4.Adventsonntag A Mt 1, 18-24

4.Adventsonntag A 2016/17

Einführung

Im heutigen Evangelium werden wir hören, wie Josef reagierte, als er erfuhr, dass seine Braut Maria ein Kind erwartete. Es ist sicher, dass  Josef dieses Problem mit  Gottes Hilfe gelöst hat. Eine Frage an uns: Lösen auch wir unsere Probleme mit Gottes Hilfe?

Predigt

Die amerikanische Firma IBM bestellte in Japan Computer-komponente. Im Bestellschein war die Klausel, dass drei fehlerhafte Komponenten von zehntausend Komponenten toleriert werden. Von Japan kam die Antwort:  Wir Japaner verstehen ihre geschäftlichen Praktiken nicht. Nach dem Vertrag haben wir zehntausend Komponenten erzeugt und legten drei fehlerhafte Komponenten bei . Wir hoffen, dass sie zufrieden sein werden. Wer würde sich nicht wünschen,  mit einer verlässlichen Firma zusammenzuarbeiten? Jede Firma überlegt,  mit wem sie zusammenarbeiten wird. Ähnlich wie es im wirtschaftlichen Bereich ist, ist es auch im Leben jedes Menschen. Jeder Mensch ist sozusagen ,,eine Firma“. Und es ist wichtig,  mit wem der Mensch zusammenarbeitet.  Wenn jemand eine Ehe eingeht mit einem Menschen, mit dem er sich versteht, dann könnte man von einer  „Familien-Firma“ sprechen. Wenn jemand mit einem Menschen zusammenarbeitet,  der ein Alkoholiker oder ein Spieler ist, dann ist es vorprogrammiert, dass die Firma pleite gehen wird.

Vor zwei tausend Jahren hatte Josef in Nazareth eine Tischler-werkstatt. Er hatte seine Lieferanten und Abnehmer, das heißt,  er arbeitete mit den Menschen zusammen. Außerdem  arbeitete Josef auch mit der Wirklichkeit Gottes zusammen.

Das Matthäusevangelium erzählt von der Geburt Jesu aus der Sicht des Josef. Josef war mit Maria verlobt und er stellte sich eine Ehe mit ihr vor, wie sie seinen Erwartungen entsprach. Als er feststellte, dass seine Braut schwanger sei, war er sehr enttäuscht und meinte, Maria sei ihm untreu geworden. Da gab es für ihn nur zwei Möglichkeiten – Maria öffentlich zu entlassen durch einen Gerichtsprozess – das wurde eine Steinigung bedeuten – oder sie privat zu entlassen durch das Schreiben eines Trennungsbriefes. Josef entschied sich für die private Entlassung, damit er Maria in ihrer Schmach nicht vor der Öffentlichkeit bloßstellen musste. In diese komplizierte Situation hinein hat Josef einen Traum und er hörte folgende Worte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn den Sohn, den sie gebären wird, wurde gezeugt vom Heiligen Geist. Josef stellte sich selbst die Frage: Soll ich diesen Worten glauben? Soll ich auf Gott vertrauen, mit ihm zusammenarbeiten?

Heute wissen wir, warum man Josef als groß und gerecht bezeichnen kann. Er stellte sich ganz einfach in den Dienst Gottes. Er erfuhr, dass der Wille Gottes ganz anders sein kann als es der des Menschen.  Josef nutzte also weder die erste, noch die zweite Möglichkeit, sondern eine dritte Möglichkeit, nämlich die Zusammenarbeit mit der Weisheit Gottes.

Josefs Geschichte enthält eine Botschaft, die aber auch an uns – an jeden von uns adressiert sein kann. Die Worte des Evangeliums: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen – könnten auch uns gelten. Man könnte sie so übersetzen: Fürchte dich nicht, mit Gott in deinem Leben zusammenzuarbeiten, denn diese Zusammenarbeite bringt deiner Seele Freude und Ruhe.

Die Weihnachtszeit naht – es ist eine Zeit der Einladung für jeden von uns: Fürchte dich nicht, deine Zeit für das Gebet, für die Heilige Messe, für eine Besinnung zu opfern. Gott bietet uns die Zusammenarbeit mit ihm an, dank der du die Firma deines Lebens aufbauen kannst – und nicht nur für jetzt, sondern für die Ewigkeit. Wir haben diese Zusammenarbeit in dieser sehr bewegten Zeit nötiger als je zuvor.

Ein Beispiel dafür ist eine Erfahrung aus der Slowakei. Seit 1994 wirkte dort BMG Invest. Dieser Fond versprach den Menschen große Gewinne, einen übermäßigen Profit. Dafür wurde viel Reklame gemacht. Immer hieß es: Uns können Sie glauben! In unserem Fond arbeiten Hunderte von Fachmännern. Unser Versprechen wird sich erfüllen. Wie sah aber die Wirklichkeit aus? Die Menschen wurden bewusst belogen und Hunderttausende kamen um ihre Ersparnisse. Wir müssen also gut überlegen, mit wem wir zusammenarbeiten. Der Fall BMG-Invest ist aber nicht der einzige Fall – ähnliche Beispiele gibt es auch in anderen Bereichen.

Gottes Angebot seiner Zusammenarbeit ist aber keine Lüge, sie reicht bis in die Ewigkeit. Fürchten wir also nicht den Plan Gottes, den er mit uns hat, nehmen wir ihn an und arbeiten wir mit ihm zusammen!

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