1.Adventsonntag A Mt 24,37-44

1. Adventsonntag A 2016 –  Wacht, dadurch seid ihr bereit

Einführung

Wir beginnen ein neues Kirchenjahr.  Auch in diesem Jahr wird uns die Lehre Jesu begleiten. Für gewöhnlich beginnen die Menschen ein neues Jahr  mit einem Feuerwerk, mit Feiern, mit Champagner und Trinksprüchen. Die Kirche braucht keine Äußerlichkeiten, keine Sensationen. Sie schenkt uns eine  Zeit der Vorbereitung, die wir Adventzeit nennen. Bereiten wir unsere Herzen vor, bereuen wir all unsere Sünden, damit wir in rechter Weise die heiligen Geheimnisse feiern können.

Predigt

In einer satirischen Zeitschrift wurde das Bild eines Herrn gezeichnet, der sein Sakko aufgeknöpft hatte. Unter dem Sakko trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift ,,Vorwärts“. Er sollte politisch wirken, aber aus seinen Schuhen kamen Wurzeln heraus, die tief in die Erde hineinwuchsen, sodass er nicht vorwärts gehen konnte.

Worin kann ein Mensch verwurzelt sein?  In seiner Karriere, in schlechten Gewohnheiten, in Faulheit, in Materialismus?  Selbst ein gläubiger Mensch kann von  religiöser Gleichgültigkeit und Äußerlichkeit erfasst sein.  Christus macht im heutigen Evangelium aufmerksam mit den Worten:  Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag an dem Noach in die Arche ging usw. Das bedeutet – diese Menschen waren in ihrem Lebensstil gefangen.  Sie dachten, dass sie Gott nicht brauchen. Vergebens ermahnte sie Noach: Ändert euer Leben, denn um alles werdet ihr kommen, nichts könnt ihr euch mitnehmen! Jesus setzte fort: Zwei Männer werden auf dem Feld arbeiten, einer wir mitgenommen, einer zurückgelassen. Zwei Frauen werden  mit  derselben Mühle mahlen, eine wird mitgenommen und  eine zurückgelassen. Das bedeutet – Die einen werden in Gottes Anwesenheit leben, und Gott wird für sie Kraft und Rettung werden.  Die anderen werden ohne Gott leben, überwältigt werden von ihren Sorgen. Jeder von uns entscheidet, ob er mitgenommen oder zurückgelassen wird. Es hängt davon ab, ob wir Gott in unser Leben einladen werden. Gott freut sich immer über unsere Einladung.

Der erste Adventsonntag ist die Aufforderung zur Wachsamkeit, betreffend auch die Vergänglichkeit der Welt und des Lebens, das gilt auch für uns. Karriere und finanzielle Angelegenheiten, Vermögen und Genusssucht sollte nicht Priorität haben, Gott soll  den ersten Platz in unserem Leben einnehmen! Wie schnell kann man all das verlieren, was man angehäuft hat. Wenn man aber in Gott verwurzelt ist, erlebt man eine innere Ruhe, wird man nichts verlieren, weil Gott für die Ewigkeit für uns da ist.

Die Lehrerin fragte in der Schule die Kinder:  Welchen Beruf wollt ihr einmal ergreifen? Ein kleiner Bub antwortete fast philosophenhaft: Frau Lehrerin, ich will ein Mensch werden.

Atheisten klagen manchmal Christen an, dass sie sich nur um den Himmel kümmern und das irdische Leben vernachlässigen. Karl Marx bemühte sich,  ohne Gott den Himmel auf Erden zu machen. Dazu sagte der Heilige Papst Johannes Paulus II: Für den Menschen sich einsetzen, schließt nicht aus, sich auch für Gott  einzusetzen. Mögen unsere ungläubigen Brüder nicht Angst haben, wenn der Mensch sich für Gott einsetzt, denn dann wird er sich auch für den Menschen einsetzen. Wer wirklich Gott liebt,  der liebt auch den Menschen.  Marxisten – sie waren Atheisten – pflegten zu sagen, dass sie sich um den Menschen sorgen. Dabei töteten sie Millionen von Menschen, weil sie ihre Pläne mit allen Mitteln durchsetzen wollten.

Wer die Neigung zu Alkohol und Nikotin hat und nicht dagegen ankämpft, muss damit rechnen, dass er diese Untugenden niemals ablegen wird. Das kann man auch nicht verheimlichen, das wird einem ständig begleiten und vor den anderen Menschen immer als nicht gut wahrgenommen werden.

Wenn wir beten,  an der heiligen Messe teilnehmen, Exerzitien oder andere geistliche Übungen besuchen, werden wir fest in Gott verwurzelt werden.  Wenn wir Gott annehmen und auf ihn vertrauen, dann wird er uns niemals verlassen. Wenn wir ihn in unser Leben einladen, dann wird er uns einst aufnehmen  in seine ewige Herrlichkeit.

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