Archiv für den Monat: März 2015
Dienstag -Der Karwoche Joh 13,21-38
Jesus Christus,verraten wurde von einem seiner Jünger, sei mit euch
Jesus sagte vor seinen Apostel, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Das musste für die Apostel ein Schock sein. Judas musste wissen, dass Jesus um seinen gemeinten Verrat weißt. Sind wir uns dessen bewusst, dass Jesus von unseren beabsichtigten Sünden weißt ?
Du hast den Verrat, das Leiden und den Tod vorausgesagt, Herr erbarme dich unser
Du hast den Tod die Verherrlichung genannt, Christus, erbarme dich unser
Du hast uns in die Nachfolge deines Kreuzes gerufen, Herr erbarme dich unser
Der Evangelist Johannes erklärt Judas Handlung mit dem Satz: Fuhr in ihm der Satan. Das bedeutet, dass die Judas Liebe zu Jesus ganz und gar verflogen. Aber noch vorher, als in ihm der Satan betritt. Sonst konnte der böse Geist in ihn betreten. Der Verlust der Liebe zu Gott ist keine einmalige Angelegenheit. Das ist ein Prozess. Aber hier taucht eine Frage auch. Wie es möglich ist, dass die andere Apostel, nahmen Judas Änderung nicht wahr. Warum sie gingen nicht nach ihm, wenn Judas weggegangen ist. Warum ließen sie ihn allein. Weh dem Menschen, der mit seinen Problemen allein bleibt.
Jesus wurde verherrlicht, weil er sein Leben für uns dahingab. In seinem Namen dürfen wir zum Vater beten.
Jesus Christus, den der Vater verherrlicht hat, hat der Welt den Frieden geschenkt hat. Um diesen Frieden bitten wir
Selig, die in dieser Welt bei Christus sind und ihm folgen dürfen zum Vater.
Jesus vor Pilatus.
Wenn ein vornehmer und würdevoller Mensch, der ein hohes Amt bekleidet, von seinen Mitmenschen verachtet, verspottet, geschlagen und schmählich misshandelt wird, ist das eine schreiende Ungerechtigkeit. Wenn aber selbst Gott, der Schöpfer, Erhalter und Ernährer der Menschen, die er ewig beglücken will, so grausam misshandelt wird, wie soll man eine solche Untat dann bezeichnen? So wurde Jesus, der Sohn Gottes, von Kajaphas behandelt.
Dem Herrn schmerzte aber noch mehr als all diese Misshandlungen, dass er auch von einem seiner Jünger verleugnet wurde, nämlich von Petrus. Petrus und Johannes waren doch voll inniger Liebe ihrem misshandelten und leidenden Jesus noch bis in den Vorhof des Gerichtshauses des Hannas und Kajaphas nachgefolgt. In diesem Vorhof hatten die Soldaten und andere neugierige Leute ein Feuer gemacht, um sich zu wärmen, während Jesus von Hannas und Kajaphas verhört und misshandelt wurde. Auch Petrus, ganz erstarrt von Kummer und Kälte, drängte sich zum Feuer, um sich zu wärmen. Und hätte er gewusst, was ihn hier erwarten würde, wäre er niemals dorthin gegangen. Er wurde nämlich von den Umherstehenden erkannt und gefragt, ob er nicht auch einer von jenen Menschen sei, die dem Galiläer nachfolgen. Petrus verleugnete Jesus und das nicht nur einmal, hier vor dem Feuer, sondern später noch ein zweites und ein drittes Mal. Er sagte, dass er nichts von diesem Menschen wüsste und ihn nicht kenne.
Nachdem Jesus diese schrecklichen Misshandlungen ertragen musste, wurde er aus dem Gerichtshaus herausgebracht und in ein Verlies gebracht, wo er die Nacht verbringen sollte. Dabei wandte sich Jesus um und sah Petrus traurig und mitleidig an. Da erinnerte sich Petrus an die Worte, die Jesus einige Zeit zuvor zu ihm gesagt hatte: „Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Petrus hatte also einen schweren Fehler gemacht, aber er bereute diese Verleugnung, tat Buße und weinte sogar bitterlich über dieses Vergehen. Er hatte die Warnung des Herrn ganz vergessen, zu sehr auf seine eigenen Kräfte vertraut und darum war er gefallen. Er war schließlich so ohnmächtig, dass er die Worte Jesu ganz vergaß. Jesus hatte ja auch einmal gesagt: „Betet und wacht, damit ihr nicht in Versuchung fallt.“
Nachdem Jesus Petrus so mitleidig angeschaut hatte und ihn dadurch zur Erkenntnis und Reue über seinen Fehltritt bewegt hatte, wurde er fortgeführt und in ein enges Verlies gebracht, in dem er den übrigen Teil der Nacht unter ständigen Verspottungen und Misshandlungen verbringen musste.
Nach Tagesanbruch führte man ihn zu neuen Richtern, nämlich zu Pilatus und Herodes. Auch dahin wollen wir Jesus begleiten. Obwohl Pilatus ein Heide war, benahm er sich gegenüber Jesus viel menschlicher als die Juden. Als er den Herrn so schrecklich misshandelt und entstellt sah, wurde er mit Unwillen gegen die Juden erfüllt. Sie hatten ihn schon in aller Frühe sagen lassen, er möge sich bereithalten. Sie würden ihm Jesus von Nazareth, der schuldig sei und zum Tode verurteilt werden solle, überliefern. Er fragte die Hohenpriester: „Was für eine Schuld habt ihr denn gegen diesen Menschen vorzubringen?“ Sie erwiderten: „Wenn er kein Verbrecher wäre, so würden wir ihn dir nicht überliefern.“ Hierauf wurden falsche Beschuldigungen vorgebracht, wie: Er bringe das Volk in Aufruhr, er verbreite überall neue, unerhörte Lehren, er lässt sich den Gesalbten Gottes, den verheißenen Messias, den König der Juden nennen.
Auf die letzte Anklage hin ging Pilatus einige Stufen hinunter zu Jesus und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete: „Ich bin zwar ein König, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt, denn wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden meine Diener wohl für mich gekämpft haben, dass ich nicht den Juden überliefert werde. Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“
Ja, Jesus ist in Wahrheit ein König, und zwar der König der Herrlichkeit. Als Jesus dem Pilatus geantwortet hatte, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei, fragte Pilatus weiter: „Also bist du doch ein König?“ Und Jesus antwortete: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Wer aus der Wahrheit ist, der hört auf meine Stimme.“ Da sagte Pilatus: „Was ist Wahrheit?Wie antworten nun Menschen auf diese Frage? Vielleicht meinen sie, dass Wahrheit alles sinnlich Angenehme sei, alles, was irdischen Vorteil bringt. Aber da irren sie sich. Das ist nicht die Wahrheit, die Jesus meint. Solche Wahrheiten sind oft vergebliche Wege. Nur bei Jesus und der Heiligen Kirche ist Wahrheit. Lasst uns daher niemals anderswo die Wahrheit suchen als bei Jesus und seiner Kirche!
Pilatus hatte nach den bisherigen Anklagen keine Schuld an Jesus festgestellt, die sein Todesurteil hätte rechtfertigen können. Er hatte gehört, dass er aus Galiläa sei und sie dort nur eine Gelegenheit suchten, um Jesus loszuwerden. Daher wurde Jesus, der ja ein Galiläer war, also ein Untertan des Herodes, nun zu diesem geführt, der König von Galiläa war. Er solle die Schuld feststellen, die Jesus vorgehalten wurde.
Palmsonntag, B Mk 14,1–15.
Palmsonntag 2015: Plus und Minus
Als Jesus feierlich in Jerusalem einzog, ahnte niemand, dass er am Karfreitag sterben würde. Heute werden wir die Leidensgeschichte Jesu, seine Passion, hören. Die Passion zeigt, dass Jesus Misserfolg und Verurteilung erleben musste. Alles, was Jesus tat, tat er im Vertrauen auf seinen Vater. Sein Vater weiß alles und hat die Kontrolle. Die Bosheit der Welt hatte nicht das letzte Wort. Jesus starb mit den Worten: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“ Das Leben Jesu war weder das eines Schiffbrüchigen noch das eines Verzweifelten. Gott kann jeden Menschen, der nur Misserfolg sieht, auf den Beginn eines neuen Lebens vorbereiten.
Die Leidensgeschichte Jesu ist für uns eine Einladung, unseren alltäglichen, pessimistischen Blick zu ändern und alles aus Gottes Perspektive zu sehen. Das ist eine gewaltige Bereicherung. Was für uns ein Minus bedeutet, können wir mit den Augen Gottes als Plus erkennen. Gott hat schon in unsere aktuelle Situation den Anfang eines neuen Lebens hineingelegt. Mit anderen Worten: Betrachten wir unser Leben mit den Augen Gottes!
Ostergottesdienst für Schüler – kurze Predigt.
Vor ein paar Jahren wurde im Fernsehen ein Dokumentarfilm über das Ende des Zweiten Weltkriegs gezeigt. Ein militärischer Reporter filmte die Befreiung eines Konzentrationslagers. Es ist schwer vorzustellen, wie groß die Freude und Erleichterung der armen Sträflinge gewesen sein müssen. Die Befreiung bedeutete für sie die Hoffnung auf ein würdiges Leben, in dem sie nicht mehr gequält werden. Wir feiern einen anderen Sieg: die Auferstehung Jesu Christi. Dieser Sieg gibt uns die Hoffnung, dass auch wir auferstehen werden. Wenn wir die Auferstehung Christi feiern, bekennen wir, dass er wirklich von den Toten auferstanden ist. Dann werden wir uns bemühen, oft in die Kirche zu gehen, Jesus zu lieben und uns so auf unsere eigene Auferstehung vorzubereiten. Ostern kann man unterschiedlich feiern. Wir können fröhlich sein, leckeres Essen genießen und wunderbare Musik hören, aber all das können wir auch ohne Christus tun. Wir werden zwar Ostern feiern, aber die Auferstehung Christi wird uns nicht berühren.
Ein Autofahrer brachte das Holz zum Bahnhof. Es war bittere Kälte. Er legte das Holz aus und ging dann in ein Wirtshaus, um heißen Tee zu trinken. Er war ein guter Christ. Jeden Sonntag besuchte er die Kirche. Manchmal auch unter der Woche. Einer der Männer, die dort waren, sagte zu ihm: „Du solltest weniger in die Kirche gehen und öfter unter uns sein.“ Der Autofahrer antwortete ihm: „Wenn du stirbst und vom Tod auferstehst, werde ich sehr oft hier sein.“ Auch die Männer im Wirtshaus waren Christen. Sie feierten jedoch das Osterfest ohne Christus. Und das ist nicht richtig. Christus hat nicht für sich selbst gesiegt, sondern für uns, damit wir das ewige Leben erhalten.
Verkündigung des Herrn (Lk 1,26–38).
Verkündigung des Herrn 2015 – der Gruß und Verwandlung
Einleitung
Der Engel Gabriel besuchte Maria und sagte zu ihr: „Fürchte dich nicht, denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lk 1,30–31).
Wir fragen aber: Wie ist es möglich, dass eine Frau einen Sohn gebären wird, wenn wir wissen, dass Kinderkriegen von der Potenz des Mannes und der Frau abhängt? Wie können wir das alles wissen? Hat Maria diese Information manchem Apostel weitergegeben?
Predigt.
Die Evangelien wurden nicht wie Marias Lebenslauf geschrieben. Sie entstanden nach dem Tod Christi, als die Urkirche die Geschichte von Jesu Leben, seiner Wirkung und seinem messianischen Werk erzählte. Es ist nachvollziehbar, dass sich die Kirche für den Ursprung Jesu interessierte. Es war notwendig, zu erklären, dass Jesus eine göttliche Herkunft hat und über menschliche Fähigkeiten hinausgeht. Jeder Mensch hat seinen Anfang. Aber Jesus begann nicht, der Sohn zu sein, bis er in Bethlehem geboren wurde, weil sein Dasein mit dem Vater in der Dreieinigkeit von Ewigkeit her bestand. Wie sollte die Kirche die Wahrheit erklären, dass der Ursprung von Jesu Leben auf der Erde unterschiedlich ist von unserem? Der Evangelist Lukas vermerkte diese Geschichte nicht als Denkaufgabe für unser Denken, sondern als Ereignis, über das wir staunen sollen. Maria empfing Gottes Angebot, das sie erhob, verwandelte und vervollkommnete. Mit den Aufgaben gibt Gott auch Gnaden. Wenn wir auf Gottes Angebot zustimmend antworten, versuchen wir, seinen Frieden und Segen zu erlangen. Die Fleischwerdung Jesu muss nicht nur die Angelegenheit Mariens sein; Christus kann symbolisch in jedem von uns verkörpert sein. Wir können Jesus in unseren Herzen tragen, an unserem Arbeitsplatz, in unserer Familie, überall dort, wo wir hingehen. Es genügt, wenn wir Jesus in uns aufnehmen und nach seinen Lehren leben. Ein kluges Märchen erzählt von unserer Sendung.
von unserem unterschiedlich ist zunächst gelb und anschließend vertrocknet. Auch die kümmerlichen Sträucher und Buschbäume sind ausgetrocknet. Vom Himmel fiel kein Tropfen. Tausende kleine und große Tiere sind zugrunde gegangen. Selbst die alten und starken Bäume mit tiefen Wurzeln verloren ihre Blätter. Nur ein kleines Blümchen lebte noch, weil es von einem bescheidenen Sprudelwasser bewässert wurde. Doch auch das Sprudelwasser verzweifelte. „Ich habe immer weniger Wasser und kann nichts dagegen tun.“ Ein gewaltiger Baum in der Nähe hörte seinen Jammer und sagte zum Sprudelwasser: „Niemand erwartet von dir, dass du das Leben der ganzen Wüste spendest. Deine Aufgabe ist es, dieses Blümchen am Leben zu erhalten. Nichts mehr. Auch wir müssen nicht die Erlöser der ganzen Welt sein. Es ist genug, wenn wir Christus in uns tragen und uns bemühen, diejenigen zu lieben, mit denen wir zusammenleben. Das verlangt von uns, Gottes Willen immer mit einem „Ja“ zu bejahren.
Joh 8,21–30.
Jesus Christus, der uns vor dem ewigen Tod retten will, sei mit euch
Jesus sagte den Juden, dass sie in ihren Sünden sterben würden, was für sie unvorstellbar war, da sie zum auserwählten Volk gehörten. Heutzutage denken viele Menschen, dass Gott unendlich liebevoll ist und jeden retten möchte. Das stimmt, doch auch der Mensch muss den Willen haben, gerettet zu werden. Wenn wir glauben, gestatten wir Gott, uns zu retten.
Es wurde vorhergesagt, dass du leiden würdest. Herr, erbarme dich unser.
Du warst am Kreuz für alle Menschen erhöht, Christus, erbarme dich unser.
Du bist gekommen, um den Willen Gottes zu erfüllen.
Den Israeliten, die von einer Schlange gebissen worden waren, dünkte es sehr sonderlich, wenn sie hörten, dass sie geheilt werden wollten; sie sollten auf die Kupferschlange schauen. Aber es funktioniert. Wenn sie leben wollte, mussten sie die Schlange ansehen. Verschieben wir uns in die Zeit Jesu. Jesus wusste, dass er erhöht werden musste, damit wir aus der Sünde und dem Tod befreit sind. Er wusste, dass eben das Werkzeug seines Todes für uns zur Quelle des Lebens wird.
Jesus vor Kajaphas.
Wie Anna war auch Kajaphas schon lange mit dem Hohen Rat versammelt und wartete ungeduldig auf die Ankunft Jesu. Endlich wurde der Herr unter Stößen beworfen und durch den Vorhof hinan zum Hohen Rat geführt. Kaum hatte Kajaphas Jesus erblickt, schrie er ihm wie vom Teufel gehetzt entgegen. „Bist du da, du Sabbatschänder?“ Nachdem der Heiland auch hier mit allen möglichen Schimpf- und Schmähworten überhäuft worden war, begann das Zeugenverhör von Neuem. Es waren die alten falschen Beschuldigungen und Verdrehungen, die schon vor Annas vorgebracht worden waren, nur mit dem verheerenden Unterschied, dass sich die Zeugen häufig selbst widersprachen. Dadurch geriet Kajaphas selbst in erhebliche Verlegenheit. Beschämt und ergrimmt zugleich stand er von seinem Sitze auf, ging einige Stufen hinab zu Jesus und sprach: „Antwortest du nicht?“ Hörst du nicht, was diese von dir sagen? Jesus aber schwieg und blickte ihn nicht an. Da hob Kajaphas seine Hände empor und sagte mit furchtbarer Stimme: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du Christus, der Messias, der Sohn Gottes bist!”
Auf diese Frage konnte Jesus nicht mehr schweigen, denn es ging um die Ehre seines himmlischen Vaters. Große Stille herrschte in der ganzen Versammlung, als Kajaphas den Herrn im Namen des lebendigen Gottes aufgefordert hatte, zu sagen, ob er Christus, der Messias, der Sohn Gottes sei. Und Jesus richtete sein Haupt empor und sprach, von Gott gestärkt: „Ich bin es, und ich sage euch: Ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Allmacht Gottes und in den Wolken des Himmels kommen sehen.“ (Matthäus 26,64) Lernen wir von ihm, unerschrocken und großmütig zu handeln, wenn es um die Ehre Gottes geht! Kaum hatte der Herr auf die feierliche Frage des Hohenpriesters geantwortet, da ergriff Kajaphas den Saum seines Prachtmantels und schrie. „Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir noch: Zeugen? Nun habt ihr die Lästerung selbst gehört. Was dünkt euch nun?” Und alle Anwesenden standen auf und riefen mit furchtbarer Stimme. „Er ist des Todes schuldig!“
Doch das unschuldige Lamm hatte vor Kajaphas noch nicht genug für die Sünden der Menschen gelitten. Als die ganze Versammlung des gottlosen Rates daher das Todesurteil über Jesus gesprochen hatte, beeilten sich die Soldaten und Schergen, die ihn bewachten und an Stricken gebunden hielten, ihn mit allem Spotte zu überhäufen. Sie spien in sein heiliges Angesicht. Sie schlugen ihn mit ihren derben Fäusten, verbanden ihm mit einem schmutzigen Lappen die Augen und gaben ihm Backenstreiche ins Gesicht. Dabei sprachen sie mit teuflischem Hohn: „Weißage uns, Christus, du falscher Prophet, wer dir es getan hat, wer ist es, der dich geschlagen hat?” Sie beugten ihre Knie vor ihm, um ihn als König zu verspotten. Und für diesen Mut trieben sie es mit Jesus im Angesicht des Kajaphas und seines Hohen Rates.
Wenn wir uns Jesus vorstellen, wie er diesen Unmenschen preisgegeben ist, wie er von diesem Auswurf der Menschheit ins Angesicht gespien, geschlagen, hin- und hergestoßen, mit Backenstreichen „bewirtet“, beschimpft und verhört wurde, dann können wir uns nicht vorstellen, was er gelitten hat. Oh, wir können uns nicht vorstellen, was Jesus da gelitten hat. Wahrlich. Wäre sein Herz nicht überfüllt von Liebe zu uns, hätte er das niemals gelitten. Hätten die Juden Jesus als den Sohn Gottes und Heiland der Welt erkannt, hätten sie ihn nie so behandelt.
So haben wir also Jesus in einem neuen Leidensstadium gesehen: Wir haben ihn vor Kajaphas gesehen, und seine Unschuld und Gerechtigkeit vor Ananas und Kajaphas. Lernen wir von Jesus, zu schweigen, wenn wir ungerecht beschuldigt und verklagt werden. Lernen wir aber auch von ihm, wenn es um die Ehre Gottes geht. Schauen wir hin auf den misshandelten, verspotteten, bespielen und geschlagenen Heiland – welche Liebe von seiner Seite! O unschuldig misshandelter Heiland, richte uns nicht nach unseren Missetaten und Sünden, lass dein furchtbares Leiden an uns nicht verloren sein. Denn siehe, wir erkennen nun, was dich die Sünde gekostet hat. Wir haben die Absicht, dich zu lieben, der du uns so sehr geliebt hast.
5. Fastensonntag B Joh 12, 20-33
Das Leben lebt von der Selbsthingabe.
Einleitung
Ein Fräulein sagte seiner Freundin, dass es zwei Bewerber gibt, aber sie weiß nicht, wen sie auswählen soll. Der eine ist Bankier, der andere Arzt. Das ist ein Dilemma: Geld oder Leben? Dieses Fräulein richtet sich nach dem Motto: „Bei wem wird es mir besser?“ Jesus aber sagt zu uns: „Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, der wird es bewahren bis ins ewige Leben.“ (Joh 12,25)
Verstehen wir dieses Gesetz? Dass wir durch Leid und Selbstverleugnung zum Leben und zur Verherrlichung gelangen.
Predigt
Der Evangelist Johannes hat nicht das Kapitel von Getsemani, in dem Jesus von Angst und Verlassenheit geplagt wird. Er hat jedoch das Kapitel über das Weizenkorn. Auch hier äußert sich Jesus Bange um das, was kommen wird: „Jetzt ist meine Seele erschüttert.“ Was soll ich sagen? Vater, erlöse mich von dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen! Vater, verherrliche deinen Namen!” Da kam eine Stimme vom Himmel. „Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“ (Joh 12,27-28)
Uns fällt ein: Hier geht es um einen Irrtum. Das, was kommt, wird die Stunde der Verurteilung, der Geißelung, der Erniedrigung und der Schande sein. Du nennst das die Stunde der Verherrlichung; wir sehen dahinter deine Demütigung, Beseitigung und Liquidation.
Jesus kann die Niederlage einen Sieg nennen, weil er das Geheimnis des Lebens, das Geheimnis des Weizenkorns, kennt. Jesus wollte sich nicht selbst retten. Er war bereit, sich für die anderen zu opfern. Kein Korn wird „Ehre und Erfolg“ haben, wenn es nicht stirbt, damit aus ihm eine Ähre aufwächst.
Auch nach 2000 Jahren stellen wir uns diese Frage. Wann kann der Mensch ein wirklich glückliches Leben finden? Jesus würde diese Frage so beantworten. Wer sich selbst liebt, ist auf sich selbst konzentriert und verliert sein Leben. Das ist ein Gesetz. Nur wer sein Leben opfert, kann es finden. Das ist das Paradoxon. Wer sein Leben verliert, der wird es gewinnen.
Jesus zu folgen bedeutet, das Gesetz des Weizenkorns anzunehmen. Das ist nicht selbstverständlich. Niemandem fällt es leicht und natürlich, für die anderen zu dienen und sich zu opfern. Wir alle sind wie das Fräulein aus der heutigen Einleitung: Bankier oder Arzt? Wer wird für mich besser sein? Das ist keine christliche Gesinnung. Der Mensch befreit sich durch Selbstopferung vom Egoismus und findet das Leben. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. schrieb: „Das Maß, glücklich zu sein, hängt davon ab, vorbereitet zu sein, die Mühseligkeiten des menschlichen Lebens zu überleben.” Die Welt um uns herum verleugnet den Wert des geduldigen Ertragens von Leiden. Wir betrügen uns selbst, wenn wir glauben, dass wir ein glückliches und interessantes Leben haben werden, wenn wir das Leiden vermeiden. Aber der Papst fügt hinzu: „Wer dem Menschen sein Leid wegnehmen und ihn in das „Land der Träume“ führen will, der verliert sich selbst. In Wirklichkeit erlöst den Menschen nur sein Kreuz. Das Kreuz ist in diesem Fall die Fähigkeit, vom Egoismus zur Altruismus, zum Dienst und zur Liebe zu wechseln. Es reicht, sich zu fragen: Inwiefern sind wir bereit, zu dienen, zu helfen oder zu raten? Oder wir fragen uns: Wie viel Aufmerksamkeit widmen wir uns selbst?
Am Ufer des Meeres wuchs eine wunderschöne Palme. Gott spazierte dort gerne. Eines Tages sagte er zu ihr: „Würdest du mir deinen schönen Wipfel geben?“ Aber ja, du kannst ihn mir geben. Und so blieb der Palme nur der Baumstamm. Bald kam Gott wieder und sagte zur Palme: „Ich würde deine Wurzel brauchen.“ Und von der schönen Palme blieb nur der Stamm. Nach wenigen Monaten kam Gott wieder und sagte zu ihr. „Ich brauche dein Marktholz.“ Nimm, Herr, was du willst. Und so blieb von der Palme nur ein leeres Rohr. Als Gott wiederkam, sagte die Palme zu ihm: „Ich habe jetzt nichts.“ Gott nahm sie mit in die Wüste, wo sie dabei half, den trockenen Boden zu bewässern. Und alles um sie herum wurde grün. So viel zur Erzählung des unbekannten Autors. Sich zu opfern ist ein schwieriger Prozess, aber am Ende werden wir hundertfache Frucht sehen.
Hl.Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria.
Einleitung
Wir kennen ihn als einen gerechten Mann, der sorgfältig auf die Stimme Gottes hört und unverzüglich das tut, was der Heilige Geist ihm eingibt. Er ist sehr bescheiden und zurückhaltend. Er gehorcht jeder Anweisung vom Himmel. Bemühen wir uns, den Tugenden des heiligen Josephs zu folgen?
Predigt
Der heilige Josef war der Haupt der heiligen Familie. Das ist zweifellos eine einzigartige Würde, mit der ihm niemand gleichkommt und für die er besondere Achtung verdient. Wir würden gern so viel wie möglich über sein Leben erfahren, haben jedoch nicht genügend Angaben, um seinen vollständigen Lebenslauf zusammenzustellen. Was wir wissen, finden wir in den ersten Kapiteln des Matthäus- und des Lukasevangeliums. Darin tritt der heilige Josef als Nachkomme des Königs Davids auf. Merkwürdig ist, dass die erwähnten Evangelien zwei verschiedene Stammbäume des heiligen Josef anführen. Von Abraham bis zum König David sind in beiden Stammbäumen dieselben Personen aufgeführt, bis auf eine kleine Ausnahme. Ab den Söhnen Davids geht es jedoch um zwei verschiedene Zweige seiner Nachkommenschaft. Das gravierendste Problem bleibt Josefs Vater. Nach dem Matthäusevangelium war Jakob (Vater von Josef) Sohn des Matan. Nach dem Lukasevangelium war Heli der Sohn des Matan. Um diese Widersprüche haben sich schon die alten kirchlichen Väter bemüht. Nach Meinung des heiligen Augustinus war Josef der Sohn des Jakob, der Heli adoptierte, und somit bereits ein Sohn der alten kirchlichen Väter. Heli und Jakob waren leibliche Brüder. Heli starb ohne Nachkommen und ehelichte laut seiner Verfügung seine Frau, die Schwägerin Jakobs, mit der er den Sohn Josef hatte. So war Josef der legitime Sohn von Heli und der natürliche Sohn von Jakob. Die Hauptbedeutung der Stammbäume besteht darin, dass sie auf Josefs Abstammung aus der Linie Davids hindeuten. Josefs Vaterstadt war Bethlehem; er wohnte aber in Nazareth, wo er armer Zimmermann war. Viele Bilder zeigen Josef als alten Mann. Das hat jedoch keine Stichhaltigkeit. Sicher war Josef älter als Maria, aber altersgemäß, um die Aufgabe zu meistern, die ihm von der Vorsehung Gottes bestimmt war. Insgesamt scheint es, dass Josef nicht sehr initiativ war. Die Evangelien führen kein Wort von ihm ein. Auch bei der Auffindung Jesu sprach Maria in seinem Namen. „Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voller Angst gesucht.“ (Lk 2,48) Josef schwieg. Wenn es jedoch notwendig war, wusste Josef ohne zu zögern, was von ihm verlangt wurde.
Wann und wie ist der heilige Josef gestorben? Die Evangelien schweigen darüber, aber wir können schlussfolgern, dass es in der Zeit war, in der Jesus noch ein Mann war, noch vor seinem öffentlichen Auftreten. Sicher ist, dass Josef beim Tod das Privileg hatte, das weder Maria noch ein Mensch hatte. Er konnte in Jesu Nähe oder in den Armen Jesu sterben. Jesus konnte gegenüber dem Mann, der ihn viele Jahre lang ernährt, beschützt und aufrichtig geliebt hatte, nicht gefühllos sein. Der heilige Josef nahm in der Atmosphäre der Liebe und Gnade Gottes Abschied von dieser Welt. Darum wird der heilige Josef zu Recht als Patron des seligen Todes bezeichnet.
Gewissenspiegel – Die Zehn Gebote
Geschwistern
War ich nicht naschhaft, leckerig?
Tat ich jemandem weh?
Ist mir jemand unsympathisch?
Warst du zu jemandem böse? Warum?
Schimpfte ich über jemanden?
Half ich jemandem. wenn ich konnte?
Habe ich mich mit dem anderen nach dem Streit versöhnt?
Bin ich für diejenigen eingetreten, denen Unrecht getan wurde?
Verspätete ich jemanden?
Habe ich die Tiere nicht gequält?
War ich nicht stolz, egoistisch oder eingebildet?
War ich nicht neidisch?
Gab ich nicht ein schlechtes Beispiel?
Halte ich Fahrdienstvorschriften ein?
Bin ich vorsichtig, wenn ich Rad fahre?
6.Du sollst nicht ehebrechen!
9.Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau!
Zog ich mich anständig an?
Habe ich nicht unsittliche Witze und Reden erzählt?
Schaute ich nicht unanständige Filme und Bilder an?
Habe ich jemanden zur Sünde verführt?
Produzierte ich mich vor den Kameraden?
7. Du sollst nicht stehlen!
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut!
Habe ich etwas gestohlen?
Gib ich die geliehene Sache zurück?
Habe ich meine eigenen Sachen oder fremde beschädigt?
Habe ich die aufgefundene Sache zurückgegeben?
Geben die Eltern nach dem Einkauf alles Geld zurück?
Wenn ich etwas beschädigt oder gestohlen habe, kann ich dafür einstehen?
Habe ich meine Sachen in Ordnung gehabt?
War ich geizig?
Wusste ich, dass ich meine Sachen borgen kann?
Habe ich das Geld für eine unbrauchbare Sache ausgegeben?
War ich nicht faul?
8. Du sollst kein falsches Zeugnis wider deinen Nächsten geben.
Habe ich immer die Wahrheit gesagt?
Habe ich jemanden angelogen?
Habe ich mich vorgestellt?
Habe ich mich ausgeredet?
Habe ich die Schuld auf jemanden abgewälzt?
Habe ich nicht über jemanden schlecht geredet?
Habe ich die Fehler auf die anderen übertragen?
Verstehe ich nicht jemanden?
Habe ich nicht das Geheimnis verraten?
Habe ich in der Schule beim Spielen geschwindelt?
Wurde jemand für meine Schuld bestraft?
Habe ich eingehalten, was ich gesagt habe?
Noch einige Fragen
Habe ich die Buße aus der letzten Beichte gebetet?
Welche Sünde bedrückt mich am meisten?
Welche Sünde wiederholte sich am häufigsten?
Was für einen Vorsatz gebe ich mir?
Was werft mir das Gewissen vor?