Archiv für den Monat: Dezember 2013

2. Sonntag nach Weihnachten A Joh. 1-18

2. Sonntag nach Weihnachten A

Einleitung

Beim Lesen der Heiligen Schrift stellen wir fest, dass einige Abschnitte für uns leicht zu verstehen sind und damit kein Problem haben. Andere Abschnitte sind jedoch sehr kompliziert und schwer zu begreifen. Das heutige Kapitel gehört zu den schönsten, zugleich aber schwierigsten der Bibel.  Der Evangelist Johannes beschreibt auf sehr hochtheologische Weise die Ankunft des Gottessohnes in dieser Welt. Diese besondere Art faszinierte viele Kirchenväter, Schriftsteller, Dichter und Künstler. Als der Heilige Augustinus das heutige Evangelium las, sagte er: „Gott  wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde.“

Predigt

Der heilige Augustinus spricht mit dem Satz „Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde“ zwei große Geheimnisse unseres Glaubens an. Das erste Geheimnis besagt, dass Gott Mensch geworden ist. Man nennt dieses Geheimnis auch das Geheimnis der Fleischwerdung Christi. Als zweite göttliche Person wurde Gott Mensch. Er wollte uns alles lehren, was wir für ein gelungenes Leben brauchen. Er wollte für uns leiden und sterben, damit er uns so die Erlösung schenken konnte.  Leider begreifen viele Menschen diese Wirklichkeit nicht. Sie denken, dass Gott sich ein für allemal in einen Menschen verwandelt hat. Aber das ist nicht so; Gott kann sich nicht für immer in einen Menschen verwandeln, denn er ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich. Er ist immer derselbe, gestern, heute und morgen und in Ewigkeit. Das ist die Wahrheit der Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus – seine göttliche Natur schloss sich der menschlichen an. Er wurde Mensch, mit Leib und Seele wie wir, und so wurde er uns Menschen ähnlich – außer der Sünde –, blieb aber zugleich Gott.

Dazu eine Begebenheit: Ein Herrscher wollte über das Leben seiner Untergebenen genau Bescheid wissen: ihre Freuden und Leiden. Er verkleidete sich daher als armer Mensch. Als er in ein Dorf kam, nahmen ihn die Menschen auf. Sie hatten keine Ahnung, dass es der König war, denn dieser arbeitete wie sie, kleidete sich wie sie und trotzdem blieb er der König.

Dasselbe gilt für Jesus: Er hört nicht auf, Gott zu sein.  Wenn der Heilige Augustinus sagt, dass der Mensch Gott werden soll, ist das für viele Menschen unbegreiflich. Sie sagen: „Da wäre ich ja ein Superman. Ich bin aber nicht allmächtig und allwissend; ich kann die Welt nicht erschaffen.“ Das stimmt, aber vergessen wir nicht, dass wir durch die Taufe zu Kindern Gottes geworden sind. Dadurch haben wir auch die göttliche Natur angenommen. Das bedeutet aber, dass wir in unserem Leben Christus nachfolgen sollen. Vielleicht sagt aber auch jemand zu uns: „Ja, du bist ein Kind Gottes, du hast göttliche Natur angenommen, ich aber nicht! Bist du deshalb klüger als ich, gesünder als ich  oder besser als ich? Kannst du etwas machen, das ich nicht kann?“ Wie sollen wir auf diesen Einwand und diese Frage antworten? Wir sollen eine kluge Antwort geben, die der Wahrheit entspricht. Die könnte so lauten: „Wenn jemand getauft wurde, bedeutet das überhaupt nicht, dass er ein Superman wird. Die Wirkungen der göttlichen Natur zeigen sich erst nach dem Tod. Die göttliche Natur wirkt vor allem in unserer Seele. Wer göttliches Leben in sich trägt, hat Anteil an allem, was Gott wirkt. Sein Leben wird unser Leben sein, sein Glück wird unser Glück sein.  Wir sollten dankbar sein, dass Gott uns zu einer solchen Verwandlung befähigt. Leider verstehen viele Menschen das nicht und lehnen die Worte „Du sollst Gott ähnlich sein“ ab. Sie ahnen nicht, was sie gewinnen könnten, wenn sie diesen Worten trauen würden.

Stellen Sie sich vor,  ein Frosch hätte die Möglichkeit, ein Mensch zu werden, aber er würde das ablehnen und sagen: „Ich will kein Mensch werden, ich will ein Frosch bleiben.“ Vielleicht würden sie denken: „Dieser Frosch sei aber ungeschickt. Das Leben eines Menschen ist doch viel reicher und interessanter als das eines Frosches. Aber ein Frosch würde die Möglichkeit ohnehin nie haben. Aber der Mensch hat die Möglichkeit, Gott ähnlich zu werden. Es ist bedrückend, wenn der Mensch dieses Angebot nicht annimmt. Manche Menschen denken nur an ihren Körper und niemals an ihre Seele.

Nehmen wir uns Zeit, darüber nachzudenken! Werden wir uns bewusst, was Gott uns da anbietet, und nehmen wir dieses Angebot an! Wir sind Kinder Gottes und damit können wir es sein; Jesus hat uns erlöst durch seinen Tod. Vergessen wir das niemals!

Neujahr, Hochfest der Gottesmutter Maria 2014

Einleitung

Nach dem Auspacken der Weihnachtsgeschenke fragte kleiner Hans: “ Mutti,  warum hat mir das Christkind Sachen gebracht, die wir auch im Geschäft kaufen können?“ Diese Kinderfrage kann uns dazu inspirieren, ein wenig nachzudenken. Mit zunehmendem Alter lernt nämlich ein Kind, zwischen Sachen und Werten zu unterscheiden. Sachen kann man kaufen, Werte aber werden gebildet. Kleider, Spielwaren, Computer und Sportgeräte kann man kaufen. Zeit, Liebe, Freude, Ruhe und den Sinn des Lebens kann man nicht kaufen. Das sind Geschenke Gottes. Wenn wir auch diese Werte kaufen könnten, würden wir nur Geschäfte aufsuchen, aber nicht unser Gotteshaus.

 Predigt

Am Morgen des Weihnachtstages heißt es im Lukasevangelium: „Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: ‚Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.“ Kommen wir nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.“

Die Hirten, die das Kind betrachteten, haben sich vielleicht die Frage gestellt: „Was kann uns dieses Kind geben?“ Dutzende von Kindern wurden in dieser Zeit doch in dieser Gegend geboren. Die Hirten bestaunten jedoch gerade dieses Kind und beteten es an.

Wie geht es uns dabei? Sehen wir in dem kleinen Jesus den Sohn Gottes oder nur ein gewöhnliches Kind? Wenn wir wirklich glauben, dass der kleine Jesus in der Krippe der Sohn Gottes ist, dann erwarten wir von ihm auch etwas. Wir erwarten, dass er uns Werte vermittelt, die man nicht in einem Geschäft kaufen kann.

Am Beginn des neuen Jahres sollten wir uns jener Werte bewusst werden, die wir nicht kaufen können. Dazu gehört vor allem der Wert der Zeit. Die Zeit können wir nur als Geschenk annehmen, vom Geber der Zeit, vom Herrn der Zeit –  von Gott.                             

Was für einen Wert hat die Zeit? Was für einen Wert hat etwa eine Sekunde? Da brauchen wir nur einen Menschen zu fragen, der einen Autounfall überlebt hat, der weiß das. Was für einen Wert hat eine Minute? Da müssen wir nur einen Menschen fragen, der die Abfahrt eines Zuges oder den Abflug eines Flugzeuges versäumt hat. Wenn wir den Wert der Zeit von neun Monaten wissen wollen, können wir eine Mutter fragen, die ihr Kind neun Monate lang unter ihrem Herzen trug, das Kind wurde tot geboren. Wenn wir den Wert eines Jahres wissen wollen, dann fragen wir einen Studenten, der eine Prüfung nicht bestanden hat und daher nicht in einen höheren Jahrgang aufsteigen konnte. Wenn wir den Wert von zehn Jahren kennen wollen, dann fragen wir ein Ehepaar, das nach zehn Jahren Ehe geschieden wurde. Durch diese Fragen nach dem Wert der Zeit wird uns bewusst, dass wir ihn erst erkennen, wenn wir die Zeit verloren haben. Darum sollten wir auf die Zeit achten, sie richtig einteilen und auch verbringen.

Ein weiterer Wert, den wir nicht kaufen können, ist die Zuneigung bzw. die Liebe Gottes. Gott ist uns viel näher als wir ihm. Wenn uns das bewusst ist, wird unser Leben mit viel mehr Optimismus erfüllt sein. Die Liebe und Zuneigung Gottes sind das ganze Jahr über mit uns und können unser Leben formen.

An der Schwelle zum neuen Jahr sollte uns auch bewusst werden, dass wir Gott mit mehr Ehrfurcht begegnen sollen, denn seine Größe übersteigt unsere Erwartungen und Vorstellungen. Da brauchen wir nur das Weihnachtsgeschehen zu betrachten. Der unsichtbare Gott wurde im Kind von Bethlehem sichtbar, der absolut unerreichbare Gott wurde im Kind erreichbar.  Er, der reich war, wurde arm, denn er wurde in einem Stall geboren, ohne Strom und Heizung. Obwohl er mächtig war, wurde er schwach und ganz auf die Menschen angewiesen.  In uns sind oft gegenteilige Tendenzen spürbar – wir träumen vom Reichwerden. Wir sehnen uns nicht danach, arm und schwach zu werden. Gott hat uns in seinem menschgewordenen Sohn das Gegenteil gezeigt.

Eine Frau erzählte von ihrem Mann: „Mein Mann ist so optimistisch, dass er mich manchmal aus dem Konzept bringt.“ Es ist vollkommen egal, ob es ihm gut oder schlecht geht. Manchmal kam mir schon der Gedanke, dass wir zwei nicht in verschiedenen Welten leben. Eines Tages waren wir beim Fischen und alles lief schief. Nach drei Stunden hatten wir noch immer nichts gefangen. Was sagte mein Mann dazu? „Anna, jetzt wissen wir endlich, wo es keinen Fisch gibt!“ Also, wie zuvor besprochen, war sein Optimismus unerschöpflich, was er auch tat.

Für das neue Jahr brauchen wir natürlich auch eine Portion Optimismus. Aber dieser Optimismus sollte darin begründet liegen, dass Gott mit uns ist und uns liebt. Das soll der Grund unserer Hoffnung sein.  Wir sollten alle dankbar dafür sein, dass wir so vieles, was wir für das tägliche Leben brauchen, einfach in einem Geschäft kaufen können, aber noch dankbarer dafür sein, dass wir all jene Werte haben, die wir nicht kaufen können, sondern ein Geschenk Gottes sind.  

Hl.Silvester-Ende des Jahres 2013

Eine Frau kaufte sich einen Wecker. Zu Hause stellte sie fest, dass der Wecker rückwärts läuft. Sie ging wieder ins Uhrengeschäft,  um zu reklamieren. Die Reklamation wurde anerkannt, da es sich um einen Ausschuss in der Produktion handelte. Hätte sich die Frau nach diesem Wecker ausgerichtet, wäre sie Tag für Tag jünger geworden.

Die Zeit passt sich uns nicht an; sie geht ihren Lauf ohne Rücksicht auf unsere Vorstellungen und Wünsche. Wir wollen nämlich, dass die Zeit manchmal schnell vergeht; ein anderes Mal wünschen wir die Zeit anzuhalten. Zu Silvester schauen wir auf das vergangene Jahr zurück und bewerten es. Ein gläubiger Mensch erkennt, wer der Herr der Zeit ist: Gott, der auch die Zeit bestimmt. Wenn wir das vergangene Jahr in Gottes Hände zurücklegen, können wir hoffen, dass er alles, was in diesem Jahr falsch gelaufen ist, bereinigt. Das bedeutet, dass wir mit frischem Mut ins neue Jahr aufbrechen können.

Dazu eine Begebenheit: Ein Junge beobachtete seine Großmutter beim Schreiben eines Briefes. Er fragte sie: „Schreibst du in deinem Brief etwas über uns?“ Die Großmutter schaute auf und antwortete mit einem Lächeln auf die Frage ihres Enkels: „Du hast recht, ich schreibe wirklich etwas über uns. Der Bleistift, mit dem ich schreibe, ist bedeutender als alle Worte, die ich in diesem Brief schreibe. Es wäre schön, wenn du bei deinem Heranwachsen so werden würdest wie dieser Bleistift.“ Der Junge schaute den Bleistift an, fand aber nichts Besonderes an ihm. Da sagte die Großmutter: „Dieser Bleistift hat fünf gute Eigenschaften, die dir ein zufriedenes Leben sichern, wenn du sie dir aneignen würdest.

Erstens: Der Bleistift folgt dem Tun meiner Hand. Du kannst bedeutsame Dinge bewirken, aber du sollst nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand heißt Gott, der dich nach seinem Willen führen wird.

 Zweitens: Manchmal müssen wir  aufhören zu schreiben und den Bleistift spitzen. Der Bleistift leidet dabei,  aber schließlich ist er  zufrieden, denn er schreibt wieder gut.   Darum sollst auch du lernen, Schmerzen zu ertragen, denn aus ihnen kann auch wieder Gutes entstehen.

Drittens: Beim Schreiben mit einem Bleistift können wir, wann immer etwas falsch geschrieben ist, diese Fehler mit einem Radiergummi ausradieren. Du kannst daraus lernen, dass auch wir im Leben manches korrigieren müssen. Das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Es kann für uns sehr nützlich sein, um nicht vom richtigen Weg abzuweichen.

Viertens: Es ist nicht wichtig,  aus welchem Holz der Bleistift gefertigt wurde und welche Farbe er hat. Wichtig ist das Innenleben – die Grafitmine. Darum sollten auch wir immer darauf achten, wie es in unserem Innersten aussieht.

Fünftens: Der Bleistift hinterlässt immer Spuren.  Vergiss nicht, dass auch das, was du machst, Spuren hinterlässt; daher sollst du jeden deiner Schritte überdenken!

Diese fünf Eigenschaften haben  einen gemeinsamen Nenner  –  das ist Jesus und seine Anweisungen  für ein glückliches, sinnvolles, gelungenes Leben. Diese fünf Eigenschaften hat auch Jesus in seiner Spiritualität.

1. Einen Bleistift führt jemand. Jesus wusste das, darum heißt es im Johannesevangelium: „Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen.“

2. Das Spitzen bedeutet für  den Bleistift Schmerz. Jesus wusste, was Schmerz ist.  Er wurde in Bethlehem abgewiesen; er war Emigrant in Ägypten und wurde schließlich in Jerusalem gekreuzigt. Jesus wusste aber auch, dass Leid und Tod nicht die letzten Worte haben.

3. Mit einem Radiergummi kann man fehlerhafte Texte löschen.  Jesus forderte seine Jünger zur Buße auf, mit den Worten: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“, wie wir im Markusevangelium lesen.

4. Die Hülle des Bleistifts ist nicht wichtig, sondern die Grafitmine in seinem Inneren. Für Jesus sind geistliche Sachen bedeutender als materielle und daher hören wir in den Evangelien immer wieder die Aufforderung an uns Menschen, geistliche Werte zu suchen. Dazu heißt es im Johannesevangelium: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“

5. Ein Bleistift hinterlässt Spuren. Jesus bereitet uns auf das Jüngste Gericht vor. Dazu steht im Matthäusevangelium Folgendes:  „Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn  kommt zu einer Stunde , in der ihr es nicht erwartet.““

Von  diesen fünf Punkten kann ich auch  Fragen für mich ableiten:

1. Glaube ich an die Vorsehung Gottes?  Habe ich vertraut, dass er auch in meinem Leben Regie führt?  Kann ich mich  auf ihn verlassen, dass er  mich leitet –  oder verlasse ich mich nur auf mich selbst?

2. Da ist auch das Problem des Leidens und des Schmerzes. Mehrmals habe ich mich in diesem Jahr gefragt:  Warum greift Gott nicht ein, wenn Kriege, Unfälle und Erdbeben unsere Welt bedrohen oder wenn unschuldige Kinder leiden müssen?  Wie geht es mir bei solchen schwerwiegenden Fragen? Bin ich mir bewusst, dass es unmöglich ist,  Schmerzen zu vermeiden? Ich kann aber darüber nachdenken, wie es möglich ist, diese Probleme zu überwinden oder zu beseitigen. Leiden könnte aber auch einen Sinn haben. Glaube ich, dass ein Schmerz auch meinem Heil dienen kann?

 3. Ist es notwendig, Buße zu tun? Prüfe ich mein Gewissen jeden Tag? War ich in diesem Jahr bei der heiligen Beichte? Werde ich mir dessen bewusst, dass auch das Gebet, das Fasten und das Almosen Wege der Buße sind?

4. Die Grafitmine ist mehr als die Umhüllung. Die geistlichen Dinge sind bedeutsamer als die materiellen. Nahm ich  an der heiligen Messe teil, um damit zu zeigen, dass Gott mir wichtiger ist als viele meiner anderen Interessen? Hatte ich Zeit für Gebet und Meditation?

5. Ein Bleistift hinterlässt Spuren.  Werde ich mir der Verantwortung für meine Taten bewusst?  Glaube ich,  dass nach dem Tod mein ganzes Leben vor meinen Augen wie ein Film abläuft? Kenne ich die Worte Jesu, die Matthäus in seinem Evangelium aufgeschrieben hat: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Gott, wir wollen dir danken  für alles, was uns in diesem Jahr gegönnt wurde. Wir wollen aber auch um deine Kraft bitten, damit wir unser Leben im neuen Jahr ganz nach deinem Willen ausrichten können.

Fest der heiligen Familie 2013 A

 

Einleitung

Eine Mutter fragte ihren Sohn: „Was habt ihr in der Schule gelernt?“ Er antwortete: „Über Sex.“ Die Mutter drehte sich überrascht um. „Ja,  und hast du etwas darüber gewusst?“ Er sagte darauf: „Ja!“ Die Mutter stellte noch folgende Frage: „Und was für eine Note hast du bekommen?“ Eine Ohrfeige.

Jeder denkt, er sei ein Fachmann in Sachen „Ehe“, wenn er in einer Familie aufwächst und selbst eine Familie gründet. Er habe das Gefühl, in allen Fragen, die Ehe und Familie betreffen, ein Experte zu sein. Aber da kann man sich irren. Die Ehe kann man aus verschiedenen Sichtweisen betrachten: soziologisch, psychologisch, biologisch und religiös. Wenn ein Junge etwas über Sex weiß, bedeutet das bisher nicht, dass er viel über Ehe und Familie weiß. Wir wollen heute Ehe und Familie aus religiöser Sicht betrachten.

Predigt

Vor 2000 Jahren schrieb Paulus von Tarsus an die Kolosser in Kleinasien, das heutige Türkei, folgende Worte: „Ihr habt von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen.“ Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde und Geduld.“  Das bedeutet, dass man in Liebe zueinander leben soll, und das gilt für Mann und Frau gleichermaßen. Sie sollen Liebe zueinander haben, und der Grund dafür ist, dass sie und wir alle von Gott erwählt und geliebt sind. Die Eheleute sind in besonderer Weise auserwählt,  diese Liebe zu leben und zu bezeugen. Einer soll den anderen den Weg zum Himmel weisen. Das Sakrament der Ehe erfüllt sich durch gegenseitigen Dienst, durch Liebe, Opfer und Barmherzigkeit. Der Mensch ist von Gott für bestimmte Aufgaben auserwählt. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. schrieb: „Der Mensch lebt von der Beziehung. Was für sein Leben wichtig ist, hängt davon ab, ob seine Beziehungen die richtigen sind. Die wichtigste Beziehung ist die zu Gott.“                                                             

Jeder Mensch lebt in seinem Leben in verschiedenen Beziehungen und er soll auch die Verbindung zu Gott pflegen. Der Glaube kann eine große Hilfe sein, zu erkennen, dass es wichtig ist, seine Frau, seinen Mann, seine Kinder und andere Menschen zu lieben und Verantwortung für die Familie zu tragen. Ohne die richtige Beziehung zu Gott ist auch eine gute zu den Menschen schwer möglich. Warum nicht? Deshalb nicht, weil der Mensch seine Beziehung zu seinem Nächsten nach seinem „persönlichen Geschmack“ ausrichtet, ohne dabei auf den Willen Gottes zu achten.                         Was ist der Wille Gottes in einer ehelichen Beziehung? Das schildert die folgende Erzählung: Ein heranwachsendes Mädchen hatte sein erstes Rendezvous mit einem jungen Mann. Als sie von dieser Begegnung zurückkam, fragte sie ihre Mutter: „Mutti, woran würdest du erkennen, ob du wirklich verliebt bist?“  Die Mutter lächelte und sagte zu ihrer Tochter:  „Die wirkliche Liebe ist ähnlich zweier Flüsse, die zusammenfließen und sich verbinden – und so zu einem Fluss werden.“                                                                                 

So sollen auch Freude, Glück und Leid des einen zu Freude, Glück und Leid des anderen werden. Die wahre Liebe überlegt gut und macht nichts voreilig; sie ist niemals egoistisch, sondern soll zu einer ewigen Bindung heranreifen.  Verliebtheit ist noch nicht die ganze Liebe, ihr fehlt noch die Verantwortung. Erst wenn die Sorgen, Gedanken und Freuden des einen zu den Sorgen, Gedanken und Freuden des anderen werden, kann man in einer Beziehung von Liebe sprechen. Alles andere ist nur Sympathie, Freundschaft und Verliebtheit. Liebe kann man nicht kaufen und auch keinen Vorrat davon anlegen. Liebe muss täglich erneuert werden.  Eine wirkliche eheliche Liebe und familiäre Beziehung sind auch geprägt von Aufopferung für andere und der Bereitwilligkeit, sich um die anderen zu kümmern. Leider ist das heute nicht mehr ganz selbstverständlich. Die Beziehung zu Gott ist unbedeutend und nebensächlich geworden,  und anstatt von wirklicher Liebe mit Opferbereitschaft  spricht man von Rechten und Pflichten. Die Familien sind auch vielfach überlastet durch nicht familienfreundliche Arbeitsbedingungen und durch viele Interessen, die oft zu Freizeitstress führen.                                                                                              

Wir sollten uns auch manchmal fragen: „Gott, was verlangst du von mir? Was ist dein Wille? Vor allem sollten wir unsere Beziehung zu Gott erneuern und nach Jesu Beispiel lernen, zu lieben und Opfer zu bringen. Und wir sollten auch unsere Kinder dazu anleiten.

Noch ein Beispiel: Die Kinder hatten in der Schule einen Aufsatz zum Thema „Meine Eltern“ zu schreiben. Ein Schüler schrieb Folgendes: Meine Eltern bestehen aus zwei Teilen: erstens meine Mutter und zweitens mein Vater. Die Mutter ist berufstätig, führt den Haushalt und denkt gleichzeitig an vieles, was sie erledigt. Das sehe ich mit eigenen Augen. Sie kommt von der Arbeit heim, stellt den Kochtopf auf die Herdplatte und kocht Nudeln. Nebenbei schaltet sie die Waschmaschine ein, gibt Wäsche hinein und prüft gleichzeitig meine jüngere Schwester, indem sie das Einmaleins abfragt. Dann wickelt sie auch noch mein jüngstes Brüderchen und bereitet für ihn Milch mit Grieß. Wenn wir zum  Abendessen kommen,  ist das Essen schon fertig und auch mein Loch in der Trainingshose ist schon geflickt. Die Wäsche ist auch schon auf dem Balkon aufgehängt.                                                                             

Auch mein Vater macht viele Sachen. Er kann auch kochen, er repariert zu Hause viele Dinge, spielt mit uns und erzählt uns viele interessante Geschichten.

So hat dieser Schüler seine Eltern beschrieben. Dazu können wir hinzufügen: Wer in sich die Liebe hat, ist fähig,  große Leistungen zu vollbringen.  Bitten wir den Herrn, er möge uns in  unserer Liebe und Opferbereitschaft stärken!

Hl. Stephanus, erster Märtyrer. 2013

Herr Kohn wollte in einem Hotel ein Zimmer reservieren. Der Empfangschef lehnte ihn mit den Worten ab: „Wir nehmen hier keine Juden auf. Kohn wehrte sich. Er fragte: „Sind Sie ein Christ?“ Der Empfangschef antwortete: „Ja, das bin ich. Warum fragen Sie?“ Er meinte darauf: „Dann kennen Sie sicher die Geschichte  von Jesus Christus. Seine Mutter war  Maria, nicht wahr? Und er ist in Bethlehem geboren? Ja, und wissen Sie, warum er in einem Stall geboren wurde? Falls Sie es nicht  wissen, kann ich Ihnen das genau sagen:  Die Empfangschefs waren damals eben solche  Lumpen wie Sie!“

Predigt.

Aus der Geschichte wissen wir, dass zwischen Christen und Juden manchmal Streit und Unzufriedenheit bestanden haben. Es gibt Gegenden, in denen die Juden  etwas  gegen die Christen haben, anderswo die Christen gegen  die Juden. Ähnliche Streitigkeiten können wir im Irak und  im Iran zwischen den Schiiten und Sunniten beobachten. In Belfast kämpften Protestanten gegen  Katholiken. Fanatische Menschen führen im Namen des Glaubens und der Religion Religionskriege. Das ist das Problem der Andersartigkeit der Menschen.  Anstatt dass ein Mensch  anerkennt, dass  andere eben  anders sind  und auch  das Recht haben , anders zu sein, meint er vielfach , er müsse,  andere  umziehen,  damit sie so werden  wie er. Im Matthäus-Evangelium lesen wir: „Nehmt euch aber von den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt ,damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.“ Jesus rechnete damit, dass auch  die Apostel  Widerspruch erleiden werden. Sie werden nicht überall angenommen und man  wird sie auch  verfolgen. Davon zeugt auch die Geschichte des heiligen Diakons Stephanus. Er bediente bei den Tischen und predigte außerdem. Er warf den Juden vor: „Ihr  habt den Propheten aus Nazareth gekreuzigt, obwohl er die Menschen zu Gott führte. Ihr bekennt euch zu Gott, und trotzdem habt ihr ihn getötet.“ Der Satz des Stephanus:  „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur rechten Gottes stehen“ war für die Juden  eine Lästerung. Sie meinten, Jesus wurde  nach  geltendem Recht verurteilt und als Verbrecher hingerichtet.  Und dieser Stephanus erlaubt sich, zu sagen, dass er zur rechten Gottes steht, also verherrlicht ist. Wenn aber Gott seinen Tod  erlaubte, so   bedeutete das , dass er ein Übeltäter war. Er gehört in die Hölle und nicht zur Rechten Gottes. Es ist unmöglich, dass er unschuldig ist. Wegen dieses Religionsstreites musste  Stephanus sterben. Ähnliche Geschichten wiederholen sich in jedem Jahrhundert. Es sind nur andere Personen, aber das Prinzip bleibt derselbe: Der Mensch hat noch nichts  daraus gelernt und  ist nicht  tolerant. Statt  Barmherzigkeit setzt sich  der  eigene Egoismus durch.  Toleranz ist aber  ein wichtiges Prinzip, um die Andersartigkeit  von Menschen  zu akzeptieren. Das  Christentum geht sogar  so weit, dass es verlangt, seine  Feinde zu lieben. Anselm Grün schrieb: Die Liebe zu Gott ist anspruchsvoll, aber noch anspruchsvoller ist der Hass. Der Feind bestimmt unsere Laune und unser Verhalten. Durch  Hass und Unverträglichkeit hören wir auf , frei zu sein. Die  richtige christliche Einstellung ist nicht nur Toleranz, sondern insbesondere auch Liebe. Davon zeugt  die folgende Geschichte. Ein Mann wollte in  einem Kiosk  eine Zeitung kaufen. Er begrüßte den Verkäufer freundlich, doch dieser   schnauzte ihn an und  hielt ihm die Zeitung  frech vor die  Nase. Der Kunde nahm die Zeitung und wünschte dem Verkäufer ein angenehmes Wochenende. Ein Freund des Kunden hatte  die ganze Situation beobachtet. Er fragte ihn: „Ist dieser Verkäufer  immer so unfreundlich zu dir?“ Er antwortete: „Leider immer.“ „Und warum bist du ihm gegenüber so höflich und freundlich, wenn er dir gegenüber so unfreundlich ist?“ „Ich  möchte, dass er sich entscheidet, sich ebenso zu  benehmen wie ich.  Wenn ich ihn aber ebenso anschnauze, dann bedeutet das nur, dass ich  seine Laune kopiere. Dann wird  dieser so groß, dass er mir  die Freiheit nimmt  und für mich  entscheidet, wie ich mich fühlen soll. “ Je größer  der Zorn wird, umso mehr  Unordnung  gibt es in der Welt, und es entstehen  „Feuerstätten des Krieges“. Deshalb  ist es so  wichtig, ein Beispiel an Stephanus zu nehmen, der die Liebe repräsentierte. Glauben Sie mir, es ist anspruchsvoller, zu verzeihen, als zu hassen. Der  größte Feind ist oft in uns der Zorn. Besiegen wir  den Zorn, so besiegen wir einen der größten Feinde. Bitten wir den Herrn, dass er uns hilft, tolerant zu sein!   Beten wir für alle , die uns nicht verstehen, nur so können wir unser Leben im Geiste der Liebe  verwirklichen!

Weihnachten 2013 am Tag

Einleitung

Ein jüdischer Geschäftsmann wurde böse auf seinen Schwiegersohn, weil dieser erst nach der Hochzeit eingestanden hatte, dass er nichts besitzt und von der Mitgift seiner Tochter leben würde.  Er sagte: „Wenn du ein anständiger Mensch wärest, hättest du mir das schon vor der Hochzeit mitgeteilt.“ Der Schwiegersohn antwortete darauf: „Das habe ich doch gemacht. Ich habe Ihnen doch klar gesagt, dass ich ohne Ihre Tochter nicht leben kann.“ Wenn diese Aussage „Ich kann ohne dich nicht leben“ im Sinne einer menschlichen Beziehung ausgesprochen wird, ist sie durchaus positiv. Wenn es aber um wirtschaftliche Aspekte geht, ist das eine Halbwahrheit, ein Versuch, jemanden zu täuschen.

Predigt

Gott wollte seine Zuneigung zu uns Menschen ausdrücken und uns seine besondere Liebe schenken. Das tat er mit Jesus, der als  Kind in Bethlehem geboren wurde. Dieses Kind in der Krippe ist das Zeichen der Liebe Gottes zu uns. Diese Zuneigung Gottes hat die Kraft, die Welt zu verändern. Was ist das Wesen von Weihnachten? Jesus verließ seinen himmlischen Palast, um in einen Stall einzuziehen. Er verließ den Luxus des Himmels und nahm eine Wohnung bei Ochs und Esel, musste ihren Gestank ertragen. Statt der Engel und Erzengel kamen einfache Hirten zu ihm. Er verwandelte also die Allmacht in die Ohnmacht und nahm sie an. Der Gipfel dieser Wandlung erfüllte sich 33 Jahre später in den Ereignissen seines Leidensweges zum Heil für uns Menschen.    Weihnachten bedeutet: Gott ist Mensch geworden,  damit der Mensch Gott ähnlich werden kann. Er bietet uns diese Verwandlung an.  Weihnachten zu feiern bedeutet nicht nur  Erinnerung an den menschengemäßen Gottessohn, sondern auch Hoffnung   auf Heil. Zwischen Erinnerung und Hoffnung besteht eine enge Beziehung. Also feiern wir die Erinnerung an Gott, der Kind geworden ist, und  gleichzeitig die Hoffnung, dass Gott uns hilft, uns zu verwandeln.  Unser Egoismus soll zu Liebe werden, die Krankheit sollen wir mit Liebe annehmen, die Sündhaftigkeit soll sich zur Heiligkeit umwandeln, die Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Jeder von uns könnte erzählen, was Weihnachten für ihn bedeutet. Erinnerungen sind essenziell. Sie geben uns die Hoffnung. Wer die Hoffnung hat, hat die Zukunft, erkennt  den Sinn des Lebens.

Charles Dickens, ein englischer Schriftsteller, verfasste die Geschichte eines Mannes, der seine Erinnerungen verlor. Dieser Mann wurde gefühllos und  kalt.

Die Erinnerung daran, dass wir zu Weihnachten ein Spielzeug bekommen haben, dass uns jemand geküsst hat, ist eine Quelle des Guten in uns. Auch die Erinnerungen an die Liebe, die wir von unseren Eltern und Großeltern erhalten haben, sind Quellen des Guten in uns. Nur so sind wir fähig,   Liebe weiterzugeben und uns zu verwandeln. Wenn Menschen keine Erinnerungen mehr an Weihnachten haben, können sie  das Wesen von Weihnachten nicht mehr erkennen. Auch in China und Japan feiern die Menschen Weihnachten, aber sie wissen von Jesus nichts. Das wahre Weihnachten braucht eine Beziehung zu Gott. Gott sagte „Ja“ zu den Menschen. Jetzt sind wir an der Reihe, „Ja“ zu Gott zu sagen. Jedes Gebet, jede heilige Messe, jede gute Handlung bedeutet ein „Ja“-Sagen zu Gott. In dem Ausmaß, wie wir fähig sind, Gott „Ja“ zu sagen, so weit werden wir uns verwandeln.

Antoine de Saint-Exupéry, ein französischer  Schriftsteller, schrieb über einen Piloten, der gegen die  spanischen Faschisten kämpfte. Dieser fiel in die Hände der Feinde und wurde ins Gefängnis gesperrt. Verächtliche Blicke und die harte Behandlung des Aufsehers ließen in ihm den Eindruck entstehen, dass er am nächsten Tag hingerichtet würde. Er schrieb in ein Tagebuch: Ich war sicher, sie würden mich töten. Ich war nervös und erschüttert und so tastete ich in meiner Tasche nach einer Zigarette. Ich habe eine gefunden, aber ich hatte keine Streichhölzer dabei. Ich habe über das Gitter geschaut, wo der Aufseher war, und unsere Augen haben sich begegnet. Aber warum sollte er sich für mich interessieren? Ich war doch für ihn schon so gut wie tot. Da schrie ich: „Herr Aufseher, haben Sie Feuer für mich?“ Er schaute mich an und kam zu mir, um die Zigarette zu entzünden. Als er das Zündholz über die Zündfläche strich, ruhten seine Augen auf mir. In diesem Moment lächelte ich und wusste nicht einmal, warum ich das getan hatte. Aber was geschah? In diesem Moment schienen die Funken überzuspringen – ich weiß, er wollte das nicht –, aber mein Lächeln entlockte ihm ebenfalls ein. Er zündete meine Zigarette an, blieb bei mir, schaute direkt in meine Augen und lächelte wieder. Es wurde mir bewusst: Dieser Mann ist nicht nur ein Gefängnisaufseher; er hat auch durchaus etwas Menschliches an sich. Dann fragte er mich: „Hast du Kinder?“ Ich antwortete: „Ja, hier sehen Sie!“  Und ich zog aus meiner Brusttasche ein Foto meiner Familie heraus. Auch er zeigte mir dann ein Foto und begann, von seiner Familie und seinen Plänen zu erzählen. Da begann ich zu weinen und sagte: „Ich habe Angst, meine Kinder nie mehr zu sehen.“  Da füllten sich auch seine Augen mit Tränen. Dann sperrte er plötzlich – ohne ein Wort zu sagen – die Zelle auf und führte mich hinaus. Wir gelangten über Nebenwege aus der Stadt hinaus. Dort am Stadtrand ließ er mich gehen. Exupéry endete seine Geschichte mit den Worten: „Sein Leben wurde durch ein einziges Lächeln gerettet.“ Die Erinnerung verwandelte sich also in Hoffnung. Die Erinnerung an die Liebe zu seiner Familie wurde zur Ursache für die veränderte Haltung des Aufsehers. Aus dem Aufseher wurde ein menschlicher Bruder und aus dem Gefangenen ein freier Mensch.

Wir sollten dankbar sein für das Lächeln des Gotteskindes in Bethlehem, durch das sich Gott allen Menschen geäußert hat.

Weihnachten 2013 in der Nacht

 

Einleitung

Wir leben in einer Zeit der Informations- und Intelligenzexplosion. Viele Informationen gibt es in den Büchern; alles ist auf den Webseiten. Man will  uns sagen, welchen Lebensstil wir leben sollen, wie wir erfolgreich sein können, wie wir kommunizieren sollen, was wir essen sollen, und es werden uns viele andere Ratschläge gegeben. Wir haben Anteil an einem Wissen, das die Menschheit formen soll. Viele können sich ohne diese vielen Informationen das Leben nicht vorstellen. Ich glaube aber, dass die einfachen Hirten, die nach Bethlehem zur Krippe eilten, um Jesus anzubeten, für uns eher eine Bereicherung sein könnten.

 Predigt

Die Hirten lehren uns, dorthin, mit Freude zu eilen, was uns wichtig ist – nämlich zu Jesus, zu Gott. Auch wir wollen heute im Geiste in Bethlehem sein. Wie könnten wir uns fühlen? Vielleicht sind wir müde vom vorweihnachtlichen Stress, der uns im Advent begleitet hat, der überall war –  in den Städten, in den Geschäften, in den Medien, müde vielleicht auch von den vielen humanitären  Aktionen und von Geschenken, die wir gar nicht brauchen. Manche feiern Weihnachten und sind gar nicht glücklich darüber, denn in ein paar Tagen hat der Alltag sie wieder eingeholt, und alles ist wieder beim Alten im persönlichen Leben, in der Familie, in der Welt.

Wir sollten uns bemühen, dem Weihnachtsfest einen tieferen Sinn zu verleihen.  Das kann für uns zum Segen  für das weitere Leben werden. Wir sollten uns im Angesicht des Kindes von Bethlehem fragen: Wo ist meine Freude und habe ich eine wahre und wirkliche Freude in mir, die von Dauer ist?  Oftmals machen wir die Bemerkung: „Das Leben ist heute schwierig.“ Niemand gibt uns etwas gratis. Wenn wir überleben wollen, müssen wir kämpfen. Ab und zu  kommt Freude auf, aber sie dauert nicht lange . Irgendwie ähnelt das einem Schnellimbiss, den man auf einer Tankstelle zu sich nimmt, um zu überleben.

Wir sollten niemals vergessen, dass es da noch etwas gibt – unseren Glauben an Gott.  Dafür sollten wir mehr Zeit und Aufmerksamkeit aufwenden. Wir sollten nachdenken und uns fragen: Wo liegt unser Schwerpunkt in unserem Leben – sind es die vielen weltlichen Dinge oder ist es Gott? Wenn Ersteres bedeutender ist, wird uns die Leichtigkeit des Daseins fehlen. Wir werden weiterhin irgendwohin eilen, immer müde sein und nie glücklich und zufrieden sein. Wenn unser Schwerpunkt aber Gott ist, so ändert sich unser Leben und wir werden Freude empfangen und diese weiterschenken. Das haben uns die Hirten ganz deutlich gezeigt. Wir müssen unser Leben nicht gänzlich ändern, weder in unserer Familie noch am Arbeitsplatz noch in unseren persönlichen Interessen; unser Schwerpunkt sollte woanders liegen.  Weihnachten zu feiern, ohne Christus, verliert seinen wahren Sinn.

Stellen wir uns folgende Fragen  und geben wir darauf Antwort:  Warum ist Gottes Sohn Mensch geworden? Er wurde Mensch aus Liebe zu uns, weil sich die Menschheit von Gott abgewandt hat. Er will uns wieder zu Gott hinziehen und dass wir unser Leben auf Gott hin ausrichten.  Jesus’ Geburt ist ein Geschenk Gottes an die Welt. In Jesus ist jeder Mensch der Beschenkte. Leider hat die Welt das Weihnachtsfest degradiert zu einer profanen Sache – zum Fest des Geschäfts und der Werbung. Es ist unsere Aufgabe, diesem Weihnachtsfest wieder den eigentlichen Sinn zurückzugeben – das Licht, das in Christus erstrahlt.

Mt 1,18-25

Als Maria von ihrer Verwandten Elisabeth zurückkam, nahm Josef wahr, dass seine Braut in gesegneten Umständen war. Die Heilige Schrift sagt, dass Josef ein gerechter Mann war. Hat der Heilige Josef diesen Titel verdient? Josef wollte das Gesetz Gottes niemals verletzen. Da aber seine zukünftige Frau schwanger war, und das Kind nicht von ihm, konnte er sie doch nicht in sein Haus aufnehmen. Da gehörte sie doch schon einem anderen.

 Joseph entschloss sich, Maria das Entlassungsdekret vor zwei Zeugen zu unterzeichnen und auf sie zu verzichten. Das war die einzige Möglichkeit, das Gesetz Gottes einzuhalten und die menschliche Ehre zu retten.  Maria hat aber das Ja-Wort zu ihrer Mutterschaft gesagt. Dieses Ja-Wort hat sie nicht zu einem Menschen, sondern zu Gott gesprochen. Josef wusste nichts davon und hätte es ihm Maria gesagt, hätte er es nicht geglaubt. Wie kann nun diese Situation gelöst werden? Gott hat diese Situation durch einen Engel gelöst, der Josef alles erklärte. Da wurde aus Josef, dem enttäuschten und erniedrigten Mann, der glücklichste aller Männer. Er hat schließlich Maria zu sich genommen und ist damit zum Pflegevater Jesu geworden. Darin wird auch begründet, dass Josef wirklich ein gerechter Mann war.

Auch uns kann es passieren, dass wir, obwohl wir gerecht sind, uns den Menschen anders eingeschätzt werden und uns der Verlust unseres guten Namens droht. In solchen Fällen sollen wir einfach auf Gott vertrauen und die Wahrheit kommt ans Licht.

4. Adventsonntag A Mt 1,18-24

Einleitung

Jeder von uns braucht in seinem Leben jemanden,  auf den er  sich verlassen kann. Zum Beispiel braucht ein kleines Kind seine Eltern. Ohne sie würde es sterben. Die Studenten benötigen die Lehrer; die Ehegatten brauchen einander. Denken wir jetzt einmal nach: Welcher Mensch könnte für uns eine Stütze sein? Wem könnten wir uns immer anvertrauen und würden wir nicht  enttäuscht werden? Sicher sind wir dankbar, dass wir einen solchen Menschen haben.

Predigt

Das Evangelium spricht heute von der Situation, die sich nach der Verkündigung ergeben hat. Maria war mit Josef verlobt, und nun sollte sie ein Kind empfangen, das nicht von ihm stammte. Josef war aber ein gerechter Mann, der Maria, seine ihm anvertraute Frau,   nicht so einfach  freilassen wollte. Er wusste, dass  das Kind, das Maria unter dem Herzen trug,  nicht von ihm sein konnte, sondern von einem anderen Mann sein musste. Vorerst wollte er Maria die Freiheit schenken, damit sie den Vater ihres zukünftigen Kindes heiraten konnte.  Maria wusste  aber gut, auf welche Weise sie schwanger geworden war.  Sie wusste, dass ihr das niemand geglaubt hätte, was wirklich geschehen war – auch der heilige Josef nicht. Darum griff Gott ein und sandte einen Engel zu Josef. Wörtlich sagte der Engel zu ihm: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären und man wird ihm den Namen Immanuel geben,  das heißt übersetzt: Gott ist mit uns“. Josef reagierte daraufhin so, wie Gott es wollte. Er wusste genau: Das ist der Wille Gottes.

Wenn wir den Willen Gottes annehmen, ist Gott mit uns. Er ist der sicherste Halt in unserem Leben. Er enttäuscht uns nie. Das ist der Grund, warum Gott uns erschuf. Gott gab uns Menschen die Teilhabe an seinem göttlichen Leben. Der Mensch zerstörte jedoch durch Ungehorsam diesen göttlichen Plan. Gott aber verließ die Menschen nicht. Schon im Paradies sagte er dem Menschen einen Erlöser zu.  Später, in der Geschichte des auserwählten Volkes, kann man klar sehen, dass Gott immer mit den Menschen ist. Obwohl der Mensch wegen seines Ungehorsams Strafen ertragen musste, hat Gott ihn nie verlassen. Eine wichtige Rolle spielten hier die Propheten, die im Namen Gottes verkündeten, dass Gott sein Volk nie vergessen habe. Als dann die Fülle der Zeit kam, kam Gott selbst unter die Menschen. Gott wurde Mensch und lebte unter ihnen. Wieder ist klar, dass Gott sein Volk nicht verließ. Das äußerte auch der heilige Apostel Paulus, als er in Athen einen Altar mit der Inschrift „dem unbekannten Gott“ fand. Paulus sagte dazu: „Was also sie verehren, das verkünde ich ihnen. Gott, der die ganze Welt erschuf und alles , was in ihr ist, wohnt nicht in einem Tempel, durch menschliche Hände erstellt, als er etwas bräuchte. Doch er gab das Leben allen. Gott. Er machte von einem Menschen das ganze Menschengeschlecht, damit es die ganze Tagesoberfläche bewohnt, damit die Menschen  Gott suchen und finden. Gott ist von niemandem weit. In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. Von  diesen Worten des Paulus sehen wir, dass Gott mit uns ist, dass es ihm an uns liegt, dass er für uns Hauptstütze sein will. Er weiß am besten, was wir brauchen. Werden wir aber aufrichtig? Wirklich glauben wir an das? Sehr viele Menschen glauben, sie wüssten, was sie brauchen. Gott soll ich Ihnen  dabei helfen, Ihre Wünsche zu erfüllen. Wenn es geschieht, haben sie das Gefühl: Gott ist mit ihnen. Die Wirklichkeit, dass Gott für sie das ewige Leben vorbereitet hat, bedeutet für sie fast nichts. Viele leben so, als gäbe es keinen Gott. Sie rechnen in ihrem Leben nicht mit Gott. Diese Menschen fühlen , dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie reden sich ein, dass sie sehr beschäftigt sind und für Gott keine Zeit haben. Das ist ein großer Fehler. Maria und Joseph fordern uns auf, damit wir sein Leben mit ihm erleben. Gott verlangt von uns nicht so viel. Ein bisschen weniger Fernsehen oder Radio hören, mehr Zeit den geistlichen Sachen zu widmen. Glauben Sie, dass es sich  lohnt? Als Professor Doktor Antonio dem Papst Johannes XXIII  mitgeteilt hatte, dass er ein  bösartiger Tumor hat, reagierte der Papst mit dem Worte: ,, Es geschehe Gotteswillen. Meine Koffer sind bereit. Ich bin auf den Weggang vorbereitet. Am Abend zelebrierte Kardinal Traglia die heilige Messe für den kranken Papst. Als er die Worte sagte: Ite, missa est. Der Papst ist verstorben. Das ist  das Bild des Menschen, der sich sein ganzes Leben lang auf Gott stützte. Er war immer vorbereitet.  Sind auch wir vorbereitet. Wenn wir uns auf Gott stützen, werden wir unser Leben ruhig und glücklich verleben und vor allem zum Aufbruch in die Ewigkeit vorbereitet sein.

Mt, 21,23-27, 3. Advent-Montag

Als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohepriester  und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: “ Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?“ Diese Frage stellten die ? r an Jesus,  nachdem er im Tempel von Jerusalem Ordnung gemacht hatte. Jesus hatte alle Händler und Käufer aus dem Tempel hinausgetrieben und die Tische der Geldwechsler sowie die Stände der Taubenhändler umgestoßen. Die Mitglieder des Hohen Rates dachten, dass Jesus dazu keine Befugnis hatte. Sie wussten hervorragend, dass Jesus keine rabbinische Schule besucht hatte.  Sie hielten sich für die Tempelverwalter. Unter diesem Aspekt ist ihre Handlung vollständig begreiflich. Wie reagiert Jesus? Er hätte ganz einfach sagen können: „Ich bin Gottes Sohn. Das ist das Haus meines Vaters. Er hat mir die Vollmacht erteilt.“ Jesus aber handelt nicht so. Warum nicht? Er hatte sehr gut gewusst, dass die Mitglieder des Hohen Rates  das nicht geglaubt hätten. Es war schwer  zu erwarten, dass sie den Worten Jesu geglaubt hätten, wenn sie nicht einmal den Wundern geglaubt haben, die Jesus vor ihren Augen getan hatte.  Darum gab Jesus ihnen eine ausweichende Antwort. Die Situation aber wiederholt sich. Auch heute gibt es viele Leute, die so denken: Die Kirche hat kein Recht, sich  in das Leben der Menschen einzumischen, die Menschen zu belehren oder zu führen. Wenn wir ihnen sagen:  Christus hat der Kirche dieses Recht gegeben, dann glauben sie das nicht und sagen,  das seien nur  Märchen. Hier muss eines klar sein:  Wie es zur Zeit Jesu war, so ist es  auch heute eine Frage des Glaubens. Wenn wir glauben,  dass Jesus der Sohn Gottes ist, dann wird es für uns kein Problem sein,  die Wirklichkeit anzunehmen, dass Jesus seiner Kirche die Macht gegeben hat,  die Menschen zu lehren und zu führen. Wenn die Hohepriester geglaubt hätten, dass Jesus der Sohn Gottes ist, hätten sie das Handeln und Tun Jesu verstanden.

Der Pastoral plan einer Pfarre

Ziel: Die Pfarre soll die Gemeinschaft aller Gemeinschaften und Gruppierungen sein, in der jeder die Gemeinschaft finden kann, die am besten seinen Vorstellungen entspricht. Das Ziel ist  eine gut funktionierende lebendige Pfarre, die die Möglichkeit bietet, die Persönlichkeit des Menschen zu formen, damit er fähig ist, seine Mission in der Welt zu erfüllen.   Es ist nicht das  Ziel, viele Aktivitäten anzubieten. Bei zu vielen Aktivitäten verliert sich der Mensch leicht.

Viele sehen die Pfarre nicht als ein Amt, das man nur bei Bedarf besucht.   Wenn mein Kind krank ist, gehe ich mit ihm zum Arzt; brauche ich Milch,  gehe ich ins Geschäft, nur brauche ich eine Taufe, gehe ich ins Pfarramt. Eine Pfarre ist mehr als ein Pfarramt. Die Pfarre ist der Ort, an dem unser Glaube wachsen und sich entwickeln kann. Glaube ist nicht nur meine Privatsache. Heute ist die Pfarre nicht nur der Raum, in dem die Menschen leben, sondern darüber hinaus: Manche wohnen zwar in der Pfarre, arbeiten aber an einem anderen Ort. Es gibt auch einige Menschen, für die  nur die materiellen Werte zählen. Für sie ist nur Geld, Reichtum und  eine gute Stellung, wichtig. Andererseits gibt es aber auch Menschen, die Hunger haben nach geistlichen Werten.  Die Pfarre soll daher für jene Menschen diese Werte anbieten. Sie soll Menschen dafür gewinnen und ihnen vermitteln, dass der Glaube an Jesus Christus ihrem Leben Erfüllung geben kann. Der Priester kann das alles nicht alleine machen. Er braucht Helfer. Darum ist es bedeutsam, Menschen zu befähigen, Verantwortung für einzelne Gebiete des Pfarrlebens zu übernehmen. Jeder von uns hat seine speziellen Gaben, jeder kann etwas beitragen. Man muss überlegen:  Was für eine Gabe habe ich bekommen? Was kann ich anbieten?  Viele Menschen machen deshalb nichts für die Pfarre, weil sie meinen, sie könnten Fehler machen, weil sie nicht vollkommen sind. Jeder Mensch hat aber seine Fehler, niemand ist vollkommen.  Wer etwas macht, wird durchaus Fehler machen.  Nur Menschen, die nichts machen,  machen keine Fehler. Der Erfolg der Pastoral in der Pfarre  hängt nicht von der Menge der Aktivitäten ab. Jede Aktivität muss ein höheres Ziel haben. Sie  soll den Menschen zu Gott führen, die Persönlichkeit des Menschen entwickeln und   Gemeinschaft bilden. Wenn in einer Pfarre nur ein paar aktive Menschen sich engagieren, dann besteht die Gefahr, dass die anderen nur Konsumenten sind. Darum ist es notwendig, möglichst viele Menschen in jede Tätigkeit einzubeziehen. Diese Menschen werden sich dann mit diesen Tätigkeiten identifizieren, und ihre Talente werden sich weiterentwickeln. Man muss sich bewusst werden, dass es nur möglich ist, etwas zu verwirklichen, wenn wir mitarbeitet. Jede Pfarre sollte einen Pastoral plan mit ihren Tätigkeiten erstellen. Er soll die konkrete Situation darstellen und auch die Möglichkeiten aufzeigen, die die Pfarre hat. Diesen Plan kann man dann auch von Zeit zu Zeit ändern und, wenn es notwendig ist, an die gegebene Situation anpassen.

Eine Pfarre ist wie eine Familie. In jeder christlichen Familie sind für das harmonische Zusammenleben drei Bereiche essenziell:

* Die Beziehung zu Gott, das Gebet, die Hl.Messe, das geistliche Leben und alles, was dazu gehört.

* Die Arbeit,  um die Möglichkeiten und Dinge  zu schaffen, die die Familie zum Leben braucht.

* Unterhaltung durch Ausflüge, Feiern, Hobbys, Sport

Wenn die Familie einen  dieser drei Punkte vernachlässigt, beginnt sie zu zerfallen. Professor Vladimir Satura sagte: „Damit der Mensch  gesund leben kann, braucht er für ein ausgewogenes Gleichgewicht diese drei Bereiche:

 * Kontakt mit Gott, Meditation, Kontemplation

* Leistung, Arbeit

* Extase, Unterhaltung, Feiern, Hobbys

Eine Pfarre ist mehr als nur  eine gut funktionierende Organisation. Die Pfarre soll die  Gemeinschaft der Menschen sein, die miteinander und vor allem mit Christus verbunden sind. Das sollte die erste Aufgabe jeder Pfarre sein, nur so kann sie gut funktionieren. Möglich ist das aber nur mithilfe des Heiligen Geistes.

 Z

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Hl.Odilia,Äbtissin

Die heilige Odilia stammte aus einer fürstlichen Familie im Elsass. Sie wurde um 660 blind geboren. Deshalb wollte sie ihren Vater, Fürst Adalrich, nicht  in der Familie.  Er gab  sie einer Dienerin zur Betreuung. Diese vertraute sie einem Kloster in Moyenmoutier an, wo sie getauft wurde. Bei der Taufe erhielt Odilia das Augenlicht zurück. Odilia ist herangewachsen. Ihr Bruder Hugo war nicht zufrieden damit, dass seine Schwester außerhalb der Familie lebte, und holte sie nach Hause. Odilia war aber schon  sehr an das Klosterleben gewöhnt. Ihr Vater ließ daher das Kloster Hohenbourg erbauen. In diesem Kloster wurde Odilia zur ersten Äbtissin. Das Kloster orientierte sich an den Regeln des Heiligen Benedikt. Odilia starb im Ruf der Heiligkeit Anfang des 8. Jahrhunderts. Sie wurde im Kloster Hohenbourg bestattet. Später gelangten ihre Reliquien an verschiedene Orte. Kaiser Karl IV. bekam   im Jahre 1353 ihre rechte Hand, die er nach Prag brachte.  Der Verbreitung ihrer Verehrung kann man in den liturgischen Texten folgen. Schon im 9. Jahrhundert findet man ihren Namen in der Litanei der Heiligen in Regensburg, Freising und Utrecht. Im Hochmittelalter wurde ihre Verehrung  in den meisten deutschen, aber auch teilweise in den französischen Klöstern verbreitet. Odilia wird häufig mit Äbtissinnenstab und Buch dargestellt.

Odilia ist die Patronin des Elsass und von Arlesheim. Von Augenkranken wird sie als Schutzpatronin verehrt.

3.Adventsonntag A /Gaudete/ Mt,11,2-11

3.Adventsonntag A 2013

Einleitung

Es ist sicherlich schon einmal passiert, dass wir die Tür unseres Hauses oder unserer Wohnung abgeschlossen haben, aber als wir schon unterwegs waren,  tauchte ein gewisse Unsicherheit in uns auf, ob wir das wirklich auch gemacht haben. Wir gingen zurück, um uns zu überzeugen, dass wir die Tür wirklich zugesperrt  haben. Warum gingen wir zurück? Wir wollten einfach sicher sein. Diese Sicherheit wollte auch Johannes der Täufer haben. Er wollte wissen, ob Jesus wirklich der ist, den die Menschheit erwartete. Deshalb schickte er seine Jünger zu Jesus mit der Frage: ,,Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“

Predigt

Johannes,  der Täufer war also im Gefängnis gelandet.  Das geschah auf Befehl des König Herodes, weil Johannes zu ihm sagte:  „Du darfst nicht mit der Frau deines Bruders  leben.“ Im Gefängnis dachte er über Jesus nach, dem Messias, den er den Weg für sein Kommen vorbereitet hatte. Über Jesus predigte er: ,,Schon hält er die Schaufel  in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen, die Spreu aber wird er im nie erlöschenden Feuer verbrennen“.

Die Wirklichkeit aber war  eine andere. Jesus war kein Revolutionär. Er aß und trank sogar mit den Zöllnern und Sündern. Jesus verurteilte niemanden, aber er verwies sie auf das Gericht am Ende der Zeiten. Er war keiner, der Blitz und Donner losließ, sondern einer, der von Gott sprach, der alle Menschen liebt. Jesus kam nicht, um die Menschen zu verurteilen, sondern ihre Wunden zu heilen. Aber auch Johannes hatte sich das nicht so vorgestellt. Er dachte, Jesus sei ein strenger und energischer Messias. Vielleicht ahnte er nicht, dass diese Einstellung Jesu auch zur Einstellung der Menschen in der Zukunft werden solle.    

Menschen glauben an Gott, aber sie haben von ihm ihre eigenen Vorstellungen. Gott ist aber anders, seine Vorstellungen sind nicht unsere menschlichen Vorstellungen. Er lässt sich  von uns nicht belehren, wie er sich  benehmen solle. Er hat das Recht uns zu sagen, wie wir Menschen sein sollen. Wir  haben  kein Recht ihm zu sagen, was für ein Gott er sein soll.    Schon ist Buch Jesaja heißt es : „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege“. Wir sollten immer unsere Vorstellungen von  Gott korrigieren und sie mit dem wirklichen Bild  vergleichen,  das uns Jesus Christus zeigte.  

Ein Schriftsteller erzählt von einem Pädagogen, der als kleiner Bub in einer Internatsschule war.  Dieser sagte: ,, Ich habe oft geweint und mit meinen Fäusten  auf den Tisch gehaut und Gott gebeten, dass er nicht so einer sein soll, den ich mir in meinen Vorstellungen wünsche.“ Er kannte  Atheisten, die nicht glaubten, dass es einen Gott gäbe. Sie behaupteten, sie könnten die Existenz Gottes nicht annehmen, da es so viel Unrechtigkeit und Leid in der Welt gibt. Wenn es Gott gäbe, würde er das nicht zulassen. Da aber so furchtbare Dinge in der Welt geschehen, ist das doch ein Beweis dafür, dass es keinen Gott gibt. Es gibt aber auch Atheisten, die zwar den wahren Gott nicht ablehnen, nur das Bild, das sie von Gott haben, können sie nicht annehmen. Vielleicht aber könnten wir  Gläubigen durch unser Leben dazu beitragen, dass andere jenes Bild von Gott erhalten, dass ihm entspricht.

Die Adventzeit ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. In vielen Familien herrscht eine gute Harmonie, weil sie das Problem des Andersseins des jeweiligen Familienmitgliedes verstehen. Der Mann kann annehmen,  dass seine Frau vielleicht anders ist,  als er sie sich vorgestellt oder erträumt hat. Ähnlich ergeht es der Frau. Beide akzeptieren auch, dass ihre Kinder anders sind, als  es ihren Wünschen entspricht. Wenn wir nicht fähig werden, die Menschen so anzunehmen wie sie sind, dann wird es immer wieder zu Spannungen kommen, man wird unzufrieden sein und in Unfrieden leben. Unsere Vorstellungen und Erwartungen von den Menschen können durchaus richtig sein, das ist keine Frage, aber Menschen sind eben keine vollkommenen Geschöpfe, sondern jeder hat seine Fehler. Vielleicht sind wir auch über manches Verhalten der Menschen enttäuscht.

Wenn wir eine richtige Vorstellung von Gott haben, können wie niemals enttäuscht werden. Wenn auch so manche unserer Vorstellungen  von Gott vielleicht nicht richtig ist, Gottes Tun ist immer richtig. Er ist besser, als wir es uns jemals vorstellen können. Wir können irren, Gott aber nicht. Werden wir uns immer wieder bewusst, dass Gott alles zum Guten lenken wird, auch wenn wir oft nicht fähig sind, dies in so manchen Augenblicken und Situationen zu begreifen.

  

Hl.Damasus I., Papst

Damasus wurde 305 in Rom geboren. Seine Familie stammte aus Spanien. Seine Mutter starb während der Verfolgung der Christen. Sein Vater Anton war sehr fromm. Ihm lag sehr daran, seinen  Sohn gut zu erziehen. Damasus wurde Diakon und lebte ein streng asketisches Leben.  Er war besonders begabt. Seinen scharfsinnigen Verstand und seine reiche Fantasie benutzte er zum Wohle der Kirche. Als Diakon diente Papst Liberius. Als Liberius ins Exil geschickt wurde, suchte ihn Damasus auf und bemühte sich,  ihm zu helfen. Inzwischen ermutigte er die römischen Christen, ihren Papst Liberius nicht zu vergessen. Er forderte sie auf, den Kaiser zu zwingen, den Papst wieder zurückzurufen. Durch das Exil wurde die Gesundheit des Papstes sehr in Mitleidenschaft gezogen, sodass er bald nach seiner Rückkehr starb. Damasus wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Wie ging er in die Geschichte der Kirche ein? Ihm verdanken wir, dass Hieronymus die altlateinische Übersetzung revidierte. Der heilige Hieronymus war sein vertrautester Freund. Auf der römischen Synode 374  wurde die Irrlehre vom Heiligen Geist, der sogenannte  ,, Macedonismus“ verurteilt. Weiter rettete er die ältesten christlichen Gedenkstätten. Er hatte eine gute  Beziehung  zur Kunst und so erneuerte er die Gräber der Märtyrerund Heiligen. Er war auch ein großer Dichter und er verfasste die Inschriften der Gräber der Märtyrer. Damasus kämpfte auch gegen die Arianern. Er war sehr begabt und klug in der Verwaltung der Kirche.  Damasus übergab am 11. Dezember seine edle Seele dem Schöpfer.

Wir danken Gott für diesen großen Papst. Von ihm lernen wir, wie wir uns  vor der Sünde schützen, die Liebe pflegen, und das Leid ertragen können.

Mt 18,12-14

Mt 18,12-14… Wenn jemand hundert Schafe hat…… Jesus hat mehr als hundert Schafe. Er ist der guter Hirte. Milliarden Engel und Menschen  gehören zu diesem guten Hirten. Wer sollte sich nicht glücklich schätzen,  einem solchen Hirten anzugehören?  Das verlorene Schaf ist der Sünder. Und welcher Mensch könnte sich davon ausnehmen? Das ganze Menschengeschlecht nicht.  In Jes.53,6 heißt es:  ,,Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg“. Schon mit den ersten Menschen – Adam und Eva –  fing dieses Irregehen an und es hat sich fortgesetzt von Geschlecht zu Geschlecht.   Schauen wir uns diese Verirrung näher an! Wir finden darin das Wesen der Sünde. Sünde ist Abfall, Trennung und  Entfremdung von Gott. Da ist genauso, als wenn ein verirrtes Schaf die Stimme seines Hirten nicht mehr hört und dann ohne Leitung seine eigenen Wege geht, die keine guten Wege sind. Ein Sünder  hört nicht auf Gottes Wort. Er will unabhängig sein und folgt nur seinen  Gelüsten, die Folge ist dann der Abfall vom Glauben. Wie gut hätte es das Schaf beim Hirten gehabt, nun aber leidet es Mangel und Not, schwebt in beständiger Gefahr vor Räubern, Untieren  und Abgründen. Und der Sünder? Für ihn ist das selige Paradies verloren und auch im Innersten wird er traurig und einsam.   Ihm fehlt die Ruhe und der Friede des Herzens und er wird vom bösen Gewissen gequält. Er ist eingekreist von zahlreichen Gefahren gegen das Heil.  Das Schaf ist ein eigentlich ein ziemlich dummes Tier. Wenn es sich einmal verirrt hat, findet es seinen Heimweg nicht mehr, kommt sogar manchmal in dichtes Gestrüpp und kann nicht mehr weiter. Es kann sich nur mehr in seiner Not durch ein erbärmliches Blöcken bemerkbar machen. So ergeht es auch der gefallenen Menschheit, sie wird unfähig, sich zu erheben und irrt trostlos herum. Sie wird unfähig,  sich Licht, Kraft, Trost von Gott zu holen und sich von ihrer Sünde zu befreien, auch wenn man ihr dabei Hilfen anbietet.  Was ihr bleibt, ist ein flehentlicher Notschrei zum Himmel: Rorate coeli – Tauet Himmel.

Der gute Hirt  aber  lässt die neunundneunzig Schafe in der Wüste zurück, als er bemerkt , dass ihm ein Schaf  fehlt. Sein Herz ist so weit, das  er jedem einzelnen eine so große Liebe zu schenken vermag. Es scheint fast so, als wäre nur dieses eine da, um das er sich jetzt kümmern muss, und er für kurze Zeit die anderen zurücklässt. 

Hl.Johannes Didacus Cuahtlatoatzin, Glaubenszeuge

Der heilige Johannes Didacus stammte aus einem indianischen Stamm in Mexiko. Er wurde heidnisch erzogen und lebte nach seinem Gewissen. Als die Franziskaner kamen, trat er mit seiner Frau dem Christentum bei. Er nahm einen neuen Namen an –  Juan Diego –  und wurde ein eifriger Christ.

Juan Diego war 57 Jahre alt als er am 9.12. 1531 ging zum Hügel Tepeyac. Plötzlich hörte er einen lieblichen Gesang. Am Anfang hielt er dieses Gesang für  den Gesang von Vögeln. Aber der Vogelgesang wechselte plötzlich in eine Stimme, die ihn rief. Juan ging weiter und auf dem Hügel sah er eine wunderschöne, liebliche Frau. Die Frau sprach ihn in seiner Muttersprache an und sagte zu ihm: „Ich bin die    Mutter Gottes und mein Wunsch ist, dass hier eine Kirche erbaut werden solle.“ Maria versprach Juan Diego, dass die  Anliegen der Menschen, die dort beten, auf  ihre Fürsprache  erhört werden. Maria schickte ihn dann zum Bischof, um ihm zu sagen, er möge Sorge tragen für den Bau dieser Kirche.  Der Bischof hörte sich die Worte Juan Diegos an, aber sie schienen  ihm nicht vertrauenswürdig.  Diego sollte später noch einmal kommen, und der Bischof versprach  ihm, die Sache zu überdenken. Am nächsten Tag ging Juan Diego wieder zum Hügel, um sich über seinen Misserfolg zu beschweren. Er wollte Maria bitten, jemanden anderen zum Bischof zu  setzen, der dafür besser passt. Maria aber sagte: „Ich habe dich erwählt.“ So ging er also nochmals zum Bischof. Dieser wollte aber ein Zeichen. Der Bischof wollte aber ein Zeichen und ließ Diego auch beobachten.  Diego ging wieder zum Hügel und berichtete Maria von der Forderung des Bischofs.  Sie sagte zu ihm: „Komme morgen wieder, dann sollst du ein Zeichen bekommen.“  Am nächsten Tag erkrankte Diegos Onkel ernsthaft.  Diego musste den Arzt holen. Der Arzt untersuchte den Onkel und sagte: “ Bei dieser Krankheit kann ich nicht helfen; ich  bin machtlos.“ Der Onkel wollte beichten und schickte Diego, um einen  Priester zu holen.   Deshalb konnte Diego  nicht zum Hügel gehen. Auf dem Weg zum Priester erschien ihm Maria plötzlich und sie sagte: „Dein Onkel wird jetzt noch nicht sterben“.  Dann schickte sie ihn auf den Berg, um Rosen zu pflücken.     Dort wuchsen aber niemals  Rosen. Doch Juan fand dort die wunderschönsten Rosen. Noch ein größeres Zeichen war ein Bild, das auf seinem Mantel entstand. Da glaubte ihm der Bischof.  Auch der Onkel wurde auf wunderbare Weise gesund. Auf die Frage,  wann  er gesund wurde, sagte Juan Diego: “ Eben zu der Zeit, als Maria zu mir sagte, dass mein Onkel jetzt noch nicht sterben wird.“ Die Kirche wurde schließlich erbaut. Diego wurde in dieser Kirche Mesner und ein eifriger Zeuge des Glaubens. Sein Leben zeichnete sich durch Liebe und tiefe Frömmigkeit aus. Diego starb Ende Mai 1548.

Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 31.7.2002 in Guadalupe heilig. Juan Diego ist der Patron Mexikos. Er wird um Hilfe im Leid  angerufen.

Weihe-Erneuerung

Lied: SJ 20/Liederbuch „Singt Jerusalem/

Priester; Ansprache: Warum sollten wir uns an Maria weihen? Die Leute bereiten sich auf die Weihen vor.

Die Kirche  schaut mit Liebe und besonderer Hoffnung auf Maria und vertraut sich ihr an, und so wollen auch wir uns in allen Ereignissen unseres Lebens ihr anvertrauen,die wie eine Mutter ihren Kindern besonders nahe ist. Dieses Geschenk hat uns Jesus am Kreuz gemacht,sozusagen als ein Testament. Aber wir müssen wie der junge Apostel Johannes auf diesen Ruf antworten und sie zu uns nehmen, in unser tieftes ,,Ich“ Johannes hat sie als Mutter zu sich genommen. Auf diese Weise möchte Johannes sozusagen in den Strahlkreis dieser mütterlichen Liebe kommen und ihre Schule gehen. Wir sprechen hier von ,,Weihe“. Es gibt eigentlich nur die Weihe an Gott. Durch die Weihe die Jesus vollzogen hat,empfangen wir die Taufe und alle anderen Sakramente. Aber wir erleben jeden Tag auch unsere Untreu und Unfähigkeit, unser Taufversprechen zu leben. Wenn wir ,,volkommen“ sein wollen,wie es das Evangelium verlangt, wenn wir  uns entscheiden wollen, die Heiligkeit mitten in unserer Welt zu leben, dann ist Maria der,,kürzeste, leichteste, vollkomemeste und sicherste Weg“, sagt uns der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort. Wenn wir uns ihr überlassen,wird sie uns ihren ganz einfachen Glauben vermitteln, ihre mutige Hoffnung und ihre glühende Liebe. Sie wird uns helfen, dass wir unsere hohen Ideale in Zukunft nicht abschwächen,sondern als reife Erwachsene unsere Berufung erfüllen. Es ist wie mit dem Matrosen, der von der Höhe seines Mastes aus schreit. ,,Land! Land! Ich sehe inmitten der stürmischen Fluten einen schmalen Durchgang!“ Dieser Weg ist die Muttergottes, so  würde der heilige Ludwig-Maria sagen, oder auch Maximilian-Kolbe, Lucia von Fatima, Johannes-Paulus II. und viele andere. Wir müssen Lebensgeschichte der Mutter Gottes Maria kennen. Maria, die allerheiligste Jungfrau und Mutter Gottes, nimmt im ewigen Plane Gottes  eine ganz vorzügliche Stellung ein. Zu ihr hin wendet sich Gottes Auge von Ewigkeit her und  zu ihr hin wendet sich deswegen auch die Augen der  Gläubigen aller Zeiten. Trotzdem machen die Evangelisten von ihr wenig Aufhebens, sondern erwähnen sie und ihre Schicksale nur gelegentlich, nur dann, wenn sie im großen Werke seines Sohnes mittätig ist.  Die Geschichte bietet uns eine feste Grundlage für die Verehrung Maria, welche um so größer und inniger sein wird, je klarer uns ihre hohe bestimmung und eigene Heiligkeit entgegentritt, je besser wir ihr Verhältniss zu Gott und zu uns Menschen erkennen. In Maria wollte uns Gott zugleich das Ideal rein menschlicher Heiligkeit, das  beste Nachbild Christi, geben,zeigen. Die wahre Hoheit Maria besteht darin, dass sie nicht aus Notwendigkeit oder Zufall unter den Frauen zu dieser Würde angenommen wurde, sondern von Ewigkeit der dazu aus allen  Geschöpfen  auserwählt.,, Siehe,von nun werden mich selig preisen alle Geschlechter“ Lk 1,48. So rief Maria mit prophetischen Geisten aus und sie wollte damit nichts, der es sagen als; Alle wahren Christen werden mich des Werkes wegen preisen, das Gott durch mich vollzieht. Auch wir also müssen Maria selig preisen und verehren, wenn wir wahre Christen sein wollen. Was soll uns aber besonders dazu bewegen. Ihre Hoheit . Maria konnte in Wahrheit sagen. Lk 1,49:,, Denn der Mächtige hat großes an mir getan und sein Name ist heilig“. Maria wurde Muttergottes. Dass allein von Maria sagen, dass sie die Mutter Gottes ist, übertrifft alle Hoheit, die nah Gott genannt werden kann/Hl. Anselm/ Eine größere Erde und einen größeren Himmel konnte Gott machen,aber nicht eine größere Mutter/Hl. Bonaventura/ Weiter wir verehren Maria wegen der Fülle der Gnade, mit denen sie Gott ausgerüstet hat. Mit Recht nennt sie der Engel  ,,voll der Gnade“. Alle anderen menschen bekennen müssen: Ps 50,7 ,, In Ungerechtigkeit bin ich empfangen ,in Sünden hat mich empfangen meine Mutter.  Maria blieb von allen Sünden und auch der Erbsünde frei. darum beten wir. Maria ohne Makel empfangen,bitte für uns. Wie groß erscheint uns Maria heiligkeit, wenn wir betrachten. Wenn heilig ist, was Gott gewidmet, wer ist dann heiliger als jene, die Gott mit der menschlichen Natur bekleidet und die seine Mutter geworden. Im Vergleiche mit den anderen Heiligen – Maria übertrifft an Heiligkeit. Von ihr gilt.;,Spr 31,, Viele Tochter haben Reichtümer gesammelt, du aber hast sie alle übertroffen“. Maria hat im ersten Augenblicke ihrer Empfängnis mehr Vorzüge und Gnade erhalten als alle Seelen der Heiligen,  ja sogar als alle Chöre der Engel, weil sie mit der empfangenen Gnade auch mit größerer Treue mitgewirkt hat, so hat sie sich zu einer solchen Stufe der Heiligkeit erschwingen , dass die heiligen Väter  dieselbe lieber mit der Heiligkeit Gottes als mit der übrigen Heiligen vergleichen. Überzeugt von der Marias Heiligkeit fragen wir. Wie sollen wir ihr unsere Verehrung bezeigen. Wir sollen Maria  hoch schätzen, d.h. wir sollen sie ansehen als das herrlichste  Geschöpf, das aus den Händen des Schöpfers hervorgegangen. Die Hochschätzung ist eine sehr vortreffliche Verehrung Mariä. Wir haben genug Ursache, Maria hochzuschätzen, Durch innige Liebe. Lieben heißt jemand wohlwollen und ihm auch Gutes tun. Wir sollen Maria lieben. Wir lieben Maria,wenn wir uns freuen, dass sie der Allerhöchste mit solchen Gütern der Gnade bereichert, wenn wir ihr deswegen Glück wünschen, uns sie als die Königin des Himmels  und der Erde preisen ,uns freuen darüber , dass sie auch unser Königin ist und so benehmen, wie es solchen ziemt, , welche ihre Königin nennen. Dazu soll uns ermuntern das Beispiel der Heiligen. Dazu sollen wir uns bedienen der gewöhnlichen Gebete der Kirche, als da sind: das Ave-Maria, das Salve Regina, die Lauretanische Litanei, Rosenkranz usw.  Mit einer werktätigen Liebe . ,, Die wahre Probe der Liebe ist die Aufweisung eines Liebeswerkes./Hl. Gregor/. Was haben die Heiligen getan, ihre zarte Liebe zu Maria zu beweisen? Sie erbauten Kirchen, errichten Altäre , stifteten Orden. Welche Ehrfurcht hatten sie vor ihrem heiligen Namen. Wie eifrig wohnen sie den marianischen Andachten bei. Wie heilig begehen sie ihre Festtage. Wir sollen Maria unsere Dankbarkeit bezeigen. Sie verdient dieselbe als die Mutter unseres Erlösers. Soll unsere Verehrung der Muttergottes dem Allerhöchsten gefallen und für uns von Nutze sein, so muss sie auch die gehörigen Eigenschaften haben. Sie muss  wahrhaft sein. Sie muss von unserem Herzen hervorgehen. Sie sollt von uns nicht gelten. Der Herr sagte: Jes 29,13,,Weil dieses Volk sich mir nur mit Worten nähert , sein Herz fernhält von mir“ . Wir sollen Maria verehren,  erste Verehrung nicht vor oder über Gott , dem Gott gebührt die erste Verehrung, weil er Gott ist. Maria sollen wir in Gott und wegen Gott verehren. Maria ist unsere Mutter. Sie liebt alle ihre Kinder in gleicher Weise. Wir alle wissen aus Erfahrung,dass jedes Wesen geliebt werden will. Nicht nur der Mensch, auch die Tiere und die Pflanzen sehnen sich nach Liebe. Lieben und geliebt werden, gehört zu den Grundprinzipien des Lebens. Wo es keine Liebe gibt, herrscht der Hass, das heißt , es herrschen Tod und Verderben. Wer liebt und geliebt wird, trägt das Licht in seinem Herzen. Der Tod herrscht in erster Linie über jene, die hassen,selbst wenn ihr Hass aus menschlicher Sicht begründet ist. Die Menschen verfahren immer nach dem Prinzip: Liebe den, der dich liebt und hasse den,der dich hasst. Das heißt: Zahn um Zahn , Wunde um Wunde, Tod um Tod. Das ist das Gesetz des Todes   und dieses Gesetz ist im Menschen leider tiefer verankert als das Gesetz des Lebens. Maria will uns auf einen anderen Weg führen, den Weg Christi, den Weg der Kinder Gottes . Sie will uns lehren, dass die Liebe den Hass besiegt, das Licht die Finsternis vertreibt und die Vergebung den zugefügten Schmerz vergessen lässt. Wer liebt, der steht im Licht. Maria möchte uns die richtigen Lebensregeln beibringen und darum fordert sie uns auf,zu lieben und unsere Liebe über alle menschlichen Erwägungen und die menschliche Logik zu stellen. Maria, die Mutter der reinen Liebe, will uns zur christlichen , be, heißen und unermüdlichen Liebe erziehen. Sie selbst geht mit gutem Beispiel voran. Aus Liebe leidet sie für uns und verlässt uns dennoch nicht. Sie ruft uns unermüdlich und liebt uns auch dann ,wenn ihre Liebe keinen Widerhall findet. Sie liebt uns, auch wenn wir weit von ihrem Herzen entfernt sind, und sie empfindet  Freude, wenn wir zu ihr zurückfinden. Nicht und niemand steht so ferne, dass ihn ihre Liebe  nicht erfassen könnte. Maria will ihren Kindern nahe sein, und die Liebe öffnet ihr alle Grenzen und läßt sie alle Hindernisse überwinden. Die göttliche Liebe hat im Herzen Mariens ihre wahre Heimstätte gefunden. Maria führt uns zu Jesus. Sie kann am leidenden Jesus, mit dem sie mitgelitten ha, und dem sie bewiesen hat, zu welchem Opfer sie aus Liebe zu ihm bereit ist, nicht vorbeigehen. Maria ruft uns zu Opfern auf und als Mutter verspricht sie uns dafür auch eine Belohnung. Maria ruft uns zu Opfern auf und als Mutter verspricht sie uns dafür auch eine Belohnung. Gott wird jene belohnen, die aus Liebe ein Opfer darbringen. Maria weiß, dass wir am ehesten zur Liebe und zum Opfer bereit sind, wenn uns dafür ein Lohn winkt. Unsere größte Belohnung geworden sei. Gott über alles lieben zu können. Wir sollten auch nicht vergessen. Glücklich, ja unendlich glücklich ist die Seele auf Erden ,der der Heilige Geist das Geheimnis Mariens enthüllt und erkennen lässt. Mit Maria wollen wir uns von ganzem Herzen nach dem ,, Pfingsten der Liebe“ in unserer Welt sehnen.

Rosenkranz Gesetzchen

Weihegebet-Lebensübergabe an Christus durch die Hände Mariens.

Die Kerze anzünden und in der Hand halten.

Ich/Name, getauft am /Taufdatum, erneuere an diesem Tag feierlich vor der ganzen Kirche mein Taufversprechen. Ich sage dem Satan, dem Urheber des Bösen, wieder den Gehorsam auf, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können. Ich weihe und schenke mich durch das unbefleckte Herz Mariens ganz und für immer der Heiligsten Dreifaltigkeit,  dem Vater und dem Sohn  und dem Heiligen Geist. Ich vertraue mein ganzes Leben, alle Freuden und Sorgen, Gott, meinem Schöpfer und Erlöser, an. ich möchte täglich in der Liebe zu Gott und in der Hingabe an meinen Nächsten wachsen. Ich stelle mich unter den Schutz der Gottesmutter Maria, um an ihrer Hand auf dem Weg des Glaubens voranzuschreiten, der zum ewigen Leben im Licht des Herrn führt. Amen

Stille-2-3 Minuten /sagen das/

Sj 313-Gesang

Marie Andacht-Gotteslob 783-zwischen das Lied 815

Vesper

Hymnus 312-

Psalmen 600, 601, 602 – Gotteslob

Magnifikat-Gotteslob 127

Fürbitten-8. Dezember

GL-542

Segen-Brot vom Himmel hast du…

Maria Lied GL -843

Hl.Ambrosius,Bischof von Mailand,Kirchenlehrer.

Ambrosius wurde 339 in der Stadt Trier geboren. Nach dem Tod seines Vaters zog er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Rom. Nach dem Studium wurde er kaiserlicher Beamter. Im Jahre 374 wurde er, obwohl er noch ein Katechumene war, zum Bischof gewählt. Er war ein großer Verteidiger des katholischen Glaubens. Außerdem trat er als Schriftsteller hervor. Bischof wurde er auf eine interesante Art. Ambrosius war der Präfekt und der Richter in der Stadt Mailand. Im Jahre 374 kam der Rat der Pfarre in Mailand zusammen, um einen neuen Bischof zu wählen. Zu dieser Zeit war Ambrosius noch Heide, aber schon Katechumene. Zu dieser Zeit wirkten in der Kirche die Arianer, die die Kirche spalteten. Ambrosius kam zur Sitzung, um alle zum Frieden aufzufordern. Damal rief ein Kind aus:  Ambrosius sei unser Bischof. Die Anwesende erkannten darin ein Zeichen des Himmels. Ambrosius lief aber weg, weil er die Eigenarten des Volkes sehr gut kannte. Das Volk aber fand ihn, führte ihn zurück nach Mailand, und verlangte von ihm, dass er  dieses Amt annehme.  Ambrosius sah darin den Willen Gottes. Schließlich trat er den Arianern entgegen und bewahrte die Kirche vor deren Irrlehren. Er erschrak auch vor der Kaiserin Justina nicht. Die Kaiserin war nämlich eine Verteidigerin der Arianer. Sie verlangte,  Ambrosius solle die Kirche den Arianer überlassen. Ambrosius erklärte: Die Kaiserin habe die Macht über die Burg und alles rund um die Burg, aber sie  habe kein Recht  über die Kirche. Das ist das Haus Gottes. Wenn  sie  von ihm persönlich etwas verlange, würde er es ihr geben, aber die Kirche übergebe er nicht den Arianern.   Er ist bereit zu sterben, aber die Kirche überlasse er ihnen nicht. Was er sagte, das hat sich auch erfüllt. Drei Tage lang  verließ er mit den Gläubigen  nicht die Kirche. Ambrosius stellte sich auch dem Kaiser  in den Weg und ließ  ihn nicht in die Kirche hinein, bis der Kaiser Busse tat für das rechtlose Morden in Thessalonike. Er zeigte dem Kaiser, dass sein Platz  unter den Menschen sei und nicht unter den Priestern. Der Kaiser fühlte sich erniedrigt. Und doch erklärte er: „Niemand hat mir die Wahrheit so  Auge in Auge‘ gesagt wie dieser Bischof.“ Ambrosius taufte auch den heiligen Augustinus. Er schrieb den Kommentar zur Heiligen Schrift und zu den Psalmen. Er führte ein makelloses Leben. Ambrosius starb am 4.4. 397 in Mailand.

Der heilige Ambrosius ruft auch uns auf zu einem reinen und heiligen Leben. Ambrosius gehört zu den größten Gestalten der Kirche.

Hl. Nikolaus

Der heilige Nikolaus wird stets als Bischof dargestellt. Seine Attribute entstammen den verschiedenen Legenden. So sieht man den Heiligen oft mit einem Buch und drei Goldkugeln darauf. Das führt zurück auf die Legende von der Errettung der drei Jungfrauen. Weitere Bilder zeigen ihn mit den drei unschuldig verurteilten Rittern. Am häufigsten wird der heilige Bischof mit einem Bottich und drei unbekleideten Knaben abgebildet. Die Legende berichtet davon, dass ein böser Wirt diese Jünglinge zerstückelt habe und Nikolaus sie wieder zum Leben erweckte. Wird er mit einem Schiff und einem Anker dargestellt, dann liegt da die Legende der Errettung der drei Pilger aus Seenot zugrunde. Erst im 15. Jahrhundert trägt Nikolaus drei Brote in der Hand, die auf die Legende von den Getreidehändlern verweisen.  Nikolaus ist der Patron vieler Länder, Bistümer und Städte, vor allem aber der Schutzheilige der Kinder. Aber auch die Apotheker, die Bäcker, die Kaufleute, die Weber  und die Tuchmacher verehren ihn. Seit dem 6. Jahrhundert wird Nikolaus in der Ostkirche  verehrt. Im 9. Jahrhundert ist sein Kult auch in Unteritalien und Rom nachzuweisen. Kaiserin Theophanu brachte den Kult im 10. Jahrhundert nach Deutschland und veranlasste die Übertragung seiner Reliquien in die apulische  Hafenstadt Bari, wo sie heute noch ruhen und in hohen Ehren gehalten werden. Sein Leben wurde im Laufe der Jahrhunderte mit vielen Geschichten ausgeschmückt.

Angerufen wird Nikolaus für die Befreiung von Gefangenen, gegen Diebstahl, falsches Urteil, sowie für eine glückliche Heirat und für das Wiedererlangen gestohlener Sachen.

Hl. Barbara,Märtyrin in Nikomedien

Die heilige Barbara war die Tochter eines reichen Kaufmanns aus Nikomedien. Der Vater liebte sie überschwänglich. Er hatte Angst, dass seine Tochter vom Christentum beeinflusst wird. Er ließ daher für sie eine Wohnung in einem Turm bauen. Dorthin konnten nur ausgewählte Lehrer und Diener kommen und sie konnte sich auch nicht davon entfernen. Doch der Heilige Geist fand den Weg zu ihr. Einmal befand sich ihr Vater auf einer langen Reise. Inzwischen wurde Barbara Christin. Sie ließ in den Turm drei Fenster einbauen, die sie an die Heiligste Dreifaltigkeit erinnern sollten. Als der Vater von der Reise heimkam und erfuhr, dass Barbara eine Christin geworden war, wurde er sehr zornig und tobte. Schließlich wollte er seine Tochter töten. Da flüchtete Barbara in den Wald. Doch ihr Vater spürte sie auf, schlug sie und stach mit dem Messer auf sie. In diesem Zustand führte er sie vor den Richter. Dieser wollte Barbara dazu bringen, dem Christentum wieder abzusagen. Barbara aber bekannte: „Ich bin Christin und ich werde nie den Göttern opfern. Da wurde Barbara furchtbar mit der Peitsche geschlagen und schlussendlich von ihrem eigenen Vater enthauptet. Barbara betete dabei unaufhörlich,  trotz ihrer großen Qualen, die sie erlitt. Sie betete: „Jesus, nimm von mir alles, aber nicht den Heiligen Geist. Ihre leiblichen Überreste wurden später nach Konstantinopel übertragen. Barbara ist Patronin derer, die bei der Arbeit in Lebensgefahr sind, wie Bergmänner, Pyrotechniker und Feuerwehrmänner.

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau.

Einleitung

Eine Frau ging morgens in die Arbeit. Sie trug einen Plastikbeutel mit Abfällen in der Hand, um am Weg zur Arbeit den Müll in einen Container zu werfen, und in der anderen Hand ihre Handtasche. Als sie mit einer Hand den Container öffnete, rutschte ihre Handtasche hinein. Da der Container ganz leer war, fiel die Handtasche ganz hinunter und sie konnte sie unmöglich herausholen. Da lief sie aufgeregt nach Hause, um ihren Mann um Hilfe zu bitten. Der Mann kroch in den Container hinein, dem auch er konnte sie so nicht erwischen. Gerade da kam eine Frau vorbei und bemerkte scherzhaft: “ Haben Sie Ihren Mann entsorgt?“

Predigt

Ein Container ist dazu da, um Schmutz, Unrat und unbrauchbare Abfälle zu beseitigen.  Wir würden manchmal auch solche Container brauchen, wo wir unseren Grimm, unsere Bosheit, unseren Egoismus hineinschütten könnten. Die Welt um uns herum ist voll von menschlichem Hochmut, von Neid und von Unverträglichkeit. Es gibt viel Betrug – auch in der Politik – es gibt Ausbeutung und ungleiche Güterverteilung. Leider gibt es keine Container, die uns ermöglichen würden, das Böse in der Welt loszuwerden. Äußere Sauberkeit und Ordnung wird vielfach organisiert, aber innere Reinheit ist eine ganz persönliche, individuelle Sache. Der Prototyp der inneren Reinheit ist für uns die Heilige Gottesmutter Maria. Das 2. Vatikanische Konzil lehrt, dass Maria eine ganz besondere Stellung in der Heilsgeschichte hat. Sie wurde dazu erwählt und schon vor der Erschaffung der Welt dazu bestimmt, gepriesen zu werden und die Mutter des Herrn zu sein. Sie war als die zukünftige Gottesmutter von aller Erbsünde frei vom ersten Augenblick ihrer Existenz an. Darum konnte sie sagen: Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Scheinbar hat aber in unserer Welt das Böse, die Sünde, der Egoismus das Übergewicht. Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Maria erinnert uns daran, dass es einen Menschen gibt, bei dem der Sieg über das Böse endgültige Gestalt erlangte. In uns Menschen siegt das Wohl und die Liebe definitiv noch nicht, aber wir sollen diesem Ziel zustreben. Es ist sicherlich mühsam,  die Heiligkeit, die uns Maria vorgelebt hat, zu erreichen. Wir hoffen aber darauf, dass wir einst dieses Ziel erreichen werden. Auch für uns steht im Epheserbrief geschrieben: Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott. Das heutige Fest will die Heilsbotschaft unserer Hoffnung sein.

Davon zeugt auch die folgende Geschichte: Ted war ein ganz gewöhnlicher Bub, der die Schule sehr ungern besuchte. Es lag ihm nichts daran, wie er gekleidet und gekämmt war. Bei seiner Klassenlehrerin war er unbeliebt und er bekam oft eine große Fünf. Eines Tages las diese Lehrerin eine Bemerkung, die Teds vorherige Lehrerin aufgeschrieben hatte. Da stand:  Ted wäre ein guter Schüler, aber die Verhältnisse in seiner Familie sind nicht gut. Dann noch eine andere Bemerkung: Ted könnte ein besserer Schüler sein, aber seine Mutter ist ernsthaft krank und kann ihm nicht helfen. Und noch eine weitere Bemerkung: Ted ist ein guter Bub, aber er ist sehr verschlossen. Er ist sehr langsam, aber sein Benehmen unter denMitschülern ist vorbildlich.    Als Weihnachten kam, brachten die Kinder der Lehrerin sorgfältig eingepackte kleine Geschenke. Ted brachte ein Geschenk in einem vergilbten Papier. Die Mitschüler verspotteten ihn. Die Lehrerin packte das Geschenk aus und fand dort ein Fläschchen Parfüm und sie parfümierte sich gleich damit. Als der Unterricht zu Ende war, kam Ted zu ihr und sagte: Frau Lehrerin, ich freue mich, dass Ihnen mein Geschenk gefällt. Sie duften jetzt wie meine Mutter. Der Lehrerin, Frau Thomson fehlten  dazu die Worte, sie war sozusagen sprachlos. Von diesem Tag an, war sie durch diese Begebenheit ein anderer Mensch geworden. Sie bemühte sich, ihre Schüler ausnahmslos zu lieben. In kurzer Zeit verbesserte auch Ted seine Noten. Er besuchte dann die Mittelschule, dadurch hörte die einstige Lehrerin kaum mehr etwas von ihm. Vier Jahre später bekam sie eine Ansichtskarte. Darauf war zu lesen: Liebe Frau Lehrerin! Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich als Zweitbester die Mittelschule beendet habe. Wieder einige Jahre später, bekam Frau Thomson wieder eine Ansichtskarte von Ted. Diesmal stand folgendes darauf: Liebe Frau Thomas, ich bin der beste Student in der Unversität, obwohl das Studium hier nicht einfach ist. Und schließlich weitere Jahre später langte bei ihre wieder eine Karte ein mit folgender Mitteilung: Liebe Frau Thomson! Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich Arzt wurde und in einem Monat heiraten werde. Da meine Mutter schon gestorben ist, wäre mein großer Wunsch, dass sie an der Hochzeitstafel an ihrem Platz sitzen. Das Gute und die Liebe gewannen also ihren Platz in Teds jetziges Leben trotz aller Widrigkeiten, die einst sein Leben belastet haben. Das ist auch unsere Aufgabe – den Kampf gewinnen gegen die Sünde und das Böse. Unser Vorbild und unsere Fürsprecherin soll dabei die ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Maria sein.

Luzius von Chur

Durch die  Überlieferung erfahren wir, dass Luzius ein britischer König war, der  bei Papst Eleutherus um Missionare für sein Land bat. Er selbst bekehrte sich und wurde Christ, der das Wort Christi von der Nachfolge sehr ernst nahm. Er verließ  sein Land, um als einfacher Missionar in Rätien das Evangelium zu verkünden. Einige Forscher sind der Ansicht, dass der Heilige dem Stamm der Pritanni, die in nördlichen Teil von Churrtien lebten, angehörte und sich im 5. oder 6. Jahrhundert um die Christianisierung der Umgebung von Chur bemühte. Die verschidenen Forschungsrichtung stimmen in der Aussage überein, dass Luzius zwar Bischof, aber kein Märtyrer gewesen ist. Auch dass  die Gebeine des Heiligen in karolingischer Zeit in die Ringkrypta von Sankt Luzius in Chur übertragen wurden, ist verhältmäßig sicher. Nachweisbar ist seine Verehrung in Chur seit dem 9.Jahrhundert.

Luzius ist auf allen Abbildungen königlich gekleidet. Er trägt einenMantel, darunter einen Harnisch, in den Händen ein Schwert, einen Zepter oder Reichsapfel und auf dem Haupt eine Krone. Spätere Darstellungen zeigen ihn auch mit einem Pilgerstab. Manchmal wird er auch mit einem Bären und einem Ochsen dargestellt, die gemeinsam am selben  Joch einen Acker pflügen.  Der Legende nach zwang der Heilige den Bären, der den Ochsen gerissen hatte, für diesen den Pflug zu ziehen. Luzius ist der Patron von Chur und Graubünden.