Archiv für den Monat: September 2013

Die heiligen Engel

Die Lehre von den heiligen Engeln.
Die Engel/Boten, abgesandte, sind über die Menschen erhabene, zum Dienste Gottes und zum Schutze der Menschen bestimmte, mit Freiheit des Willens und höherer Erkenntnis ausgerüstete geistige Wesen.
1. Ihr Dasein.- Dass die Engel nicht bloß in der Einbildung bestehende, sondern wirklich existierende Wesen sind, davon überzeugt uns
a/ die göttliche Offenbarung des Alten wie des neuen Bundes, und zwar wird im Alten Bund der Engel als wirkliches und persönliches Wesen häufig erwähnt/vgl.Ps 148,2; Dan 3,58/ und diese Lehre von den Engeln im neuen Bund durch Jesus und seine Apostel vielfach bestätigt, /vgl. Hebr. 1, 4 13; Mt. 18, 10: Erzählt die Heilige Schrift, dass den Menschen gar oft Engel in sichtbarer Gestalt erschienen sind, bald als Träger der Befehle Gottes, bald als Werkzeuge seiner strafenden Gerechtigkeit. Ein Engel eröffnete der Hagar in der Wüste, dass sie wieder in das Haus Abrahams zurückkehren und seinem Weibe Sara untertänig sein solle. Gn 16, 6-13. Ein Engel hinderte Abraham an der Opferung seines Sohnes Isaak (Gn. 22,9). Durch einen Engel erhielt Zacharias die frohe Botschaft der Geburt eines Sohnes./Lk 1, 11/. Ein Engel brachte Maria die Botschaft von ihrer Empfängnis. /Lk 1, 26/. Ein Engel brachte dem Joseph göttliche Befehle, indem er ihm Träume erschien /Mt 1,20/. Ein Engel brachte den Hirten die freudige Kunde von der Geburt des Weltheilands (Lk 2,9). Den steten Glauben der Kirche an das Dasein der Engel sprechen die heiligen Väter aus. Es gibt fast keine Seite in der Heiligen Schrift, die nicht das Dasein der Engel bezeugte.“ Gregor d. Gr./“ ; ,, Die Engel sind den Menschen oft erschienen, dieses wird in der Heiligen Schrift offenbart, behauptet und durch so viele Erfahrungen bestätigt, dass es als eine Unverschämtheit erscheint, solches leugnen zu wollen/ hl. Augustin/. Der römische Katechismus schreibt. Gott hat eine Geisterwelt unzähliger Engel erschaffen. Zur Vollkommenheit des Weltalls ist auch das Dasein geistiger Wesen erforderlich. /hl. Thomas von Aquin/.
2. Ihre Natur. Solange wir hier wandeln, schauen wir das Himmlische nur wie durch einen Schleier; wir haben keinen klaren Begriff. Dies gilt auch für die Natur der Engel. Indes scheint diese den Menschen sehr ähnlich zu sein , was sich einerseits aus der Erscheinungsweise der Engel, andererseits aus ihrer innigen Teilnahme an den Angelegenheiten der Menschen abnehmen lässt. Aber so nahe und verwandt auch Engel und Menschen sein mögen, so ist doch zwischen beiden wesentlicher , in der Natur haftender Unterschied. Die Engel sind nämlich körperlos; sie sind pure Geister, an denen sich durchaus nichts Materielles. Es ist unsinnig zu behaupten, die Engel, die unkörperlich sind, bedürften einer materiellen Speise. Wenn übrigens die Engel in menschlicher Gestalt erschienen sind , so war diese ihnen nicht natürlich, sondern nur auf einige Zeit von ihnen angenommen, um mit den Menschen, zu denen sie von Gott gesandt wurden, sichtbar zu verehren.
b/ unsterblich; das sagt uns schon die Vernunft; denn der Tod als eine Folge der Sünde kann auf die guten Engel keine Anwendung finden, weil sie niemals sündigten. Zudem sind sie Geschöpfe nicht dieser Erde, sondern der anderen Welt, in der es keinen Tod mehr gibt. Ferner kann ein Geist nicht sterben. Das bezeugt die Heilige Schrift. Ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist. /Mt. 18, 10/.
c/ vorzüglicher als die Menschen. Die Engel sind mit höherer Erkenntnis und Weisheit ausgerüstet. Mit größerer Macht und Stärke nennt sie auch die Heilige Schrift Gewalten und Kräfte (1 Petr 3,22).
d/ heilig; denn sie stehen mit Gott dem Heiligsten in innigster Verbindung und sind seines Winkels gewärtig, um den Willen des Schöpfers und Herrn schnell und freudig zu vollziehen
e/ selig ohne Ende im Bewundern der unendlichen Vollkommenheiten Gottes im Verherrlichen seines heiligen Namens , im Erkennen höherer Wahrheit im Ausübung und Vollziehen des heiligen Willens Gottes, im Bewusstsein ihrer erhabenen Eigenschaften und ihres wohltätigen Einwirkens auf die Menschen, denen sie helfen, wenn sie, arbeiten, die, sie beschirmen, wenn sie ruhen, ermuntern, wenn sie kämpfen, krönen, wenn sie überwinden. Im ewigen Anschauen und Genießen Gottes, der die Urquelle aller Seligkeit ist. Das vorzügliche wesentliche Leben der Engel besteht darin, Gottes Schönheit zu betrachten und ihn beständig zu loben.

26. Sonntag im Jahreskreis C (Lk 16,19.31)

Einleitung
Das Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus, das wir heute hören werden, wurde in der Geschichte manchmal missbräuchlich angewendet. Armen Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen lebten, wurde es vorgelegt, in der Absicht, sie davon abzuhalten, gegen ihr Schicksal zu rebellieren, und sie stattdessen dazu zu bringen, es geduldig zu ertragen. Sie würden Ihre Belohnung wie der arme Lazarus im Himmel erhalten. War das wirklich die Absicht Jesu mit diesem Gleichnis? Sicher nicht! Jesus setzte sich für die Not der Menschen ein. Es sollte Liebe und Brüderlichkeit herrschen, nicht Egoismus und Ausbeutung. Welche Absicht hatte Jesus also mit diesem Gleichnis? Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es nicht gut ist, sich zu sehr an irdische Dinge zu klammern.

Die Predigt
Die Hauptperson im heutigen Gleichnis ist nicht der Bettler Lazarus, sondern ein vermögender Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag in Freuden und im Überfluss lebte. Er gönnte dem Bettler Lazarus nicht einmal die Krümel, die von seinem Tisch fielen. Über das Unglück des Reichen hat die Absicht, uns Jesus zu belehren. Er hing sein Leben zu sehr an den irdischen Dingen. Wie sah sein Unglück schließlich aus? Als er starb, war sein Reichtum plötzlich bedeutungslos. Er konnte sich nichts mitnehmen. Seine Hände waren leer und seine Seele auch. Der Reichtum hatte ihn so sehr versklavt, dass er seine Umgebung nicht mehr wahrnahm, sondern nur noch sich selbst. Die Not von Lazarus interessierte ihn nicht und er sah sie nicht. Er vergaß Gott und interessierte sich ebenso wenig für ihn wie für die Menschen. In dieser Lage überraschte ihn der Tod. Er kam dorthin, wo es für ihn nicht einmal einen Tropfen Wasser gab. Im Jenseits erkannte er seinen Irrtum. Wie gerne würde er sein Nein in ein Ja verändern, aber es war zu spät. Wie jämmerlich ist also das Ende von Menschen, die nur an irdischen Dingen hängen!!

Dazu ein Beispiel aus der Ballade „Drei Freunde” eines Dichters: Es waren drei Freunde, die einander sehr liebten. Ihre Liebe und Freundschaft waren so immens, dass sie sich niemals trennen wollten und füreinander ihr Leben geben würden. Mit anderen Worten: Sie waren die treuesten Freunde, die es gab. Eines Tages machten sie sich gemeinsam auf den Weg, um Gold zu suchen. Sie meisterten alle Schwierigkeiten gemeinsam, halfen einander und schließlich fanden sie sehr viel Gold. Da sagten sie zueinander: „Jetzt sind wir reich! Wir können ein ruhiges Leben führen!“ Der Jüngste wurde ausgesandt, um etwas zu essen und zu trinken zu kaufen. Die beiden anderen meinten: „Schade, dass wir das Gold auf drei aufteilen müssen. Stell dir vor, Sam, so hieß der Jüngste, würde in eine Schlucht fallen, dann könnten wir den Reichtum auf zwei aufteilen und jeder von uns würde mehr bekommen.“ Aber Sam fiel nicht in eine Schlucht, sondern kehrte mit Lebensmitteln und Wein zurück. Sie tranken den Wein. Er war mächtig und brannte wie Feuer. Doch Sam trank keinen Wein, woraufhin die beiden anderen fragten: „Warum trinkst du keinen Wein?” Er antwortete: „Ich habe in der Stadt schon welchen getrunken. Ich bin müde und gehe schlafen.“ Er legte sich sogleich nieder und schlief ein. Da beschlossen die beiden, ihn zu töten, und sie führten ihren Plan auch aus. Der tödlich Verletzte erwachte und rief: „Gott, verzeihe mir meine Tat! Ich habe Gift in den Wein gemischt!“ Dann starb er, ebenso wie die beiden anderen. Nur das Gold blieb übrig, jenes Metall, das ihre Freundschaft und ihr Leben zerstört hatte.
Zu viele irdische Dinge zu besitzen, ist sehr anziehend, aber auch gefährlich, und vielleicht brauchen wir immer wieder solche Belehrungen und Stärkungen, die uns Jesus in seinen Gleichnissen erzählt.
Schließlich wollte im heutigen Evangelium der Reiche dann seine Brüder warnen. Wer sind
seine Brüder? Das können wir alle sein, wenn wir zu sehr an irdischen Dingen hängen und keine Zeit und kein Interesse mehr für Gott haben. Den wirklichen Reichtum hat nämlich der, der Gott hat. Das sind Werte, die sehr anziehend sind, wenn wir sie erkennen. Viele Heilige verließen ihre Familien, ihre Besitzungen und ihre Schlösser, um Gott zu dienen. Auch für uns soll Gott anziehend sein und wir zeigen ihm das, indem wir die Messe besuchen und uns Zeit fürs Gebet nehmen. Gott sei Dank gibt es noch Menschen, die wissen, was wirklicher Reichtum ist und dass irdischer Wohlstand Menschen nicht dauerhaft glücklich machen kann, wohl aber der himmlische Reichtum. Sind wir uns dessen bewusst?

Nikolaus von der Flüe.

Der spätere Heilige wurde 1417 als Löwenburgen in Sachseln bei Flüeli im Kanton Obwalden in der Schweiz geboren. Neben der Arbeit auf seinem eigenen Hof war er später auch als Ratsher und Richter tätig. Als tapferer Soldat hatte er es zum Offizier gebracht. Einem inneren Ruf folgend, verließ er im Jahr 1467 seine Frau und seine Kinder, zog sich zunächst ins Melchtal und später in die Randschlucht in der Nähe seines Anwesens zurück. Dort lebte er neunzehn Jahre lang als „Bruder Klaus”. Die einzige Nahrung, die er zu sich nahm, war die Eucharistie. Viele Menschen kamen und suchten seinen Rat. Durch seine Bemühungen konnte 1481 ein Bürgerkrieg zwischen den uneins gewordenen Eidgenossen verhindert werden. Nikolaus von der Flüe starb 1487 und wurde 1669 zunächst selig und am 5. Mai schließlich heiliggesprochen. Seine Verehrung als Heiliger begann jedoch bereits zu seinen Lebzeiten.
Zahlreiche Bildwerke zeigen ihn als bärtigen Einsiedler, kniend, mit Rosenkranz, Krückstock oder Kreuz. Andere stellen ihn dar, wie er mit einem Holzbecher am Bach steht und einen Dornbusch berührt. Die Schweiz verehrt ihn. Die Schweiz verehrt ihn als ihren Patron.

Matthäus, Evangelist

Heute feiern wir das Fest des Evangelisten Matthäus. Im Markusevangelium wird er Levi, Sohn des Alphäus, genannt, im Lukasevangelium hingegen als Levi, der Zöllner. Er selbst berichtet im Matthäusevangelium, wie Jesus ihn vom Zolltisch weg zu sich rief.
Matthäus verbreitete mit glühendem Eifer die Lehre Jesu im Judenland und gewann viele Seelen für das Reich Gottes, als er den Ruf erhielt, im Morgenland den jüdischen und heidnischen Völkern das Evangelium zu predigen. Unter unzähligen Beschwerden und Leiden durchwanderte er Persien und den an Ägypten grenzenden Teil Äthiopiens. Der heilige Clemens von Alexandrien berichtet, dass er dabei ein sehr strenges Leben geführt habe. Seine Nahrung bestand aus Kräutern, Wurzeln und wilden Früchten. Mit segensreichem Erfolg verkündete er in diesen Ländern Jesus, den Gekreuzigten und sein Wort machte wegen des Beispiels seines heiligen Lebens tiefen Eindruck. Einige alte Geschichtsschreiber erzählen, dass der heilige Matthäus in Äthiopien so großen Zulauf erhielt, weil er im Namen Jesu eine Tochter des Königs Egipus vom Tode erweckte. Dies war der Anlass, weshalb der größte Teil des Volkes das Christentum annahm. Einst predigte der heilige Apostel vor dem königlichen Hof und einer großen Volksmenge über die Vorzüge und Schönheit der jungfräulichen Reinheit. Er rührte die Herzen seiner Zuhörer so sehr, dass sich Iphigenie, die älteste Tochter des Königs, sogleich entschloss, sich als Jungfrau Gott zu weihen. Bald folgten ihr mehrere junge Frauen aus den edelsten Familien. Durch den unermüdlichen Eifer des heiligen Matthäus erblühte die christliche Religion in Äthiopien in hoffnungsvoller Schönheit. Doch dann starb König Epigus und sein Bruder Hirtukus bemächtigte sich der Krone. Um mit Sicherheit auf dem Thron bleiben zu können, hielt er es für notwendig, Iphigenie, die eigentliche Erbin, zur Gemahlin zu nehmen. Doch diese hatte das Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit abgelegt und schlug seine Hand aus. Um sein Ziel zu erreichen, wollte er den heiligen Apostel zwingen, Iphigenie in seiner Gegenwart zu dieser Verbindung zu überreden. Doch der Heilige munterte sie in des Königs Beisein zum Ausharren in ihrem heiligen Entschluss auf. Darüber ergrimmte der König so heftig, dass er dem Diener Gottes Tod und Verderben schwor. Gleich am nächsten Tag ordnete er an, Soldaten mit dem Auftrag abzuordnen, den Apostel zu ermorden. Da sie ihn in seiner Wohnung nicht fanden, drangen sie in den Tempel ein, wo er gerade das hochheilige Opfer verrichtete. Hier endete sein Leben durch den Martertod, nachdem er dreiundzwanzig Jahre lang unzählige Heiden bekehrt und viele Kirchen sowie christliche Gemeinden gegründet hatte.

25.Sonntag im Jahreskreis C

25. Sonntag im Jahreskreis C
Einleitung
Im Lateinischen gibt es den Ausspruch: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem. Was auf Deutsch so viel bedeutet, wie: „Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke“das Ende. Ich glaube, dass dieser Satz sehr viel aussagt und uns zu denken geben soll. Um
etwas Ähnliches geht es im heutigen Evangelium, wo Jesus einen Verwalter lobt, dass er klug handelt.
Predigt
Vielleicht werden Sie, nachdem sie dieses Evangelium gehört haben, sagen: „Wie konnte Jesus einen Verwalter loben, der Schuldscheine fälschte.“ Das möchte ich Ihnen nun erklären.
Jesus lebte in Palästina unter Menschen, zu denen er, um etwas zu verdeutlichen, gerne in Bildern sprach. Da gibt es viele Beispiele. Ich denke da an die Geschichte, wo sich Jesus mit einem Dieb vergleicht und sagt: „Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der
Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“ Damit ist sicherlich nicht gemeint, dass Jesus gleich einem Dieb ist, aber es wird damit ausgedrückt, dass er unerwartet kommen wird, so wie eben ein Dieb.

Im heutigen Evangelium lobt Jesus nicht in jeder Hinsicht den Verwalter, er tut dies nur deshalb, weil dieser so klug ist, sich seine Zukunft zu sichern. Er hat vor, uns damit zu belehren, dass auch wir um unsere Zukunft besorgt sein sollen, vor allem um diejenige, die nach unserem Tod kommt. Jesus sagt auch: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit den Menschen ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ Wir Christen sollen die frohe Botschaft von Jesus annehmen. Aber zeigen wir genug Eifer für seine Botschaft? Bemühen wir uns nicht. Manchmal zeigen wir zu wenig Eifer, um unsere ewige Zukunft zu sichern. Wir sind lau in unserem Glauben und wir sollten eigentlich ansteckend für andere sein und sie zum Glauben ermutigen.

Vom Heiligen Johannes Chrysostomos gibt es einige bemerkenswerte Aussagen: „Wir Menschen sollen in der Welt für andere zum Licht und zum Sauerteig werden. Es gäbe keine Heiden, wenn wir wahre Christen wären. Wahre Christen leben nach den Geboten Gottes,
doch wir zeigen den Heiden nur unsere irdische Gesinnung und unser irdisches Tun.“ Und er sagte weiters: „Viele Menschen beten das Geld an, anstelle Gottes. Sie haben Angst vor dem Tod und sind ungeduldig beim Ertragen von Krankheiten. Sie suchen nach Ruhm und Macht und wollen reich werden. Wie sollen da die Heiden zum Glauben kommen?“
Der Heilige Paulus war ein eifriger Christ, der viele Menschen für Christus gewonnen hat. Und es gibt auch erfreulicherweise heute noch Menschen, die von Christus begeistert sind. Ich denke da an eine Geschichte, die sich auf einem Stadtplatz in New York ereignete.
Das waren zwei junge Menschen: Der eine rollte die amerikanische Fahne aus und der andere begann, lautstark auf einer Trompete zu blasen. Bald hatte sich eine beträchtliche Menschenmenge um sie versammelt. Die meisten jungen Leute aber hatten traurige Gesichter und schmutzige Kleider an. Es waren Menschen verschiedener amerikanischer Banden. Da sagte der Trompetenbläser zu ihnen: „Ich sehe euch an, dass ihr mit eurem Leben nicht zufrieden seid.
Aber ich kenne ein großes unsichtbares Wesen, das auch alle liebt und euch helfen will, das euch in glückliche Menschen verwandeln will.“ Da trat plötzlich ein starker Junge namens Nicky, der Anführer der stärksten Bande, vor und sagte: „Schweig und verschwinde, wenn dir dein Leben lieb ist!“ Der Trompeter schaute ihm ganz ruhig ins Gesicht. Er meinte: „Auch wenn du mir nach dem Leben trachtest, hört der, der alle Macht hat, nicht auf, dich zu lieben, dich zu verwandeln und dich glücklich zu machen!“ Nach diesen Worten schlich sich Nicky mit gebeugtem Kopf aus der Menschenmenge weg. Seine Freunde suchten drei Monate nach ihm. Was war geschehen? Nicky war in sich gegangen und hat über den Sinn seines Lebens nachgedacht. Und es wurde das Unmögliche möglich. Nicky ist zum Schwärmer für Jesus Christus geworden. Heute kommt er in die Stadt und trifft sich mit jungen Menschen, die nicht tugendhaft leben. Er erzählt ihnen von seiner Vergangenheit und wie Jesus ihm geholfen hat, den Sinn des Lebens zu finden. Er erzählt ihnen mit voller Begeisterung von seinem Glück, das er in Jesus Christus fand. Er will die jungen Menschen für Christus ebenso begeistern.

Auch wir sollen unsere Begeisterung für Jesus zeigen, und dies kann ganz ohne Trompeten, Fahnen oder lautes Geschrei geschehen. Wir können unsere Begeisterung für Jesus zeigen, nicht nur in Worten, sondern besonders in Taten der Liebe. So können wir helfen, dass viele den Weg zu Christus finden. Zum Abschluss möchte ich Ihnen ein Gebet ans Herz legen, das vom Heiligen Franz von Assisi stammt: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug des Friedens, dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist, dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert, dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.“ Amen.

Lambert, Bischof von Maastricht

Die vornehmen fränkischen Eltern gaben ihren um 635 geborenen Sohn, Lambert, dem Bischof Theodor von Maastricht zur Ausbildung. Nach der Ermordung von Bischof Theodor wurde Lambert 672 dessen Nachfolger. Von Hausmeier Ebroin verbannt, lebte er sieben Jahre als Mönch im Kloster Stablo. Pippin von Heristal setzte ihn wieder in seine Würden ein. Nach einigen Jahren wurde Lambert erneut in politische Wirren hineingezogen, und am 17. August 705 oder 706 wurde er in seinem Palast in Lüttich von Meuchelmördern getötet. Die Bilder zeigen den Heiligen im bischöflichen Ornat mit Stab und Buch oder mit Lanze und Schwert. Auf eine Legende geht die Abbildung zurück, die Lambert im Chorhemd, feurige Kohlen tragend, zeigt: Der junge Diakon Lambert bringt, um den Weihrauch zu entzünden, glühende Kohlen im Chorhemd herbei, ohne dass dieses brennt. Für Chirurgen, Zahnärzte und Ärzte ist er der Schutzheilige. Als Fürbitter wird er gegen Nieren- und Augenleiden angerufen.

Hildegard von Bingen

Diese erste deutsche Mystikerin wurde 1098 als Tochter des Edelfreien Hildebert von Bermersheim und seiner Frau Mechthild geboren. Sie wurde ab ihrem achten Lebensjahr bei ihrer Verwandten, Jutta von Sponheim, in deren Klause erzogen, aus der dann das Benediktinerinnenkloster Disibodenberg hervorging. Nach deren Tod wurde Hildegard zur Nachfolgerin als Priorin. Sie entschied sich aber, ihr eigenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen zu gründen. Hildegard hatte ständig Visionen und begann, darüber zu schreiben. Sie verfasste nicht nur geistliche Dichtungen, sondern auch naturwissenschaftliche und medizinische Werke, die ihr den Ruf als erste deutsche Ärztin einbrachten. Sie korrespondierte mit Königen, Fürsten, der Geistlichkeit und mit Laien. Sie unternahm unter anderem Reisen nach Süddeutschland, nach Köln und nach Trier und predigte. Nachdem Hildegard zur Äbtissin gewählt worden war, gab sie ihr selbstgewähltes Schweigen auf und diktierte ihre Visionen ihrem Beichtvater, dem Mönch Gottfried. Ihre erste mystische Schrift nannte Hildegard „Liber Scivias Domini“ (Wisse die Wege Gottes). Hildegard wurde trotz ihrer vielen Leiden, ihrer aufreibenden Arbeit, ihrer strengen Bußübungen und ihrer langen Nachtwachen einundachtzig Jahre alt. Als sie am 17. September um vier Uhr morgens starb, erschienen am Himmel über dem Rupertsberg zwei sich kreuzende Regenbögen. An der Stelle, wo sie sich kreuzten, leuchtete in der Größe eines Vollmonds ein helles Licht, und darin zeigte sich ein rot schimmerndes Kreuz, zuerst klein, dann stetig größer werdend. Um die zunehmende Scheibe schillerten unzählige Kreise in den buntesten Farben, und jeder von ihnen trug in der Mitte ein Kreuz. Darstellungen zeigen Hildegard als Äbtissin mit Stab, Buch und Feder. Sie übergibt einem Boten einen Brief an den Papst. Sie wird auch oft zusammen mit dem heiligen Bernhard, der ihre Schriften prüft, dargestellt. Die Sprachforscher ehren sie als ihre Patronin.

24. Sonntag im Jahreskreis C

Einleitung
Viele von euch kommen in die Kirche, weil sie sich darauf freuen, durch das Hören des Wortes Gottes zu einer tieferen Erkenntnis von Jesu Lehre zu  gelangen. Auch das heutige Evangelium hilft uns dabei. Jesus, geht es um eine bedeutsame Wahrheit. Er hat vor, uns zu sagen, dass der himmlische Vater uns gegenüber unendlich barmherzig ist.
Predigt
Liebe Schwestern und Brüder!
Jesus trifft sich mit den Schriftgelehrten und Pharisäern und will sie von der unendlichen Barmherzigkeit Gottes überzeugen. Sie sind aber entsetzt darüber, dass Jesus öffentlich mit Sündern verkehrt. So folgern Sie daraus, dass er nicht der Sohn Gottes sein kann. Ihre Vorstellung ist, dass Sünder vor Gott abscheuliche Menschen sind und dass er sich von ihnen abwendet. Doch Jesus verteidigt seine Kontakte zu Sündern. Er möchte ihnen klarmachen, wie Gott in Wirklichkeit ist. Dazu verwendet er drei Gleichnisse.

Im ersten Gleichnis zeigt sich Gott dem Sünder so, wie sich ein Hirte einem verlorenen Schaf gegenüber verhält. Er sucht mit Liebe so lange, bis er es gefunden hat. Wenn er es gefunden hat, nimmt er es voller Freude auf seine Schultern.
Im zweiten Gleichnis spricht er von einer Frau, die eine Drachme verloren hat. Sie zündet eine Lampe an, durchsucht unermüdlich das ganze Haus und sucht so lange, bis sie das Geldstück gefunden hat. Und als sie es gefunden hat, ruft sie alle ihre Freundinnen und
Nachbarinnen zusammen, damit sie sich über die wiedergefundene Drachme mitfreuen.
Das dritte Gleichnis ist wohl das bekannteste von allen drei. Es ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder vom barmherzigen Vater. Der jüngere Sohn ließ sich sein Erbteil auszahlen, verließ seinen Vater, vergeudete sein ganzes Vermögen und kam schließlich hungrig und reumütig wieder zu seinem Vater zurück. Und wie war die Reaktion des Vaters? Er lief ihm entgegen, umarmte ihn und küsste ihn. Daraufhin sagte er
zu seinen Knechten: „Da muss gefeiert werden. Lasst uns miteinander essen und fröhlich sein, denn mein Sohn war tot und lebt wieder. Er war verloren und ist wieder gefunden worden.“
Genau so ist die Freude Gottes jedem Sünder gegenüber, der verloren war und sich wiederfindet. Kann gefunden werden – also kehrt er um. Diese Lehre gefiel den jüdischen Religionsführern allerdings nicht. Für uns ist es jedoch notwendig, dass wir diese Wahrheit von Jesus hören und erkennen.
Der selige Papst Johannes Paul II. schrieb eine Enzyklika mit dem Titel: „Dives in misericordia“.
– die Enzyklika über das göttliche Erbarmen. Er schrieb: „Gott bleibt seiner Vaterschaft und seiner Liebe treu. Er bleibt treu, auch wenn wir abgewichen sind. Nach solchen Aussagen des geschätzten Papstes Johannes Paul II. ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern, wenn sie Sünden begehen, nicht sagen: „Gott wendet sich von dir ab“, „Gott verlässt dich‘ oder „Gott hört auf, dich zu lieben“? So zu sprechen, ist nicht richtig. Im Gegenteil: „Gott sucht den Sünder!“ Ist das nicht ein großer Trost für uns?
Vielleicht werden Sie einwenden: „Bitte, sagen Sie das nicht zu laut, denn sonst werden die Menschen die Sünde zu leichtfertig nehmen und dann leichtsinnig Böses tun.“ Ich würde dazu sagen: „Wenn die Menschen die unendliche Liebe Gottes erfahren, dann werden sie Gott mehr lieben und die Liebe wird sie daran hindern, Sünden zu begehen.“
Der Apostel Johannes schreibt einmal: „Jeder, der Gott liebt, heiligt sich und wenn er geheiligt ist, wird er nicht sündigen. Das bezeugen auch so manche Lebenserfahrungen. Zwei kurze gegensätzliche Begebenheiten möchte ich dazu als Beispiel bringen:
Die Eltern von Martin waren überzeugt davon, dass sie ihrem Sohn eine gute religiöse Erziehung angedeihen lassen könnten, wenn sie immer vom strengen und unbarmherzigen Gott sprechen, der ihn für alles bestrafen werde. Sie sagten zu ihm: „Wenn du nicht gehorchst, wenn du nicht betest, dann wirst du schon sehen, wie Gott dich bestrafen wird.“ In Martins Vorstellung prägte sich natürlich das Bild eines Gottes ein, der ein strenger und unangenehmer Aufpasser sei. Als er dann schließlich in der Schule von jemandem hörte, dass es überhaupt keinen Gott gäbe, freute er sich darüber. Das befreite ihn von dieser unangenehmen Vorstellung, aber heute ist er Atheist.

In der Familie von Karl war das anders. Seine Eltern lehrten ihn von Kindheit an, dass Gott Liebe ist. Sie ermutigten ihn, aus Liebe zu Gott zu beten, die heilige Messe zu besuchen und jede Sünde zu meiden. Karl sang gerne das Lied „Gott ist Liebe“ und liebte Gott über alles. Auch er hörte in der Schule von jemandem, dass es keinen Gott gibt. Er dachte aber: „Das kann nicht die Wahrheit sein.“ Ich liebe Gott doch so sehr.“ Und niemand konnte ihn von Gott abbringen, weil er im Glauben an den
liebenden Gott so glücklich war.
Sie merken in diesem Augenblick sicherlich, welche Erziehung richtig und wichtig ist.
Brüder und Schwestern, nehmen wir heute von Neuem an, was Jesus uns sagen will. Er möchte uns aufmerksam machen auf die unendliche Barmherzigkeit unseres Vaters im Himmel. Wir sollen ihm durch unsere große Liebe zu ihm eine Antwort geben.

Heilige Notburga.

Ihr Name bedeutet „die in der Not helfende“. Sie war Magd im Schloss des Grafen und arbeitete später bei einem Bauern im nahen Dorf. Doch der Schlossherr holte sie bald zurück, und bis zu ihrem Tod diente sie der gräflichen Familie. Ihre Frömmigkeit. Ihr Arbeitseifer und ihre Nächstenliebe waren unerschöpflich.
Notburga wurde im Jahr 1266 in Rattenberg in Tirol geboren. Ihre gottesfürchtigen Eltern gaben ihr als die kostbarste Mitgift eine fromme Erziehung durch Wort und Beispiel. Notburga blühte zur Jungfrau heran, ein anmutiges Bild der Unschuld. Wegen ihrer Tüchtigkeit im Hauswesen kam Notburga mit achtzehn Jahren als Haushälterin auf das nahe Schloss Rattenberg, wo der edle Ritter Henrich mit seiner frommen Gemahlin Gutta wohnte. Beide ehrten das fromme Beschließen Notburgas sehr hoch. Die Herrschaft ließ deshalb die junge Magd nach Belieben agieren und sah es gern, wenn sie die Überreste der Mahlzeit unter die Armen verteilte. Notburga nutzte ihre Stellung, um Gottesfurcht, Treue und Arbeitsamkeit unter ihren Mitdienenden zu verbreiten. Sie kümmerte sich um die Leidigen. Die Kranken pflegte sie mit mütterlicher Zärtlichkeit, alle suchte sie zur Liebe Gottes und zum Eifer im Dienste der Religion zu bewegen. Notburga verbreitete Frieden und Freude ringsum. Eine schwere Prüfungszeit begann für die treue Dienerin nach dem Tode der alten Herrschaft. Denn Ottilia, die Gattin des jungen Ritters Heinrich, war sehr hoffärtig und geizig. Sie verbot Notburga das Almosengeben und enthob sie ihres Amtes als Beschließende. Ottilia ließ Notburga die niedrigsten Dienste tun und gab den Rest der Speisen den Schweinen, die, wie sie meinte, nützlicher seien als die Bettler. Um den Armen noch etwas geben zu können, sparte Notburga an ihrem eigenen Munde ein. Als Ottilia bemerkte, dass ihre Magd abends den Armen Speisen zutrug, beschuldigte sie sie bei ihrem Mann des Diebstahls. Henrich wollte sich selbst überzeugen, passte ihr abends auf und da sie ihm in den Weg kam, fragte er sie barsch, was sie in der Schürze trage. Unbefangen zeigte sie ihm die ersparte Speise nebst einem Krüglein mit Wein. Henrich sah zu seinem Erstaunen nicht die Speisen, sondern nur Hobelspäne und statt Wein Spülwasser. Zürnend ritt er heim, in der Meinung, die Magd habe ihn genarrt. Ottilia schaltete Notburga, eine Heuchlerin und Diebin, und jagte sie sofort mit Schande aus dem Dienst. Im Bewusstsein ihrer Unschuld ging Notburga in die dunkle Nacht hinaus und trug diese harte Prüfung ohne Murren. Sie hätte leicht wieder eine vornehme Herrschaft gefunden, denn tüchtige und brave Dienstboten werden gern eingestellt. Aber in ihrer Demut bot sie sich einem Bauern in Eben als Magd an. Der Bauer bewunderte bald die Geschicklichkeit, Munterkeit und Tugend seiner Magd, und die Bäuerin sagte oft: „Wenn unsere Notburga betet, glaubt man, einen Engel mit Gott reden zu hören.“ In der Erntezeit hörte Notburga die Glocke „Feierabend“ läuten. Sie legte die Sichel nieder, der Bauer aber verlangte, dass sie heute auf dem Felde weiterarbeitete. Da erhob Notburga die Augen zum Himmel und sprach: Gott sei Richter zwischen dir und mir. Bleibt meine Sichel frei in der Luft hängen, so soll es seinen heiligen Willen bedeuten, dass ich den heutigen Feierabend ganz ihm widme. Fällt sie zur Erde, so soll es bedeuten, dass ich fort arbeite. Sprach es und hielt die Sichel empor. Diese schwebte frei in der Luft. Heilige Schauer durchzuckten alle, die das Wunder sahen. Die Arbeit hatte ein Ende. Notburga nahm ihre Sichel und ging zum Kirchlein.
Seit Notburga von der Rattenburg verwiesen worden war, gab es dort ein Unglück nach dem anderen. Die Habsucht der Herrin hatte keinen Reichtum gebracht, während der Fluch der abgewiesenen Armen schwer auf dem Hause lastete und den Wohlstand verzehrte. Nach langem Siechtum starb Ottilia. Henrich wurde von seinem eigenen Bruder bekriegt, schwer geschädigt, ja fast zu Grunde gerichtet. Er erkannte dies als gerechte Strafe Gottes für seine Härte und Ungerechtigkeit gegen Notburga und die Armen. Um sein Unrecht zu sühnen, ritt er nach Eben hinab und sprach zu Notburga. „Meine Eltern haben mir auf dem Totenbett ans Herz gelegt, dass ich dich lieben soll wie meine Schwester. Leider habe ich ihr Wort nicht beachtet, aber ich habe nicht aufgehört, an dich zu denken. Kehre als Haushälterin auf die Rattenburg zurück. Du sollst fortan die Mutter der Armen sein. Schalte mit meinem Eigentum nach Belieben. Notburga willigte ein. Groß war die Freude auf dem Schloss, als die Mutter der Armen wieder dort einzog. Sichtbar kam der Segen Gottes mit Notburga auf die Burg. Die Felder ernteten üppige Früchte, der Viehstand mehrte sich. Der verwitwete Ritter heiratete die edle Margareta von Hoheneck. Die höchste Freude erlebte Notburga, indem sie am Hochzeitstag die beiden feindlichen Brüder wieder miteinander versöhnte. Die sanfte und gottesfürchtige Schlossfrau beglückte ihren Gemahl Heinrich mit drei Söhnen und drei Töchtern, die unter Notburgas Leitung in Tugenden aufwuchsen. Noch achtzehn Jahre diente die fromme Magd im Schloss, ein Muster der Religiosität, des Fleißes und der Mildtätigkeit. Je mehr Almosen sie unter die Armen austeilte, desto mehr Segen kam über das Haus. Bei allem hohen Ansehen, welches sie im Schloss und beim Volk genoss, blieb sie immer eine bescheidene, gehorsame, fleißige Dienstmagd. Die härtesten Arbeiten tat sie am liebsten, um sich abzutöten. Reich an Verdiensten für die Ewigkeit und arm an irdischem Besitz, legte sie sich im 47. Lebensjahr aufs Sterbebett. Sie empfing die Sakramente, nahm Abschied von den Hausgenossen und entschlief sanft am 14. September 1313.

Papst Pius IX. nahm Notburga am 27. März 1862 in die Zahl der Heiligen auf.

Das Geheimnis der Dreifaltigkeit.

Wie nennen wir das unbegreifliche Geheimnis eines Gottes in drei Personen?
Wir nennen es das unbegreifliche Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit.

Wenn wir mit einem Wort ausdrücken wollen, dass in einem Gott drei Personen sind oder ob die drei göttlichen Personen nur ein Gott sind, so sprechen wir von der heiligsten Dreifaltigkeit. Das Wort „Dreifaltigkeit“ bedeutet, dass der Gott in drei Personen existiert. Noch deutlicher wird dies durch das andere Wort ausgedrückt: Dreieinigkeit. Die drei göttlichen Personen sind ein Gott. Der Katechismus bezeichnet dies als ein unbegreifliches Geheimnis. Ein Geheimnis ist so viel wie etwas Verborgenes, was niemand oder nur wenige kennen. Dazu ein ganz alltägliches Beispiel: Der Vater kauft der Mutter zum Namenstag ein Geschenk und verrät es niemandem; es ist also ein Geheimnis. Wenn er es dir mitteilt, hat er dir ein Geheimnis preisgegeben. Vielleicht sagen wir, dass ein Gott in drei Personen ist; das wissen wir ja alle. Ich gebe euch die folgende Antwort: 1. Wir wüssten nicht , dass es Gott in drei Personen gibt; so ist das für uns doch ein Geheimnis, weil wir wahrscheinlich nicht begreifen können, wie das möglich ist. Dies möchte der Katechismus mit dem Satz ausdrücken: „Es ist ein unbegreifliches Geheimnis.““ Unbegreiflich ist etwas, das wir nicht verstehen können. Wir verstehen, dass es auf der Straße nass ist, weil es gerade geregnet hat. Aber wenn du auf einmal die Straße sähest, dass alles nass würde, ohne dass es regnete oder die Menschen Wasser hinspritzten, würdest du sagen. Das begreife ich nicht: Warum ist es jetzt nass? Deshalb wäre das für dich unbegreiflich. In unendlich höherem Maße ist es für uns, selbst für die allergeschiedensten Menschen und sogar für die Engel im Himmel, unbegreiflich, dass es drei göttliche Personen gibt und nur einen Gott. Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott und doch gibt es nur einen Gott. Der Vater ist allmächtig, der Sohn ist allmächtig, der Heilige Geist ist allmächtig und es gibt nicht drei, sondern einen allmächtigen Gott. Der Vater ist dieselbe Gottheit; er hat denselben Verstand und Willen wie der Sohn, und doch ist er von diesem unterschieden. Es gibt aber Menschen, die sagen. Es kann gar nicht sein, dass drei Personen ein Gott sind. Man kann auch nicht sagen: „Drei Menschen sind ein Mensch.““ Es wäre auch gewiss falsch, wenn wir sagen wollten: „Drei Götter sind ein Gott.“ Allein so sagen wir nicht, sondern: „Drei Personen sind ein Gott. Und das ist so wenig falsch, als wenn ich sage: „Drei Menschen sind eine Familie. Wenn wieder andere sagen. Das glaube ich nicht, dass ein Gott in drei Personen ist, denn das begreife ich nicht. Was sollten wir von solchen Reden halten? Wir können solchen Menschen sagen:

Du möchtest also nur das annehmen oder glauben, was du begreifst? Begreifst du, dass das Licht in einer Sekunde einen Weg von 300 000 km zurücklegt? Es gibt auch noch viele andere Sachen, die wir nicht begreifen können, und doch glaubst du ihnen. Du willst also an die Dreieinigkeit nicht glauben, weil du sie nicht begreifen kannst. Du willst also nur an einen Gott glauben, den du begreifen kannst. Aber ein Gott, den du begreifen könntest, wäre kleiner oder gleich deinem Verstand und dann nicht Gott. Gott ist unendlich groß und vollkommen, mehr vollkommen, als du als armseliges Geschöpf begreifen kannst. Willst du gescheiter sein als die katholische Kirche und als alle heiligen Kinderväter? Wenn wir es nicht begreifen, wissen wir doch, dass Gott die Wahrheit ist, die ewige Wahrheit, und das ist eigentlich genug. Mit einem festen und treuen Glauben an die heiligste Dreieinigkeit verbinden wir die Hoffnung, sie einst in der ewigen Herrlichkeit schauen zu können und zu dürfen. Jedes Jahr wird zu Ehren der heiligsten Dreieinigkeit ein eigenes Fest gefeiert, der Dreifaltigkeitssonntag. Wir danken an diesem Fest Gott für die Dreieinigkeit und dafür, dass wir im Namen des dreifaltigen Gottes getauft wurden. In Dankbarkeit sollten wir unser Taufversprechen immer wieder erneuern.

23. Sonntag C 2013

Einleitung.
Am Sonntag kommen wir in die Kirche, um hier das Licht und die Stärkung für unser tagtägliches Leben zu empfangen. Aber das Licht des Evangeliums ist manchmal scharf, sodass es uns beunruhigt. Im heutigen Evangelium sagt Jesus zu uns: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern , ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26). Wie sollen wir diese Worte verstehen? Jesus sagt zu den Menschenmengen: Es ist nicht genug, dass wir mit mir von Ort zu Ort wandern,. Er will, dass wir den Willen Gottes über alles stellen, was uns in unserem Leben teuer und wichtig ist. Diese Jesus-Forderung ist nicht leicht.
Predigt.
Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, müssen wir erwägen, ob wir willig und bereit sind, Gottes Willen/Jesus’ Gebot der Liebe an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen. Wer das nicht will, kann Jesus nicht nachfolgen. Wir wurden Christen, ohne eigenes Zutun. Einfach, weil unsere Eltern uns taufen ließen. Das ist in Ordnung. Schlecht aber ist, wenn wir meinen, dass das Christentum die Sammlung von Religionswahrheiten ist, die wir kennen sollen , oder die Sammlung von Gebeten, die wir beten sollen. So stellten sich die Menschen, die Jesus nachfolgten, Religion damals vor. Solch eine Religion genügt für Jesus jedoch nicht. Vielleicht kennen Sie den mexikanischen Film „Die Perlen von heiligen Luzia“. In diesem Film wird das Religionsleben in einem mexikanischen Dorf gezeigt. Das Religionsleben ist dort sehr flach, formal. In diesem Film sehen wir, wie ein Vater das Geld für die Rettung seines Sohnes braucht. Sein Sohn ist nämlich sehr krank. Der Vater wendet sich an seine Mitbürger mit der Bitte um Hilfe. Er bittet sie, ihm das Geld zu leihen. Auf seine Bitte reagiert niemand. Im Dorf lebt eine alte Frau. Sie ist sehr fromm. In ihrem Zimmer hat sie viele heilige Bilder. In ihre Schuhe legt sie die kleinen Steinchen, damit sie die Verleugnung aus der Liebe zu Jesus macht. Sie geht regelmäßig zur Beichte und zur heiligen Kommunion. Doch auch sie hilft der Familie, die Hilfe braucht nicht. Im Film sehen wir, wie der unglückliche Vater zum Pfarrer geht und um Hilfe bittet. Aber dieser Gottesdiener sendet den Vater in die Kirche zur Statue der heiligen Lucia, damit sie ihm hilft. Der Vater betet innig und bittet die heilige Luzia, um ihm eine Perle, die sie um ihr Haupt hat, zu borgen. Siehe. Sie gibt ihm das Zeichen, dass sie ihm die Perle borgt, und er nimmt sie. Aber die Mitglieder des Pfarrgemeinderats nehmen wahr, dass die Perle fehlt. Sie glauben nicht, dass die heilige Theresia, die Erlaubnis gab die Perle wegzunehmen. Sie schlagen den unglücklichen Vater und werfen ihn ins Gefängnis. Die Menschen unternehmen alles, um die Perle von heiligen Luzia zurückzugewinnen, aber für die Rettung des sterbenden Kindes unternehmen sie überhaupt nichts. Wollen wir mit einem solchen Christentum sympathisieren? Solches Christentum ist von Jesus doch weit entfernt. Das Christentum nach dem Konzil brachte viele Reformen hervor. Ich möchte hier erwähnen, dass Papst Johannes XIII. auf die Tiara/die Papstkrone verzichtete, und er trägt die Leinenmitra, wie die anderen Bischöfe. Für das richtige Beispiel des christlichen Lebens gehen wir zu Maria. Schauen wir uns nur an, wie sie zu ihrer Verwandten Elisabeth eilt, um ihr zu helfen. Oder schauen wir, wie sie bei der Hochzeit in Kana hilft. Und zum Schluss sehen wir, wie sie unter dem Kreuz steht. Was charakterisiert ihr Christentum am meisten? Das ist die Liebe. Jesus verlangt von uns, dass wir ihn vor alles bevorzugen. Aber ihn zu bevorzugen bedeutet, das Gebot der Liebe umzusetzen. Unser Christentum kann nicht vom praktischen Leben abgerissen werden. Und der jetzige Papst Franziskus gibt uns in diesem Bereich ein schönes Beispiel .