur Unbußfertigkeit?
Sie weisen jedes Rettungsmittel von sich. Wehe euch Reichen, denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Himmelreich eingeht. (Matthäus 19,24) Erwartet ihr vielleicht einen anderen Messias, der gesagt hat: „Sammelt euch keine Schätze für die Erde? Er hofft nichts als Irdisches, er liebt nichts als Zeitliches. Jene, welche der Sünde dienen, gehen einem unvorhergesehenen, schnellen Tod entgegen. Denn die Männer des Truges werden nicht die Hälfte ihrer Tage erreichen, Psalm 54,24.
Hat etwa Gott bloß Sodom und Gomorrha durch Feuer verwüstet, oder stirbt nicht auch jetzt der Wollüstige in seiner Sünde? Nein, ihr werdet alle auf dieselbe Weise zugrunde gehen, wenn ihr nicht Buße tut. Selbst von den Weisen unter den Heiden lehrt Paulus: „Ich sage es euch und beschwöre euch im Herrn. Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken! Ihr Sinn ist verfinstert. Sie sind dem Leben, das Gott schenkt, inverterdurch die Unwissenheit, in der sie befangen sind, und durch die Verhärtung ihres Herzens entfremdet. Eph 4,17 Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. (Röm 1,21) Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Gott, unser Vater, der durch die Diener seines Wortes Zeichen tut, sei mit uns.
Im heutigen Evangelium werden wir von der Enthauptung Johannes des Täufers hören. Der endgültige Befehl zur Hinrichtung erging vom König Herodes. Doch hinter allem stand Herodias, seine uneheliche Frau.
Jesus, du kamst zu uns als Bote göttlicher Liebe. Herr, erbarme dich unser.
Du hast den Weg der Bekehrung und Buße gelehrt. Christus, erbarme dich unser.
Du wolltest im Werk der Sühne alles erneuern. Herr, erbarme dich unser.
Das heutige Evangelium ist ein Bild dafür, wie sich menschliche Bosheit mit der Tugend der Schwachheit verbindet..
Zunächst nehmen wir die Bosheit wahr. Sie zeigt sich uns in Herodias. Sie verließ ihren Mann Philippus und ging zu dessen Bruder Herodes. Das war ihr erstes Vergehen. Dann brachte sie Herodes dazu, seine rechtmäßige Ehefrau, die Tochter des Moab-Königs Aretas, zu verstossen. Um zu verhindern, dass Johannes der Täufer sie um den Platz an der Seite von König Herodes brachte, sorgte sie auf raffinierte Weise für dessen Beseitigung..
Bei Herodes erkennen wir menschliche Schwachheit. Zunächst ist es die vielfach bekannte Schwäche der Männer für Frauen. Als Herodias dann die Verhaftung Johannes’ des Täufers verlangt, ist Herodes erneut schwach. Er unterlag der Anmut dieser Frau und versprach dem tanzenden Mädchen die Hälfte des Königtums. Und er ist schwach, weil er dieses sündige Versprechen nicht aufheben kann. Schließlich verübt er aus Schwachheit das, was Herodias aus Bosheit anrichtet.
Gott vermag es, Tote zum Leben zu erwecken. Deshalb wagen wir, zum Vater zu beten.
Die Macht über das Leben der Menschen haben die Mächtigen. Gottes Macht schenkt uns den Frieden. Wir bitten.
Selig sind die Zeugen für Gottes Wort und die, die zu neuem Leben erweckt werden.
Jesus Christus, der all unsere Sorgen kennt und unsere Mühen trägt, sei mit euch.
Das Zauberwort, mit dem wir allem Unangenehmen aus dem Weg gehen, kommt uns leicht über die Lippen. „Ich habe keine Zeit.” So hat Marta nicht gesprochen. Dennoch schwingt es in allem Tun der beschäftigten Frau von Betanien keenestmit. Ich habe jetzt Wichtigeres zu tun. Es könnte alles schneller gehen. All das sind Worte, die vom Wesentlichen ablenken. Trotzdem steht diese Frau im Verzeichnis der Heiligen. Wir haben Grund, Gott um Vergebung unserer Sünden zu bitten.
Jesus, du kennst all unsere Sorgen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast im Gebet mit dem Vater Kraft gefunden. Christus, erbarme dich unser.
Du willst uns mit deinem Wort stärken. Herr, erbarme dich unser.
Jesus war häufig bei den Geschwistern Martha, Maria und Lazarus zu Gast. Martha sorgte als emsige, tatkräftige Hausfrau für sein leibliches Wohl. Eine provenzalische Legende berichtet, dass die Geschwister an der Rhône-Mündung gelandet seien und Martha in Marseille gepredigt habe. In Tarascon wird ihre angebliche Grabstätte gezeigt. Meistens wird sie zusammen mit ihrer Schwester dargestellt, wie sie Jesus bedient. Oft wird sie auch mit einem Drachen abgebildet, den sie durch Besprengung mit Weihwasser bändigte. Als Zeichen der geschäftigen Hausfrau trägt sie einen Kochlöffel und einen Schüsselbund. Gastwirte, Hausfrauen, Köchinnen und Wäscherinnen verehren die heilige Martha als ihre Patronin.
Da Jesus Christus uns nah ist und unser Mittler, dürfen wir durch ihn zum Vater beten.
Es gibt ein Leben in Herrlichkeit. Es wird denen zuteil, die es im Frieden suchen. Deshalb bitten wir.
Selig sind die, die an das wahre Leben glauben und in Gottes Herrlichkeit eingehen. ist
Einführung
Was bedeutet es, reich zu sein vor Gott? Im heutigen Evangelium hören wir die Aufforderung, den Zustand unseres Herzens zu überprüfen. Wohin führen uns unsere Sehnsüchte? Woran denken wir am meisten? Wonach richten sich unsere Bemühungen?moisten
Die Predigt
Die Menschen sprechen sehr oft über Geld. Fast alle Zeitungen bringen Börsenberichte. Die Menschen interessieren sich dafür, wie sie ihr Geld am besten anlegen können. Interessant ist, dass die Anzahl der Millionäre und Milliardäre in vielen Ländern wächst. Das zeugt davon, dass der Mensch seine größte Aufmerksamkeit seinem Besitz widmet. Jesus sagt jedoch: „Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.” Hier liegt der Kern der Botschaft Jesu. Wenn ein Mensch nur deshalb Besitz anhäuft, um essen, trinken und sich vergnügen zu können, ist er ein Narr. Es ist möglich, dass einige nach diesen Worten traurig werden, weil ihnen sehr viel am Reichtum liegt. Wir sollten Jesus jedoch glauben, wenn er sagt, dass Reichtum nicht glücklich macht. Reichtum lockt die Menschen zwar an und findet ihr Wohlgefallen, besonders dann, wenn man als reich und erfolgreich von anderen geschätzt wird. Wir sollten uns aber bewusst machen, dass diese Werte in der Ewigkeit nicht erstrangig sind. Gott wird uns nach anderen Kriterien beurteilen. Vielleicht gefällt das so manchem nicht und er fragt: „Soll ich nun mein ganzes Eigentum hergeben?” Wozu habe ich dann studiert, gearbeitet und mich bemüht, im Leben etwas zu erreichen? Eine solche Denkweise ist nicht ganz richtig. Ein Mensch darf Besitz haben, er darf seine ganz eigenen zeitlichen Dinge besitzen. Aber ein Mensch muss auch wissen, dass dies nicht das Einzige ist, worum er sich bemühen soll. Das ist eigentlich die Tragödie des Reichen im heutigen Evangelium: Er sah den Sinn des Lebens darin, das meiste für sich selbst zu besitzen. Er achtete weder Gott noch die Menschen. Er wurde zu einem Egoisten. Die Absurdität einer solchen Lebenseinstellung zeigt sich in der Stunde des Todes. Jesus stellt in dem Gleichnis die Frage: Wem wird dann also das gehören, was du angehäuft hast? Es ist wichtig, nicht so sehr an seinem Besitz zu hängen, dass man dabei Gott und den Nächsten übersieht. Wir werden sonst zu Götzendienern. Der Katechismus der katholischen Kirche sagt uns, was Götzendienst ist: nämlich wenn der Mensch die Schöpfung statt Gottes ehrt. Der Götzendienst lehnt die einzige Obergewalt Gottes ab. Das ist unverträglich mit der Gottesgemeinschaft. Die Heilige Schrift macht uns darauf aufmerksam, wie Gott den Götzendienst bestrafte. Erinnern wir uns daran, wie die Israeliten das goldene Kalb anbeteten. Gottes Urteil über diese Sünder war der Tod. Davon können wir im Alten Testament lesen. Wie viele Menschen würden heute am Leben bleiben, wenn Gott sofort strafen würde? Würde ich am Leben bleiben? Wie ist meine Einstellung zu Besitz und Geld? Vergessen wir nicht, dass […] Gott auch heute das verlangt, was ihm gehört. Und niemand kann ihm entfliehen.
Eine 34-jährige Frau schrieb in einer Zeitschrift: „Mein Mann und ich haben alles erreicht, was wir erreichen wollten. Wir haben ein schönes Eigenheim, ein luxuriöses Auto und können uns teure Urlaube leisten. Aber all das kann mich überhaupt nicht erfreuen. Früher konnte ich mich über ein einziges Buch freuen. Heute habe ich 2.500 Bücher und langweile mich. Wenn mein Mann vorschlägt, einen Ausflug zu machen, habe ich keine Freude.
Wer Jagd auf Reichtum macht, muss damit rechnen, dass ihn Enttäuschungen erwarten. Ein Christ muss wissen, dass Eigentum nur ein Mittel ist, um ein würdevolles Leben zu führen und das Ziel, die Ewigkeit, zu erreichen. Christen sollten ein Leben ohne Luxus und Reichtum propagieren. Ein Mensch, der in seinem Leben auf Christus baut, erlebt den Reichtum der Nähe Gottes als größten Reichtum. Nur ein Mensch, der reich an Gottes Anwesenheit ist, weiß, was ihm Ruhe bringt – nicht verschwenderische Freude ist das Zeichen des himmlischen Ruhmes. Freuen wir uns über das Leben und sorgen wir mehr für das, was wir sind, als für das, was wir haben!
Jesus Christus, der aus dem reichen Vorrat des Vaters Altes und Neues hervorholt, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium spricht Jesus wieder vom Himmelsreich. Er vergleicht das Himmelreich zu einem Netze, wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus und lesen die guten in ein Gefäß zusammen, aber die faulen werfen sie weg. Diese Worte sagen uns, dass nicht alle ins Himmelreich kommen.
Jesus, du hast alle Menschen in dein Reich gerufen. Herr, erbarme dich unser.
Du wirst die Guten heimführen in das Haus des Vaters. Christus, erbarme dich unser.
Du willst uns sammeln zur Einheit der Vollendeten. Herr, erbarme dich unser.
Am Ende der Welt wird die Scheidung. Nicht auf die Stämme und Nationen, nicht auf die gebildeten und ungebildeten, nicht auf die jungen und die alten sondern auf die guten und bösen. Nicht aber danach, wie wir uns halten, das wäre keine Bösen, aber danach wie Er ,, anerkannt“. /würdigt/. Er wird die ,,Guten“ für sich auswählen und die ,,Bösen“ wird wegwerfen. Das wird ein miserabel Gefühl. Etwa so, wenn wir in der Reihe stehen und warten auf ein schönes Programm und kommt jemand , fangt uns beim Arm und sagt zu uns. Du nein. Am diesen Tag nimmt für immer Abschied der Gatte von Gattin, der Bruder von seiner Schwester, der Freund von seinem Freund. Die Auslese wird ohne Beeinflussung, Protektion und Bestechung geschehen. Zu der Zeit wird die Mutter der Barmherzigkeit, das Spiegel der Gerechtigkeit sein. Das werden die wirkliche ,, Verabschiedungen“. Bei Begräbnissen bleiben uns immer die Hoffnung. Hier bleibt aus Hoffnung nichts.
Da Gott kommen wird, die Bösen von den Gerechten zu trennen, wagen wir zum Vater zu beten.
Wir sind Jünger des Himmelreiches geworden und dürfen den Herrn bitten, dass wir in seinem Frieden bleiben.
Selig, die zu den Gerechten gezählt werden und Gott schauen dürfen, wie er ist.
Der Mensch lebt auch nach dem Tode ewig fort; eine Wahrheit, die für uns äußerlich tröstlich und äußerst lehrreich ist.
Es mag dem Menschen in der Welt gut oder schlimm ergehen, er mag glücklich oder unglücklich sein, in jedem Fall ist es für ihn sehr trostvoll, dass seine Seele nicht stirbt, sondern in das ewige Leben eingeht. Denn nehmen wir an, dass das Gegenteil stattfinde, dass also die Seele wie der Leib sterblich wäre, wie niederschlagend müsste dieser Gedanke nicht sein? und zwar
1 für jeden Glücklichen. Was nützt es mir würde er öffters bei sich selbst sprechen, dass ich mir alle Freuden und Lustbarkeiten verschaffen kann und wo hundert Andere einen kränklichen Körper umherschleppen, mich in den besten Gesundheitsumständen befinde? Es wird doch ein Tag kommen, wo ich alle diese Güter werde verlassen müssen und alsdann bin ich ärmer als ein Bettler, bin gar nichts mehr. Wozu würde also dem Wohlhabenden sein Wohlstand und seine Ehre nützen, wenn er sie bloß einige Zeit genießen und sich dadurch nicht eine ewige Glückseligkeit verdienen könnte.
2 Aber auch für den Unglücklichen wäre dieser Gedanke höchst niederschlagend. Der Unglückliche sagt. Ich wäre weit besser daran gewesen, wenn ich nie geboren worden wäre. Jetz ist jede Stunde meines Lebens eine neue Kränkung für mich und sterbe ich einmal da hat freilich mein Elend ein Ende, aber da ich in mein voriges Nichts wieder zurückkehren muss, so habe ich nicht nur für meine vielen Leiden, kein besseres Schicksal, sondern gar nichts zu hoffen. Seht, solche Klagen müssten in uns den Gedanken erzeugen. Meine Seele stirbt.
Da uns Vernunft und Religion von der Unsterblichkeit der Seele überzeugen, haben es eine weit günstigere Beschaffenheit mit uns. Nein, der tugendhafte Reiche, der wahrhaft christliche Mann von Ehren und Ansehen, kann sich bei reifem Nachdenken nicht so sehr über die Notwendigkeit entrüsten, seine Güter einmal zu verlieren; er weiß ja, dass er dafür weit bessere und dauerhaftere Güter erhält, die weder Motten noch Diebe verzehren oder stehlen können. Und diejenigen, die in Armut, Krankheit und Verfolgung leben müssen, können ihr Elend nicht so hart empfinden, wenn sie denken, dass sie nach dem Tod in ein Leben übergehen, in dem es keinen Unterschied zwischen den Personen gibt, in dem der Bettler in Gottes Herrlichkeit ebenso viel ist wie der mächtige König, und in dem sie in die Freuden ihres Herrn wie jeder andere Gerechte eingehen und den reichlichsten Lohn für ihre Leiden in diesem Leben erhalten werden. Hinzu kommt noch ein weiterer Trostgrund. Es ist nach allgemeiner Erfahrung sehr schmerzlich, seine Verwandten und andere geliebte Freunde durch den Tod zu verlieren. Allein die Wahrheit, dass dieselben nur dem Leibe nach gestorben sind, ihre Seele aber noch lebt und vor Gottes Angesicht lebt, stillt ganz und gar den herben Schmerz. Denn daraus und daraus, dass auch eure Seele unsterblich ist, könnt ihr den Schluss ziehen: Meine Eltern, die ich so liebte, meine Kinder, von denen ich mir im Alter Unterstützung versprach, mein Freund, mit dem ich gleichsam ein Herz war, diese sind mir vorausgegangen, wohin auch ich folgen muss. Wenn ich einmal sterbe, dann komme ich wieder zu all meinen Lieben und werde mit ihnen in unzertrennlicher Gesellschaft sein. Seht, so tröstlich ist die Wahrheit über die Unsterblichkeit der Seele, über das Leben nach dem Tod.
Jesus Christus, der uns den Schatz des Himmels verheißen hat, sei mit euch.
So sagte Jesus im heutigen Evangelium. „Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und um dessentwillen verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte den Acker.“ Eine Frage an uns: Ist das Himmelreich für uns wirklich ein Schatz, für den wir bereit sind, alles zu opfern?
Jesus, du hast uns die Freude der Hoffnung geschenkt. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns den kostbaren Schatz des Heils offenbart. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns den Zugang zu deinem Reich geöffnet. Herr, erbarme dich unser.
Heute feiern wir den Gedenktag des heiligen Berthold. Er entstammte einer begüterten Familie im Viertel unter dem Manhartsberg und trat in jungen Jahren in das Benediktinerkloster St. Blasien im Schwarzwald ein. Dieses galt schon vor Hirsau als Zentrum der cluniacensischen Reform. Als Anhänger dieser Erneuerungsbewegung stieg er zum Kleinprior und Bibliothekar in St. Blasien auf und wurde 1107 als Prior nach Göttweig gerufen. Spätestens ab 1111 finden wir ihn als ersten Abt des kurz zuvor den Benediktinern überantworteten Klosters Garsten, wohin ihn dessen Eigenkirchherr, Markgraf Otakar II. von Steiermark, im Einvernehmen mit der Mönchsgemeinde berufen hatte. Hier bewährte er sich aufgrund seiner Askese und Bildung als umsichtig sorgender Vater seiner Mönche, als verständnisvoller Berater und Helfer vieler Zeitgenossen und als treuer Sohn seiner Kirche und Heimat. Es gelang ihm, die junge Abtei personell und wirtschaftlich zu hoher Blüte und großem Ansehen zu bringen. Nach mehr als 30-jähriger Wirksamkeit verstarb er in seinem Kloster in der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1142, und sofort nach seinem Tod setzte seine Verehrung ein. Diese fand durch eine Kanonisation von Seiten des Passauer Bischofs Rudigier von Radeck eine offizielle Bestätigung. Die Erhaltung seines Grabes, das sich ursprünglich in der Mitte der alten Klosterkirche befand, die wiederkehrende Verwendung seines Namens und die Feier seines Jahrtages – über die Zeit der Reformation und die Aufhebung des Stiftes hinweg bis zum heutigen Tag – waren die Voraussetzungen für die offizielle Kultapprobation durch den Apostolischen Stuhl.
Wir haben die kostbare Perle des Himmelreichs erkannt. Damit sie uns zuteil wird, wagen wir es, zum Vater zu beten.
Die wertvolle Perle des Himmelreichs ist der Friede, den nur Gott uns schenken kann. Daher bitten wir.
Selig sind die, die voll Freude sind über die Verheißungen des Herrn und ihn finden im ewigen Besitz.
Jesus Christus, der unseren Augen und Ohren verborgen ist, sei mit euch.
Joachim und Anna waren laut dem sogenannten Protoevangelium des Jakobus die Eltern Mariens. Ihre Namen und die Legenden über sie sind bereits seit dem 2. Jahrhundert bekannt.
Jesus, du hast uns durch dein Kreuz erlöst. Herr, erbarme dich unser.
Du schließt keinen vom Reichtum deiner Gnade aus. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns zu Kindern des himmlischen Vaters gemacht. Herr, erbarme dich unser.
Der heilige Joachim wird häufig dabei dargestellt, wie er ein Körbchen mit zwei Tauben zum Opfer bringt. In anderen Darstellungen ist er mit Maria auf dem Arm zu sehen. Er ist der Patron der Eheleute, der Schreiner und der Weißgerber.
Anna wird entweder als Erzieherin Mariens mit einem Buch oder zusammen mit Maria und dem Jesuskind dargestellt. Dann wird sie als vornehme ältere Frau mit einer mädchenhaften Maria auf dem einen und einem Jesusknaben auf dem anderen Arm abgebildet. Die heilige Anna ist die Patronin der Bretagne, von Annaberg, Braunschweig, Hannover, Hildesheim und vieler anderer Städte. Sie beschützt schwangere Frauen, Ammen, Arbeiterinnen, Bergleute, Böttcher und Drechsler. Besonders verehren die Heiligen die Feuerwehren, die Schiffer, die Stockmacher und die Weber.
Da wir uns danach sehnen, unseren Vater im Himmel zu schauen, wollen wir ihn um die Gnade bitten, den rechten Weg zu finden.
Vieles hat uns Gott bereits kundgetan. Größeres werden wir erleben, wenn wir in Frieden an seinem Reich teilhaben.
Selig sind die, die glauben und Gott von Angesicht zu Angesicht schauen werden.
Jesus Christus, der kam, um zu dienen und sein Leben hinzugeben, sei mit euch.
Jakobus und sein Bruder Johannes gehörten zu den engsten Aposteln. Bei vielen Gelegenheiten waren sie neben Petrus die besonderen Begleiter des Herrn. Jakobus war eng mit dem Alten Testament verbunden. Deshalb blieb er nach der Himmelfahrt des Herrn als einziger Apostel in Jerusalem. Dort erlitt er als erster von ihnen um das Jahr 44 den Märtyrertod.
Jesus, du hast dein Wort den Aposteln anvertraut. Herr, erbarme dich unser.
Du hast sie zu Zeugen deiner Auferstehung gemacht. Christus, erbarme dich unser.
Du hast sie zu Baumeistern deines Reiches berufen. Herr, erbarme dich unser.
Herodes Agrippa ließ ihn einkerkern und gab dann den Befehl, ihn zu enthaupten. Der Weg zum Richtplatz führte an einem Haus vorbei, auf dessen Türschwelle ein Gichtbrüchiger saß und den heiligen Apostel anrief. „O Diener des Allerhöchsten, hilf mir, denn ich leide fürchterliche Qualen.” Jakobus antwortete mit herzlichem Mitleid: „Im Namen meines Herrn Jesus Christus, steh auf und preise deinen Erlöser!” Und so geschah es. Als der Pharisäer Josias, der sich an der Gefangennahme des Jakobus eifrig beteiligt hatte, dieses Wunder sah, bereute er seine Tat und bat den heiligen Apostel auf den Knien um Vergebung. „O Diener des wahren Gottes, verzeihe mir mein Vergehen und mache mich zur Sühne deiner Marter teilhaftig.” Jakobus fragte ihn: „Glaubst du, dass Jesus, den die Juden gekreuzigt haben, der wahre Sohn Gottes ist?” Josias erwiderte: „Ja, ich glaube, dass Jesus, der Gekreuzigte, der wahre Sohn Gottes ist.” Als Abiather seinen Freund mit Entsetzen so sprechen hörte, beschwor er ihn. „Josias, lass ab von Jakobus und fluche dem Glauben der Christen, sonst wirst du meiner gerechten Rache nicht entgehen.” Josias antwortete: „Ich werde mein Heil finden in Jesus Christus, den ihr gekreuzigt habt. Das Volk schlug diesen Verkünder Christi wütend mit Fäusten und holte schnell vom König die Erlaubnis, dass Josias mit Jakobus getötet werden dürfte. Auf dem Kalvarienberg angekommen, bat Jakobus den Scharfrichter um einen Trunk Wasser und sagte dann zu Josias: „Willst du getauft werden im Namen Jesu Christi?” Josias antwortete. „Ja, ich will.” Jakobus taufte ihn, umarmte und küsste ihn mit den Worten: „Der Friede sei mit dir.” „Der Friede sei mit dir.” Beide sanken auf die Knie und empfingen den Todesstoß freudig.
Da wir nicht wissen können, worum wir bitten sollen, wollen wir mit den Worten des Herrn zum Vater beten.
Es geht nicht um gute Plätze, sondern um das Reich Gottes, dem wir in Frieden angehören. Um diesen Frieden bitten wir.
Selig, die bereit sind, den Becher des Leidens mit Christus zu trinken und in seine Herrlichkeit einzugehen.
Bei wem kehrt der göttliche Heiland am liebsten als Gast ein? Bei den Großen der Erde, bei Fürsten, Königen oder Kaisern? Nein. Wir lesen nirgends, dass er auch nur einmal im königlichen Palast des Herodes oder eines anderen jüdischen Großen eingekehrt wäre. Kehrt er dann vielleicht gerne bei Gelehrten und Weltweisen ein? Auch dies finden wir an keiner Stelle in der Lebensgeschichte Jesu bestätigt. Oder bei den Reichen und Wohlhabenden auf Erden? Jesus nimmt bei allen, die ihn lieben, Einkehr, ohne Unterschied des Standes oder der Geburt. Dies hat der göttliche Heiland selbst ausgesprochen, indem er sagt: „Wer mich liebt, den wird mein Vater lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.” O heilige Macht der christlichen Liebe, die Jesus als Gast in unser Herz herabzieht und es zur Wohnung der Gottheit macht! Wie sehr sollten wir doch Jesus lieben, damit er bei uns wohnt und uns heiligt und beseligt Doch wo ist die Liebe in unseren Tagen geblieben? Ach, wie selten sind jene Familien geworden, die Gott wahrhaft und aufrichtig lieben. An die Stelle der Gottesliebe ist die Weltliebe getreten. Man liebt nur die Welt und alles, was in der Welt ist: ihre Freunde und Genüsse. Besonders gerne kehrt sie bei Sündern ein, die ihr Herz nicht verschließen. Darum sagt er selbst: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und selig zu machen, was verloren war.” Sein ganzes Leben war ein unermüdliches Bestreben, die Sünder selig zu machen. Seine Reisen und Predigten hatten keine andere Absicht, als die Bösen gut und die Elenden selig zu machen. Ja, sein ganzes Leben war nur eine einzige Arbeit: bei Sündern einzukehren und sie zu retten. Schon wir Menschen haben den Brauch, bei gegenseitigen Besuchen einander etwas mitzubringen. Glaubt ihr, dass Jesus so ganz leer kommt und uns armen, hilfsbedürftigen Sündern gar nichts mitbringt, wenn er als Gast bei uns einkehrt? So etwas ließe sich von einem so liebevollen, menschenfreundlichen Gast gar nicht erwarten. Er bringt zwar keine vergänglichen und irdischen Geschenke, wie wir sie einander zu geben pflegen, sondern viel kostbarere geistige, himmlische und bleibende Güter, die uns am meisten notwendig und nützlich sind. Und was sind das für Geschenke? Denen, die ihn lieben, gibt er schon den Himmel auf Erden. Er sagt: „Wer mich liebt, den wird mein Vater lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.” Also wohnt Gott bei uns, wenn wir Jesus lieben. Ist das nicht der Himmel? Wo Gott ist, sagt der heilige Augustinus, da ist der Himmel.
Wenn Jesus bei armen, frommen Seelen einkehrt, so bringt er Hilfe und Segen mit. Wir sehen dies bei der Hochzeit zu Kana, es geht den armen Brautleuten der Wein aus, Allein wo Jesus ist, da ist auch Trost und Hilfe in der Not. Es wandelt Wasser in Wein und Gäste und Brautleute sind besser daran als zuvor. O gewiss, der Ärmste, den Jesus besitzt, ist reicher und glücklicher als der Reichste ohne Jesus. Wer Jesus gefunden hat, der hat einen großen Schatz gefunden . Wer Jesus verliert , der verliert zu viel und mehr als die ganze Welt. Der heilige Ignatius hat die Welt und alle Schätze der Erde um Jesu willen verlassen , um Jesus als Gast in sein Herz zu bekommen. Er sagte zu seinen Ordensleuten; Wenn ich Gold und Silber habe, was habe ich? Wie lange werde ich es besitzen? Wenn ich aber Jesus besitze, wenn ich aber Jesus besitze, und er antwortete sich selbst. Ich habe einen Besitz ohne Ende. Seht ihr liebe Kinder: Wie viel ihr gewinnt, wenn Jesus euer Gast wird.
Wenn Jesus bei reumütigen Sündern einkehrt, so bringt er die Gnade zur Bekehrung und damit zugleich innere Ruhe und Beseligung. Wir sehen dies an Zechaus. Kaum tritt Jesus in das Haus dieses allgemein verachteten Sünders , so wird dieser Mann sogleich von der göttlichen Gnade ergriffen und gebessert, muss er ausrufen. Die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so erstatte ich es ihm vierfach. Auch der heilige Augustinus hat dies erfahren. Solange er die Welt und ihre Freuden liebte, war er ganz weltlich und irdisch, voll innerer Unruhe und Zerrüttung. Als er Jesus in sein reumütiges Herz aufnahm, da ward er auf einmal ein ganz anderer Mensch. Einmal hatte er gesagt. O Jesus, du hast meines Herzens, du immer alte und ewig neue Schönheit: Ach, so spät habe ich angefangen dich zu lieben.
Jesus Christus, mit dem wir verbunden sind wie der Rebzweig mit dem Weinstock, sei mit euch.
Heute haben wir das Fest der Hl. Birgitta von Schweden, Mutter, Ordensgründerin, Schutzpatronin Europas. Sie stammte aus einem adeligen Geschlecht. Ihr Vater war Landvogt. Bereits als junges Mädchen wurde sie mit dem Adeligen Ulf Gudmarsson verheiratet. Acht Kinder, darunter die heilige Katharina von Schweden, wurden aus dieser glücklichen Verbindung geboren. Birgitta stand einem großen Haushalt vor, der sie ganz beanspruchte.. Trotzdem fand sie immer noch Zeit, sich um Kranke und Arme zu kümmern.
Jesus, du hast die Last des Kreuzes getragen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast das Kreuz zum Zeichen der Erlösung gemacht. Christus, erbarm dich unser.
Die deine Wundmale berührten, glaubten an dich. Herr, erbarme dich unser.
Nach dem Tod ihres Mannes, der um 1343 auf der Rückreise von einer gemeinsamen Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela starb, zog sie sich zurück, um nur noch ein Leben der Buße zu führen. In Visionen erfuhr sie ihren Auftrag, einen Orden zu gründen, und stiftete 1346 das Kloster in Vadstena. Dessen Regel wurde dann 1370 bestätigt. Birgittas Tochter Katharina wirkte tatkräftig für die Ausbreitung des neuen Ordens. der schließlich über 74 Klöster von Finnland bis Spanien verfügte.
Erfüllt von der Sorge über das kirchliche Leben begab sich Birgitta nach Rom, wirkte dort vielfältig durch Mahnungen , Schriften und Briefe und setzte sich vor allem auch für die Rückkehrt des Papstes aus Avignon ein. Sie starb, nach ihrer Rückkehr von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land, ohne während ihrer letzten vierundzwanzig Lebensjahre die Heimat wiedergesehen zu haben, am 23 Juli in Rom und wurde in Vadstena /Schweden/ beigesetzt.
Da uns die Erfüllung unserer Bitten verheißen hat, wagen wir im Namen Jesu Christis zum Vater zu beten.
Wenn unser Leben Frucht bringen soll, müssen wir im Frieden mit Christus verbunden bleiben.. Um den Frieden bitten wir ihn.
Selig, die mit Christus verbunden bleiben und Frucht bringen für das ewige Leben.
Jesus Christus, der uns die Botschaft vom Reich Gottes verkündet hat, sei mit euch.
Heute haben wir den Gedenktag der heiligen Maria Magdalena. Schon früh verschmolzen drei verschiedene Frauengestalten zu einer einzigen Person. Dabei ist ,,Magdalena,, nicht eigentlich ein Name, sondern eine Herkunftsbezeichnung: auch das Evangelium spricht ja von Maria aus Magdala.
Jesus, du hast keinen verstoßen, der zu dir kam. Herr,erbarme dich unser.
Du hast, dich der Sünder angenommen.Christus,erbarme dich unser.
Du hast allen das Heil versprochen, Herr,erbarme dich under.
In der herrlichen Kirche in Vézelay in Frankreich ruhen die Gebeine der hl. Maria Magdalena, die nach der Legende im 9. Jahrhundert durch Girard de Roussilon dorthin übertragen wurden.Noch heute küssen die Gläubigen andächtig im gotischen Chor der der Heiligen geweihten Kirche ihre Reliquien.In der Beschreibung des Dichters Claudel, der diese Kirche geradezu inbrünstig geliebt hat, steht im Mittelpunkt die Gestalt der großen Büßerin. Die Legende erzählt, dass Maria Magdalena, als Missionarin nach Südfrankreich gekommen sei und lange Zeit als Büßerin in einsamer Wildnis bei St. Baume in der Provence gelebt habe. Der hl.Maria Magdalena ist Patronin der Frauen,der der reuigen Sünderinnen, der Friseure, Gärtner, Parfumfabrikannten, Wollweber und vieler anderer. Sie ist unter anderem die Patronin der Städte Autun, Marseille und Vezelay
Da Jesus uns vorausgegangen ist zu seinem und zu unserem Vater dürfen wir in seinem Namen beten.
Ihn, der menschlicher Bosheit erlag und im Triedenie auferstand, dürfen wir um seinem Frieden bitten.
Selig, die Gott suchen und ihn finden in seiner Herrlichkeit.
Als Jesus betete, kam einmal einer von seinen Jünger zu ihm und sagte: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Beteten die Jünger von Jesus bis jetzt nicht? Gewiss haben sie gebetet. Warum verlangen sie aber jetzt von Jesus, dass er sie beten lehrt. Vielleicht waren sie nicht zufrieden mit ihrem Gebet, wenn sie es mit dem Gebet von Jesus verglichen haben. Sind wir zufrieden mit unserem Gebet?
Predigt
Wie wäre es, wenn wir heute Jesus dieselbe Forderung vorbringen: Herr, lehre uns beten. Wir wissen, welche Probleme wir mit dem Gebet haben. Wir sind nicht konzentriert, sind geistesabwesend, wir haben keine Zeit, wir sind müde. Beim Fernsehen sitzen wir stundenlang, und wir sind nicht müde. Würde uns Jesus die Gebete, wie das Vaterunser, das Gegrüßt seist du Maria oder das Glaubensbekenntnis lehren? Wahrscheinlich nicht, weil wir diese Gebete kennen. Er würde uns etwas anderes lehren. Er würde uns lehren, einfach Zeit mit Gott zu verbringen. Das Gebet ist eine tiefe Beziehung zum Schöpfer. Der Mensch, der sich nach Kommunikation mit Gott sehnt, entdeckt, dass das Gebet mehr ist als nur eine Pflicht. Manche Menschen sagen: Ich habe schon genug gebetet. Das Gebet ist aber eine Liebesbeziehung zu Gott.
Heute haben wir gehört, wie Abraham einen Dialog, betreffs der Rettung der Stadt Sodom, führt. Wenn dort 50 Gerechte sind, wird Gott die Stadt vernichten? Er wird sogar dann die Stadt nicht vernichten, wenn nur 40, 30, 20 oder nur 10 Gerechte sind. Wie Abraham erwarten wir von Gott etwas. Aber das Gebet bedeutet auch, dass wir Gottes Willen erkennen und ihn erfüllen. Sehr oft beten wir, damit Gott unsere Wünsche nach unseren Willen erfüllt.
Jetzt haben die Kinder Ferien. Viele Kinder sind nicht zu Hause. Liebe Eltern! Wenn ihre Kinder nicht zu Hause sind, denken Sie an ihre Kinder? Fehlen Sie ihnen? Müssen Sie sich dazu zwingen, dass Sie an ihre Kinder denken? Wenn ihre Beziehung zu ihren Kinder nur Pflicht ist, dann müssen sie sich dazu zwingen. Wenn Sie ihre Kinder lieben, dann müssen Sie sich nicht dazu zwingen. Das Gebet bedeutet, dass wir den ganzen Tag mit Gott erleben wollen. Wenn wir uns zum Gebet zwingen müssen, dann bedeutet das, dass unsere Beziehung zu Gott nicht in Ordnung ist.
Ein Ordensbruder, ein Trappist beschrieb seine Erfahrungen so: Als ich ins Kloster kam, musste ich mich von meinen Bekannten, von meinen Eltern und vom Milieu, indem ich bis jetzt lebte, losreißen. Im Kloster blieb mir nur Gott und meine Beziehung zu Gott. Diese Beziehung erlebte ich so, wie ich sie gelernt hatte. Jeden Tag betete ich genau die Gebete, die ich auswendig kannte. Ich wusste ganz genau, was ich am Morgen, am Nachmittag, am Abend beten werde. Nach drei Monate sagte der Ordensobere zu mir: Ab heute wirst du keine gelernten Gebete mehr beten. Ich antwortete: Ich soll nicht mehr beten, ich bin doch ins Kloster gekommen, um zu beten. Kein Vater unser, noch einen Rosenkranz, auch keine Litanei soll ich beten? Er meinte darauf: Du wirst nur mehr das Brevier beten. Nun war sehr traurig. Aber dann wurde mir bewusst, dass meine Beziehung zu Gott immer stärker wurde. Ich hatte entdeckt, dass mein Gebet mit eigenen Worten immer mehr zu einer lebendigen Beziehung zu Gott, wurde. Nach drei Monaten merkte auch der Ordensobere, dass ich das Wesen des Gebetes erkannt hatte und er sagte zu mir: Jetzt kannst du auch wieder das Vater unser, das Gegrüßet seist du Maria, das Glaubensbekenntnis und den Rosenkranz beten. Ich entdeckte schließlich , dass ich diese Gebete nie so innig gebetet hatte wie nach dieser Prüfungszeit.
Brüder und Schwestern, wenn ich jetzt sagen würde, dass Sie heute Abend die gelernten Gebete nicht beten sollen, wie würden Sie reagieren? Vielleicht würden sie sagen: Ich bete sie doch schon so viele Jahre! Ich würde euch empfehlen: Versucht einfach einmal zehn Minuten nur bei Gott zu sein und dabei auch nicht zu ihm zu sprechen, sondern nur seine Anwesenheit zu spüren! Vielleicht entdeckt ihr dann, dass das Beten mehr bedeutet als das Aufsagen gelernter Wörter, dass wir uns ohne Worte viel besser in das Wesen Gottes vertiefen können. Wenn wir nach einem solchen stillen Gebet spüren, dass sich in uns etwas bewegt, dass wir nun mehr Liebe in uns haben, dann sind wir verbunden mit dem, der die Liebe ist. Wenn sich aber nach diesem Gebet nichts in uns bewegt, dann haben wir nur an uns selbst gedacht und nicht an den, der die Liebe ist.
Herr, lehre uns beten! Lehre uns den Wert des Gebetes zu entdecken! Gib, dass unsere Gebete nie nur förmlich und ohne innere Beziehung sind!
Jesus Christus, der uns die Botschaft vom Reich Gottes verkündet hat, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium fragten sie Jesus: „Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?” Er antwortete: „Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht. Diese Antwort müssen wir richtig verstehen. Es geht nicht darum, dass Jesus nicht wollte, dass die Menschen ihn verstehen. Jesus konstatiert lediglich, dass diese Menschen ihn nicht verstehen werden.
Jesus, du hast deine Botschaft in Gleichnissen verkündet. Herr, erbarme dich unser.
Du wolltest alle Menschen auf den Weg des Glaubens führen. Christus, erbarme dich unser.
Du hast den Glaubenden Leben und Heil verheißen. Herr, erbarme dich unser. Wer sich die Dunkelbrille aufsetzt, wird alles dunkelfarbig sehen. Wer die Welt mit einem optimistischen Blick betrachtet, wird alles rosafarbig sehen. Wer der Wollüstige ist, sieht überall nur den Körper und die Sinnlichkeit. Ein stolzer Mensch hat nur Verständnis dafür, was ihm hilft, den Gipfel zu erreichen und ins Zentrum zu gelangen. Der Schwindler sieht in allem nur einen Trick. Deshalb, weil jeder nur das hört, was er gern hat, ist hier die Gefahr, dass er Christus nicht verstehen wird. Daraus ergibt sich, nur der kann Jesus‘ Rede über Gottes Reich verstehen, der auf falsche Vorstellungen und Träume verzichtet. Und das ist das Problem auch heute. Viele Menschen haben ganz andere Vorstellungen vom Leben, vom Glück als Christus. Darum verstehen sie das Evangelium nicht, wenn sie es hören. Oder anders gesagt: Sie sagen: „Das Christentum ist vom Leben „entfernt“. Subjektiv haben sie recht, weil ihre Vorstellungen vom Leben und vom Glück von denen Christi abweichen. Deshalb verstehen sie ihn nicht, obwohl sie das Evangelium hören.
Damit unsere Ohren hören und unsere Herzen verstehen, wollen wir voller Vertrauen zum Vater beten.
Wir danken dem Herrn für die Botschaft, die wir erhalten haben, und bitten darum, sie im Frieden zu bewahren.
Selig sind, deren Augen sehen und deren Ohren hören, denn sie werden Gott schauen.
Jesus Christus, von dem wir das Samenkorn seines Wortes empfangen haben, sei mit euch.
Mit dem Gleichnis vom Sämann, will Jesus hinzuweisen, auf den Bedarf des Engagement eines Christen für die Gewinnung Gottes Reiches. Der Mensch, der Gottes Reich gewinnen will, muss sich um Gottes Reich heu bemühen.
Jesus hast uns das Wort und den Willen des Vaters offenbart. Herr erbarme dich unser.
Dein Wort will uns retten und neues Leben schenken. Christus, erbarme dich unser.
Du willst uns stärken mit der Kraft deines Geistes. Herr, erbarme dich unser.
Das heutige Gleichnis spricht davon, dass der Sämann den Misserfolg hatte. Mehrheit der Körner geht in die Rapuse /zugrunde/. Der Sämann muss mit solchem Verlust rechnen. Das war kein Ungeschick des Sämanns. Die Praxis der Saat lag darin, dass der Sämann vor sich sätet. Er schreitet durch nicht beackerten Acker. Er warf das Korn auch auf den Weg, weil auch er beackert wird, auch in die Dornen, weil auch den Dornbusch beackert wird. Und kein Wunder, dass die Körner fallen auch auf felsigen Boden, weil felsigen Boden unter der dünnen Ackerkrume bis dann sehen wird, wenn auf ihn die Pflug Schar anstoß. Jesus sagt, dass die Ernte nicht gleich wird, weil der Ackerboden nicht gleich ist. Darum ist auch die Ernte verschieden. Der Sämann soll sich nicht mit der Misserfolg beeinflussen lassen. Er soll mit den Hindernissen rechnen. Diese Hindernisse er weder gering schätzt noch überschätz. Der Sämann soll der Realist sein. Der Erfolg verführt ihn zum Hochmut nicht, der Misserfolg nimm ihm den Mut, die Treue nicht.
Wir haben Gottes Wort empfangen. Damit es in uns zur Frucht reife, wollen wir zum Vater beten.
Das Samenkorn seines Wortes haben wir vom Herrn empfangen und bitten wir ihn, dass es den Frieden wirke in unseren Herzen.
Selig, die reiche Frucht bringen und eingehen in die Ernte des ewigen Reiches.
Jesus Christus, der alle als Brüder und Schwester anerkannt, die an ihn glauben, sei mit euch. Jesus wird zu uns so nähe stehen wie eine Mutter, ein Bruder eine Schwester.
Jesus sagt im heutigen Evangelium: Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Anders gesagt, wenn wir Gottes Willen erfüllen, werden wird seine Brüder, Schwestern. Wir werden mit ihm in der geistlichen Verwandschaft.
Jesus, du kamst, um die Menschen aller Völker zu erlösen. Herr, erbarme dich unser.
Du rettest, die bereit sind, den Willen des Vaters zu tun. Christus, erbarme dich unser.
Die glauben, willst du deine Brüder und Schwestern nennen. Herr erbarme dich unser.
Da sprach einer zu ihm. Siehe, deine Mutter und deine Bruder stehen draußen und wollen mit dir reden. Wollen auch wir mit Jesus sprechen? Wollen wir auch mit Jesus sein? Jesus wünscht das. Jesus erwartet das von uns. Jesus hat uns mit seinem Tod erlöst. Womit werden wir Jesus Brüder und Schwestern? Damit, dass wir Gottes Willen erfüllen. Die Welt kann uns betrügen, begeistern, verführen, aber die Welt gibt uns nicht, was uns Jesus versprach. Weder die Motte noch der Rost, noch der Dieb berauben uns davon nicht, was du und versprach. Jesus enttäuscht uns nicht, er vergisst uns nicht. Warum nicht? Wenn wir ihn lieben, desto mehr liebt er uns. Er hat für uns die Sachen vorbereitet, die wir uns noch nicht vorstellen können. Er will uns bei ihm haben. Was mehr konnte er uns geben?
Da wir Brüder und Schwestern des Herrn sind, dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.
Wir wollen Brüder und Schwestern des Herrn sein. So wird er uns seinen Frieden geben.
Selig, die den Willen des Vaters tun und aufgenommen werden in sein Reich.
Jesus Christus, der sich durch seine Auferstehung selbst bezeugt hat, sei mit euch.
Einige Schriftgelehrte und Pharisäer verlangten von Jesus ein Zeichen. Vielleicht denken wir, dass Jesus ein Zeichen setzen sollte, um zu beweisen, dass er Gottes Sohn ist. Jesus sagte den Schriftgelehrten und Pharisäern, dass sie ein Zeichen erhalten würden. Dieses Zeichen wird seine Kreuzigung und Auferstehung sein. Doch auch diese Zeichen überzeugen die Schriftgelehrten und Pharisäer nicht davon, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
Jesus, du hast Bekehrung und Umkehr gefordert. Herr, erbarme dich unser.
Dein Wort hat uns göttliche Weisheit kundgetan. Christus, erbarme dich unser.
Dein Zeichen war die Auferstehung am dritten Tag. Herr, erbarme dich unser.
Manche Menschen haben den Hang, Wahrsager und Hellseher aufzusuchen, weil sie stark danach haben, die Zukunft zu erfahren. Sie möchten wissen, was ihnen bevorsteht und was die kommenden Tage, Monate oder Jahre bringen könnten. Doch diese Neugier, die oft von tiefen Ängsten oder dem Wunsch nach Kontrolle über das eigene Leben getrieben wird, ist der falsche Ansatz, um die Zukunft zu betrachten. Jesus lehrt uns, was für den Menschen von echtem Nutzen ist und ihm hilft, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen. Von größter Wichtigkeit ist, dass wir im Glauben verankert sind und fest daran glauben, dass Jesus für unsere Sünden gestorben und auferstanden ist. Das Vertrauen auf die Auferstehung Jesu von den Toten gehört zu den bedeutendsten Ereignissen unserer Geschichte und prägt nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft der Menschheit. Der Glaube an die Macht und Göttlichkeit Jesu Christi ist das Wertvollste aller Zeiten und sollte in jedem Herzen verankert sein. Nur Gott allein weiß, was wirklich geschehen wird, und allein Er hat die Macht, zukünftige Dinge zu offenbaren. Gott kann Menschen aufgrund ihrer innigen Liebe zu ihm tiefere Einsichten schenken und Erkenntnis verleihen. Jesus hat uns bereits alles offenbart, was wir für unser Heil und ein gottgefälliges Leben wissen müssen. Es ist unklug, aus purer Neugier die Zukunft zu erforschen, um unsere Wünsche zu befriedigen. Wir sollten uns vielmehr darauf konzentrieren, was Gott uns bereits offenbart hat, und darauf vertrauen, dass er uns auf dem richtigen Weg führt.
Mitten in einer bösen und abtrünnigen Welt wagen wir zum Vater zu beten.
Die sich nicht bekehren, verfallen dem Gericht. Wir wollen jedoch den Herrn um seinen Frieden bitten.
Selig, die Gottes Zeichen erkennen und vor seinem Gericht bestehen können.
Was verursacht, dass etwas gut und etwas böse ist ?
Definition Böses
Das Böse bedeutet, das niedrige Gute vor dem höheren zu bevorzugen. Zum Beispiel. Das Geld zu opfern für das Wohl des Menschen ist richtig und gut, weil das Geld niedriger ist als der Mensch. /Die Rettung des Lebens, Wohltätigkeit/.
Einen Menschen für Geld zu opfern, erscheint uns als Böses, denn der Mensch ist ein höheres Gut als Geld. / Raubzug, Ausbeutung /.
Damit wir feststellen können, welches Gut höheres und welches niedriges ist, muss eine Hierarchie der Werte bestehen.
Rangordnung der Guten:
Transzendenz
Adoration
Sich durchsetzen
Die sozialen Beziehungen
Sicherheit und Stabilität
Das Essen und Trinken
Die Menschen und Beziehungen sind mehr als Geld.
Denn die Wurzel allen Übels ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet. 1. Tim 6,10
Die Beziehungen sind mehr als nur die Sachen.
Zu sein ist mehr als zu haben.
Liebe ist mehr als Selbstsucht.
Gott ist über alles.
Gott ist das höchste Gute.
Gott ist unendlich vollkommen und selig in sich selbst. Gottes Seligkeit liegt darin, was Gott ist. Das Wesen Gottes ist die Liebe. So ist auch das Wesen der Gottesseligkeit die Liebe. Gott lebt in der Gemeinschaft der vollkommenen Liebe der heiligsten Dreifaltigkeit und diese Liebe ist das Wesen seines Lebens. Das Wesen des Himmels ist die Teilnahme an Gottes Leben, die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen. Darum ist es im Himmel unmöglich, ohne wirkliche, tiefe Liebe zu leben.
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte, wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 1Kor 13,1-2
Das Wesen des geistlichen Lebens besteht in der Beziehung der Einheit und der Liebe zu Gott und zu anderen Menschen. Diese Beziehung ähnelt stark der in einer Ehe. Die Analogie zur Ehe hilft uns, die Dynamik der geistlichen Entwicklung besser zu begreifen.
Am Anfang wissen die Eheleute nicht, dass es andere gibt. Oder sie kennen sich aus der Schule von außen. Sie haben aber keine Ahnung – das ist der „Echte“. Dann kommt der Augenblick, in dem sie sich in den Blick fallen und sich verlieben. Sie beginnen, zusammenzugehen, sich zu erkennen und Beziehungen zueinander zu bilden. Bis jetzt lebten sie für sich selbst, für ihre Vorliebe. Aber jetzt rückt immer mehr der Andere mit seinen Wünschen, Einstellungen und Interessen ins Zentrum. Dann kommt der Moment, in dem sie entweder heiraten oder auseinandergehen. Dann kommt die Hochzeit. Bis jetzt gingen sie gemeinsam; jetzt leben sie miteinander. Das gemeinsame Leben „überprüft“ ihre Eigenschaften. Alles taucht auf. Das Ergebnis ist die eheliche Krise und das Streiten. Wenn die Eheleute diese Krise überwinden, haben sie die Chance, in die wirkliche eheliche Liebe einzutreten und die wirkliche eheliche Einheit zu schaffen.
Durch die ähnlichen Etappen kommt auch unsere Beziehung zu Gott zustande. Zuerst kennen wir Gott nicht. Dann lernen wir von Gott in der Schule und in der Kirche. Selbst Gott interessiert uns aber nicht. Eher interessiert uns, was wir von Gott bekommen können und wie Er uns helfen kann. Was Gott von uns verlangt, interessiert uns nicht. Dann kommt der Moment, in dem wir erkennen, dass Gott erstaunlich, herrlich und wunderschön ist. Wir werden zu Christi Fans, wir loben ihn, wir preisen ihn. Aber die Entscheidung, Christus zu folgen, kommt bisher nicht.
Möge Jesus Christus, in dessen Namen alle Völker ihre Hoffnung setzen, mit euch sein.
Die Pharisäer berieten sich untereinander, wie sie Jesus vernichten könnten. Jesus wusste das und ging deshalb von dort weg. Viele folgten ihm und er heilte alle Kranken. Damit erfüllte sich, was der Prophet Jesaja gesagt hat. „Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“
Jesus, du bist der verheißene und von Gott gesandte Erlöser. Herr, erbarme dich unser.
Du bist gekommen, allen Menschen die Botschaft des Vaters zu verkünden. Christus, erbarme dich unser.
Auf dir ruhen die Hoffnungen aller Völker und aller Generationen. Herr, erbarme dich unser.
Alles, was der Prophet Jesaja über den „Dienst Gottes” sagte, können wir auf Jesus beziehen. Die Ähnlichkeit ist riesengroß. Außer Jesus Christus konnte niemand die Person verkörpern, die der Prophet Jesaja „ausmalte”. Wir sehen jedoch, dass die Pharisäer Jesus umbringen wollen. Darum zog sich Jesus zurück. Jesus befahl denjenigen, die er geheilt hatte, zu schweigen. Wir wissen jedoch, dass sie das Gegenteil tun. Darum gerät Jesus in Schwierigkeiten. Es ist merkwürdig, dass ein so wenig beneidenswertes Leben, wie Jesus es führte, für viele der Sinn des Lebens geworden ist. All das strahlt etwas Fröhliches aus. Über Jesus ist geschrieben. Er wird nicht zanken und nicht schreien, das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Gelten diese Worte auch für uns? Wie verhalten wir uns gegenüber unseren Mitmenschen? Es lohnt sich, der Persönlichkeit Jesu Christi zu folgen.
Wir wagen es, voller Vertrauen zu Gott zu beten, der das geknickte Rohr nicht zerbricht.
Der Herr wird nicht zanken oder schreien, wenn wir ihn um seinen Frieden bitten.
Selig sind die, die dem Wort Christi folgen und Heil finden im Reich des Vaters.
Jesus Christus, unser Meister und Lehrer, sei mit euch.
Ein kleiner Junge wurde durch die Fürsprache des Franz von Assisi von einer schweren Krankheit geheilt. Das war die Gnade seines Lebens. Schon in jungen Jahren schloss er sich dem Franziskus an und begeisterte sich für das Armutsideal des neuen Ordens. Während seines Studiums trifft er auf Thomas von Aquin und wird einer seiner bedeutendsten Schüler. Das ist Bonaventura aus dem Franziskanerorden, der Armut und Gelehrsamkeit auf einzigartige Weise verbindet. Er starb im Alter von 56 Jahren als Kardinalbischof von Lyon und war ein Wegbereiter des Konzils im Jahr 1274.
Jesus, du hast uns in dein Reich berufen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns durch deine Botschaft reich gemacht. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns die Herrlichkeit des Vaters verheißen. Herr, erbarme dich unser.
Während Bonaventura in Paris Theologie lehrte, wurde er 1256 in einem Kapitel in Rom zum General seines Ordens gewählt. Als er diese Nachricht vernahm, schmerzte es ihn ungemein. Er warf sich auf die Erde, um den Beistand Gottes zu erflehen, und dann trat er die Reise nach Rom an. Italien erforderte seine Gegenwart umso mehr, weil der Franziskanerorden damals durch innere Spaltungen zerrüttet war. Einige Brüder drangen auf eine unbeugsame Strenge in Bezug auf die Ordensregel, andere wollten eine Milderung derselben. Kaum hatte sich der neue General sehen lassen, als durch seine Ermahnungen, verbunden mit Kraft, Sanftmut und Liebe, die Ruhe wiederhergestellt war.
Auf seiner Rückkehr nach Paris besuchte er alle Klöster seines Ordens, die auf seinem Weg lagen. Er bewies, dass er das Amt des ersten Obern in keiner anderen Absicht angenommen habe, als um das Beispiel der Liebe und Demut umso vollkommener zu geben. Er war sehr mitleidig und man sah in allem, dass er sich als Diener seiner Ordensbrüder betrachtete. Wegen der Vielfältigkeit seiner Geschäfte entzog er sich indes keinen Augenblick den Stunden seiner Andachtsübungen, denn er wusste seine Zeit so gut einzuteilen, dass er alles besorgen konnte. Im Jahr 1260 hielt er in Narbonne ein Generalkapitel ab. In diesem Generalkapitel gab er mit seinen Definitoren den alten Satzungen eine neue Form, vermehrte sie mit einigen ihm notwendig erscheinenden Regeln und fasste das Ganze in zwölf Hauptstücke.
Da Jesus Christus uns den Weg zum Himmel gewiesen hat, dürfen wir in seinem Namen beten.
Nur er ist unser Lehrer und kann uns den Frieden schenken. Wir bitten ihn.
Selig sind, die Gott in dieser Welt dienen und in sein Reich aufgenommen werden.
16. Sonntag C 2016
Martha und Maria
Einführung
Als Abraham drei Gottesmänner empfing, bemühte er sich, sie zu bewirten, damit sie sich bei ihm wohlfühlen konnten. Als diese Gesandten Gottes weggingen, gaben sie Abraham die Zusage, dass seine Frau Sara in einem Jahr einen Sohn gebären werde. Wir sind überzeugt, dass ein Mensch, der Gott gern dient, seinen Segen empfängt. Als Jesus aber zu Martha und Maria auf Besuch kam und Martha ihn aufs Beste bewirtete, bekam sie von ihm kein großes Lob. Ein größeres Lob bekam ihre Schwester Maria, die sich zu Jesus setzte und ihm zuhörte, statt ihn zu bedienen. Die Frage ist nun: Warum lobte Jesus Maria?
Predigt
Im heutigen Evangelium sehen wir, dass Tätigkeiten, die dem Dienst an Gott und den Nächsten dienen, nicht immer Gottes Segen und Lob finden. Um Gottes Segen und geistliche Bereicherung zu erlangen, können wir nicht selbst einen Dienst suchen; das tut Gott für uns. Wir können Gott nicht damit dienen, wenn wir glauben, dass das, was wir tun, gut ist. Wir sehen das an Martha. Von außen betrachtet diente sie Jesus, doch in Wirklichkeit wollte sie damit nur ihre persönliche Sehnsucht stillen. Als sie merkte, dass sie mit der Arbeit überfordert war, ging sie zu Jesus und bat ihn, ihr dabei zu helfen, das zu verwirklichen, was ihrer Ansicht nach richtig war. Sie bat Jesus: „Sag doch meiner Schwester, die mir die ganze Arbeit allein überlässt, dass sie mir helfen soll.” Martha wollte also, dass Jesus ihrer Schwester Maria befiehlt, das zu tun, was sie wollte. Jesus machte Martha jedoch darauf aufmerksam, dass es wichtiger sei, Maria ihm zuhören zu lassen. Sie solle sich um ihre eigenen Dinge kümmern und nicht um ihre Schwester. Vielleicht denken auch wir manchmal, wir müssten uns um vielerlei Dinge kümmern, die nicht unbedingt nötig sind. Und was ist das Ergebnis? Wir beunruhigen uns, wenn wir völlig erschöpft sind. Oft sind es Dinge, die nur uns wichtig sind und die Gott gar nicht will. Wenn wir mehr von Gott hören, haben wir keinen Grund, uns zu beunruhigen.
Brüder und Schwestern, die Falle der übermäßigen Tätigkeit ist sehr gefährlich. Nicht nur verliert der Mensch seine Ruhe und wird besorgt, sondern es ist auch die Falle des Hochmuts. Dann steht der Mensch im Zentrum und denkt, alle müssten sich ihm anpassen. Wichtig ist jedoch, dass wir uns darum kümmern, was Gott von uns will. Jesus sagte daher zu Martha: „Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Jesus hat nur eine Sorge, die Sorge, die Segen bringt. Wenn man nur das tut, was man will, und nicht nach Gottes Willen handelt, bringt das keinen Segen, und der Schutz Gottes fehlt. Es ist nicht notwendig, sich wegen vielerlei Dinge zu beunruhigen. Jesus sagte einmal: „Jeder Tag hat genug eigene Sorgen.“ Macht euch also keine Sorgen um das, was morgen oder übermorgen kommt.“
Maria setzte sich zu Jesu Füßen und hörte ihm zu. Jesus will, dass wir ihm zuhören, nicht umgekehrt. Damit wir ihm aber gut zuhören können, bedarf es von Stille. Wenn die eine Schwester die Tätigkeit und die andere die Kontemplation repräsentiert, sollen wir nicht vergessen, dass die Kontemplation mehr Frucht bringt. Erst durch Stille kann gesegnete Arbeit entstehen. Wenn ich zwar denke, dass ich viel arbeite – denn auch das ist Gebet –, aber keine Zeit für stilles Gebet suche, um auf Gott zu hören, wird keine Ruhe einkehren, sondern eher Unruhe. Selten führt eine Tätigkeit zur Kontemplation, doch durch diese wird der Mensch zu einer Tätigkeit geführt, die Gott gefällt.
Ein Ordensbruder flog von Mexiko nach Washington. Im Flugzeug saß eine Amerikanerin neben ihm, die ununterbrochen redete. Der Ordensbruder konnte kein Wort sagen. Das ist ein Bild dafür, dass wir so mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir Gott überhaupt nicht zu Wort kommen lassen. Dann wird unser Leben niemals zu einem Dialog, sondern nur zu einem Monolog.
Martha sah nicht, wie sehr Maria sehnsüchtig darauf wartete, Jesus zuzuhören. Sie sah nur sich selbst. Manchmal erledigen wir Aufgaben, die eigentlich niemand von uns verlangt. Wir hetzen von Termin zu Termin und treiben sogar andere Menschen an, uns zu helfen. Das Resultat ist, dass wir müde und erschöpft sind.
Möge uns das Beispiel von Martha und Maria zu mehr Ausgeglichenheit führen, besonders dann, wenn wir zu vielen großen Tätigkeiten neigen und kaum noch Zeit finden, auf Gottes Wort zu hören. Dann können wir auch nicht erkennen, was in unserem Leben wirklich wichtig ist. Jesus soll nicht auch zu uns sagen müssen: „Du machst dir viele Sorgen und Mühen, aber nur eines ist notwendig.“!