Am vierzigsten Tage wurde Jesus im Tempel…

Am vierzigsten Tage wurde Jesus im Tempel zu Jerusalem aufgeopfert.

Gott hatte im Alten Testament angeordnet, dass jedes erstgeborene männliche Kind in den Tempel   gebracht und ihm aufgeopfert werde soll. Er wollte dadurch die Juden erinnern, dass er der Herr von allem ist und dass er sie und besonders  ihre Erstgeborenen in Ägypten  vom Tode erretten will und dass die erstgeborenen Knaben ihm gehören. Eine Mutter, die nun ihren erstgeborenen Knaben im Tempel aufopfert, sagt gleichsam zu Gott:  „Du,  o Vater im Himmel, hast mir dieses Kind  geschenkt. Es ist  dein und ich bringe und weihe es dir. Es soll ganz in deinem Dienste sein.“ Eigentlich würde das bedeuten, dass jede Mutter ihr Kind im Tempel zurücklassen müsste, damit es dort heranwächst und ganz dem Dienste Gottes zur Verfügung sei. Gott aber begnügte sich stattdessen mit einer kleinen Gabe, die geopfert werden sollte, und die Mutter durfte dann ihr Kind wieder mit nach Hause nehmen.

So brachte auch Maria ihr göttliches Kind in den Tempel, um es dem himmlichen Vater darzubringen. Maria hat nicht nur mit größter Andacht und Ehrfurcht diesem Opfer ihres Sohnes beigewohnt, sondern sie hat sich selbst mitgeopfert. Sie hat in ihrem Herzen gesagt: „Lieber Vater im Himmel, du hast mir dieses göttliche Kind geschenkt, ich bringe es dir dar.“ Sie wusste damals noch nicht, dass es der Wille des Vaters war,  dass dieses Kind ein Leben voll Leiden haben wird und zuletzt für die Sünden der Menschen sterben muss. Der greise Simeon hatte ihr zwar angekündigt, dass sie einen Schmerz erleiden müsste, der gleich einem Schwert sei, das sich durch ihr Herz bohren wird. Sie aber wollte für Jesus dieses Opfer bringen. Wenn wir damals in Jerusalem gewesen wären und gewusst hätten, wer sich da voll und ganz aufopfert und so viel leiden muss,  wären wir wahrscheinlich voll Ehrfurcht niedergekniet und hätten geweint und Jesus angebetet, denn er hat dies alles für uns getan. Vielleicht hätten wir gesagt: „O mein Jesus, ich will mich dir schenken, dir gehören, dir dienen!“

Es sollte uns immer wieder bewusst werden, dass in jedem Heiligen Messopfer in unserer Kirche das geschieht, was damals in Jerusalem geschah. Derselbe Jesus opfert sich auf dem Altar seinem himmlischen Vater auf. Er opfert auf sein Leiden, das er erdulden musste, die Geißeln, die seinen Körper verwundeten, seinen von Nägeln durchbohrten Leib, sein unter Schmerzen vergossenes Blut. Er sagt gleichsam: „Ewiger Vater, alles was ich für die arme Menschheit getan und erlitten habe, damit du ihr verzeihst und sie nicht in die Hölle kommen, opfere ich dir auf.   Sei den Menschen ein gnädiger Richter, verzeih ihnen ihre Sünden und gib ihnen die Gnade und den Segen, dass sie in den Himmel kommen. „

Auch für uns opfert sich Jesus auf  und bittet für uns  in jeder Heiligen Messe. Es sollte uns leid tun und schmerzen, dass auch wir durch unsere Sünden den Leib Jesu bis aufs Blutvergießen quälen. Wie sollten wir Jesus danken und sagen: „O Jesus,  du gibst dich ganz hin für mich, hast so viel gelitten, ich will jetzt auch ganz Dir gehören, Dich nie mehr beleidigen, Dich immer lieben und Dir in Treue  folgen.“

Wir beten das Gesätzchen des Rosenkranzes mit der Einfügung: „den Du,  o Jungfrau,  im Tempel aufgeopfert hast“, und denken daran, dass Gott uns auf die  Fürsprache Mariens die Gnade gebe, dem Heiligen Messopfer stets andächtig beizuwohnen.

An welchem Festtag denken  wir an die Aufopferung Jesu?  Wann wird es gefeiert? Dieses Fest  heißt ,,Maria Lichtmess“, weil da in Verbindung mit der Heiligen Messe Kerzen geweiht werden. Sie werden gerade an diesem Tag geweiht, weil Jesus,  das Licht der Welt zum ersten Mal im Tempel erschienen ist  und auch vom frommen Simeon als ,,Licht zur Erleuchtung der Heiden“ begrüßt wurde.

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