7. Sonntag der Osterzeit. B. Joh 17, 6, 11-19

7. Sonntag der Osterzeit 2018 – Die Welt braucht Einheit

Einführung

Beunruhigt auch Sie die Uneinigkeit? Wir wissen, wie viel Kraft es kostet die Einheit zu erhalten.  Es schmerzt, wenn eine Ehe zerbricht, wenn die Familie nicht zusammenhält, wenn Nachbarn sich aus dem Weg gehen, wenn die Pfarre uneins ist, wenn das Volk zerstritten  ist. Wir sollen uns dessen bewusst werden, welche Bedeutung da die Worte haben, die wir heute im Evangelium hören werden: Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

Predigt

Der heutige Sonntag hat eine besondere Stellung. Er erinnert uns an die Zeit, als Jesus schon zum Vater aufgefahren, aber auf die Apostel der Heilige Geist noch nicht herabgekommen war. Im heutigen Evangelium betet Jesus für die Apostel, aber auch für uns, aber nicht darum, damit der Vater  sie aus der Welt  wegnehme, sondern sie vor dem Bösen bewahre. Jesus sagt, dass die Apostel nicht   von der Welt sind. Aber Jesus weiß  auch, dass die Apostel in der Welt leben und er weiß,  dass sie schwach sind, darum betet er für sie: Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist die Wahrheit. Jesus betont, dass es auch für  uns gilt, heiligmäßig zu leben. Der Mensch soll mit Gott in  Einheit leben. Was stört diese Einheit? Die Sünde stört die Einheit zwischen Gott und dem Menschen. Sie hat ihre Folgen.  Die Sünde unserer Stammeltern veränderte den Frieden in Angst. Die Sünde Kains  vernichtete die brüderliche Liebe. Die Laster der Menschen verursachten  die Strafe der Wasserflut. Der Turm zu Babel wurde das Zeichen des Stolzes bis ans Ende der Zeiten. Die Folge war, dass der Mensch aufhörte die Menschen zu verstehen. Niemals war und ist auch heute noch der Zustand in der Welt ideal. Niemand von uns kann sagen, dass er ohne  Sünde  ist. Die Welt verführt uns. Auch wenn wir wissen, was Jesus für uns gemacht hat, was  unser Ziel auf Erde ist, so fallen wir immer wieder.  Jesus verwendete im Hohepriesterlichen Gebet neunmal das Wort ,,Welt“. Gott erschuf die Welt gut und schön. Was Gott erschuf, kann nicht  böse sein. Aber der Mensch kann die Harmonie in Gottes Schöpfung verletzen, und muss dann aber auch die Folgen dafür  tragen. Eben darum soll ein Christ ein Zeuge von Gott und seiner Liebe sein. Ein Christ soll ein Förderer des Friedens sein. Er soll Frieden in seinem Innersten haben und diesen dann weitertragen in seine Umwelt. Wer selber keinen Frieden in sich hat, kann den Frieden nicht weitergeben. Wenn die Welt etwas ganz wichtig braucht, so ist das der Friede. Wissenschaft und Kunst können  die Menschen bereichen, aber nur für eine kurze Zeit. Aber der Friede, den  Gott uns schenkt, kann die Menschen nicht nur auf der Erde, sondern auch nach dem Tod wirklich glücklich machen. Einst war  in unseren Familien auf einem  Ehrenplatz im Haus die Inschrift: „Friede diesem Haus“. Alle,  die dort lebten oder die dort zu Besuch kamen, sollten daran erinnert werden,  was  notwendig und wichtig für die Menschen ist. Der Mensch –  auch in Krankheit und Elend – kann glücklich sein, wenn er Frieden im Herzen hat.  Echtes Glück ohne einem  echten Frieden ist nicht möglich. Viele besitzen viel, aber  wenn sie keinen Frieden haben, was haben sie dann? Sie nehmen sich das Leben, obwohl die anderen sie um ihren Reichtum beneiden. Heute gibt es  diese Inschrift in unseren Familien  kaum noch. Sie sind nicht mehr aktuell heutzutage, in der Vergangenheit war das anders. Es kommt zur Zerstörung von Familien, es verbreitet sich Unruhe, wenn die  Herzen nicht mehr für Christus schlagen.

Der heilige Franz von Assisi plauderte einmal  mit einem Mitglied  des Stadtrates. Dieser erzählte ihm über das Böse, über die Sünde, die in der Stadt herrschte. Der Heilige sagte zu ihm, dass er die Arznei kenne, die die Stadt von diesem Bösen  heilen könne. Der überraschte Mann hörte aus dem Mund des Heiligen Franziskus  also folgenden Rat: Werden wir zuerst zu Menschen, wie Gott  uns haben will, dann können wir die anderen  ermahnen. Zuerst müssen wir selber besser werden,  dann werden auch die anderen Menschen durch uns besser werden. Solange  wir leben, müssen wir die Verantwortung für den Frieden in der Welt spürbar machen. Wir sollen Missionare des Friedens sein, was nie einfach war und es auch nie sein wird. Wenn uns die Uneinigkeit beruhigt, müssen wir sie heilen. Wir sollen weniger davon zu den anderen reden, sondern mehr mit Gott in Verbindung treten. Wir sollen mehr um Vergebung unserer Fehler, Irrtümer und Sünden bitten, als sie bei anderen zu sehen.

Wir alle sehnen uns doch nach folgenden Worten von Jesus: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.  Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.

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