Archiv für den Monat: Januar 2017

Darstellung des Herrn Lk 2, 22-40

 Die abgegebene Sorge

Einführung

Beim heutigen Fest treten vier biblische Personen auf: Maria, Josef, Simeon und Hanna. Wir wollen uns anschauen, wie sich diese Personen verhalten. Ich denke, dass ihr Beispiel uns in unserer Situation helfen kann, oder durch ihr Beispiel werden wir unsere Situation anders betrachten.

Predigt

Maria dankt wie jede jüdische Mutter nach der Geburt eines Kindes im Tempel für ihr Kind. Sie ist dankbar, aber sie hat auch Befürchtungen. Wie sollte es weitergehen, wie wird ihr Leben sein? Es wurde ihr von Simeon im Tempel gesagt: Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Maria übergibt diese Befürchtungen Gott. Vielleicht sagt sie zu Gott: Herr, du weißt am besten, was uns erwartet, ich lege meine Befürchtungen in deine Hände. Maria ist in dieser Situation nicht traurig, denn sie weiß, dass alle ihre Sorgen bei Gott gut aufgehoben sind.

Die zweite Person, über die aber sehr wenig gesprochen wird, ist Josef. Er sah, dass alles mit dem Geheimnis der Geburt des Kindes Jesus verbunden ist. Den Traum, den er hatte, zeigte ihm, dass er Maria nicht verstoßen soll, sondern dass er für Jesus sorgen soll. Dieses Rätsel begleitet uns durch unser ganzes Leben. Es gibt aber auch in unserem Leben viele Geheimnisse. Josef löste das Rätsel so, dass er alles Gott übergab. Wenn wir Menschen auch alle unsere Rätsel und Geheimnisse Gott übergeben würden, käme unsere Seele zur Ruhe.

Die dritte Person ist Hanna, eine Tochter Penuels. Sie war eine Witwe von 84 Jahren. Von ihr wird geschrieben, dass sie Tag und Nacht im Tempel war und mit Fasten und Flehen Gott diente. Sie war schon so hochbetagt, dass sie nichts anderes mehr machen konnte, als sitzen und beten. Wenn wir ein Altenheim besuchen, sehen wir dort oft Menschen, die auch nichts mehr machen können. Aber auch diese Situation kann man Gott übergeben, Gott opfern, um ein neues Licht zu gewinnen. Opfern bedeutet nicht, etwas zu verlieren, sondern Gott zu gewinnen. Opfern bedeutet nicht, etwas geben zu müssen, was der Herr braucht, sondern es bedeutet, seine Situation in Gottes Hände zu legen. Dann wird sich diese Situation zum Guten wenden.

Die vierte Person ist der alte Simeon, der im Tempel betete: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast. Das sagt uns, dass er nun sterben kann, denn er weiß, wohin sein Weg führt. Das Problem des Todes ist ein Problem der Menschen. Am Grab stehen wir alle ziemlich ratlos. Simeon aber zeigt uns, dass das Grab nicht das letzte für uns ist, denn ein gläubiger Mensch sieht schon das Tor des Himmels. Es hängt von jedem einzelnen Menschen ab, ob er verdammt wird oder ob er gerettet wird.

Diese vier Personen zeigen uns vier verschiedene Lebensschwierigkeiten: 1. Befürchtungen 2. Rätsel 3. Ohnmacht 4. Angst vor dem Tod. Das Fest Darstellung des Herrn ist eine Aufforderung für uns alle, denn wir sind vor Lebensschwierigkeiten nicht gefeit. Wichtig aber ist, den richtigen Blick dafür zu haben. Maria, Josef, Hanna und Simeon sind Beispiele dafür, wie wir unser Leben dem Herrn übergeben können.

Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen: Sie hat sich in Marokko im Norden Afrikas ereignet. Während des 2. Weltkrieges waren dort Gefangenenlager. Als die Deutschen siegten, waren die Gefangenen Marokkaner und Franzosen. Nach dem Krieg änderte sich die Situation. Im Lager waren 1500 deutsche Soldaten, darunter auch ein Franziskanerpriester, Gereon Goldmann. Er bemühte sich, ins Lager ein wenig Menschlichkeit zu bringen. Durch Gebete, heilige Messen, Beichten und die Gründung eines Gesangsvereins gewann er die Menschen für sich. Im Jänner 1946 wurde Gereon Goldmann abgeführt und ins Gefängnis gebracht. Er wurde beschuldigt, sich nur als Priester auszugeben und gar keiner zu sein. Er sollte ursprünglich der Befehlshaber des Konzentrationslagers von Dachau gewesen sein. Vor dem Gericht sagte Goldmann, dass das alles Lüge sei. Es wurden ihm aber 28 unterschriebene falsche Aussagen vorgelegt. Und so wurde er zum Tode verurteilt. Er sollte morgens um 3 Uhr erschossen werden. Um halb drei kam ein Oberleutnant mit drei Soldaten in seine Gefängniszelle. Der Oberleutnant befahl den Soldaten, draußen zu warten, und er ging hinein und ersuchte Goldmann um eine Beichte. Diese dauerte ziemlich lange, sodass im Flur laute Stimmen hörbar wurden. Daraufhin betrat ein anderer Oberleutnant die Zelle und berichtete, dass die Hinrichtung auf Intervention des französischen Botschafters im Vatikan nicht vollstreckt werden solle. Der Papst hatte um Gnade für den Verurteilten gebeten. Dieser Botschafter war Jacques Maritain, ein bekannter französischer Philosoph.

An den Vorkommnissen von Gereon Goldmann können wir sehen: 1. Die Befürchtung, was mit ihm sein wird 2. das Rätsel der falschen Beschuldigung, 3. die Ohnmacht im Gefangenenlager, 4. die Konfrontation mit dem Tod. Der Priester Gereon Goldmann übergab das alles Gott und stellte fest, dass das Opfer kein Verlust, sondern ein großes Geschenk war. Bitten wir den Herrn um den Glauben, alle unsere Sorgen mit offenem Herzen ihm anvertrauen zu können, dann müssen wir keine Angst vor Opfern haben, die mit unserem Leben verbunden sind!

Mittwoch 4.Woche im Jahr Mk 6,1-6 2017

Jesus Christus, der sagte: „Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem Haus, sei mit euch. Dass wir im Bereich des Glaubens blind sein können, dass wir nicht das glauben müssen, was natürlich ist, dass wir ablehnen, was uns nicht nützt, davon spricht Jesus im Zusammentreffen mit seinen Landeskindern in der Synagoge in Nazareth. Jesus, du hast das Geheimnis Gottes, das seit ewigen Zeiten verborgen war, enthüllt. Herr, erbarme dich unser. Jesus, du offenbarst auch uns den Reichtum und die Herrlichkeit Gottes. Christus, erbarme dich unser. Jesus, du bist unter uns, du bist unsere Hoffnung auf die Herrlichkeit. Herr, erbarme dich unser. Die Landeskinder von Nazareth nahmen Anstoß an Jesus. Darum sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Mk. 6,4 Einfach können wir sagen, dass es leichter ist, aus der Weite zu glauben, als aus der Nähe. Der Glauben an Jesus ist für uns leichter als für die Menschen von Nazareth. Auch wir glauben an „den entfernten“ Jesus. Jesus‘ Landeskinder hörten von ihm, dass er die besondere Macht hat. Und als Jesus zu ihnen kam, waren die Einwohner von Nazareth erstaunt, und sie fragten: Woher hat dieser das alles? Und was ist das für eine Weisheit, die diesem Jesus gegeben ist, dass solche Wunderwerke geschehen durch seine Hände? Sie sehen und sie sehen doch nicht. Sie nehmen nicht an, was sie sehen. Sie freuen sich nicht darüber, dass der, der unter ihnen lebte, der verheißene Messias sei. Die Menschen in Nazareth nehmen Jesus als einen von ihnen an. Das Missverständnis in Nazareth ist die „Demonstration dessen, wie die Menschen verwechseln, sie verwechseln die göttlichen und außerordentlichen Werke, sie halten sie für menschliche und natürliche Werke. Auch heute wird Jesu Lehre alltäglich, sie scheitern an dem Menschlichen. Die Liturgie und die Sakramente verlieren ihre Bedeutung, weil die Menschen in ihnen nicht Gottes Geschenk sehen, sie sehen nur die Schwäche des Priesters. Die Menschen vergessen, was auch die Landeskinder von Jesus vergaßen, dass Gott überall und in allem wirkt, auch durch die Menschen, die uns so einfach, so gewöhnlich scheinen. Jesus Christus hat uns gelehrt, dem verborgenen Gott Vater zu sagen. Darum beten wir voll Vertrauen. Wo Menschen Gott Vorfahrt in ihrem Leben geben, finden sie innere Ruhe und Frieden. Herr, du zeigst mir den Pfad zum Leben, vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle.

 

Hl. Johannes Bosco, Priester, Ordensgründer

Jesus Christus, der die Armen und die Kleinen geliebt hat, sei mit euch.

Heute feiern wir den Gedenktag des heiligen Johannes Bosco, einer herausragenden Persönlichkeit der Kirchen- und Bildungsgeschichte. In einer bescheidenen und armen Familie auf dem Land wächst er in schwierigen Verhältnissen auf. Trotz der vielen Hürden und Herausforderungen, die ihm begegnen, findet er nur mit großer Mühe und Entschlossenheit den Weg zum Studium und zum Priestertum. Seine Leidenschaft für die Jugend und sein Wunsch, ihnen zu helfen, führen ihn dazu, den Salesianer Orden zu gründen. Dieser Orden widmet sich nicht nur der Erziehung, sondern auch der spirituellen Begleitung junger Menschen. Johannes Bosco baut ein weltweit agierendes Apostolat für die Jugend auf, das in vielen Ländern Verbreitung findet. Die Kraft und der Erfolg seines Wirkens beruhen auf der Liebe, die er für die jungen Menschen empfindet und die ihn in all seinen Aktivitäten leitet und motiviert. Seine unermüdlichen Anstrengungen hinterlassen bis heute einen bleibenden Eindruck und seine Botschaft der Nächstenliebe und Fürsorge ist nach wie vor von großer Bedeutung.

Jesus, du hast keinen zurückgewiesen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast allen Liebe geschenkt. Christus, erbarme dich unser.

Du kamst die Verlorenen zu retten. Herr, erbarme dich unser.

Don Bosco berichtet: Als ich ungefähr neun Jahre alt war, hatte ich einen Traum, der mir mein ganzes Leben lang in Erinnerung blieb. Ich befand mich in einem großen Hof in der Nähe meines Hauses, wo eine Gruppe fröhlicher Jungen spielte. Einige lachten und scherzten, andere spielten, und wieder andere benutzten unschöne Worte. Als ich die Beleidigungen hörte, sprang ich unter die Jungen, um sie mit Rufen und Stößen zum Schweigen zu bringen. In diesem Moment erschien ein ehrwürdiger, gut gekleideter Mann in der Blüte seines Lebens. Er rief meinen Namen und befahl mir, an die Spitze der Jungen zu treten. Er sagte: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Sanftmut und Liebe sollst du sie zu Freunden machen. Beginne damit, sie über die Gefahren der Sünde und die Schönheit der Tugend zu belehren.“ Ich erkannte, dass ich völlig ungeeignet war, diese Jungen in der Religion zu unterrichten. Doch der Mann sagte mir: „Gerade weil es dir unmöglich erscheint, musst du es durch Gehorsam und Wissen erreichen.“

Durch Jesus Christus, sind wir Kinder Gottes geworden. Deshalb dürfen wir es wagen zum Vater zu beten.

Wenn wir junge Menschen auf den Weg des Friedens führen wollen, müssen wir selbst um diesen Frieden bitten.

Selig, die klein werden wie die Kinder in dieser Welt und in das Reich des Vaters aufgenommen werden.

Montag der 4.Woche Mk 5, 1-20

Jesus Christus, von dessen helfender Tat man überall erzählte, sei mit euch.

Jesus heilte einen Menschen, der mit unreinem Geist besessen war. Überraschende sind die Worte des unreinen Geistes. Legion ist mein Name, den wir sind viele. Die Begebenheiten die folgen, diese Worte bestätigen.

Jesus, du hast  Macht gezeigt  über die bösen Geister. Herr, erbarme dich unser.

Die deine Macht erkannten, fürchteten sich. Christus, erbarme dich unser.

Du bleibst allezeit bei uns mit deiner Macht. Herr, erbarme dich unser.

Die Macht des Bösen ist zwar stark, aber Jesus hat eine noch größere Macht, die das Böse besiegt. Das Gewissen des Menschen kann abgestumpft werden und zur Gewohnheit des Sündigens führen. Es ist wichtig, dass wir nicht nur die Sünde ernst nehmen, sondern auch die Anzahl der Sünden. Wir wissen, welche Auswirkungen eine schwere Sünde auf unser Heil hat. Der Mann, den Jesus von einem unreinen Geist befreite, wollte Jesus folgen. Doch Jesus gab ihm einen anderen Rat: „Geh nach Hause zu deiner Familie und erzähle ihnen, was der Herr für dich getan hat und wie er sich deiner erbarmt hat“ (Mk 5,19). Wir sollten uns nicht wie die Schweinebesitzer verhalten. Sie sahen nur ihren materiellen Verlust und baten Jesus, zu gehen, aus Angst vor ihrem Eigentum. Das heutige Evangelium erinnert uns daran, dass Sünde ein erhebliches Übel ist. Lassen Sie uns bewusst sein, dass der größte Verlust nicht materieller Natur ist, sondern der Verlust von Gott.

Jesus Christus hatte Macht über alle Bosheit  dieser Welt. In seinem Namen wage wir zum Vater zu beten.

Die bösen Geister stören den Frieden in unserer Welt. Wir bitten  Gott um seinen Frieden.

Selig sind, die aller Bosheit entsagt haben und frei sind für das Reich Gottes.

Warum duldet Gott so viel Übel aller Art?

1. Gott möchte seine Gerechtigkeit zeigen. Es ist unbestreitbar, dass unsere Leiden und Schwierigkeiten manchmal als Strafen Gottes verstanden werden können, die uns für frühere Sünden und Übertretungen bestraft sowie für den Mangel an Liebe und Härte gegenüber anderen. Dies dient dazu, seine Gerechtigkeit zu offenbaren. Zum 38-jährigen Kranken sagt der Herr: „Sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfahre.“ Damit deutet Jesus an, dass seine langwierige Krankheit eine Strafe für frühere Sünden war. Die Zeitgenossen Noahs und die Bewohner Sodoms kommen wegen ihrer Sünden zu Grunde; der Pharao ertrinkt mit seinem Heer im Roten Meer aufgrund seiner grausamen Behandlung des jüdischen Volkes. Die Kanaaniter werden aus dem gelobten Land wegen ihrer Unmoral vertrieben und ausgelöscht. Holofernes und Goliath sterben als Strafe für ihren Hochmut und ihre Gottlästerung. David wird von seinem Sohn verfolgt als Strafe für den Mord an Urias, und aufgrund dieser verwerflichen Tat wird Absalom schließlich getötet.

Obwohl Gott eines Tages Gericht halten und jeden nach seinen Taten belohnen oder bestrafen wird, sieht er sich manchmal gezwungen, bereits auf der Erde Beispiele für seine strafende Gerechtigkeit zu zeigen. Er bestraft nicht alle Sünder in dieser Welt und lässt einige große Verbrecher bis zum Ende ihres Lebens ungestraft und glücklich leben. Das geschieht, weil er weiß, dass er sie nach seinem Tod zur Rechenschaft ziehen wird. Trotzdem lässt er nicht alle Sünder ohne Strafe davonkommen, damit sie über ihr Verhalten nachdenken und ihren Götzen abschwören können.

2. Um die Gerechten zu läutern.

Wir beobachten häufig, dass auch gerechte Menschen leiden, wie uns das Beispiel des armen Lazarus zeigt. Gott handelt aus Liebe gegenüber diesen Menschen, denn der Apostel Paulus sagt, dass diejenigen, die Gott lieben, täglich viele Fehler begehen. Daher muss er für diese kleinen Sünden entweder hier auf Erden oder im Jenseits Buße tun. Gott möchte, dass er hier auf Erden geläutert wird, damit er, wenn er in die Ewigkeit tritt, würdig ist, Gott zu begegnen.

Außerdem muss mancher, der jetzt gerecht lebt, noch für seine früheren Sünden büßen. Oft zeigt er nicht genügend Bereitschaft zur Buße, weshalb Gott ihm Leiden sendet, um ihm dabei zu helfen, ausreichende Genugtuung zu leisten. Auch der Gerechte sündigt täglich und hat trotz seiner Frömmigkeit Mängel, Fehler und Unvollkommenheiten. Er kann misstrauisch, zu verschlossen oder unvorsichtig mit seinen Worten sein. Manchmal hat er zu starke weltliche Bindungen, ist zu streng gegenüber seinen Mitmenschen oder zu nachsichtig gegenüber den Fehlern der Untergebenen.

Mit diesen Mängeln kann er weder hier auf Erden noch im Fegefeuer zu Gott kommen, denn in den Himmel kann nichts Unreines eintreten. Daher sendet Gott ihm Leiden, um ihn zu läutern. In der Schule des Leidens lernt der Gerechte Geduld und Gottergebenheit, die zu den höchsten christlichen Tugenden zählen. Die richtige Einstellung ist: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst.” Diese geduldige und gottergebene Haltung ist das größte Verdienst eines Christen. Diese beiden Tugenden kann er nur in Zeiten des Leidens und der Widrigkeiten erlernen und ausüben. So sendet Gott diese Prüfungen, um uns zur höchsten christlichen Vollkommenheit zu führen und uns die Krone des ewigen Lebens zu verleihen.

3. Um die Leidenden für  andere auf den Leuchter zu stellen.

Gott gestattet zuweilen, dass die christlichen Pflichten und Tugenden durch das Zusammenwirken ungünstiger Umstände und böser Menschen außerordentlich schwer werden, ja sogar Leiden, Verfolgung, Marter und Tod hervorrufen. Joseph wird wegen der offenherzigen Mitteilung der göttlichen Offenbarung von den Brüdern gehasst und verkauft, wegen seiner Keuschheit falsch angeklagt und ins Gefängnis geworfen. Die schöne Susanna wird zum Tode hinausgeführt, weil sie dem geilen Richter nicht zu Willen ist. David muss jahrelang flüchtig vor Saul herumirren, weil ihn Gott zum König erkoren hat. Elias muss vor der gottlosen Götzendienerin Jezabel in die Wüste fliehen. Der das väterliche Erbe ehrende Nabot muss sterben. Die drei Jünglinge werden in den Feuerofen geworfen, weil sie kein Götzenbild anbeten. Daniel muss zu den Löwen, damit er den König von der Grundlosigkeit der Abgötterei überzeugt. Die heiligen Märtyrer wurden geschlagen, verstümmelt, geschunden und getötet, weil sie den christlichen Glauben nicht ablegen wollten. Diese Tugendhelden strahlen mithin zum nachahmungswürdigen Beispiel, damit andere ihre kostbaren Tugenden sehen, schätzen und nachahmen; damit wir den Glauben als das höchste Gut betrachten und nie von ihm lassen, und damit wir lernen, unsere Leiden mit Geduld und gottgegebendem Sinne zu ertragen. Preisen wir also Gott in unseren Leiden, denn seine Absichten sind die vortrefflichsten.

Vergiss nicht, dass du ein Erdensohn bist.

Liebe trauernde Familie,

Der Sklave des Königs Kresus, Esop, ragte in keiner Weise durch seine äußere Erscheinung hervor. Im Gegenteil, sein Aussehen erweckte eher Ekel und Abscheu bei den Anwesenden. Dennoch bemerkte der König die besonderen Fähigkeiten und die klugen Einsichten, die Esop besaß. Voller Weisheit und Scharfsinnigkeit beförderte Kresus ihn zu seinem Berater, und bald nahm Esop unter den Höflingen einen der vordersten Plätze ein, den er durch seinen Verstand und seine Klugheit erlangt hatte. Die anderen Diener und Höflinge des Königs jedoch waren von dieser Beförderung alles andere als erfreut. Sie beneideten Esop und schmiedeten finstere Pläne, um ihn in den Augen des Königs zu diskreditieren und herabzusetzen.

Eines Tages bemerkte ein neidischer Hofmann, dass Esop in seinem bescheidenen Raum eine alte, verwitterte Truhe besaß, in der er häufig zu stöbern schien. Diese Beobachtung weckte sofort deren Argwohn und die Frage stellte sich, was sich wohl in dieser alten Truhe befinden mochte. Ihre Gedanken waren voller böswilliger Vermutungen. Sicherlich, so glaubten sie, veruntreute Esop das Gold des Königs, und er zählte dort heimlich, wie viel er dem Monarchen gestohlen hatte. In einem Anflug von Eifersucht und Missgunst beschuldigten sie Esop beim König und behaupteten, er sei nicht der ehrliche Berater, für den er sich hielt.

Der König, der die Wahrheit hinter diesen Anschuldigungen herausfinden wollte und nicht einfach blind den Worten seiner Diener glauben konnte, entschloss sich, sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen. So begab er sich in das Zimmer Esops und forderte ihn auf, die ominöse Truhe zu öffnen. Alle Anwesenden hielten den Atem an, und die Spannung war greifbar, als die Truhe endlich geöffnet wurde. Die Überraschung war allgegenwärtig, als Esop aus der Truhe lediglich alte, abgedroschene Sklavenkleider hervorholte. Es gab dort nichts Wertvolles, keine Schätze, kein Gold.

Esop erklärte daraufhin sein merkwürdiges Vorgehen wie folgt. Er führte aus, dass das irdische Glück eine gefährliche Sache sei, die den Menschen blind mache und oft zu Hochmut und Arroganz führe. Um nicht zu vergessen, wer er wirklich war, hatte er die schlichten Kleider aufbewahrt, um sich daran zu erinnern, wie wackelig und vergänglich das menschliche Glück ist. All diese Überlegungen sprachen den König an und machten ihn nachdenklich.

Im nächsten Moment wandte sich Esop an die Versammelten und bemerkte: „Wir kennen alle die Zeremonie des Aschermittwochs, wenn wir mit Asche gekennzeichnet werden und die Worte hören: ‚Gedenke, Mensch, du bist Staub und zum Staub wirst du zurückkehren.‘ Diese feierliche Tradition soll uns an die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz erinnern. Zudem denken wir an die zahlreichen Begräbnisse, die wir im Lauf unseres Lebens erlebt haben. Wenn wir den Sarg betrachten, der die Überreste unseres lieben Bruders N. bedeckt, werden wir erneut daran erinnert, wie zerbrechlich das Leben ist. Menschen, die uns nahe standen, mit denen wir viele Jahre verbrachten, von denen wir viel gelernt haben, liegen jetzt in stiller Ruhe, und alles, was sie in dieser Welt erlangt haben, scheint bedeutungslos geworden zu sein.

Wir, die Lebenden, müssen weiterhin unsere Pflichten erfüllen und unser Leben leben, doch für jeden von uns wird der Moment kommen, in dem der Tod uns erreichen wird. Ist das das Ende? Für uns Christen glauben wir, dass es nicht das Ende ist, sondern vielmehr der Beginn eines neuen Lebens. Ein gläubiger Christ rechnet mit dem Tod, reflektiert darüber und bereitet sich innerlich darauf vor. Es ist wichtig für uns, nicht zu vergessen, dass wir vor Gott mit all unseren Taten und Gedanken vorstellig werden. Nichts wird verloren gehen, nichts wird vergessen, denn der ewige Richter wird unser Leben gerecht werten und uns entsprechend belohnen oder auch bestrafen.

Unser Bruder hat diese lebenswichtige Bewertung bereits hinter sich gebracht und wir hoffen und beten, dass er die glückselige Ruhe und das ewige Leben verdient hat. Lassen wir uns von dem ehemaligen Sklaven Esop anregen, über unser eigenes Leben nachzudenken. Seien wir uns unserer eigenen Vergänglichkeit und ihrer Bedeutung bewusst. Manchmal haben wir den Eindruck, heute etwas sehr Bedeutendes darzustellen, aber es wird der Tag kommen, an dem wir nichts mehr sein werden. Die Welt wird uns vergessen, und das, was wir erreicht haben, wird im Schwindel der Zeit verblassen. Doch der Herr wird uns niemals vergessen. Bei ihm werden wir auf ewig leben. Das ist eine erbauliche Botschaft für uns alle, die uns Hoffnung und Trost spendet.

Thomas von Aquin 2017

Jesus Christus, unser Meister und Lehrer, sei mit euch.

Jeder von uns möchte weise und heilig sein. Lassen Sie uns daher prüfen, ob wir alles tun, um dies zu erreichen. Heute können wir viel über den heiligen Thomas von Aquin lernen. Papst Paulus VI. bezeichnete ihn als den heiligsten unter den Gelehrten und den Gelehrsamsten unter den Heiligen.

Jesus, dein Wort ist Wahrheit. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns die Geheimnisse des Vaters offenbart. Christus, erbarme dich unser.

Du hast in Gleichnissen gesprochen, damit wir glauben. Herr, erbarme dich unser.

Jesus hat uns den Heiligen Geist versprochen: „Der Helfer, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,26). Dies zeigt sich im Leben des heiligen Thomas von Aquin. Als er einmal gefragt wurde, wo er die Weisheit finde, von der er sprach, antwortete er, indem er auf das Kreuz zeigte: „Hier schöpfe ich alle Weisheit.“

Besonders lehrreich ist, dass Thomas als Kind seinen Lehrer mit der Frage überraschte: „Wer ist Gott?“ Während Kinder oft fragen: „Wo ist Gott?“.

Das Leben des heiligen Thomas ist eng mit dem Dominikanerorden verbunden. Er studierte in Rom, Neapel, Bologna und besonders in Paris. Thomas war nicht nur weise, sondern auch gehorsam und demütig. Er fordert uns auf, unsere Gaben und Talente zu nutzen, ohne überheblich zu werden, sondern im Gegenteil, in der Heiligkeit zu wachsen.

Die Weisheit des heiligen Thomas zeigt sich in seinem Hauptwerk, der „Summa Theologica“. Dieses Werk gilt als Höhepunkt der Theologie seiner Zeit. Am 6. Dezember 1273 hörte Thomas auf zu schreiben, weil Gott ihm in einer Vision offenbarte, worüber er schrieb. Von da an verbrachte er den Großteil seines Lebens im Gebet; so begeistert war er.

Da wir nur den einen Vater im Himmel anrufen sollten, wollen wir mit den Worten Christi zu ihm beten. Gott, unser Vater, schenke uns Frieden, wenn wir ihn von Herzen bitten.

Selig sind die, die Gottes Wort mit offenembenders Herzen annehmen, denn sie werden sehen, was sie geglaubt haben.

Freitag der 3. Woche Mk 4, 26-34

Jesus Christus, der gesagt hat: Das Reich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft, sei mit euch. Jesus sprach oft in Gleichnissen. Unser Leben ist kurz und wir haben nur ein einziges, das sich nicht wiederholen wird. Darum sind die Worte von Jesus für uns die Belehrung, damit wir unser Leben richtig überstehen.

Jesus, du bist uns Menschen in Liebe nachgegangen, als wir noch Sünder  waren. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns durch Wort und Tat gezeigt, dass Gott für uns  die Liebe ist. Christus, erbarme dich unser.

Du bist zum Vater heimgegangen und hast uns jetzt schon mit ihm in Liebe  verbunden. Herr, erbarme dich unser.

Jesus sprach: Des Menschen Sohn ist es, der da Guten Samen sät. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit, Der Feind, der sie sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Mt 13,37-39.

Jesus erinnert uns daran, dass wir immer Acht geben und, wach sein sollen, damit uns das Böse nicht überrascht. Das Böse ist Gottes Verhängnis. Man kann scheinen, dass das Böse siegt, dass das Unkraut den Weizen „austilgt“. Das Gegenteil ist wahr. Jesus lehrt uns die Resignation nicht. Leute, seien Sie wach, das pflegte Don Bosco in der Stadt Turin zu sagen. In den Straßen trieben sich die Gruppen von Bengeln herum. Sie sind von zu Hause weggegangen und in der Stadt fanden sie keine Arbeit. Sie hatten weder Obdach noch Essen, und so began die Kriminalität in der Stadt „zuzunehmen“. Ausschreitungen, Diebstähle, Beraubungen und sogar Mord nahmen zu. Der Stadtrat sagte: „So geht das nicht weiter. Das Böse müssen wir unterdrücken. Und er ließ das gewaltige Zuchthaus aufbauen, das gleich erfüllt wurde. Don Bosco sagte, dass es nicht die richtige Methode ist, das Böse niederzuschlagen, wenn es schon verbreitet ist. Das ist schon spät. Dem Bösen müssen wir vorbeugen. Statt der Gefängnisse begann er, die Oratorien zu bauen, und dort sät er in die Seelen der jungen Menschen das Wort Gottes. Der beste Weg, das Böse zu bekämpfen, ist, Gutes zu tun.

Wir können als Brüder und Schwestern eines Vaters leben. Jesus lehrt uns,  zu beten  um Verzeihung, die wir  empfangen haben und weiterschenken können…

Jesus hat den Frieden Gottes gebracht. Er will ihn  uns neu schenken ,wenn wir seinen Leib empfangen. Deshalb bitten wir.

Die Weisung des Herrn ist vollkommen und gut, sie  erquickt den Menschen.

4.Sonntag im Jahr A, Mt 5,1–12

 Selig sind.., trotzdem Schwierigkeiten

Einführung

Der deutsche Dramatiker und Schriftsteller Bertolt Brecht (1898-1956) sagte: „Ich habe Kopfschmerzen nicht wegen der Dinge in der Bibel, die ich nicht verstehe, sondern wegen der Dinge, die ich verstehe.“ Diese Aussage klingt seltsam, denn normalerweise bekommen Studenten Kopfschmerzen von dem, was sie nicht verstehen, also von dem, was sie erst lernen müssen. Was wollte Brecht damit ausdrücken? Oft sind die Dinge, die in der Bibel einfach und verständlich erscheinen, in der Praxis schwierig umzusetzen.

Predigt

Die Bergpredigt mit den Seligpreisungen, in der Jesus seine Jünger und viele Menschen unterrichtete, kann uns oft vor Herausforderungen stellen, weil es schwierig ist, nach ihren Lehren zu leben. Manchmal bringt das auch innere Widersprüche in uns hervor. Wir denken vielleicht: „Herr, du sagst, dass die Armen vor Gott gesegnet sind, also die, die von dir abhängen. Doch wir sehnen uns nach Unabhängigkeit.“

Du behauptest, die Trauernden seien selig. Doch wir glauben, dass diejenigen, die glücklich sind und lächeln, die Glücklichen sind, nicht die, die weinen. Ebenso sagst du, dass die Hungrigen und Durstigen nach Gerechtigkeit selig sind, während wir oft glauben, die Mächtigen und Einflussreichen seien es.

Du sagst, die Barmherzigen seien selig, aber viele empfinden Barmherzigkeit als Schwäche. Du lehrst, dass die reinen Herzen selig sind, während viele Menschen egoistisch handeln und andere ausnutzen. Du sagst, die Friedensstifter seien gesegnet. Doch an vielen Orten leiden Menschen unter Krieg und Bedrohung – wie kann das segensreich sein?

Du erklärst, dass die Verfolgten selig sind. Doch wie kann man diejenigen, die unter totalitären Regimen oder in Konzentrationslagern leben, als gesegnet betrachten? Wir erkennen, dass es schwierig ist, nach den Prinzipien der Seligpreisungen zu leben. Dennoch sollten wir nicht pessimistisch sein, sondern weiter darüber nachdenken. Jesus spricht die Armut, den Hunger oder das Weinen nicht als gut an, aber wenn wir diese Herausforderungen mit einer positiven inneren Einstellung betrachten und im Glauben darauf schauen, können sie auch zum Segen werden.

Eine Begebenheit aus dem Roman „Hiob“ von Joseph Roth, einem österreichischen Schriftsteller, verdeutlicht dies. Der Roman erzählt von einer jüdischen Lehrerfamilie unter der Leitung von Mendel Singer, die viele Schicksalsschläge erleidet. Nach der Geburt des vierten Kindes stellte sich heraus, dass das Kind sich nicht richtig entwickelt hatte. Die Mutter suchte einen Rabbiner auf, der für seine Weisheit bekannt war. Dieser sagte ihr, dass ihr Schmerz sie klug machen würde und die Herausforderungen sie zu einer besseren Person formen könnten.

Josef Roth endet den Roman mit der Erkenntnis der Mutter, dass trotz unveränderter Umstände die innere Einstellung gegenüber ihrem behinderten Kind sich gewaltig verbessert. Sie lernt, dass nach jedem Regen Sonnenschein folgt und dass die Schwierigkeiten sie näher an Gott führen, der ihr hilft, ihre wahre Stärke zu entdecken. Nur durch erhebliche Mühen finden wir das Licht und die Wahrheit, die uns selig machen.

Das Evangelium lehrt uns, dass Armut, Krankheit, Verfolgung und Ungerechtigkeit nur vorübergehend sind. Am Ende wird das Böse endgültig besiegt – das wissen wir durch den Tod und die Auferstehung Jesu. Auch wenn wir gegenwärtig viele Probleme sehen, dürfen wir daran glauben, dass am Ende alles anders sein wird. Das Leben ist ein Prozess, und der Mensch ist bisher nicht vollkommen. Doch eines Tages wird die Liebe siegen. Der Glaube an den Sieg der Liebe zu Gott macht uns zu echten Christen. Gott schaut auf uns mit einem Blick, der nicht nur auf die Vergänglichkeit, sondern auch auf das ewige Leben bei ihm gerichtet ist. Deshalb preist Jesus diejenigen selig, die leiden, hungrig, durstig oder krank sind. Wir sollten uns auf das Große freuen, zu dem wir eingeladen sind, und Gott dafür danken!

Hl.Timotheus und Titus Bischöfe 2017

Jesus Christus, der sagte: Achtet auf das,was ihr hört, sei mit euch.

Die Heiligen Timotheus und Titus waren Schüler und Helfer des Heiligen Paulus. An sie richtete Paulus die sogenannten pastoralen Briefe. Zwei davon sind an Timotheus gerichtet, einer an Titus. In diesen Briefen finden sich wertvolle pastorale Anweisungen, die auch heute noch gelten.

Jesus, du bist die menschgewordene Liebe Gottes. Herr, erbarme dich unser.

Du bist unser Erlöser aus Schuld und Sünde. Christus,  erbarme dich unser.

Du bist unser Weg zum Vater. Herr, erbarme dich unser.

Hl.Timotheus war der Liebling des heiligen Paulus. Paulus nennt ihn einen ,,geliebten und treuen Sohn im Herrn“ 1.kor 4,17  ,,unser Bruder und Diener Gottes in der Verkündigung des Evangeliums Christi“ 1 Thess 3,2 ,,meine  Mitarbeiter“ Römer 16,21 ,, erste Sohn im Glauben“ 1 Tim 1,2

Von dem Apostel Paulus und der Apostelgeschichte erfahren wir eine ganze Reihe von Informationen über das Leben des heiligen Timotheus. Er stammte aus der Stadt Lystra in Lykaonien. Seine Mutter war eine Jüdin, sein Vater ein Grieche. Der Vater ist bald gestorben. Timotheus erzog seine Mutter Eunice und seine Großmutter Lois. Der Apostel Paulus hatte die Möglichkeit, diese Familie zu erkennen, schon auf seiner ersten Missionsreise, irgendwo zwischen 45 und 49. Beide Frauen wurden eifrige Christinnen, und so erzog auch Timotheus. Als Paulus diese Familie bei seiner zweiten Reise besuchte, legten dortige Christen gute Zeugenschaft über Timotheus ab. Paulus entschied, Timotheus als Begleiter mitzunehmen, und ließ ihn mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden wohnten, beschneiden, denn alle wussten, dass sein Vater ein Grieche war. Seine Abfahrt war für seine Mutter sicherlich nicht gleichgültig, weil Timotheus die Sorge um die Familie übernehmen sollte. Aber diese edelmütige Frau nahm dieses Opfer hochherzig an. Seitdem war Timotheus ständig mit dem heiligen Paulus in Kontakt.

Der heilige Titus

Die Apostelgeschichte sagt nichts Direktes über den heiligen Titus. Der heilige Paulus erwähnt ihn in mehreren Briefen, insbesondere im zweiten Brief an die Korinther. Hl. Titus stammte wahrscheinlich aus Antiochia. Er war ein Heide. Für das Evangelium gewann ihn selbst Paulus und nannte ihn „seinen echten Sohn aufgrund des gemeinsamen Glaubens“ (Titus 1,4). Titus begleitete Paulus auf das apostolische Konzil in Jerusalem. Titus war taktvoll und versöhnlich. Darum übertrug Paulus ihm eine besondere Aufgabe in heiklen Situationen. So gipfelten im Jahr 57 die Unruhen in Korinth; Paulus schickte Titus, um die dortigen Verhältnisse zu ordnen. Titus trug den Brief Paulus mit sich, der jedoch nicht erhalten wurde. Paulus wurde sehr erfreut, wenn Titus aus Korinth gute Nachrichten brachte, und schrieb ihm einen weiteren Brief, den wir als zweiten Brief an die Korinther kennen. Dann beauftragte Paulus Titus mit der Sammlung für die Kirche in Jerusalem. „Daraufhin ermutigten wir Titus, dieses Liebeswerk, das er früher bei euch begonnen hatte, nun auch zu vollenden“ (2 Korinther 8).6.

Weil wir Kinder Gottes sind, kommen wir mit vollem Vertrauen zu Gott und sagen: „Vater unser.

Jesus Christus hat sein Reich des Friedens unter uns Menschen errichtet und uns zu seinem Volk erwählt. Deshalb beten wir.

Jesus, du hast uns in dein Herz geschlossen. Du schenkst uns unendliche Liebe; wir loben und preisen dich dafür.

Bekehrung des Apostels Paulus 2017

Jesus Christus, in dessen Namen die Botschaft der Erlösung aller Welt verkündet wird, sei mit euch. Jesus Christus griff sichtbar ins Leben des heiligen Paulus ein. Jesus hatte mit Paulus große Pläne. Jesus sagte zu Ananias: „Geh hin, denn dieser Paulus ist mir ein auserwähltes Gefäß, meinen Namen zu tragen sowohl vor Nationen als auch vor Königen und Söhnen Israels. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss.“ Paulus empfing dieses Angebot von Christus, oder können wir auch sagen „die Gnade“ und wurde der Apostel der Völker.

Jesus, dein Wort ergeht in alle Welt. Herr, erbarme dich unser.

Du erfüllst mit deinem Geist die, die dein Wort verkünden. Christus, erbarme dich  unser.

Du rettest die, die deinem Ruf folgen. Herr, erbarme dich unser.

In der Klasse fragte eine Schülerin: „Herr Kaplan. Wer ist ein Konvertit? Einfach gesagt: Das ist ein Mensch, der aufgrund seiner eigenen Erwägungen, Studien, Beobachtungen und auch durch das besondere Geschenk der Gnade der Bekenner Jesu Christus’ Lehre wird. Die Geschichte der Kirche kennt viele Konvertiten. Das waren die Menschen, die entweder im ungläubigen Milieu aufwachsen oder sie stammten von verschiedenen Sekten, die sich von bisherigen gelebten Grundsätzen verabschiedeten/verließen, und sie traten den Weg an, den Jesus Christus ihnen ,,bezeichnet hat“. In einem Fall versteht der Mensch nicht alles, was mit ihm passiert, und doch spürt er in sich eine Bewegung, die ihn zu Christus führt. Es geschieht, dass aus einem Jesusfeind eine bedeutende Persönlichkeit im Leben der katholischen Kirche wird. Zu diesen gehört auch der heilige Paulus – Völkerapostel. Wer den Lebenslauf und das Wirken des Paulus kennt, weiß, was der Mensch vollziehen kann, wenn er mit der Gnade Gottes zusammenarbeitet.

Jesus Christus hat uns zu Zeugen seines Wortes berufen. Mit seinen Worten dürfen wir deshalb zum Vater beten.

Wenn wir die Einheit aller christlichen Kirchen suchen, werden wir den Frieden finden, den wir vom Herrn erbitten.

Selig, die an die Botschaft des Auferstandenen glauben und für das ewige Leben gerettet werden.

Hl.Franz von Sales Mr 3,31-35

Gott, unser Vater, der uns geliebt und unsere Freude vollkommen gemacht hat, sei mit euch.
In den französischen Alpen, wo der Calvinismus viele Anhänger gefunden hatte, schien die Arbeit eines katholischen Priesters hoffnungslos. Ein Mann, der selbst zur Schwermut neigte, fand dennoch die Kraft und Ausdauer, viele zur Kirche zurückzugewinnen. Es war die unermüdliche Arbeit des Bischofs Franz von Sales, der keine Anstrengungen scheute, um Gottes Liebe zu verkünden.

Jesus, du hast überall dein Wort verkündet: „Herr, erbarme dich unser.“

Du hattest Zeit für jeden, der zu dir kam. Christus, erbarme dich unser.

Um uns zu retten, bist du  zu einem von uns geworden. Herr, erbarme dich unser.

Franz von Sales wusste, dass er außer den gehörenden Kenntnissen und der Verstandesreife auch die Sehnsucht, die Seelen zu gewinnen, hatte. Die Region Chablis, in der er wirkte, war kalvinistisch. Er begann mit dem Predigen. Diese Predigten besuchten zirka 15. Menschen. Die Calvinisten interessierten sich nicht für seine Predigten. Sie entschlossen sich, ihn zu boykottieren. Sie lehnten  es ab, mit ihm zu diskutieren. Franz beginnt, die  Flugblätter zu schreiben; diese wirft er in die Höfe oder befestigt sie an die Tafel, in denen er die Irrtümer widerlegt. Er schreibt sehr eindrücklich. Einige Kalvinisten wollten ihn töten. Wenn sie ihm gegenüber seine Liebe und Ruhe standen, hinderten sie ihn daran. Der heilige Franz war von Natur aus sehr trotzig, zornig und energisch. Es wird erzählt, dass er, als er noch jung war, an die Tür hämmerte oder die Klinke biss. Die Worte Jesu, in die er sich vertiefte, veränderten ihn, und durch ihn änderten sich auch die Menschen, mit denen sich Franz traf.

Da Jesus Christus uns seine Freunde genannt hat, dürfen wir in seinem Namen mit vollem Vertrauen zum Vater beten.

In seiner Liebe werden wir bleiben, wenn wir Gottes Gebote halten und um seinen Frieden bitten.

Selig, die Gottes Gebote halten und  Frucht bringen, die bleibt in Ewigkeit,

Montag der 3.Woche Mr.3,22-30 2017

Jesus Christus,  der über die bösen Geister Macht hat, sei mit euch.

Im heutigen Evangelium werden wir die Worte von Schriftgelehrten hören: „Durch den Fürsten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Die Schriftgelehrten wollten Jesus nicht als Gottes Sohn annehmen, und deshalb haben sie unlogische Argumente an. Ja, ich muss das betonen, das unlogische Argument, denn der böse Geist wird nie Jesus helfen, das Gute zu tun.

Jesus, man wollte dich  unter die  Besessenen zählen. Herr,erbarme dich unser.

Du wolltest dein Reich in der Einheit festigen. Christus, erbarme dich unser.

Du bist der Starke, der sein  Haus  bewacht. Herr, erbarme dich unser.

Der Satan ist die Realität. Sicher haben Sie einen Menschen gesehen, der am Hals ein umgekehrtes Kreuz trug. Oder haben Sie ein Kreuz im Kreise gesehen? Oder an der Wand die Nummer 666 gesehen? Dachten Sie dabei an Satan? Wenn ja, haben Sie richtig gedacht. Heute ist es kein Problem, eine CD mit dem Inhalt des Satanismus zu kaufen. Es gibt musikalische Gruppen, die nicht geheim halten, dass sie den Satan besingen. Auf einer Schallplatte ist geschrieben. Und du armseliger Narr, der du in deiner Hand diese Schallplatte hältst, wisse, dass du mit ihr deine Seele verkaufst, der Körper wird mit höllischem Rhythmus und mit teuflischer Kraft dieser Musik. Ein Satanist hasst Gott und muss täglich eine böse Tat begehen. Der Satan ist kein Fabelwesen. Das Ziel des Satans ist, das Böse zu tun; das Ziel Jesu ist, das Gute zu tun; darum können der Satan und Jesus keine Verbündeten sein. Der Teufel bemüht sich, das Werk Jesu zu vernichten, und nicht ohne Erfolg.

Da uns  Jesus Christus  zur Einheit seines Reiches berufen hat,wagen wir  zum Vater zu beten.

Unsere  Kraft liegt in der Einheit, in der uns Jesus seinen Frieden schenkt. Deshalb bitten wir.

Selig, die vom Heiligen Geist geleitet sind und die Vergebung  der Sünden erlangen.

Die Vereinigung der Christen und Ökumenismus

Glaube und Hoffnung führen zur Liebe, die wahre Einheit schafft. Das Zweite Vatikanische Konzil brachte einen starken „Luftzug“ in die katholische Kirche und stärkte damit die ökumenischen Bestrebungen. Jesus Christus versammelte diejenigen, die an ihn glaubten, um sie zu vereinen und unter der Leitung der Apostel und ihrer Nachfolger zu führen. Vor seiner Abreise gab er seiner Kirche den Auftrag, dass alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns seien, damit die Welt glaube, du hast mich gesandt (Joh 17,21). Jesus gründete eine einzige Kirche. Trotz seines Befehls teilten sich die Christen. Diese Uneinigkeit ist für die Welt ein Ärgernis und schadet der Verkündigung des Evangeliums. Die schmerzhafte Trennung vom Ostchristentum, die zur Entstehung der orthodoxen Kirchen führte, erfolgte im 11. Jahrhundert. Im 16. Im Jahrhundert verwirklichte sich das „abendländische Schisma“ und es entstanden die reformierten Kirchen. Es entstanden die evangelische, die kalvinistische und die anglikanische Kirche. Später entstanden verschiedene kleinere Gruppen, darunter die Altkatholiken sowie zahlreiche protestantische und pfingstliche Gemeinschaften. Der Ökumenismus ist der Versuch der Gläubigen, Einheit zu erreichen.

Als der Apostel Paulus erfuhr, dass es in der christlichen Gemeinschaft in Korinth zu Streitigkeiten und Trennungen gekommen war, mahnte er sie mit großer Entschiedenheit: „Wie kann Christus nun zertrennt sein?”  „Ist denn Paulus für euch gekreuzigt worden? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?“ (1 Kor 1,13).
An diese Worte erinnerte der emeritierte Papst Benedikt XVI. am 23. Januar 2011 und sagte, dass jede Trennung in der Kirche eine Beleidigung Christi sei. Er ist der einzige Haupt, in dem wir die Einheit wiederfinden können. Die Zahl der Menschen, die an Jesus Christus glauben, beträgt circa zwei Milliarden. Das sind etwa 30 % aller Menschen auf unserem Planeten.  Die Katholiken sind 1,17 Milliarden bzw. 17,4 %. Die Lutheraner sind etwa 70 Millionen, die Reformierten (Kalvinisten) 80 Millionen und die Orthodoxen 220 bis 250 Millionen. Die anglikanische Kirche hat etwa 80 Millionen Mitglieder.

Der Wunsch nach Einheit der Kirche ist so alt wie die Kirche selbst. Die ökumenische Bewegung unserer Zeit ist jedoch jung. Sie verfolgt keine Machtstrategie, sondern bemüht sich um die Erfüllung des Willens Jesu Christi. Ihr Wegbereiter war der Anglikaner Paul Wattson, der später in die katholische Kirche übertrat. Er setzte sich für die Woche der Gebete für die Vereinigung der Christen ein.
Der Ökumenismus begann zunächst unter den Protestanten.
Viele Gespräche führten auch der belgische Kardinal Mercier, der Anglikaner Lord Halifax und der französische Priester Couturier. All dies bereitete den Boden für den endgültigen Umbruch. Den brachte Papst Johannes XXIII. mit der Errichtung des „Sekretariats für die Vereinigung der Christen“ im Jahr 1960. Dieser Papst hat das Zweite Vatikanische Konzil zusammengerufen, das dem Ökumenismus eine feste Grundlage gab, konkret durch die Dekrete „Unitatis redintegratio“ und „Dignitatis humanae“. Unter der Führung der Päpste begann die ökumenische Initiative. Paulus VI. traf sich 1964 in Jerusalem mit dem Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras. Johannes Paul II. schrieb zum Thema die Enzyklika „Ut unum sint“, damit sie eins sind. Der Ökumenismus ist heute die grundlegende Bemühung der Kirche.
Die Kardinäle Augustin Bea, Johannes Willbrandes, Walter Kasper und Kurt Koch sind weltweit bekannte Ökumenisten. Die ökumenische Bewegung ist eine geistliche Bewegung und ernährt sich durch das Gebet. Der ökumenische Dialog findet in verschiedenen Bereichen statt. Wir unterscheiden zwischen dem geistlichen, dem amtlichen und dem institutionellen Dialog. Der nichtamtliche Ökumenismus äußert sich beispielsweise im ruhigen Zusammenleben unter Christen. Sicherlich kennen Sie auch die Gemeinschaft in Taizé. Wichtig ist auch der Dialog unter den verschiedenen Theologen.

Die katholische Kirche widmet der orthodoxen Kirche große Aufmerksamkeit, wobei uns hauptsächlich die Frage des Petrusprimats trennt. Der Dialog mit der orthodoxen Kirche, der 2007 in Ravenna stattfand, führte zu einem gemeinsamen Dokument, in dem der Bedarf an einem Vorstehenden in der Kirche anerkannt wurde. Dieser wird auf Griechisch „Protos“ genannt. Es blieb jedoch die Frage, um welchen Primat es sich handeln würde: um einen nur symbolischen oder um einen vollstreckenden Primat.

Der Dialog mit der evangelischen Kirche erfuhr im Jahr 1999 einen großen Erfolg, als die „Gemeinsame Erklärung über die Rechtfertigung“ entstand. Die anglikanische Kirche erlebt eine große Krise, weil sie die Weihe von Frauen und Homosexuellen zum Priester- und sogar zum Bischofsamt zulässt.  Der emeritierte Papst Benedikt XVI. öffnete den Anglikanern einen neuen Weg, indem er ihnen die Möglichkeit gab, zum katholischen Glauben zu konvertieren, und ihnen besondere Bistümer errichtete.

Obwohl auf dem Gebiet des Ökumenismus bereits viel geleistet wurde, sind die Christen verschiedener Konfessionen heute enger verbunden als in der Vergangenheit. Die völlige Einheit der Christen wurde jedoch noch nicht erreicht. Wir müssen noch viel beten, damit alle Christen wirklich vereint sind.

Samstag der 2.Woche im Jahr Mr 3,20-21 2017

Jesus Christus, von dem die Menschen verschiedene Meinungen hatten, sei mit euch.

Das heutige Evangelium spricht davon, dass über Jesus gesprochen wurde, dass er außer sich ist. Jesus war nicht nur der Mensch. Er war auch Gott, darum die Menschen nicht immer seine Handlung verstanden.

Jesus, du tust, was du sagst. Herr, erbarme dich unser.

Du redest, was du denkst. Christus,erbarme dich unser.

Du denkst, wie Gott will. Herr, erbarme dich unser.

Nach seiner Rede auf dem Berg kam Jesus nach Kafarnaum zurück. Markus ging mit ihm ins Haus des Petrus. Jesus wollte sich ausruhen und anschließend den Nachhilfeunterricht für die Apostel fortsetzen. Doch dieser Plan gelang ihm nicht. Eine Menschenmenge drängte in das Haus und beraubte ihn der Zeit, die seinem erschöpften und hungrigen Leib gehörte. Außerdem griff die Gruppe der Menschen in die Situation ein, die ihn herausfordern wollten. Es handelte sich um Jesu Verwandte, die auf diese Weise die Ehre der Familie retten wollten. Es hieß, er sei fassungslos. Das war kein schmeichelhafter Titel. Jesus wunderte sich nicht. Er wusste, wer ihn so nannte und warum. Er beunruhigte sich deshalb nicht. Wer nach Gottes Maßstäben normal ist, kann nicht nach den Maßstäben der Welt normal sein. Wenn wir uns bemühen, dass alle uns für vernünftig, andächtig und normal halten, sollten wir über diese Bemühung nachdenken. Wer sich entschließt, Christus zu folgen, muss damit rechnen, dass viele überrascht und aufgewiegelt werden. Bitten wir den Herrn um die Kraft, Beschimpfungen und Spott für ihn zu ertragen.

Nicht nur unser tägliches Brot brauchen wir zum Leben, sondern auch die täglich erfahrene Liebe. So beten wir.

Zum Frieden gehört das Vergessen des Alten und der Beginn des Neuen. Bitten wir um  seinen Frieden.

Jesus sagt. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben

Freitag der 2.Woche Mr.3,13-19 2017

Jesus Christus, der die Apostel berufen hat, das Evangelium zu verkünden sei mit euch.

Das heutige Evangelium erzählt uns über die Einberufung der ersten Apostel. Hier begann ihre Vorbereitung zum Priestertum, das am Letzten Mahl gegründet wurde. Auf viele Fragen, haben die Menschen schon die Antwort. Aber auf die Frage wer ist der Priester? Gibt es keine erschöpfende Antwort. Wir können nicht ganz das Geheimnis des Priestertums begreifen. Das Priestertum ist ein Geschenk Gottes. Und alles was Gottes ist, hat eine solche Tiefe und Breite, dass der Mensch mit seinem beschränkten Verstanden nur schwer begreifen kann.

Jesus, du bist gekommen, um uns die heilende Gegenwart Gottes zu bezeugen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast die Apostel in die Welt ausgesandt, um zu zeigen, dass du auf unserem Weg mit uns bist. Christus, erbarme dich unser.

Du bist zum Vater heimgekehrt und hast uns dein Wort  hinterlassen, damit wir in Gemeinschaft mit dir und dem Vater leben. Herr, erbarme dich unser.

Auf der Stirnseite der Kathedrale in Chartres ist das Zyklus, wunderschönen Schnitzarbeiten. Eine von ihnen stellt Jesus Christus dar, wie er steht / Schulter bei Schulter / neben dem Menschen. Beide schauen auf ein Ziel. Sie sollen die gemeinsame Aufgabe erfüllen. Es ist nicht schwer zu begreifen, worum geht es hier. Gottes Ruhm und  ein erlösender Mensch. Zur dieser Zielerreichung einigten sich die göttlichen und menschlichen Kräfte und Fähigkeiten. Christus und Priester sind nicht getrennte Personen. Sie bilden die Einigkeit. Wir müssen uns dem Gott wundern, der neben dem sündhaften Menschen steht, damit durch seine Person bediente sich zur Verwirklichung seiner Plänen. In einem eingeweihten Diener Gottes trifft sich die menschliche Welt mit der göttlichen Welt. Der Priester soll der Weiser der richtigen Richtung sein. Auch der Priester hat seine Fehler, mit denen muss er kämpfen. Aber bei Sakramenten stellt  der Priester selbst Christus dar. Es handeln nicht richtig, der wegen des Schwachheit des Priester lehnt das Gottes Wort , das ihm der Priester anbietet.

Weil wir uns von Gott bejaht wissen, können wir immer zu ihm beten. So lasst uns beten.

Christus will, dass alle, die teilhaben an dem einen Brot und dem einen Kelch, in Frieden und Eintracht zusammenleben. Deshalb bitten wir.

Jesus lädt uns ein. Kommt zu mir mit eurem Hunger nach Leben und mit allem was euer Leben unfrei macht.

Donnerstag, 2. Woche Mk 3,7-12

Jesus Christus , bei dem alle Kranken die Heilung suchten,  sei mit euch.

Wer war für die Menschen Christus? Das können wir auch mit dem Wort „Helfer“ charakterisieren. Mit seiner Tätigkeit zeigte Jesus seine Liebe zu den Menschen. Jesus half den Menschen nicht, damit die Menschen ihn feiern.

Jesus, du hast den Menschen den Weg  Gottes gelehrt. Herr,  erbarme dich unser.

Du hast Kranke geheilt und  Dämonen ausgetrieben. Christus, erbarme dich unser.

Du hast nicht die Ehre gesucht, sondern unsere Nachfolge. Herr, erbarme dich unser.

Der Evangelist Markus berichtet, dass sich Jesus nach einem anstrengenden Tag ausruhen wollte. Aber die Menge hat Jesus‘ Absicht geändert. Jesus heilt und lehrt weiter. Jesus gibt uns das Beispiel dafür, dass unser Leben aktiv sein soll. Erinnern wir uns daran, dass einige Menschen kein Vertrauen in die Tätigkeit haben, andere sich in sie ohne Nachdenken und Liebe stürzen. Jesus macht alles mit Liebe, die den Sinn und Wert unseres Lebens gibt. Die Liebe muss in allen Verfahren an erster Stelle stehen. Leichter ist es, niederzureißen, schwieriger, zu bauen. Leichter ist es, zu kritisieren, schwieriger, es zu tun. Wenn wir immerzu mit dem Kritisieren vergeuden, bleibt uns keine Zeit für die Tätigkeit. Das tätige Leben ist nicht die Phantasterei, sondern vor allem die Planung und Verwirklichung unserer Vorhaben.

Ein Beispiel für den Studenten. Nicht nur träumen, dass du ein erfolgreicher Student wirst, sondern mach alles dafür, dass du wirklich ein guter Student wirst. Wir alle werden uns dessen bewusst, dass unsere guten Absichten nutzlos sind, wenn wir sie nicht verwirklichen. Der Mensch, der nicht tätig ist, stürzt. Die Maschine, die nur steht, trägt auch ab. Die Wirksamkeit des Tuns gibt nicht die Intensität der Bewegung, sondern die Kraft des Geistes. Es gibt Leute, die in kurzer Zeit mit kleiner Tätigkeit viel ausführen, und wieder andere, die über lange Zeit mit erheblicher Tätigkeit wenig ausführen. Der Unterschied liegt in der Qualität des Geistes, der das tut.

Wir gehören zu Christus und dürfen beten, wie er uns beten gelehrt hat. Jesus Christus ist gekommen, um alle Menschen in sein Reich des Friedens zu führen. Darum lasst uns beten. Selig, die Heilung durch den Herrn gefunden haben und in das Reich des Vaters eingehen.

3.Sonntag A Mt 4,12-23

3. Sonntag A 2017 Er kam nach  Kafarnaum, damit erfüllt wurde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist.

Einführung

Im heutigen Evangelium  werden die Worte des Propheten Jesaja zitiert: Einst hat der Herr das Land Sebulon und das Land Naftali verachtet, aber später bringt er die Straße am Meer wieder zu Ehren, das Land jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis leben, strahlt ein Licht auf. Wir wollen uns die Frage stellen: Hat diese Prophezeiung irgendeinen Zusammenhang mit Jesus? Ja, sicher, das hat sie. Es ist sehr wichtig,  diese Prophezeiung und ihre Bedeutung zu kennen.

Predigt

Diese Prophezeiung,  die wir in der Lesung  gehört haben, schrieb Jesaja cirka 770 Jahre vor Christus. Die Länder Sebulon und  Naftali  wurden im 8. Jahrhundert von den Assyrern eingenommen und besetzt.  Die Menschen fühlten sich wie im Halbdunkel, sie protestierten innerlich, aber sie waren ohnmächtig. Jesaja munterte sie auf: Habt keine Angst, es wird so nicht  ständig bleiben, es kommt sicherlich die Befreiung. Das drückte  Jesaja  folgendermaßen aus: Das Volk, das  im  Dunkel lebt,  sieht ein helles Licht. Dieses Licht ist Jesus Christus. Was dieses Licht für das Land ist, das ist Jesus für das menschliche Leben, denn jeder Mensch sitzt  im Schatten des Todes.

Die Menschen zweifeln immer wieder, denn sie wissen nicht, ob diese Prophezeiungen der Wahrheit entsprechen.  Dieses Zweifeln ist noch bedeutend mehr in unserem Jahrhundert, das voll von Rationalismus ist und so mächtig  stolz auf die wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften.   In dieser Zeit entstand in der Mathematik die Theorie der Wahrscheinlichkeit, die die Glaubwürdigkeit von  Prophezeiungen negativ beeinflusste. Das Moody Institute of Science – ein Institut für Wissenschaften beurteilte  die biblischen  Geschehnisse mit den Augen  der  mathematischen Theorie und kam zu dem Schluss: Die Wahrscheinlichkeit, dass biblische Geschehnisse durch Zufall passiert wären, ohne Gottes Eingriff, ist eine von zwei  Billionen. Gottes Eingriff war in einigen Geschehnissen unvermeidbar. Zum Beispiel: Der Auszug durch das Rotes Meer, die Auferstehung Jesu Christi, die Heilungswunder usw. Stellen wir uns zwei Billionen Euromünzen vor! Auf eine Münze machen wir eine Kerbe und mischen sie unter  die übrigen Münzen. Mit welcher Wahrscheinlichkeit gelingt es,  mit einem Griff die Münze mit der Kerbe herausziehen – eine von zwei Billionen? So groß ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Prophezeiungen sich nur zufällig erfüllen wurden. Darum ist es vernünftig,    zu glauben, dass hinter der Erfüllung der Prophezeiungen immer Gott steht. Wir würden Gott gern mit unseren Augen sehen, ihn greifen können, seine Wirkung spüren können, um dadurch den Beweis seiner Existenz zu haben. Gott ist Geist und er wirkt durch die Kraft seines Geistes. Nur der kann ihn erfahren, der zu ihm eine Beziehung aufbaut. Gott kennt unsere Zukunft. Wenn wir den Prophezeiungen Glauben schenken,  dann können wir Gottes Wirken auch in unserem Leben  erkennen. Ich sehe das so:  Gott schafft  für uns jene Bedingungen, die er für uns vorgesehen hat.

Im heutigen Evangelium haben wir gehört, dass Jesus  in Kafarnaum wohnte, das am See Genesaret im Gebiet von Sebulon und Naphtali lag. Jesus begann sein öffentliches Wirken also in Galiläa.  Von dort – von Kafarnaum – stammten mehrere jener Männer, die er zu seinen Aposteln erwählte. Ich stelle mir folgende Frage: Wären Petrus, sein Bruder Andreas, Johannes und Jakobus auch seine Apostel geworden, wenn Jesus irgendwo anders gewirkt hätte?  Ich denke sehr wahrscheinlich nein, denn sie lebten ja in dieser Gegend und nicht anderswo.  Jesus hat Petrus zum Apostel berufen, ihn aber nicht dazu gezwungen.  Petrus musste sich frei entscheiden. Es muss auch immer um Zusammenarbeit gehen.

Dazu möchte ich ein wenig von mir selbst erzählen: Ich besuchte nicht schon wie jetzt hier in Österreich  die Religionsstunde in der Grundschule, da war Religionsunterricht bei uns noch nicht erlaubt.  Ich hatte Glück,  dass der Priester, der Religion unterrichtete und der nicht gerade mehr jung war, sich bemühte, in mir ein lebendiges Interesse für den Glauben zu wecken. In seiner Kirche, wo er wirkte, war eine sehr lebendige christliche Gemeinschaft. Zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass ich einmal Priester sein werde. Ich war damals auch überrascht, als meine Eltern zu mir sagten, es wäre besser, nicht in Bratislava das Gymnasium zu besuchen, sondern in Hlohovec, der Stadt, von der mein Vater stammte. In Bratislava gab es zu dieser Zeit nur wenige Gymnasien und sehr viele Schüler und so hatte ich auch gar keine Chance, dort das Gymnasium zu besuchen. Also besuchte ich das Gymnasium in Hlohovec, aber ich wusste noch nichts von meiner Berufung zum Priester. Ich weiß nicht, ob ich es als Zufall bezeichnen sollte, aber in meiner Schulbank saß ein Mitschüler, der gerne Priester werden wollte. Darüber haben wir oft miteinander gesprochen. Mein Religionslehrer, der mich anfangs vom Glauben an Jesus  begeisterte, ging in Pension. Sein Nachfolger war Prodekan auf der theologischen Fakultät. Es war damals auch nicht klar, ob man mich auf der theologischen Fakultät aufnimmt, die Chancen war nicht sehr groß. Doch ich wurde ohne Probleme aufgenommen. Viele sagen: Das ist doch alles nur Zufall! Ich habe da eine andere Meinung. Ich sage, in unserem Leben gibt es keinen Zufall, alles hat sein Ziel. Nicht der Zufall, sondern Gott führt unser Leben. Das ist gut zu wissen, nur so werden wir viele Sachen in unserem Leben verstehen können.

 

Mittwoch der 2. Woche, Mr 3,1–6, 2017

Jesus Christus, der fragt: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses , Leben erhalten oder töten, sei mit euch.

Jesus heilte einen Menschen mit der verdorrten Hand, obwohl er wusste, dass dies Zorn und Unwillen hervorrufen würde. Er wollte uns damit zeigen, dass wir Gutes machen sollen, auch wenn es einigen Menschen nicht gefällt. Die Meinung der Menschen ist nicht das Wichtigste.

Herr Jesus, du kommst als das heilende Wort des Vaters. Herr, erbarme dich unser.

Jesus , du suchst uns in unserer Ratlosigkeit  und Armut. Christus, erbarme dich unser.

Jesus, du schenkst uns  Hoffnung in unserer Schwäche. Herr, erbarme dich unser.

Durch Mose verordnete Gott den Menschen, den Sabbat heiligzuhalten. Wenn er jedoch einen kranken Menschen heilt, bekundet er damit, dass er der Herr des Sabbats ist. Wenn es um die Liebe zu den Menschen geht, kann man auch den Sabbat dafür nutzen. Was bedeutet das für uns gläubige Menschen in der Praxis? Auch wenn uns die kirchlichen Vorschriften verpflichten, sonntags an der heiligen Messe teilzunehmen, was ist, wenn jemand unsere Hilfe braucht, zum Beispiel bei der Behandlung von Kranken? Was würde es uns helfen, wenn wir an drei heiligen Messen teilnehmen, aber nicht dem helfen, der unsere Hilfe braucht? Mit gutem Willen kann man die Dinge so regeln, dass wir unsere religiösen und anderen Pflichten erfüllen können. Es gibt keine Ausrede. Ich bin müde. soll ich noch in die Kirche gehen? Was ist Müdigkeit? Wenn jemand die sonntägliche Begegnung mit Jesus richtig versteht, ist sie für ihn keine Belastung. Ganz im Gegenteil: Ohne diese Begegnung mit Jesus kann er sein Leben nicht vollenden. Wenn wir die heilige Messe am Sonntag ständig auslassen, sprechen wir eine klare Sprache. Jesus bedeutet uns fast nichts. Alles ist wichtiger als die Begegnung mit ihm. Können wir hier von Liebe zu Gott sprechen? Sicher nicht.

Es gibt viele verschiedene Gründe, um zu bitten, darunter kirchliche, politische, wirtschaftliche und persönliche Anliegen. Sie sind im Gebet, das uns Jesus gelehrt hat, zusammengefasst.

Wo wir Gott Wohnrecht einräumen, findet der Friede eine Heimstätte. Um diesen Frieden beten wir.

Seht das Brot des Lebens. In ihm ist uns das Reich Gottes nahe.

Hl.Antonius Mk 2,23-28

Jesus Christus, der uns die Sorge um den Schatz im Himmel aufgetragen hat, sei mit euch.

Ein Mann geht in die Wüste, um ganz in der Einsamkeit zu leben, fern der Welt, allein mit Gott. Dieser Mann wird nicht nur das Vorbild ungezählter christlicher Mönche. Er wird Ratgeber von Fürsten und Bischöfen, Kaisern und Königen, die zu ihm kommen und ihm Briefe richten. Als er im Alter von etwa 105 Jahren starb, gehörte er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Eine großartige und seltene Gestalt.

Jesus, du bist in die Einsamkeit der Wüste gegangen. Herr, erbarme dich unser.

Deine Jünger haben alles verlassen und sind  dir gefolgt. Christus, erbarme dich unser.

Du hattest nichts, um dein Haupt hinzulegen. Herr, erbarme dich unser.

Es war Samstag, als die Jünger Jesu, durch den Acker gehend, die Ähren rissen; sie bröckelten und stillten mit den Körnern ihren Hunger. Den Pharisäern nach begingen die Jünger ein großes Vergehen. Sogar zwei. „Sie mähten“ und „dreschten“ das Getreide. Wenn jemand den Samstag unbewusst verletzte, sollte er eine Mahnung erhalten, und dann müsste er das versöhnende Opfer bringen. Wenn er das auch nach der Mahnung tat, konnte er gesteinigt werden. Die Jünger wurden ermahnt. Weiter löste Jesus dieses Problem selbst. Er löste es mithilfe der Methode der damaligen Rabbinerschule. Statt der direkten Antwort stellte er den Pharisäern eine Gegenfrage, ob sie gelesen haben, was David tat, als er in der Not war. Jesus wollte damit andeuten, dass es nicht genug ist, nur das Gesetz zu kennen, sondern auch die Verfassung bzw. die Situation dessen zu kennen, von dem verlangt wird, das Gesetz einzuhalten, und dass sie das Gesetz dann nicht nach dem Buchstaben geltend machen, sondern nach dem Anliegen dessen, der das Gesetz gegeben hat. Sicher hatte Gott nicht die Absicht, die Menschen durch das Gesetz zu plagen, sondern ihnen zu helfen. Darum: Wenn die Pharisäer die Gesetzeseinhaltung forderten, ohne Rücksicht auf die Lage, in der der Mensch sich befindet, dann handeln sie gegen den Geist des Gesetzes. 

Jesus hat uns die Botschaft vom guten Vater gebracht. So dürfen wir mit vollem Vertrauen mit den Worten  beten, die er uns zu beten gelehrt hat.

 Als Boten seines Friedens hat unser Herr die Jünger in die Welt gesandt. So wollen wir ihn um seinen Frieden bitten, damit wir Frieden bringen können.

Selig, die zur Hochzeit des ewigen Lebens geladen sind und den Bräutigam erwarten dürfen.

Montag der 2.Woche Mr 2,18-22 ,2017

Jesus Christus, der gesagt hat: Können  etwa   die Gefährten des Bräutigams fasten, während   der Bräutigam   bei  ihnen ist, sei mit euch.

Im heutigen Evangelium reagiert Jesus auf die Frage über die Fasten. Es ist noch weit zur Fastenzeit. Doch, können wir uns fragen. Was ist die wahre Bedeutung der Fasten?

Jesus, deine Gnade öffnet unser Leben für dein Wort. Herr, erbarme dich unser.

Deine Liebe führt uns  in die Güte Gottes. Christus, erbarme dich unser.

 Deine  Treue stärkt uns  im Vertrauen. Herr, erbarme dich unser.

Wir lesen wie Jesus die Kranken heilte, stärkte die Schwachen, tröstete die Leidenden. Wie es das alles anfangen? In vielen Fällen suchten die Menschen  Jesus auf, oder Jesus suchte jemand im Namen des Kranken auf. Die Rede über Jesus Macht und Wunder reichten dazu, dass die Menschen zu Jesus kommen. Jesus erzählt von der Erfüllung der alte Schläuche  mit dem neuen Wein. Der neue Wein ist der Heilige Geist, den Jesus in uns eingießen will, damit uns heilt, bestärkt und erneuert. Jesus will sich uns  nicht aufzwingen. Er will, dass wir uns  zu ihm wenden und zu uns einladen. Und das bedeutet der neue Schlauch zu sein. Er wartet, bis wir alles alte  ablegen, was uns von Christus trennt, damit wir das neue empfangen. Wenn wir Jesus Anwesenheit erleben wollen, müssen wir uns ändern, befreien sich von schlechten Gewohnheiten. Nie aber haben wir die Sicherheit, ob wir die notwendige Änderung   durchführen schaffen. Das Evangelium sagt uns, dass Jesus nicht nur hilft uns  auf diesem Weg, sondern  auch unsere kleine Bemühung hundertfach segnet wird.

Zu Gott , der unser Vater  ist, de uns liebt  ,Schuld   vergibt, durch den Herrn Jesus Christus  , wollen wir  beten, wie der Herr  uns gelehrt hat.

Der Friede Christi will sich auf unser Leben  auswirken und führt uns zur Gemeinschaft mit dem  Vater.

Christus ist unter euch,er ist die Hoffnung  auf Herrlichkeit.

Wo ist Jesus?

Sicher kennen Sie die Stelle in der Heiligen Schrift, in der es heißt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, werde ich zu ihm gehen und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir. (Offenb. 3,20)
Dieser Ausspruch deutet darauf hin, dass Jesus bei uns ist, immer für uns da ist und in unser Leben tritt, wenn wir ihm unser Herz öffnen. In der Bibel gibt es auch einen beunruhigenden Ausspruch: „Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und in euren Sünden sterben; wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen.“ Und er sprach zu ihnen:  Ihr seid von unten; ich bin von oben; ihr seid von dieser Welt; ich bin nicht von dieser Welt. Daher sage ich euch: Ihr werdet in euren Sünden sterben. (Joh 8, 21–24) Dieser Ausspruch ist beunruhigend, weil er von Menschen spricht, die Jesus suchen und ihn nicht finden. Wenn wir diese Stelle genauer betrachten, entdecken wir auch die Ursache dafür. Jesus sagt, dass seine Hörer ihn nicht finden können, weil er von oben ist, während sie von dieser Welt sind. Das Erste, was uns einfällt, ist, dass Jesus im Himmel ist und wir auf der Erde sind. Zwischen uns und Gott besteht also eine riesige Kluft, weshalb wir zwar an Jesus glauben und zu ihm beten können, ihm jedoch nicht begegnen. So haben die Gymnasiasten es in der Religionsstunde verstanden. Müssen wir also jetzt sterben und in den Himmel gehen, um Jesus zu begegnen? So begreifen es auch viele Menschen. Ich bin hier unten und Jesus ist dort oben.  In Wirklichkeit widerspricht diese Ansicht dem Jesus-Ausspruch: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.” Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht; denn außer mir könnt ihr nichts tun.“  (Joh 15,5) Jesus setzt in diesem Text eine persönliche, wirkliche Gemeinschaft mit ihm voraus, und das noch während unseres irdischen Lebens. Und anderswo verspricht Jesus: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende des Zeitalters“ (Mt 28,20).
Jesus ist nicht weit von uns entfernt. Wenn er es wäre, könnte niemand auf der Erde mit ihm sein. Paulus sagt: „Obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns. Denn in ihm leben und bewegen wir uns“ (Apg 17,27).
Wir müssen also eine andere Erklärung für die Worte Jesu suchen. Ich stelle mir das so vor.  Die Welt ist wie ein einstöckiges Haus. Im Erdgeschoss wohnt die Welt. Genauer gesagt, die irdische Welt, die auf Egoismus aufgebaut ist und in der die Sünde herrscht. Jesus wohnt im Obergeschoss. Dort ist sein Reich. Dieses Reich ist auf Liebe und Selbstlosigkeit gegründet. Jesus ist also nicht weit. Er wohnt im selben Haus. Er ist nicht unerreichbar. Man muss nur die Treppe hinaufgehen, um zu ihm zu gelangen. Das ist etwas, das jedem zugänglich und möglich ist. Wenn wir jedoch nicht zu Jesus hinaufgehen wollen, ist er für uns unerreichbar. Wir können unser ganzes Leben lang im „Erdgeschoss“ nach Jesus suchen, aber wir werden ihn dort nicht finden. Um Jesus zu begegnen und Gemeinschaft mit ihm zu haben, müssen wir uns bekehren und unser Denken ändern. Dieser Fakt ist auch in der Heiligen Schrift zu finden: „Geliebte, lasst uns einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“  (1 Joh 4,7–8) Solange wir uns nicht für den Lebensstil der Liebe entscheiden, also aus dem „Erdgeschoss“ des Egoismus hinaufgehen, sind die Erkenntnis Gottes und die Gemeinschaft mit ihm für uns „gesperrt“. „Ihr werdet mich suchen und finden, denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet.“ Jer 29,13.
Wir erkennen, dass die Bedingung für die Gottesfindung darin besteht, ihn mit ganzer Seele zu suchen. Warum? Wenn wir Gott nur nebenbei suchen, zum Beispiel neben unseren egoistischen Zielen, dann werden wir nicht den Mut haben, ihn dort zu suchen, wo er wirklich ist. Wir würden gern haben, wenn Gott in unsere Welt hinabsteigen und uns bei der Verwirklichung unserer oft egoistischen Pläne helfen würde. Gott wird jedoch nie Komplize unserer Eigensucht sein. Wenn wir Gott finden wollen, müssen wir Jesus auf dem Weg der Liebe und der Opfer folgen. Darum sagt Jesus: „Wer sein Leben lieb hat, wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.“  (Joh 12,25) Weiter sagt Jesus: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.“ Mt 16,24
Die Bedeutung dieser Worte ist klar. Willst du mit mir sein? Dann nimm dein Kreuz auf dich und folge mir auf dem Weg der Liebe. Die Gemeinschaft mit Gott erreichen wir, wenn wir die Worte Jesu verwirklichen. „Wenn jemand mir dienen will, der folge mir nach; wo ich bin, da wird auch mein Diener sein.“ Joh 12,26