Jesus Christus, mit dem das Reich zu uns gekommen ist, sei euch.
Im heutigen Evangelium werden wir hören, dass die Juden von Jesus sagten, er habe die Dämonen mit der Hilfe Belzebubs ausgewiesen. Wir wissen nicht, wie die Menschen auf diesen Gedanken gekommen sind. Aber dieser Gedanke hat keine Logik. Der Teufel wird nicht gegen den Teufel kämpfen.
Jesus, du hast Macht, die Teufel auszutreiben. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns von der Macht des Bösen befreit. Christus, erbarme dich unser.
Du kamst, um uns ins Reich des Vaters zu sammeln. Herr, erbarme dich unser.
Heute spricht man vom Teufel mit dem Lächeln. Er wurde zur Figur aus dem Märchen. Es ist ihm gelungen, die Menschen nicht ernst zu nehmen. Die Menschen glauben ihm nicht, und er wirkt ungestört. Der Satan ist keine Erfindung. Das ist die Wirklichkeit. Und die schreckliche Wirklichkeit. Wenn wir die Gleisnerei, die Kraft des Teufels, kennen würden, bemächtigt uns das Entsetzen. Er heißt auch Antichristus. Also jemand, der gegen Christus steht. Der Satan ist überall und herrscht dort, wo die Sünde ist. Aber die Sünde können wir durch die Sünde austreiben. Die Teufel werden nie gegeneinander kämpfen und sich dem Christus anschließen. Doch für seinen Widerstand gegen Christus ist der Teufel dem, was er ist.
Da Gottes Reich zu uns gekommen ist und wir dazu berufen sind,wagen wir, zum Vater zu beten.
Die Macht des Bösen ist groß. Wir werden sie nur überwinden, wenn wir im Frieden Gottes bleiben. Deswegen bitten wir.
Selig, die gewaffnet sind gegen alle Bosheit und das Reich Gottes werden.
Jesus Christus, der keines der Gebote aufheben wollte,sei mit euch.
Jesus sagte im heutigen Evangelium: „Ihr sollt nicht denken, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Jesus ändert die Gesetze nicht. Die weltliche Macht ändert sich oft. Die weltlichen Gesetze sind nicht vollständig. Aber die Gottesgesetze, ja.
Jesus,du hast uns auf das Gebot des Vaters verwiesen. Herr, erbarme dich unser.
Nichts kann in deinen Augen unwichtig sein. Christus, erbarme dich unser.
Du kamst nicht, um zu verdammen, sondern um zu retten. Herr, erbarme dich unser.
Das Gesetz ist der Ausdruck des Willens Gottes. In diesem Sinne kann man das Gesetz nicht auflösen, sondern es verwirklichen. Das Gesetz und die Gebote Gottes beruhen auf dem Gesetz der Liebe. Nach dem Zweiten Vatikanum wurden viele Vorschriften aufgehoben und geändert, um die Liebe in die Praxis zu bringen. Die Traditionalisten haben nicht recht, die Gesetze nach dem Konzil abzulehnen. Erinnern wir uns an Erzbischof Lefebvre. Aber das Recht haben auch die Progressivisten, die im Namen der Freiheit alles ändern wollen; sie wünschen, das Gesetz aufzuheben. In der Kirche hat Jesus Christus recht, den der Papst vertritt. Wenn die kirchliche Obrigkeit etwas anordnet, sollen wir es annehmen und nicht ignorieren.
Zum Vater, der uns sein Gebot gegeben hat, wagen wir, voll Vertrauen zu beten.
Da uns nur die Treue zu seinem Gebot den Weg zum Vater öffnet, wollen wir ihn um Vergebung und Frieden bitten.
Selig, die alle Gebote in Treue befolgen und groß genannt werden im Himmelreich.
„Jesus Christus, der alle unsere Schuld bezahlt hat, sei mit euch.“
Petrus fragte Jesus: „Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, der an mir sündigt? Reicht es, wenn ich ihm siebenmal vergebe? Jemandem zu verzeihen, ist nicht leicht. Jesus weiß das und gibt uns deshalb seine Hilfe. Er ist ein Vorbild dafür, wie wir unseren Feinden verzeihen sollen.
Jesus, du bist bereit, jedem und immer zu vergeben. Herr, erbarme dich unser.
Du vergibst allen, die bereit sind, zu vergeben. Christus, erbarme dich unser.
Du hast am Kreuz deinen Mördern verziehen. Herr, erbarme dich unser.
Wir verurteilen den Mitknecht aus dem heutigen Evangelium und wir loben den König, der entsprechend seinem Recht zur Geltung brachte. Wir haben das Gefühl für Gerechtigkeit. Es ist leicht, über die Gerechtigkeit und die Vergebung zu sprechen, wenn es uns nicht betrifft. Aber ganz anders ist es, wenn wir jemandem, der gegen uns verstoßen hat, vergeben sollen. Es gibt mehrere Leute, die täglich das Gebet „Vaterunser“ beten und dabei die Worte: „vergibt uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben“ sagen, aber diese Leute wissen nicht zu verzeihen. Wir können für die Vergebung nicht zwei Meter haben. Ein für uns, ein ganz anderes für die anderen. Vergessen wir die Worte Jesu nicht. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.
Da Jesus Christus all unsere Schuld bezahlt hat, dürfen wir mit vollem Vertrauen zum Vater beten.
Da keiner von uns ohne Schuld ist, wollen wir beten, damit wir in den Frieden des Herrn aufgenommen werden.
Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit im Jüngsten Gericht erfahren. sind die Barmherzigen, die Barmherzigkeit im Letzten Gericht finden.
Jesus Christus, den man von der Höhe des Berges hinabstürzen wollte, sei mit euch.
Wenn wir das Wort „Prophet” hören, stellen wir uns einen Menschen vor, der Erdbeben und Kriege voraussagt. So verwechseln wir ihn mit einem Politiker oder einem Geologen. Gemäß der Heiligen Schrift ist ein Prophet ein Mensch, der den Willen Gottes kennt und seine Absichten verkündet. ein Mensch, der den Willen Gottes weiß und Gott seine Absichten mitteilt oder kennt.
Jesus, du hattest eine große Liebe zu deiner Heimat. Herr, erbarme dich unser.
In deiner Vaterstadt wurdest du nicht erkannt. Christus, erbarme dich unser.
Du hast den Spott derer ertragen, die du geliebt hast. Herr,erbarme dich unser.
Jesus war ein Prophet – aber nicht nur das. Auch er störte den sündlichen Frieden, indem er auf die Fehler der Menschen hinwies. Selbstverständlich wurde er in gewissen Kreisen unbeliebt. Jesus traf sich mit seinen Landsleuten in Nazaret. Er stammte aus einer armen Familie. Er studierte nicht an der Universität in Jerusalem und bekleidete kein hohes Amt. Jesus war kein Diplomat, er nannte die Dinge beim Namen, und das gefällt vielen Menschen nicht. Mit Jesus konnte es nicht anders enden, als wir es heute gelesen haben. Als Jesus sie an ihren Unglauben erinnerte, regten sich die Menschen in der Synagoge so auf, dass sie Jesus aus der Synagoge und aus der Stadt trieben und ihn in den Abgrund hinabstürzen wollten.; er nannte jede Sache (das Kind/den richtigen Namen), und das gefällt vielen Menschen nicht. Und mit Jesus konnte es nicht anders enden, als wir es heute gelesen haben. Als Jesus sie an ihren Unglauben erinnerte, regten sich die Menschen in der Synagoge so auf, dass sie Jesus aus der Synagoge und aus der Stadt austrieben und ihn in den Abgrund hinabstürzen wollten.
Jesus Christus ging von denen hinweg, die ihn nicht annahmen. In Demut wagen wir, zum Vater zu beten.
Damit wir die Stunde der Gnade nicht versäumen und Gottes Frieden finden, wollen wir den Herrn bitten.
Selig, die Gottesbotschaft annehmen und in sein Reich aufgenommen werden.
Möge Gott, unser Vater, der uns entgegenkommt, wenn wir umkehren, mit euch sein.
Im heutigen Gleichnis sehen wir uns selbst als den jüngeren Sohn, der sich dem himmlischen Vater annähert. Der jüngere Sohn, das sind wir, wenn wir aus Schwäche böse sind. Der ältere Sohn veranschaulicht uns, wenn wir aus böser Absicht übel sind. Und der Vater aus dem Gleichnis stellt den himmlischen Vater dar, der den beiden Söhnen wohlwollend gegenübersteht.
Jesus, du beabsichtigst, uns zur Liebe des Vaters heimzuführen. Herr, erbarme dich unser.
Deine Freude ist es, wenn wir zurückkehren. Christus, erbarme dich unser.
Du hörst nicht auf, uns Neues mitzuteilen. Herr, erbarme dich unser.
Es passiert, dass uns die Güte des Vaters verdrießt. Es fällt uns schwer, seine Regelungen einzuhalten. Wir meinen, dass es besser wäre, irgendwo anders zu leben, wo mehr Freiheit und Glück herrschen, und dass der Abgang vom Elternhaus dem Traumbild des Glücks entspricht. Wenn wir schon weg sind und nicht erlauben, zu hören, fühlen wir uns glücklich. Aber nur kurz. Dann kommt die Not, die innerliche Leerheit. Das Glück der Sünde ist kurz, ihre Folgen hingegen sehr, sehr unangenehm. Und es ist noch gut mit den Menschen, die den Weg nach Hause nicht vergaßen, die den Mut haben, zu sagen: „Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen. Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Und der Vater hält nicht vor, tadelt nicht, sondern umarmt mit Liebe.
Da wir in dieser Welt Sünder sind, wagen wir, in Christi Namen zu Vater zu beten.
Wenn wir zum Vater umkehren, werden wir Vergebung und Frieden finden. So bitten wir.
Selig, die umkehren zum Vater und aus seiner Güte das Leben wiedergewinnen.
Gott, der Herr, der seinen Sohn zu unserer Bekehrung gesandt hat, sei mit euch.
Heute hören wir das Gleichnis von den bösen Winzern. Als Jesus sein Gleichnis beendet hatte, merkten die Hohepriester und die Pharisäer, dass er von ihnen sprach. Wie sie reagierten. Haben sie anerkannt, dass Jesus die Wahrheit hatte. Nein, sie hätten ihn gern verhaften lassen, aber sie fürchten sich vor den Leuten,weil alle ihn für einen Propheten hielten.
Jesus, du kamst,die Menschen zum Vater heimzuholen, Herr, erbarme dich unser.
Du selbst bist der Eckstein deines Reiches. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns zu Miterben deines Reiches gemacht. Herr, erbarme dich unser.
Jesus trug dieses Gleichnis in der letzten Woche seiner öffentlichen Wirksamkeit. Wahrscheinlich am Dienstag. Jesus ist in Jerusalem angekommen, obwohl er wusste, was dort auf ihn wartete. Der Hohrat und die einflussreichen Menschen der Hauptstadt haben schon längst beschlossen, Jesus zu liquidieren. Jesus machte sie durch dieses Gleichnis auf die unabsehbaren Folgen ihrer Absicht aufmerksam. Jesus fordert, dringt, beschwört seine Feinde, damit sie sich fassen. Er spielt die Rolle des Gesandten und des Sohnes des himmlischen Gutsbesitzers . Jesus identifizierte sich mit diesem Gleichnis. Jesus wusste, dass seine Tage gezählt waren.
Da unser Leben auf dem Eckstein Jesus Christus aufgebaut ist, dürfen wir mit vollem Vertrauen zum Vater beten.
Damit unser Leben Früchte bringt für Gottes Ernte, wollen wir voll Vertrauen um seinen Frieden bitten.
Selig, die Frucht für das ewige Leben und in die Ernte des Vaters bringen und eintreten.
Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Nur zwei Wege führen in den Himmel: der Weg der Schuldlosigkeit und der Weg der Buße. Das Problem liegt aber darin, dass viele Leute fest davon überzeugt sind, keine Sünde zu haben, und deshalb brauchen sie keine Buße. In Wirklichkeit hat aber jeder Mensch Sünden, auch wenn er noch so fromm ist. Wer sagt, dass er keine Sünde habe, der lügt sich einfach selbst an.
Predigt
Manche Menschen halten die vielen Katastrophen für eine Strafe Gottes. Ähnlich war das auch im Alten Testament. Warum wurden Sodom und Gomorrha vernichtet? Die Menschen dort führten ein zügelloses und lasterhaftes Leben. Warum kam die Sintflut? Dort war das Problem ähnlich: Die Leute sündigten. Diese Strafen Gottes sind eine Mahnung für die Menschen. Die Menschen werden ganz dringend aufgefordert, ihr Leben zu ändern. Jede Sünde betrifft nicht nur einzelne Menschen, sondern hat auch soziale Auswirkungen. Viele Menschen sagen: „Ich mache nichts Schlechtes!“ Das stimmt durchaus. Aber dann fragen diese Menschen weiter: “ Warum leiden so viele unschuldige Menschen?“ Die Antwort ist einfach. Wir unternehmen nichts, damit das Böse nicht wirken kann. Mehrere Leute wehren sich und sagen: „Ich kann nichts dagegen machen!“ Der Mensch kann immer etwas machen. Wenn schon nichts anderes, dann wenigstens protestieren und nicht schweigen, wenn man sieht, dass irgendwo etwas Übles getan wird. Wenn ich mich gegen die Sünde in mir aber auch in der Welt nicht wehre, dann muss ich die Folgen der Sünde ertragen. Der Mensch muss den Mut haben, seine Stimme gegen das Böse zu erheben. Das ist äußerst wichtig.
Ungefähr vor einem Jahr wurde in einem Krankenhaus in der Slowakei ein Diebstahl geplant, der knapp vor der Ausführung erfolgte. Zwei Angestellte hörten davon, hatten den Mut, darauf aufmerksam zu machen, und riskierten dabei sogar, entlassen zu werden. Es ist aber nicht genug, nur auf die Sünden anderer aufmerksam zu machen. Das ist zwar notwendig. Man muss auch Buße für die eigenen Sünden tun. Was versteht man unter Buße? Buße ist nicht nur das Bekenntnis seiner Sünden in der Beichte, sondern vor allem die Entscheidung, sein Leben zu ändern.
Alle Menschen suchen nach Glück, manche jedoch auf einem Weg, der nicht dem Willen Gottes entspricht, also auf einem sündhaften Weg. Sie suchen also das Glück in unrichtiger Weise. Vielleicht hat ihnen niemand einen anderen Weg gezeigt, ein Werk, das zum wirklichen Glück führt. Das wirkliche Glück besteht keineswegs nur in materiellen Dingen.
Die Kirche fordert uns auf, wenigstens einmal im Jahr zur Beichte zu gehen. Viele Menschen machen das nicht. Und wenn wir fragen: „Warum nicht?“ Dann könnte man die Antwort vielleicht so formulieren: “ Es fällt ihnen schwer, ihr Leben zu ändern.“ Vielleicht plagen sie ab und zu Gewissensbisse, aber sie ändern ihr Leben trotzdem nicht. Sie haben viele Entschuldigungen zur Hand, wie etwa: „Heute ist das ganz normal. Heute machen das alle Menschen so.“ Die Einstellungen anderer Menschen beeinflussen sehr stark. Es ist notwendig, zu wissen, dass man für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Einmal werden wir alle vor Gott stehen und uns für alle unsere Taten und Worte verantworten müssen. Wir sollten manchmal daran denken. Hier muss ich auch erwähnen, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sagen: „Gott ist die Liebe und er liebt die Menschen ohne Bedingungen, auch dann, wenn der Mensch sündigt.“ Weiters meinen sie: „Die Kirche sagt von niemandem, dass er in der Hölle sei.“ Aber Jesus sprach oft von der Hölle und sehr klar. Zum Beispiel sagte er über Judas: „Für diesen Menschen wäre es besser, wenn er nicht geboren worden wäre.“ Menschen, die sehr betonen , dass Gott die Liebe ist, sollten nicht vergessen, dass Gott auch gerecht ist. Und Gerechtigkeit bedeutet, dass er unsere guten Taten belohnen und unsere bösen Taten bestrafen wird.
Was aber bedeutet: „Gott barmherzig ist“? Das bedeutet, dass Gott uns die Möglichkeit gibt, unsere Sünden zu bereuen und Buße zu tun. Vergeben kann Gott uns nur dann, wenn wir unsere Sünden wirklich bereuen. In den Wallfahrtsorten Lourdes, La Salette, Fatima und Medjugorje fordert die Gottesmutter Maria die Menschen nachdrücklich zur Buße auf. Gott will uns retten. Das kann er nur dann, wenn wir Buße tun.
Gott, der Herr, der uns sein rettendes Wort durch die Propheten verkündet hat, sei mit euch.
Heute ist der Gedenktag der heiligen Walburga von Heidenheim. Als Bonifatius durch das deutsche Land zog, waren in seiner Begleitung drei Frauen. Eine dieser Frauen war Walburga,die als Äbtissin das Kloster Heidenheim zu einem Zentrum hochstehender Bildung machte. Dieses Kloster unterstützte die Mission in Deutschland.
Jesus, du hast die Hilfe frommer Frauen angenommen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast deine Jünger über alles belehrt. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns das Leben einer neuen Welt verheißen, Herr, erbarme dich unser.
Wir versuchen, mithilfe politischer und sozialer Systeme eine Gesellschaft zu schaffen, in der Gleichheit herrscht und es keine erheblichen Unterschiede zwischen Armen und Reichen gibt. Diese Gesellschaft ist es aber noch nicht gelungen, zu schaffen. Auch heute ist der Unterschied zwischen den Armen und den Reichen riesengroß. Christus stellt uns einen Reichen und den Bettler Lazarus in zwei gegensätzlichen Lagen vor. Zuerst die Wohlhabenden im irdischen Paradies und dann der arme Lazarus in der irdischen Hölle. Dann den Reichen in der ewigen Hölle und den armen Lazarus im Schoß Abrahams. Das Evangelium erwähnt nicht,dass der Reiche in die Hölle geriet wegen einer Unsittlichkeit, eines Diebstahls oder eines Mordes. Er ist dort geraten, einfach deshalb, weil er wusste, dass er neben den Armen reich sein konnte. Nach Christus können wir nicht „schmausen“ prassen, wenn jemand neben uns vor Hunger stirbt.
Damit wir nicht vom Reichtum der Erde verführt werden, wagen wir, zum Vater zu beten.
Damit unser Leben im Frieden, den wir bei Gott finden, vollendet wird, wollen wir beten.
Selig, die das Wort der Propheten hören und hingelangen zur Auferstehung des Lebens
Jesus Christus, der uns liebt, wie ihn der Vater liebt, sei mit euch.
Heute haben wir das Fest des Apostels Matthias. Er war einer der Jünger Jesu. Nach der Himmelfahrt ersetzte er den Verräter Judas. Über seine Wahl sagt die Apostelgeschichte: Nach der Tradition wirkte er in Judäa und Äthiopien, wo er den Märtyrertod fand.
Jesus, aus Liebe hast du dein Leben hingegeben. Herr, erbarme dich unser.
Deine Apostel hast du Freunde genannt. Christus , erbarme dich unser.
Du hast sie gesandt, um bleibende Frucht zu bringen. Herr. Erbarme dich unser.
Mit den Worten des Evangeliums fordert uns Jesus auf, ihn so zu lieben, wie er den Vater liebte. Es ist sicher, dass Jesus nicht an die Intensität der Liebe denkt. Nie werden wir fähig sein, so zu lieben wie Christus. Wenn Jesus sich vor uns als unser Vorbild stellt, will er uns lehren, mit wahrer Liebe zu lieben. Wenn wir jemanden mögen, suchen wir nach der Art, wie wir ihm das kundtun. Bemühen wir uns, festzustellen, was ihm Freude macht. Wir wollen seine Wünsche und seinen Willen erfüllen, uns ihm anpassen. Jesus liebte so seinen Vater. Und er erfüllte seinen Willen mit solchem Geschmack, als würden wir nach der Speise greifen, wenn wir hungrig wären. Jesus sagte: „Meine Speise ist, den Willen dessen zu erfüllen, der mich gesandt hat.
Da Jesus Christus uns für sein Reich erwählt hat, dürfen wir in seinem Namen zum Vater beten.
Vollkommene Freude kann uns zuteil werden, wenn wir im Frieden des Herrn leben. Wir wollen ihn bitten.
Selig, die wie Christus den Willen des Vaters tun und Erben seines Reiches sein werden.
Jesus Christus, der uns aus dieser Welt erwählt hat, sei mit euch.
Heute gedenken wir des heiligen Polykarp von Smyrna, der ein Schüler der Apostel war, insbesondere des Apostels Johannes. Johannes ernannte ihn zum Bischof von Smirna. Im Jahr 155 reiste er gemeinsam mit Papst Anicet nach Rom, um über die einheitliche Feier des Ostersonntags zu verhandeln. Polykarp starb als Märtyrer, indem er verbrannt wurde.
Jesus, du bist vor keiner Drohung zurückgewichen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast den Tod der Sühne für uns angenommen. Christus,erbarme dich unser.
Du bist verherrlicht in deiner Auferstehung. Herr, erbarme dich unser.
Jesus kritisierte die Pharisäer im heutigen Evangelium. Warum gab es Feindschaft zwischen ihm und den Pharisäern? Sie hatten zwar eine strikte Auffassung von Gottes Gesetz, beachteten jedoch nur den Buchstaben und ignorierten oft, was Liebe und Mitgefühl erforderten. Zum Beispiel ließen sie die gebückte Frau und den Mann mit der gelähmten Hand leiden, nur um den Ruhetag, den Samstag, einzuhalten.
Ein weiterer Fehler der Pharisäer war, dass sie als Gesetzeslehrer nur theoretisch redeten. Sie lebten das Gesetz nicht in ihrem Alltag, was zu einem großen Abstand zwischen ihren Worten und Taten führte. Wenn sie manchmal das Gesetz befolgten, geschah dies häufig, um ihren inneren Widerspruch zu verbergen, statt ihn zu lösen.
Gott hält an uns fest, wenn wir an ihm festsitzen. So dürfen wir voller Vertrauen zum Vater beten.
Hass und Streit sind Teil der Welt. Frieden kann uns nur der Herr geben. Ihn bitten wir.
Selig, die gegen alle Bosheit standhalten und mit Christus in sein Reich eingehen werden.
Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, der dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches gegeben hat, sei mit euch.
Heute haben wir das Fest der Kathedra Petri. Dieses Fest wurde in Rom bereits im 4. Jahrhundert gefeiert. An diesem Fest erinnern wir uns an die große Würde, die Christus dem Petrus gegeben hat, für die Erhaltung des Glaubens und der Einheit des Gottesvolkes.
Jesus, du bist der Sohn des lebendigen Herrn, erbarme dich unser.
Du hast dem Petrus die Schlüssel des Reiches anvertraut. Christus, erbarme dich unser.
Du hast deine Kirche auf festem Fels gebaut, Herr, erbarme dich unser.
Viele Menschen sagen, dass Christus nur eine mythische Gestalt ist, die im 4 Jahrhundert ein Mönch ausgedacht hat. Manche Leute lassen zu, dass Christus wirklich lebte, aber sie sagen, Jesus sei ein naiver Schwärmer gewesen. Die einen sehen in Christus einen erfolgreichen Revolutionär, die anderen sagen, er sei ein Prophet gewesen. Alle sagen von Christus, nur als von einem Menschen. Christus fragt die Apostel. Für wen halten die Menschen den Menschensohn? Warum fragt Jesus. Er wusste hervorragend, wie Petrus antworten würde, was die anderen Apostel anging. Aber er will, das Bekenntnis der Apostel, aber auch unser Bekenntnis hören. Darum bekennen wir jeden Sonntag bei der heiligen Messe unseren Glauben. Christus interessiert sich mehr für unsere Worte und unser Leben. Wie bekennen wir mit unserem Leben, mit unseren Einstellungen Christus? Gibt es keinen Widerspruch zwischen dem, was wir bekennen mit unseren Worten, und unseren Taten und unseren Gedanken?
Da Gott uns gegen alle Mächte des Todes beistehen will, dürfen wir es wagen, zum Vater zu beten.
Die Mächte der Unterwelt werden uns nicht überwältigen, wenn wir im Frieden des Herrn leben. Ihn bitten wir.
Selig,die auf Erden von aller Schuld gelöst sind und in das Reich des Himmels eingehen.
Ungefähr eine Viertelstunde nordwestlich von Jerusalem erhebt sich ein Berg mit drei Spitzen, dessen höchste mit 2566 Metern zu Buche schlägt. Dieses Werk heißt „Ölberg“, so genannt, weil es vor Zeiten mit Ölbäumen dicht besetzt war. Zwischen dem Ölberge und Jerusalem befindet sich ein Tal, durch das der Bach Cebron fließt, der jedoch nur Regenwasser hat. Jenseits dieses Baches am westlichen Abhang des Ölberges war ehedem ein einsamer Meierhof, Getsemani genannt, mit daranstoßendem Garten. In diesem Garten eröffnet Jesus den Schauplatz seines Leidens. In einem Garten, nämlich im Paradiese, hatten unsere Stammeltern gesündigt und über sich und das ganze Menschengeschlecht Fluch und Verderben gebracht: In einem Garten wollte Jesus sein letztes Leiden beginnen, um das Werk unserer Erlösung zu vollenden.
Es war bereits Nacht. Jesus hatte sein Gebet im Speisesaal zu Jerusalem vollendet. Da erhob er sich und ging mit seinen Jüngern über den Bach Cebron nach Getsemani. Dann sprach er zu den Jüngern. Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete. Math. 26,36. Nur drei von ihnen, Petrus,Jakobus und Johannes, nahm er mit sich in den Garten: Sie, die Zeugen seiner Verklärung auf dem Berge gewesen, sollten auch Zeugen seines tiefsten Seelenleidens sein. Als er einige Schritte im Garten vorwärts gegangen war, überfielen ihn Traurigkeit, Angst, Schreck und Entsetzen. Er begann zu zittern und sprach zu den Jüngern. Meine Seele ist bis in den Tod betrübt. Bleibt hier und wacht. Und er entfernte sich von ihnen, etwa einen Steinwurf weit, fiel auf seine Knie nieder und betete, dass , wenn es möglich wäre, der Kelch des Leidens von ihm genommen werden möchte. Abba, Vater, sprach er , dir ist alles möglich , nimm diesen Kelch weg von mir, doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Nachdem er also gebetet hatte,stand er auf , um nach seinen Jüngern zu sehen. Sie aber schliefen. Voller Wehmut sprach er. Simon, schläfst du? Nicht eine Stunde konntest du wachen? Wer schildert die Größe des Seelenleidens, das unser Heiland im Ölgarten ausgestanden hat? Sein ganzes Leben war voller Bedrängnisse und Leiden, aber nie öffnete nie den Mund, um seinen Schmerz zu klagen. Jetzt im Ölgarten ist es ihm nicht mehr möglich, sein inneres Leiden geheim zu halten. Was war die Ursache des Seelenleidens Jesu? Vor allem die klare Erkenntnis seines bevorstehenden Leidens und Sterbens. Da er als Gott allwissend war, stellten sich ihm alle Misshandlungen und Schmerzen, die er von seiner Gefangennahme an bis zu seinem Tode am Kreuze zu erdulden hatte. Er sah die unmenschliche Geißelung, die Krönung mit Dörnen, die Beschimpfung und Verspottung, die Kreuzigung. Bei diesem Anblick entsetzte sich seine menschliche Natur und wurde von Angst und Schrecken so ergriffen, dass er zitterte und an seinem Leibe blutiger Schweiß hervorbrach. Es wäre freilich in seiner Macht gestanden , diese Todesangst,wie früher so auch jetzt, fernzuhalten: Denn er litt sie wie der heilige Augustin bemerkt, nicht weil er musste, sondern weil er wollte. Er nahm sie aber freiwillig auf sich, um für unsere Sünden genugzutun, uns das Sterben zu erleichtern und von den Schrecken des ewigen Todes zu erlösen. O wie dankbar müssen wir Jesu für diesen Beweis seiner Liebe sein.
Eine andere Ursache des Seelenleidens Jesu war die Sünde der Menschen. Es sah die Myriaden von Sünden, die seit der Erschaffung der Welt begangen worden sind und bis zum Ende der Welt noch begangen werden. Welch ein Schreckensbild für ihn. Hatten schon manche Heilige solchen Abscheu vor der Sünde , dass sie ohnmächtig wurden, wenn sie nur von einer schlechten Tat hörten. Wie müsste sich Jesus, der Heiligste, entsetzen, da ihm die Sünden der ganzen Welt vor die Augen traten. Jesus litt endlich im Ölgarten so große Betrübnis , weil er voraussah , dass sein Leiden und Sterben an der Mehrzahl der Menschen verloren gingen. Wenn er sich hätte sagen können: Ich muss zwar leiden und sterben, leide unsägliche Qualen, sterbe den schrecklichen Tod, aber ich rette alle Menschen,mache alle selig. Mit diesem Gedanken konnte er sich nicht trösten, denn er sah , dass ungeachtet seines Leidens und Sterbens der größte Teil der Menschen der ewigen Verdammnis anheimfällt. Er musste sich sagen. Ich leide so sehr und vergesse meinen letzten Blutstropfen, und doch kann er nur wenige retten. Ach, möchte niemand unter uns sein wegen dessen, was Jesus betrübte. Niemand an dem sein Leiden und Sterben fruchtlos ist.
Erwägen wir noch einige Augenblicke, wie sich Jesus in seinem Leiden verhalten hat. Sobald das Leiden herannahte, nahm er seine Zuflucht zum Gebet. Jesus hatte dreimal gebetet. Ein Engel, vom himmlischen Vater gesandt, hatte ihn gestärkt; er war nun entschlossen, den Leidenskelch zu trinken und sich für die Sünden der Welt zu opfern. Er traf zu seinen Jüngern , die wieder in Schlaf gesunken waren, und sprach zu ihnen. Schlaft nun und ruht. Mit diesen Worten, als ob Jesus sagen wollte : Wie könnt ihr jetzt schlafen, da ich meinen Feinden überliefert werde. Siehe, sprach er , die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder überliefert wird. Während Jesus noch redete , erschien Judas . Eine große Schar von Soldaten und Dienern der Hohenpriester und Volksältesten , mit Laternen und Fackeln (es war finstere Nacht) , mit Schwertern, Prügeln und Spießen , folgte ihm. Diese verwilderten Menschen hatten sich um Jesus niemals bekümmert, weshalb sie ihn auch von Person nicht kannten. Judas hatte daher mit ihnen ein Zeichen verabredet und gesagt. Den ich küssen werde, der ist es, den ergreift, damit er euch nicht Judas trat nun rasch zu Jesus hin und sprach. Meister, sei gegrüßt. So missbrauchte das Zeichen der zärtlichen Liebe und Freundschaft zum Verrat. Jesus sprach zum Verräter : Freund, wozu bist du gekommen? Mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn? Welche Liebe? Jesus nennt den Verräter noch Freund; er stösst den Schändlichen nicht von sich. Er macht ihn noch auf sein entsetzliches Verbrechen aufmerksam,um ihn zur Reue zu bewegen und vom Verderben zu retten. Aber der Bösewicht rührt keine Liebe mehr; er verschließt der letzten Gnade sein Herz. Darum ist auch sein Untergang . Jesus, der alles wusste, was über ihn kommen sollte, trat den Bewaffneten entgegen und sprach zu ihnen. Wen sucht ihr? Sie antworteten. Jesus von Nazaret. Und er sprach zu ihnen. Ich bin es. Auf dieses Ich bin es. wichen sie zurück und stürzten sie wie vom Blitz getroffen zu Boden. Als sie sich von ihrer Betäubung erholt hatten, fragten sie Jesus abermals. Wen sucht ihr? Auf ihre wiederholte Antwort. Jesus von Nazareth“, entgegnete er. Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich also sucht, so lasst diese die Jünger gehen. Bewundert hier die Sorgfalt Jesu für seine . Es war zu fürchten, dass sie, wenn sie mit ihm wären, gefangen genommen worden wären und wegen ihres noch schwachen Glaubens ihn verleugnet . Jesus gestattete nicht, dass ihnen das Geringste widerfährt. Die bewaffnete Rotte legte nun Hand an Jesus, um ihn gefangen zu nehmen. Da die Jünger dies sahen, fragten sie ihn. Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen? Petrus, voll des brennenden Eifers, wartete die Antwort Jesu nicht ab. Er zog sein Schwert , schlug den Knechten des Knechtes und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes war Malchus. Die Jünger, namentlich Petrus, legen hier ein schönes Zeugnis ihrer Liebe zu Jesus ab . Aber ihr Eifer widersprach der Absicht Gottes, der wollte, dass Jesus leide und sterbe. Darum wehrte sich Jesus, indem er sprach: Hört auf damit. Zu Petrus aber sagte. Stecke dein Schwert in seinen Ort, denn alle, die das Schwert ergreifen , werden durch das Schwert umkommen. Er wollte sagen. Alle, die jemanden mit dem Schwerte verletzen,ohne dazu ermächtigt zu sein, verdienen, dass ihnen dasselbe widerfährt, und ihnen ist Gleiches mit Gleichem vergolten . So lehrt Jesus, dass wir lieber Unrecht leiden als Unrecht tun und uns selbst gegen unsere ärgsten Beleidiger sanftmütig verhalten sollen. Oder sprach er weiter: „Soll ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, nicht trinken? Joh. 18,12 Mit diesen Worten deutet Jesus an, welches große Verlangen er habe, den Kelch des Leidens,den ihm sein himmlischer Vater reicht, anzunehmen und ihn bis auf die Hefe zu leeren. Er betrachtet gleichsam jeden als seinen Feind, der ihn daran hindern will, für das Heil der Menschen zu leiden und zu sterben. Oder meinte er, setzte er noch hinzu, dass ich meinen Vater nicht bitten könnte? Er würde mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel zu Hilfe schicken. Wie würde aber dann die Schrift erfüllt werden , dass es so geschehen müsse? Der Sinn dieser Worte ist. Es wäre mir leicht, mein Leben zu retten. Aber das kann und will ich nicht. Ich will vielmehr leiden und sterben , damit ich die Weissagungen der Propheten erfüllen. Und er rührte das Ohr des Malchus an und heilte ihn. So tat Jesus selbst seinen Feinden Gutes und hörte bis zum letzten Augenblick seines Lebens nicht auf , den Menschen Wohltaten zu spenden. Inzwischen waren einige von den Hohepriestern, Tempelhauptleuten und Ältesten in den Ölgarten gekommen, denn die Begierde, Jesus in ihre Gewalt zu bekommen, ließ sie nicht warten, bis er zu ihnen geführt wurde. Zu ihnen sprach Jesus. Wie zu einem Mörder seid ihr mit Schwert und Prügeln ausgezogen. Täglich war ich bei euch im Tempel, und ihr habt die Hände nicht gegen mich ausgestreckt, aber das ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Lk 22,52-53. Ich war bisher, wollte Jesus sagen, fast immer um euch, und ihr habt mich nicht ergriffen, weil die Zeit meines Leidens noch nicht gekommen war, aber jetzt ist diese Zeit da. Jetzt hat der Teufel die Macht, euch als Werkzeuge für meine Kreuzigung zu benutzen. Wie hier die schändliche Tat der Gefangennahme Jesu bei dunkler Nacht vollbracht wurde, so gebrauchten von jeher schlechte Menschen, als Diebe, Räuber, Meuchelmörder und Unzüchtige, die Dunkelheit zur Verübung ihrer bösen Taten. Mit Recht nennt man daher Sünden und Laster Werke der Finsternis. Wer Böses tut, hasst das Licht. Joh 3,20.
Als die Jünger ihren göttlichen Meister in den Händen der Feinde sahen,ergriffen sie alle die Flucht. Wie wahr redet ein heidnischer Dichter: „So lange du glücklich bist, wirst du viele Freunde zählen, wenn aber deine Zeiten trüben, wirst du allein sein. Auf Menschen können wir uns nicht viel verlassen. Oft kehren uns selbst solche, die es wirklich gut mit uns meinen, aus Schwäche und Menschenfurcht den Rücken und überlassen uns unserem Schicksal.
Jesus Christus, der uns zur Vollkommenheit des Vaters ruft, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium sagte Jesus von der Liebe zu Feinden. Diese Lehre war für die Juden etwas ganz neues. Wir aber sagen müssen, dass die Juden sich nie dazu heranarbeiteten, dass sie sich diese Auftrag von Jesus aneignen. Aber auch viele Christen nicht.
Jesus, deine Botschaft ist das Gebot der Liebe. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns berufen, Brüder untereinander zu sein. Christus, erbarme dich dich unser.
Mose schrieb: Du sollst deinen Nächsten lieben. Er aber schrieb nicht von der Liebe zu Feinden. Später die Schriftgelehrter gaben dazu zu: Und hassen deinen Feinde. Wer nach diesem Gebot lebt, lebt auf der Ebene der Tiere. Wenn Christus sagt : Liebt eure Feinden, dachte er nicht: Es ist genug, wenn streit euch nicht, wenn ihr aufeinander nicht böse seid. Nein, Jesus sagte. Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen.Segnet die, die euch verfluchen, betet für die, die euch misshandeln. Gott hasst die Sünde sicher mehr als wir, und trotzdem er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn wir diesen Auftrag von Jesus erfüllen sollen, müssen wir unsere Einstellung zu unseren Feinden ändern.
Der Vater hat uns unter seine Söhne aufgenommen. Zu ihm dürfen wir voll Vertrauen beten.
Hass und Unfrieden sind die Zeichen der Welt. Unser Auftrag sind und Frieden.Deshalb bitten wir.
Selig, die lieben, wie Gott liebt, und hingelangen in sein ewiges Reich
Jesus Christus, der Versöhnung fordert, damit wir Vergebung finden, sei mit euch.
Jesus, sagte im heutigen Evangelium: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Die Frage ist. Wie war die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer? Nach außen sehr hoch. Christus will uns sagen, dass es um unsere innerlichen Einstellungen, um unsere Absichten, mit denen wir unsere Taten tun, geht.
Jesus, du bist gekommen, um uns den Frieden zu bringen, Herr , erbarme dich unser.
Du wirst wiederkommen, um alle Menschen zu richten. Christus, erbarme dich unser.
Du richtest die Bosheit des Herzens und der Gedanken. Herr, erbarme dich unser.
Jeder von uns stellt sich unter dem Begriff „Gerechtigkeit“ etwas anderes vor. Darum sagen wir. Mein Recht, dein Recht, unser Recht. Uns die Christen sollte aber interessieren , was von der Gerechtigkeit Christus denkt. Jesus sagte. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist. Du sollst nicht töten. Wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch. Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt , soll dem Gericht verfallen sein. Im Keim ist der Zorn wenig intensiv. In dieser Phase ist der Zorn mit dem Gefühl der Beleidigung, des Unrechts verbunden. In dieser Phase ist es nicht schwierig, den Zorn zu bewältigen. Wenn der Mensch in sich den Zorn „nähren“ beginnt, beginnt der Zorn, zu wachsen, einzuwurzeln und schließlich eine verheerende Frucht zu bringen. Allein der Mensch leidet innerlich, der Zorn zehrt ihn ab, tötet in ihm Frieden und Freude, Diese innere Spannung wird auch nach außen hin geäußert. Mit einem Wort. Gott verlangt vom neutestamentlichen Menschen mehr als vom alttestamentlichen.
Wir sind auf dem Weg zum Gericht. Im Vertrauen auf Gottes Güte wagen wir zu beten.
Damit wir nicht dem Gericht verfallen, wollen wir um Versöhnung und Frieden bitten.
Selig, die im Gericht Frieden finden und in das Himmelreich aufgenommen werden.
Unsere Gewohnheiten zu ändern, ist schwierig. Ich denke, dass sie mir da zustimmen werden. Wir ziehen nicht um, wenn es uns gut geht. Ganz anders ist es, wenn ein Krieg ausbricht oder eine Katastrophe eintritt. In der ersten Lesung werden wir von Abraham hören. Er zog aus seiner Heimat weg – nicht wegen eines Krieges, nicht wegen einer Katastrophe –, sondern weil Gott zu ihm sagte: „Zieh weg, aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.“
Predigt
Abram, der später den Namen Abraham bekam, hörte die Stimme Gottes und machte sich als 75-Jähriger auf den Weg. Er wusste nicht, wohin sein Weg führte. Er wusste nur, dass Gott ihn gerufen hat. Seine Zeitgenossen haben wahrscheinlich gedacht, Abraham sei jetzt irrsinnig geworden. Abraham ging aber trotzdem. Er war zwar alt, aber in seinem Geist noch jung, und er war bereit, auf die Stimme Gottes zu hören und ihr zu folgen. So ist Abraham für uns zu einem großen Beispiel geworden. Als Abraham Gottes Stimme hörte, wusste er das zwar nicht zu begründen, aber er ging trotzdem dorthin, wohin ihn Gott gerufen hat. Erst später erkannte er, warum ihn Gott berufen hat und wohin. Das ist eine notwendige Wahrheit, die auch wir uns aneignen sollen. Oft geschieht es, dass etwas Unvorhergesehenes eintritt. Wir stellen uns die Frage: Was will Gott uns damit sagen? Was hat er mit uns vor? Erst viel später, erkennen wir den Grund. Abraham erkannte später das Land, in das ihn Gott eingeladen hatte.
Gott ruft den Menschen, aber er ist kein Gewalttäter. Er will, dass der Mensch in Freiheit auf seinen Ruf antwortet. Für uns Menschen ist es aber oft schwierig, auf den Ruf zu antworten, weil wir nicht den Willen Gottes erfüllen wollen, sondern unseren eigenen. Damit wir Gottes Stimme hören, müssen wir in uns einen Raum der Stille schaffen. Ist unser Gespräch mit Gott ein Dialog oder ein Monolog? Ist unser Gebet nicht nur Herunterplappern eines Textes, den wir schon lange auswendig kennen? Wir sprechen, aber wir hören nicht, was Gott zu uns sagt. Wenn etwas passiert, sagen wir manchmal: Das war ein Zufall. Wenn jemand so sagt, dann registriert er noch nicht, dass Gott in seinem Leben wirkt. Nichts ist zufällig. Alles, was geschieht, geschieht mit Gottes Willen. Wenn wir uns dieser Wirklichkeit bewusst werden, wird sie für uns zur Quelle des Heils.
Jesus nahm drei seiner Jünger mit auf den Berg Tabor. Die Jünger wussten, dass sie auf den Berg Tabor gingen, aber keiner von ihnen wusste, warum. Sie wussten, dass Jesus gern Berge besuchte, um dort zu beten. Aber dass dort Jesus in seiner Herrlichkeit erscheint, zusammen mit Mose und Elia, davon haben sie nicht einmal geträumt. Die Verklärung des Herrn hatte einen großen Einfluss auf seine Jünger.
Eine Sage erzählt von Gänsen, die auf einem Bauernhof grasten. Alle Gänse waren wohlgenährt, denn sie hatten genug zu fressen und ausreichend Wasser. Sie fühlten sich dort sehr wohl. Plötzlich flog über sie ein Schwarm wilder Gänse. Die Gänse auf der Erde begannen zu schreien: „Wohin fließt ihr, liebe Schwestern?“ Die wilden Gänse antworteten: „In wärmere Länder.“ Als die Gänse auf der Erde sahen, wie leicht es den wilden Gänsen fiel, in wärmere Länder zu fliegen, da versuchten sie auch, zu fliegen. Aber sie waren gemästet, sie hatten behäbige Flügel. Sie konnten nicht fliegen. Da riefen sie den wilden Gänsen nach: „Fliegt nur, Schwestern! Uns geht es hier gut.“ Die wilden Gänse flogen in wärmere Länder. Die Gänse am Bauernhof endeten in der Bratpfanne.
Wir sind diesen Gänsen ähnlich. Wir fragen uns: „Wie kann man sein Leben mit Gott gestalten?“ Sich für dieses Leben mit Gott zu entscheiden, ist sehr schwierig. Es geht uns gut, so wie wir leben. Und das ist ein Fehler. Jesus lädt uns ein, uns zu verwandeln, uns zu ändern. Es ist erstaunlich von Abraham, dass er sich als 75-Jähriger vor einer Veränderung nicht fürchtet. Viele ältere Leute sagen: „Ich bin schon alt. Ich ändere mich nicht mehr. Es ist schon zu spät.“ Ist das richtig? Jeder Mensch kann sich ändern. Auch ein älterer Mensch kann sich ändern. Nur der Mensch muss bereit sein, sich zu ändern. Damit wir uns ändern, brauchen wir die geistliche Kraft – und diese geistliche Kraft bekommen wir im Gebet. Wenn wir uns ändern, verherrlichen wir Gott und helfen unseren Nächsten.
Gott, unser Vater, der allen Gutes gibt, die ihn in Demut bitten, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium mahnt uns Jesus auf, damit wir voll Vertrauen bei Gott darum bitten, was wir brauchen. Warum sollen wir Gott um seine Gabe voller Vertrauen bitten? Darum, weil Gott unser Vater ist, der uns liebt. Er hat die Absicht, uns mit seinen Gaben zu beschenken, nur müssen wir um diese bitten.
Jesus, dir sind keine menschlichen Nöte und Sorgen verborgen. Herr, erbarme dich unser.
Du allein bist unser Mittler beim Vater, Christus, erbarme dich unser.
Du gibst denen, die selbst zu geben bereit sind. Herr, erbarme dich unser.
Wer bitten kann, kann im Leben vieles. Beim Bitten sollten wir uns nicht schämen. Auch die Kinder sollen wir lehren, zu bitten. Wenn wir von Gott etwas bitten, tun wir das im Gebet, das wir das Bittgebet nennen. Jesus sagt zu uns. Bittet und es wird euch gegeben. Wir sollen um die guten Sachen bitten. Unsere Fähigkeit, das Gute und das Böse zu erkennen, ist nicht absolut. Oft bitten wir Gott um etwas, und wir sind überzeugt, dass das für uns gut ist, aber in Wirklichkeit, ist das für uns kein Gut. Gott hilft uns deshalb mit seinem Gesetz, mit seiner Lehre. Er hat vor, uns nicht zu beschränken, sondern nur zu führen, damit wir das Leben erreichen. Bitten wir nicht nur um das irdische Wohl, das schnell vergeht. Bitten wir um das Gute, das auf ewig bleibt.
Wir wissen, dass der Vater Gutes denen tut , die ihn bitten. So wagen wir zu beten.
Zu dem, der alle unsere Bitten erhören will, bitten wir um den Frieden.
Selig, die anklopfen und eingehen dürfen durch das Tor des ewigen Lebens.
Todesfälle sind für uns trostlos. Wo sollen wir angesichts von Tatsachen,die wir nicht ändern können, Trost finden? Wo ist eine Antwort auf unser Leid, die trägt? Wir sind voller Schmerz und regelmäßig ohne Trost. In solchen Situationen bietet uns der Apostel, einander zu trösten. Wir sollen einander zum Trost sein. Aber wie können wir dies? Unser Wissen über das Leben gibt uns keinen Trost im Sterben. Die gesamte Wissenschaft unserer Zeit vermag uns keinen Trost zu geben. Sie berührt nicht Lebensfragen. Sie lässt uns trostlos. Unser Glaube an Jesus Christus ist eine Antwort auf unsere Lebensfragen. Sie ist damit auch eine Antwort auf den Tod. Wir geben die Antwort durch unsere inneren Einstellungen, unsere seelischen Dispositionen und unser Leben. Wir müssen davon sprechen , was uns bewegt. Wir sagen darin nicht mehr, als wir selber glauben. Wir glauben, dass Jesus gestorben ist und auferstanden ist. Wir halten dies nicht bloß für wahr. Wir sind von diesem Ereignis betroffen. Dieses Ereignis verändert und trägt unser Leben mit sich. Es ist in unserem Leben wirksam. Jesus hat sein Leid in Herrlichkeit verwandelt. Mit seinem Sterben begann etwas Neues. Er verwandelt auch unser Leid, unseren Tod. Diese Verwandlung zum Neuen geschieht nicht anders als durch Leid, nicht anders als durch den Tod. So ist der Tod für uns ein Geheimnis. Er ist ein Geheimnis Gottes. Wir werden auf Gott gestoßen und begegnen Gott. Wir werden auf die Wahrheit unseres Lebens gestoßen und sagen vielleicht staunend: „Christus lebt. Und auch wir werden leben. Dieses Staunen enthält im Ansatz sogar so etwas wie Freude. Die trotz der leidvollen Situation. Es ist eine verhaltene und unbeholfene Freude darüber, dass Jesus lebt und dass unser Tod besiegt ist. Wir sehen dieses Ereignis zwar noch nicht durch. Aber wir haben die Freiheit, unser Leben darauf zu bauen, die Freiheit zu glauben.
Wir werden alle Zeit beim Herrn sein. So sagt uns der Apostel Paulus. Wir werden am Leben und an der Verherrlichung Jesu teilnehmen. Diese Gewissheit ist der Horizont unseres Lebens. Diese Hoffnung ist die Sinnwelt unseres ganzen Lebens. Stammelnd versuchen wir, den Tod in diese Sinnwelt einzuordnen. Allein in dieser Sinnwelt hat der Tod einen Platz und einen Sinn. Wir versuchen zu sehen,warum wir leben. Wer ein Warum hat zu leben, erträgt fast jedes Wie, sagt I. Bachmann. Er erträgt auch den Tod. So stehen wir schweigend in dieser Situation des Todes. Schweigend und hörend. Diese Situation könnte für uns ein Anruf Gottes sein. Und wir haben in uns die Bitte: Der Verstorbene möge an das Ziel seines Lebens gelangt sein. Er möge Vollendung und Frieden gefunden haben. Er möge an diesem neuen Leben Jesu teilnehmen, das auch uns bereitet wird. Wir haben es schwer, einander mit Worten zu trösten. Was tröstet, ist gelebter Glaube.
Jesus Christus, der uns zur Bekehrung und Umkehr aufruft, sei mit euch.
Heute ist der Gedenktag der sieben Gründer des Servitenordens. Sieben Männer trafen 1233 als Eremiten auf dem Montesenario bei Florenz zusammen und gründeten den Orden der Diener Mariens. Sie wirkten als Professoren an Universitäten, förderten die Künste und halfen den Armen. Unseren Aktionen fehlt oft die Innerlichkeit, die aus dem Glauben kommt. Wir wollen Gott um Vergebung bitten.
Jesus, du kamst, um uns zur Umkehr zu rufen: Herr,erbarme dich unser.
Deine Auferstehung, hat uns neues Leben verheißen: Christus,erbarme dich unser.
Du erfüllst mit Gnade, die sich bekehren:Herr, erbarme dich unser.
Christus lobte seine Zeitgenossen nicht. Vielleicht würde er uns auch nicht loben. Johannes würde heute den Satz wiederholen, den er geschrieben hat. Totus mundus maligno positus. Die ganze Welt ist im Bösen. Die gegenwärtigen „Propheten“ machen auf die Sünde der heutigen Welt aufmerksam, aber es scheint , dass ihre Aufrufe und Vorwürfe keine Aufmerksamkeit hervorrufen. Es gibt viele Christen, die mit der Situation in der Welt unzufrieden sind, und sie warten auf den Eingriff ,,von oben“. Sie sagen. Gott muss endlich eingreifen. Es muss etwas passieren. Diese Menschen warten umsonst. Gott hat schon eingegriffen. Er sandte seinen Sohn Jesus Christus, der uns nachdrücklich zur Buße auffordert. Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr umkommen. Oder wir warten, dass etwas passieren wird. Wenn, die Bekehrung so kommen soll, muss zuerst in uns Bekehrung geschehen. Wir müssen uns verwandeln. Damit die Einwohner von Ninive richtig begriffen, sandte ihnen Gott den Propheten Jona. Und sie begriffen. Sie hüllten sich in ein Bußgewand und setzten sich in die Asche, sie fasteten, damit sie der Vernichtung entgingen. Zu uns sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus. Seinen Aufruf zur Buße haben wir noch nicht angenommen. Und keine anderen Zeichen, Aufrufe warten auf uns. Jona hatte Erfolg. Obwohl es ging nur um die Rettung der irdischen Dinge. Hat Jesus Erfolg, wenn er uns zur Buße auffordert? Und bemühen wir uns realistisch und rechtschaffend zu antworten?
Damit wir Vergebung finden und im Gericht bestehen können, wagen wir, zum Vater zu beten.
Das Zeichen des Jona ist ein Symbol der Versöhnung und des Friedens. Um diesen Frieden bitten wir.
Selig, die sich bekehren und Gnade vor Gott finden, in der Stunde des Gerichtes.
Jesus Christus, der uns die Vergebung des Vaters zugesagt hat,sei mit euch.
Jesus spricht im heutigen Evangelium vom Gebet. Er lehrte seine Apostel, aber auch uns, das Gebet „Vaterunser“. Das Gebet „Vaterunser“ ist das Vorbild dafür, wie wir richtig beten.
Jesus, du hast oft und viel zum Vater gebetet, Herr,erbarme dich unser.
Du willst unser Mittler beim Vater sein. Christus, erbarme dich unser.
Du schenkst Erbarmen den Barmherzigen, Herr, erbarme dich unser.
Wir sollen beten, weil es Gott befohlen hat. Was heißt überhaupt beten? Geist und Herz zu Gott erheben, sich mit Gott unterreden. Dabei können wir auch mit dem Munde Gebetswörter aussprechen. Das gehört aber nicht unbedingt zum Beten. Notwendig gehört dazu nur, dass wir mit dem Herzen bei Gott sind, d. h. mit unseren Gedanken, unserem Vertrauen, unserer Liebe. Wenigstens müssen wir den Willen haben, an Gott zu denken, ihn zu verehren, ihn zu lieben. Wir sollen beten, um Gott zu bitten, ihn zu loben, ihm zu danken.
Damit uns alle Verfehlungen vergeben werden, wagen wir, zum Vater zu beten.
Das Reich Gottes, um das wir beten sollen , wird ein Reich des Friedens . Um sein Friedensreich bitten wir.
Selig die, die gerettet werden vor dem Bösen und aufgenommen werden in das Reich des Vaters
Jesus Christus, der alle Menschen richten wird, sei mit euch.
Jesus, du wirst zum Gericht über alle Menschen kommen, Herr, erbarme dich unser.
Du wirst dich im Gericht zu erkennen geben, Christus, erbarme dich unser.
Du wirst aufnehmen, die dir gedient haben, Herr, erbarme dich unser.
Das heutige Evangelium berichtet vom Weltgericht. Wir kennen auch die Benennung ,,das Jüngste Gericht“. Es ist richtig, sich dessen bewusst zu werden, dass wir einmal von Jesus gerichtet werden und uns zu diesem Gericht während seines Lebens vorbereiten.
Es gibt Theologen, die der Ansicht sind, dass die Verstorbenen, da sie in die Gotteswelt gelangen, wo die Zeit anders verläuft als wir sie kennen, augenblicklich vor das Weltgericht treten. Bei Gott gibt es nur „Jetzt“. Das bedeutet: Sie „genießen“ schon jetzt das Heil. Aber aus unserer Sicht ist das die Zukunft. Daraus folgt: Jeder, der stirbt, wird gleich gerichtet werden und gleich erlöst oder verdammt, und am Ende der Welt wird ,, die Bestätigung“ dieses Gerichtes. Aus dem Blick Gottes und der Ewigkeit ist ein und dasselbe Gericht.
Damit wir denen zugezählt werden, die das Reich in Besitz nehmen, wollen wir mit vollem Vertrauen zum Vater beten.
Wer mit den Armen teilt, findet im Gericht, und deshalb bitten wir den Herrn.
Selig, die vom Vater gesegnet sind und das ewige Leben empfangen werden.
Die Kirchenväter geben allerlei Ursachen an, warum Jesus ein so strenges und langanhaltendes Fasten halten wollte. Ich will euch nur einige dieser Ursachen nennen, weil es zu weitläufig wäre, sie alle nacheinander aufzulisten.
Warum also wollte Jesus fasten? Als eine der ersten Ursachen führen die Schriftgelehrten diese an. Jesus fastete, um sich auf sein heiligstes Predigt- und Erlöseramt vorzubereiten. Gleichwie der heilige Johannes sich auf sein heiliges Amt als Vorläufer Jesu Christi dadurch vorbereitete, dass er in die Wüste ging, und sich von Heuschrecken und Waldhonig nährte, so nahm auch der Sohn Gottes die Pflicht eines heiligen Fastens auf sich und widmete sich so mit Gottheit und Menschheit dem großen Werke, wozu Gott der Vater ihn in die Welt In der Wüste nun lebte Jesus, abgesehen von der Welt und ihren Geräuschen, fern von allem sinnlichen Genuss, fern von allen Lockungen der Sinnlichkeit, und beschäftigte sich unaufhörlich mit seinem himmlischen Vater. Der heilige Markus schildert uns diese Einsamkeit mit wenigen Worten. /Mark 1,13/ Er war bei den Tieren und die Engel dienten ihm. So musste sich also der Sohn Gottes selbst vorbereiten, um uns zu zeigen, wie man ein gewaltiges, gottgefälliges Werk anfangen müsse.
Eine zweite Ursache, warum Jesus fasten wollte, gibt uns der heilige Basilius an, indem er sagt. Der heilige Basilius erklärt Folgendes. Jesus forderte durch sein Fasten den Satan, den Feind des menschlichen Geschlechtes, zum Kampf heraus. Er besiegte ihn und gab uns gleichzeitig die Mittel an die Hand, mit denen wir ihn ebenfalls überwinden können. Kaum war die Zeit des Fastens vorüber, so näherte sich ihm der Versucher. Ihr habt im Evangelium gehört, wie der Heiland vom Satan versucht wurde und ihm ständig zu schaden getan hat.
Die dritte Ursache des Fastens Jesu ist nach den Schriftgelehrten: Er wollte durch sein Fasten die Nachlässigkeit der ersten Menschen abbüßen. Das älteste Fastengebot hat Gott schon dem ersten Menschen im Paradiese gegeben. Er lautete Gen 2,16–17: „Von allen Bäumen im Paradies darfst du essen, aber nur von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen darfst du nicht essen; du wirst des Todes sterben. Dieses leichte Fastengebot nahm bloß die Früchte eines Baumes vom Genusse aus, und dennoch wurde es übertreten. Und ihr wisst, wie sehr diese Sünde dem ganzen Menschengeschlecht geschadet hat. Deshalb musste Jesus fasten, um gleichsam schon in diesem Fasten dem himmlischen Geschlechte abzuhelfen, um gleichsam schon in diesem Fasten dem himmlischen Vater eine Genugtuung für die Sünde der ersten Menschen anzubieten.
Die vierte Ursache dieses Fastens ist nach dem heiligen Chrysostomus uns zu zeigen , wie das Fasten unseren Geist wie auf Flügeln zu Gott erhebt. Denn je weniger der Leib mit der Last der Speisen und Getränke beschwert wird , desto leichter erhebt er sich zu Gott . Deswegen können Unmäßige, Trunkenbolde, Fresser und Säufer zu fast gar keinem guten Gedanken gelangen, da die körperliche Last ihren Geist zu Boden drückt. Mäßige und enthaltsame Menschen erhalten sich jedoch leichter in der Andacht.
Als eine fünfte Ursache des Fastens geben die Schriftgelehrten an, dass uns Jesus lehrte, wir würden für die Entbehrung körperlicher Genüsse und Freuden reichlich von ihm durch innere Erleuchtungen und durch Freuden des Geistes entschädigt werden, so dass uns am Ende die zeitlichen Dinge gleichgültig und zuwider werden. Man erzählt von einem heiligen Abt namens Johannes, dass er während des Fastens so erhabene Betrachtungen angestellt und so große Freude dabei empfunden habe, dass er das Essen oft lange Zeit vergaß und gar nicht mehr entsinnen konnte, ob er am vorigen Tage gegessen habe oder nicht. So sehr belohnt Gott die leiblichen Entbehrungen mit geistlichen Freunden. Denken wir erst dabei, welche heilige Freude die Seele unseres göttlichen Erlösers während seiner vierzigtägigen Fasten empfunden haben muss.
Endlich fügt der heilige Ignatius als sechste Ursache der Fasten Jesus bei: dass er mit seinem Beispiel die nachfolgende Einsetzung der vierzig tätigen Fasten gleichsam anfing und heiligte. Denn unsere Fastenzeit ist von den Aposteln schon gehalten und so bis heute in unserer heiligen Kirche beobachtet worden. Es ist also gerade so , als ob uns Jesus aus der Wüste rief. Ihr lauen Christen. Ihr wollt wenig oder gar nichts vom Fasten wissen. Seht mich an, wie ich euretwegen vierzig Tage und vierzig Nächte in strengster Enthaltung von allem Genusse zubring Erkennt daraus , dass auch ihr vom Fasten nicht ausgenommen seid.
Jesus Christus, der gekommen ist, uns zur Umkehr zu rufen, sei mit euch.
Das heutige Evangelium spricht von der Berufung Levis, eines Zöllners. Die Zöllner wurden für die offenen Sünder gehalten. Warum berief Jesus Levi? Weil Jesus in die Zukunft sah. Er sah, was für eine Änderung mit Levi geschehen würde. Und er irrte sich nicht.
Jesus, du kamst, um die Sünder vor dem Verderben zu retten. Herr,erbarme dich unser.
Du hast uns den Weg der guten Tat gewiesen. Christus, erbarme dich unser.
Du hast mit Sündern und Zöllnern zu Tisch gesessen.
Levi saß bei Tor, kassierte die Mautgebühr und traf sich mit den gehässigen und verächtlichen Blicken. Einmal ging Jesus an ihm vorbei. Auch er schaute ihn an. Aber anders, als die anderen. Und er zahlte die Gebühr nicht. Im Gegenteil: Er verlangte die Mautgebühr, wollte das Geld aber nicht. Er wollte selbst Levi. Und Jesus sagte zu ihm. Folge mir nach. Und Levi stand auf und folgte Jesus. Er verließ eine lukrative Stelle und machte sich auf den Weg zu einem unvorhersehbaren Abenteuer. Auch wir sind die Sünder. Auch zu uns sagt Jesus. Folge mir nach. Wie werden wir antworten. Viele reden sich aus. Sie sind nicht würdig, krank zu sein, und das ist inakzeptabel. Das wirkliche Hindernis besteht darin, unsere einträgliche, angenehme und bequeme Mautgebühr zu verlassen. Levi machte eine glückliche Verwechslung. Machen wir diese Verwechslung auch?
Jesus Christus hat uns zu Tisch geladen. In seinem Namen wagen wir, zum Vater zu beten.
In der Umkehr zu Gott werden wir den Frieden finden, wenn wir beten.
Selig, die Jesus Christus, dem Arzt der Sünder, begegnen und das ewige Leben finden.