Archiv für den Monat: März 2016

Das Jahr Gottes Barmherzigkeit

Jesus  Christus, den die Jünger erkannten, als er  am Ufer stand, sei mit euch.

In diesem Jahr sollen wir im täglichen Leben die Barmherzigkeit erfahren, die unser himmlischer Vater uns von Ewigkeit zu Ewigkeit sendet. Er hört nie auf, die Tür seines Herzens aufzumachen, damit er uns versichert, dass er uns liebt, und uns sein Leben mitteilen will. Wie antworten wir auf diese Liebe?

Jesus, du hast deine Apostel zu Menschenfischern gemacht. Herr, erbarme dich unser.

Du hast deinen Aposteln dein Reich anvertraut. Christus, erbarme dich unser.

Du bist der Eckstein deines Reiches . Herr, erbarme dich unser.

Wir brauchen ständig über das Geheimnis  der  Barmherzigkeit nachzudenken. Die Barmherzigkeit ist die Eigenschaft Gottes, und hier zeigt sich am deutlichsten seine Allmacht. Gottes Barmherzigkeit ist nicht die Äußerung seiner Schwachheit, sondern seiner Allmacht. Darum beten wir in einem Gebet. Gütiger Gott, du äußerst am meisten deine Allmacht, wenn du drum bist. Gottes Barmherzigkeit äußert sich konkret in vielen Ereignissen der Heilsgeschichten. Besonders die Psalmen weisen auf diese Wirklichkeit hin. Im Psalm 103,3-4 lesen wir: der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, der dein Leben vor dem Untergang  rettet und  dich mit Huld  und Erbarmen krönt. Der weitere Psalm bestätigt noch klarer die Gottesbarmherzigkeit: Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot, der Herr befreit  die Gefangenen. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Die Jünger wussten, dass sie dem Herrn begegneten. Wir begegnen dem Vater, wenn wir beten.

Wir wissen, dass Christus, der Auferstandene, lebt. Deshalb dürfen wir um seinen Frieden bitten.

Selig, die mit dem Herrn zu Tisch sitzen und mit ihm in sein Reich eingehen.

2.Sonntag der Osterzeit C Joh 20,19-31

Einführung
Es gibt Menschen, die nur an das glauben, was sie sehen und wovon sie sich durch ihre Sinne überzeugen können. Höhere Werte interessieren sie nicht. Glaube bedeutet für sie nichts. Es gibt aber auch Menschen, die durch die Hilfe der Naturgesetze zum Glauben an Gott kamen. Wir alle brauchen hin und wieder Stärkung für unseren Glauben.

Predigt

Heute, am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit, hören wir die Reaktion des heiligen Apostels Thomas: „Mein Herr, mein Gott!“ Die Schwester Faustina half vielen Menschen mit ihrem Tagebuch, den Glauben zu finden. Hans Urs von Balthasar kommentiert das heutige Evangelium in diesem Sinne. Als Jesus sich nach seiner Auferstehung mit seinen Jüngern trifft, verleiht er ihnen die Vergebung der Sünden. Für die Sünden der Welt starb Jesus am Kreuz. Jesus versöhnte die Menschheit mit Gott und gab den Aposteln die Macht, Sünden zu vergeben. Wir müssen jedoch glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der für unsere Sünden gestorben ist. Die Heilige Faustina und der Heilige Thomas stehen für zwei Gruppen von Christen. Die heilige Faustina sah Jesus und glaubte sofort an ihn. Der heilige Thomas glaubte zuerst nicht an den auferstandenen Jesus, da er ihn nach seiner Auferstehung nicht gesehen hatte. Dann sah er Jesus und glaubte an ihn. Jesus sprach zu ihm: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“

Gott erwählte die heilige Faustina, damit sie die Zeugenschaft des Glaubens ablegt. Das war im Polen am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Apostel Thomas verließ Jesus nach seiner Verhaftung. Im Tod seines Lehrers sah er den Einsturz alles, was er während  dreier Jahre bei Jesus gewonnen hatte. Thomas fühlt sich enttäuscht bis beschwindelt. Kam er nur vor Furcht vor den Juden zu den anderen Aposteln? Die Gedanken, mit denen er beschäftigt ist, sind schwer. In seinem Innersten sind viele unbeantwortete Fragen. Unter anderem auch die Bemerkung der Apostel, dass sie den Herrn gesehen haben. Kein Wunder, dass Apostel Thomas sagte: „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und meine Hand nicht in seine Seite lege ,glaube ich nicht. Joh 20,25. Er ist unter dem Einfluss der schwierigen Begebenheiten und sieht alles nur mit den natürlichen Augen. Er verlor die Begeisterung für Jesus.

Heute können wir Thomas für sein Verhalten vor und nach der Begegnung mit Jesus dankbar sein. Wir sind auch der heiligen Faustina dankbar, dass sie uns die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit vermittelt hat. Wenn wir heute nicht an die Auferstehung glauben, werden wir in unserer Seele keine Ruhe finden und die Schönheit des Lebens im Glauben nicht kennenlernen. Thomas wurde der Patron derer, die Gott aufrichtig suchen. Wenn wir Gott finden wollen und seine Gnade suchen, ist es möglich, ihn zu finden.

Die Wissenschaft erzählt von vielen interessanten Ereignissen und Entdeckungen. Die Wissenschaftler hätten viele Dinge nicht entdeckt, wenn sie nur an das geglaubt hätten, was man sehen kann. Ein Beispiel ist der englische Astronom Frederick William Herschel, der 1781 den siebten Planeten des Sonnensystems, Uranus, entdeckte. Die Astronomen hatten die Umlaufbahn des Planeten genau berechnet und waren überrascht, als sie feststellten, dass er stellenweise von der berechneten Bahn abweicht. Der französische Astronom Le Verrier sagte damals: „Es muss eine ungewöhnliche Kraft sein, die stark auf den Planeten Uranus wirkt.“ Es muss der achte Planet sein, der diese Ablenkung verursacht. Dann errechnete er, wo sich dieser Planet befinden müsste. Dann errechnete er dessen Größe, Umfang und Dichte. Als er all dies getan hatte, schrieb er am 18. September 1848 einen Brief an seinen Freund, den Astronomen Gall, der dort lebte, wo der Planet zu sehen war. In seinem Brief flehte er seinen Freund an, den geheimnisvollen Planeten im Sternbild „Capricornus“ zu entdecken, denn dort musste er sich verbergen. Gall erhielt den Brief am 23. September. Noch am selben Abend sah Gall den Planeten. Die gesamte gelehrte Welt war überrascht, wie es möglich war, eine so große Entdeckung zu machen, ohne das eigene Zimmer zu verlassen. Le Verrier glaubte an etwas, das er nicht sah. Angeblich wollte er den Planeten, den er entdeckt hatte, später nicht mehr sehen. Er sagte, selbst wenn er den Planeten gesehen hätte, wäre er nicht so überzeugt von dessen Existenz gewesen wie es die Berechnungen waren. Er glaubte an diesen Planeten und sah ihn nicht. Wir müssen uns dessen bewusst werden, dass wir nicht alles sehen können, was es gibt. Und wir sagen: „Wir glauben an Gott, auch wenn wir ihn nicht sehen können.““ Wir danken den Menschen, die uns zum Glauben verholfen haben. Konkret danken wir heute dem heiligen Thomas und der heiligen Faustina Kowalska.

Was ist Gottes Barmherzigkeit?

Jesus Christus,in dessen Namen man bei allen Völkern die Bekehrung predigen wird, sei mit euch.

Gott sagt:Ich habe den Menschen geschaffen . Ich will, dass der Mensch mit mir ist. Dass er mit mir ein glückliches Leben führt. Ich rette den Menschen. Das Ziel der Gottesbarmherzigkeit ist es, uns zu helfen, die Sünden zu verlassen. Gott hatte alles für unsere Rettung vorgesehen.

  • Jesus, du hast deinen Aposteln die Wundmale gezeigt; Herr, erbarme dich unser.

  • Du hast deinen Aposteln Macht gegeben, Sünden nachzulassen,Christus, erbarme dich unser.

  • Du hast deine Apostel ausgesandt, um dein Wort zu verkünden. Herr, erbarme dich unser.

  • Wir haben Gottes Barmherzigkeit abgelehnt. Einfach Gott zu sagen. Mir gefallen die Sünden. Ich will mein Leben leben. Ich sehne mich nicht nach dir. Diese Einstellung

  • Aber es ist nicht richtig und endet in der Hölle. Besser ist es, zu sagen. Gott, ich nehme dein Angebot an. Ich will meine Sünde bereuen und sie verlassen. Die Entscheidung hängt von uns ab.

  • Wir sind als Zeugen Christi berufen. In seinem Namen dürfen wir zum Vater beten.

Der Gruß des Auferstandenen ist der Friede. Um diesen Frieden dürfen wir bitten.
Selig sind diejenigen, die mit dem Herrn zu Tisch sitzen und mit ihm in sein Reich eingehen.

Selig sind Barmherzigen,denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Jesus, der alles erfüllte, was in der Schrift über ihn geschrieben steht, steht mit euch.
Er sagt: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.” Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Im Jakobusbrief steht: Denn ein neues, unbarmherziges Gericht wird über dem, der keine Barmherzigkeit getan hat. Gottes Barmherzigkeit nehmen wir an, indem wir selbst barmherzig werden.
Jesus, du bist den Jüngern auf dem Weg erschienen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast deinen Jüngern die Schrift gedeutet. Christus, erbarme dich unser.

Vor den Augen der Jünger hast du das Brot gebrochen. Herr, erbarme dich unser.
Gottes Barmherzigkeit ist seine Treue zu uns. Wir fragen: Wem gilt diese Treue?
Stellen wir uns vor: Einem König wird ein Sohn geboren. Eines Tages werden ihm die Krone und das Königtum gehören. Aber stellen wir uns vor, der Sohn verlottert und wird ein Herumtreiber. Der König ist erzürnt. Er will seinen Sohn bestrafen. Aber dann sagt er: „Ich. Ich werde ihm verzeihen, denn er ist mein Sohn. Weil er mein Sohn ist, werde ich barmherzig zu ihm sein. Ich werde ihm die zweite, dritte und vierte Chance geben. Ich werde alles dafür tun, damit mein Sohn aus der Misere herauskommt. Ich tue alles, damit er wieder Prinz ist. Genau das ist die Barmherzigkeit Gottes.
Den Jüngern brannte das Herz, als Jesus mit ihnen redete. In Freude beten wir zum Vater.

Wir sind Christus in seinem Sakrament begegnet. Damit sein Frieden in uns bleibt,bitten wir.

Selig sind die, die den Herrn ehren, wenn er kommt, und bei ihm einkehren, wenn er kommt.Selig, die den Herrn ehren, wenn er kommt, und beim Herrn  einkehren, wenn er kommt.

Gottes Barmherzigkeit

Jesus Christus, der zu seinem und unserem Vater gegangen ist, sei mit euch.
Am Anfang war Gottes Verzeihung. Durch sie übernimmt Gott die Initiative. Diese Verzeihung bedeutet jedoch nicht, dass die Sünde des Menschen nichts ist. Jesus übersieht die Sünde nicht. Darum müssen wir unsere Sünden bereuen.
Jesus, du bist aus dem verschlossenen Grab gekommen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast die Tücher, in die dein Leib gehüllt war, abgelegt. Christus, erbarme dich unser.
Die zum Grab kamen, glaubten. Herr, erbarme dich unser.

Gott ist barmherzig und treu. Selbst als der Mensch durch seinen Ungehorsam die Freundschaft mit Gott verlor, ließ Gott ihn nicht der Macht des Todes überlassen. Er sagte: „Ich verlasse den Menschen nicht.“ Ich habe den Menschen geschaffen. Ich werde den Menschen retten und alles tun, um ihn aus der Sünde zu erlösen. Das ist Gottes Barmherzigkeit, das ist seine Treue. Sind wir untreu, so bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen. Wenn Gott nicht barmherzig wäre, wären wir verloren.
Maria Magdalena weinte, weil sie den Herrn verloren glaubte. Wir dürfen voller Freude zum Vater beten.

Eine Botschaft geht um die Welt: Christus ist auferstanden. Christus ist auferstanden. Zu ihm, der unser Friede ist, beten wir.
Selig sind diejenigen, die den Herrn wiedererkennen, wenn er in Herrlichkeit am Letzten Tag kommt.

Welche sind die wichtigsten Eregnisse am Auferstehungstage Jesu?

Seit dem Karfreitagabend lag der Leichnam Jesu im Grab. Es war versiegelt, ein großer Stein lag vor dem Eingang und römische Soldaten bewachten es. Inzwischen war die Seele Jesu bei den frommen Altvätern in der Vorhölle. Endlich graute der Morgen des dritten Tages, der Ostersonntag. Da begab sich die Seele Jesu aus der Vorhölle ins Grab, vereinigte sich mit dem Leib und belebte ihn. Jesus Christus stand glorreich von den Toten auf. Große Wunder verherrlichen dieses große Wunder. Es geschah ein gewaltiges Erdbeben, denn ein Engel stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Anblick war wie der Blitz und sein Gewand so weiß wie Schnee (Mt 28,2–3 ). Die Soldaten, die das Grab beobachteten, gerieten über die Engelserscheinung und das, was dabei vorging, so sehr in Schrecken, dass sie wie betäubt zu Boden stürzten. Sobald sie sich von ihrem Schrecken erholt hatten, rafften sie sich auf und flohen eilig davon.

Unterdessen hatten sich die frommen Frauen mit kostbaren Salben auf den Weg gemacht. Sie fürchteten, bei ihrem Grabgang von den Juden belästigt zu werden, weshalb sie sich schon sehr früh auf den Weg machten. Auch drängte sie, an seinem heiligen Leichnam so bald wie möglich das letzte Liebeswerk zu verrichten. Auf ihrem Weg machten sie sich Sorgen wegen des massiven Steins, der vor dem Eingang des Grabes lag und ihnen den Zutritt zum heiligen Leichnam verwehrte. „Wer wird uns den Stein vor der Tür des Grabes wegwälzen?”, sprachen sie zueinander. Der Stein war sehr groß und ihre Kräfte reichten bei weitem nicht aus, um ihn von der Stelle zu bringen. Als sie aber zum Grab kamen, bemerkten sie zu ihrem Erstaunen, dass der Stein bereits weggewälzt war. Maria Magdalena eilte sofort fort, um dies Petrus und Johannes zu berichten. Die beiden anderen Frauen traten näher zum Grab und erblickten zwei Engel in glänzenden Kleidern. Einer von ihnen sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und nicht hier. Seht den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. Sagt seinen Jüngern, dass er euch in Galiläa vorangeht; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“
Nachdem sie sich entfernt hatten, erschien Maria Magdalena wieder. Ihr folgten die Apostel Petrus und Johannes mit eiligen Schritten. Beide traten in die Grabstätte hinein, um sich durch den Augenschein von dem, was ihnen Maria Magdalena berichtet hatte, zu überzeugen. Sie fanden das Grab leer. Der Leichnam Jesu war verschwunden, nur die Leinentücher waren noch da. Sie waren wie zusammengewickelt und lagen seitlich. Sie gingen daraufhin wieder nach Hause. Maria Magdalena aber blieb zurück. Sie überließ sich ganz ihrem Schmerz über die Hinwegnahme ihres Herrn und eine Träne schlug die andere. Als sie ihren Blick nun auf die leere Grabstätte richtete, sah sie die zwei Engel. Sie waren weiß gekleidet. Der eine saß dort, wo das Haupt Jesu gewesen war, der andere dort, wo seine Füße gelegen hatten. Sie sprachen zu ihr: „Frau, warum weinst du?” Sie erwiderte: „Weil sie meinen Herrn genommen haben und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.”
Bei diesen Worten wandte sie sich um und sah Jesus vor sich, wusste aber nicht, dass er es war. Jesus sprach zu ihr: „Frau, warum weinst du?” Wen suchst du?” Sie meinte, es wäre der Gärtner, der mit ihr redete, denn das Grab war im Garten des Josef von Arimathäa. Sie sagte daher zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn weggetragen hast, damit ich ihn hinlegen kann.” Da sprach Jesus mit freundlicher Stimme: „Maria.” In diesem Augenblick erkannte sie ihn und rief voller Entzücken: „Rabboni”, das heißt „Meister”. Sie eilte auf Jesus zu, sank vor ihm nieder und wollte seine Füße umfassen. Jesus aber sprach zu ihr: „Führe mich nicht an, denn ich bin noch nicht zu meinem Vater hinausgefahren. Dann sprach er weiter: „Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ Jesus nennt die Jünger hier seine Brüder, denn durch seinen Tod sind sie und wir alle Kinder Gottes und somit seine Brüder geworden.

Maria Magdalena war also die erste, die der auferstandene Jesus mit seiner Erscheinung begnadigte. Nach ihrer Bekehrung erwies sie sich als die treueste Jüngerin Jesu. Ihre glühende Liebe war der Grund, warum der Herr Maria Magdalena so hoch begnadigte. Doch nicht nur Maria Magdalena, sondern auch die anderen Frauen, die mit ihr bei der Morgendämmerung zum Grab gegangen waren, wurden würdig, eine Erscheinung Jesu zu erleben. Als sie beim Heiligen Grab ankamen, begegnete ihnen Jesus und sprach: „Seid gegrüßt! Fürchtet euch nicht! Geht und verkündet es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen. Dort werden sie mich sehen.” Dort werden sie mich sehen.“ Mt 28,8–10
Diese beiden Erscheinungen zeigen uns, wie liebevoll Jesus ist. Kaum hat er das Grab verlassen, fängt er schon wieder an, trauernde Jünger zu trösten.

Als die Frauen sich vom Heiligen Grab entfernt hatten und sich noch auf dem Weg zu den Aposteln befanden, wurde den Oberpriestern die Auferstehung des göttlichen Heilandes angezeigt.
Wir haben bereits erfahren, dass die römischen Soldaten, die auf Befehl das Grab bewachten, durch die wunderbaren Ereignisse bei der Auferstehung Jesu so in Schrecken versetzt wurden. Sie fielen ganz betäubt zu Boden. Sobald sie sich von ihrem Schrecken erholt hatten, ergriffen sie die Flucht und berichteten dem Hohepriester, was sich am Grab zugetragen hatte. Diese Anzeige brachte die Hohepriester in die größte Verlegenheit. Sie versammelten sogleich die Ältesten und beratschlagten sich mit ihnen, was zu tun sei. Nachdem sie sich geeinigt hatten, gaben sie den Soldaten viel Geld und sprachen zu ihnen: „Sagt, seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.” Den Soldaten gefiel dieser Vorschlag nicht. Denn sie fürchteten, dass sie, wenn sie sagten, sie hätten statt zu wachen geschlafen, wegen Vernachlässigung ihrer Pflicht nach dem Kriege mit dem Tode bestraft werden würden. Doch die Hohepriester wussten ihre Furcht zu beseitigen. Sie sagten: „Wenn dies dem Landpfleger zu Ohren kommen sollte, so wollen wir ihn bereden und euch sicherstellen. Es geschieht euch nichts zu Leibe.” (Mt 28,11–14) Auf diese Versicherung hin verbreiteten die Soldaten die schändliche Lüge, die Jünger hätten, während sie schliefen, den Leichnam Jesu gestohlen. Das war freilich eine Lüge, denn wie konnten sie wissen, dass die Jünger den Leichnam Jesu gestohlen hatten, wenn sie schliefen? Und wie wäre es möglich gewesen, dass die Jünger den schweren Stein hätten wegwälzen und alle Arbeiten, die mit der Wegnahme des Leichnams Jesu erforderlich waren, hätten machen können, ohne dass die Soldaten, die vor dem Eingang des Grabes lagen, darüber erwacht wären? Wer könnte glauben, dass die furchtsamen Jünger, die bei der Gefangennahme Jesu alle die Flucht ergriffen, sich mitten unter den Soldaten um den Leichnam Jesu stehlen würden? Aber zu einer Lüge mussten die Feinde Jesu Zuflucht nehmen, weil sie sonst selbst bekennen müssten: „Ja, Jesus ist wahrhaft auferstanden.” Und eine furchtbare Schuld lastet auf unserem Gewissen. In der Bestechung der Soldaten offenbart sich die teuflische Bosheit der Hohepriester und Schriftgelehrten. Sie wissen, dass Jesus auferstanden ist und wahrhaft Gottes Sohn ist. Anstatt ihre schwere Verfehlung zu bereuen und um Gnade zu flehen, kämpfen sie mit erneuertem Mut gegen Gott. So weit kommt ein Mensch, der einmal im Bösen verhärtet ist.

Ostermontag C Lk 24,13-35.

Liebe Brüder und Schwestern,
wie gestern haben wir auch heute die Möglichkeit, zu hören, dass die Ersten, die Christus trafen, Frauen waren. Gestern war es Maria Magdalena. Heute hören wir von mehreren Frauen, die sich mit Christus trafen. Jesus gab ihnen die Aufforderung, zu den Jüngern zu gehen und ihnen mitzuteilen, dass sie ihn in Galiläa sehen werden. Warum sahen die Frauen Christus als Erste und nicht die Apostel?
Predigt.
Die Apostel verbrachten drei Jahre mit Jesus. Drei Jahre lang lehrte Jesus sie und vollbrachte Wunder vor ihren Augen. Nach unserer Überlegung glaubten wir, dass die Apostel ein größeres Recht hatten, Jesus als Erster zu begegnen. Aus dem Titel ihrer Sendung. Und doch war es nicht so. Hatten die Frauen vielleicht eine größere Liebe zu Jesus als die Apostel? Worin liegt die Ursache dafür, dass die Frauen als Erste Christus begegneten? Liebe äußert sich auch durch Bewegung und Aktivität. Wir sehen, dass die Frauen aktiver waren als die Apostel. Sie standen am Morgen auf und gingen zum Grab, in dem Jesus beigesetzt worden war. Sie liebten ihn sehr, aber sie wussten auch, dass der Liebe Taten folgen sollten. Die Apostel bewegten sich erst, als die Frauen ihnen mitteilten, dass der Leib Jesu nicht im Grab sei.

Wir wollen jetzt nicht darüber nachdenken, wer die größere Liebe zu Jesus hat. Die Jünger oder die Frauen? Wir müssen jedoch Folgendes wissen: Wenn jemand sich mit Christus treffen will, kann er sich nicht damit begnügen, die Liebe zu Christus in seinem Herzen zu haben. Auch die „Außenschritte“ zu Christus sind notwendig. Wenn du einen Schritt auf Gott zu machst, macht Gott zwei Schritte auf dich zu.

Ein Priester erzählt, dass er einen siebzigjährigen Mann kennt. Dieser macht täglich einen Spaziergang. Wenn der Priester ihn fragte, ob er die heilige Messe besuche, antwortete er: „60 Jahre lang habe ich die Kirche besucht, und das ist genug.“ Der Priester spricht weiter. Wenn wir mit ihm sprechen, stellen wir fest, dass er nicht das Feuer der Gottesliebe in sich trägt, das die anderen entzündet.  Der Priester sagte weiter: „Einmal im Monat bringe ich die heilige Kommunion zu einer Frau. Sie ist schon über siebzig und kann nicht mehr ohne Hilfe gehen. Aber sie lebt innerlich verbunden mit der Kirche; sie liest viele religiöse Bücher und Zeitschriften und verfolgt, was in der Kirche passiert. Geistig ist sie jung und aktiv. Die Menschen besuchen sie, und sie bewegt und ermutigt sie zu einem Leben mit Gott. Die Liebe verlangt Aktivität und Bewegung. Wir können uns nicht damit begnügen, was wir wissen, und sagen: Das ist genug. Ich muss nicht weiter studieren oder lesen. Die Liebe verlangt Bewegung nach vorne. Wenn wir das nicht tun, verknöchern wir.

Als ich Theologie an der Universität studierte, gab es einen alten Professor, der 40 Jahre lang dasselbe Skript wiederverwendete. Lehrbuch verwendete. Seine Vorträge waren leblos, ohne Feuer und jede Initiative. Er las seine Vorlesungen leise vor und schläferte uns ein. Wir Studenten hatten diesen Eindruck. Alles, was er wusste, hatte er vor vierzig Jahren gelernt; seitdem hatte er nichts Neues hinzugelernt. Mit anderen Worten: Er war ein ausgebrannter Professor. Ähnliches kann auch in unserem geistlichen Leben passieren. Wenn wir uns mit ein paar gelernten Dingen und Gewohnheiten begnügen, aber geistlich nicht vorankommen, wenn wir uns nicht weiterentwickeln. Und das Ergebnis?  Unser Glaube wird langsam sterben. Das kann nicht unser Weg sein. Bemühen wir uns darum, dass unser Glaube aktiv und lebendig ist!

Hochfest der Auferstehung des Herrn C Jn 20,1-9.

 Das Suchen des Auferstandenen.
Einführung
Die Geschichte vom Sonntagmorgen, dessen Zeugen zuerst Maria Magdalena, dann Petrus, Johannes und weitere Apostel waren, berichtet, dass sie den Gesuchten nicht finden können. Man muss weiter suchen. Maria Magdalena verkündete den Aposteln, dass der Stein vom Grab abgewälzt sei. Petrus und Johannes liefen zum Grab, um sich zu überzeugen, dass Maria Magdalena die Wahrheit sagte. Auch wir müssen den auferstandenen Jesus suchen.

Predigt

Maria Magdalena begegnete Jesus im schwierigsten Moment ihres Lebens. Sie war eine sündhafte Frau, die für ihre Sünden verurteilt wurde. Christus wurde ihr Verteidiger und trat in ihr Leben als verzeihender Gott. Magdalena empfing die Vergebung Gottes und entschied sich, Jesus zu folgen. Sie folgte ihm auch am Kreuzweg. Sie war die Erste, die am Sonntagmorgen zum Grab ging.  Was führte sie zum Grab? Sicherlich ist es die innere Sehnsucht, verbunden mit der Liebe zu dem, der ihr Leben veränderte. Ihre Liebe stachelte sie an, sich um den toten Leib Jesu zu kümmern. Jesus belohnte sie, indem er ihr als Erster erschien. Maria Magdalena erkannte ihn zuerst nicht. Aber als sie die Ansprache „Maria“ hörte, erkannte sie mehr als nur ihren Namen. Sie erkannte, dass dieser Name von jemandem ausgesprochen wurde, der sie liebt. Die Liebe ist das stärkste Band, das selbst der Tod nicht zerreißen kann. Aus diesen Ereignissen tritt eine Wahrheit zutage. Maria und die Apostel suchen Christus nicht ihretwillen, sondern um Christi willen. Warum gehen wir zu Christus?

Eine Frau kam in die Bücherei, um ein Buch für einen Kranken auszuwählen. Die Angestellte der Bücherei fragte die Frau. „Wollen Sie etwas Religiöses?“ „Nein, er fühlt sich schon besser. Warum brauchen wir Christus? Weil es uns schlecht geht? Ja, auch damals brauchten wir ihn sehr, aber wir brauchen Jesus auch dann, wenn es uns gut geht. Wir brauchen Christus um seines selbst willen. Wir selbst sind sehr arm. Alles, was wir haben, haben wir von Gott. Er hat uns das ewige Leben versprochen. Christus lehrt uns, dass es größere Werte als Reichtum gibt. Irdische Werte sind vergänglich. Christus bietet uns etwas an, das ewig währt. Die heutige Menschheit ist zerstritten. Für viele ist diese irdische Welt so wertvoll, dass sie kein Interesse an Christus haben. Aber Gott sei Dank gibt es auch andere Menschen, für die Christus der Sinn ihres Lebens ist. Zu Christus kommen wir auf verschiedenen Wegen. Ich möchte Ihnen eine wahre Geschichte von einer Familie erzählen. Diese Familie hatte mehrere Kinder, um die sie sich kümmerten und mit denen sie genug Sorgen hatten. Besonders erschütternd wurde es, als beim jüngsten Sohn David ein Kopftumor festgestellt wurde. Die Ärzte machten die Eltern darauf aufmerksam, dass der Tumor wachsen würde und sie höchstens noch sieben Monate mit David rechnen könnten. Damals luden die Eltern alle ihre Kinder, auch die Erwachsenen, die sich leider schon von Christus entfernt hatten, zum gemeinsamen Gebet ein. Als sie sich zum ersten Mal zum Gebet trafen, wussten sie, dass es keinen anderen Ausweg gab. Sie beteten sieben Monate lang und die Prognose der Ärzte erfüllte sich. Nach sieben Monaten hing das Leben des kleinen Davids am seidenen Faden.  Sie beteten aber weiter. Nach sechzehn Monaten erfuhren sie die tröstende Nachricht. Die Geschwulst begann sich zu verkleinern. David wurde gesund. Doch die Familie erlebte noch etwas anderes als Davids Genesung. Auch ihre gegenseitigen Beziehungen wurden gesund. Diese geistliche Heilung bewirkte Christus unter ihnen. Die Familie vereinte sich in gegenseitiger Liebe. Alle Familienmitglieder kamen näher an Christus und an sich selbst heran. Sie wurden sich dessen bewusst, dass Christus in ihrer Familie lebt und sich um sie sorgt. Dieses Beispiel ist auch für uns lehrreich. Auch wir müssen spüren, dass Christus wirklich lebt und in unserem Leben wirkt. Zum Glück erleben viele Menschen diese Wirklichkeit täglich.

Karsamstag C 2016, Lk 24,1-12

Die Botschaft der Engel im leeren Grab: Wir werden uns dessen bewusst, dass wir eine unwiederholbare Nacht erleben. Mehr als sonst spüren wir beim Wort „Alleluja“ den Glauben in unseren Herzen. Die Fastenzeit ist vorbei. Wir spüren die Freude über die Auferstehung Jesu. Durch den Tod Jesu Christi ist die Sünde besiegt. Christus ist nicht mehr tot. Die zwei Männer in leuchtenden Gewändern sagten zu den Frauen, die bei Jesu Grab waren: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Das leere Grab war für sie nicht das überzeugendste Argument. Jemand könnte den Leib gestohlen haben. Einer der Apostel, Johannes, glaubte es. Dann erschien Jesus selbst den Frauen und den Aposteln. Er bot viele Beweise dafür, dass er lebt. Die Menschen hatten keine Möglichkeit mehr, Jesus am Kreuz zu sehen, aber sie hatten die Möglichkeit, den verherrlichten Jesus zu sehen. Zur Zeit, als Jesus wirkte, kannte Paulus ihn noch nicht. Er schreibt im ersten Brief an die Korinther: „Als Letztem von allem erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der ‚Missgeburt‘.“.

Es wird erzählt, dass ein persischer König, der sehr reich war, immer jung bleiben wollte. Er beobachtete, wie er alt wurde. Wie er gebrechlicher und kränker wurde. Niemand konnte ihm helfen, obwohl er eine große Belohnung versprach. Es gibt kein Elixier für das ewige Leben. Und doch bietet Jesus etwas an, das niemand sonst geben kann. Er bietet uns das ewige Leben, also die ewige Jugend, an. Werden wir uns dieser Realität bewusst, wenn wir heute die Vigilfeier von Jesu Auferstehung feiern?

Kinderauferstehungsfeier 2016.

Wir feiern die Auferstehung und das Leben!
Begrüßung
Liebe Kinder! ich möchte euch alle zur Kinderauferstehungsfeier herzlich begrüßen. Stellt euch einmal vor, ihr wüsstet, dass einer eurer besten und liebsten Freunde plötzlich gestorben ist. Das würde euch sicher einen Schock versetzen und ihr wärt alle sprach- und fassungslos. Und nun stellt euch bitte weiter vor, dass noch am selben Tag der Unglücksnachricht ein Anruf kommt, der das alles widerruft und sagt: „Fehlalarm!“ Euer Freund ist kerngesund und lebt. Wäre das nicht die schönste Nachricht deines ganzen Lebens? Ähnlich müssen die Apostel reagiert haben, als sie dachten, Jesus sei endgültig tot, und dann hörten sie auf einmal: „Er lebt!“

Heute feiern wir gemeinsam Ostern, das Fest der Auferstehung und des Lebens. Beim Eingang haben die Kinder euch kleine Kärtchen ausgeteilt. Schauen wir sie uns gemeinsam an!  Was sehen wir darauf? Wir sehen Maria von Magdala vor dem leeren Grab Jesu. Ein großer Stein, der davor lag, wurde weggeschoben. Darüber schwebt ein Engel und sagt: „Fürchte dich nicht!  Ich weiß, ihr sucht Jesus, aber er ist nicht hier, denn er ist auferstanden.“ Jesus lebt! Niemand muss mehr traurig sein, denn die Liebe Gottes ist stärker als der Tod.“

Schauen wir uns den Stein noch einmal an!  So ein Stein ist ziemlich schwer. Der Stein, der vor dem Grab Jesu lag, war jedoch noch viel größer und schwerer. Wenn auf jemandem ein Stein liegt, kann er nicht aufstehen. Auch in unserem Leben gibt es viele solcher Steine, die uns bedrücken und daran hindern, aufzustehen, uns zu bewegen und Freude miteinander zu haben.
Kind 1: Manchmal streiten wir miteinander und es ist so einfach, sich nachher wieder zu vertragen. Das lastet wie ein Stein auf uns. Herr, erbarme dich unser.

Lied.
Kind 2: Manchmal sind wir so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir gar nicht merken, dass es unseren Freunden und Freundinnen nicht gut geht. Das lastet wie ein Stein auf uns. Christus, erbarme dich unser.
Lied:
Kind 3: Manchmal reden wir schlecht über Menschen, die wir noch gar nicht kennen. Das lastet wie ein Stein auf uns. Herr, erbarme dich unser.
Ostern ist immer dann, wenn Gott uns vergibt und einen neuen Anfang schenkt. Wie die Jünger wollen wir glauben und spüren, dass Jesus lebt – heute und alle Tage.

Tagesgebet

Guter Gott, wir sind zusammengekommen, um die Auferstehung deines Sohnes Jesus zu feiern. Du hast ihn nicht im Tod gelassen. Das macht uns froh. Hilf uns, diese Freude weiterzugeben. Darum bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus. Amen.
Evangelium: Jesus lebt (Joh 20,11–18)
Halleluja
Ansprache

Beim heutigen Bussgedanken haben wir schon vom schweren Stein gehört, der vor dem Grab Jesu gelegen hat. Auf dem Bild, das wir ausgeteilt haben, ist er ebenfalls groß zu sehen. Der Stein, der vor dem Grab Jesu lag, war jedoch noch viel größer und schwerer. Den konnte man nicht einfach so wegrollen. Und dennoch geschah dieses Wunder: Als Maria zum Grab kam, war der Stein weg. Dieser weggerollte Stein ist ein wichtiges Zeichen für die Auferstehung. Er zeigt uns, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod. Erst als der Stein vom Grab weggerollt war, konnten Maria und später auch die Apostel erkennen, dass Jesus nicht mehr im Grab war, sondern auferstanden war. Jeder wahrhafte Christ wünscht sich, über die Sünde zu siegen. Ein Christ ist sich bewusst, dass die Sünde Gott verachtet. Die Sünde macht den Menschen zu einem Sklaven. Der Mensch kann die Sünde nicht mit eigener Kraft besiegen. Mit der Hilfe Jesu aber schon. Charles de Foucauld war ein französischer Adeliger und Offizier. Er führte ein sündhaftes und unbändiges Leben. Erst als er Jesus begegnete, änderte er sein Leben und besiegte seine Sünden und Laster. Selbstverständlich geschah das mit Jesu Hilfe.

Vater unser gesungen
Gegrüßet seist du, Maria
Schlussgebet: Der Weg zur ewigen Auferstehung ist uns aufgetan. Wir müssen mit Mut und Entschlossenheit gehen. Wir können dennoch nicht gehen, ohne von Gott geführt zu werden.
Marienlied: Selig bist du, Maria.

Karfreitag C Joh 18,1-19

Vielleicht haben einige von Ihnen den Film „Die Passion Christi” von Mel Gibson gesehen. Es ist ein sehr anspruchsvoller Film. Die Zuschauer werden zwei Stunden lang beinahe greifbar von Jesu Leid berührt. Es ist fast so, als wäre man in einem Operationssaal anwesend und könnte eine Operation aus nächster Nähe und in allen Details mitverfolgen. Vielleicht haben Sie diesen Film mit Furcht und Betroffenheit gesehen und sich gefragt, was Jesus alles für unsere Sünden erleiden musste.

Gerade an diesem Tag, dem Karfreitag, erinnern wir uns an diese Tatsache. Jesus hat dieses ganze Leid und dieses Kreuz freiwillig für uns angenommen. Weder Judas, der ihn verraten hatte, noch Pilatus, noch Hannas und Kajaphas, noch der jüdische Hohe Rat sind also die eigentlichen Verantwortlichen dafür, dass Jesus das Kreuz auf die Schultern gelegt wurde. Sie waren lediglich Werkzeuge, die seine freiwillige Entscheidung umsetzten. Jesus hat all das Schreckliche erlitten, um die sündhafte Menschheit zu retten.

Der heilige Augustinus, der sich viele Gedanken darüber machte, sagte einmal: „Wer liebt, der gibt.” Wer mehr liebt, gibt mehr. Wer am meisten liebt, gibt am meisten.“  Jesus liebte uns am meisten, darum gab er uns am meisten. Er gab uns sich selbst.
Eine Geschichte aus dem Leben des heiligen Martin erzählt davon, dass der Teufel Martins Halt und Stütze sein wollte. Er erschien Martin in Gestalt einer königlichen Majestät und sagte zu ihm: „Martin, ich bin Jesus Christus, und nun wirst du für immer meine Nähe spüren.” Martin fragte ihn daraufhin: „Und wo sind deine Wunden?” Der Teufel antwortete: „Ich komme aus der ewigen Herrlichkeit, und dort gibt es keine Wunden!” Martin reagierte sofort und sagte: „Ich kenne keinen Christus ohne Wunden! Ein Christus ohne Kreuz kann für mich keine Stütze sein.“

Heute werden wir das Kreuz verehren. Wir sollten uns bewusst werden, dass es keinen Christus ohne Kreuz gibt.  Aus dem Kreuz Jesu Christi schöpfen wir die Kraft, unsere täglichen Kreuze zu ertragen.

Gründonnerstag C Joh 13,1-15

Gründonnerstag 2016: Einsetzung der Eucharistie.
Jesus Christus, der beim Letzten Abendmahl die Eucharistie eingesetzt hat, sei mit euch.
Wir können uns die Kirche ohne Eucharistie nicht vorstellen. Im Petersdom, der Basilika des Heiligen Petrus, befindet sich die Kapelle des Allerheiligsten Sakramentes. Gäbe es diese Kapelle nicht, würden wir die Basilika mit dem Gefühl verlassen, dass sie nur gebaut wurde, um Papst Julius II. und die Künstler Bramante, Bernini und Michelangelo berühmt zu machen. Gerade die Anwesenheit des sakramentalen Jesus Christus überzeugt uns, dass er hinter diesem Werk steht. Er ist der Grund für den gesamten Kirchenbau.

Einer deiner Apostel hat dich verraten. Herr, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Du wusstest, dass deine Stunde gekommen war. Christus, erbarme dich unser.
Du willst, dass wir einander vergeben. Herr, erbarme dich unser..

Im irdischen Leben Jesu war die Liebe, die er den Menschen erwies, immer wieder ausschlaggebend. Zunächst war da seine dreijährige öffentliche Tätigkeit, in der er die Menschen belehrte und Taten der Liebe vollbrachte. Dann zeigte er seine übergroße Liebe beim letzten Abendmahl, als er sich seinen Jüngern in Form von Fleisch und Blut schenkte. Der größte Beweis seiner Liebe war schließlich der Tod am Kreuz.
Im heutigen Evangelium werden zwei Personen besonders erwähnt: der Apostel Petrus und Judas Iskariot. Petrus vergaß für einen Moment die Liebe Jesu und verleugnete ihn. Als er sah, was die Soldaten mit Jesus machten, begann er bitterlich zu weinen und bedauerte seine Tat zutiefst. Das Leben des Judas endete tragisch. Er hat Jesus verraten und sein Leben durch Selbstmord beendet.

Denken wir darüber nach, was Jesus alles für uns getan hat! Und was haben wir für ihn getan? Vielleicht sagt Jesus auch zu uns: „Einer von euch wird mich verraten.” Das Wort „Verrat” klingt sehr hart. Was ist Verrat überhaupt?  Vielleicht bewältigen wir etwas nicht. Aber ist das schon Verrat?  Verrat liegt vor, wenn es einen tiefen Widerspruch zwischen unseren Worten und Taten gibt. Wir sehen um uns herum viele Vorgänge und Phänomene, die im Widerspruch zu Jesu Lehre stehen. Wir sollten sie von uns weisen, wir sollten gegen sie kämpfen. Oft stimmen wir ihnen jedoch einfach zu. Als Verrat können wir es bezeichnen, wenn wir unsere Versprechen nicht einhalten.
Unsere Anwesenheit heute in dieser heiligen Messe beweist, dass wir Petrus ähneln wollen. Jesus verzeiht uns, wenn wir unsere Sünden aufrichtig bereuen und unser Leben ändern wollen, so wie dem heiligen Petrus. Ein Verrat tut weh. Auch Jesus tut der Verrat weh, und wir beleidigen ihn damit. Wir sollten niemals jemanden verraten, weder die Menschen, die uns lieben, noch Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist.

Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat uns seine Liebe geschenkt und erneuert unser Leben Tag für Tag. Lasst uns nun mit den Worten, die Jesus uns anvertraut hat, zu ihm beten. Vater unser …
Wir brauchen den Frieden in dieser Welt, den Frieden mit uns selbst, den Frieden miteinander und den Frieden mit Gott. Wir können ihn nicht einfach herbeiführen, aber wir können uns gegenseitig wünschen und Gott von ganzem Herzen darum bitten.
Jesus sagt: „Wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.”

Karwoche-Mittwoch, Lk 4.16.21

Jesus Christus, der um den Preis eines Sklaves verraten wurde, sei mit euch..

Das heutige Evangelium berichtet uns, was Judas machte, als er vom letzten Mahl wegging. Er  ging zu den Hohenpriestern und fragte sie; Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Warum Judas verriet Jesus? Die genaue Antwort auf diese Frage kennen wir nicht.

Jesus, du bist deinen Jüngern auf dem Weg erschienen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast deinen Jüngern die Schrift gedeutet. Christus, erbarme dich unser.
Du hast vor den Augen der Jünger das Brot gebrochen. Herr, erbarme dich unser.

Nur wer Christus gut kennt und seine Geheimnisse kennt, kann ihn verraten. Wenn Christus vom ministeriellen Sessel spricht, meldet sich Judas zu ihm. Als Jesus aber von seinem Leid, seiner Kreuzigung und seinem Begräbnis spricht, verliert Judas seine Illusionen. Judas illustriert uns etwas. Er zeigt uns den Prozess des Übergangs von der Treue zum Verrat. Warum verriet Judas Jesus? Vielleicht, weil Jesus seine Erwartungen nicht erfüllte. Aber Judas war nicht der Einzige, der Jesus verriet. Die Formen des Verrats sind vielfältig. Wir verraten durch Angst, Gleichgültigkeit und vor allem durch unseren Egoismus. Vielleicht spüren wir überhaupt nicht, dass wir Christus verraten. Zum Schluss ein Rat: Bemühen wir uns, die Lehre Jesu so zu verstehen, wie er sie verkündet hat.

Den Jüngern brannte das Herz, als der Herr mit ihnen redete. In Freude beten wir zum Vater.
Wir sind Christus in seinem Sakrament begegnet. Damit sein Frieden in uns bleibt, bitten wir.
Selig sind die, die den Schriften glauben und beim Herrn einkehren, wenn er kommt.

Karwoche-Dienstag, Joh 13,21–38

Jesus Christus, der von einem seiner Jünger verraten wurde, sei mit euch, sagte Jesus im heutigen Evangelium. „Einer von euch wird mich verraten.“ Jesus wusste genau, wer ihn verraten würde. Selbstverständlich hätte Jesus Judas vor den anderen Aposteln entlarven können. Er hätte sogar verhindern können, dass er zum Tod verurteilt wurde. Er wollte aber freiwillig für uns leiden und sterben.
Unser Jesus, du hast den Verrat, das Leiden und den Tod vorausgesagt. Herr, erbarme dich unser.
Jesus, du hast deinen Tod als Verherrlichung bezeichnet. Christus, erbarme dich unser.
Jesus, du hast uns in die Nachfolge deines Kreuzes gerufen. Herr, erbarme dich unser.

Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ Wir fragen: „Herr, wie hast du uns geliebt?“ Wir würden von Jesus die Antwort bekommen: wahrhaft, aufrichtig, folgerichtig, ohne Maß. Als Gott bin ich Mensch geworden. Ich lebte in Armut in Nazaret, ließ mich kreuzigen und setzte schließlich die Eucharistie ein, in der die Menschen mich so behandeln können, wie sie wollen. So habe ich es beschlossen, auch wenn ich wusste, dass ihr mir Undankbarkeit, Gleichgültigkeit und geistige Trägheit entgegenbringen würdet. Auch wenn ihr mich für die Karriere verratet wie Judas, bin ich euch nicht untreu geworden. Auch wenn ihr euch schämt, euch öffentlich zu mir zu bekennen wie mein Apostel Petrus, habe ich euch verziehen. Wir sollen so lieben, wie Jesus es getan hat. Und Jesus hat uns seine Hilfe dabei versprochen.

Jesus wurde verherrlicht, weil er sein Leben für uns gab. In seinem Namen dürfen wir zum Vater beten.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, den der Vater verherrlicht hat, hat der Welt den Frieden geschenkt. Um diesen Frieden bitten wir.

Selig sind die, die in dieser Welt bei Christus sind und ihm folgen dürfen.

Karwoche-Montag 2016 Joh 12,1-11

Jesus Christus, der am Tag seines Begräbnisses gesalbt wurde, sei mit euch.
Im heutigen Evangelium sehen wir, wie der Apostel Judas anders spricht, als er denkt. Wir können die Menschen mit unseren wohlklingenden Worten betrügen, aber Gott nie, denn er sieht in unsere Herzen. Bemühen wir uns, unsere Worte immer so auszudrücken, wie wir denken.

Jesus ließ sich beim Gastmahl die Füße salben. Herr, erbarme dich unser.
Du kanntest den Tag deines Todes und Begräbnisses, Christus, erbarme dich unser.
Du gingst den Weg des Todes und der Auferstehung. Herr, erbarme dich unser.

Jesus sagte: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13) Jesus opferte sein Leben für uns, obwohl wir seine Feinde waren. Dafür sollten wir uns bei Jesus bedanken. Dazu inspiriert uns auch das Tun von Maria, der Schwester von Lazarus. Maria ist Jesus dankbar für die Auferstehung ihres Bruders Lazarus. Bei einem Anlass nahm sie ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Wir wissen, dass der Preis dieses Nardenöls dem Jahreslohn eines Arbeiters entspricht. Jesus nahm diesen Dienst von Maria an und gab damit zu verstehen, dass ihm Marias Tun gefiel. Maria hatte eine tiefe Beziehung zu Jesus. Judas kritisierte das Vorgehen Marias und stimmte Jesus auch nicht zu, weil er es sich von Maria tun ließ. Warum stimmte Judas nicht zu? Weil er eine negative Beziehung zu Jesus hatte.

Jesus war bereit, sich für uns hinzugeben. In seinem Namen wagen wir, zum Vater zu beten.

Lasst uns Jesus Christus ehren, der für den Tag seines Begräbnisses gesalbt wurde. Lasst uns um seinen Frieden bitten.

Selig sind die, die den Herrn ehren und mit ihm in seine Herrlichkeit eingehen.

Geschichte des bittern Leidens und Sterbens Jesu II.

Seine Kreuzigung und Hinrichtung.
Der Kalvarienberg, auf dem Jesus das Opfer seiner Liebe vollbrachte, liegt nordwestlich von Jerusalem. Er ist eigentlich kein Berg, sondern nur ein mäßiger Felsenhügel und heißt auch Golgota. Schädelstätte. Der Weg, den Jesus vom Haus des Pilatus bis zur Stelle, an der er gekreuzigt wurde, zurücklegen musste, beträgt ungefähr zwölfhundert und zwanzig Schritte und ist unter dem Namen Kreuzweg in der ganzen Welt bekannt. Nachdem Pilatus das Todesurteil über den göttlichen Heiland gesprochen hatte, nahmen die Soldaten ihm den Mantel, in dem sie ihn verspottet hatten, und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Anschließend schleppten sie das Kreuz, an dem Jesus sterben sollte, herbei und legten es ihm auf die Schulter. Dieses Kreuz war aus grobem, ungehauenem Holz gezimmert. Gewiss eine schwere Last für den abgematteten Erlöser. Jesus sagt: „Wartet nicht, bis die Henker euch das Kreuz auf die Schulter legen, sondern ergreift es selbst.“ So begann unter Begleitung einer großen Volksmenge der Kreuzzug. Welche Erniedrigung, welche Schmach leidet der göttliche Heiland bei diesem Zug? Nachdem Jesus eine Strecke des Weges getragen hatte, überfiel ihn eine solche Schwäche, dass er nicht mehr imstande war, das Kreuz weiterzutragen. Er zitterte, er wankte, es brachen ihm die Knie, und wie von einer Ohnmacht ergriffen, sank er zu Boden. Die Soldaten sahen wohl, dass er mit der schweren Last Golgota nicht erreichen konnte. Da zwangen sie einen gewissen Simon von Cyrene, der vom Meierhof kam und vorbeiging, sein Kreuz zu tragen. Dieser Simon war ein Fremdling. Er kam gerade von der Arbeit und weigerte sich zunächst, dem göttlichen Heiland das Kreuz zu tragen. Aber die Soldaten zwangen ihn, und so war sein Widerstand vergeblich. Was er im ersten Augenblick nur gezwungen tat, tat er gleich darauf freiwillig, denn der Anblick des leidenden Erlösers rührte ihn, und Gottes Gnade erleuchtete sein Herz. Unter der Volksmenge, die Jesus auf dem Kreuzweg begleitete, waren auch mehrere Frauen, die mit ihm litten und über ihn weinten. Jesus wandte sich ihnen zu und sprach: „Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, sondern über euch selbst und über eure Kinder. Wenn Jesus hier zu den Frauen sagt: „Weint nicht über mich“, so verbietet er ihnen nicht, über sein Leiden zu weinen. Er rügt jedoch, dass sie sein Leiden bloß aus natürlicher Weichherzigkeit beweinen, ohne ihrer Sünden zu gedenken, die doch die Ursache seines Leidens sind. Unter unsäglichen Schmerzen und völlig erschöpft erreichte Jesus die Schädelstätte und befand sich an der Stelle, an der er gekreuzigt werden sollte. Hierauf wurde Jesus seiner Kleider beraubt. Nackt und bloß sollte er am Kreuz sterben. Das Ausziehen der Kleider war für ihn sehr schmerzlich, denn es lässt sich leicht denken, dass ihm beim Abziehen des Leibrocks, der fest am wunden Leibe klebte, die Verletzungen erneut geöffnet und ganze Stücke von Haut und Fleisch abgerissen wurden. Und wie groß war erst seine Beschämung, als er auf offenem Platz vor einer zahlreichen Volksschar ganz entblößt dastand, während ihn seine Feinde verspotteten und verhöhnten.

Nun beginnt das entsetzlichste Leiden Jesu: die Kreuzigung. Die Henker ergreifen den Hammer und die Nägel. Die Nägel sind dick und kantig. Einen solchen Nagel schlagen sie zuerst durch die rechte Hand und heften ihn ans Kreuz, dann einen zweiten durch die linke, schließlich einen dritten durch die übereinandergelegten Füße. Dies hat der königliche Prophet in der Person des Erlösers angedeutet. „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und alle meine Gebeine gezählt.” (Ps. 21, 17-18) So traten bei der gewaltsamen Ausspannung nämlich alle Gebeine im Leibe Jesu dermaßen hervor, dass man sie zählen konnte.

Nach römischem Recht musste die Ursache, aus der ein Verbrecher zum Tode verurteilt worden war, auf eine Tafel geschrieben und über dem Haupt des Gekreuzigten angebracht werden. Pilatus schrieb die Überschrift für den gekreuzigten Jesus. „Jesus von Nazaret, König der Juden“. Diese Überschrift war in drei Sprachen, hebräischer, lateinischer und griechischer, abgefasst, damit jedermann sie lesen konnte. Hebräisch redeten die Juden in Palästina, Griechisch die außerhalb Palästinas lebenden Juden und Lateinisch die über die Juden herrschenden Römer. Die Hohenpriester waren mit dieser Überschrift nicht zufrieden. Sie enthielt kein Verbrechen, weshalb Jesus zum Tode verurteilt worden war. Sie sagten daher zu Pilatus: „Schreibe nicht ‚Der König der Juden‘, sondern ‚Er hat gesagt: Ich bin der König der Juden. Ich bin der König der Juden‘.“ So wollten sie den Menschen glauben machen, Jesus sei mit Recht zum Tode verurteilt worden, weil er sich betrügerisch für den König der Juden ausgegeben habe. Pilatus entgegnete ihnen jedoch trocken: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.“ Joh 19,19-22
Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten daraus vier Teile: einen für jeden Soldaten und den Rock. Der Rock war aber ohne Naht, von oben an durchaus gewebt. Da sprachen sie zueinander: „Wir wollen diesen nicht zerschneiden, sondern das Los darüber werfen, wessen er sein soll.” Diese Verteilung der Kleider und die Verlosung des Rocks sind deswegen wertvoll, weil dadurch die Weissagung erfüllt wurde. Sie teilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. (Ps 21,19)
Die vier Teile, die die Soldaten aus den Kleidern machten, sind nach der Bemerkung der heiligen Väter ein Sinnbild der vier Weltgegenden, über die sich die christliche Kirche ausbreitet. Der ungeteilte Rock bedeutet, dass alle Glieder der Kirche durch den Glauben und die Liebe miteinander verbunden sind und eine Gemeinde bilden.

Dies ist die kurze Geschichte der Kreuzigung Jesu. Versammeln wir uns im Geiste am Fuße des heiligen Kreuzes, blicken wir zu unserem besten Erlöser auf und bewundern wir das große Opfer der Liebe, das er für uns dargebracht hat. Er hängt am Kreuz und nimmt diese Schmach und diese Pein freiwillig auf sich, einzig in der Absicht, uns Sünder vom ewigen Untergang zu erlösen, uns mit Gott zu versöhnen und uns selig zu machen. Hat der heilige Laurentius Justinianus nicht Recht, wenn er, hinblickend auf Jesus, den Gekreuzigten, vor Staunen fast außer sich kam und ausrief: „Wir haben gesehen, dass die Weisheit aus überschwänglicher Liebe töricht geworden ist.“ Die heilige Maria Magdalena von Pazzi sagte: „Mein Jesus, du bist ein Tor der Liebe.“

Beherzigen wir doch diese Liebe unseres gekreuzigten Erlösers und schenken wir ihm wenigstens unser ganzes Herz und unsere ungeteilte Liebe! Ja, Jesus, gekreuzigte Liebe, wir lieben dich. Wir wollen leben, um dich zu lieben, und ewig leben, um dich ewig zu lieben.

Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria.

Jesus Christus,der Sohn des Zimmermanns, genannt werden wollte,sei mit euch.

Der heilige Josef war der Haupt der heiligen Familie. Das ist  zweifellos eine einzigartige Würde, für die St.Josef unsere besondere Ehrung verdient. Wir möchten am meisten über sein Leben wissen,aber wir haben nicht genügend Daten zur Hand, um seinen vollständigen Lebenslauf zusammenzustellen. Das, was wir von ihm wissen, finden wir im Matthäus- und Lukasevangelien.

Du kamst als König aus dem Geschlecht Davids,Herr, erbarme dich unser.

Du kamst  als die Hoffnung Israels. Christus, erbarme dich unser.

Du hast den Weg der Armut gewählt.

Josefs Vaterstadt war Bethlehem. Er aber wohnte in Nazaret, wo Josef Zimmermann war. Hier verlobte er sich mit der Jungfrau Maria. Viele Bilder Josefs zeigen ihn als alten Mann, aber ohne ernsthafte Begründung. Bei der Verlobung war Josef ein junger Mann, im Alter seiner Verlobten angemessen. Maria und Josef repräsentierten ein junges Paar, das alle Voraussetzungen für  ein glückliches Leben hatte. Es scheint, dass Josef nicht sehr initiativ war. Evangelien geben kein sein Wort an. Auch bei der Entdeckung des zwölfjährigen Jesu im Jerusalemer Tempel spricht Maria in seinem Namen. Josef blieb meistens im Hintergrund. Wenn es notwendig war, wusste er ohne Verzögerung, was Gott von ihm verlangte. Und es waren nicht leichte Sachen. Josef und Maria gingen bei der Volkszählung nach Betlehem, weil beide vom Geschlecht Davids stammten. Hier kam die Zeit der Geburt Mariens. Die Einwohner von Bethlehem boten der heiligen Familie anfangs keine Unterkunft. So musste sich Jesus in  einem Stahl gebären. Die Bilder stellen uns Josef vor,wie er sich ruhig auf einen Stock stützt und  den kleinen Jesus ansieht. In Wirklichkeit  konnte Josef kaum herumstehen, wenn er alles Wünschenswerte für Jesus und Maria besorgen wollte. Die Begebenheiten nach dem Besuch dreier Weisen verursachten Josef viel Sorge  und verlangten von  ihm  entscheidende Taten zur Rettung,  die ihm anvertraut waren, Jesus. Hier zeigte sich, dass dieser scheinbar bescheidene Mann sehr entschlossen war, wenn es  um die Erfüllung Gottes Willens ging. Nach der Heimfahrt aus Ägypten wollte Josef nach Judäa reisen. Als er aber hörte, dass dort Archelaus statt seines Vaters herrscht, fürchtete er, dorthin  zu  gehen; als aber im Traum eine göttliche Weisung  empfangen hatte, zog er hin in das Gebiet von Galiläa.  Das verrät uns, dass Josef Gottes Anweisungen  nicht mechanisch vollbrachte. Das Evangelium schweigt über die Gefühle des heiligen Josef. Jesus erlernte bei Josef das  Handwerk der Zimmerei. Bei Jesus’ öffentlichem Auftritt  lebte Josef nicht mehr. Beim Tod hatte Josef  das Privilegium, das auch Maria nicht hatte, nämlich zu sterben in der Nähe des Erlösers der Welt. Josef verabschiedet sich von dieser Welt in der Atmosphäre der Liebe und Gnade Gottes. Darum die  Christen berechtigterweise den heiligen Josef als Patron des guten Todes. Die einzigartige Aufgabe des heiligen Josef sicherte ihm einen bedeutenden Platz im Leben der Kirche. In der Kirche entstanden viele Organisationen, Ordensgemeinschaften, sogar Volksbräuche,  die sein  Andenken und die Hochachtung ihm gegenüber bewahrten.

Da wir durch Jesus Christus Kinder Gottes geworden sind, dürfen wir  in seinem Namen  zum Vater im Himmel beten.

Damit wir die Aufgaben, die Gott uns anvertraut hat, mit großem Vertrauen vollbringen, wollen wir den Herrn um seinen Frieden bitten.

Selig, die bereit sind für Gott und ihn in seiner Herrlichkeit zu finden.

5.Fastensonntag-Freitag Joh 10,31-42

Jesus Christus, der die Werke seines Vaters tut, sei mit euch.

Heute endet das Streitgespräch zwischen Jesus und den Juden. Die Juden nahmen seine Argumente nicht an, sondern wollten ihn steinigen. Warum sprach Jesus so lange mit den Juden, obwohl er wusste, dass sie ihn nicht als Messias annehmen würden? Er wollte ihnen ermöglichen, an ihn zu glauben und so das ewige Leben zu gewinnen.
Sie hoben Steine auf, um ihn zu töten. Herr,erbarme dich unser.
Du kamst in diese Welt als der Heilige Gott. Christus, erbarme dich unser.
Du hast unter den Menschen nach Glauben gesucht. Herr,erbarme dich unser.

Wie muss sich Jesus bei diesem Gespräch gefühlt haben? Er liebte sein Volk, doch es lehnte ihn ab. Wir werden uns dessen bewusst, dass das Heil durch Jesus kommt. Er ist der Weg zum Vater. Er ist unser Mittler bei Gott. Wir Christen wissen, wie wichtig der Glaube für unser Leben ist. Ohne Glauben können wir Gott nicht gefallen. Es war eine große Tragödie, dass das jüdische Volk Christus nicht annahm. Aber auch heute gibt es viele Menschen, die Christus nicht annehmen und nicht an das ewige Leben glauben. Es ist unsere Pflicht, alles zu tun, um diese Menschen zu retten. Jesus wusste, dass viele Menschen nicht an ihn glauben, und ist trotzdem für diese Menschen am Kreuz gestorben. Wie immens ist die Liebe Jesu zu uns Menschen!

Gott hat seinen Sohn geheiligt und in die Welt gesandt. Im Vertrauen auf ihn beten wir zum Vater.

Lasst uns Jesus Christus bitten, der in die Welt gesandt wurde, um uns seinen Frieden zu bringen.

Selig sind die, die den Werken Christi glauben und ihn erkennen, der eins ist mit dem Vater.

Palmsonntag C Lk 22,14, 23,56

Palmsonntag 2016 Der Sonntag des Leidens Jesu

Der bekannte griechische Schriftsteller Homer sagte einmal: „Vox populi, vox Dei” – „Stimme des Volkes, Stimme Gottes”. Heute bedienen sich vor allem Politiker dieses Ausspruchs. Dieser Ausspruch kann wahr oder unwahr sein. Das hängt von den Umständen ab.

Das Volk schrie vor Pilatus: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!” Hier können wir nicht sagen: Stimme des Volkes, Stimme Gottes. Jemand könnte einwenden: Gott Vater wusste, dass sein Sohn am Kreuz sterben würde, und Jesus nahm dieses Opfer freiwillig an. Das Volk meinte also, mit der Stimme Gottes zu sprechen. Das ist jedoch nicht richtig. Aus der Sicht Jesu war es ein Akt der Liebe, aus der Sicht des Volkes war es ein Akt des Hasses – und Hass ist nie die Stimme Gottes.

Jesus‘ Kreuzweg war geprägt von Schmerz, Liebe, Einsamkeit und Mut. Jesus blieb mit seinem Kreuz allein. Begleitet wurde er nur von seiner Mutter und ein paar Frauen. Auch unter seinem Kreuz waren nur seine Mutter, der Apostel Johannes und einige Frauen.

Im Kreuzweg Jesu ist unser aller Lebensweg verborgen. Ein Mensch kann sehr bekannt und populär sein. Wenn er aber leidet und stirbt, bleibt er allein, höchstens mit seinen Nächsten. Der Mensch bleibt auch allein, wenn er nicht nach dem Willen Gottes lebt.

Möge uns die Meditation des Kreuzwegs von Jesus Kraft und Stärke geben! Das hilft uns, nicht in Verzweiflung zu fallen, auch wenn wir allein sind. Treten wir mit Mut in die Geheimnisse der Karwoche ein und finden wir darin Stärkung für unser Leben!

5.Fastenwoche-Donnerstag Joh 8,51-59

Jesus Christus, der seine Ehre vom Vater empfangen hat, sei mit euch!
Die ganze Woche über hören wir von dem Gespräch Jesu mit den Juden. Er bemüht sich, sie davon zu überzeugen, dass er der Sohn Gottes ist. Die Juden wollen diese Wahrheit jedoch nicht annehmen. Sie halten Jesus für einen Lügner. Ähnlich wie damals gibt es auch heute Menschen, die glauben, dass Jesus gelebt hat, aber sie glauben nicht, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Du hast uns das ewige Leben in Herrlichkeit verheißen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns den Willen des Vaters offenbart. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns den Weg zum Vater gewiesen. Herr, erbarme dich unser.

Wir können nicht sehen, wie die Menschen miteinander diskutieren. Sie bemühen sich, die anderen von ihrer Wahrheit zu überzeugen, aber sehr oft ohne Erfolg. Warum ist das so? Weil wir die Argumente der anderen nicht annehmen, sondern sie anders erklären. Zum Beispiel. Jesus berief sich auf seine Wunder. Diese Wunder sollten bezeugen, dass Gott hinter Jesus steht. Und wie argumentieren die Juden?  Haben sie anerkannt, dass Jesus mit Gott verbunden ist? Überhaupt nicht. Sie behaupteten, dass Jesus seine Wunder mit Hilfe des Teufels tut. Eines ist sicher. Wer die Wahrheit nicht annehmen will, wird immer nach Argumenten dagegen suchen. Starrköpfig der Wahrheit zu widerstehen und Tatsachen zu verdrehen, ist eine schwere Sünde.

Jesus Christus, der den Vater kennt, will unser Mittler sein. In seinem Namen beten wir zum Vater.

Wir haben vor, uns an das Wort Jesu Christi zu halten, um dem ewigen Tod zu entgehen und in seinem Frieden zu bleiben.
Selig sind die, die an Christi Wort festhalten und den Tod nicht schauen in Ewigkeit..

5.Fastenwoche-Mitwoch Joh 8,31-42

Jesus Christus, der vom Vater ausgegangen ist und zu uns gekommen ist, sei mit euch.
Die Juden ertrugen die Wahrheiten, die Christus ihnen sagte, nicht und wollten ihn zum Schweigen bringen. Als er sie „Sklaven” nannte, berührte sie das so sehr, dass sie sagten: „Wir sind Nachkommen Abrahams und waren noch nie Sklaven.” Jesus sagte zu ihnen: „Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.”

Jesus, du kamst, um uns von der Schuld freizukaufen. Herr, erbarme dich unser.
Du willst uns helfen, die Wahrheit zu erkennen. Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns erlöst von der Knechtschaft der Sünde. Herr, erbarme dich unser.
Nehmen wir wahr, welche Logik Christus verwendet. Er sagte zu den Juden: „Ihr sagt, dass euer Vater Gott ist. Sie hätten also alles kennen und lieben müssen, was zu Gott gehört. Ich bin sein Sohn. Wie ist es möglich, dass ihr mich nicht kennt und liebt? Ihr sagt, dass ihr Gott liebt, aber seinen Sohn hasst und verunehrt. Die Juden sagten zu Jesus: „Sagen wir nicht mit Recht: ‚Du bist ein Samariter und von einem Dämon besessen.‘“ Du bist ein Samariter und von einem Dämon besessen.“ Wer von Gott ist, der hört und hält Gottes Wort. Und Gottes Worte sind Wahrheit und Liebe. Wer lügt und hasst, gehört nicht zu Gott, sondern zu Satan, dem Vater der Lüge.

In der Liebe Jesu Christi, der vom Vater ausgegangen ist, wagen wir zu beten.
Damit wir nicht Sklaven der Sünde werden, wollen wir ihn um Frieden bitten.
Selig sind, die Christus lieben und mit ihm zum Vater gelangen, der ihn gesandt hat.

5. Fastenwochen-Dienstag: Joh 8,21-30

Jesus Christus, der alles nach dem Willen des Vaters getan hat, sei mit euch!
Hat Jesus unverständlich geredet? Überhaupt nicht. Nur die Juden haben nicht verstanden, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass sein Vater Gott ist. Jesus hat den Juden klar gesagt, dass er von seinem Vater die Sendung hat, die er erfüllen will.

Jesus, du hast dein Kreuz der Erlösung vorhergesagt. Herr, erbarme dich unser.

Du wolltest für alle Menschen am Kreuz erhöht werden. Christus, erbarme dich unser.

Du kamst, um den Willen deines Vaters zu erfüllen. Herr, erbarme dich unser.

Es ist bekannt, dass wir selten an den Tod denken. Oft sind wir Zeugen davon, dass Menschen ihren Verwandten den Tod verheimlichen. Unser Glaube lehrt uns, dass unsere Ankunft auf dieser Welt kein Zufall war und dass der Tod nicht das definitive Ende ist. Jesus sagte zu den Juden: „Ihr stammt von unten, ich stamme von oben. Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.” Aus diesen Worten geht hervor, dass die Juden zwei Dinge nicht begreifen. Woher Jesus kommt und wohin er geht. Jesus wiederholt ihnen, dass er vom Vater kommt und zu ihm zurückkehrt. Jesus weiß, dass er diesen Weg durch Tod und Leid gehen muss. Diese Wirklichkeit soll uns nicht mit Trauer, sondern mit Freude erfüllen, denn durch sein Leid und seinen Tod versöhnte Jesus den Vater mit uns wegen unserer Sünden und öffnete uns den Weg zu ihm.

Damit wir nicht in unserer Sünde sterben, wollen wir voller Vertrauen zum Vater beten.

Jesus Christus, den seine Feinde nicht verstanden haben, wurde am Kreuz erhöht. Um seinen Frieden wollen wir bitten.

Selig sind, die Christus hören und ihm dorthin folgen, wo er zur Rechten des Vaters ist..