Die Freude am Herrn ist ihre Stärke.

Darum sprach er zu ihnen: „Geht hin, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet auch denen davon, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist unserem Herrn heilig. Seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Neh 8,10.

Die Freude am Herrn ist ihre Stärke. Haben Sie diese Worte manchmal wahrgenommen? Werden wir uns dessen bewusst, wie oft die Freude in der Heiligen Schrift erwähnt wird? Schauen wir uns einige Texte an: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. (Gal 5,22) Haben wir bemerkt, dass die Freude in der Frucht des Geistes an zweiter Stelle angegeben wird? Und weiter: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. (Röm 14,17) Unter den drei charakteristischen Eigenschaften des Reiches Gottes gehört eben die Freude. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Solches rede ich zu euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.” (Joh 15,11)
Von der Kreuzigung und ihrer Frucht sagt Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ Joh 16,20 Und er setzt fort: „Und auch ihr habt nun Traurigkeit, aber ich beabsichtige, euch wiederzusehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.” Joh 16,22
Und wenn Jesus zum Vater betet, dann betet er so: Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf dass sie in sich haben meine Freude vollkommen. Joh 17,13
Der heilige Paulus ermuntert die Gläubigen: „Seid allezeit fröhlich.”  Thess 1,5,16.

Was ist der Grund für diese Freude? Jesus selbst sagt dazu: „Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ (Lk 10,20) Der Grund zur Freude ist also, dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind. Warum sind sie dort geschrieben?  Weil Gott uns adoptiert hat. Wir sind Kinder Gottes und unsere Heimat ist im Himmel. Ist das nicht ein Grund zur Freude? Die Menschen freuen sich, wenn sie im Lotto viel Geld gewinnen, eine Arbeitsgenehmigung für Amerika erhalten oder eine Villa erben. Über solche Kleinigkeiten freuen sie sich so sehr. Wie groß muss dann erst die Freude sein, wenn wir für immer im Himmel leben werden? Diese Freude ist die Kraft eines Christen. Christ zu sein bedeutet, in dieser adopterichen Freude zu leben. Ein Christ freut sich schon jetzt. Was wir jetzt erleben, ist jedoch nur das Vorzeichen der Freude; die wirkliche Freude kommt erst noch. Diese Freude ist der Motor des Christentums. Nehmen wir Jesus wahr! Machte er etwas anderes, als überall Freude zu säen? Durch seine Wunder und die Heilung von Menschen verbreitete er Freude. Jesus verkündete große Freude. Liebe und Freude sind eng verbunden. Der heilige Paulus entsetzte sich, als er bemerkte, dass die Galater sich wieder dem Gesetz zuwandten. Das Gesetz bedeutet Last, Pflicht und Gericht. Jesus lädt uns zur Freude ein, nicht dazu, das Gesetz, wie die Pharisäer, betrübt, einzuhalten. Das Gesetz ist ein Joch. Nun versucht ihr, Gott zu prüfen, indem ihr ein Joch auf den Hals der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten. (Apostelgeschichte 15,10) Gottes Leben ist etwas anderes: Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

Das Christentum lässt sich nicht anders leben als in Freude. Wenn wir an Jesus glauben, dann müssen wir voller Freude sein. Wenn wir keine Freude haben, dann stimmt etwas mit unserem Glauben nicht. Oder wir haben keinen Glauben. Selbst Leid und Schmerz können diese Freude nicht unterdrücken. Als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie und geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und ließen sie frei. Sie nun gingen vom Hohen Rat weg, voll Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Jesu Schmach zu leiden. (Apostelgeschichte 5,40–41) Paulus, der Apostel, erklärt uns: „Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.“ Röm 8,18 Wir wissen, dass wir berufen sind, in die ewige Freude einzugehen.

Ohne Freude verliert das Christentum alles. Das ist dann kein Christentum mehr. Wer würde schon etwas verkünden, das eine Bürde ist? Wie können wir Freude in die Welt tragen, wenn wir selbst düster und voller Angst sind? Was übergeben wir weiter?  Die Frohe Botschaft oder unendliche Zurechtweisung und Drohungen? Wenn wir glauben, dass wir nicht ohne Freude leben können. Wenn wir lieben, können wir ohnehin nicht ohne Freude leben. Doch der Liebende ist voller Freude, weil er mit dem Geliebten leben kann, und der Geliebte ist Gott selbst.

Ohne Freude bezeugen wir lediglich, dass wir weder Glauben noch Liebe haben. Wir haben den anderen nichts zu übergeben, nur leblose Bräuche, Pflichten und Lehrsätze, die niemanden erlösen und das Leben von niemandem ändern können. Das Gesetz und seine Einhaltung können uns nicht retten. Denn durch Werke des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht; durch das Gesetz kommt es vielmehr zur Erkenntnis der Sünde (Röm 3,20). Röm 3,20. Die Funktion des Gesetzes war eine andere. Es überführt uns, dass wir ohne Glauben, ohne Gott, nicht als Gottes Kinder leben können. So bereitete uns das Gesetz dafür, dass wir an Christus glauben und durch ihn ein neues Leben beginnen. Außer der Liebe ist das Erkennungszeichen dieses neuen Lebens eben die Freude. Wenn Sie einen Menschen treffen, der liebt und voller Freude ist, dann ist das sicher ein Christ. Aber ein betrübter Christ? Es ist, als ob Sie über eine dunkle Sonne, ein kaltes Feuer oder trockenes Wasser sprechen. Kurz gesagt: So etwas kann nicht existieren. Also: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Philipper 4,4