3.Sonntag C Lk 1,1-4, 4, 14-21

3.Sonntag im Jahreskreis C 2019

Einführung,

Das heutige Evangelium erzählt uns, wie Jesus  zu Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit  nach Hause kam, damit er dort  in der  Synagoge  eine Rede hält. Diese Rede war  die erste öffentliche Rede Jesu und wir können sie auch  als die ,,Programmrede“ nennen.

Predigt

Was sagte Jesus in dieser Rede? Der Geist des Herrn ist bei mir, weil er  mich gesalbt hat, um zu verkündigen  das Evangelium  den Armen, er  hat  mich  gesandt zu predigen  um die Gefangenen zu befreien, damit die  Blinden  sehend werden, und den Zerschlagenen in Freiheit zu setzen. Und Jesus fügt hinzu: Heute hat sich das Schriftwort erfüllt, das ihr eben gehört habt.  Was wollte Jesus durch diese Rede zu sagen? Ich bin der vorhergesagte Messias. Ich bin gekommen, um euch Befreiung und Heilung zu bringen. Wenn seine Landsleute diese Rede  verstanden hätten, wären sie in große Freude ausgebrochen. Leider haben seine Landsleute diese Rede nicht begriffen, so wie Jesus sein Volk nicht begriffen hat.

Aber auch heute gibt es viele Menschen, die Jesus nicht verstehen. Warum ist das so? Warum begreifen dies einige nicht und anderen sind im Gegenteil über ihn erstaunt? Die Antwort ist das Gottesbild, das die Menschen haben. Von diesem Bild hängt alles ab. Auf Gott warteten viele zur Zeit Jesus,  wie auf einen Richter und einen, der alles gerecht macht.  Jesus  aber zeigt damit, dass er und Gott, den er präsentiert, nicht so ein Gott ist. Das Gottesbild, das Jesus durch diese Rede entworfen hat, sagt, dass unser Gott ein Gott der Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung ist. Nirgends finden wir in Gott  Gedanken  der Rache, sondern nur der Liebe und Barmherzigkeit.

Am meistens zeigt sich diese Wahrheit in 15. Kapitel des Lukas- Evangeliums in drei Gleichnissen: 1. über ein verlorenes Schaf, 2. über eine verlorene Drachme und 3. über einen verlorenen Sohn. Jene,  die diese Dinge  verloren haben und dann danach voll Angst suchten, erwartete keine Strafe und kein Vorwurf, nur Freude und auch eine Feier.

Es  ist aber notwendig, hier auch die Wahrheit zu kennen.  Der Mensch sucht eifrig nach dem,  was für ihn wertvoll ist. Und was ist für den heutigen Menschen wertvoll? Das sind hauptsächlich materielle  Dingen.

Dazu ein Beispiel: Es war einmal ein Gutsbesitzer. Auf seinen Gütern hatte er mehrere Mieter, die aber nicht fähig waren,  ihre Miete zu zahlen. Sie sahen  schwarz in ihrem Schicksal. Da schickte der Gutsbesitzer seinen Verwalter zu den Menschen. Der Verwalter besuchte die Menschen, interessierte sich dafür , wie sie wohnen, was sie essen, ob sie krank sind. Den Menschen war das verdächtig. Sie dachten, der Verwalter wolle wissen, wie viel Vermögen sie haben, damit  der Gutsbesitzer ihnen dann dieses Vermögen  wegnehmen könne, um so seine Miete zu bekommen.  Die Menschen hatten die  schrecklichsten Vorstellungen  in  ihrem Kopf. Sie werden dann auf der Straße leben müssen und betteln.  Eines Tages teilte ihnen der Verwalter mit, dass sie zum Gutsbesitzer kommen sollten, er hätte ihnen etwas Wichtiges zu sagen.   Viele waren überzeugt, dass sie der Gutsbesitzer sicher hinauswerfen wird. Was für eine große Überraschung war es aber für alle, als der Gutsbesitzer zu ihnen sagte: Alle eure Schulden sind getilgt. Ab heute sollt ihr von neuem beginnen. Die  Leute glaubten zuerst, ihren eigenen Ohren nicht zu trauen. Aber dann brachen sie Jubel und Freude aus. Diese Freude war echt und unverfälscht. Ich kann aber auch ein anderes Beispiele nennen. Was für eine große Freude haben  die Menschen, wenn ihr Lohn erhöht wird oder wenn jemand im Lotto viel Geld gewinnt. 

Aber jetzt  schwenke ich über zu einem anderen wichtigen Thema.  Gott hat uns  durch  Jesus gesagt, dass er bereit ist,  unsere Sünden zu vergeben. Bringt diese Nachricht in uns eine wirkliche Freude hervor? Nein, nicht immer und für alle? Warum nicht?  Erstens erkennen viele Menschen nicht, dass sie in Sünde leben. Viele Menschen meinen heute: Die Welt ist doch ganz anders als früher. Die Kirche ist veraltet oder altmodisch.  Das Verständnis von Sünde gibt es da nicht. Ich will ein angenehmes Leben, es genießen und Sünden habe ich keine, daher muss ich sie auch nicht bekennen.  Mein Leben ist so einfacher. Es ist daher auch verständlich, dass viele Menschen die Rede Jesu nicht verstehen oder verstehen wollen, weil sie andere Vorstellungen von Glück haben und so ihre Ziele erreichen. Die Welt bietet den Menschen sehr viel an – viel mehr als früher. Der Mensch von heute hat genug und braucht daher keinen Gott.

In  der letzten Zeit  habe ich zwei Predigten gehört, in denen die Prediger  gesagt haben, dass es  ihnen so scheint, als ob die Menschen  von heute Gott gar nicht suchten. Und ich muss zugeben, dass das auch meine Meinung ist. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. schrieb in der Zeitschrift Vision 2000 in der Ausgabe 1 des heurigen Jahres folgendes: Vielleicht wollen viele Menschen den Glauben heute einfach nicht, weil ihnen das ewige Leben nichts Erstrebenswertes zu sein scheint. Sie wollen nicht das ewige Leben, sondern das jetzige Leben ist ihnen so wichtig, dass der Glaube an das ewige Leben hinderlich ist.

Deshalb sollen wir uns nicht wundern, dass die Menschen damals in Nazaret und die meisten Juden Jesus nicht verstanden haben – und sehr viele Menschen von heute ihn auch nicht verstehen. Jesus ist aber gekommen, damit die Menschen glücklich werden, damit sie ein Leben in Fülle haben. Der Unterschied zwischen dem weltlichen Glück und dem Glück, dass Jesus uns verheißt ist aber ein großer. Weltliches Glück ist nur kurz – es hört also schnell wieder auf. Jesus bietet uns ein Glück an, das dauerhaft ist und das uns zum ewigen Heil führt. Achten wir darauf, das ewige Glück nicht zu verlieren wegen eines kurzen Glücks hier auf Erden!

  

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