Archiv für den Monat: März 2014

In der Gottesanwesenheit

Damit wir das Leben Jesu leben können, ist es notwendig, unser Leben in der Gegenwart zu  leben. Sagt man, dass einmal ein indischer Einsiedler nach einem Besucher fragte, worin das Geheimnis seines ausgeglichenen Lebens liege? Der Einsiedler antwortete. Wenn ich arbeite, so tue ich dies; wenn ich esse, so nehme ich zu mir; wenn ich ruhe, so verweile ich in diesem Zustand. Der Besucher  unterbrach ihn ungeduldig und sagte. Gut, gut, das mache auch ich. Der Einsiedler antwortete ihm. Das ist ein Irrtum. Sie machen das nicht. Sie, wenn sie essen, denken schon, was sie  machen werden; wenn sie machen, denken sie schon an die  Ruhe; wenn sie ruhen, arbeiten sie schon im Geist. Unser Übel ist, dass wir wenig in der Gegenwart leben. Hauptsächlich wenn wir etwas Monotones machen, sind wir in unseren Gedanken gewöhnlich entweder in der Vergangenheit (wir erinnern uns an das, was wir gemacht haben, oder denken nach, was wir machen werden). Gott, können wir uns nur in der Gegenwart treffen. Er kann uns nur in der Gegenwart ändern. Wir treffen Gott nicht, wenn wir nicht in der Gegenwart leben. Gott erscheint in der Gegenwart. Alte Mönche hatten einen ähnlichen Grundsatz  wie erwähnt indische Einsiedler. Mache, was du machst. Wenn wir in der Gottesanwesenheit leben wollen, ist es außerdem essenziell, unser Herz auf Gott zu richten. Wir sollten unser Herz auf Gott richten. Das ist die Stellung der Erwartung Gottes im anwesenden Augenblick. Diese Erwartung ist etwas anderes als passives Warten. Es ist eher der Erwartung eines Tennisspielers ähnlich. In voller Konzentration erwartet er den von seinem Gegner geschlagenen Tennisball. Er bemüht sich, den Flug des Tennisballs richtig abzuschätzen, damit er in der passenden Zeit am korrekten Ort ist, sodass er den Ball aufnehmen, fangen oder abschlagen kann. Das Warten auf Gott ist eine aktive Erwartung, damit wir in jedem Moment am richtigen Ort sind. Wir sind berufen, am Gotteswerk zusammenzuarbeiten. Für die Unterstützung des Lebens in der Gottesgegenwart hinterließen uns unsere Vorfahren im Glauben viele kostbare Behelfe und Mittel. Einige sind  sogenannte  Taten des Glaubens und der Liebe. Sie klingen zum  Beispiel so: ‚Jesus, ich glaube an dich‘, „Ich liebe dich“, „Ich vertraue auf mich“. Selbstverständlich sind einzelne Worte nur Worte. Ähnlich sind auch die Worte bei der Reue bloße Floskeln. Sie haben keine außerordentliche Kraft. Worin aber liegt ihr Wert? Darin, dass sie unser Inneres  in Bewegung setzen. Die Psychologen wissen schon lange, dass sich unser Inneres in unseren Worten äußert. Was wir spüren, was wir denken, was wir sagen. Jesus sagte: „Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen und das macht den Menschen unrein“ (Mt. 15,18). Es gilt aber auch umgekehrt ein wenig. Es ist etwas Ähnliches wie beim Anschreiben des Autos. Normalerweise bewegt der Motor das Auto. Aber manchmal schieben wir das Auto an, sodass wir den ausgemachten Motor starten können. So ist das auch mit den Worten. Meistens kommen die Worte aus dem Herzen heraus. Aber manchmal können wir durch die Worte unser Herz verwandeln. Probieren Sie es mehrmals zu sagen. Ich bin kühn und tapfer, und sie stellen fest, als ob aus dieser Kühnheit etwas in uns eintritt. Darin liegt die Tat des Glaubens. Durch die Worte seines Herzens überzeugen sie davon, dass es das macht, was sie sagen. Die Frage ist. Ob uns die Worte eingreifen, in uns etwas hervorrufen, oder sie nur über uns hinwegfließen. Vielleicht haben sie das schon erfahren. Am Anfang haben sie nur mit dem Mund gebetet, aber dann ist das Gebet in unser Herz gestiegen.

Ich und die Kirche.

Eine  Theorie auf  das Vorwort.

Die heidnischen Völker hatten viele miteinander rivalisierende Götter. Selbstverständlich wurden  verschiedene Kulte und Rituale verknüpft. Das Ergebnis war der Zustand, der die Trennung, die Feindseligkeit, den Rassismus und den Hass unter den Völkern förderte. Es genügt das Beispiel der Römer: die Quälerei der Barbaren bei der Hinrichtung. Die Azteken opferten Gefangene in ihren Tempeln. Dann kam  eine umwälzende Nachricht von Sinai. Gott ist nur ein Einziger. Ein Gott für alle Menschen. Gott ist der Schöpfer. Die Welt ist gut. Die Menschen sind sich gleich. Die Nachricht von Sinai beeinflusste die Geschichte der Menschheit. Sie stand bei der Entstehung so elementarer, prinzipieller Begriffe wie der Menschenwürde, der Gleichheit der Menschen und der Menschenrechte. Zwei Beispiele zur Illustration: 1. Jahr 1512 : Der dominikanische Mönch Anton Montecitos sagte in einer Predigt an die  spanische Kolonialelite. Sie leben und sterben in der Todsünde, für  die Grausamkeit und die Tyrannei, mit der sie sich  den unschuldigen Indianern gegenüber verhalten. Sagen Sie, mit welchem Recht? Im Namen welcher Autorität führen Sie gegen diesen Menschen  so einen hässlichen Krieg? Sind sie nicht die Menschen? Haben keinen Verstand und keine Seele?  Sind Sie nicht verpflichtet, mit der Anweisung zu lieben? Seien Sie sicher: In diesem Zustand können Sie nicht erlöst werden. Der Streit gelangte bis  auf den königlichen Hof. Im Jahr 1512 unterzeichnete  der spanische König  die ersten Gesetze, die zur  Verteidigung der Indianer bestimmt waren. Das zweite Beispiel: Französische Revolution (1779–1789).  Ihre Parole war Freiheit, Gleichheit, Bruderschaft, aber ohne Gott und außerhalb des Christentums. Das reale Ergebnis wäre ein  langwieriger Krieg. Nur während des staatlichen Terrors wurden  mit dem Fallbeil ungefähr 10 000 Menschen hingerichtet. Die ganzheitliche Anzahl der Opfer während des Krieges war zirka 800.000. Der Widerhall der Französischen Revolution fand teilweise im Nationalsozialismus und dann hauptsächlich im Kommunismus. Beide Ideologien  bemühten sich um das Paradies auf Erden, aber ohne Gott. Beide Ideologien endeten mit den Zehnmillionen Opfern. Diese Beispiele zeigen, wie die Annahme und Ablehnung eines Schöpfers tief die Werte wie die Moral und die zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflussen.

Die Familie ist eine notwendige Institution.

Die Familie ist unverzichtbar für die Erziehung zu einer gesunden und  entwickelten Persönlichkeit. Die Familie ist der Grund für die Stabilität des Staates.  Nicht komplette oder unvollständige Familien unterzeichnen sich unter den meisten Deformationen  der sozialen Normen. Sie sind einer der wesentlichsten Antriebe der Kriminalität. Stören/verletzen der Familie ist der Angriff auf die laute Gesellschaft. Die statistischen Daten der „National Fatherhood Initiative/USA“  zeigen, dass die Abwesenheit eines Vaters bei der Erziehung eine ernsthafte Auswirkung auf die Gesellschaft hat. 72 % der jungen Mörder   wuchsen in der Familie ohne Vater auf. 60 der Straftäter wurden ohne Vater erzogen. Drei von vier Selbstmorden ereignen sich in Familien, in denen nur ein Elternteil vorhanden war. Im Vergleich zu den Mädchen aus traditionellen Familien haben Mädchen aus Familien, in denen nur ein Elternteil war, eine um 164 % höhere Wahrscheinlichkeit, vor dem Volljährigkeitsalter schwanger zu werden. Zudem haben sie eine um 92 % höhere Wahrscheinlichkeit für eine Scheidung. Nach dem Soziologen David Blashorn, dem Autor des Buches „Amerika ohne Vater“,  ist die Abwesenheit der Väter einer der destruktivsten Trends unserer Generation. Der gewesene Clintons Vizepräsident  Al Gore gestand ein,  dass  hinter den meisten sozialen Nöten, in denen die Abwesenheit  der Väter  in der Erziehung zu finden ist, die Abwesenheit der Väter steht.

Die Ökonomie des Heiles

,,Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau.“ Dieser Grundsatz ist nicht nur für  die apostolische Tätigkeit des Paulus gültig, sondern auch für jeden von uns. Jeder von uns ist dazu berufen –  und das dient zum eigenen Heil. Der Heilige Augustinus sagt: „Gott, du hast uns ohne unser Zutun  erschaffen, aber du erlöst uns nicht ohne unser Zutun.“ Wenn wir mit Gottes Plan zu unserem Heile erfüllen wollen, müssen wir diesen Plan kennen. Seine Absicht war, ein Geschöpf zu schaffen, dass ihm ähnlich ist. Darum schuf Gott den Menschen als sein Abbild und er wollte, dass der Mensch heilig und vollkommen ist. Leider hat der Mensch diesen Plan Gottes abgelehnt, so musste Jesus alle unsere Sünden auf sich nehmen, damit wir Gerechtigkeit erlangen und heilig werden können.  Jesus sagte und das lesen wir in Joh 17,24:  ,,Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.“  Unsere Hoffnung auf Heil liegt darin, dass wir uns mit Christus vereinen und sein Leben leben.

Das ist der Plan Gottes: In der Taufe legt er das Samenkorn seines göttlichen Lebens in die Seele des Getauften. Es ist nur ein Samenkorn, weil Gott uns seine Leben nicht aufzwingen will. Wir müssen diesem  Samenkorn zum Leben verhelfen durch unser Ja und unser Zusammenwirken mit Gott. Ohne dieses Samenkorn würden wir aber nichts erreichen. Wenn wir an Gott glauben und ihm unser Herz öffnen, dann geben wir die Zustimmung, dass das Samenkorn des göttlichen Lebens in uns lebendig werden kann.   

Wir müssen aber das Leben Gottes kennen, dass sichtbar wurde in Jesus Christus.  Es ist aber auch noch ein Unterschied zwischen dem Kennen des Lebens Jesu und der Nachfolge. Wenn wir Christus nachfolgen wollen, geht das nicht ohne Änderung unserer Gesinnung. Dazu sagte der Apostel Paulus: „Seid so gesinnt, wie es das Leben in Christus  Jesus fordert.“

Was wird geschehen, wenn wir  wie Christus denken? Unser Denken äußert sich vor allem durch unsere Taten. Wenn wir denken, dass wir krank sind, legen  wir uns ins Bett. Wenn wir spüren, dass wir hungrig sind, essen wir. Wenn wir denken wie Christus, dann tun wir alles wie Christus. Hier ist eines wichtig:  Jesus zu spielen, ist zu wenig. Das bedeutet:  Nicht nur Jesus äußerlich nachahmen, sondern wie  Jesus denken!  Wenn wir wie Jesus denken, so wird unser Leben dem Leben  Jesu immer ähnlicher. Es ist dazu aber eine Bekehrung notwendig. Jesus muss in unserem Denken immer anwesend sein. Bekehrung ist ähnlich einem Schmied, der mit seinem Hammer auf den Amboss schlägt und das nicht nur einmal. Er schlägt immer und immer wieder. Sich bekehren, heißt also nicht nur einmal Christus folgen, sondern immer. Dann wird diese Bekehrung für die Ewigkeit bedeutsam. In jeder Situation müssen wir uns für Jesus entscheiden und jedem Augenblick uns bemühen, wie Jesus zu denken.

 

4. Fastensonntag A Joh, 9, 1-41

4.Fastensonntag A Joh, 9,1-41 Warum leiden?

Einleitung

Es ist ganz natürlich, dass Kinder neugierig sind und den Eltern immer wieder einmal Fragen stellen. Zum Beispiel: Wie viel wiegt ein Elefant?  Wer ist stärker – ein Löwe oder ein Tiger? Wie viele Kilometer ist die Sonne von uns entfernt? Es gibt aber Fragen,  auf die die Eltern keine Antwort wissen. Eine solche Frage  ist: Warum gibt es auf der Welt soviel Leid und Schmerz?

Predigt

Im Evangelium haben wir gehört, dass Jesus und seine Jünger einen Mann gesehen haben, der blind war. Die Apostel fragten Jesus: „Rabbi , hat er selbst gesündigt oder haben seine Eltern gesündigt?“ Jesus antwortete: ,,Weder er noch seine Eltern haben gesündigt , sondern Gottes Werke sollen an ihm offenbar werden“. Zur Zeit Jesu dachten die Menschen, dass Krankheit, Unglück und Not  Strafen  für ein sündhaftes Leben sind. Es kann durchaus der Wahrheit entsprechen,  dass Gott den Sünder bestrafen kann und in der Heiligen Schrift lesen wir mehrmals darüber.

Da ist das Beispiel des Syrers Naaman, der vom Propheten Elischa von Aussatz befreit wurde. Naaman bot dem Propheten reiche Gaben für seine Genesung an. Aber Elischa lehnte diese Gaben ab.  Sein Diener Gehasi aber sehnte sich nach dem Reichtum und lief deshalb zu Naaman und erschwindelte sich diese Gaben. Seine Lüge aber wurde aufgedeckt und als Strafe bekam er ebenfalls Aussatz. Also hat Gott hier sofort die Sünde bestraft. Wir wissen aber, dass Gott eher Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung in den Vordergrund stellt als die Strafe. Jesus sagt: „Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt.“

Wir müssen allerdings zugeben, dass viele Krankheiten und auch so manches Unglück von uns Menschen selbst verursacht werden. Beispiele für die Gefährdung der Gesundheit sind  das Rauchen, das Trinken und eine falsche  Lebensordnung.    Wenn Menschen gegen das 9. Gebot verstoßen, ist die Ehe in Gefahr. Können wir dann die Aussage machen: „Gott, warum strafst du mich?“ Dieser Zustand wird ja vom Menschen selbst verursacht. Manche Sünden haben aber auch Einfluss auf unsere Nachkommen. Da hört man aber oft sagen: „Das ist nicht gerecht! Die Kinder können doch nichts für das sündhaften Verhalten ihrer Eltern!“  Es ist aber leider so, dass manchmal an Kinder sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften ihrer Eltern vererbt werden. Es gibt auch Kinder, die von Geburt an leiden müssen. Solche Leiden können schon von früheren Generation vererbt worden sein, vielleicht sogar von Vorfahren, die sie gar nicht kannten. Ja und trotzdem fragen viele Menschen: „Warum muss jemand so leiden, warum muss ich selbst so leiden?“ Die Antwort gibt uns das heutige Evangelium. Gottes Werke sollen an Jesus offenbar werden. Auch beim Anblick eines Kreuzes stellen wir die Frage: „Warum musste Jesus so viel leiden? Warum ist er gestorben?“ Ich denke, damit er unserem Leiden einen Sinn gibt. Er hat für uns alle gelitten, für alle unsere Sünden. Wenn wir leiden, vielleicht leiden wir auch nicht nur für uns, sondern auch für andere, vielleicht für Menschen, die wir irgendwann einmal innerlich verletzten, denen wir in irgend einer Weise wehgetan haben. Oder wir leiden für andere, dass sie das ewige Heil erreichen. Wir sollen einander helfen, nicht nur wenn es uns gut geht, sondern besonders auch im Leid. Der Apostel Paulus drückt es im Kolosserbrief so schön aus: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“ Das bedeutet eine Aufforderung, Gott Opfer darzubringen für uns und andere.

Dazu möchte ich euch auch eine traurige Geschichte von einer jungen Lehrerin erzählen. Ihr Schicksal begann schon in den ersten Jahren ihres Lehrerdaseins. Sie stürzte und verletzte sich am Knie. Als die Schmerzen nicht aufhörten, ging sie zum Arzt. Der Arzt stellte aber zu ihrer großen Bestürzung Krebs fest. Alle ihre Hoffnungen waren mit einem Schlag wie weggewischt. Sie weinte oft bitterliche Tränen. Dann kam der nächste Schlag. Die Ärzte teilten ihr mit, dass der Fuß amputiert werden muss. Sie wurde operiert und bekam eine Prothese und musste damit lernen, wieder zu gehen, aber sie konnte wieder ihrem Beruf nachgehen.  Die Freude dauerte aber nicht lange, und es zeichnete sich wieder eine Krankheit ab. Die Ärzte stellten einen Lungentumor fest. Da kam sie in ein Sanatorium. Dort kam sie mit einem Priester ins Gespräch. Er half ihr, das Leiden anzunehmen und es Gott und den Nächsten aufzuopfern. Da dachte sie an die vielen jungen Menschen, die mit Problemen kämpften und widmete ihnen ihr Leiden. Oft wiederholte sie die Worte: „Jesus, dein Wille geschehe.“ Ihren Schüler teilte sie mit: „Wenn ich euch auch nichts mehr lehren kann, so will ich mein Leiden für euch aufopfern!“ Sie hatte begriffen, dass ihre Krankheit eigentlich ein Leiden mit Christus ist, sie ergänzte an ihrem Leib, was noch an Christi Leiden fehlt.

Aber auch wenn wir Leiden und Schmerz ertragen müssen, Gott will uns damit weder richten noch strafen. Wir sollen ihm aber unsere Leiden hintragen und er wird uns die Kraft geben, das wir auch fähig werden sie zu ertragen.  

 

Verkündigung des Herrn A (Lk 1,26-38)

Einleitung

Maria zeigt uns: Wenn der Mensch seinen Willen mit dem Willen Gottes vereint, wird das Leben gelingen. Sie reagierte auf die Botschaft des Engels mit dem Satz: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. “ (Lk 1,38). Maria  bemüht sich,  den Willen Gottes anzunehmen, und will, dass dieser auf der ganzen Erde Frucht bringt.

Predigt

Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho bezeichnet Maria als das „weibliche Antlitz Gottes“. “ Gott ist nicht nur ein gerechter Richter oder unser Schöpfer. Zu Gott können wir eine ähnliche Beziehung haben wie zu einer Mutter. Wir können Gott vertrauen und uns mit ganzem Herzen an ihn wenden; er versteht die Sprache unseres Herzens. Man unterscheidet die Sprache des Verstandes von der  Sprache des Herzens. Die Sprache des Verstandes brauchen wir zum Zählen, wenn wir uns überlegen, wie viel wir einkaufen sollen, oder wenn wir etwas planen oder unternehmen. Die Sprache des Herzens brauchen wir, wenn es um essenzielle Dinge geht, etwa um die Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott. Gott führt uns auf den richtigen Weg. Das heutige Fest ist dafür sehr aktuell.

Jedem wird verkündet, wie sehr ihn Gott liebt, und jeder sollte wie Maria darauf antworten: „Mir geschehe, wie du gesagt hast. Wir leben nicht auf einer Insel der Seligen, aber unser Leben ist von Gott begleitet und beschützt, denn Gott ist die Liebe. Wer versucht, nur nach seinem eigenen Willen zu leben, hat das falsche Rezept für ein gelingendes Dasein. Gottes Willen anzunehmen, das bringt reiche Frucht.

Vor hundert Jahren gab es in Amerika erhebliche Probleme zwischen Schwarzen und Weißen. Davon erzählt eine Begebenheit im Bundesstaat Alabama. Eine weiße Frau hatte einen Schwarzen gefragt, ob er nicht durch Holzfällen Geld verdienen will. Der Schwarze lächelte und ging mit ihr. Er krempelte die Ärmel auf, hackte Holz und schichtete es. Das sah ihre Tochter und sagte: „Mutti, dieser schwarze Mann, den du angeheuert hast, ist doch Professor Washington, der Direktor eines Instituts in Alabama.“ Am nächsten Tag entschuldigte sich seine Mutter bei ihm. Washington aber sagte: „Madame, es ist alles in bester Ordnung; es stört mich überhaupt nicht, gelegentlich manuell zu arbeiten. Ich denke, es tut mir gut und es ist mir außerdem ein Vergnügen, etwas für meine Freunde zu tun.“ Die Frau schüttelte ihm die Hand, und sie war sehr gerührt von seiner Bescheidenheit; er gewann ihre besondere Gunst. Später unterstützte sie finanziell sein Institut mit mehreren reichen Freunden.

Marias Demut und Bescheidenheit sind zum Segen für die Welt geworden.  Es gibt egoistische Menschen, die nur an sich selbst denken, aber es gibt auch Menschen, die mit Liebe und Hingabe anderen dienen. Diese Menschen lassen sich von der Sprache ihres Herzens führen. Wie wundervoll wäre es, wenn auch wir alle zu diesen Menschen gehören würden.

Auferstanden mit Christus zum Leben.

Wir haben gehört, dass Christus alle Sünden auf sich nahm und uns dafür seine Gerechtigkeit schenkte. Er starb für uns, damit er uns zum Vater führen kann. Was würde geschehen, wenn das nicht so wäre? Wir würden einem Menschen gleichen, den das Gericht zwar freigesprochen hat, der sein Urteil in der Hand hält, das also seine Unschuld erklärt, aber mehr nicht. Dieses Urteil befreit zwar von der Strafe, aber es sagt nichts über ein neues Leben aus.

In 1 Kor 15,17-19 heißt es: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher als alle anderen Menschen.“ Die Auferstehung gibt Hoffnung auf ein neues Leben. Christus wurde auferweckt, aber das ist etwas ganz anderes als eine Wiedererweckung. Wiedererweckt wurden zum Beispiel Lazarus oder ein junger Mann aus Nain. Nach der Wiedererweckung waren sie wieder dieselben wie früher, und nach einer gewissen Zeit sind sie auch wieder gestorben. Ihre Wiedererweckung war nur eine Aufschiebung des Todes auf unbestimmte Zeit. Christi Auferweckung ist ein riesiger Unterschied. Christus ist auferstanden mit einem verherrlichten Leib und mit diesem ist er zum Vater zurückgekehrt und lebt nun für ewig bei ihm. Er sitzt   nun zur rechten Gottes.

Dazu folgende Bibelstelle: Phil 2,6-9: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war bis zum Tod gehorsam,  bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.“ Was bedeutet das? Alles, was Jesus durch Gott hatte – seine Gottheit, seinen Ruhm, seine Kraft und Macht –, das bekommt er jetzt wieder.  Daraus entspringt unsere Hoffnung auf das ewige Heil. Durch die Kirche, die der Leib Christi ist, können wir in Christus Gott immer ähnlicher werden. Unsere Hoffnung liegt darin, am Leben Jesu Anteil zu haben. Wenn er aber nicht auferstanden wäre, hätten wir keinen Anteil an Jesu Leben. Danken wir Gott, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Wir müssen uns aber an seinem Leben orientieren, es uns aneignen und versuchen, es zu leben.  Was bedeutet das? Was ist eigentlich das Leben? Leben ist das, was wir tun, was wir fühlen und wahrnehmen, wofür wir uns entscheiden. Das Leben eines Anderen zu leben, bedeutet, wie der andere zu werden. Schauspieler versuchen oft das Leben anderer nachzuspielen. Sie leben sich in die Gestalt hinein, die sie darstellen sollen; sie bemühen sich, auch so zu denken und zu empfinden wie diese andere Person.

Was bedeutet, das Leben Christi zu leben, wie Christus zu leben? Das bedeutet, auf ein ewiges Ziel hin zu leben. Schon bei der Taufe hat Jesus sein Leben in unseres hineingelegt. Wenn wir fest glauben, erwacht dieses Leben in uns. Das Leben Jesu zu leben bedeutet Nachfolge; das bedeutet, so wie Jesus zu denken. Der hl. Paulus sagt im Epheserbrief, Kap. 5,1-2: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.“

Ich wiederhole: Das Leben Jesu bedeutet – denken, tun, fühlen wie Jesus. In den Evangelien erfahren wir viel darüber, wie wir Jesus nachahmen können. Wir müssen bereit sein, dieses Leben zu leben. Das äußert sich in der Sehnsucht nach Jesus. Diese Sehnsucht bedeutet, sich anzustrengen, sein Leben zu ändern, damit es Christus immer näher wird.

Das lebendige Wasser

Ihr wisst, wie essenziell Wasser für unser Leben ist. Wie wunderbar, dass es bei uns genug Wasser gibt. Sicherlich habt ihr auch schon gehört, dass es auf der Erde Länder gibt, in denen es nur sehr wenig Wasser gibt. Wir wollen auch, dass unser Wasser immer ganz rein ist. Leider verschmutzen viele Fabriken unser Wasser. Schmutziges Wasser können wir aber nicht trinken.

Auch die Samariterin, von der wir heute gehört haben,  brauchte Wasser, um leben zu können. Daher ging sie zu einem Brunnen. Dort traf sie einen Mann, den sie nicht kannte. Er sprach sie aber an und bat um Wasser.  Sie war verwundert, denn sie erkannte, dass er Jude war und mit Samaritanern nicht sprach. Der Mann aber antwortete ihr: „Wenn du wüsstest, wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‹, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“

Jetzt seid ihr aber sicherlich neugierig, wer dieser Mann war, mit dem die Samariterin gesprochen hat. Oder wisst ihr schon, wer dieser Mann war? Und von welchem Wasser hat dieser unbekannte Mann beim Brunnen gesprochen?  Natürlich war dieser Mann am Brunnen Jesu. Er war nämlich sehr müde und durstig. Die Samariterin war eine Frau, die zum Brunnen kam und mit Jesus ein Gespräch führte, in dem wir von ihrem Leben einiges erfahren haben, das nicht ganz in Ordnung war.

Aber über welches Wasser spricht Jesus? Er sagte nämlich zur Samariterin: „Jeder, der von diesem Wasser aus dem Brunnen trinkt, wird wieder durstig werden.“ Auch wir müssen mehrmals am Tag etwas trinken, weil wir Durst haben. Jesus aber spricht vom lebendigen Wasser. Was ist dieses lebendige Wasser? Das ist das göttliche Leben, das Jesus allen Menschen schenken will. Jesus sprach oft über dieses Leben und sagte immer: „Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt.“

Aber vielleicht denken manche auch: Es gibt doch Menschen, die nicht an Jesus glauben, und sie haben doch das Leben. Ja, sie haben das Leben, aber nur hier auf Erden. Dieses Leben wird aber jeder Mensch früher oder später verlieren, denn jeder muss einmal sterben. Jesus verspricht uns aber das ewige Leben bei ihm im Himmel –  ein Leben, das nie enden wird. Leider sehnen sich viele Menschen nicht nach einem ewigen Leben. Warum nicht? Sie meinen, dass das Leben auf Erden ausreicht. Sie sind überzeugt, dass schöne Autos, schöne Häuser und viel Geld sie glücklich machen. Ich kenne aber Menschen, die alle diese Dinge haben und trotzdem nicht glücklich sind.

Ihr sollt wissen, dass wirkliches Glück nur bei Gott zu finden ist. Jesus führt uns zu Gott, seinem Vater. Lebendiges Wasser empfangen bedeutet also, an Jesus und an alles, was er uns gesagt hat, zu glauben. Wir müssen aber auch für alles, was wir falsch gemacht haben, für  unsere Fehler, unsere Sünden, Jesus um Verzeihung bitten. Nur so kann Jesus ganz in unserem Herzen sein.

Liebe Kinder, ein berühmter Maler hat einmal das Gesicht Jesu gemalt. Eine Frau sah dieses Bild, schaute lange darauf und war berührt von ihm. Der Maler beobachtete sie dabei und sagte: „Mir scheint, dass Ihnen das Bild gefällt, liebe Frau!“ Sie antwortete: „Ich möchte Ihnen sagen, was mir dieses Bild sagt. Es sagt mir, dass Sie Jesus lieben, wahrer Herr Maler, sonst wären Sie nicht fähig gewesen, ein so schönes Bild zu malen.“ Darauf sagte der Maler: „Da haben Sie recht. Ich liebe Jesus wirklich und werde mich bemühen, ihn immer zu lieben!“

Liebe Kinder,  ihr werdet in einigen Wochen diesen lebendigen  Jesus in eurem Herzen empfangen. Das wird ein großes Ereignis in eurem Leben sein. Für dieses wunderbare Fest müsst ihr euch schon jetzt vorbereiten. Ihr sollt Jesus immer besser kennenlernen, an seine Worte glauben und ihn über alles lieben.

3. Fastensonntag A Joh 4,5-42

Einleitung

Jeder Mensch hat Durst nach Gemeinschaft und nach einer harmonischen und stabilen Familie. Jeder Mensch sucht einen Brunnen, der ihm hilft, das zu realisieren. Jesus führt uns  Menschen an einen Brunnen, der Gott heißt. Dieser Brunnen versiegt nie. Jeder Mensch kann ewig aus ihm trinken.

Predigt

Im Gespräch mit einer Samariterin sehen wir Jesu  Bestreben , Menschen auf übernatürliche Dinge aufmerksam zu machen. Da hatte er seine ganz besondere Methode, die aus drei Schritten bestand: 1. Jesus hat eingeladen. 2. Jesus half bei der Bekehrung. 3. Jesus führte zu einer neuen Erkenntnis.

Zuerst  bat Jesus die Samariterin beim Brunnen in Sichar: „Gib mir zu trinken!“ Die Samariterin war allerdings sehr verwundert, denn wie konnte ein Jude eine Samariterin um Wasser bitten? Jesus aber tat dies, weil er die Samariterin einladen wollte, eine neue Wirklichkeit zu erkennen.  „Gib mir zu trinken!“ – Dieser Satz ist an jeden Menschen adressiert. Jesus dürstet nach dem Glauben dieser Samariterin, Jesus hat aber auch Durst nach unserem Dienst, nach unserer Liebe. Er ruft uns dazu auf: „Folgt mir, lebt euer Leben im Geiste des Evangeliums!“

Der zweite Schritt war die Bekehrung, denn er sagte: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“

Es ist einleuchtend, dass jeder,  der aus Jakobs Brunnen trinkt, wieder durstig wird. Auch der, der aus dem Brunnen, der heißen könnte: „Essen, Sport, Arbeit“, trinkt, wird nicht die volle Erfüllung seines Lebens erlangen.   Jesus sagte ja: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder durstig werden, aber wer von dem Wasser trinkt, das ich  ihm geben werde, wird nie mehr durstig sein, vielmehr  wird das Wasser , das ich ihm gebe , in ihm zur Quelle werden, die Wasser für das ewige  Leben ausströmt.“

Die Samariterin reagierte sofort darauf mit den Worten: „Wenn es so ist, dann gib mir, Herr, dieses Wasser!“ Das war sozusagen der Anfang ihrer Bekehrung. Jesus stellte sie dann aber noch ein wenig auf die Probe, indem er ihr befahl: „Geh,  ruf deinen Mann!“  Spontan antwortete sie: „Ich habe keinen Mann!“ Es war die korrekte Antwort der Frau, und Jesus’ spontane Antwort darauf war: „Du hast richtig gesagt, dass du keinen Mann hast, denn du hast fünf Männer gehabt. Du wechselst die Männer, weil du den Brunnen des Glücks suchst. Aber wie steht es um Treue und Verantwortung?“

Diese Worte sind nicht altmodisch. Das vierte Gebot Gottes sagt uns ja, dass die Ehe vor der Kirche geschlossen werden soll. Eigentlich ist diese Reaktion Jesu im Evangelium auch ein Zeichen für unsere Zeit. Viele wohnen zusammen, ohne das Sakrament der Ehe, und wollen für den anderen keine verbindliche Verantwortung übernehmen. Wenn dieses Zusammenleben nicht funktioniert, gehen sie eben wieder auseinander. Es ist aber jedes Christenpflicht, einander das Sakrament der Ehe vor der Kirche zu spenden.

Auch in unserer Zeit ist die Bekehrung dringend notwendig. Bekehrung bedeutet allerdings, seine Lebenseinstellung zu ändern. Eine Ehe soll für das ganze Leben Bestand haben und als Christ hat man dafür zu sorgen, dass diese dauerhafte Bindung hält. Die Einstellung –  wenn die Ehe gelingt, ist es gut; wenn nicht, dann gehen wir auseinander; ist nicht richtig und nicht gut.

Jesus verhalf der Samariterin zu dieser Erkenntnis. Sie war allerdings überrascht, dass ihr dieser unbekannte Mann am Jakobsbrunnen das sagte, und so meinte sie: „Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt wir und wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.“ Jesus erklärte ihr daraufhin, dass ER der Messias sei. Es ist interessant, dass Jesus nur zweimal offen erklärt hat, dass er der Messias sei – einmal der Frau am Jakobsbrunnen und später Maria Magdalena. Und die Samariterin glaubte, dass ER der Messias sei, und so veränderte sie ihr Leben.

Von Frauen, die ein ähnliches Leben wie dieses Samaritermädchen führen, gibt es viele Beispiele. Eines davon stammt aus dem Buch „Das Abenteuer, Ehefrau zu sein“. Ich weiß nicht, ob es jemandem bekannt ist.  In diesem Buch ist von einem Gespräch zwischen einer Mutter und ihrer 19-jährigen Tochter zu lesen. Die Tochter stellt ihrer Mutter die Tatsache vor, dass sie in die Stadt ziehen will, um dort mit einem Mann zusammenzuleben. Sie kann nicht sagen, wie lange dieses Zusammenleben dauern wird. Dann sagt  sie auch ganz offen zu ihrer Mutter, dass es altmodisch sei, ein ganzes Leben mit demselben Mann zusammenzuleben. Das sei doch sehr langweilig. Diese Einstellung stimmte keineswegs mit jener ihrer Mutter überein. Sie sagte zu ihrer Tochter: „Was du da sagst, zeugt davon, dass es dir nur um dein eigenes Glück geht. Wenn du so denkst, dann wirst du jedes Jahr einen neuen Mann brauchen. Wenn du aber so lebst, wirst du niemals erkennen, was wahre Liebe ist. Wahre Liebe ist ohne gegenseitige Liebe  und Achtung nicht möglich. Deine Ansichten sind unverantwortlich und egoistisch. Du willst in deinem Leben nur genießen.“

Ich denke, dass die Samariterin so dachte wie diese 19-jährige Tochter. Doch dann traf sie Jesus, sprach mit ihm und ihr Leben hat sich grundlegend verändert.  Dieses Beispiel aus dem heutigen Evangelium soll eine Aufforderung an alle  Menschen sein, die nur ihr eigenes Glück suchen und nur für sich leben –  ihre Lebenseinstellung zu überdenken und zu ändern.

Ich will mit nichts loben,als…

Ich habe gesündigt, aber Jesus nahm meine Sünden auf sich. Infolge der Sünde war ich von Gott getrennt, doch Jesus starb für mich. Meine Ungerechtigkeit hat Gott durch seine Gerechtigkeit ersetzt, die er mir gegeben hat. Zum Schluss legte Jesus sein eigenes  Leben in  mein Innerstes ein und hat mir angeboten, dass ich sein Leben lebe. Was hast du, das du nicht empfangen hättest?“ (1.Kor 4,7)  gilt für uns Christen doppelt. Von Gott haben wir das Leben erhalten.  Wenn wir alles verdorben und das Leben für uns zum Fluch wurde, griff Gott wieder ein. Er wurde Mensch und für den Preis des größten Opfers, weil es  kein größeres Opfer gibt,  als von Gott getrennt zu werden. Gott machte für diesen unendlichen Preis alles gut. Er nahm alles auf sich, was verdorben wurde, und er  gab uns seine Liebe und  schenkte uns seine eigene Natur und Gottheit. Wir können uns mit nichts loben oder uns  erheben. Im Gegenteil. Unsere eigene Schwachheit wird die Ursache der Kraft und der Bescherung. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis, denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung . Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen. Die Quelle unserer Hoffnung ist Gott; darum sollen wir alle auf ihn setzen. Gottesgaben erhalten wir durch den Glauben. Der Glaube nach dem Katechismus bedeutet: „Durch den Glauben ordnet der Mensch seinen Verstand und seinen Willen völlig Gott unter.“ Er gibt Gott, der sich offenbart,mit seinem ganzen Wesen seine Zustimmung. Die Heilige Schrift nennt diese Antwort des Menschen auf den sich offenbarenden Gott „Glaubensgehorsam“ (KKC 143). Es ist ganz einfach. Es ist ähnlich, wenn ein Schiffbrüchiger sein Schlauchboot verlässt und sich auf den Bord des Transozean-Dampfers lässt , und ich sollte sterben, doch stellen Sie sich vor, ein Kind irrt im Wald. Dann traf das Kind einen Förster und ließ sich durch ihn aus dem Wald herausführen. Dasselbe macht ein Christ verlässt sein  altes perspektivloses  Leben   seine Hand reicht Gott und lässt sich zum neuen Leben abführen. Wir können das neue Leben gewinnen, ohne Vierlassung des alten Lebens. Ebenso  kann der Schiffbrüchige auf den Bord des Transozean-Dampfers hinaufsteigen, ohne sein  Schlauchboot zu verlassen. Jesus sagt: „Wer zu mir gehören will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“  (Mt 16,24). Verleugnen sich selbst bedeutet, verlassen sein bisheriges Leben.  Wir verstehen das Wort „Kreuz“ als das Symbol des Schmerzens und Leides.Zur Zeit Jesu war das Wort „Kreuz“ das Symbol der Hinrichtung und des Todes. Wenn Jesus  über das  Nachfolgen spricht, denkt er nicht nur daran, dass wir leiden werden müssen, sondern vor allem daran, dass wir uns selbst sterben werden müssen. Nur dann können wir mit Christus leben. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Röm 6,8 Ein Kartäusermönch sagt, dass an Gott zu glauben die Sache einfach  und schwer ist. Einfach deshalb, weil Glauben nicht kompliziert ist. Einfach reiche ich meine Hand Gott und lasse ich  mich durch ihn führen, wir wissen nicht wohin gehen, weil uns Gottes Geist führt.,, Der Wind weht , wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem , der aus dem Geist geboren ist.“ Joh 3,8 Zugleich ist der Glaube eine schwere Sache, weil das bedeutet, auf die Planung, die Entscheidung und die Lässlichkeit zu verzichten und sich durch Gott führen zu lassen. Sich durch Gott führen zu lassen, ist für uns das Beste und Nützlichste. Versuchen wir, nachzudenken über das , wie viele Sachen in unserem Leben wir aus dem Gottesimpuls heraus gemacht haben, und wie oft wir alles geplant und entschieden haben. Ist Gott wirklich der Herr unseres Lebens? Sind wir der alten Arts unseres Lebens wirklich gestorben?

Der heilige Josef.

Heilige mit dem Namen Josef gehen alle auf den Pflegevater Jesu zurück. Josef heißt in der Übersetzung aus dem Hebräischen – „der Verehrer“. Er  ist der Heilige des schweigenden Gehorsams und der gewissenhaften  Pflichterfüllung.  Als mächtiger Fürbitter und Helfer in allen Nöten wurde er zum Schutzpatron der ganzen Kirche sowie der einzelnen Familien und vor allem des werktätigen Volkes. Die früheste Erwähnung des hl.  Josef findet sich im Martyrologium  von Reichenau um 850. Seit dem 9. Jahrhundert nahm seine liturgische und volkstümliche Verehrung stetig zu. Sie wurde besonders gefördert von Seiten der Franziskaner, durch den hl. Bernhard von Clairvaux, die hl.Teresa von Ávila und den hl. Franz von Sales. 1479 führte der Franziskanerpapst Sixtus IV. sein Fest in der Kirche ein, 1621 wurde der Josefitag ein gebotener Feiertag, 1729 kam sein Name in die Allerheiligenlitanei, seit 1919 gibt es  die Josefspräfation. Ein Vergleich mit dem römischen Kalender zeigt: Die alte Feier des Festes der Minerva, der Göttin der Handwerker, war am 19. März. Papst Pius XII. führte 1956 die am 1.Mai zu feiernde Missa des hl. Josef des Arbeiters für die Weltkirche ein. In der Heiligen Schrift finden wir nur wenig über Josef. Sie sagt, dass er gerecht war. Im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 1, Vers 9 steht geschrieben, dass Josef ein reiner, tugendhafter und heiliger Mann war. Wir kennen die Geschichte des Zimmermanns aus Nazareth.  Die Evangelisten berichten, dass sein Vater Jakob hieß und sei; die heilige Braut Maria war die Mutter Jesu. Josef stammte aus dem Geschlecht König Davids, doch er selbst war nur ein einfacher und bescheidener  Handwerker. Der scheinbare Gegensatz zwischen äußerer Bedeutungslosigkeit und höchstem inneren Adel zeichnete Josef aus und ließ ihn zum Vorbild für viele Heilige werden. Wie tief erschrocken muss dieser fromme Mann gewesen sein, als er erfuhr, dass seine reine Braut Maria Mutter wurde. Er  wusste doch zunächst noch nicht, dass sie durch die Kraft des Heiligen Geistes den Sohn Gottes, den Heiland der Welt,  empfangen hatte. Er befand sich in äußerster Anspannung. Aber nicht lange ließ  Gott ihn in dieser Unruhe. Es erschien ihm ein Engel Gottes  und sagte ihm die Wahrheit, und das bedeutete für ihn,  dass er Maria zu seiner Ehefrau machen solle und zum Beschützer und Nährvater des Erlösers bestimmt sei. Als der Erlass des Kaisers Augustus erging, alle Völker seines Reiches aufgeschrieben und gezählt werden sollten, gehorchte Josef, obwohl  er mit der schwangeren Maria eine beschwerliche Reise machen musste, die mit Kosten und Opfern verbunden war. Er gehorchte ebenfalls, als mitten in der Nacht ein Engel befahl: “ Josef,  steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten!“  Es kam auch damals kein Wort der Auflehnung von seinen Lippen. Zwei Jahre später erschien ihm der Engel in Ägypten wiederum und befahl ihm: „Josef,  zieh zurück in das Land Israel. Sie sind alle gestorben, die dem Kinde nach dem Leben trachteten.“  Und noch einmal musste Josef alles verlassen, was er sich im  fremden  Lande neu aufgebaut hatte. Wiederum gehorchte er schweigend  und klaglos und unternahm die weite Reise in die Heimat,so wie ihm geboten wurde. Josef erlebte das öffentliche Auftreten Jesu und seine Passion nicht, da er in den Evangelien später nicht erwähnt wird. Er wird dargestellt mit dem Jesuskind im Arm, mit einem Stab mit Lilienblüten in  der Hand und mit Zimmermauswerkzeugen oder einem Wanderstab.

Für mich und jetzt.

Der heilige Paulus schreibt im Brief  an die Römer im Kapitel 4, Vers 25: „Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.“ Um das zu begreifen, hilft uns der Heilige Petrus in der Apostelgeschichte  Kapitel 2, 22-23: [„]Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“    Wie sollen wir diese Rede Petri verstehen? Zu den Juden, zu denen Petrus sprach, waren die meisten damals nicht dabei, als Jesus gekreuzigt wurde. Sie haben nicht „Kreuzige ihn!“ gerufen. Warum aber sagt Petrus: „Habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht“?“ Christus starb für unsere Sünden, auch für meine. Das bedeutet: Christus verurteilt keinen Oberpriester zum Tode, sondern die Sünde. Wenn wir fragen: „Wer hat Jesus getötet? Dann lautet die Antwort: Du bist es! Unser Problem liegt darin, dass wir uns dessen zu wenig bewusst werden. Wenn wir den Kreuzweg beten, denken wir an die Zeit Jesu, als er diesen Kreuzweg ging. Aber wir sollten nicht an die Vergangenheit, sondern an die Gegenwart denken. Jesus‘ Tod ist immer gegenwärtig, weil durch jede meiner Sünden Jesus neuerlich ans Kreuz geschlagen wird. Jede Sünde von mir bringt ihren Tod. Die Sünde kann nur so überwunden werden, dass Jesus sie auf sich nimmt, denn jede Sünde trennt uns von seinem Vater und Jesus’ Tod gibt uns das neue Leben. Es gibt keinen anderen Weg. Jesus nimmt meine Ungerechtigkeit auf sich und gibt mir seine Gerechtigkeit und Heiligkeit, damit ich im Vater und mit ihm leben kann. Es ist nicht richtig, wenn wir sagen: „Sünden sind nichts Ernsthaftes, das sind nur Kleinigkeiten.“ Vergessen wir nicht, dass Jesus für unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt hat. Bestimmt ist es für Jesus sehr schmerzhaft, wenn er sieht, dass er für viele Menschen vergeblich leidet.  Die Menschen vertun sich mit der Möglichkeit der Vergebung und des ewigen Heils, wenn sie diese bedeutende Tat Jesu ablehnen. Papst Leo V. schrieb, dass das Leid Christi bis zum Ende der Welt dauern werde. Der heilige Paulus schreibt im Hebräerbrief 6,6: “ … dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; denn sie schlagen jetzt den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz und machen ihn zum Gespött.“ Ist das nicht etwas, was der Auferstehung widerspricht? Nein, denn durch die Auferstehung wurde Jesus Mensch auf ewig und er ist damit ständig gegenwärtig. Wer aber Unrecht tut, kreuzigt auch Jesus heute nochmals. Eine Aufforderung daher an uns: „Bereuen wir unsere Sünden!“ Im Buch Sacharja 12,10  steht geschrieben: „Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint.“ Wurde diese Weissagung in meinem Leben erfüllt? Es ist  Zeit, Buße zu tun. So stellen wir uns auf die Seite Jesu. Wir sollen mit Christus den Kreuzweg gehen, wie Paulus im Galaterbrief 2,19  sagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden.““ Es ist Zeit, dass in uns der alte Mensch stirbt, damit wir zum neuen Leben auferstehen. In 1 Joh 5,18 lesen wir: „Wir wissen: Wer von Gott stammt, sündigt nicht, sondern der von Gott Gezeugte bewahrt ihn und der Böse tastet ihn nicht an.“  Oder in 1 Joh 3,9 heißt es:  “ Jeder, der von Gott stammt, tut keine Sünde, weil Gottes Same in ihm bleibt. Er kann nicht sündigen, weil er von Gott stammt.“ Wir müssen aber bereit sein, Sünden zu vermeiden und uns nicht auf unsere Schwachheit herauszureden oder die Sünde zu bagatellisieren.

Das Opfer.

Es war Krieg. Die Nationalsozialisten verbreiteten überall  Angst und Schrecken. So war es auch in Frankreich. Viele Franzosen und Französinnen kämpften gegen die Nationalsozialisten und  auch eine junge Frau schloss sich ihnen an. Sie wurde gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Sie schaffte es, ihr neun Monate altes Kind ihrer Nachbarin zu übergeben. Jetzt saß sie im Gefängnis und sie sollte um 4 Uhr hingerichtet werden. Aus dem Gefängnis wurde  ins nahegelegene Kloster angerufen, damit sie eine Schwester schicken,  die ihr den letzten Trost gibt. Zu diesem Zweck wurde Schwester Elisabeth bestimmt. Schwester Elisabeth dachte nach: “ Was werde ich der Verurteilten erzählen?“ Dann betrat die Schwester die Gefängniszelle. Sie begann  vom Glauben zu sprechen. Die Verurteilte glaubte aber nicht an Gott und verstand nichts davon, was ihr Elisabeth erzählte.  Ihr Herz  war voll des Hasses. Sie kämpfte gegen   die  Feinde ihrer  Heimat. Sie wusste,  dass ihr  Opfer nicht nutzlos  war. “ Was wissen Sie  vom Leben, Schwester?“, so sagte sie und machte ihr Vorwürfe.  Dann betete die Schwester und meinte: „Gott redet durch mich!“ Dann sagte sie zur Verurteilten: „Schnell,  tauschen wir die Kleider, du ziehst mein Kleid an und ich deines. Du wirst nach Hause gehen, und auch ich werde zu meinem himmlischen Vater heimgehen.“  Die Verurteilte konnte  nicht antworten, denn sie begriff plötzlich,  dass Gott sich hier auf außerordentliche Weise geäußert hatte. Dann dankte sie unvermittelt der Schwester für ihr Leben und dafür, dass sie nun ihr Kind wiedersehen würde. Da endete die Besuchszeit im Gefängnis.  Um vier Uhr führten sie  Schwester Elisabeth zur Hinrichtung.  Schüsse fielen und Schwester Elisabeth sank zu Boden. So starb die Frau des Glaubens – die Frau der Liebe.

2. Fastensonntag A, Mt 17,1-9

Einleitung

Jeder Mensch hat mehrere Gesichter. Von Beruf ist zum Beispiel jemand Arzt, zu Hause ist er Vater und wenn er auf dem Fahrrad sitzt und radelt, ist er Sportler. Es unterscheidet sich auch das Aussehen, vom Gesicht der Seele.

Predigt

Auch Jesus Christus hatte mehrere Gesichter. Er war erstens der Menschensohn, der aussah wie jeder andere Mensch, er war aber zweitens auch zugleich der Sohn Gottes. Als Sohn Gottes vollbrachte er viele Wunder in seinem Erdenleben. Die drei Apostel, die mit ihm auf dem Berg Tabor waren, sahen ein drittes Antlitz Jesu – sein verherrlichtes Gesicht.

Wir haben ja im Evangelium gehört, dass Jesus Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg führt. Dort wird er vor den Augen der Jünger verwandelt und sein Gesicht leuchtet wie die Sonne. Aber nicht nur sein Gesicht wird verändert, sondern auch seine Kleider werden blendend weiß wie Licht.  Mose und Elija treten plötzlich auf und sie erleben nun Jesus im Gespräch mit ihnen. Vor Begeisterung über dieses sensationelle Erlebnis sagt nun Petrus spontan: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind!“ Petrus möchte dieses Erlebnis festhalten und schlägt vor: „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija!“

Der deutsche Dichter Goethe drückte es in einem seiner Werke so aus:  „Werde ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön!“ Diese Worte passen zu so manchem Ereignis unseres persönlichen wie gesellschaftlichen Lebens.  Wir fühlen uns glücklich und wollen, dass dieser herrliche Augenblick ewig währt. So glücklich waren auch die Apostel auf dem Berg Tabor.

Aber diese Begebenheit auf dem Berg Tabor war nicht die wichtigste im Leben Jesu. Bald darauf musste er den schmerzhaften Weg auf den Kalvarienberg gehen. Auch hier sollten ihn die Apostel begleiten und Jesus wusste, dass das für sie ebenfalls ein schwerer Weg sein würde. Deshalb ließ er sie das Erlebnis der Verwandlung erleben. Es sollte ihnen helfen, den bitteren Weg zum Kreuz zu erleichtern.

 Viele Menschen sind  im Leben glücklich. Sie haben eine erfüllende und befriedigende Arbeit, das Familienleben funktioniert und macht sie glücklich. Da ist es ganz selbstverständlich, dass sie sich ein solches Leben bis zum Tode wünschen, oder besser gesagt: Es soll ewig so bleiben.  Kommen wir aber wieder zum Ereignis auf dem Berg Tabor zurück. Jesus ist nicht lange auf dem Berg geblieben und seine Jünger mussten wieder mit ihm zurück ins Tal.

Auch auf unserer Erde gibt es keinen  Ort dauerhaften Friedens. Es warten viele Aufgaben auf uns, die wir zu erfüllen haben. Wir fühlen uns zwar augenblicklich zufrieden, aber ganz plötzlich kann sich alles im Leben ändern. Wir verlieren den Arbeitsplatz, wir werden krank, wir verlieren eine geliebte Person und alles ist von einem Augenblick auf den anderen völlig anders.  Wir sind auch nicht immer sofort in der Lage, richtig zu reagieren und uns dieser neuen Situation anzupassen. Ich kenne da persönlich einen Priester. Er hatte eine hervorragende Pfarre, mit der er sehr zufrieden war. Dann wurde er aber versetzt, und das war für ihn ein Schockerlebnis. Er verlor die Nerven  und war nicht in der Lage,  die neue Situation anzunehmen. Sicher ist das nicht der einzige Fall. Viele  Menschen sind innerlich zerbrochen, weil sie sich nach Glück, Harmonie und Frieden sehnen, doch die Realität ist ganz anders.

In der ersten Lesung haben wir von Abraham gehört: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde“.  Abraham ging es gut, er war glücklich verheiratet und war reich, aber trotzdem folgte er dem Ruf Gottes. Er verließ die Bequemlichkeit, ließ alle seine Pläne hinter sich und machte sich auf den Weg in ein unbekanntes Land. Wenn er es nicht geschafft hätte, vielleicht wären  seine Pläne in Erfüllung gegangen, aber er wäre für uns nicht der ,,Vater des Glaubens“ geworden. Das ist auch unsere Aufgabe. Wir haben zwar das Recht , Pläne zu schmieden und unsere Sehnsüchte zu stillen, und Gott verbietet uns nicht, dass wir uns freuen,  wenn es uns gut geht. Doch er hat jedem Menschen einen einzigartigen Plan vor. Es ist sehr wichtig,  dass wir diesen Plan Gottes annehmen, auch dann, wenn es uns schwerfällt und unsinnig erscheint. Ein Christ soll immer den Mut haben ,, „den Tabor“ zu verlassen, auch wenn  er sich dort so gut fühlt. Wenn es Abraham nicht geschafft hätte,  hätte er keinen Anteil an Jesu großen Werken gehabt. Wenn es die Apostel nicht geschafft hätten, hätten sie keinen  Anteil an Jesu Tod und Auferstehung gehabt. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir keinen Anteil  am Plan Gottes haben und Gottes Gnade wird uns nicht begleiten. Bitten wir daher oft um einen starken Glauben, damit wir keine Angst haben, im Leben etwas anzunehmen, das unseren Vorstellungen nicht entspricht!

Er litt für unsere Sünden.

Gottes Gaben haben wir umsonst durch den Glauben empfangen. Wir freuen uns darüber. Es ist Zeit, darüber nachzudenken, wer  für diese Gaben bezahlt hat. Der heilige Paulus schreibt im Römerbrief 4,25 von Jesus: „Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.“ Am Anfang,  als die Apostel das Evangelium verkündeten, verkündeten sie vor allem,  dass der Sohn Gottes  Mensch geworden ist, dass er für unsere Sünden gestorben ist  und auferweckt  wurde, um uns zu erlösen. Der Apostel Paulus schreibt weiter im Römerbrief 5,6-10:               „Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet. Da wir durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt wurden, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden.“ Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst, wie immens das Leiden Jesu war. Meistens,  wenn wir über Jesu Leiden nachsinnen, denken  wir nur an sein leibliches Leid, also an die Geißelung und Kreuzigung. Wir hören von Jesu Tod, der sicher grausam war, aber wir wissen auch, dass viele Leute vielleicht mehr  als Christus gelitten haben. Dieser Blick ist das Erbe des 4. Jahrhunderts. Damals hielt die Kirche dem Irrtum des „Doketismus“ stand.   Doketismus war die Lehre, nach der Jesus Christus nur scheinbar eine körperliche
Existenz besaß. Dabei gab es unterschiedliche Auffassungen: Einige Vertreter meinten,  dass Jesus keinen wahren Leib hatte; darum konnte er nicht wirklich leiden. Auf der anderen Seite war der Irrtum des „Arianismus“, der lehrte, dass Christus kein wahrer Gott sei. Es ist interessant zu wissen, dass die Theologen dieser Zeit meinten, Jesus könne  geistlich nicht leiden. Es schien ihnen, dass damit seine Einheit mit dem Vater kompromittiert würde. Heute sind diese Ansichten überholt. Heute können wir, bereichert durch die Erkenntnisse der modernen Psychologie, dort eintreten, wo uns schon lange die Mystiker überholten. Gottes Verzeihung ist dem Erbarmen ähnlich; darüber lesen wir im Evangelium. Ein Diener schuldet seinem Herrn zehntausend Talente. Wenn der Herr diese Summe seinem Knecht nachlässt, wird jener gerettet, aber der Herr verlor diese zehntausend Talente. Gott entschied sich, dem Menschen zu verzeihen, und das bedeutete, alle menschlichen Sünden auf sich zu nehmen und auch ihre Folgen zu überleben. So wie ein Freund seinen Freund vom Tod rettet, indem er sich in die Bahn der Kugel wirft und sich durch diese verletzt. Die Folgen der Sünden berührten Gott. Welche sind  die Folgen der Sünden? Vollkommene Loslösung von Gott. Jesus überlebte totale Verdammung. Jesus trug alle Sünden der Welt von Adam bis zu deren Ende. Wie oft sagen wir, dass es zu viel ist?  Das kann man nicht aushalten. Dabei tragen wir, sehen wir nur ein unbedeutendes Bruchstück des Bösen. Jesus trug alle Sünde. Uns tröstet der Heilige Geist. Jesus war ganz allein. Darum ruft Jesus: „Mein Gott ,mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mt 27,46.  Dieser tiefe Aufschrei gibt uns eine Ahnung riesiger Leiden Jesu. Versuchen wir uns das vorzustellen. Jesus musste  sich  wie der Mörder von Millionen Menschen, wie der Anstifter aller Lügen, der Folterer aller Misshandelten gefühlt haben. Im Vergleich zu diesem  Leid  ist die Kreuzigung und Geißelung nur ein unbedeutendes Leid.  Der Schrecken des Bösen drückt blutigen Schweiß auf sein Gesicht. Der heilige Apostel Paulus schreibt später: „Als er auf Erden  lebte, hat er Gebete und Bittrufe mit lautem Schreien und mit Tränen vor den getragen, der ihn aus dem Tode retten  konnte, und ist seiner Ehrfurcht wegen erhört worden.“ Obwohl er Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt. Zur Vollendung gelangt, ist er für alle , die ihm gehorchen, Urheber  des ewigen Heils geworden, von Gott Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks  genannt (Hebr 5,7–9). Wir können nur raten, was für ein Leid, das für den Vater gewesen sein muss, als er hermetisch von seinem Sohn abgetrennt war. Sicher war dieses Leid nicht weniger als das seines Sohnes. Das bestätigt jeder Vater und jede Mutter. Jeder Vater und jede Mutter leiden, wenn ihr Kind Kummer hat.

Lk, 11-29 Jona-Ninive

Jona war ein Prophet, den der Herr nach Ninive schickte, um der dort herrschenden Schlechtigkeit des  Volkes ein Strafgericht anzukünden. Anfangs wollte er diese Botschaft, die er vom Herrn erhalten hatte, nicht erfüllen. Jona war kein großer Held und so lief er beim ersten Anruf Gottes, er solle nach Ninive aufbrechen, einfach davon und fuhr mit einem Schiff in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach Tarschisch, um seine Haut zu retten.   Dabei  kam das Schiff in einen großen Sturm, den der Herr ihnen schickte. So war auch die Besatzung des Schiffes einer großen Gefahr ausgesetzt, während Jona seelenruhig schlief. Sie erkannten schließlich, dass Jona schuld war an dieser Gefahr und sie warfen ihn ins Meer.  Es ist euch sicherlich allen bekannt, dass er schließlich im Bauch eines Fisches landet. Jona betete dort inständig und der Herr befahl den Fisch ihn wieder auszuspeien.

In der heutigen Lesung hörten wir, dass das Wort des Herrn zum zweiten Mal an Jona erging, nach Ninive zu gehen. Es war zwar immer noch ärgerlich für ihn, aber er ging diesmal, um die Forderung des Herrn auszuführen.  Jona war eigentlich ein eigenartiger Prophet, aber Gott hatte Nachsicht mit ihm. Sein Verhalten war alles andere als ideal.

Aber wessen Verhalten ist immer ideal? Jeder von uns hat Augenblicke, in denen er sich über manche Pläne Gottes empört. Jona hat uns mit dieser Geschichte aber auch zweierlei hinterlassen, das uns aufmuntern kann. 

Erstens:   Auch wenn du Fehler hast und versagst, bedeutet das nicht, dass Gott nicht durch dich handeln kann. Wir schauen auf unsere negativen Seiten und meinen sofort, dass wir unvollkommen sind und darum nicht auf Gottes Ruf antworten können, dass wir die Aufgabe, die Gott uns stellt, nicht erfüllen können. Gott aber wendet sich nicht von uns ab, auch wenn wir unvollkommen und schwach sind. Er sehnt sich nach Zusammenarbeit mit uns und nach unserer Heiligkeit. Auch wenn wir so manche ungute Eigenschaften haben, können wir viel Gutes zur Ehre Gottes tun.

Zweitens: Alles, was wir für Gott Gutes tun ist zugleich auch für uns selbst gut. Gott sandte den Propheten Jona nicht nur, um die Einwohner Ninives zu retten, sondern auch um sich selbst zu retten. Wenn Gott uns zu verschiedenen Aufgaben einlädt, so ist es deshalb, damit er uns mit seiner Gnade erfüllen kann. Auch wenn wir unsere Aufgaben nur mangelhaft erfüllen, so können wir gewiss sein, dass uns Gott hilft, diese Mängel zu beseitigen und das geschieht zu unserem Heil.

 

Bedeutung der Versuchung Christi

Der Sohn Gottes, vom Teufel versucht – Welche tiefe Erniedrigung! „Doch es war sogar gerecht, dass er in seiner Versuchung auch unsere Versuchung überwand, dass er als neuer Adam die Prüfung des alten Adams siegreich bestand, dessen Ungehorsam wiedergutmachte, dass er des Feindes List erst an sich selbst erfuhr und überwand, ehe er ihn in den Menschen besiegte“,   so eine Aussage des Hl. Gregor.  Im Hebräerbrief 4,15 heißt es: „Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.“

Die Betrachtung der Versuchung Christi gewährt dem Christen bei seinen Versuchungen eine tiefe Wissenschaft und reichen Trost, denn deshalb wurde Jesus versucht, damit er Vorbild und Stärke aller Angreifbaren sei. Auf den versuchten Heiland hinschauend, kannst du sagen: „Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände lehrt den Kampf und meine Finger den Krieg.“ Er gibt dir die Wissenschaft  für den Kampf, aber auch Stärke zum Siege. Er lernt uns genau erkennen:  1. den Feind – den Teufel. Ruhig leben wir dahin und empfinden wenig Regung zum Bösen. Aber plötzlich erhebt sich ein Sturm, die Versuchungen brechen herein und setzen die Seele in ernsthafte Gefahr. Wir erschrecken und rufen:  „Herr, hilf uns!“ Der Hilfe des Herrn sind wir gewiss. Und was ist da von unserer Seite Pflicht? Flucht vor der Versuchung. Unsere Feinde sind stark. Stark sind die Reize der Welt – zur Wollust, zur Habsucht. Sie schafft genügend Mittel an die Hand, um solche Regungen zu befriedigen. Sie verleiht ihren Gütern einen falschen Glanz und bedeckt ihre Übel mit lieblichen Farben, um das Herz zu betören. Darum wird dem Menschen schon bei der heiligen Taufe das Versprechen abgefordert, der Welt zu entsagen. Im Römerbrief 7,23 heißt es:  “ Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich im Gesetz der Sünde gefangen hält, von dem meine Glieder beherrscht werden.“ Oder im Buch Genesis 8,21 steht: „Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen; denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an.“

Stark ist der Satan, denn obwohl er durch die Sünde der übernatürlichen Gnade beraubt wurde, hat er dennoch nichts an seinen natürlichen Kräften verloren. Er hat die Stärke eines Engels. Wir selber  sind schwach. Das wissen wir aus Erfahrung, und das bestätigen  uns unzählige Beispiele  der biblischen  und kirchlichen Geschichte. Sind nicht sogar David, Salomo, Samson und Petrus gefallen? Der göttliche Beistand ist ungewiss bei Versuchungen, denen man hätte ausweichen können und sollen. Doch man kann nicht allen Versuchungen  ausweichen. Daher gibt es einen Kampf gegen die Versuchung. Die Notwendigkeit dieses Kampfes  beweist uns die Heilige Schrift, wo es im 2. Timotheusbrief 2,5 heißt: „Und wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft.“ Die richtige Art zu kämpfen, lehrt uns der Begriff der Versuchung. Die Versuchung ist eine Anreizung des freien Willens zur Einwilligung in die Sünde. Der Versucher nötigt  uns diese Einwilligung nicht ab, sondern begehrt sie nur“, so sagte es der heilige Augustinus.  Darum heißt ‚in den Versuchungen kämpfen“ nichts anderes als  all das  sorgfältig zu tun, was in den gegenwärtigen Umständen erforderlich ist, um die Einwilligung  in die Sünde zu verhindern. Natürlich müssen je nach Beschaffenheit der Versuchung verschiedene Wege eingeschlagen werden. Jedenfalls muss der Kampf mit kindlichem Vertrauen auf Gott geführt werden. Gott wird uns in der Versuchung mit seiner Gnade stärken, wenn wir uns derselben nicht mutwillig selbst ausgesetzt haben. Gott ist  getreu; er wird euch nicht über eure Kräfte  versuchen lassen, sondern bei der  Versuchung auch den Ausgang geben, dass ihr ausharren könnt. Dann muss der Kampf mit Schadhaftigkeit und Ausdauer geführt werden.  Der Satan kennt unseren Leichtsinn und unsere Unbeständigkeit. Wir müssen uns mit der Rüstung des Glaubens  bewaffnen,  bloß natürliche Motive sind unzureichend. „Leistet dem Teufel  Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wisst, dass eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen!“ (1 Petr 5,9). „Wer den Herrn fürchtet, dem trifft kein Unheil;  fällt er in Versuchung, wird er wieder befreit. (Sir 33,1)

Johannes von Gott

Dieser Heilige hatte bis zu seiner Bekehrung durch eine Predigt des seligen Johannes von Avila eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Er wurde am  8.März 1495 in Montémor o´Novo in Portugal geboren, war zunächst Hirte, dann Soldat im Heer Karls des V. Nach seiner Entlassung trat er in den Dienst eines nach Nordafrika verbannten Adeligen ein. Von dort zurückgekehrt, betrieb er einen gut gehenden Handel mit religiösen Büchern und Bildern, bis er durch die erwähnte Predigt so beeindruckt wurde, dass er seinen Laden schloss und alles verschenkte. Nach Schmerz und Reue über sein bisheriges Leben begann er, völlig mittellos Kranke zu helfen. 1540 gründete er in Granada ein Hospital  und pflegte dort die Kranken mit aufopfernder Liebe. Der Ruf seiner unerhört großen Nächstenliebe drang bis zu seinem Bischof, der  ihm  den Namen,, Johannes von Gott“ gab. Außerdem ließ er ihm einen Habit machen, an dem man den Heiligen und seine Helfer erkennen konnte.  Daraus entwickelte sich nach Johannes Tod der Orden der Barmherzigen Brüder . Er selbst starb 1550 in Granada.

In der christlichen Kunst wird der Heilige in der Tracht seines Ordens dargestellt, mit  einer Dornenkrone auf dem Kopf und einem Strick um den Hals, an dem zwei Töpfe zum Almosensammeln  hängen. Manchmal hält er auch einen Granatapfel mit einem Kreuz – das Symbol des Ordens in der Hand – oder er trägt Körbe auf dem Rücken. Er ist der Patron der Buchhändler, Buchdrucker, Papiermüller, der Kranken, des Krankenpflegepersonals und der Krankenhäuser.

 

Jetzt ist die Zeit, zu glauben

“ Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht wie beim Aufruhr,  wie in der Wüste am Tag der Versuchung. Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt  und hatten doch meine Taten gesehen,  vierzig Jahre lang. Darum war mir diese Generation zuwider und ich sagte: Immer geht ihr Herz in die Irre.  Sie erkannten meine Wege nicht. Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Gebt Acht, Brüder, dass keiner von euch ein böses, ungläubiges Herz hat, dass keiner vom lebendigen Gott abfällt, sondern ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute, damit niemand von euch durch den Betrug der Sünde verhärtet wird; denn an Christus haben wir nur Anteil, wenn wir bis zum Ende an der Zuversicht festhalten, die wir am Anfang hatten.“ Dieses Kapitel 3 mit Versen 7-14  aus dem Brief an die Hebräer zeigt einige Sachen auf, die bedenkenswert sind.

Auch heute leben wir in  einer Zeit des Heils. Jesus starb zwar für uns schon vor 2000 Jahren. Aber für jeden Menschen kommt die Zeit des Heiles dann,  wenn er  an Gott glaubt und wenn er bewusst aus diesem Glauben lebt. Das bedeutet:  Wenn ich,,heute glaube“ werde ich neu geboren. Dieses Heute sagt uns auch, dass der Glaube eigentlich eine Sache des Augenblicks sei. Wir müssen uns auf diesen Glauben nicht lange vorbereiten, es kann eine Sache des Augenblicks sein. Ich denke dabei an den einen Verbrecher, der neben Jesus am Kreuz hing und lästerte: „Bist du denn nicht der Messias, dann hilf dir selbst und uns?“  Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: “ Fürchtest du Gott nicht?  Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten,  dieser aber hat nichts  Unrechtes getan.“  Dann sagte er zu Jesus: „Jesus, denk an mich, wenn du in deine Macht kommst!“ Jesus erwiderte ihm: „Amen,  ich sage dir:  Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Wie leicht und wie schnell kann der Mensch das Heil gewinnen, es aber auch verlieren! Was bedeutet glauben? Glauben bedeutet dementsprechend tun,was wir glauben. In Apostelgeschichten lesen wir:,,Jene nun,die sein Wort annahmen,ließen sich taufen, und an diesemTag wurden ihrer Zahl etwa dreitausend hinzugefügt. Sie beharrten in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes. Und alle die gläubig geworden waren ,hielten zusammen und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen mit, jedem er es nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und aßen miteinander in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt“ Apg,2,41-46.

Glaube bedeutet nicht etwas ,,spüren“. Manchmal sagen wir. Ich spüre nichts. Glaube bedeutet einfach das machen was wir im Herzen glauben. Wenn ein Fallschirmspringen aus dem Flugzeug, macht das nicht deshalb, weil er eine besondere Ausstrahlung aus dem Fallschirm spürt. Eher spürt er die Angst. Er aber glaubt dem Fallschirm und trotzdem Angst, springt er herab. Das ist Glaube. Sein. Sein Frucht ist die Erfahrung, wie es ist, wenn der Mensch durch einen Fallschirm getragen wird. Glauben dem Gott ist dasselbe. In unserem Herzen haben wir die Unsicherheit,Zweifel. Glauben bedeutet sich trotzdem der Unsicherheit, Zweifel für die Tat des Glaubens. Dieser Entscheid öffnet uns für die Erfahrung des Glaubens. Diese Erfahrung treibt aus uns die Angst und erfüllt uns mit der  Sicherheit. So wie ein Fallschirmspringer nach den 20 Absprünge fühlt die Angst nicht, so auch ein Christ nach der erlebten Erfahrung des Glaubens gewinnt eine neue Art des Glaubens, der bereits schon die Gabe des Heiligen Geistes ist. Die Wirkung des Heiligen Geistes äußert sich durch Glauben. Notwendig ist nur eines: Wirklich glauben, dass es wirklich Gott gibt. Das seine Gaben  gehört uns. ,, Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid ,euren Kindern gebt, was gut ist,wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen,die ihn bitten, dn heiligen Geist geben“ Lk 11,13 . Die Taten und frommes Leben sind die Frucht des Glaubens.  Der Baum muss zuerst gut sein dann bringt er gute Frucht. Wir bringen die Frucht wenn wir mit Christus verbunden sind. Diese Verbindung mit Christus  verwirklicht sich durchden  Glauben.

1.Fastensonntag A 2014 Mt 4,1-11

1. Fastensonntag  A

Einleitung

Ein fünfjähriger Bub sammelte gelbe Steinchen und wusch sie im Bach. Sein Vater sagte: „Lass das, das ist nur Katzengold.“ Der Bub antwortete: „Gold kann alles sein, was einem teuer ist.“ Dieser Ausspruch ist eine wahre Aussage für das  Leben. Für diesen Buben waren eben die gelben Steine Gold. Wenn er älter wird, werden vermutlich Computerspiele Gold für ihn sein und als erwachsener Mann wird er vielleicht zu einem, von ihm geliebten Mädchen,  sagen: „Du bist mein Goldschatz“.                                                                        Schön ist es, wenn ein Mensch darauf kommt, dass Gott für ihn Gold bedeuten kann und er Jesus als sehr wichtig erkennt.  Jeder Mensch kann frei entscheiden, was in seinem Leben wichtig ist und was unwesentlich ist.  Jeder Mensch unterliegt aber auch den Versuchungen, Werte umzukehren.                                                                                 Auch Jesus musste sich entscheiden: Was ist für mich wichtig und was ist unbedeutend? Darüber erfahren wir im heutige Evangelium.

Predigt

Der Evangelist Matthäus erwähnte im eben gehörten Evangelium dreierlei Versuchungen Jesu durch den Teufel in der Wüste.                                                                                          Die erste Versuchung war die Verwandlung von Steinen in Brot.  Damit  sollte  Jesus seine Fähigkeit zeigen, die Naturgesetze zu verändern.                                                               Die zweite Versuchung war, dass Jesus sich vom Tempel herabstürzen sollte und ihm dabei ja nichts passieren könnte.  Er sollte also den Schutz Gottes ausnützen.            Die dritte Versuchung war das Angebot des Teufels, er würde ihm alles geben, wenn er vor ihm niederfällt und ihn anbetet. Er sollte also seine Liebe und seine Treue zum Vater einfach aufgeben.

Wer die Bibel kennt, weiß, dass die Verwandlung der Steine zu Brot irgendwie mit der Wanderung des jüdischen Volkes in der Wüste zusammenhängt. Das Volk fand damals jeden Morgen das Manna, obwohl sie nichts arbeiteten und sie kamen zu der Einsicht, dass es Gott sei, der dieses Wunder vollbringt und es auch wiederholen wird.   Wie kann es aber Wohlstand ohne Arbeit geben?                                                 Jesus stand auch vor dieser Frage, da er doch der verheißene Messias war. Und wie wissen, bei Jesus gab es die große Brotvermehrung und Jesus gab uns auch das eucharistische Brot. Da ist aber ein großer Unterschied zur Forderung des Satans, die Steine zu Brot zu verwandeln. Damit wollte Satan nur zeigen, dass Jesus das kann, aber dass Gott dabei unwesentlich ist. Jesu Wunder sind anderer Art, er schenkt sich uns heute noch bei jeder Heiligen Messe. Durch den Priester sagt Jesus zu uns: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Er sagt aber auch: „Das Weizenkorn muss sterben, damit es reiche Frucht bringt.“ Jesus lädt alle Menschen zu einer Umwandlung in seinem Innersten ein. Das Angebot des Teufels birgt die Gefahr in sich, dass es genügt,  den Menschen genügend Brot, eine soziale Absicherung und  einen hohen Lohn zu geben. Ist damit auch das Heil verbunden? Nein, durchaus nicht, denn wenn Menschen noch so viel Brot haben, sie werden ohne Gott nicht das Heil erlangen. Damit wird keinesfalls ausgedrückt, dass das Brot nicht notwendig sei. Aber wir sollten bedenken, dass auch Gott und ein geistliches Leben lebensnotwendig sind.                                                                                     

Aus dem Fond der Europäischen Union kann man Geld für Schule, Kanalisation, Autobahnbau und vieles mehr bekommen, doch leider gibt es hier keine Projekte, die das religiöse und kirchliche Leben  finanziell unterstützen. Für die technische Entwicklung gibt es Geld, für die geistliche Entwicklung gibt es nichts.

 Wenn wir am Sonntag die heilige Messe besuchen, dann  zeigen wir, dass Gott für uns wichtig ist. Darüber sollten wir in dieser Fastenzeit besonders nachdenken, denn der Sinn dieser Zeit ist, dass Gott wir in unserem Leben jenen Platz einräumen sollen, der ihm gebührt.

Ich möchte auch noch eine kurze Geschichte erzählen: Eines späten Nachmittags entschlossen sich die Eltern eines Sohnes, das Basketballmatch zu besuchen, an dem er beteiligt war. Unterwegs trafen sie einen Vater, dessen Sohn ebenfalls bei diesem Basketballmatch mitspielte. Dieser Vater meinte aber, er könne wegen einer unaufschiebbaren Arbeit nicht hingehen und  zuschauen. In der Halle angekommen, stellten nun diese Eltern fest, dass keiner der Eltern oder Väter,  deren Söhne mitspielten,  zu diesem Match gekommen waren, außer dem einen, den sie unterwegs trafen. Da begannen sie ein gutes Gespräch mit jenem Vater.  Dabei fielen folgende Worte: „Es ist doch großartig, wenn wir unsere Söhne beobachten können, mit welcher Freude und welchem Einsatz sie Basketball spielen.“ Der Vater, der zuerst nicht kommen wollte, sagte darauf: „Sicherlich ist das gut, dass wir da sind. Aber vorerst habe ich eben ein wenig gezögert, weil ich meine Arbeit noch nicht vollendet hatte. “ Es entwickelte sich dann ein sehr angeregtes Gespräch, dass zutage brachte, wie oft man eigentlich die Familie wegen vermeintlich wichtigen Arbeiten vernachlässigt. Die Arbeit war scheinbar für mehrere Eltern wichtiger als das Basketballmatch ihrer Kinder. Ja, die Sehnsucht nach einem immer größeren Wohlstand treibt viele Menschen zu immer größeren Arbeitsleistungen, manchmal bis zur völligen Erschöpfung.   Jenem Vater wurden damals die Worte aus dem Buch Kohelet, Kapitel 4, Vers 6  bewusst, wo es heißt:  Besser eine Hand voll und Ruhe, als beide Hände voll und Arbeit und Luftgespinst. Arbeit kann zur Droge werden. Diese Geschichte erzählt davon, dass jeder Mensch in Versuchung gerät, immer mehr Zeit den äußeren  Aktivitäten zu widmen. Für die Familie, für das geistliche Leben bleibt dann keine Zeit mehr.

Darum möchte ich an dieser Stelle an uns alle folgende Fragen stellen: Was ist für mich wichtiger?  Ist es der materielle Reichtum oder der geistliche Reichtum? Was für einen Platz hat Gott in meinem Leben?                                 Jesus zeigte uns ganz klar den Weg. Er verwandelte nicht Steine  in Brot. Er sagte so passend, im 4. Vers des heutigen Evangeliums: “ Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“.

 

Aschermittwoch 2014, Mt 6,1–6.16–18.

Einleitung

Eine Pariser Firma hat eine faszinierende Neuigkeit auf den Markt gebracht. Sie erzeugte eine ganz persönliche Waage, die mit Tonband ausgestattet war,  und begann nach der Überschreitung eines  Gewichts von 90 kg den Trauermarsch von Chopin zu spielen. Das regte die Menschen zum Nachdenken an. Da müssen sie etwas unternehmen, sonst können sie ihre Hose und ihr Hemd nicht mehr anziehen, weil sie zu dick sind.  Was kommt da in Betracht, um nicht noch mehr zuzunehmen? Man könnte Sport betreiben oder eine Diät, eine Fastenkur machen.

Wenn sich Menschen aber auf eine Waage stellen würden, die ihr geistliches Leben  anzeigen könnte, dann würden viele vermutlich auch sagen: „Ich muss da etwas unternehmen, mit meiner Trägheit, meiner Bequemlichkeit, meinen Süchten und meinen Untugenden. Das alles verursacht, dass ich zu egoistisch bin.

Predigt

Am Aschermittwoch lädt die Kirche zur Besinnung ein. Wir sollten uns da auch sagen:  Ich muss mit mir etwas machen, vielleicht, was meinen Körper betrifft, besonders aber, was mein Glaubensleben betrifft. Gerade die 40-tägige Fastenzeit gibt uns dazu Anlass, uns zu besinnen.

Das äußere Zeichen zu Beginn dieser Zeit ist das Aschenkreuz, mit dem wir heute bezeichnet werden. Es ist ein Zeichen der Buße, zu der uns die Fastenzeit aufruft. Was bedeutet Buße?  Es bedeutet, sich selbst wahrzunehmen und demütig zu werden. Das heißt auch, dass wir unsere Sünden wahrnehmen und bekennen sollen. Viele Heilige sind uns dabei ein Vorbild. Ich denke dabei an den heiligen Augustinus, für den seine Mutter Monika viele Jahre um seine Bekehrung gebetet hat.

Der Evangelist Johannes schreibt dazu im 3. Kapitel, Vers 21: „Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Wenn der Mensch die richtige Erkenntnis von sich selbst hat, kann er den Weg zur Besserung antreten. Die richtige Erkenntnis von sich selbst bedeutet, dass der Mensch seine Schuld weder bagatellisiert noch übertreibt. Außer unserem eigenen Streben müssen wir uns aber auch für die Wirkung und Gnade Gottes öffnen. Nur dann kann in unser Herz Ruhe und Harmonie eintreten.

Wenn der Mensch alles, was er sieht, wozu er Appetit hat, aufessen würde, würde er seine Gesundheit aufs Spiel setzen.  Es erfordert also eine bestimmte Disziplin. Etwas Ähnliches gibt es auch in unserem geistlichen Leben.

Interessant ist die Praxis, die in kanadischen Gefängnissen herrscht. Für ein gutes Verhalten können die Verurteilten immer jeden zweiten Monat für drei Tage „ihr Privatleben“ führen. Die Gefangenen wohnen diese drei Tage in normalen Wohnungen mit allem Komfort. Dort können sie mit ihrer Familie leben. Die Praxis zeigt,  dass die größte Strafe für die Verurteilten darin besteht, diese Möglichkeit zu verlieren. Die Gefangenen denken daher:  Es lohnt sich nicht, die Ordnung im Gefängnis zu verletzen, denn dann können wir mit unserer Familie nicht zusammentreffen. Wenn sich die Gefangenen regelmäßig mit ihrer Familie treffen, kehren sie nach der Haftentlassung leichter in ein normales Leben zurück, weil der Kontakt mit der Familie nicht unterbrochen war.

Im religiösen Bereich bedeutet das:  Herr, lass es nicht zu, dass ich eine Sünde begehe, denn dann verliere ich dich. Die größte Strafe für mich wäre, wenn ich auf ewig von dir getrennt würde. Ich weiß, dass  ich Sklave meines Egoismus bin, aber mit deiner Hilfe will ich die geistige Freiheit gewinnen.