Archiv für den Autor: Peter Prochac

Donnerstag der 8.Woche Mk 10, 46-52

Jesus, der den blinden Bartimäus fragte: Was willst du,dass ich dir tun soll? Sei mit euch.

Als Jesus , umgeben von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge, Jericho verließ, saß der blinde Bartimäus „am Wegrand und bettelte“ (Mk 10,46). Bartimäus, der wohl eine ruhigere Umgebung gewohnt war, war vom Trubel des Ortes überwältigt. Er konnte nichts sehen, aber wir können uns vorstellen, was er hörte: den Lärm der herannahenden Menge, die Schritte im Sand, die Klagen derer, die ihn zum Platzmachen aufforderten, und viele andere Details, die er durch seine Blindheit mit seinen Ohren wahrnehmen konnte.

Jesus, du kamst auf diese Erde als das Heil der Völker. Herr,erbarme dich unser.

Du hast die Kranken geheilt. Christus,erbarme dich unser.

Du hast  uns  das Leben in Fülle gebracht. Herr, erbarme dich unser.

Obwohl er sich eingeschränkt fühlte, blieb er der Realität gegenüber aufgeschlossen: Sein Herz war empfindsam, und er suchte weiter. Nachdem er erkannt hatte, dass Jesus von Nazareth der Grund für den Lärm war, rief er ohne Zögern aus: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Mk 10,47). Er antwortet mit einem Ausruf, der nicht nur ein Flehen um Gnade, sondern auch ein Bekenntnis ist: Er hat „Jesus von Nazareth“ gehört, verkündet ihn aber als „Sohn Davids“ und nimmt damit die Freude des Volkes vorweg, wenn der Herr in Jerusalem einzieht. Dies zeigt, dass seine inneren Sinne irgendwie darauf vorbereitet waren, den Meister zu erkennen.

Doch die Worte des Bartimäus wurden von den Anwesenden nicht gut aufgenommen: „Viele wiesen ihn zurecht und sagten ihm, er solle schweigen“ (Mk 10,48). Wir wissen nicht, warum die Leute nicht wollten, dass er den Mund aufmachte. Vielleicht dachten sie, der Blinde wolle nur Almosen, oder sie glaubten, der Meister habe keine Zeit, sich mit jemandem wie ihm abzugeben. Trotz aller ihrer Vorwürfe ließ sich Bartimäus nicht von der Stimmung mitreißen. Er wusste, dass der erwartete Messias vor ihm vorbeizog, und durfte diese Gelegenheit nicht verpassen. „Verspürst du nicht auch den Drang, so zu rufen, du, der du am Wegesrand stehst, am Wegesrand eines so kurzen Lebens, der du im Licht versunken bist, der du noch Gnade brauchst, um nach Heiligkeit zu streben? Spürst du nicht das dringende Bedürfnis zu rufen: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner? Welch ein schönes, kraftvolles Gebet, das man oft sprechen sollte!“

Heilung des Herzens…

Jesu Reaktion muss seine Begleiter überrascht haben: Er blieb stehen und ließ ihn rufen. Er hatte gerade das Gebet voller Glauben gehört und wollte mit dem Mann sprechen, ihm nahe sein, ihm zuhören, wissen, was er wollte. Alle seine Sinne waren auf Bartimäus gerichtet. Als die Umstehenden versuchten, den Blinden zum Schweigen zu bringen, antwortete ihm der Herr mit einem Ruf. Jesus hat nichts dagegen, wenn wir ihn um Hilfe bitten, denn er kam gerade, um uns zu retten, um unsere Sinne mit seinen zu heilen.

Inzwischen hörte Bartimäus, der unaufhörlich weinte, die Worte, die seine Hoffnung neu entfachten: „Fürchte dich nicht! Steh auf, er ruft dich!“ (Mk 10,49). Sein Beharren hatte bereits erste Früchte getragen, und diese bestanden nicht in der Heilung seiner Blindheit. „Ein Zittern ergreift sein Herz, denn er erkennt, dass das Licht ihn ansieht, jenes warme Licht, das uns einlädt, nicht in unserer dunklen Blindheit zu verharren. Die Nähe Jesu lässt uns spüren, dass uns fern von ihm etwas Wichtiges fehlt. Er lässt uns die Notwendigkeit der Erlösung erkennen, und dies ist der Anfang der Heilung des Herzens.“

Sobald Bartimäus den Ruf des Meisters vernahm, handelte er entschlossen: „Er warf seinen Mantel weg, sprang auf und ging zu Jesus“ (Mk 10,50). Dieser Mantel war nicht der einzige Besitz des Blinden: Er war sein Zuhause, ein Ort, an dem er die Nacht verbrachte, ein Unterschlupf, der ihn vor dem Unwetter schützte. Doch beim Ruf des Herrn erkannte er, was wirklich zählte. „Vergesst nicht“, sagte der heilige Josemaría, „dass der Weg zu Christus Opfer erfordert, bedeutet, alles abzulegen, was hindert: Decke, Rucksack, Wasserflasche.“[ Obwohl Bartimäus mit dem Aufgeben seines wenigen Besitzes verrückt erscheinen mag, tat er in Wirklichkeit das Vernünftigste: Er näherte sich demjenigen, der ihm den von seiner Blindheit zerrissenen Mantel seiner Menschlichkeit zurückgeben konnte. In Jesus fand Bartimäus sein neues Zuhause, seine neue Zuflucht, die seine verwundete Menschlichkeit heilen würde. Durch die Gnade der Sakramente erneuert Jesus selbst dieses Angebot. In dieser Vermittlung der Kirche hören wir erneut die Worte: „Fürchte dich nicht! Steh auf, er ruft dich!“ (Mk 10,49).

Eine Haltung, die Frucht des Glaubens ist …

Als Bartimäus Jesus gegenübersteht, fragt ihn der Meister: „Was soll ich für dich tun?“ (Mk 10,51). Der Glaube des Blinden mag in seinem Leben schon öfter geschwankt haben, und vielleicht war er immer schwach gewesen, ohne es selbst zu merken. „Ich weiß genau, was ich will“, mag er gedacht haben. „Wenn dieser Mann der Messias ist, sollte er es wissen …“ Bartimäus aber hatte keine solchen Zweifel und antwortete einfach: „Rabbuni, dass ich sehen darf!“ (Mk 10,51).

Jesus Christus hört die Bitte des Blinden und weist sie nicht ab. Er wollte seine Schwäche akzeptieren, aber noch viel stärker schien er sich danach zu sehnen, diesen Glaubensbeweis an seine Fähigkeit, ihn zu heilen, anzunehmen und zu erkennen, wer er wirklich ist. „Dann sagte er zu ihm: ‚Geh, dein Glaube hat dich geheilt.‘“ Und sogleich wurde er sehend (Mk 10,52). Mit diesen Worten deutet Jesus Bartimäus‘ Verhalten und erteilt den Beobachtern dieser Szene eine Lehre. Bartimäus‘ Beharrlichkeit im Gebet – trotz der Ablehnung durch andere – sowie seine Bereitschaft, dem Ruf zu folgen und alles aufzugeben, was er besaß, waren nicht Ausdruck von Leichtsinn, persönlichem Ehrgeiz oder Geltungsdrang, sondern seines Glaubens. Eines Glaubens, der in seinem Herzen allmählich Wurzeln schlug, nachdem er von Jesus gehört hatte. Wer weiß, ob nicht schon damals der Ruf nach Heilung in ihm erklang. Jedenfalls führte ihn der Glaube, der ihn zu dieser dringenden Bitte und zur Überwindung von Schwierigkeiten trieb, nachdem er durch Christi Wirken gestärkt worden war, auch dazu, sein Jünger zu werden: „Und er folgte ihm auf dem Weg“ (Mk 10,52), so endet die Geschichte.

Das Evangelium berichtet nichts Weiteres über diese Person. Wir können annehmen, dass er nicht länger am Wegesrand betteln wird, sondern zu den Menschen gehen wird, um ihnen von dieser Begegnung zu erzählen. Mit Jesus im Herzen. Wenn er schon vorher nicht schweigen konnte, im Wissen um die Nähe des Messias, was würde er dann erst tun, nachdem der Meister ihn gerufen und geheilt hatte? Die Jungfrau Maria hilft uns, ihrem Sohn mit dem Glauben des Bartimäus zu begegnen und ihn um Licht und Kraft zu bitten, um ihm auf seinem Weg zu folgen.

Da wir geladen sind,am Tisch des Herrn sein Brot zu essen, dürfen wir es wagen zu beten.

Wenn Gott sich uns annimmt,werden wir in seinem Frieden leben. Dazu  bitten wir ihn nicht vergebens.

Selig, die ausharren beim Herrn und das Brot des ewigen Lebens empfangen werden.

Augustinus von Canterbury Mt 9,35-38

 

 

 

Philipp Neri, Gründer des Oratoriums Joh 17,20-26

 

 

 

Maria, Mutter der Kirche

Der Gedenktag „Maria, Mutter der Kirche“ ist ein noch relativ neuer Feiertag im liturgischen Kalender der Kirche. Papst Franziskus hat ihn im Jahr 2018 für die ganze Kirche eingeführt. Das entsprechende Dekret wurde am 11. Februar 2018 veröffentlicht, am Gedenktag unserer Lieben Frau von Lourdes. Dieser Tag wird jedes Jahr am Montag nach Pfingsten gefeiert. Damit wollte der Papst zeigen, dass die Gegenwart der Gottesmutter untrennbar mit der Geburt der Kirche verbunden ist.

Predigt: Maria – Mutter der Kirche

Liebe Brüder und Schwestern!

Noch erfüllt uns die Freude des Pfingstfestes. Wir haben gefeiert, wie der Heilige Geist auf die Apostel herabkam und aus ängstlichen Menschen mutige Zeugen Christi machte. Und gleich am nächsten Tag richtet die Kirche unseren Blick auf Maria – die Mutter Jesu – und nennt sie „Mutter der Kirche“.

Das ist kein zufälliger Zusammenhang.

Denn Maria war mitten unter den Aposteln, als sie im Abendmahlssaal auf den Heiligen Geist warteten. Sie betete mit ihnen. Sie stärkte sie durch ihren Glauben. Dort, wo die Kirche geboren wurde, war auch Maria anwesend.

Schon unter dem Kreuz hat Jesus uns Maria zur Mutter gegeben. Im Johannesevangelium hören wir die Worte Jesu:

„Frau, siehe, dein Sohn!“
Und zum Jünger sagte er:
„Siehe, deine Mutter!“

In diesem Jünger dürfen wir uns alle selbst erkennen. Jesus wollte nicht, dass seine Kirche ohne Mutter bleibt. So wie Maria Jesus mit Liebe begleitet hat, so begleitet sie auch die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte.

Maria ist Mutter der Kirche, weil sie Mutter Christi ist. Christus aber ist das Haupt der Kirche, und wir sind seine Glieder. Wo Christus ist, dort ist auch seine Kirche. Und wo Christus geboren wird, dort ist Maria nicht fern.

Die Kirche ist nicht nur eine Organisation oder Institution. Sie ist Familie Gottes. Und jede Familie braucht eine Mutter. Eine Mutter, die verbindet, die tröstet, die zuhört, die Hoffnung schenkt.

Genau das tut Maria.

Wie oft haben Christen in schweren Zeiten Zuflucht bei Maria gesucht! In Kriegen, Verfolgungen, Krankheiten und persönlichen Nöten haben Menschen den Rosenkranz gebetet und gespürt: Eine Mutter verlässt ihre Kinder nicht.

Maria drängt sich niemals in den Mittelpunkt. Sie zeigt immer auf Jesus. Bei der Hochzeit zu Kana sagte sie:
„Was er euch sagt, das tut.“

Das ist auch heute ihre Botschaft an die Kirche. Nicht Maria steht im Zentrum unseres Glaubens, sondern Christus. Aber Maria hilft uns, Christus besser zu verstehen, ihm näherzukommen und ihm treu zu bleiben.

Gerade heute braucht die Kirche den mütterlichen Geist Mariens:
mehr Liebe statt Härte,
mehr Demut statt Stolz,
mehr Gebet statt Oberflächlichkeit,
mehr Vertrauen in Gott statt Angst.

Maria sammelt die Jünger um sich. Sie führt nicht auseinander, sondern zusammen. Sie schafft Einheit. Deshalb ist sie wirklich die Mutter der Kirche.

Vielleicht fühlen wir uns auch manchmal wie die Apostel vor Pfingsten: unsicher, müde oder mutlos. Dann dürfen wir zu Maria gehen. Sie kennt den Weg des Glaubens. Sie hat selbst Dunkelheit, Leid und Schmerz erlebt. Aber sie blieb Gott treu.

Bitten wir heute die Gottesmutter:

Maria, Mutter der Kirche,
begleite den Papst, die Bischöfe, die Priester und alle Gläubigen.
Beschütze unsere Familien, unsere Pfarren und Gemeinschaften.
Hilf uns, auf den Heiligen Geist zu hören
und treue Jünger deines Sohnes zu sein.

Amen.

Pfingsmontag Joh 19,25-27

Der Heilige Geist, der Einheit schafft und uns im Frieden zusammenhält,sei mit euch.

Liebe Schwestern und Brüder, gestern haben wir Pfingsten gefeiert – die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger. Heute, am Pfingstmontag, lädt uns die Kirche ein, noch einen Moment bei diesem Geheimnis zu verweilen. Nicht weiterzueilen, sondern innezuhalten und zu fragen: Was bedeutet der Heilige Geist für mein konkretes Leben, heute, hier, in dieser Welt?

Jesus, du hast deiner Kirche den Geist der Wahrheit gesandt. Herr,erbarme dich unser.

Du hast uns die Einheit als Kennzeichen deiner Kirche gegeben. Christus,erbarme dich unser.

Du hast den Geist gesandt, damit er uns das Kommende verkündet. Herr,erbarme  dich unser.

Die Apostel saßen im Abendmahlssaal. Die Türen waren verschlossen – aus Angst. Das ist ein Bild, das wir kennen. Nicht aus der Geschichte, sondern aus unserem eigenen Inneren. Wie oft leben wir hinter verschlossenen Türen – aus Angst vor Ablehnung, vor Versagen, davor, wirklich zu glauben und enttäuscht zu werden? Der Heilige Geist kommt nicht, wenn alles offen und bereit ist. Er kommt gerade dorthin, wo die Türen verschlossen sind.

„Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem heftigen Sturm und erfüllte das ganze Haus.“ (Apg 2,2) Dieses Brausen ist kein sanftes Lüftchen. Es ist eine Kraft, die einbricht, alles verändert und Menschen aus der Lähmung reißt. Die Apostel, die sich versteckt hatten, gehen plötzlich hinaus auf die Straße und reden – in allen Sprachen, verständlich für alle. Die Angst ist nicht verschwunden. Aber sie hat aufgehört, das letzte Wort zu haben.

Der heilige Paulus schreibt: „Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, der euch neue Furcht einjagte, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15) Das ist das Herzstück der Pfingstbotschaft. Der Geist, den wir empfangen haben, ist kein Geist der Angst und der Last. Er ist ein Geist der Freiheit, der Würde, der Sohnschaft. Wir dürfen Gott Vater nennen – nicht als fromme Formel, sondern als lebendige Wirklichkeit.

Was bedeutet das praktisch? Es bedeutet, dass der Heilige Geist auch außerhalb der Kirche, der Sakramente und der großen Lebensmomente wirkt.bedsheet Er wirkt in jedem Gespräch, in dem ein Mensch dem anderen wirklich zuhört. Er wirkt in jeder Entscheidung, die aus Liebe und nicht aus Berechnung getroffen wird. Er wirkt dort, wo Menschen über sich selbst hinauswachsen – nicht aus eigener Kraft, sondern weil etwas in ihnen brennt, das größer ist als sie selbst.

Der heilige Augustinus beschreibt den Heiligen Geist als die Liebe selbst – jene Liebe, die zwischen dem Vater und dem Sohn strömt und die nun in unsere Herzen ausgegossen ist. Das ist kein abstraktes theologisches Konzept. Es ist eine Einladung: Lass diese Liebe durch dich fließen. Lass den Geist in dir atmen. Öffne die verschlossenen Türen deines Herzens – eine nach der anderen.

Liebe Schwestern und Brüder, Pfingsten ist kein Fest der Vergangenheit. Es ist eine Wirklichkeit, die sich jeden Tag neu ereignen kann – überall dort, wo ein Mensch sagt: Ja, Herr, ich öffne mich dir. Bitten wir heute um diese Gnade: dass der Heilige Geist nicht nur über uns, sondern wirklich in uns wohne und von uns aus in die Welt wirke.

Zum Vater,der uns durch den Geist der Wahrheit führt,dürfen wir voll Vertrauen beten.

Wir haben den Geist der Wahrheit empfangen, der uns den Frieden Gottes bringt. Daher bitten wir.

Selig, die aus der Drangsal dieser Welt zum Licht der vollen Wahrheit hinfinden.

Wie sollen wir uns dem Wirken des Hl.Geistes öffnen?

Sich dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen bedeutet nicht zuerst, etwas Außergewöhnliches zu erleben, sondern innerlich bereit zu werden für Gott. Der Heilige Geist wirkt oft still – durch Gedanken, Frieden im Herzen, das Wort Gottes, Menschen, Begegnungen oder das Gewissen.

Einige konkrete Wege können uns helfen:
  1. Gebet

    Der Heilige Geist wird dort wirksam, wo ein Mensch betet. Schon ein einfaches Gebet genügt:

    „Komm, Heiliger Geist, erfülle mein Herz und leite mich.“

    Wer regelmäßig betet, lernt die Stimme Gottes besser zu erkennen.

  2. Stille und inneres Hören

    Unsere Welt ist laut. Der Heilige Geist spricht meistens nicht im Lärm, sondern in der Stille des Herzens. Zeiten der Ruhe helfen uns, offen zu werden für Gottes Führung.

  3. Lesen der Heiligen Schrift

    Der Heilige Geist hat die Schrift inspiriert. Wenn wir das Evangelium lesen und darüber nachdenken, beginnt Gott oft direkt zu uns zu sprechen.

  4. Die Sakramente

    Besonders in der Eucharistie und in der Beichte wirkt der Heilige Geist stärkend und erneuernd. Er heilt, richtet auf und schenkt neues Leben.

  5. Bereitschaft zum Gehorsam

    Der Geist Gottes führt uns oft in kleinen Dingen: vergeben, helfen, ehrlich sein, Geduld üben, einen Menschen trösten. Wer auf diese inneren Anregungen antwortet, wird immer empfindsamer für Gottes Wirken.

  6. Demut

    Der Heilige Geist erfüllt nicht das stolze, sondern das offene Herz. Wer zugibt, dass er Gott braucht, schafft Raum für den Geist Gottes.

  7. Gemeinschaft der Glaubenden

    Auch durch andere Christen wirkt der Heilige Geist. Gespräche, Zeugnisse, gemeinsames Gebet oder die Kirche können Wege sein, durch die Gott uns stärkt.

Der Heilige Geist drängt sich niemals auf. Er klopft an die Tür des Herzens. Öffnen können wir sie durch Vertrauen, Gebet und die Bereitschaft, Gott wirken zu lassen. Jesus selbst sagt:

„Bittet, dann wird euch gegeben.“
und
„Der Vater im Himmel wird den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“

Der erste Schritt ist also ganz einfach: den Heiligen Geist ehrlich darum bitten, zu kommen.

 
 

Wie kann man wiederkehrende Sünden bekämpfen?

Wir geben Rat: Wie kann man wiederkehrende Sünden während der Beichte bekämpfen?

Wir geben Rat: Wie kann man wiederkehrende Sünden während der Beichte bekämpfen?

Archivierter Magazintext

Ich wende mich mit einer Angelegenheit an Sie, die mich traurig und beschämt zugleich macht. Von Beichte zu Beichte geht es immer um dieselben Sünden, und ich habe nicht das Gefühl, mich zum Besseren zu verändern. Ich fasse sogar während der Beichte einen Vorsatz, aber ich schaffe es nicht, ihn umzusetzen; er verfliegt. Wie kann ich wenigstens kleine Schritte nach vorn machen?

Magdalena aus der Südslowakei

Ein Priester sagte mir einmal zu diesem Thema, wir sollten Gott danken, dass wir immer dieselben Sünden beichten, dass es keine weiteren dieser Sünden gibt und dass keine neuen hinzukommen.

Gleichzeitig lohnt es sich zu fragen, ob wir, wenn wir dasselbe bekennen, nicht zumindest kleine Verbesserungen im Vergleich zu den einzelnen Monaten feststellen können. Vor sechs Monaten habe ich beispielsweise gestanden, dass ich nicht fünfzehnmal im Monat gebetet habe, jetzt sind es nur noch achtmal. Wir bekennen zwar immer noch Sünden, aber es sind weniger geworden.

Ich empfehle außerdem kleine Akte der Selbstverleugnung – ich habe Heißhunger auf Süßes, aber ich habe keine und verzichte darauf, um etwas anderes zu bekommen. Und selbst wenn ich beim ersten Mal nur fünfzehn Minuten durchhalte, kann es später eine halbe Stunde sein, und dieses Willenstraining kann bei vielen anderen Sünden Wunder wirken.

Erika (31), Trencin

Suchen Sie sich einen persönlichen Beichtvater. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mir ein Priester gute Ratschläge gegeben hat, wie ich viele Sünden loswerden konnte. Alles, was es braucht, ist das Interesse des Priesters, und dann können Sie mit Freude zur Beichte gehen.

Maria (21), Ostslowakei

Gott sieht den Wunsch in deinem Herzen, die Sünde hinter dir zu lassen, und obwohl du immer wieder in dieselben Sünden verfällst, ist gerade dieser Kampf dein Sieg und lehrt dich Demut. Dein Vater sieht dich nicht durch diese Sünde hindurch, wie du dich selbst siehst, sondern er sieht dich durch die Wunden Jesu, das heißt mit Liebe. So gehst du voran, indem du diese Sünden immer wieder in der Beichte bekennst.

Maria (40), Vereinigtes Königreich

Hallo Magdalena, ich habe dasselbe Problem und schäme mich auch dafür. Versuche aber, die Sünden einzeln abzulegen. Früher habe ich zum Beispiel immer gebeichtet, weil ich Gottes Namen missbraucht habe. Also habe ich mich darauf konzentriert und mit der Zeit diese eine Sünde weniger beichten müssen. Es braucht viel Geduld und vor allem Gebet, denn wie der Herr Jesus sagte: „Ohne ihn können wir nichts tun.“ Selbst wenn du scheiterst, sieht der Herr, dass du es versuchst. Du musst ihm einfach vertrauen.

Dominica, Westslowakei

Ich habe dasselbe Problem. Deshalb gehe ich gar nicht mehr in die Kirche, und meine letzte Beichte ist etwa ein Jahr her. Ich habe versagt. Als ich wieder zur Beichte gehen sollte und mich entschied, der Welt mehr Bedeutung beizumessen als Gott, bin ich nicht mehr zur Beichte gegangen.

Der Priester empfahl mir häufige Beichte und ein sakramentales Leben, dann würde es mir besser gehen. Ich glaubte das, aber ich scheiterte. Ein heiliges Leben als wahrer Christ zu führen, ist schwer.

Ich bitte Gott, dir in deinem Leben zu helfen, und ich bitte ihn auch, mir in meinem Leben zu helfen, Ordnung zu schaffen, damit wir Gott, der unserer Liebe am meisten würdig ist, noch mehr gefallen können.

Ľubomír (35), Ostslowakei

Hallo Magdalena. Zunächst einmal möchte ich dich ermutigen – es ist wichtig, dass du zur Beichte gehst, selbst wenn es sich um dieselben Sünden handelt. Papst Franziskus sagte, dass wir des Beichtens müde werden, bevor Gott müde wird, uns zu vergeben. Gott liebt dich unendlich und freut sich, dass du dich ihm hingibst und deine Verfehlungen bereust. Selbst der Versuch, nicht zu sündigen, zählt! Also lass dich nicht entmutigen, kämpfe deinen geistlichen Kampf und lass dich nicht entmutigen, denn auch das ist eine Taktik des Bösen. Selbst alltägliche Sünden erden uns und lassen uns unsere Kleinheit vor Gott erkennen. Ich wünsche dir Gottes Segen!

Michal (33), Slowakei

Ich sehe darin kein Problem, ganz im Gegenteil. Auch ich hatte damit eine Zeit lang zu kämpfen, bis mir klar wurde, dass dies meine größten Schwächen und Sünden sind, mit denen ich täglich ringen muss. Und sie werden uns unser ganzes Leben lang begleiten, deshalb werden wir sie in der Beichte bekennen, vielleicht einmal im Monat. Wichtig ist, sich ihrer bewusst zu sein und sich schrittweise zu bessern.

Ziele sollten realistisch und konkret sein. Wenn ich zum Beispiel ein Problem mit einer Kollegin habe, nehme ich mir das morgens vor: Heute versuche ich, sie anzulächeln, heute bin ich netter zu ihr als gestern usw. Das hat bei mir gut funktioniert. Das sind kleine Schritte hin zu Verbesserung und Veränderung. Heute genügt.

Ada (40)

ANTWORT DER EXPERTEN:

Ing. Petronela Grajciarová, Mitglied der Martindom-Gemeinschaft

Wir geben Rat: Wie kann man wiederkehrende Sünden während der Beichte bekämpfen?

Vielen Dank für Ihre Offenheit und Ihre Frage. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Sie trotz Ihrer Enttäuschung über sich selbst weiterhin zur Beichte gehen und nach Wegen suchen, Ihr Leben zum Besseren zu verändern. Jeder, der sich entscheidet, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen, wird früher oder später mit geistlichen Kämpfen, Versuchungen, Enttäuschungen und Lügen konfrontiert, die uns von Jesus trennen sollen. Ich möchte Ihnen jedoch versichern, dass Jesus jede Situation versteht, in der wir uns befinden. Er selbst begegnete oft Sündern, Zöllnern und Prostituierten und gab sie nie auf. Jesus weiß, dass es für uns nicht leicht ist, ihm nachzufolgen, und deshalb hat er tiefes Mitgefühl und unendliche Barmherzigkeit für uns. Papst Franziskus hat es in seiner Angelus-Ansprache im März 2013 wunderschön ausgedrückt: „Er wird nie müde zu vergeben, aber wir werden müde, um Vergebung zu bitten.“

Es mag wie ein Klischee klingen, aber nur die Liebe kann das Leben eines Menschen zum Besseren verändern – nichts ist mächtiger. Wenn ich von Liebe spreche, meine ich Gottes Liebe. Ich habe Hunderte von Menschen getroffen, die Gottes Liebe persönlich erfahren haben und deren Leben dadurch verändert wurde. Viele wurden von Süchten, Sünden und Depressionen befreit, und für viele hat sie ihre Ehen und Beziehungen gerettet. Doch es genügt nicht, nur zu wissen, dass Gott uns liebt. Wissen allein hat nicht die Macht, unser Leben zu verändern. Unser Leben kann sich erst dann verändern, wenn wir Gottes Liebe wirklich erfahren.

Und wie erleben wir das? In einer Beziehung. Oft begnügen wir uns mit der Taufe, dem sonntäglichen Kirchgang oder gelegentlicher Beichte oder Andacht. Doch das ist weit entfernt von einer persönlichen Beziehung. Sie erfordert tägliche Begegnungen, Gespräche und einander kennenzulernen. Torkington schreibt in seinem Buch, dass wir Gottes Liebe am häufigsten im persönlichen Gebet erfahren, wenn wir uns zurückziehen und Jesus persönlich begegnen. Wenn wir Gottes Wort lesen, das die Kraft hat, unser Leben zu verändern. Aus eigener Kraft können wir das nicht erreichen.

Gottes Liebe berührte mich auf diese Weise in einer Zeit, als ich ein weltliches Leben voller Sünde, Versagen und Schwächen führte. Gott sprach zu mir, wie sehr er mich liebt und dass er selbst schon vor langer Zeit für meine Sünden bezahlt hat. Er sprach von seinem Wunsch nach mir, trotz meines Lebenswandels, von seinem Mitgefühl für mein Leid, und das veränderte mein Leben. Dank seiner Liebe fühlte ich mich der Liebe würdig. Er glaubte an mich, liebte mich, und das weckte in mir den Wunsch, mich zu verändern und ein besserer Mensch zu werden, denn ich wusste, dass es ihn glücklich machen würde. Wenn wir geliebt werden, wünschen wir uns, dass auch der andere glücklich ist.

Und schließlich hilft uns die Gemeinschaft auch bei Veränderungen. In der Gemeinschaft leben wir in Beziehungen und lernen, Liebe nicht nur zu empfangen, sondern sie auch weiterzugeben. Dort halten uns die Menschen einen Spiegel vor, wie wir unsere Beziehung zu Jesus gestalten, und gleichzeitig sind sie eine Stütze für uns, wenn wir es schwer haben und Ermutigung brauchen.

Br. Ján Macej, Kapuziner, Priester

Wir geben Rat: Wie kann man wiederkehrende Sünden während der Beichte bekämpfen?

Liebe Magdalena, vielen Dank für deine Frage. Obwohl du von der Traurigkeit und Scham schreibst, die du im Zusammenhang mit deinen Beichten empfindest, birgt sie einen großen Schatz. Sie zeugt von dem Wunsch, eine Beziehung zu Gott zu entwickeln, von dem Wunsch zu erkennen, was diese Beziehung stärkt und was ihr im Gegenteil schadet. Sie zeigt, dass du darüber nachdenkst, wie du Hindernisse aus dem Weg räumen kannst.

Eine tiefe persönliche Beziehung erfordert ständige Selbstreflexion und ist ohne aufrichtige Scham und Trauer über eigene Fehler und vorübergehende Fehlentwicklungen schlichtweg unmöglich. Das gilt weder für Beziehungen zu anderen Menschen noch für die Beziehung zu Gott. Wir lernen auch, menschliche Beziehungen zu gestalten, indem wir aus Fehlern und Misserfolgen lernen.

Du hältst es für selbstverständlich, dein Gewissen durch die Beichte zu prüfen und dich zu fragen, wie du dich zum Besseren verändert hast. Das ist gut. Doch wer Gott nur seine erfüllten Vorsätze vorträgt, braucht ihn nicht wirklich. Wer sich immer wieder in Situationen wiederfindet, in denen er um Kraft bitten und auf Fortschritte warten muss, ist ein wahrer Jünger, der bereit ist, mit dem Herrn zu gehen. Er lernt, in treuer Nachfolge auszuharren.

Vielleicht befindest du dich gerade am Anfang dessen, was Jesus Jüngerschaft nannte. Er berief diejenigen, die er Jünger nannte, und sie folgten ihm. Und sie lernten durch seine Worte, zu erkennen und zu erfüllen, was er persönlich von ihnen erwartet. Eine wichtige Aufgabe für jeden Jünger ist es daher, sich ständig zu fragen, wie man die Anforderungen, die wir bereits kennen, erfüllen kann. Wenn es mir nicht gelingt, Jesu Worte zu erfüllen, braucht es manchmal etwas Mut, nach seinen Anweisungen zu leben. Ich lerne jedoch zu erkennen, ob es sich nicht auch um eine falsche Vorstellung vom Weg handelt, auf dem ich sie erfüllen soll, und ob Gott mich deshalb einlädt, meine Aufmerksamkeit auf andere Wege zu richten und seine Wege zu erkennen, die sich von meinen bisherigen unterscheiden.

Ein Beispiel dafür ist, dass jemand, der nach zwei Tagen nicht zwei weitere fasten konnte, nicht enttäuscht aufgeben muss, wenn er die Fastenzeit von vierzig Tagen vollendet hat. Vielleicht stellt er nach den vollen vierzig Tagen fest, dass er fünfundzwanzig Tage geschafft hat, was ihm nicht gelungen wäre, hätte er nach zwei erfolglosen Tagen aufgegeben. Vielleicht hat er einen kleinen Schritt nach vorn gemacht, indem er dem Wunsch, trotz seiner Schwäche im Fasten durchzuhalten, um sein Versprechen an Gott zu erfüllen, den Vorrang vor seinem ursprünglichen Vorsatz von vierzig Tagen Fasten gegeben hat.

Gott hat etwas Besseres für uns, als wir jetzt sehen und tun können. Deshalb läutert er uns durch Zeiten der Verlorenheit, damit wir offen sind für den neuen und überraschenden Weg der Liebe, auf dem er uns findet. Ich wünsche euch Ausdauer auf diesem Weg der Jüngerschaft, zu der ihr auch weiterhin gehören möget.

Samstag der 7. Woche Joh 21,20-25

 

 
 

Freitag der 7. Osterwoche Joh 21,15-19

Jesus Christus,der dem Petrus seine Kirche anvertraut hat,sei mit euch.

Wir wissen, dass Taten und Haltung wichtiger sind als Worte. Doch auch Worte drücken viel aus. Betrachten wir einige Beispiele aus dem heutigen Evangelium. Jesus fragte Petrus zum dritten Mal: ​​„Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“

Jesus,du hast dem Petrus die Leitung deiner Kirche anvertraut. Herr, erbarme dich  unser.

Du hast deiner Kirche das Kreuz als Erbe hinterlassen. Christus,erbarme  dich unser.

Du hast alle gerufen, dir auf deinem Weg zu folgen. Herr,erbarme  dich unser.

Sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Frage benutzte Jesus das Wort „Agapeo“, die größte, gebende, bedingungslose Liebe. Petrus antwortete stets mit „Phileo“, einem Ausdruck freundschaftlicher Liebe. Nach den drei Verleugnungen fühlte sich Petrus nicht würdig, das edle Wort „Agapeo“ zu benutzen. Er war sich seines Versagens, seiner Schwäche und seiner Unbeständigkeit bewusst und benutzte daher das Wort „Phileo“ – du weißt, dass ich dich liebe.

Jesus begab sich auf Petrus’ Ebene und fragte ihn zum dritten Mal: ​​„Liebst du mich?“ Jesus, der sich so sehr die vollkommene Liebe eines Menschen wünscht, begibt sich schließlich auf die Ebene von Petrus und jedem anderen Menschen. Jesus erkennt, wo ein Mensch steht, wie er ist, und verlangt nur so viel, wie er geben kann. Petrus steht stellvertretend für einen Gläubigen, dessen Ziel die vollkommene Liebe ist. Jesus begibt sich auf unsere und seine Ebene und überträgt uns Ämter und besondere Dienste. Er möchte jedem einen Dienst in der Gemeinde anvertrauen und nimmt jeden so an, wie er ist.

Schließlich sagte Jesus zu Petrus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und  führen, wohin du nicht willst.“ Damit deutete er an, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. So verspricht er ihm, ihn dorthin zu führen, wo er sich aus eigener Kraft nicht hintrauen oder hingehen könnte. Deshalb sagt er schließlich: „Folge mir nach!“

Jesus Christus weiß,wer ihn liebt. Im Vertrauen auf sein Wort beten wir zum Vater. Jesus, der Herr,fragt nach unserer Liebe.

Denen,die  ihn lieben, schenkt er den Frieden, um den wir bitten.

Pfingsten Joh 20,19-23

Feiertage sind für Menschen wichtig. Sie durchbrechen den sonst eintönigen Alltag und erinnern uns an unsere Einzigartigkeit. Sie geben dem Leben Sinn und bereichern unser Jahr.Am Sonntag feiern wir Pfingsten, einen der bedeutendsten Feiertage überhaupt.

Jesus, du  bist der Eckstein der  Kirche und die Kraft ihrer Einheit. Herr,erbarme  dich unser.

Du hast der Kirche den Geist als lebensspendende Kraft gesandt.Christus,erbarme dich unser.

Du hast uns die Hoffnung auf deine Verheißungen hinterlassen. Herr,erbarme dich unser.

Predigt.

Wir sagen oft, dass die Kirche an Pfingsten ihren Geburtstag feiert. Es ist ein wunderschöner christlicher Feiertag. Vielleicht überrascht es uns jedoch, dass er ursprünglich kein christlicher Feiertag war. Wir haben ihn von unseren älteren Glaubensgeschwistern, den Juden, übernommen – natürlich mit neuem Inhalt. (Auch Weihnachten hängt vermutlich mit der Christianisierung des heidnischen Saturnalienfestes zusammen. Das ist jedoch ein anderes Beispiel, denn der religiöse Gehalt der Offenbarung sowie die Feste des Alten Testaments waren bereits eine Vorwegnahme und Vorbereitung auf das Neue Testament – den endgültigen Bund Gottes mit seinem Volk.)

Pfingsten gehörte im jüdischen Kalender zu den drei wichtigsten Festen des Jahres, den sogenannten Wallfahrtsfesten. Zu diesen Festen pilgerte das auserwählte Volk nach Jerusalem. Deshalb waren zur Zeit der Apostelgeschichte so viele Menschen in Jerusalem, darunter nicht nur Juden, sondern auch Proselyten, also Konvertiten aus allen Nationen. Sie waren als Pilger gekommen.

Was war der Inhalt des jüdischen Pfingstfestes? Ursprünglich war es ein Erntedankfest. Fünfzig Tage zuvor legten die Juden täglich ein Gomer des geernteten Getreides als Dank an den Herrn beiseite. Danach brachten sie es in einer Prozession als Dankesgabe zum Tempel in Jerusalem. So wird es im Buch Rut beschrieben.

In hellenistischer Zeit wurde das Fest zunehmend mit der Erinnerung an die Annahme des Dekalogs am Berg Horeb verbunden. Der Überlieferung nach geschah dies am fünfzigsten Tag nach Ostern, also nach sieben Wochen oder 49 Tagen. Daher stammt die jüdische Bezeichnung für das Fest als Wochenfest und der griechisch-lateinische Name Pfingsten, der „50“ bedeutet.

Es ist sicher kein Zufall, dass Gott das Pfingstfest für die Sendung des Heiligen Geistes gewählt hat. Zur damaligen Zeit feierten die Juden den Abschluss des Bundes Gottes mit seinem Volk, der durch die auf Steintafeln geschriebenen Worte des Gesetzes bestätigt worden war. Dieser Bund ist zwar statisch, schenkt aber Gewissheit. Der Neue Bund, der mit dem Blut des Lammes Gottes am Kreuz besiegelt wurde, wird durch die Sendung des Heiligen Geistes vollendet. Er ist von Anfang an durch Offenheit, Universalität und Dynamik geprägt. Das zeigen die Symbole von Feuer, Wind, geöffneten Türen und Aufbruch sowie das Wunder, dass die Sprachen geeint werden. All das steht in deutlichem Gegensatz zur biblischen Geschichte von der Sprachverwirrung und der Spaltung der Menschheit beim Turmbau zu Babel.

Es ist gewiss erfreulich, über den Heiligen Geist zu sprechen, und es gäbe viel darüber zu sagen. Doch das ist nicht einfach, weil er Geist ist und wir von unserer fleischlichen Natur her denken. Wir können sagen, dass er die dritte göttliche Person und wahrer Gott ist. In gewisser Weise ist er die Personifizierung der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn, die reine Liebe ist. Und doch bleibt er der Heilige Geist.

Am leichtesten fällt uns vermutlich das Verständnis der zweiten göttlichen Person, des Sohnes. Er ist Mensch geworden und hat ein menschliches Antlitz angenommen. Auch dem Vater können wir uns nähern, weil uns die Erfahrung von Vaterschaft vertraut ist. Der Heilige Geist hingegen entzieht sich einer einfachen Vorstellung. Sein Wirken und die Art seines Handelns geben am ehesten Auskunft über sein Wesen. In der feierlichen Hymne zu Ehren des Heiligen Geistes wird in poetischer Sprache beschrieben, was er in verschiedenen Lebenssituationen ist: Vater der Betrübten, Geber der verheißenen Gaben, Licht des leidenden Herzens. Er ist der beste Tröster, der liebste Gast der Seele, süße Erquickung. In der Arbeit ist er Erleichterung, in der Hitze Erfrischung, in den Tränen Freude.

Stellen wir uns beispielsweise eine Geburtstagsfeier für eine bedeutende Persönlichkeit vor, bei der wir anwesend sind, das Geburtstagskind selbst jedoch nicht. Die Anwesenden erzählen, wie sie die Person kennengelernt haben, welche Erfahrungen sie mit ihr gemacht haben und was sie über sie wissen. Ergänzend werden Texte von Personen vorgelesen, die sich mit der Biografie und dem Profil der Persönlichkeit beschäftigt haben. So entsteht ein umfassendes und differenziertes Bild der Persönlichkeit. Wir erfahren möglicherweise Neues, erkennen Zusammenhänge und können künftig eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen. Gerade diese persönliche Beziehung ist bedeutsam, denn der Heilige Geist ist eine Person.

Der Geist Gottes (Ruach, grammatikalisch weiblich) wird bereits zu Beginn der Heiligen Schrift in der Schöpfungsgeschichte erwähnt. Dort heißt es geheimnisvoll, dass der Geist Gottes über dem Wasser schwebte, als noch das anfängliche Chaos herrschte – das Tohu wabohu.

Seine erste Aufgabe in Bezug auf die Schöpfung ist es, Ordnung zu schaffen: in der Welt, in der Gesellschaft und auch in uns selbst. Denn wir sind bisher nicht das, was wir sein könnten und sollten.

In der Schule lernten wir, dass der Mensch, Homo sapiens sapiens, die Krönung der Evolution sei. Doch selbst viele Hochbegabte haben das Ziel menschlicher Entwicklung noch nicht erreicht: den durch den Heiligen Geist verwandelten Menschen, der nach dem Vorbild des neuen Adam, Jesus Christus, lebt.

Im Evangelium hörten wir, wie Jesus seinen Nachfolgern den Heiligen Geist verheißt und was er ihnen bringen wird. Jesus nennt ihn den Parakleten. Oft übersetzen wir dieses Wort mit „Tröster“, treffender wäre jedoch „Beschützer“ oder „Fürsprecher vor Gericht“. Die Aufgabe des Heiligen Geistes ist es, uns zu schützen und zu verteidigen.

Aber vor wem? Vor dem Herrn natürlich nicht, denn Gott ist auf unserer Seite. Vielmehr soll uns der Heilige Geist vor den Kräften in und um uns bewahren, die auf uns einwirken und uns entmenschlichen wollen. Diese Kräfte versuchen, uns von unserer wahren Menschlichkeit abzubringen und unser Leben auf Reichtum, Ruhm und Vergnügen auszurichten – auf all das also, was die Leere unseres Herzens scheinbar füllt, uns am Ende aber doch nicht erfüllen kann.n.
Der Heilige Geist heiligt uns und macht uns zugleich nützlich. Er schenkt uns Charismen und Gaben, die dem Wohl aller dienen. Dabei zeigt sich ein interessantes Paradox: Inmitten dieser Heiligung, Reinigung und Vollkommenheit lässt uns der Heilige Geist auch unvollkommen und auf andere angewiesen bleiben. Er will keine perfekten Menschen, die niemanden brauchen. Im Gegenteil: Er will, dass wir Gemeinschaft bilden, einander dienen und uns gegenseitig ergänzen.

Ein typisches Beispiel dafür ist die Leitung der Kirche und der kirchlichen Gemeinden. Gott hat einige erwählt und ihnen Autorität und Verantwortung gegeben, Gemeinden zu leiten, also Entscheidungen zu treffen, die für andere verbindlich sind. Die Kirche ist hierarchisch aufgebaut, und wenn wir das ändern wollten, wäre sie nicht mehr die Kirche Jesu.

Bemerkenswert ist auch: Der Herr hat denen, die er mit Macht ausgestattet hat, nicht sofort die ganze Weisheit gegeben. Diese Weisheit ist auch in anderen Menschen verborgen. Deshalb muss sich jeder, der in der Kirche leiten und Entscheidungen treffen soll, die Gottes Willen für andere erkennbar machen, sehr darum bemühen, diesen Willen zu verstehen und zu offenbaren – im Gebet und im Austausch mit denen, denen der Heilige Geist Weisheit geschenkt hat.

Ein weiteres Merkmal des Heiligen Geistes ist, dass er nicht nur einmal wirkt, sondern fortwährend. Jesus sagte: „Ihr könnt es jetzt nicht ertragen …“ Seine Gabe des Heiligen Geistes war unaufhörlich. Nach der Auferstehung hauchte er sie an und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist …“ Erst später kam Pfingsten.

Wir sind nicht und können auch nicht von heute auf morgen bereit sein. Deshalb ist nichts endgültig; wir brauchen das beständige Wirken des Heiligen Geistes. Wenn mein Glaube heute noch derselbe ist wie vor zehn Jahren, dann stimmt etwas nicht. Wenn meine Erfahrung im priesterlichen Dienst noch genauso ist wie vor zehn Jahren, ist auch etwas nicht in Ordnung. Und wenn sich auch die Erfahrung der Eheschließung seit zehn Jahren nicht verändert hat, muss etwas geschehen.

Deshalb haben wir in der Kirche die Tradition, den Heiligen Geist anzurufen. 

Im Heiligen Geist,der uns verheißen ist, dürfen wir voll Vertrauen zum Vater beten.

Ströme lebendigen Wassers bringen uns Gottes Geist. Um die Fülle seines Friedens dürfen wir ihn bitten.

Selig, die aus Gott leben und in seine Herrlichkeit eingehen dürfen.

Hl. Herman Josef Mt 11.25-30

Jesus Christus, der gütig und selbstlos ist und unseren Herzen Ruhe schenken will, sei mit euch.

Der hl. Hermann Joseph von Steinfeld (um 1150–1241) war Prämonstratenser-Mystiker und ist vor allem für seine innige Marienverehrung bekannt. Eine einzelne, überlieferte „Predigt“ im klassischen Sinn gibt es von ihm nicht – die meisten seiner Texte sind Gebete, Hymnen und geistliche Betrachtungen.

Jesus,auf haben die Menschen gehört. Herr,erbarme dich  unser.

Du hast ihnen Worte des Lebens mitgegeben. Christus,erbarme dich unser.

Du wolltest alle auf den Weg des Heils führen. Herr, erbarme  dich unser.

Was wir von ihm haben:

1. Das berühmteste Gebet: Die Apfel-Legende

Hermann Joseph ist bekannt für seine kindliche Liebe zu Maria. Als Kind soll er der Marienstatue in St. Maria im Kapitol in Köln einen Apfel geschenkt haben. Daraus entstand sein bekanntestes Gebet:

„O Jungfrau Maria, nimm hin diese Gabe, die ich dir in kindlicher Liebe darbringe. Ich habe nichts Besseres als diesen Apfel. Nimm mein Herz mit ihm an und gib mir das deine.“

2. Sein Marienhymnus

Aus dem „Reim-Offizium vom Fest der Heiligen Ursula“ und anderen Schriften stammt dieser oft zitierte Text:

„Jesus und Maria seien stets in meinem Herzen. Jesus ohne Maria kann ich nicht lieben, Maria ohne Jesus will ich nicht verehren. Jesus und Maria sind mein Leben, mein Trost in Leiden, meine Hoffnung im Sterben.“

3. Thema seiner Spiritualität – das wäre Inhalt seiner Predigt

Wenn Hermann Joseph heute predigen würde, wären das seine Kernthemen:

  • Die „Vermählung mit Maria“: Er nannte sich selbst „Joseph, Mariens Bräutigam“. Seine Mystik war eine Brautmystik mit Maria.

  • Einfachheit: Gott in den kleinen Dingen finden – wie ein Kind mit einem Apfel.

  • Eucharistie: Er war bekannt für seine tiefe Ehrfurcht vor dem Altarsakrament.

  • Demut im Dienst: Er arbeitete als Sakristan und Küchenbruder im Kloster Steinfeld.

4. Eine rekonstruierte „Predigt“ im Geist Hermann Josephs

So könnte eine Predigt von ihm geklungen haben:

„Liebe Brüder und Schwestern,

Sucht Christus nicht in den Palästen dieser Welt. Ich fand ihn im Apfel eines Kindes, im Abwasch der Klosterküche, im Staub hinter dem Altar.

Maria lehrte mich: Wer klein wird, den macht Gott groß. Wer schenkt, was er hat – und sei es nur ein Apfel – dem schenkt der Himmel alles.

Nehmt Maria bei der Hand wie ein Kind seine Mutter. Sie führt euch sicher zu ihrem Sohn. Wo Maria ist, da ist Jesus nicht fern. Wo Jesus ist, da fehlt Maria nie.

Lebt so, dass ihr am Abend sagen könnt: Jesus und Maria waren heute in meinem Herzen. Dann habt ihr gut gelebt.“

Den Vater,den Herrn des Himmels und der Erde,wollen wir preisen, wenn wir beten, wie Jesus Christus uns gelehrt hat.

Die den Willen des Vaters tun, werden das Himmelreich und seinen Frieden besitzen. Um seinen Beistand bitten wir den Herrn.

Selig, die  von Jesus Christus lernen, gütig und selbstlos zu sein, um Ruhe  zu finden in ihren Herzen.

Hl. Bernhardin von Siena,Ordenspriester, Lk 9,57-62

Jesus Christus, der in Armut kam und nichts hatte, worauf er sein Haupt legen konnte, sei mit euch.

Es gibt Menschen, die mit ihrer bloßen Anwesenheit einen Raum verändern. Der heilige Bernardin von Siena war ein solcher Mensch. Wo immer er auftrat – auf den Marktplätzen Italiens, in den Kathedralen, unter freiem Himmel vor Tausenden von Menschen – geschah etwas. Die Herzen öffneten sich. Die Feindschaften hörten auf. Das Leben veränderte sich.

Jesus, du hast die Fülle des Lebens gebracht. Herr,erbarme dich unser.

Du willst ,dass wir bis zur Vollendung wachsen. Christus,erbarme dich unser.

Du führst uns  durch  dein Wort. Herr, erbarme  dich unser.

Bernardin wurde 1380 in der Toskana geboren, in eine Zeit, die von Pest, Krieg und tiefer kirchlicher Krise geprägt war. Als junger Mann pflegte er während der Pestepidemie in Siena Kranke und Sterbende – monatelang, auf eigene Gefahr. Diese Erfahrung des Leidens und der Vergänglichkeit formte ihn tief. Er trat in den Franziskanerorden ein und wurde zu einem der bedeutendsten Prediger des 15. Jahrhunderts.

Was machte seine Predigt so außergewöhnlich? Er sprach die Sprache des Volkes. Er war kein Gelehrter, der seine Zuhörer mit Definitionen überhäufte. Er war ein Mensch, der aus dem Gebet heraus sprach und wusste, was die Menschen bewegte – IHS, die ihre Angst, ihre Hoffnung, ihre Sünde, ihre Sehnsucht nach Gott. Der heilige Johannes Kapistran, sein Schüler, schrieb, dass Bernardin stundenlang predigen konnte, ohne dass jemand wegging.

Sein bekanntestes Zeichen war das Täfelchen mit dem Monogramm Christi – IHS, den ersten drei Buchstaben des Namens Jesu im Griechischen. Bernardin trug es bei sich und hielt es am Ende jeder Predigt hoch. Er wollte damit sagen: Nicht ich bin wichtig. Nicht meine Worte sind das Ziel. Jesus Christus ist das Ziel. Diese Geste war prophetisch – in einer Zeit, in der die Kirche von Eigeninteressen und Machtstreben zerrissen war, stellte er den Namen Jesu in die Mitte.

Darin liegt eine Botschaft für uns heute. Wir leben in einer Zeit, die von Lärm erfüllt ist – von Meinungen, Bildern und– Nachrichten, die uns täglich überschwemmen. Und mitten in diesem Lärm fragt uns Bernardin: Was steht in der Mitte deines Lebens? Welcher Name trägt dich, wenn alles andere wegfällt?

Der heilige Paulus schreibt im Brief an die Philipper: „Gott hat ihn über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu.“ (Phil 2,9-10) Bernardin hat dieses Wort nicht nur gepredigt – er hat es gelebt. Sein Leben war ein einziges Zeugnis für die Kraft des Namens Jesu.

Liebe Schwestern und Brüder, nehmen wir heute von Bernardin eine einfache, aber tiefe Lektion mit: Der Name Jesu ist nicht nur ein frommer Ausdruck. Er ist eine Wirklichkeit, die trägt, heilt und befreit. Sprechen wir ihn aus – im Gebet, in der Not, in der Freude. Und lassen wir zu, dass dieser Name wirklich die Mitte unseres Lebens wird.

Damit wir tauglich werden für das Reich Gottes und den Mut finden, Christus nachzufolgen,wollen wir zum Vater beten.

Hast und Unruhe sind der Weg dieser Welt. Nur Gott kann uns Ruhe und Frieden schenken. Das erbitten wir.

Selig, die Christus folgen und nicht zurückblicken, um in seine Herrlichkeit einzugehen.

Dienstag der 7. Osterwoche Joh 17,1-11

Jesus Christus,dem Macht gegeben ist über alle Menschen, sei mit euch.

Was wir im heutigen Evangelium hören werden, das ist, das letzte große Gebet Jesu. Jesus weiß: In wenigen Stunden kommt Judas. Dann Gethsemane. Dann das Kreuz.

Und für wen  betet er in dieser Stunde? Für sich? Ja. Aber vor allem für uns.

Jesus, du hast  durch dein ganzes Leben den Vater verherrlicht. Herr,erbarme dich unser.

Du hast  das Werk der Rettung vollendet. Christus, erbarme  dich unser.

Du bist für  immer unser Fürsprecher beim Vater. Herr,erbarme  dich unser.


1. Jesus betet für seine Herrlichkeit – und die kommt durch uns.

„Vater, die Stunde ist da: Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche.“

Die „Stunde“ – das ist im Johannesevangelium immer das Kreuz. Das klingt erst mal verrückt. Herrlichkeit am Kreuz? Für die Welt ist das Scheitern, Schwäche, Ende.

Für Jesus ist es Herrlichkeit, weil dort sichtbar wird, wer Gott ist: einer, der sich nicht schont. Einer, der bis ins Letzte liebt.

Und dann sagt er etwas Unglaubliches: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

Ewiges Leben beginnt nicht erst nach dem Tod. Ewiges Leben ist: Gott kennen. Jetzt. Mitten im Alltag, in Linz, im Büro, in der Familie, in der Krise. Eine Beziehung, die heute beginnt und nie mehr aufhört.

Jesus hat seinen Auftrag erfüllt: Er hat den Vater sichtbar gemacht. : „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast.“

Frage an uns: Machen wir Gott sichtbar? Durch unser Leben, unsere Worte, unseren Umgang mit anderen? Das ist unser Auftrag, wenn wir zu ihm gehören.


2. Jesus betet für seine Leute – weil er sie dem Vater anvertraut .

„Sie waren deins, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.“

Jesus zählt auf, was die Jünger richtig gemacht haben. Dabei wissen wir: Petrus wird ihn verleugnen. Alle werden fliehen. Thomas wird zweifeln. Und trotzdem sagt Jesus: „Sie haben erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.“

Das ist Gnade. Jesus sieht nicht zuerst unser Versagen. Er sieht den Glauben, der da ist, auch wenn er klein ist.

Und dann der für uns heute wichtigste Satz: „Ich bitte für sie. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für diejenigen, die du mir gegeben hast, denn sie gehören dir.“

Jesus betet für dich. Gerade jetzt. Im Himmel tritt er für dich ein, wenn du versagst, wenn du zweifelst, wenn du müde wirst.  Er hat sich für uns eingesetzt. Du bist nicht allein mit deinem Glauben.

„Ich bin in ihnen verherrlicht. Jesus wird sichtbar in normalen Menschen wie dir und mir. Nicht in makellosen Heiligen, sondern in Leuten, die ihr Wort halten, vergeben und hoffen, wenn es keinen Grund mehr gibt.


3. Jesus betet für unsere Einheit – weil die Welt daran Gott erkennen soll

„Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.“

Jesus geht. Die Jünger bleiben. In einer Welt, die sie nicht versteht. In einer Welt voller Spaltung – damals zwischen Juden und Heiden, Römern und Griechen, Sklaven und Freien. Heute zwischen politischen Lagern, Konfessionen, Generationen, Meinungen.

Und Jesus betet nicht: „Vater, hol sie da raus.“ Er betet: „Erhalte sie in deinem Namen.“ Der Name Gottes – das ist sein Wesen, seine Treue, seine Liebe. Darin sollen wir bleiben.

„Dass sie eins seien wie wir.“ Wie ist Gott eins? Vater, Sohn und Geist – verschieden, aber völlig eins im Willen, in der Liebe, im Ziel. Keine Gleichmacherei. Sondern Einheit in Vielfalt.

Das ist Jesu Test für die Kirche: Wenn wir uns streiten, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen, dann sieht die Welt nichts von Gott. Wenn wir eins sind – nicht einig in allen Fragen, aber eins in der Liebe zu Jesus und zueinander – dann wird etwas von Gottes Wesen sichtbar.

Einheit ist kein Kuschelfaktor. Einheit ist Mission. Johannes 17,21 geht weiter: „damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“


Was nehmen wir mit?

  1. Du bist gewollt. Jesus sagt: „Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben.“ Bevor du dich für Gott entschieden hast, hat er sich für dich entschieden. Du bist kein Unfall in Gottes Reich.

  2. Du bist gehalten. Jesus betet für dich. „Heiliger Vater, erhalte sie.“ Wenn du das Gefühl hast, dass dein Glaube zu schwach ist – er trägt dich. Nicht du hältst Gott fest; er hält dich fest.

  3. Du bist gesandt. Wir bleiben in der Welt. Mit Auftrag: Eins sein. Nicht weil wir alle gleich denken, sondern weil wir zu demselben Herrn gehören. Wo kannst du diese Woche Einheit stiften? In der Familie? In der Gemeinde? Auf der Arbeit?

Jesus geht ans Kreuz. Aber er lässt uns nicht als Waisen zurück. Er gibt uns seinen Namen, sein Wort, und seinen Fürbitte-Dienst im Himmel.

Und irgendwann wird wahr, worum er am Ende von Johannes 17 bittet: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast.“

Bis dahin: Bleibt in seinem Namen! Bleibt beieinander. Dann wird die Welt etwas von der Herrlichkeit sehen, für die Jesus gebetet hat.

Jesus Christus hat uns  den Namen des Vaters offenbart. Nach seinem Auftrag  wagen wir zu sprechen.

Der Sohn Gottes,der Macht hat über die Menschen, kann uns seinen Frieden geben. Deshalb bitten wir.

Selig, die den einzigen und wahren Gott erkannt haben und das ewige Leben besitzen.

Hl.Johannes I., Papst, Märtyrer, Lk 22,24-30

Jesus Christus, der den Seinen das Reich zum Erbe gegeben hat,sei mit euch.

Jesus Christus, der den Seinen das Reich zum Erbe gegeben hat, sei mit euch.

Johannes I. war Papst von 523 bis 526 und gehört zu den frühen Märtyrerpäpsten der Kirche. Die Kirche verehrt ihn als einen Hirten, der auch in schwerer politischer Bedrängnis dem Glauben und der Wahrheit treu geblieben ist.

Jesus, du hast nicht auf die Meinungen von Menschen geachtet. Herr,erbarme dich unser.

Du hast in allem die Ehre des Vaters gesucht, Christus,erbarme dich unser.

unser. Du hast uns an Gnaden reich gemacht. Herr,erbarme  dich unser.

Johannes I. lebte in einer Zeit erheblicher Spannungen zwischen dem arianischen Ostgotenkönig Theoderich und dem oströmischen Kaiser Justinian. Obwohl Papst Johannes selbst den Frieden suchte, wurde er von König Theoderich nach Konstantinopel geschickt, um dort in politischen und religiösen Fragen zu vermitteln. Der Papst erfüllte diesen schwierigen Auftrag mit großer Klugheit und Würde. In Konstantinopel wurde er mit außergewöhnlicher Ehre empfangen, weil man in ihm den Nachfolger des Apostels Petrus sah.

Doch nach seiner Rückkehr verdächtigte Theoderich den Papst des Verrats. Johannes I. wurde gefangen genommen und in Ravenna ins Gefängnis eingewiesen. Dort musste er Hunger, Krankheit und Demütigungen ertragen. Schließlich starb er im Jahr 526 an den Folgen der Haft. Darum verehrt ihn die Kirche als Märtyrer — nicht weil er direkt durch das Schwert getötet wurde, sondern weil er um seinen Glauben und seine Treue willen gelitten hat.

Das Leben des heiligen Johannes I. erinnert uns daran, dass wahre Größe oft in stiller Standhaftigkeit liegt. Er war kein mächtiger Herrscher, sondern ein Diener Christi, der auch unter Druck seinen Auftrag nicht verriet. Gerade in einer Welt voller Konflikte zeigt er, dass Frieden, Wahrheit und Treue zum Evangelium manchmal Opfer fordern.

Sein Zeugnis kann uns Mut machen:
Nicht jede Treue wird sofort belohnt, nicht jedes gerechte Handeln verstanden. Aber Gott vergisst keinen, der aus Liebe zu Christus standhaft bleibt.

Da seine Getreuen mit Christus in seinem Reich an einem Tische essen und trinken werden,wollen wir zum Vater beten.

Ehre und Ansehen gelten in dieser Welt. Größer ist der Friede, den Gott uns geben kann. Dafür wollen wir beten.

Selig,die in allen Prüfungen treu bleiben und im Reich Gottes zu Tisch sitzen dürfen.

Hl. Johannes Nepomuk, Priester, Mt 10.28-33

7. Sonntag der Osterzeit Joh 17,1-11

Gott ,unser Vater, der verherrlicht ist in seinem Sohn Jesus Christus,sei mit euch.

Liebe Schwestern und Brüder, wir befinden uns in den letzten Tagen der Osterzeit. Bald wird Pfingsten kommen. Und das Evangelium, das wir heute gehört haben, führt uns in einen ganz besonderen Moment – in das sogenannte hohepriesterliche Gebet Jesu. Jesus betet. Nicht für sich selbst – sondern für uns. Und dieses Gebet öffnet uns ein Fenster ins Herz Gottes.

Jesus, nach deiner Himmelfahrt verharrten deine Jünger einmütig im Gebet. Herr,erbarme dich unser.

Die in der Einheit mit dir leben,willst du zu gleicher Herrlichkeit führen. Christus,erbarme dich unser.

Du hast für die Kirche gebetet, dass sie in der Einheit mit dir bleibe. Herr, erbarme dich unser.

Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit dieser dich verherrlicht. (Joh 17,1) Das ist der erste Satz dieses Gebetes und zugleich ein Schlüssel zu seinem ganzen Sinn. Was bedeutet Verherrlichung hier wirklich? Nicht Ruhm im menschlichen Sinne, nicht äußere Macht, nicht Sieg über andere und auch nicht triumphierendes Auftreten. Die Verherrlichung Jesu zeigt sich im Kreuz – und in der Auferstehung. Gerade dort, wo menschlich gesehen Niederlage und Ohnmacht sichtbar werden, offenbart sich Gottes Herrlichkeit. Gott wird dort sichtbar, wo ein Mensch sein Leben für andere hingibt, wo Liebe sich bis zum Äußersten schenkt. Das ist die Logik des Evangeliums. Doch sie bleibt uns fremd, solange wir Größe mit Stärke verwechseln und Herrlichkeit nur dort erwarten, wo Menschen beeindrucken oder sich durchsetzen.

Dann sagt Jesus etwas, das uns tief berühren und lange in uns nachklingen sollte: Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. (Joh 17,3) Mit diesen Worten macht Jesus deutlich, dass ewiges Leben nicht einfach eine Belohnung ist, die man erst am Ende eines langen Weges erhält. Es ist vielmehr eine Wirklichkeit, die schon jetzt beginnt und gegenwärtig wird – und zwar in der Erkenntnis Gottes. Dieses Leben ist also nicht nur etwas Zukünftiges, sondern etwas, das bereits in der Beziehung zu Gott seinen Anfang nimmt. Und wenn in der Bibel von Erkenntnis die Rede ist, dann geht es nicht um bloßes Wissen oder um reine Information. Gemeint ist vielmehr Beziehung, Vertrautheit und Liebe. Man erkennt Gott nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen, so wie man einen geliebten Menschen erkennt: nicht durch abstrakte Definitionen, sondern durch echte Begegnung.

Der heilige Augustinus sagte: Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. Dieses Wort bringt den Kern des heutigen Evangeliums auf den Punkt und fasst seine tiefe Aussage eindrucksvoll zusammen. Der Mensch ist nicht einfach für sich selbst gemacht und nicht nur auf sich selbst hin ausgerichtet. Er ist auf Gott hin geschaffen. Und solange er diese Beziehung nicht lebt und in ihr steht, bleibt sein Herz unruhig, leer und suchend, weil ihm das fehlt, wofür es eigentlich bestimmt ist.

Dann betet Jesus für seine Jünger: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ (Joh 17,11) In diesem Gebet wird sichtbar, was Jesus am Vorabend seines Todes besonders am Herzen liegt: die Einheit seiner Jünger. Einheit ist dabei nicht als äußere Gleichförmigkeit gemeint, und auch nicht als das Auslöschen von Unterschieden oder Eigenheiten. Gerade das ist unerwünscht. Gemeint ist vielmehr jene tiefe Gemeinschaft, die dort entsteht, wo Menschen in Gott verwurzelt sind und aus dieser Verwurzelung leben.

Die Kirche ist deshalb nicht vor allem eine Organisation im üblichen Sinn. Sie ist in erster Linie eine Gemeinschaft von Menschen, die denselben Glauben teilen und in dieser Verbundenheit zusammengehören. Ihre Einheit entsteht nicht aus äußerem Zwang oder aus bloßer Ordnung, sondern aus der Beziehung zu Gott, die die Menschen miteinander verbindet. Gerade in diesem gemeinsamen Glauben und in dieser Verbindung zu Gott liegt ihr innerer Zusammenhalt. Daher ist die Kirche vor allem eine Glaubensgemeinschaft, in der die Menschen miteinander verbunden sind und zusammengehören.

Liebe Schwestern und Brüder, dieses Gebet Jesu gilt auch uns, ganz unmittelbar und heute. Er betet jetzt für uns, in diesem Augenblick, in dieser Messe. Er bittet den Vater, uns zu bewahren, uns zu heiligen und uns zu einen. Auf unserem Weg sind wir nicht allein. Hinter uns und an unserer Seite steht das Gebet dessen, der den Tod überwunden hat.

Nehmen wir dieses Geschenk an – nicht als fromme Idee, sondern als lebendige Wirklichkeit. Und antworten wir darauf mit dem Einzigen, das wir geben können: unserem Ja zu Gott in diesem Leben.

Im Namen Jesu Christi, der unser Fürsprecher beim Vater ist, wagen wir  zu beten.

Jesus Christus ist verherrlicht bei  seinem Vater. Um seinen Frieden dürfen wir  bitten.

Selig, die mit Gott eins geworden sind und in seine Herrlichkeit eingehen dürfen.

Freitag der 6. Osterwoche Joh 16,20-23

Unsere Liebe Frau von Fatima Lk 11,27-28

  Jesus, der sagte: Ja,selig sind ,die das Wort Gottes hören und bewahren.

Das 20. Jahrhundert wurde durch die Marienerscheinungen von Fátima in die Geschichte der Marienverehrung eingeprägt. Es war das Jahr 1917, und ein Großteil der Welt litt unter den Folgen des Krieges. Während viele Länder einander bekämpften und versuchten, ihre Probleme mit Gewalt zu lösen, offenbarte die Jungfrau Maria in Portugal Kindern den Weg zum wahren Frieden.

Jesus, du bist der Sohn der Jungfrau Maria. Herr,erbarme dich unser.

Du hast deine Mutter zur Vollendung bei Gott geführt. Christus, erbarme dich unser.

Du führst auch uns in deiner Nachfolge zum Vater.Herr,erbarme dich unser.

Das Gebet, das die Kirche für die heutige Heilige Messe vorschlägt, beschreibt die Botschaft von Fátima: „Gott, du hast die Mutter deines Sohnes auch zu unserer Mutter gemacht. Gib, wir bitten dich, dass wir in Buße und Gebet für das Heil der Welt ausharren und das Reich Christi Tag für Tag wirksamer ausbauen können.“ Die Jungfrau Maria erklärte den drei Hirtenkindern, dass Christen ein Leben des Gebets und der Buße führen müssten, um den Frieden ihres Sohnes zu empfangen. Die Botschaft von Fátima ist wie ein Echo jener Worte Jesu zu Beginn seiner Predigt: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Vom Augenblick ihrer Begegnung mit der Jungfrau Maria an beteten Hyazinth, Franziskus und Lucia täglich den Rosenkranz und brachten Gott Opfer dar. Durch die Treue dieser drei Kinder zu Marias Bitte öffnete sich für viele Menschen auf der ganzen Welt der Weg der Hoffnung. Dank Fatima erfuhr die Verehrung des Heiligen Rosenkranzes einen neuen Aufschwung. Heute wenden sich viele Menschen diesem Gebet zu und fügen das hinzu, was Christi Mutter den kleinen Hirten lehrte: „O Jesus, vergib uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle und führe alle in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.“ Wie viel Trost finden wir Christen im Gebet des Heiligen Rosenkranzes! Es ist ein Gebet, das die Geschichte vieler Menschen verändert hat und auch unsere eigene verändern kann: Mütter und Väter, die inständig für die Bekehrung ihrer Kinder beten, Arbeitnehmer mit unsicheren wirtschaftlichen Aussichten, junge Menschen, die ihre Kraft dem Leben und der Weitergabe der Freude des Evangeliums widmen wollen …

Der Herr freut sich über unser Gebet. In seinen Händen hält er die Geschichte der Menschheit, zu der auch unsere persönliche Geschichte und die Geschichte der Menschen um uns herum gehören. In der Offenbarung des Johannes wird das Bild des Weihrauchs verwendet, um vom Gebet der Christen zu sprechen: „Und der Rauch des Weihrauchs stieg mit den Gebeten der Heiligen auf von der Hand des Engels vor Gott“ (Offenbarung 8,4). Durch unser beständiges Flehen wirkt der Herr in der Geschichte, um sie zu vollenden. Deshalb wollen wir lernen, im Gebet auszuharren. Maria möchte die Menschen lehren, ihrem Sohn zu vertrauen, auch wenn es manchmal so scheint, als höre er uns nicht. Bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa denkt Jesus nicht an ein Wunder, doch Maria beharrt auf ihrem Standpunkt: Sie sieht in den Worten ihres Sohnes keinen Aufruf zur Untätigkeit, sondern eine Einladung zum Mut. Deshalb beginnt er mit den Worten an die Diener: „Tut, was er euch sagt“ (Johannes 2,5). Und ein Wunder geschah.

„Maria, Lehrerin des Gebets. – Seht, wie sie in Kana in Galiläa mit ihrem Sohn fleht. Und wie sie ihn vertrauensvoll und beharrlich beschwört. Und welchen Erfolg sie hat. – Lernt daraus.“ Dieser Rat des heiligen Josemaría kann uns helfen, durch unser Gebet viele Gaben von unserem Herrn zu empfangen.

Marias Herz triumphiert über die Sünde …

Die Rede Unserer Lieben Frau von Fatima ist mit der Verehrung des unbefleckten Herzens der Mutter Gottes verbunden. „Mein unbeflecktes Herz wird siegen. Was bedeutet das? Dass ein für Gott offenes Herz, gereinigt durch die Betrachtung Gottes, stärker ist als Waffen und jede Art von Waffe. Marias Fiat, das Wort ihres Herzens, veränderte die Geschichte der Welt, denn sie brachte einen Erlöser in die Welt, denn dank dieses Ja konnte Gott Mensch werden in unserer Welt, und so bleibt er jetzt und in Ewigkeit.“

Die Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Fatima sprechen von der Gefahr, die die Menschheit bedroht, wenn sie das Gebet aufgibt. Die Jungfrau Maria möchte jedoch nicht, dass wir in eine pessimistische Geschichtssicht verfallen. Ihr Herz siegt: Indem wir die Beständigkeit ihres Dialogs mit Gott nachahmen, können wir die Sünde, das größte Übel, vermeiden. Wir finden jene „Kraft, die der Macht der Zerstörung entgegenwirkt: die Schönheit der Mutter Gottes und den Aufruf zur Umkehr, der stets von ihr ausgeht. Dadurch wird die Bedeutung der menschlichen Freiheit hervorgehoben: Die Zukunft ist nicht unabänderlich bestimmt, und das Bild, das die Kinder sahen, ist kein vorhergesehener Film der Zukunft, in dem nichts geändert werden kann. Vielmehr dient die gesamte Vision dazu, die Aufmerksamkeit auf die Freiheit zu lenken und sie in eine positive Richtung zu weisen.“

Unser einfaches und inniges Gebet verbindet uns mit der Geschichte; es ist weder die Naivität derer, die die Probleme nicht kennen, noch die Gleichgültigkeit derer, die nur ihr Gewissen beruhigen wollen. Die Litaneien des Rosenkranzes beispielsweise verbinden uns mit den Leidenden: den Kranken, den Sündern, den Migranten usw. Indem wir für sie beten, fühlen wir uns verantwortlich, ihnen mit Gottes Hilfe Trost zu spenden. Wir können uns an Unsere Liebe Frau von Fatima wenden, wie der selige Álvaro del Portillo: „Wir wollen in dein unbeflecktes Herz aufgenommen werden. So werden wir die Freude und den Frieden der Kinder Gottes erfahren. Lass alles, was dich schmerzt, auch uns schmerzen. Und wenn wir in dein liebendes Herz eintreten, wirst du uns in das Herz deines Sohnes aufnehmen.“

Wir sind berufen, Gottes Wort zu hören und es zu befolgen. Wir wollen Gott dafür danken und beten mit den Worten Jesu.Der Geist der Wahrheit ist ein Geist ein Geist des Friedens.Um ihn bitten wir den Herrn.

Selig ,die in der Wahrheit Leben und das. Kommende empfangen,das uns verheißene die ist.

Bitttag 2026 Mt 10,17-22

Gott,der Herr,der  unser Vater im Himmel ist und uns den Heiligen Geist geben will,sei mit euch.

Die Kirche kennt besondere Tage, an denen sie innehält und ihre Hände ausbreitet – nicht in Triumph, sondern in Bitte. Der Bittag ist ein solcher Tag. Er erinnert uns daran, dass wir nicht Herren unseres Lebens sind, sondern Empfänger. Dass hinter jedem Stück Brot, hinter jeder Ernte, hinter jedem Atemzug eine Güte steht, die nicht von uns kommt.

Jesus, du  nimmst unsere Bitten an, weil du uns deine  Freunde genannt hast. Herr,erbarme dich unser.

Du liebst uns, weil du uns erlöst hast. Christus,erbarme dich unser.

Du schenkst uns Hoffnung, damit wir nicht verzagen. Herr,erbarme dich unser.

Im Evangelium sagt Jesus: „Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet.“ (Mt 7,7) Diese drei Worte – bitten, suchen, anklopfen – sind keine Garantie für ein bequemes Leben. Sie sind eine Einladung zur Beziehung. Gott will nicht, dass wir schweigen. Er will, dass wir kommen – mit unserer Not, mit unserer Unsicherheit, mit unserer Angst vor der Zukunft.

Der heilige Augustinus schrieb: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Der Bittag ist genau dieser Moment der Unruhe, der sich Gott zuwendet. Wir kommen nicht mit Verdiensten. Wir kommen mit leeren Händen – und das ist genug. Denn Gott füllt leere Hände, nicht volle.

In der bäuerlichen Tradition war der Bittag ein Bittgang über die Felder – die Gemeinde zog durch die Fluren, betete für die Ernte, für das Vieh, für das Wetter. Diese Geste hatte eine tiefe Weisheit: Der Mensch tritt aus dem Haus, geht durch die Schöpfung und erkennt, dass er Teil von ihr ist – nicht ihr Besitzer. Die Erde gehört Gott. Wir sind ihre Hüter.

Heute bringen wir andere Sorgen mit. Krankheit, Einsamkeit, zerbrochene Beziehungen, Unsicherheit in der Arbeit, Angst um die Kinder. Der Bittag sagt uns: Bring alles vor Gott. Nicht, weil er es nicht weiß – sondern weil das Aussprechen selbst heilend ist. Weil der Mensch, der bittet, aufhört, allein zu tragen.

Liebe Schwestern und Brüder, gehen wir heute mit offenen Herzen vor Gott. Bitten wir für uns, für unsere Familien, für unsere Gemeinde, für die Welt. Und vertrauen wir darauf, dass derjenige, der die Lilien des Feldes kleidet und die Vögel des Himmels nährt, auch uns nicht vergessen hat.

Sieben Bitten an den Vater hat uns der Herr befohlen. In seinem Namen wagen wir , zum Vater zu beten.

Zu den Früchten, um die wir bitten,gehört jener Friede, den nur Gott uns geben kann. Um ihn bitten wir.

Selig, die sich keiner Bitte verschließen und vom Vater der Barmherzigkeit erhört werden.

Montag der 6. Osterwoche Joh 15,26-16,4

Jesus Christus, der uns vom Vater den Beistand sendet, sei mit euch.

Jesus sagte uns heute: Wenn der Tröster kommt. Es ist wichtig, dieses Wort im Kontext seines griechischen Ursprungs zu betrachten. Tröster ist eine Übersetzung des griechischen Wortes „para kaleo“ – der, den ich zu mir rufe – und wird im Lateinischen mit „Fürsprecher“ oder „Anwalt“ wiedergegeben. Ich rufe jemanden zu mir, der mich tröstet und verteidigt.

Jesus,du hast uns den Tröster, den Heiligen Geist gesandt. Herr,erbarme dich unser.

Du hast uns zu Zeugen deines Wortes bestellt. Christus,erbarme dich unser.

Du öffnest die Herzen der Menschen für deine Botschaft. Herr,erbarme dich unser.

Wer ist er?

Der Tröster, von dem Jesus spricht, ist die dritte göttliche Person. Er ist die Liebe des himmlischen Vaters und Jesu. Der Tröster soll in das Leben eines Menschen gerufen werden – das ist die Bedeutung seines Namens. Wenn ich meinen Fürsprecher nicht rufe, bleibe ich allein und erkenne seine Macht nicht. Er ist auch der Geist, der das Böse in der Welt entlarvt und offenbart. Der Geist der Wahrheit und der Wahrheit ist die volle Offenbarung Gottes. Wer er ist und wie Gott ist.

Der Geist der Welt, der Teufel, will uns einreden, dass Gott der Feind des Menschen ist. Er ist der Vater der Lüge und hat den Wunsch, uns glauben zu machen, dass Gott nicht unser Wohl will und uns zu etwas zwingt. Jesus offenbarte uns das wahre Antlitz des Vaters. Mit seinem Tod besiegelte er diese Wahrheit: Wir sind geliebt, ungeachtet dessen, wie die Welt uns beurteilt. Gott liebt uns bedingungslos. Diese Wahrheit bekräftigt der Heilige Geist immer wieder. Er wirkt durch Menschen, die offen für sein Wirken sind. Das Zeugnis der Jünger stammt nicht von ihnen selbst, sondern ist eine Offenbarung des Geistes des Trösters. Die Gerechten sind nicht glücklich, weil sie leiden, sondern weil sie durch ihr Leiden die Wahrheit bezeugen.

Wir haben den Geist der Wahrheit empfangen. In diesem Geist wagen wir, zum Vater zu beten.

Vom Geist der Wahrheit, den der Vater uns sendet, empfangen wir den Frieden, um den wir nun bitten.

Selig, die nicht zu Fall kommen und in der Wahrheit ausharren bis ans Ende.

Samstag der 5. Osterwoche Joh 15,18-21

Muttertag

Liebe Schwestern und Brüder,

heute feiern wir den Muttertag – einen Tag, an dem wir innehalten und jenen Frauen danken, die uns das Leben geschenkt haben. Doch die Kirche lädt uns ein, tiefer zu schauen als nur auf die menschliche Mutterschaft. Sie lädt uns ein, in jeder Mutter ein Abbild jener Liebe zu erkennen, die Gott selbst für uns hegt.

Im Buch der Sprichwörter lesen wir von der Frau, die ihrem Haus Kraft und Würde verleiht, die ihre Hände ausstreckt nach den Armen und deren Kinder aufstehen und sie seligpreisen. Diese Frau ist kein Ideal aus einer fernen Welt – sie ist die Mutter, die früh aufsteht, die in der Nacht wacht, die schweigt, wenn sie weinen möchte, damit ihre Kinder schlafen können.

Aber Mutterschaft ist nicht nur eine biologische Wirklichkeit. Der heilige Paulus schreibt an die Galater: „Meine Kinder, um euretwillen leide ich wieder Geburtswehen.“ Ein Mann schreibt das – und doch nennt er sich Mutter. Denn Mutterschaft bedeutet im tiefsten Sinne: für einen anderen Menschen leiden, wachsen, sich hingeben. Es ist die Bereitschaft, das eigene Leben zum Geschenk zu machen.

Und Maria – sie steht am Gipfel dieser Mutterschaft. Unter dem Kreuz, wo alle flohen, blieb sie. Nicht weil sie stark war, sondern weil Liebe nicht flieht. Jesus gibt ihr Johannes – und in ihm uns alle – als Sohn. In diesem Moment wird sie zur Mutter der ganzen Kirche, zur Mutter jedes Menschen, der nach Gott sucht.

Liebe Schwestern und Brüder, danken wir heute unseren Müttern – nicht nur mit Worten, sondern mit dem Entschluss, selbst mutterlicher zu werden: zärtlicher, geduldiger, bereiter zu vergeben. Denn die Welt wird nicht durch Macht verändert, sondern durch Liebe – jene stille, beharrliche Liebe, die eine Mutter kennt.