Allerheiligen C Mt, 5,1-12

Allerheiligen 2016 – Christus nachfolgen.

Gott, der Herr, vor dem Scharen der Engel und Heiligen beten , sei mit euch

Einführung

Wer ist ein Heiliger? Was stellen wir uns unter diesem Wort vor? Wenn zu uns jemand von der  Heiligkeit spricht, haben wir oft das Gefühl, dass es etwas ist, was uns nichts angeht. Ein anderes Mal haben wir die Vorstellung, dass wir unser Leben grundsätzlich ändern müssten – und das sei unmöglich und unreal. Das ist nicht für uns, so meinen wir. Haben wir da wirklich recht?

Jesus, du hast  uns den Weg der Seligkeit gewiesen. Herr, erbarme  dich unser.

Du hast uns die Freude der Hoffnung geschenkt. Christus erbarme dich unser.

Du hast uns das Siegel des Reiches mitgegeben. Herr, erbarme dich unser.

Predigt

Das Evangelium zeigt uns den Weg zur Heiligkeit. Es ruft uns immer wieder zur Heiligkeit auf. Wir alle sollen zur Heiligkeit gelangen. Das soll unser Ziel sein.

 Im Alten Testament bedeutete das Wort  „Heiligkeit“ so etwa wie ,, abschneiden“. Also es deutet einen  Zustand an, als wenn der Mensch sich vom Bösen, vom Unreinen lossagt, damit er Gottes Pläne und Absichten verwirklichen kann.

Die neutestamentliche Terminologie unterscheidet zwischen der Heiligkeit, die Gott eigen ist –  und der Heiligkeit,  mit der sich sein Volk auszeichnet. Israel wurde heilig, da Gott sich dieses Volk auserwählte. In Buch Levitikus heißt es: Seid mir geheiligt; denn ich, der Herr, bin heilig und ich habe euch von all diesen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört. Gott gibt dem israelitischen Volk die Gebote und lädt dieses  Volk zur Heiligkeit ein. Er lebt aus der unbegreiflichen Liebe inmitten seines Volkes. Im Buch Hosea heißt es: Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch,  der Heilige in deiner Mitte.

Anders ist es im Neuem Testament. Hier sind alle  zur Heiligkeit aufgerufen. Im Matthäusevangelium heißt es: Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. Gott ruft uns zur vertrauten Vereinigung mit ihm. Der Weg der Heiligkeit führt durch das Kreuz. Diesen Weg zeigte uns Jesus durch sein Leben. Auch das heutige Evangelium sagt zu uns: Selig sind –  die das Leid tragen – die Sanftmütigen – die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit – oder:  wenn  euch die Menschen   um meinetwillen schmähen  und verfolgen.

Heute erinnern wir uns an jene, die Christus folgten und sich  nicht fürchteten, nicht einmal vor Schmerzen, Qualen und Versagen.  Sie hatten aber Christus immer vor  Augen, der – so lesen wir es im Johannesevangelium – sagte: Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.  Erfüllt mit der Gnade Gottes siegten sie im Lebenskampf. In diese Gemeinschaft mit Gott sind wir alle eingeladen. Das Wesen der Heiligkeit liegt in der  Erfüllung des Willens Gottes. Den Willen Gottes  finden wir in der Stille, in der Zwiesprache mit Gott, also im Gebet. Weiters müssen wir um die  Heiligkeit zu erlangen, auch unsere Pflichten erfüllen, die uns aufgetragen sind. Ohne Gottes Hilfe werden wir aber niemals fähig sein, die Heiligkeit zu erlangen.

Dazu ein Beispiel: Gabriel ging einmal mit seiner Mutter einkaufen. Der Weg führte an einer Kirche vorbei. Gabriel schaut auf die Kirche und sagte: Schau, Mutti, wie die Fenster schmutzig sind! Die Mutter antwortete darauf nicht, sondern nahm Gabriel bei der Hand und betrat mit ihm die Kirche. Innen strahlten die Fenster in den herrlichsten klaren Farben. Gabriel staunte und dann merkte er über dem Altar eine Gestalt, durch die die Sonne durchstrahlte. Gabriel fragte seine Mutter: Wer ist das?Sie antwortete: Das ist der heilige Martin. Gabriel  merkte sich das gut. Einige Tage später fragte in der Religionsstunde der Herr Kaplan:  Kinder, wer von euch kann  mir sagen, was ein Heiliger ist?  In der Klasse war es ganz  still. Nur Gabriel hob die Hand und sagte: Ich weiß, was ein Heiliger ist. Ein  Heiliger ist ein Mensch, durch den die Sonne hindurch strahlt.

Wir sollten uns danach sehnen, dass Christus in uns scheint! Er ist die Sonne, die in uns scheinen will. Wir sollen Jesus so nachfolgen wie jene, die sich schon an seiner Anwesenheit in der Ewigkeit erfreuen dürfen. Wir sollen keine Angst haben und unser ganzes Leben  Jesus anvertrauen. Er sagt uns im 1. Petrusbrief: Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch. Wir sollen unser Leben ganz auf Gott ausrichten, auch wenn die Welt über uns lacht. Wenden wir uns mit Vertrauen an die Heiligen, denen wir am heutigen Tag gedenken, besonders an die Gottesmutter Maria, unsere Königin des Himmels. Sie und alle Heiligen helfen uns, den Weg der Vollkommenheit zu gehen, damit wir einmal mit Gott in vollkommener Freude leben können.

Da der Herr seliggepriesen hat, die ihm nachfolgen,wollen wir den Vater um seinen Beistand bitten.

Die Frieden stiften, werden Söhne Gottes genannt. Daher bitten wir den Herrn um seinen Frieden.

Selig, die Gottes Wort hören und befolgen und  vollendet werden in Herrlichkeit

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