Unsere Liebe zu Gott

Wann ist unsere Liebe zu Gott  vollkommen?   Sie ist vollkommen,wenn wir  Gott  über alles  lieben,weil er  unendlich  gut ist. Der Beweggrund  der vollkommenen  Liebe  ist die unendliche Güte Gottes. Gott hat den Menschen zahlose  Wohltaten  erweist. Unsere Liebe  zu  Gott  ur dann vollkommen ,wenn wir  ihn  um seiner  selbst  willen lieben. Wir können   Gott auch lieben wegen  der  Wohltaten, welche  wir  von ihm empfangen.   Seine  Wohltaten   aber sind   bloß ein  erschaffenes endliches Gut.  Wenn wir  also Gott  lieben wegen seiner  Wohltaten, so hat  unsere Liebe  einen unvollkommenen  Beweggrund beruht, ist daher  unvollkommenen, vollkommen kann sie nur sein, wenn sie auf  einem ganz vollkommen   Beweggrund   beruht, d.i.  auf Gott selbst. Dies geht   auch  aus  der Natur   der Liebe hervor.  Jemanden lieben  heißt. Wohlgefallen  an ihm haben, ihm mit dem innigsten  Wohlwollen   zugetan sein. Wenn  wir also  jemanden wahrhaft  lieben, so tun  wir dieses nicht wegen des  Vorteiles, den  wir von ihm zu erwarten haben, sondern weil er so beschaffen ist, dass  er uns  anzieht, so dass wir ihm  vom  Herzen  gut sind, wir  lieben  ihn  also wegen  seiner   selbst.  Das  ist also das erste, was  zur   vollkommenen Liebe  erfordert  wird. Unser Katechismus   setzt   aber  noch bei. ,,Über alles“. Unsere  Liebe ist vollkommen, wenn wir Gott über alles lieben. Diesen  Beisatz, über alles  dürfen wir  nicht übersehen. Ich will mich  näher  erklären.  Gott über  alles  lieben heißt  ihn  allen  Geschöpfen, allem  was er nicht ist    vorziehen, also  eher alles verlieren , als  ihn  durch   eine schere  Sünde beleidigen.  Der Apostel  Paulus schreibt.  Ich   bin  versichert, dass weder Tod, noch Leben, weder Engel    noch Mächtige… noch ein anderes Geschöpf  es  vermag  uns zu scheiden  von der Lieben Gottes. Wenn wir nun Gott  zwar  wegen  seiner selbst  lieben, wenn  aber dieser Beweggrund   allein  nicht hinreichend ist, jene Opfer zu bringen, welche die Liebe von uns fordert, sondern  wenn  dazu  noch  andere  Beweggrüde z. B.  der Verlust  des  Himmels ,Qualen der Hölle  kommen müssen  so ist unsere Liebe   nicht vollkommen, aus  dem einfachen Grunde,weil  wir Gott wegen  seiner  selbst nicht über alles   lieben. Aber eine weitere  Frage. Ist unsere  Liebe dann  nicht  vollkommen, wenn wir Gott deswegen lieben, weil er gegen uns  unendlich gütig  ist, weil alles Gute, was wir besitzen und hoffen von  ihm kommt? Ich antworte. Unsere Liebe  zu Gott  ist allerdings auch in diesem  Falle vollkommen ist. Übrigens ist  es  gar wohl  möglich, dass wir  Gott zu gleicher  Zeit   unvollkommen und vollkommen lieben, weil  uns  verschiedene, teils vollkommene, teils  unvollkommene   Beweggründe zur  Liebe  Gottes antreiben  können. Ein Gleichnis wird euch  dies deutlich machen.  Eine  sehr  arme  Witwe  hatte  ein  Kind  geboren. Sah aber nicht, wie  sie  es in ihrer  großen Not ernähren  und  erziehen   könnte,  und fasste  deshalb  den Entschluss  ,es vor  die Türe   eines  reichen, gutherzigen  Herrn zu legen, in der Hoffnung, dass derselbe  sich  des  armen  Geschöpfes  erbarmen und es  annehmen  werde.   Wirklich  wurde  auch der  Herr,  als  er  das  Knäblein   sah, von  Mitleid  gerührt, nahm es   in sein Haus   auf, und entschloss sich  , an  ihm  Vaterstelle zu vertreten. Indessen  erwachte im Herzen der Mutter  das Gewissen und zugleich die zärtliche   Liebe  zu dem Kinde. Sie  machte sich    die bitterliche  Vorwürfe und war  untröstlich  darüber,  dass sie sich  so unbarmherzig vom  Kinde  getrennt habe. Sie hatte aber  den  Mut nicht,  dem  Herrn ihre  Tat  zu  bekennen und  das  Kind  zurückfordern.  Sie wandte  sich daher  an eine andere  Person   und diese vermittelte   es, dass der Herr sie,  die Mutter rufen ließ und  ihr einen guten  Lohn versprach, wenn  sie das arme, gesunde Kind  nähren  und verpflegen  wollte. Ihr  könnt euch leicht  denken,  mit welcher  Freude, die Mutter das Kind annahm und pflegte.   Sie  tat  es  nun  doppelt  gern, erstens  aus zärtliches   Liebe zu ihrem Kinde, dass  sie  auch ohne  Lohn mit  Freuden   ernährt    und  pflegte ,  zweitens aber auch wegen des Lohnes , der ihr bei ihrer Dürftigkeit   ebenfalls  sehr  lieb  war. Sie  trug  daher  eine  zweifache Liebe  zu ihrem Kinder,  eine  ganz uneigennützige  und  eine  eigennützige,  oder  wenn ihr  lieber  wollt, eine  vollkommene und eine  unvollkommene ohne  dass   die eine  der  anderen schadete. In ähnlicher Weise   kann  auch  unsere  Liebe  zu Gott  beschaffen  sein. Nun  seht ihr wohl, dass beide Arten  der Liebe  zugleich  neben  einander bestehen können. Wenn wir gleich bereit    sein sollen, Gott dem Herrn   auch  ohne  Lohn  zu dienen, so  folgt  daraus  keineswegs , dass wir  in  seinem  Dienste nicht  auch  Rücksicht  auf  den Lohn  nehmen dürfen.

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