Archiv für den Monat: Oktober 2019

Allerseelen 2019

Jesus Christus, der uns das ewige Leben versprochen hat, sei mit euch.

Unter den Mönchen gibt es einige, die durch große Strenge gekennzeichnet sind. Ihre Mitglieder leben in ständiger Stille bei der Arbeit und im Gebet. Ein besonders strenger Orden zeichnet sich dadurch aus, dass seine Mitglieder, wenn sie sich treffen, sich mit den Worten grüßen: Memento mori. Erinnere dich an den Tod. Heute erinnern wir uns an unsere Verstorbenen.

Jesus,du  bist  uns vorausgegangen zum Vater. Herr, erbarme dich unser. 

Du hast  uns  das Leben der Herrlichkeit verheißen. Christus, erbarme dich unser. 

Du lässt  nicht die  dir  gefolgt sind verlorengehen. Herr, erbarme  dich  unser. 

Der Tod arbeitet ohne Ruhe, ohne Pause. Sie schaut nicht, ob jemand jung oder alt, gesund oder krank, reich oder arm, vorbereitet oder unvorbereitet. Diese Erkenntnis bringt uns auch die liturgische Lektüre des heutigen Tages; sie teilt uns die Worte Christi mit. Seid vorbereitet, denn der Sohn des Menschen wird in einer Stunde kommen, die ihr nicht kennt. Und wirklich, der Tod kommt in der Stunde, die wir nicht kennen. Und was nimmt der Mensch in die andere Welt mit? Versuchen wir, einige Gräber auf dem Friedhof zu öffnen. Gibt es diejenigen, die sich durch Schönheit auszeichneten? Aber wo ist ihre Schönheit geblieben? Gibt es dort Reiche, aber wo ist ihr Reichtum? Gibt es dort Herrscher, aber wo ist ihre Macht? Gibt es dort Gelehrte und Weise, aber wo ist ihre Weisheit? Zu diesen Überlegungen schließt sich auch der heilige Augustinus an und sagt: „Du hast Eigentum, bist du stolz auf deine Vorfahren, deine Schönheit, deine Würde? Schaue nur auf dich selbst und erkenne, dass du sterben wirst, dass du alles hier lassen wirst, dass du nichts ins Grab nehmen wirst.“ Verstehen wir, welchen Hinweis er gibt und welchen Friedhof er hinterlässt? Alles wird in der Welt sterben, und wir werden aus der Welt nichts ins Grab mitnehmen.

Viele Menschen können nach diesen Worten traurig sein, weil sie sich schwer mit dem Leben und der Freude, die uns die Welt bringt, verabschieden. Wo kann man Trost suchen? Was wird unseren Schmerz und unsere Angst lindern? Es ist ein Kreuz. Tausende liegen auf den Friedhöfen. Und nur der, der auf dem Kreuz hängt, hat das Recht, uns als Einziger dauerhaft zu trösten. Eine alte Legende besagt, dass er, als er mit dem Kreuz nach Golgatha ging, vor einem Haus ausruhen wollte. Der Hausbesitzer fuhr ihn an und jagte ihn weg. Jesus sah ihn traurig an und ging weg. Von diesem Moment an hatte der Hausbesitzer keinen Frieden mehr. Er spürte den Anblick Jesu in seiner Seele und blieb niedergeschlagen. Er verließ das Haus und wanderte durch das Land, doch den Frieden fand er nicht. Unglücklich und verzweifelt kehrte er nach Hause zurück. Vor seinem Haus, wo er einst Christus verjagt hatte, stand das Kreuz. Sobald er es sah, fiel er auf die Knie und umarmte es. Da spürte er Frieden in seiner Seele. Spüren wir die Unruhe in unseren Herzen? Spüren wir Unruhe in unseren Herzen? Haben wir Angst vor dem Tod? Stellen wir uns unter das Kreuz und hören wir die Worte Jesu. „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben.“ Aber die Kirche will uns auch an unsere Verpflichtungen erinnern. Vielleicht wird jemand sagen: „Ich habe ein Marmordenkmal errichten lassen. Auf dem Grab sind immer frische Blumen und brennende Kerzen. Glaubt ihr, das ist genug? Die Toten brauchen unsere geistliche Hilfe, unsere Gebete, Opfer, heilige Messen und die Anlässe, die wir ihnen heutzutage schenken können. Schon im Alten Testament steht, dass es sinnlos wäre, für die Toten zu beten, wenn es keine Hoffnung gäbe, dass die Gefallenen einmal auferstehen würden. Haben wir unsere verstorbenen Familienmitglieder, Freunde und Wohltäter nicht vergessen? Ich werde sie für das belohnen, was sie für mich getan haben. Seien wir gnädig zu unseren Verstorbenen. Die Worte Jesu ermutigen uns. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen erlangen.

Da wir Kinder Gottes und Miterben seines Reiches geworden  sind, wagen wir  zum Vater  zu beten.

Der Herr, will uns geben,was wir erbitten. Um seinen Frieden  bitten wir.

Selig, die  auf den Herrn warten und  mit  ihm  eingehen zum Hochzeitsmahl des Lebens. 

Allerheiligen Mt 5,1-12

Jesus, der sagte, selig, die reinen Herzens  sind, denn  sie werden Gottes Kinder heißen,er sei mit euch.

Einführung

Wir haben uns heute zum Allerheiligenfest versammelt. Wir kennen die Namen einiger von ihnen aus dem Kirchenkalender, aus ihren Biografien oder frommen Legenden. Das sind Menschen, die vor uns gelebt haben. Aber wie gut kennen wir zeitgenössische Heilige unter uns? Was zeichnet die Heiligen von heute aus?

Jesus, du  hast uns  geheiligt durch   deinen  Tod.Herr, erbarme dich unser.

 Du hast  uns  dein   Göttliches  mitgeteilt. Christus, erbarme   dich unser.

Du  willst uns  vollenden in  ewigem  Leben.  Herr, erbarme dich unser. 

Die Heiligen von heute tun nichts Außergewöhnliches, aber alles, was sie tun, tun sie außergewöhnlich gut. Sie leben den Alltag, aber mit besonderer Liebe. Sie sind sich selbst gegenüber sehr kritisch, anderen gegenüber jedoch freundlich und wohlgesinnt.

Wir hören oft, dass die Heiligen für uns Vorbilder des christlichen Lebens sind. Dem können wir zustimmen. Gleichzeitig stellt sich uns die Frage: Wie sollen wir den Heiligen der Vergangenheit folgen? Wir wissen zum Beispiel, dass der heilige Franz von Assisi seine Arbeit aufgab, durchs Land zog und um Essen bettelte. Heute würden viele Menschen ihn als arbeitsunwillig betrachten. Der heilige Antonius lebte als Einsiedler in der Wüste. Heute würden wir so jemanden vielleicht für einen Vagabunden oder eine verdächtige Person halten. Die heilige Theresia von Ávila gründete Klöster. Wo sollten wir heute Orte finden, an denen unsere frommen Mädchen Klöster errichten könnten?

So kommt man leicht zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, nach dem Vorbild der Heiligen vergangener Zeiten zu leben. Jeder Mensch lebt und handelt im Geist seiner Zeit und seiner Umgebung. Natürlich können wir heute nicht im Geist des Mittelalters oder einer anderen vergangenen Epoche leben oder uns so kleiden. Aber worauf kommt es an? Wir sollen und können heute auf heutige Weise leben.

Woran erkennen wir die Heiligen unter uns? Vor allem daran, dass sie Christus im Geist und in der heutigen Welt folgen. Sie fallen nicht durch exzentrische Kleidung, besondere Frisuren, provokantes Verhalten oder die Verwendung frommer Redewendungen auf. Wenn sie auffallen, dann durch ihre Freundlichkeit gegenüber anderen und ihre Gewissenhaftigkeit bei der Arbeit. Sie sind zuverlässig. Sie reden nicht viel über Gott, aber umso mehr mit Gott über die Menschen. Sie wissen, warum sie an Gott glauben, und können auf allgemeine Einwände gegen den Glauben antworten.

Der Heilige von heute begegnet dem täglichen Ärger mit Frieden, nicht mit Zorn. Er weiß, dass ein guter Gott in allen Ereignissen der Welt wirkt und sogar das Böse zum Guten wenden kann. Er kritisiert die Menschen um sich herum nicht und verurteilt sie nicht. Stattdessen versucht er, sie zu verstehen und ihnen zu helfen. Wenn er spricht, dann nie nur, um überhaupt etwas gesagt zu haben. Er verspricht nichts, von dem er weiß, dass er es nicht halten kann. Vor anderen rühmt er sich nicht und versucht, so wenig wie möglich über sich selbst zu reden. Wenn ihm jemand einen Fehler vorhält, denkt er darüber nach, wie er ihn beheben kann, um keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Er drängt niemandem seine Meinung auf. Er wirkt auf seine Mitmenschen durch sein Beispiel und seine Persönlichkeit. Jeden Tag bemüht er sich, ein besserer Mensch und Christ zu werden.

Das Wichtigste habe ich noch nicht gesagt. Wissen Sie, was das letzte Erkennungszeichen der Heiligen unter uns ist? Viele Menschen haben diese Grundsätze zwar angenommen, schaffen es jedoch nicht, sie immer und überall zu bewahren. Sie stolpern, sie irren sich. Doch entscheidend ist: Sie machen aus ihren Stürzen keine Tragödie. Sie wissen, dass Heiligkeit im ständigen Neubeginn besteht. Wir wissen, dass selbst die größten Heiligen begnadete Sünder sind, also Menschen wie wir. Im Streben nach Heiligkeit dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Wir müssen immer wieder neu anfangen.

Die Botschaft des heutigen Festes lautet: Die Heiligen wurden nicht heilig, weil sie nie gesündigt hätten, sondern weil sie nach jedem Fehlschlag wieder aufgestanden sind und ein neues, freudiges Leben nach Gottes Willen begonnen haben.

Hl. Wolfgang von Regensburg, Lk 13,18–21

Jesus Christus sagte: „Das Reich Gottes ist einem Sauerteig gleich, welchen ein Weib nahm und vermengte unter drei Scheffel Mehl.” Er sei mit euch.

Die Apostel müssen erstaunt gewesen sein, als Jesus das Reich Gottes mit einem Senfkorn und Sauerteig verglich. Sie wussten, dass das Senfkorn winzig war und kaum zu sehen. Und sicher wussten sie auch, dass nur wenig Sauerteig ausreichte, damit der Teig aufging und wir Brot backen konnten. Aber sie konnten sicherlich nicht verstehen, was es mit etwas so Großartigem wie dem Reich Gottes zu tun hat, wenn man es mit etwas so Gewöhnlichem wie einem Senfkorn vergleicht.

Jesus, du kamst als  Zeuge göttlicher  Liebe. Herr, erbarme dich unser. 

Du wolltest  in deiner  Liebe bei  uns  bleiben. Christus, erbarme  dich  unser.

Du führst  uns durch  die  Kraft  des rareeistes. Herr, erbarme  Wolfgang, einer der volkstümlichsten Heiligen Deutschlands, entstammte einem angesehenen, aber armen Elternhaus in Pfullingen bei Reutlingen. Er wurde in der Klosterschule auf der Bodensee-Insel Reichenau erzogen. Als Wolfgangs Studienfreund Heinrich im Jahr 956 Erzbischof von Trier wurde, folgte ihm Wolfgang und war bis 964 Lehrer an der Trierer Domschule. Dann entschied sich Wolfgang für ein anderes Leben. Er ging nach Einsiedeln in der Schweiz und legte im dortigen Benediktinerkloster die Gelübde ab. Vier Jahre später empfing er von Bischof Ulrich von Augsburg die Priesterweihe. In den folgenden Jahren zog der Mönch und Missionar durch das Noricum, einen Teil des heutigen Österreichs, und verkündete das Wort Gottes. Pilgrim, der Passauer Bischof, wurde schließlich auf die erheblichen Erfolge Wolfgangs aufmerksam und schlug den Wandermönch als neuen Bischof von Regensburg vor. Doch der Kaiser und zahlreiche Vertreter des Klerus zweifelten zunächst an Wolfgangs Eignung, dieses Amt ausüben zu können. Die Legende erzählt, dass kurz darauf einer der Zweifler erkrankte und von Wolfgang auf wundersame Weise geheilt wurde. Von diesem Wunder stark beeindruckt ernannte Kaiser Otto II. den Benediktiner Wolfgang im Jahr 972 zum Bischof von Regensburg. In den folgenden 22 Jahren entwickelte Bischof Wolfgang eine überaus segensreiche Tätigkeit in seinem Bistum. Er reformierte die bestehenden Klöster und gründete neue Stifte. Außerdem förderte er die Zucht und Unterweisung der Mönche und Nonnen sowie die Ausbildung des Klerus. Zudem vertiefte er die Religiosität im Volk und kümmerte sich um die Armen und Kranken. Schon zu Lebzeiten wurde der Bischof wie ein Heiliger verehrt. Dazu trug auch erheblich bei, dass Wolfgang selbst weiterhin äußerst asketisch und bescheiden lebte.

Die  Liebe  verbindet  uns mit  dem  Herrn und  untereinander.  In  dieser  Verbundenheit lasst uns  beten:

Der  wahre Friede, den die Welt   nicht geben  kann, ist ein  Geschenk der überströmenden Liebe  Gottes. Deshalb bitten wir:

Du bist  das  Brot, das den  Glauben stärkt, die  Hoffnung  nährt   und   deine   Liebe  in  uns  bewahrt. 

Mittwoch 30.Woche im Jahr Lk 13,22-30

Jesus, der sprach: „Ringt danach, durch  die enge  Tür  einzugehen, er sei mit euch.

Der Mensch ist ein neugieriges Wesen. Und er war immer neugierig/in der Vergangenheit auch). Darum wundern wir uns nicht über die Frage, die jemand gestellt hat. Wenn diese Frage an eine Person gestellt worden wäre, die sich mit der Zukunft beschäftigt, hätte sie sicher so geantwortet. Aber Jesus antwortete nicht so. Warum? Weil es Jesu Ziel war, nicht die menschliche Neugier zu befriedigen, aufzuzeigen.

Jesus, du bist uns  mit dem Kreuz  vorangegangen, Herr erbarme  dich unser.

Du hast  getan,  was  dir vom  Vater aufgetragen war. Christus, erbarme dich  unser.

Du hast uns  in die  Schar deiner  Jünger berufen. Herr, erbarme dich unser.

Jesus beantwortet die Frage nicht direkt und will sie auch nicht beantworten. Warum fragt man nach der Nummer? Sucht er Sicherheit in Zahlen? Oder er denkt: Wenn viele gerettet werden, werde auch ich gerettet. Wenn die Anzahl der Geretteten gering ist, sind meine Aussichten auf Rettung gering. Warum sich dann mühen? Die Zahlen würden verderben, was Jesus beobachtete. Er verlangt, dass jeder selbst sich für das Gottesreich entscheidet. Das Einzige ist wichtig und nicht die Kenntnis der Zahlen. Der Mann, der Jesus diese Frage stellte, wollte Jesus nicht wie die Pharisäer, die er in seiner Rede einfangen. Er bekommt eine Antwort, die allen gehört. Bemüht euch und ringt von allen Kräften, um durch das enge Tor einzugehen, solange es Zeit ist. Fragen Sie nicht, wem es gelingen wird und wie viele Menschen gerettet werden. Es ist ein Geheimnis, das Gott das Geheimnis lässt. Die Menschen kennen weder den Tag ihres Todes noch den Tag des Weltgerichts. Wenn sie ihn kennen würden, könnten sie aufhören zu arbeiten, würden sie berechnend werden. Es ist besser, dass wir das nicht wissen. Wir sollen arbeiten und uns bemühen bis zum letzten Moment unseres Lebens. Diese Fragen beantwortete er auch nicht den Aposteln. Wer würde davon profitieren? Eines ist wichtig zu erkennen. Ob wir gerettet werden oder nicht, hängt von uns ab.

Im Namen Jesu Christi, der  unser Fürsprecher  beim  Vater ist, wagen wir  zu beten:

Jesus Christus  ist verherrlicht bei seinem Vater. Um  seinen Frieden  dürfen  wir  bitten:

Selig, die mit  Gott eins  geworden sind  und eingehen  dürfen  in seine Herrlichkeit.

Dienstag der 30.Woche Lk 13,18-21

Jesus, der sprach, das Reich Gottes ist einem Senfkorn gleich, er sei mit euch.

Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Senfkorn. Das Senfkorn ist eine der kleinsten Gartenpflanzen, wächst jedoch baumartig und erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern. Damit übertrifft es alle anderen Gartenpflanzen.

Jesus, du hast uns den Anfang göttlichen Lebens schenkt. Herr, erbarme dich unser.

Du läßt dein Leben mehr und mehr in uns wachsen. Christus, erbarme dich unser.

Du willst unser ganzes Leben mit Gnade erfüllen. Herr, erbarme dich unser.

Mit dem Gleichnis will Jesus andeuten, wie das Reich Gottes aussehen und wie es wachsen wird. Er bringt dieses Reich, und die Apostel sollen es weiterhin verkünden. Durch seine Taten, Wunder und das Besiegen der Kräfte des Teufels bezeugt Jesus, dass das Reich Gottes bereits begonnen hat. Aber die Sache ist nicht so einfach, dass jeder sie verstehen kann. Das Reich Gottes ist schon hier. Gottes Geheimnisse werden nur von denen verstanden, die sich Gottes Gnade aneignen. Zu dieser Gnade kommen wir durch Demut und Glauben. Alles ist noch in den Anfängen. Jesu Wirken kann nur ein winziges Korn sein. Im Vergleich zu dem Großen, von dem Jesus immer spricht, das er vorher sieht und das er verspricht. Er hat eine Handvoll Jünger um sich versammelt und spricht von einem Königreich, das sich auf der ganzen Welt ausgebreitet hat. Die Jünger dürfen sich nicht irren lassen. Die Größe des Baumes hängt nicht von der Größe des Samens ab, sondern von der Kraft, die Gott in den Samen gelegt hat. Auch die Größe der zukünftigen Kirche kann nicht aus den Dimensionen ihrer Anfänge abgeleitet werden. Es ist genug, dass Jesus hier ist, voll der Kraft Gottes. Er selbst ist der Same, den er in die Furchen dieser Erde gesät hat, und dieser Same wird durch seine eigene göttliche Kraft auf den Feldern dieser Welt wachsen. Die Jünger werden diesen Samen allen Nationen bringen. Und die Nationen werden an seinem Segen teilhaben.

Jesus, du hast den Menschen das Brot ewiges Leben gegeben. Herr,erbarme dich unser.

Du bist beim Mahl vereint,die dir folgen. Christus,erbarme dich unser.

Du hast Not und Leid  mit uns  getragen. Herr, erbarme dich unser.

Die wahre Größe der Heiligen.

Was die Heiligen vor Gott groß und geehrt macht, ist nicht Adel und Reichtum, Würde und Ansehen dieser Welt.  Die Mehrzahl der Menschen schätzt diese Scheingüter, die heute sind und morgen nicht mehr, denn sie verschwinden wie der Nebel des Herbstes, wenn die Sonne sich über den Talgrund erhebt. Was die Heiligen vor Gott groß und geehrt macht, ist allein Gottes Macht und die Demut, Selbstverleugnung und Verachtung aller irdischen Größe der Heiligen. Wenn wir also mit Recht die Heiligen ehren und ihre Tage feierlich begehen, beabsichtigt die Kirche damit nichts anderes, als Gott zu preisen, der wunderbar ist in seinen Heiligen, und diese Heiligen selbst als unsere Muster und Vorbilder zu betrachten und ihnen mit allen unseren Kräften nachzueifern. Gleichwie aber die Lilie von der Rose und die Rose von der Tulpe verschieden ist. Wie Paulus schreibt, ist die Seligkeit der Heiligen und ihr Glanz verschieden, obgleich sie alle Gott preisen und verherrlichen und uns erfreuen und zur Tugend mahnen. Bekannt ist das Wort des heiligen Cyprian. Die Demut ist das Fundament der Heiligkeit. Die erste Tugend der Christen ist die Demut. Alle Heiligen waren demütig.  Unsere seligen Brüder im Himmel würden jetzt nicht die ewige Seligkeit genießen, wenn sie nicht heilig auf Erden gelebt hätten. Sie hätten aber kein so heiliges Leben geführt, wenn nicht zunächst ein heißes Verlangen nach Heiligkeit und Vollkommenheit ihre Seele erfüllt hätte. Dieses Verlangen nach Heiligkeit ist dennoch das wichtigste Mittel, um wirklich heilig zu werden. Wenn wir aus ganzem Herzen danach verlangen, heilig zu sein. Der heilige Augustin. Das ganze Leben eines guten Christen ist heilige Selbstvervollkommnung. Denken wir recht oft daran, dass es unsere Bestimmung ist, Gott, unserem Schöpfer, immer ähnlicher zu werden, und dass es die höchste Würde des Menschen ist, ein Ebenbild Gottes, des Allerheiligsten, zu sein und dieses Ebenbild immer reiner und schöner in sich darzustellen. Stellen wir uns täglich das Wort des Apostels vor Augen. Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung. Erneuern wir täglich den Vorsatz, unsträflich vor Gottes Angesicht zu wandeln. Aber merken wir.  Niemand wird gekrönt, der nicht gesetzmäßig gekämpft hat.  Wenn du heilig werden willst, wirst du auch selig werden.  Die Heiligen, die jetzt im Himmel sind, haben oft empfunden, dass sie schwache Menschen sind. Das Gebet ist ein weiteres Mittel, um Heiligkeit zu erlangen.  Mit Gottes Gnade ist der schwache Mensch zu allem Kampf und zu aller Anstrengung stark.  Darum muss er zu Gott um Kraft bitten. Wer bittet, der empfängt. Diejenigen, die wir nun als Heilige verehren, haben in ihren Lebenstagen auf Erden ihr Verlangen und Streben nach Heiligkeit fort und fort genährt durch Anhörung und Lesung des Wortes Gottes. Auch uns wird diese Anhörung und Lesung des göttlichen Wortes ein kräftiges Mittel zur Heiligkeit.   Der heilige Augustinus schwankte noch immer zwischen Tugend und Sünde, als er einmal eine Stimme hörte, die zu ihm sprach: „Nimm und lies.”  Er schlug die Heilige Schrift auf und die erste Stelle, die sich ihm darbot, machte einen solchen Eindruck auf ihn, dass von diesem Augenblick an der ernste Entschluss standhafter Bekehrung in ihm feststand und auch ins Werk gesetzt wurde.  Und gibt es noch ein anderes Mittel, um Heiligkeit zu erlangen, als der Blick auf das Leben und die Beispiele der Heiligen? Wenn ein Maler ein Gemälde anfertigt, so sieht er von Zeit zu Zeit auf das Original und sucht die Züge darauf auf sein Werk zu übertragen. So muss auch derjenige, der sich in aller Tugend und Heiligkeit vervollkommnen will, die Lebensbeispiele der Heiligen betrachten und ihre Tugenden und guten Werke durch Nachahmung erlangen.  Der heilige Gregor von Nyssa bestätigt dies und sagt, dass die Lebensbeschreibungen der vorzüglichsten Männer verfasst worden seien, damit wir durch ihre Nachahmung auf geradem Wege zur Tugend und allem Guten hingeleitet werden.

Hl. Simon und Hl.Judas Lk 6, 12-19

Jesus, der  seine  Jünger rief zu, und erwählte   aus ihnen  zwölf, er sei mit  euch. 

Jesus hat die zwölf Apostel aus seinen Jüngern ausgewählt. Vielleicht denken wir, dass Jesus nicht die fähigsten ausgewählt hat. Die Frage ist, was wir mit den fähigsten meinen. Weil es andere Kriterien für Leute gibt und andere für Menschen. Heute feiern wir die heiligen Apostel Simon und Juda.

Jesus, du  hast uns den  Anfang göttlichen  Lebens geschenkt. Herr, erbarme dich unser.

Du lässt  dein Leben  mehr und mehr   in uns   wachsen. Christus, erbarme dich unser.

Du willst  unser  ganzes   Leben mit  Gnade  erfüllen.  Herr, erbarme dich unser. 

Heute werde ich wegen der kurzen Zeit nur über Simon Zelots sprechen. Simon gehörte vor seiner Berufung durch Christus der religiösen Gemeinschaft der Zeloten an und trägt deshalb den Beinamen „der Zelots“ zur Unterscheidung von den anderen Jüngern namens Simon. Oft erhielt der Apostel in der Überlieferung auch den Beinamen „Kananäus“, wodurch er in der Legende manchmal zum Bräutigam von Kana wurde. Simon wirkte wahrscheinlich als Missionar unter den Juden und erlitt zu einem unbekannten Zeitpunkt das Martyrium. Die einen Überlieferungen sagen, er sei enthauptet worden, andere berichten, man habe den Apostel zersägt. Auf Abbildungen ist Simon mit einer Säge dargestellt und deshalb haben ihn die Holz- und Waldarbeiter zu ihrem Schutzpatron erwählt. Reliquien des Apostels werden in mehreren Städten verehrt, so auch in Köln, Hersfeld und Rom. Nach einer anderen Überlieferung soll Simon mit Judas Thaddäus, mit dem er am 28. Oktober gefeiert wird, in Syrien, Mesopotamien und Persien als Missionar gewirkt haben und dann in Persien von Magiern ermordet worden sein. Der Legende nach wurden dort beide Apostel mit einer Keule erschlagen. Der Apostel Simon ist fast immer mit Marterwerkzeugen dargestellt. Mit Säge, Lanze, Keule, Schwert oder Beil, manchmal hat er auch ein Kreuz, fast immer ein Buch bei sich.

Wir dürfen  Gott unseren Vater nennen, der uns  das Leben  in Fülle  verheißen hat. Zu  ihm  lasst  uns beten:

Als  Glieder eines  Leibes  sind wir  dazu  berufen den Frieden  Christi  zu  leben und zu verschenken.  Darum bitten wir:

Dir Jesus, singt und jubelt  meine Seele, weilt du mich erlöst hat.

Samstag der 29/Woche Lk 13,1-9

Jesus, der das Gleichnis vom Feigenbaum erzählte, er sei mit euch.

Nach warnenden Worten an diejenigen, die nicht bekehren wollen und die Busse zu tun, sagte Jesus ein ermutigendes Gleichnis. Es drückt in ihm Gottes Geduld und Nachsicht aus. Das Gleichnis kann man auf das jüdische Volk beziehen, aber auch auf jeden von uns.

Jesus,du bist gekommen, uns zu reten. Herr,erbarme dich unser.

Du wirst unser Leben fruchtbar machen.Christus,erbarme dich unser.

Du schenkst allen eine Zeit der Gnade und der Bekehrung. Herr, erbarme dich unser. Die Worte „Der Herr hat in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt” zeigen Gottes Beziehung zu Israel und zu jedem von uns. Gott hat seine eigenen Besitztümer auf dieser Erde, die ihm vollständig gehören. Israel ist nicht auf natürlichem Weg das Volk Gottes geworden. Gott hat es als besonderen Baum gepflanzt und sich durch besondere Taten um ihn gekümmert. Israel hat diese göttliche Fürsorge während seiner gesamten Geschichte erlebt und wir während unseres ganzen Lebens. Im Gleichnis wartet der Besitzer seit drei Jahren vergeblich auf Obst. Gott wartet seit Jahrhunderten in Israel auf die Früchte der Bekehrung. Die Kirchenväter erklärten die drei Jahre symbolisch: als die drei Perioden der Geschichte der Richter, Könige und Hohepriester oder als die Zeit des Gesetzes, der Propheten und die Zeit Jesu. Das ist aber nicht wesentlich. Entscheidend ist, dass der Feigenbaum hoffnungslos unfruchtbar ist. Unfruchtbar ist das Leben Israels und unser Leben ist oft auch unfruchtbar. Unfruchtbar bedeutet sinnlos und nutzlos. Warum trägt ein Baum keine Früchte? Er verurteilte sich selbst. Eine Nation, die nicht fähig ist zur Bekehrung und zur Liebe, hat sich selbst verurteilt. Darum der Befehl. Hau ihn um.

In das Wort Vater wollen wir  all unser Vertrauen legen und  beten, wie  es  uns  Jesus gelehrt  hat.

Herr Jesus, den Friede,der  von dir  kommt,sollen wir einander  weitergeben. So  bitten  wir  dich.

Wir sind  versammelt um einen Tisch, lass  deinen Geist in uns  mächtig werden, dass wir alle eines Sinnes werden.

Freitag der 29. Woche Lk 12, 54-59

Jesus, der sprach: Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was gerecht ist? Er sei mit euch.

Im heutigen Evangelium spricht Jesus davon, dass die Menschen aus ihrer Fähigkeit fühlen, nach bestimmten Zeichen das Wetter vorherzusagen. Und wirklich irren sie sich in ihren Vorhersagen nicht. Die Menschen sind gleich fertig mit ihrer Aufzählung. Und danach richten sie sich ein.

Jesus, du rufst uns alle, dir zu folgen. Herr, erbarme dich unser.

Du bist unser Heil. Christus, erbarme dich unser.

Du bist unser Friede. Herr, erbarme dich unser.

Jesus warf ihnen jedoch vor, dass sie diese natürliche Fähigkeit nicht für die größeren Dinge verwenden. Die jetzige Zeit hat auch ihre Zeichen. Es kam Johannes der Täufer mit seinem mächtigen Wort. Jesus wirkt mit seinen Taten, aber die Menschen gebärden sich, als ob sie nicht ahnen, was geschieht. Diejenigen, die jede Kleinigkeit auf der Erde genau beobachten und daraus richtige Schlussfolgerungen ziehen, stellen sich begriffsstutzig, wenn sie Jesus sprechen hören, der Dinge tut, die niemand vor ihm getan hat. Sie sind scharfsinnig, wenn es um das Wetter geht, aber begriffsstutzig, wenn es um das Heil geht. Es fehlt ihnen nicht am Spürsinn, sondern an der Bereitschaft, nachzudenken. Sie sehen, dass etwas Besonderes geschieht. Sie beobachten alles neugierig. Aber sie wollen nicht zugeben, dass der Augenblick der Entscheidung gekommen ist, in dem Gott von ihnen eine Änderung der Gesinnung und eine Bekehrung erwartet. Sie bleiben beim alten Leben.

Weil, wir Kinder Gottes  sind, wagen wir  voll Vertrauen zum Vater zu beten:

In den Frieden können wir nur dann leben wenn wir auf die Ankunft des Herrn vorbereitet sind. Deshalb bitten wir:

Selig, die der Herr wachend  findet und Plazt nehmen lässt am Tisch des Lebens.

30. Sonntag C Lk 18,9-14

 Pharisäer und Zöllner Einführung

Wir können die Heilige Schrift als ein großes Drama betrachten, als ein sinnreiches, komplexes Stück. Eines der populären Mittel, die im Drama verwendet werden, ist die Paarung gegensätzlicher Charaktere. Wenn der Autor zwei völlig unterschiedliche Charaktere auf der Bühne vorstellt, ruft er Vergleich und Kontrast hervor. Das Ergebnis kann dann eine andere Perspektive, ein anderes Verständnis und einen neuen Impuls für unser Leben sein.

Predigt

Schauen wir ins Alte Testament, sehen wir überall diese gegensätzlichen Paare: Esau und Jakob, Josef und seine Brüder, Mose und Aaron, David und Saul. Wir könnten die Liste fortsetzen.
Auch das heutige Evangelium ist ein Ort, an dem zwei Personen mit ganz verschiedenen Charakteren auftreten. Zwei Personen betreten den Tempel. Ein Pharisäer und ein Zöllner. Welche Belehrung können wir aus ihrem kurzen Auftritt ziehen? Große Dramatiker gehen sehr vorsichtig mit Worten um. Jesus wählt seine Worte sehr gezielt. Der Pharisäer rühmt sich mit allem, was er getan hat. Wir können sagen, dass er nicht zu Gott, sondern zu sich selbst gebetet hat. Wir müssen keine großen Experten im spirituellen Leben sein, um zu spüren, dass ein solches Gebet nicht richtig ist. Ein solches Gebet kommt sicherlich nicht von einem auf Gott gerichteten Herzen, sondern von einem in sich vertieften „Ich”. Es kommt von einem Mann, der sich mehr seiner selbst als Gott bewusst ist. Wer braucht schon Gott?  Wenn wir jemanden so sprechen hören, ruft das gewöhnlich Widerstand in uns hervor. Aber Widerstand ist nicht alles. Ein guter Dramatiker erwartet, dass seine Zuschauer noch tiefer gehen werden. Jedes Spiel hat mehrere Level, und unser Gleichnis ist keine Ausnahme. Was wollte uns der Dramatiker Jesus noch tiefer sagen? Thomas Merton sagt, dass die Liebe zu sich selbst eine bractVergiftung in sich ist. Wenn ein Mensch auch ohne sich selbst auskommt, wenn er die Hilfe von niemandem braucht, nicht einmal von Gott. Das Ergebnis kann Einsamkeit und Selbstmitleid sein. Wer denkt, dass er niemanden braucht und es alleine schafft, sagt nicht die Wahrheit. Denn niemandes Quellen sind unerschöpflich. Thomas Merton sagt, dass diese Haltung der Pharisäer nicht zur Freude am Heil, sondern zur Traurigkeit und Isolation von Gott führt.
Auch die zweite Gestalt aus dem heutigen Evangelium ist nicht weniger wichtig. Er ist die positive Gestalt. Jesus sagte, er sei gerechtfertigt nach Hause zurückgekehrt. Der Zöllner symbolisiert Demut.  Die Worte seines kurzen Gebets sind unterwürfig und demütig. Sogar seine Körpersprache spricht von Demut. Er ist nach hinten zusammengerollt, schlägt sich an die Brust und wagt es nicht, die Augen zum Himmel aufzuheben. Wir spüren instinktiv, dass seine Beziehung zu Gott echt ist. Der Zollbeamte ist für uns eine große Herausforderung. Er hat von Gott das große Geschenk der Rechtfertigung erhalten. Wir glauben, dass sein Leben danach wirklich anders war. Die beiden Gestalten aus dem Evangelium sind sehr unterschiedlich. Es ist wichtig, dass wir sie klar beschreiben und unterscheiden können. Wir wissen, dass es sich nicht um fiktive Gestalten handelt. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass sich diese beiden Gestalten in jedem von uns befinden. Mal sind wir Pharisäer, dann Zöllner und dann wieder Pharisäer. Wer von uns möchte behaupten, dass es nicht so ist? Welche Belehrung sollten wir aus dem heutigen Evangelium ziehen? Die entscheidende Sache ist, anzuerkennen, dass alles, was wir haben, ein Geschenk Gottes ist. Der Pharisäer fastete mehr als nötig und zählte Zehnten von allem, obwohl er dazu nicht verpflichtet war. Er hat nichts falsch gemacht. Was ihn jedoch daran hinderte, die Freude am Heil zu genießen, war seine Selbstgenügsamkeit. Wenn wir fähig sind zu fasten und zu beten, dann ist das ein Geschenk von Gott. Der Zöllner sollte zugeben, dass es ihm nicht schaden würde, den Weg des Pharisäers einzuschlagen. Der Zöllner sollte zugeben, dass es ihm nicht schaden würde, den Weg des Pharisäers ein wenig zu beschreiten: ein bisschen mehr Tugenden zu üben und weniger zu sündigen.  Es ist notwendig, sowohl dem Beispiel des Pharisäers als auch dem des Zöllners zu folgen. Wenn wir das schaffen, gehen wir etwas tiefer in das Reich Gottes.

Donnerstag der 29.Woche Lk 12, 49-53

Jesus, der sagte: Ich bin gekommen, um Feuer  auf die Erde zu werfen, er sei mit euch.

Der gegenwärtige Moment der Geschichte ist  von der  Persönlichkeit  Jesu geprägt. Es geht  nicht nur um  die  israelische  Nation,  es geht  um die ganze  Menschheit. Mit Jesus entstand die Zeit der Erlösung  für jeden Menschen.

Jesus, du bist als  Prophet  deines Vaters  in  diese Welt gekommen. Herr,erbarme  dich unser.

Du hast  uns gefallene wieder aufgerichtet. Christus, erbarme dich unser.

Du rufst  uns  auch  heute  in  die  Entscheidung  für  oder  gegen deine  Botschaft. Herr,erbarme dich  unser.

Jesu Mission ist es, den Einzelnen und der  ganzen  Welt das  reinigende und  erneuernde Feuer  des  Heiligen Geistes zu  bringen. In ihm soll  alles  erneuert werden. Aber  Jesus  stößt auf  Hindernisse. Er stößt auf  Missverständnisse. Er, den  Frieden bringt, wird  in Unruhe  und  Auseinandersetzungen  einbezogen, umgeben von Missverständnissen  und Hass und  wird  mit  der Taufe seines  eigenen Blutes auf  Golgatha getauft. Seelenfrieden  Gewissensfrieden   muss teuer  eingelöst  werden. Die Zeit, die mit Jesus begann, ist  die  Zeit   der  Entscheidung. Jesus, muss mit  allen Erscheinungen aufgenommen werden, die seine  Mission  begleiten. Jesu Frieden, es wird  keinen  Frieden  der bequemen Kompromissen. Es  wird  ein grundlegender  Friede sein,  der aus  der  Treue Gottes  erwächst. Dies wird  ein dauerhafter Frieden sein, aber  es wird etwas  kosten. Jesu Tätigkeit  kann man  mit  niemandem  in der Welt  vergleichen,  der verspricht, damit  er die  Massen  niederzureisen, aber  dann er sie    enttäuscht verlässt,  weil,  er  mehr  versprochen hat, als er erfüllen konnte. Jesus  gibt keine  oberflächlichen  Verheißungen  und  gibt  nicht nur  Verheißungen  nur  für  dieses  Leben, sondern für das ewige Leben.

Wir haben den  Geist empfangen der uns  zu Propheten Gottes in dieser  Welt macht.  In diesem Geist  dürfen  wir  voll  Vertrauen beten:

Wer auf  Jesus  hört,  der  findet Erlösung, Freude und  Frieden.  Deshalb  bitten wir:

  Herr, wir  vertrauen  dir.  Du hast  Worte  ewigen  Lebens.

Mittwoch der 29. Woche, Lk 12,39-48

Jesus sagte: „Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“

Am Ende des heutigen Evangeliums spricht Jesus: „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.“ Sind wir uns dessen bewusst, dass wir diejenigen sind, die mehr erhalten haben, und daher größere Verantwortung haben. Das Wertvollste, was wir erhalten haben, ist der Schatz des Glaubens.

Jesus du hast uns auf den mühevollen Weg des ewigen Lebens gerufen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns viele Gaben gegeben. Christus, erbarme dich unser.

Du hast dein Reich allen versprochen, die mit dir Last des Lebens dir auf deinem Wege zu folgen bereit sind. Herr, erbarme dich unser.

Wir Christen sollten Gott wirklich dankbar sein für all die Gaben, die wir von ihm erhalten haben. Natürlich auch für die materiellen, aber vor allem für die geistlichen. Durch die Taufe haben wir das ewige Leben erhalten und sind Kinder Gottes geworden. Wir wurden Mitglieder der Kirche. Im Sakrament der Firmung haben wir den Heiligen Geist empfangen. Jeden Tag können wir uns vom Wort Gottes und der Eucharistie ernähren. Mit diesen vielen Gaben haben wir natürlich auch Verantwortung übernommen. Egal, ob jemand Priester, Ordensmann, Familienvater ist oder allein lebt: Von jedem wird erwartet, dass er Taten zur Ehre Gottes leistet.  Wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder wir arbeiten fleißig für den Herrn und das Gemeinwohl oder wir tun dies für unsere eigene Selbstzufriedenheit und nutzen die Gaben, die wir erhalten haben, nur zu unserem eigenen Nutzen. Die Wahl liegt bei uns. Wir haben alle Voraussetzungen, um das zu tun, was dem Herrn gefällt. Verantwortungsvolles Handeln ist nicht immer einfach oder angenehm. Aber es ist notwendig, damit wir in Ewigkeit mit Gott leben können.

Im Namen Jesu Christi, den der lebendige Vater gesandt hat, dürfen wir  voll Vertrauen  sprechen:

Zu einem Leben in Frieden hat Gott uns berufen. Darum bitten wir:

Selig, die das Brot des Lebens empfangen, damit sie am Letzten Tag auferweckt werden.

Dienstag, der 29.Soche Lk 12,35-38

Jesus, der sagte: Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird, er sei mit euch.

Im heutigen Evangelium spricht Jesus von Bereitschaft und Wachsamkeit. Bereitschaft im spirituellen Sinne bedeutet, bereit zu sein, sein Leben abzurechnen. Wir sind dann bereit, wenn die „Rechnungen” unseres Lebens in Ordnung sind. Jesus spricht auch von der Belohnung, die auf einen solchen Diener wartet..

Jesus, du hast uns den Weg der Besserung und Gnade gelehrt. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns das nahe Reich Gottes verkündet. Christus, erbarme dich unser.

Du hast deine Jünger in deine Nachfolge  gerufen. Herr, erbarme dich unser.

Die Israeliten teilten die Nacht zuerst in drei, dann in vier Teile. Es waren die Teile der Nacht von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Nach drei Stunden wurde die Wache gewechselt. Ob der Herr bei der zweiten oder dritten Wache kommt, will er immer, dass seine Diener wachen und warten. Nur wenige Worte beeinflussten das erstchristliche Leben wie die Worte von Jesus: „Auch ihr seid bereit.“ In den Briefen des heiligen Paulus und des heiligen Petrus sowie in der Offenbarung des heiligen Johannes wird Folgendes gedacht. Alle, die an das Kommen des Herrn geglaubt haben, sollen bis zu seinem Kommen stets wachsam sein. Jesus sagt nicht, wann das sein wird, und empfiehlt auch nicht, das Datum seiner Ankunft zu berechnen. Gläubige sollen ihn immer erwarten. Zum Schluss noch eine Frage: Wann kommt es vor, dass wir nicht auf etwas vorbereitet sind? Es ist dann, wenn Dinge, die wir vorbereiten sollten, für uns nicht wichtig sind, oder wir mit anderen Sachen so beschäftigt sind, dass wir das einfach vergessen.

Lasset uns beten zu Gott, unserem Vater, dessen Güte und Barmherzigkeit sein Sohn Jesus Christus in Wort und Zeichen verkündete:

Jesus Christus hat uns  Frieden geschenkt, indem er den Schuldschein, der  gegen uns sprach, durchgestrichen hat.  Daher  bitten wir.

Selig, die ein reines Herz  haben, denn  sie  werden  Gott schauen.

Arbeit-Anwendung

Nach dem, was wir über Arbeit gehört haben, sollen wir sie achten und als etwas Vortreffliches und Hochwichtiges ansehen, nicht etwa als Nebensache. Natürlich kann man nicht immer arbeiten, man muss auch rasten und sich erholen. Vernünftige Erholung ist genauso unbezahlbar wie Arbeit. Warum?  Sie verschafft uns Kraft für neue Arbeit. Wenn wir aber die Erholung zur Hauptsache machen und uns immerfort entspannen und undercutand? Wir würden dessen bald überdrüssig werden. Wie sagt das Sprichwort: Die Ruhe tut nur nach der Arbeit wohl. Mit anderen Worten, sagt Goethe. Saure Wochen, frohe Feste. Wir sollen nicht nurerrantdaze auf die Arbeit achten, sondern auch auf die Arbeitenden – auch auf diejenigen, die körperlich tätig sind. Viele, die hauptsächlich geistig tätig sind, sehen körperlich arbeitende Menschen herab.  Das ist aber ungerecht.  Wenn jemand seine körperliche Arbeit denkend verrichtet, so steht diese Tätigkeit höher als eine geistige Arbeit, ein Studieren oder Schreiben, das nur aus Neugier oder Eitelkeit oder aus Verdienstes wegen betrieben wird. Jemand erinnert sich dabei, dass Gott diese körperliche Arbeit angeordnet hat, damit der Mensch sich in der Anstrengung veredeln und Gott immer wohlgefälliger werden kann. Der Mensch arbeitet aber nicht bloß mit dem Körper, er hat auch seinen Geist und sein Herz dabei, und das soll ihm nicht mit etwas Geistigem vergolten werden.  Womit?  Mit Achtung und Liebe. Wie hat uns Jesus dazu ermahnt? Indem er seinen Aposteln die Füße wusch und sagte: „Wenn ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen.” Haben wir bei unserer Arbeit immer auch die rechte Absicht?  Welche Arbeit sollen wir haben?   Wir sollen den Willen Gottes erfüllen, der die Arbeit angeordnet hat, uns durch sie zu veredeln, Gott ähnlich zu werden, dem Nächsten Gutes zu tun und unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Man kann also bei der Arbeit verschiedene Absichten haben. Aber die eine soll immer dabei sein: den Willen Gottes zu erfüllen. Diese Absicht verleiht der Arbeit erst ihren richtigen Wert. Wenn jemand etwa bloß deswegen arbeitet, um den Lebensunterhalt zu verdienen, und dabei gar nicht daran denkt, den Willen Gottes zu erfüllen und sich zu vervollkommnen, hat seine Arbeit keinen höheren Wert. Sie wird ihn auch wenig veredeln. Er wird an seinem Job vielleicht auch nicht viel Freude haben, besonders wenn die Arbeit nicht recht gelingt.
Wenn wir aber deswegen arbeiten, weil es Gott so will, so ist auch jene Arbeit nicht umsonst, selbst wenn sie misslingt oder unbezahlt bleibt. Warum ist sie nicht vergebens?  Wir sind dadurch besser und Gott wohlgefälliger geworden und er wird uns für unsere Arbeit einst auch belohnen. Wir haben schon erfahren, dass Arbeit Freude macht.

Montag der 29. Woche, Lk 12, 13-21

Jesus, der sprach: Mensch,  wer  hat mich zum Richter oder  Erteiler  über  euch gesetzt? er sei mit euch.

Ein Mann, der zu  den Jesus-Zuhörern  gehörte, fühlte sich in seinen Erbschaftsansprüchen beleidigt. Er dachte, er könnte sich in  dieser Angelegenheit an Jesus  wenden. Die  damaligen Juden  wandten sich  in ähnlichen Fragen an Rechtsexperten. Jesus  will sich nicht an  die Stelle eines  gültigen Richters setzten. Jesus verweigert, in Rechtsstreitigkeiten einzugreifen, und  fällt  keine  Urteile.

Jesus, du hast  die Last des  Lebens getragen. Herr,  erbarme dich unser.

Du kamst nicht, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Christus, erbarme dich unser.

Du hast  dein  Leben gegeben für  die  Sünden der Welt. Herr, erbarme dich.

Der Mann, der sein Verlangen eingereicht hat, musste aber auch anderen Menschen erkennen lassen, was die Absichten Jesu waren und was seine Mission war. Er meinte, er hat vor, sich nicht in die Gegend zu wagen, für die er nicht gekommen ist. Jesus ist gesandt, um die Erlösung zu verkünden, Sünder zur Umkehr zu bewegen, für die Vergebung aller Unrechtstunden zu sterben und Gottes Leben in die Welt zu bringen. Für Rechtsstreitigkeiten stehen seinen Zuhörern Rechtsmittel zur Verfügung. Jesu Mission ist viel entscheidender. Grundlegendere spirituelle Grundlagen des Lebens. Diese berühren auch das Wesen der Justiz, nicht jedoch ihre konkrete Ausführung. Und Jesus berührte diese Grundlage. Wenn bei der Aufteilung des Erbes zu einem Unrecht kam, lag es am Geiz, der Sehnsucht, immer mehr zu haben. Das ist die Wurzel der Dinge. Jesus weist darauf hin, dass die Lebensdauer eines Menschen nicht von der Größe seines Eigentums abhängt.

Im Namen  Jesu Christi, der Diener  unseres Heils  geworden ist, lasst  uns zum Vater beten:

Wo  Frieden herrscht, wird  von  Gott für die  Menschen, die Frieden  stiften, die Saat der  Gerechtigkeit ausgestreut.  Deshalb bitten wir:

Selig, die Gott  in sein Reich aufnehmen wird, weil  sie sich  der Armen und  Schwachen  erbarmt  haben.

Samstag der 28.Woche Lk 12,8-12

Jesus sagte: Denn der Heilige Geist wird euch zu derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt, und er ist mit euch.

Jesus warnt uns vor der Lästerung des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist wirft uns ein Rettungsseil. Er macht uns das so. Der Heilige Geist zeigt uns zwei Dinge, dass wir Sünder sind  und dass Jesus unser Weg aus der Sünde ist.

Jesus, du hast dein Leben mit uns geteilt. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns den Kunden vom Vater gebracht. Christus, erbarme dich unser.

Du bist uns Weg, Wahrheit und Leben. Herr, erbarme dich unser.

STellen Sie sich das vor. Sie segeln mit einem Boot und sehen plötzlich einen ertrinkenden Mann im Wasser. Sie werfen ihm ein Rettungsseil zu und erwarten, dass er es ergreift, damit Sie ihn aus dem Wasser ziehen können. Aber der Mann wird schreien: „Ich brauche ihre Hilfe nicht!“ Sie beginnen, ihn zu überreden, aber er will das Seil nicht fangen. Der Mensch lästert den Heiligen Geist, wenn er sagt: Ich brauche den Heiligen Geist nicht. Den Heiligen Geist zu ignorieren und zu versuchen, alles allein zu lösen, ist falsch und gefährlich für alle. Aber wie kann man die Herausforderungen des Heiligen Geistes auf die Leute erstrecken, die wissen, dass sie den Heiligen Geist brauchen? Vielleicht lehnen diese Menschen die Herausforderungen des Heiligen Geistes nicht ab, aber sie machen es. Warum machen sie das?  Vielleicht darum, weil ihnen die Herausforderung des Heiligen Geistes zu anspruchsvoll scheint. Sie wollen sich nicht gegen die Sünde stellen. Seien wir nicht wie der Mann im Wasser. Nehmen wir die Hilfe des Heiligen Geistes an, lassen wir uns davon überzeugen, dass wir die Hilfe des Heiligen Geistes brauchen. Lassen wir uns wissen, dass wir uns immer auf die Macht des Heiligen Geistes verlassen können, besonders in verschiedenen Versuchungen. Denken wir daran, Der Heilige Geist wirft uns immer ein Rettungsseil zu.

In vielen Sprachen rufen  die  Menschen zu Gott. Allen gemeinsam will er Vater sein. So wollen wir  beten mit allen, die Gott suchen und ehren:

Im Zeichen des Friedensgrußes die Wirklichkeit und Wirksamkeit Gottes  zu erfahren und weiterzusagen, dazu sind wir bereit, wenn wir bitten:

Jesus, du bist für mich Zuflucht  und Burg, der ich  vertraue.

Hl.Lukas, Evangelist, Lk 10,1-9

Jesus, der seine Jünger  zu je zwei in jede Stadt und jeden Ort sandte,wohin er  selbst kommen wollte, er sei mit euch.

Was sagt uns das heutige Evangelium? Jesus schickt seine Jünger überall dorthin, wo er später hinkommen will. Sie sollen die Menschen auf sein Kommen vorbereiten. Er sagte ihnen, wie sie sich verhalten und was sie sagen sollen. Auch der heutige Heilige, der Evangelist Lukas, verkündete das Reich Gottes und bereitete die Menschen darauf vor, Jesus zu empfangen.

Jesus, du bist unser Meister und Lehrer. Herr, erbarme dich unser.

Du hast  Menschen  in  deinen  ausschließlichen Dienst gerufen.  Christus, erbarme dich unser.

Du  lässt uns  nicht  allein und  hilflos in dieser Welt. Herr, erbarme dich  unser.

Wir wissen, dass der heilige Lukas Arzt und Mitarbeiter des heiligen Paulus war. Lukas ist der Autor des Evangeliums, das seinen Namen trägt, aber auch der Apostelgeschichte. Im Vorwort zu seinem Evangelium schreibt er: Während andere die verschiedenen Ereignisse im Leben Jesu erzählten, beschloss er, nach sorgfältiger Prüfung alles von Anfang an zu schreiben. Von Anfang an macht Lukas klar, dass er nicht nur einige interessante Geschichten aus dem Leben Jesu herausgreifen wird. Er wird treu alles über Gott erzählen, der als unser Retter und Erlöser in die Welt gekommen ist. Und gerade darum geht es. Wir glauben nicht an eine Fabel, sondern an Gott, der Hauptdarsteller der Geschichte ist. Gott offenbarte sich zuerst den Israeliten und machte sie zu seinem auserwählten Volk. Dann sandte er in der Fülle der Zeit seinen Sohn, um sowohl Israel als auch die gesamte Menschheit zu retten. Die Geschichte beginnt mit Jesu Himmelfahrt, und obwohl es uns scheinen kann, als würde seine Zeit enden, geschieht das Gegenteil. Jesus arbeitet weiterhin mit enormer Kraft. Denn sein Heiliger Geist herabsteigt auf die Apostel und macht sie zu mutigen Verkündigern des Evangeliums. Lukas beendet die Apostelgeschichte mit dem 28. Kapitel, in dem Paulus in Rom auf den Prozess wartet. Es gibt jedoch auch ein ungeschriebenes 29. Kapitel der Apostelgeschichte. Kapitel. Kapitel. Dieses ungeschriebene Kapitel ist die Geschichte einer unendlichen Zahl von Gottes Taten, durch die Gott seit Jahrhunderten in das Leben seines Volkes eingegriffen hat.

Es gibt vielerlei  Gründe für  Bitten: kirchliche, politische, wirtschaftliche, persönliche. Sie  sind  alle zusammengefasst in dem Gebet, das uns  Jesus  gelehrt  hat:

Der  Friede Christi schließt  alle ein.  Auch die  Feinde, weil  er  für alle  gestorben ist und will,  dass alle  leben.

Jesus, lass uns  Dir folgen, ungeteilt und gern. Begeistert  vom Ereignis  Deiner Liebe.

29. Sonntag C Lk 18,1-8

Ausdauer und Vertrauen

Einführung

Diese beiden Tugenden sind das Grundthema des heutigen Gotteswortes. In der ersten Lesung, die aus dem Buch Exodus stammt, wird vom Kampf der Israeliten gegen die Amalekiter die Rede sein. Während Joshua den Kampf führte, betete Mose um Erfolg und Sieg. Er betete, weil er glaubte, dass Gott den Israeliten helfen würde. Die Israeliten gewannen die Schlacht nicht, weil sie stärker als die Amalekiter waren, sondern weil sie Gott vertrauten und in diesem Vertrauen beharrten.

Predigt

Zum berühmten Lehrer kamen zwei junge Männer, um ihm die Weisheit des Lebens beizubringen. Glaubt ihr, dass ich dessen fähig bin?“, fragte er sie. Wir glauben. Und er begann sie zu lehren. Nach einiger Zeit beschloss er, seine Schüler zu prüfen, ob sie etwas gelernt hatten. Und er sagte zu ihnen. Denkt daran, dass keine Worte, sondern eure Handlungen eine Antwort darauf geben, ob ihr die Prüfung bestanden habt oder nicht. Ihr werdet Brunnen graben. Wenn ihr in das Abendgraben werdet und 7 Meter Boden ausgräbt, garantiere ich euch, dass ihr Wasser haben werdet. Seine Schüler begannen zu graben. Als die Sonne unterging, ging der Lehrer zu ihnen, um das Ergebnis zu sehen. Sie gruben beide den ganzen Tag, beide gruben sieben Meter Erde aus. Aber was ist geschehen? Nur einer von ihnen hatte Wasser. Der Erste von ihnen grub sieben Gruben. Jede hatte eine Tiefe von 1. Meter. Er fand in diesen Gruben kein Wasser. Der andere grub nur eine Grube, sieben Meter tief, und an ihrem Boden befand sich Wasser. Ihr beide grubt fleißig, zeigt Ausdauer, aber nur einer von euch hat die Prüfung bestanden. Aber nur einer von euch hatte Vertrauen, was ich euch gesagt habe. Ich kann kein Lehrer sein, der nicht mit dem vertraut ist, was ich gesagt habe.

Im Evangelium haben wir vom Vertrauen und der Ausdauer der Witwe gehört.  Sie wusste, dass der Richter die Macht hatte, ihr zu helfen und sie vor dem bösen Mann zu verteidigen. Also setzte sie all ihre Kraft ins beharrliche Flehen. Sie begann nicht, sieben Brunnen an verschiedenen Orten zu graben. Mit anderen Worten: Sie hat ihre Kräfte nicht aufgesplittert. Sie wandte sich nicht an verschiedene einflussreiche Personen, um um Hilfe zu bitten. Sie setzte all ihre Hoffnungen auf den Richter, von dem sie wusste, dass er ihr helfen konnte, und konzentrierte all ihre Bemühungen auf ihn. Der Richter half der Witwe, weil sie beharrlich war und ihm zeigte, dass sie ihm vertraute und dass ihr die Sache wichtig war. Diese Kombination aus Ausdauer und Vertrauen führte zum Erfolg. Erinnern wir uns daran, dass auch wir Menschen geholfen haben, wenn sie beharrlich und zudringlich in ihrer Bitte an uns waren. Vielleicht hatten wir nicht immer die Möglichkeit, diesen Menschen zu helfen, aber wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Vielleicht wissen Sie, dass für die Heiligsprechung eines Menschen mindestens zwei Wunder durch seine Fürsprache geschehen müssen. Dann wird die vatikanische Kommission ein solches Wunder untersuchen. Die wichtige Frage ist, ob der Mensch, der zu dieser Zeit zum Heiligen gebetet hat, zum Beispiel für seine Heilung, in dieser Zeit zu jemand anderem gebetet hat. Wenn ja, dann kann man eine mögliche Genesung/ein mögliches Wunder bei der Heiligsprechung nicht verwenden. Kurz gesagt: Man kann nicht zu einem beten, dann zu einem anderen und später zu einem weiteren. Selbstverständlich kann er das, aber damit die Erhörung seines Gebetes zum Wohl eines Heiligen zugeschrieben werden kann, muss er nur zu diesem Heiligen beten, damit die Tugend der Ausdauer, die mit Vertrauen verbunden ist, bewahrt wird. Natürlich wissen wir, dass es Gott ist, der unsere Gebete erhört, nicht die Heiligen. Die Heiligen sind nur unsere Fürsprecher. Wir könnten Einwände erheben. Warum müssen wir Gott sagen, was wir brauchen, und es sogar wiederholen und dringend betonen? Die Antwort ist einfach. Er weiß, was wir brauchen. Die Frage ist, ob wir wirklich glauben, dass er unser Vater ist, der sich um uns kümmert, und dass er uns nicht ohne Erhörung lässt. Jedes ausdauernde und vertrauensvolle Gebet bringt die Änderung ins Leben, wer bittet. Vielleicht nicht die Änderung, die er erwartet, aber sicher die, die er braucht. Glauben wir es?

Hl.Ignatius von Antiochien, Lk 11,47-54

Jesus Christus, der sagte: „Weh euch!“ Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die eure Väter umgebracht haben, er sei mit euch.

Im europäischen Raum tragen viele Kirchen den Namen von Ignatius, der sich selbst als „Gotteträger“ bezeichnete. Der Kanonheilige gehört zu den bedeutendsten und vor allem zu den frühesten Zeugen der alten Kirche. Ignatius, der möglicherweise noch mit Christus zusammengetroffen ist, war ein Schüler des Apostels Johannes.

Jesus, du Abglanz  des Vaters,  Kyrie  eleison.

Du machst  unsere  Finsternis hell. Christe, eleison.

Du, entzünde in  uns  das  Feuer deiner  Liebe.  Kyrie eleison.

Ignatius war Bischof von Antiochia. Rund 40 Jahre lang hatte er dieses Amt inne und war seiner Gemeinde ein gütiger und treusorgender Oberhirte. Als Ignatius bereits sehr alt war, verurteilte ihn Kaiser Trajan, der schon seit Jahren versucht hatte, ihn von seinem christlichen Glauben abzubringen, zum Tode.  Zusammen mit weiteren Christen wurde Ignatius auf einem Schiff von Antiochien nach Rom gebracht. Im flavischen Amphitheater, dem heutigen Kolosseum, wurde der greise Bischof den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Schon im Angesicht des Todes rief Ignatius aus: „Ich bin der Weizen Christi, ich muss durch die Zähne der Tiere gemahlen werden, um als reines Brot befunden zu werden.“ Teile der Gebeine des Märtyrers gelangten später wieder nach Antiochien zurück; ein Großteil wird bis heute in der Kirche S. Clemente verehrt. Ignatius von Antiochien wird auf Abbildungen fast ausschließlich als alter Mann mit Bart dargestellt. Die wohl älteste Darstellung des Bischofs ist ein Mosaik in der Hagia Sophia in Istanbul aus dem 9. Jahrhundert.

Mit  allen,  die Jesus  gerufen  hat,  beten  wir  gemeinsam  zum Vater:

Viele  Kriege  entstehen aus  ungezügeltem Machterhalt und  Machterwerb durch  Völker  und  Gruppen. Die Schwächeren  bleiben  dabei  immer  auf   der   Strecke.  So  entsteht  nie  dauerhafter  Friede.  Deshalb  bitten wir:

Wer auf  den Herrn vertraut   , steht fest  wie  der   Zionsberg,  der  niemals   wankt, der ewig bleibt.

Mittwoch der 28.Woche Lk 11,42-46

Jesus, der den Pharisäern mehrmals sagte: „Wehe euch, er sei mit euch, kritisiert die Pharisäer wegen ihrer Verstellung und ihres unrichtigen Zugangs zur Religion. Er weist auch darauf hin, dass sie Gott und die Menschen nicht liebten. Sie waren fest davon überzeugt, dass sie vollkommen seien, und deshalb wollten sie ihre eigenen Fehler und Sünden nicht anerkennen. Gerade darum waren sie nicht bereit, sich zu ändern, und konnten ihr Leben nicht neu ausrichten.

Jesus, du zeigst uns den richtigen Weg zu Gott. Herr,erbarme dich unser.

Du willst, dass wir alle das Heil erlangen. Christus,erbarme dich unser.

Du kümmerst dich um die Sünder und Frommen. Herr,erbarme Dich unser.
Es reicht aus, nur die Tassen und Schalen zu reinigen. Auch das Innere des Menschen muss rein sein. Es reicht nicht aus, detaillierte Vorschriften zu haben. Es reicht nicht aus, etwas nach außen hin zu tun, ohne sich um die Beweggründe unseres Handelns zu kümmern. Jesus weiß, dass die Pharisäer Dutzende von Münzen, Räuten und allen Kräutern verwenden. Er will nicht, dass sie damit aufhören, aber er will, dass sie ihre Handlungen mit aufrichtiger Liebe ergänzen und vertiefen. Dies sollte getan und nicht vernachlässigt werden. Die Pharisäer, die ihre Religion auf Bewunderung aufbauen wollten, dehnten diesen Befehl auf die unbedeutendsten Pflanzen des Gartens aus. Aber den Kern des Gesetzes – Gerechtigkeit bei den Gerichten und Liebe zu den Menschen – ließen sie außer Acht. Dies ist nicht nur irreführend, sondern auch pervers. Umso mehr, da die Pharisäer eitel sind, sich selbst genügen und auf Anerkennung und Ehre warten. Wie könnten sie glauben, dass Gott mit ihnen zufrieden oder sogar begeistert war? Die Pharisäer stellten die heiligsten Absichten der Heiligen Schrift auf den Kopf. Was macht das Herz, die Seele, die Gesinnung, den Menschen am meisten zu Menschen? Nicht durch Händewaschen, sondern durch die Güte des Herzens gewinnen wir wahre Reinheit, die Gott verherrlicht..

Weil Gott der Vater aller Menschen ist,dürfen wir ihm alle Menschen anvertrauen und für  sie und uns selbst beten.

Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in Jesus wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen und alles auf Erden und im Himmel zu Christus zu führen. Dieser hat am Kreuz durch sein Blut Frieden gestiftet. Deshalb bitten wir.

Ich bin das Licht der Welt, so spricht der Herr. Wer mir nachfolgt,wird  Nicht  in der Finsternis umhergehen,sondern  er das Licht des Lebens haben.

Hl.Theresia von Avila Lk11,37-41

Jesus, der uns die wahre Religion lehrt, sei mit euch.

Jesus kritisiert die Religiösität der Pharisäer, ihren Formalismus, ihre Oberflächlichkeit. Die Pharisäer beschäftigten sich mit Nebensächlichkeiten und vernachlässigten Dinge, die für die Religion essentiell waren. Das heutige Evangelium ist für uns eine Herausforderung, darüber nachzudenken, worauf wir in unserem geistlichen Leben den Nachdruck legen.

Jesus, du hast Männer und Frauen zu deiner Begleitung berufen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast dein Leben ganz in den Dienst des Vaters, gestellt. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns die Freude deiner Herrlichkeit verheißen. Herr, erbarme dich unser.

Heute feiern wir die heilige Theresia von Avila. Ich möchte gern einige Ereignisse aus ihrem Leben erwähnen. Schon als kleines Kind war Theresia fasziniert von Berichten über Christen, die bereit waren, ihres Glaubens wegen den Tod zu erleiden. Als sie sieben Jahre alt war, verließ Theresia mit ihrem älteren Bruder Rodrigo heimlich das Elternhaus, um, so wie sie es sich wünschte, bei den Mauern den Märtertod zu sterben. Doch das Kind wurde gefunden und zurückgebracht. Der Tod der Mutter 1527 war für die Zwölfjährige ein kaum verwindbarer Schlag. In ihrer Verzweiflung weihte sie sich der Gottesmutter. Im Jahre 1531 übergab der Vater das Mädchen den Augustinerinnen in Avila zur Erziehung. Während einer längeren Krankheit las Theresia die berühmten Briefe von Hieronymus. Ihre Entscheidung war danach gefallen. Am 2. November 1533 trat die 20-Jährige in das Karmelitenkloster ein Das Leben hatte für Theresia schwere Prüfungen vorgesehen. Nicht lange nach ihrer Profess erkrankte die junge Ordensfrau schwer, lag vier Tage im Koma und war danach teilweise gelähmt, dann jahrelang gehbehindert. Es kam zu den ersten mystischen Erlebnissen und 1539 angesichts eines Bildes vom leidenden Christus zur endgültigen Bekehrung, wie Theresia es später selbst nannte. In der Folgezeit häuften sich die Ekstasen. Theresia geriet immer mehr in das Licht der Öffentlichkeit und wurde zum Mittelpunkt heftig geführter Auseinandersetzungen. In ihrem Kloster bildete sich eine immer stärker werdende Opposition gegen sie. Der Leitung des Ordens erschien sie nicht glaubwürdig. Berühmte Kirchenmänner jener Zeit hoben aber Theresias mystische Erlebnisse hervor, so auch Franz von Borja.

Wir dürfen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Gott kommen. Denn Gott nimmt unser Leben an und will es zum Guten führen. Und so beten wir nun voller Vertrauen:

Jesus hat den Frieden Gottes gebracht. Er wollte die Überwindung von Leid, Zerwürfnis und Tod. Deshalb bitten wir:

Du bist heilig,Herr, unser Gott.