Ministrantenstunde -Karfreitag

Karfreitag ist der einzige Tag, an dem in den katholischen Kirchen keine heilige Messe gefeiert wird. Die Gläubigen wenden ihre ganze Aufmerksamkeit der Verehrung des Kreuzes zu.  Die liturgische Farbe ist rot.

Die Karfreitagzeremonie besteht aus drei Teilen:  1. Wortgottesdienst, 2. Kreuzverehrung, 3 Kommunion.

Der Altar ist leer – keine Kerzen, kein Kreuz, kein Tuch gibt es dort.

Am Anfang kommt der Priester mit den Ministranten zum Altar.  Der Priester legt sich auf den Boden und  verharrt eine Weile im stillen Gebet. Diese Handlung nennen wir Prostratio. Das ist das ausgestreckte Sich-Niederwerfen einer Person im Altarraum als Zeichen der Demut, Hingabe und flehentlicher Bitte. Es ist ein Zeichen des Schmerzes, den man über die Folterung und den Tod Jesu Christi verspürt.

Dann begibt sich der Priester mit seinen Ministranten zu den Sitzen, er   wendet sich  dem  Volk zu und spricht mit gefalteten Händen ein Gebete – ohne der Einleitung:  Lasset uns beten. Dann setzen  sich alle und es wird die 1. Lesung aus dem Buch Jesaja 52, 13- 53,12 mit ihrem  Antwortpsalm vorgetragen. Es folgt die zweite Lesung aus dem Brief an die Hebräer 4, 14-16, 5,7-9 und der Gesang vor dem Evangelium.  Dann wird die Leidensgeschichte nach Johannes vorgetragen 18, 1-19,42. Nach der Leidensgeschichte folgt eine kurze Homilie, also eine kurze Predigt.

Der Wortgottesdienst schließt mit den Großen Fürbitten. Der Priester steht bei seinem Sitz, beim Ambo oder beim Altar   und  spricht mit gefalteten Händen die Gebetsaufforderung, in der das Anliegen zum Ausdruck kommt. Danach breitet der Priester die Hände  aus  und spricht oder  singt die Oration – ein Gebet.

Dann erfolgt die Kreuzverehrung. Das ist ein alter Brauch und stammt aus Jerusalem. Dort küssten die Gläubigen voll Hochachtung das Kreuz. So berichtete davon eine Pilgerin im Jahre 400.

Ein verhülltes Kreuz wird zum Altar getragen, begleitet von zwei Ministranten mit brennenden Kerzen. Der Priester steht vor dem Altar, nimmt das Kreuz entgegen und singt. Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Alle antworten: Kommt, lasset uns  anbeten.  Dann enthüllt der Priester den rechten  Teil  des Kreuzes. Der Priester singt wieder: Seht das Kreuz an dem der Herr.. und der Priester enthüllt den linken Teil des Kreuzes. Der Priester singt zum dritten Mal: Seht  das Kreuz, an dem der Herr gehangen…. Schließlich enthüllt der Priester das Kreuz  ganz. Eine andere Form  der Kreuzverehrung ist: Der Priester begibt sich in Begleitung von zwei Ministranten  zum Eingang der Kirche oder der Sakristei,  wo er das verhüllte Kreuz entgegennimmt und dort singt: Seht das Kreuz , an dem der Herr gehangen… und er enthüllt den rechten Arm des Kreuzes. Dann geht er in die Mitte der Kirche und wieder singt er: Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen… und enthüllt den linken Arm des Kreuzes. Und schließlich macht er dasselbe vor dem Altar. Dann wird das Kreuz beim Altar  aufgestellt. Daneben werden die Kerzen gestellt. Zur Kreuzverehrung treten der Priester die Ministranten heran und verehren es durch eine Kniebeuge oder ein anderes Zeichen  der Verehrung, z. B. Kuss des Kreuzes. Inzwischen singt man den Vers:“Dein Kreuz“ oder andere  passende Gesänge. Das Kreuz bleibt vor dem Altar, damit es auch die Menschen, die später in die Kirche kommen, verehren können.

3,Kommunion.

Über den Altar wird ein Tuch gebreitet, darauf wird das Korporale und das Buch gelegt. Der Priester bringt die Hostien und dann spricht er vernehmlich und mit gefalteten Händen: ,,Dem Wort unseres Herrn und Erlösers gehorsam und getreu seiner göttlichen Weisung wagen wir zu sprechen.“ Und alle beten das Vaterunser. Dann spricht er: Seht das Lamm Gottes… Danach teilt er die Kommunion an die Gläubigen aus. Nach der Kommunionsspendung wird das Gefäß mit den übriggebliebenen Hostien an einen dafür bereiteten Ort gebracht. Nach einer kurzen Zeit heiligen Schweigens spricht der Priester  das Schlussgebet. Dann erfolgt das Segensgebet über das Volk. Der Altar wird wieder abgedeckt.  Alle verlassen schweigend die Kirche.

Die Zeremonien des Karfreitags können wir auch so charakterisieren: Zuerst sehen wir den leidenden Christus, dann verehren wir das Kreuz, wir berühren seine Wunde und zum Schluss empfangen wir den gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

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