20. Sonntag C Lk 12, 49-53

20.Sonntag C 2016 Ich bin nicht  gekommen, Frieden zu bringen.

Einführung

Bei jeder heiligen Messe haben wir immer die Möglichkeit nach dem Vaterunser folgende  Worte von Jesus zu hören: Frieden  hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.  Doch im heutigen Evangelium sagt Jesus: Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Was meinte Jesus damit?  Auf der einen Seite sagte er, dass er den Frieden bringe, auf der anderen Seite sagte er, dass er Spaltung und  Zwietracht bringe.

Predigt

Es ist aber gut zu wissen, wann  Jesus diese Worte gesagt hat. Die Worte vom Frieden, sagte Jesus, als er mit seinen Jüngern Eucharistie feierte. Das war also beim  Letzten Abendmahl. Hier sprach Jesus zu denen, die sich entschlossen haben, ganz für ihn zu leben, ihm ihr Leben zu schenken. Meinen Frieden gebe ich euch. Also gibt Jesus den Frieden denen, die ihr Leben so gestalten wollen, dass Jesus der König ihres Lebens ist.

Nun zu den anderen Worten: Ich habe nicht  Frieden gebracht sondern Spaltung. Diese Worte sagte Jesus vor einer großen Menschenmenge. Er sagt diese Worte auch unserer Welt von heute. Mit diesen Worten offenbart Jesus, dass in dieser Welt – jeder von uns – dem Kampf  zwischen dem Guten und dem Bösen ausgesetzt ist. Es wird Spannungen geben   zwischen denen, die sich  entschlossen haben,   Jesus zu folgen und ihr Leben auf Christus hin aufzubauen,  und denen,  die ihm widersprechen. Das wird Unruhe und Unfrieden hervorrufen, besonders dann wenn das Gewissen der untreuen Menschen von denen, die ihren Glauben leben, aufgerüttelt wird.  Diese Menschen, die ohne Christus und ohne Gewissen leben, werden sich wehren und die angreifen, die Christus nachfolgen. Sie werden sagen: Das sind Fanatiker und Sonderlinge.

Jeremia, ein echter Prophet lebte zu einer Zeit, wo es auch viele falsche Propheten gab.  Sie versprachen dem Volk die  baldige Rückkehr  aus der babylonischen  Gefangenschaft. Sie erweckten falsche Hoffnungen. Sie meinten,  in die Seelen der Menschen Friede zu bringen, aber das war kein echter Friede, sondern ein falscher Friede. Als Jeremia erklärte, dass das Volk noch viele Jahre in babylonischer Gefangenschaft sein wird und auch unter der Vorherrschaft der Babylonier zu leiden haben wird, warfen sie ihn in eine Zisterne, um ihn mundtot zu machen. Die Menschen, die gegen Jeremia waren, sagten: Dieser Mensch sucht nicht den Frieden für dieses Volkes, sondern sein Unheil. So kam es also zur Trennung unter den Menschen, zwischen jenen, die echten Frieden mit Christus suchen und jenen, die den falschen Frieden ohne Christus  suchen. Auch heute schließen die Menschen Kompromisse und passen sich an, nur um Friede zu haben.  Aber das ist ein falscher Friede. Dieser Friede baut das Gottes Reich nicht auf. Einen wirklichen Frieden gewinnen wir nur dann, wenn wir eindeutig ,,Ja“ sagen zu Christus. Wenn man den wirklichen Frieden in die Welt, wo man lebt, hineintragen will, muss man treu sein. Die Menschen werden nicht gleich glauben, dass wir es mit Jesus ernst meinen. Sie glauben nur Menschen, die  konsequent treu sein können.

Der Heilige Paulus schreibt in seinem Brief an die Hebräer: Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt. Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren. Es ist notwendig alle Kräfte in den Kampf gegen die Sünden zu legen, damit wir den echten Frieden gewinnen.

Der Heilige Johannes Maria Vianney verbrachte unzählige Stunden im Beichtstuhl und beim Gebet, und er fastete  sehr streng. Die Bewohner von Ars waren darüber empört. Aber im Kampf gegen die Sünden kannte Vianney keine Kompromisse. Nicht nur einmal kritisierten die Menschen ihn und machten ihm Vorwürfe. Der Pfarrer von Ars aber blieb treu. Er machte keine Kompromisse, um die Gunst der Menschen zu gewinnen. Schließlich aber gewann er die Menschen durch seine Treue zu Gott und er zerbrach damit die Macht des Bösen, die in Ars herrschte. Das geschah aber nicht in einem Jahr, sondern dauerte viele Jahre. Wenn die Menschen gegen etwas protestierten, von ihm etwas verlangten, was nicht recht war oder wenn sie gegen ihn waren, so hatte Johannes Maria Vianney nur ein Argument. Dieses Argument war seine unbescholtenes und asketisches Leben, ein Leben, das für Christus entflammt war.

Wir sollten uns nicht fürchten, die Gunst der Menschen zu verlieren wegen der Treue zu unserem Gott.  Oder umgekehrt  gesagt: Wir können nicht Frieden mit den Menschen haben zum  Preis der Untreue zu Gott.  Hier muss uns ganz klar sein, was unsere Priorität ist. Manchmal muss der Mensch dafür teuer zahlen. Aber es lohnt sich, den inneren Frieden dafür zu gewinnen.  Das sage ich Ihnen  aus eigener Erfahrung.

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