14.Sonntag A Mt 11,25-30

 14.Sonntag 2017 – Die Last abgeben

Jeder nimmt von der Religion das, was ihm passt. Manche sehen  die Religion als eine Gesamtheit von Anordnungen, ein andere sieht Religion als eine Feier diverser Zeremonien. Jeder sucht den Nutzen für sich selbst. Wissen wir, was für einen Nutzen uns die Religion bringt?

Predigt

Einen Nutzen der Beziehung mit Gott nannte Jesus, wenn er sagte:  Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe  verschaffen. Jesus bezeichnet die Ruhe Gottes als einen Nutzen für die Beziehung zu ihm.  Alle  haben  bestimmte  und unterschiedliche Lasten zu tragen. Das kann die Arbeitslosigkeit sein oder problematische  Beziehungen in der Familie, Probleme in der Erziehung der Kinder, aber auch eine Krankheit, eigene Unzulänglichkeiten oder Unsitten. Alle Lasten sollen wir vor den Herrn hinlegen und ihn bitten, uns zu helfen, diese Lasten tragen zu können oder uns von ihnen zu befreien. Wir müssen aber feststellen, dass die Zeit zwischen dem ausgesprochenen und dem erhörten Gebet manchmal sehr lange ist. Da macht uns ungeduldig. Glaube und Religion lehren uns aber, zu warten. Die erste Lektion, die Jesus uns gibt, heißt: Solange du auf Erden bist, benehme dich so, als seist du in einem Warteraum. Wir alle wissen, dass ein Warteraum ein Ort des Wartens ist. Das ist keine Ordination oder ein Operationssaal, wo das Problem gelöst wird. Leben in der Welt bedeutet wie in einem Warteraum sein. Wenn wir uns dessen bewusst werden, sehen wir, dass wir eine andere Beziehung zu Lasten und Sorgen des Lebens haben.  Glaube und Religion lehren uns zu warten und auf Gott zu vertrauen.  Ein Problem mit dem Warten haben wir deshalb, weil die Zeit,  in der wir leben, sehr schnelllebig ist.  Viele bemühen sich, die anderen Autos zu überholen, damit sie eher am Ziel sind. Wir gebrauchen eine Mikrowelle, damit das Mittagessen schnell zubereitet ist, weil wir keine Zeit für langes Kochen haben. Auf eine SMS- Nachricht wollen wir gleich eine Antwort bekommen. Jesus sagt zu uns: Legt die Eile ab, lernt zu warten, dann werdet ihr sehen, dass euer Leben ruhiger wird.   Das Warten ist für uns problematisch, weil wir das Gefühl haben, dass nichts passiert, es scheint uns, dass auch Gott sich ausruht. Und das ist nicht wahr.  Die Stille und das Gebet sind dafür gut, damit wir begreifen, was Gott in dieser Zeit für uns tut. Gott ist nicht untätig. Er bildet die Umstände, die in der Zukunft unser Problem auflösen werden.

Im Jahre 1930 schrieb Frank Charles Laubach, er lebt von 1884 bis 1970  und war ein Missionär auf den  Philippinen, folgendes: Ich war enttäuscht von meinem Leben. Ich dachte, dass ich Rektor einer Hochschule werde. Aber es war nicht so, ich wurde nicht bestimmt dazu. Das war aber nicht alles. Meine drei Kinder starben an Malaria. Da versuchte ich ganz verzweifelt mit Gott zu sprechen. Ich  gab mich ganz Gott hin  und wurde ihm ergeben. Da sprach Gott zu mir: Hab keine Angst. Vertraue auf mich. Ich werde mit dir ein Experiment machen. Das Ergebnis war die erstaunlichste Entdeckung meines Leben. Ich musste nicht darauf warten, was in Zukunft sein wird, ich konnte es jetzt schon erleben.  Ich schrieb mehrere Bücher. Es half mir,  ins Leben zurückzukehren. Ich wurde zum Segen für andere. Ich wurde zum Leiter der weltweiten Bewegungen für die Beseitigung des Analphabetentums.

Frank wurde der Vater des Gedanken, dass jeder soll jeden lehren. (Each One  Teach One). Er wurde sogar er Berater des amerikanischen Präsidenten. Und er war auch einer von den Verfassern des  Marschallplans für die Hilfe der zerstörten Länder nach dem zweiten Weltkrieg. Das Geheimnis seines Erfolges war einfach. Er antwortete auf das Rufen Gottes. Jeden Tag kommunizierte er mit Gott. Und das war das, was nennt ,,das Experiment“ nennt. Die Eingebungen, die Gott jedem von uns gibt, sind verschieden. Es geht darum, dass wir auf die Herausforderung:  Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich  werde euch Ruhe verschaffen“ antworten. Wir müssen die Zeit und die Art finden,  Gott zuzuhören. Von dieser Einstellung können wir auch eine Änderung unseres Lebens erwarten  und auch  Ruhe  für unsere  Seele. Gottes Anwesenheit erfüllt unser Leben immer mit Kraft und Hoffnung.

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