Wie der Wille durch Übung wird

Wie kann man denn zu einem so  festen und starken Willen  kommen? Es  geht mit der  Seele und  dem  Willen ganz ähnlich wie  mit  dem  Körper und  seinem Gliedern. Wie  kann man seine  Arme stark  machen?  Indem man sie  übt  durch Arbeiten oder Turnen. So oft man ein Glied oder einen Muskel anstrengt,  wird  er  dadurch stärker. Ähnlich  ist  es  auch   mit  dem Willen. So oft man  den Willen anstrengt und  mit über den Körper oder  über Trieb  oder ein Gefühl. So  wird  der  Wille stärker. Schon wenn man die  Muskeln mit  dem  Willen beherrscht, macht das den Willen stärker. Wenn  man  Schultern  und Arme und Arme und  Hüften stramm und  aufrecht hält  und  der Müdigkeit nicht gleich  nachgibt, stärkt das den Willen. Wenn man aber alles hängen lässt und  gar  keine  Haltung  hat, ist das auch für  den  Willen nachteilig.  Ist  es also  für  die Seele einerlei,  ob  man  beim Turnen, die  einzelnen Übungen nachlässig ausführt, oder ob  man  sie  genau und  frisch ausführt? Wann bietet sich  jeden  Tag  die  erste Gelegenheit,  eine  Herrschaft über  seinen Körper auszuüben und den Willen   zu stärken?   Beim Aufstehen fest, lasst euch  zu  dieser  Stunde wecken von euren Angehörigen oder  einem Wecker, und wenn die Stunde  schlägt oder der  Wecker abläuft, dann  aus dem  Bette gesprungen und  keinen Augenblick gezögert, wenn  es auch schwer fällt. Ihr  sollt  freilich genügend  schlafen, etwa  acht Stunden  täglich. Aber  wenn  der  Schlaf zu  kurz  ist, sollt  ihr  ihn nicht in der  Frühe verlängern, sondern am Abend. Wie?   Indem  wir  rechtzeitig  schlafen gehen. Auch dazu  sollt ihr eine  bestimmte Stunde haben, von  der ihr  nicht  leicht abgeht.  Es kostet Überwindung,  wenn  man gerne noch  plaudern oder fernsehen möchte und  zu  Bette  gehen soll. Man muss auch beim Schlafengehen eine   gewisse Trägheit überwinden, man  muss sich  oft  mit  Gewalt überwinden. Haltet auch sonst viel auf Pünktlichkeit. Eine mächtige Stütze  und Hilfe für den Willen ist es, wenn  man sich  für sein  Leben Grundsätze  bildet und diese  immer  treu  befolgt. Grundsätze  sind  etwas  ähnliches wie Vorsätze, aber solche, die  nicht  nur  für einmal ,  sondern für immer  gelten. Ihr  habt  euch  z. B.  vorgenommen, nie sittengefährliche Bücher  zu lesen.  Nun bringt euch  einmal  ein Freund, eine Freundin einen Roman ,dem   ihr  bald  anseht, dass  er  zu  sinnlicher  Lust  reizt. Ihr  habt euch soeben ein unterhaltendes  Buch gewünscht und hättet viel  Lust, den  Roman  zu lesen. Der  Freund  drängt euch   das Buch zu lesen. Wenn  ihr dächtet.Ach  Grundsätze  hin, Grundsätze  her, jetzt will ich  einmal  das  Buch lesen. Welchen Einfluss würde das auf  euern Willen üben? Er  würde geschwächt  werden und  auch  andere  Male Versuchungen  nachgeben. Wenn ihr aber denkt. Bei dem, was, was  ich mir  vorgenommen  habe, bleibe ich. Gott will es, und  ich will  kein schwankendes  Rohr sein, sondern  will ein  Charakter sein. Und  wenn  ihr  das Buch mit höflichem Dank  ablehnt, so stärkt ihr  dadurch  euern Willen und  werdet  der nächsten   Versuchung  noch  besser widerstehen   können. Oder ihr  habt euch  vorgenommen, jeden Monat die heiligen  Sakramente  zu empfangen.  Eine Zeitlang tut ihr  es auch . Da kommt  eine Zeit, wo ihr  zum  Beten  gar nicht  aufgelegt  seid  und auch  nicht  zum  Beichten   und Kommunizieren. Ihr meint. Einmal  kann ich  es ja auslassen, das tut nichts. Ist  es  denn  überhaupt notwendig  , jeden Monat die Sakramente  zu empfangen? Es  wird  wohl  auch  genügen, wenn  es  alle  zwei  Monate  geschieht. O bleibt da  da  euerem   Grundsätze treu. Gerade  wenn sich  Unlust einstellt, braucht  ihr  die  heiligen   Sakramente  um  so  notwendiger. Und  in der  Zeit, wo man  verdrossen   und  so unaufgelegt zum Guten ist, wo es  in  der  Seele  gleichsam trüb ist, soll  man  an  seinen Vorsätzen   nichts  ändern. Da heißt  es  ausharren. Es kommt   schon  wieder  eine   Zeit, wo die  Seele  sonnig   und  heiter  ist, und  wo  man  das Gute leicht  und  freudig tut. Wie  froh ist man  dann,  wenn  man auch  in  der  trüben   Zeit ausgeharrt  hat. Also  Grundsätze  haben, gute  Grundsätze  natürlich und  von  den  Grundsätzen  nicht  abgehen. Das macht stark.  In  den  heiligen Sakramente erlangen wir, wenn wir sie  würdig  empfangen, übernatürliche  Kraft, himmlische Kraft. Gibt es  außer den heiligen  Sakramenten   noch ein anderes Mittel  wodurch wir  von  Gott  Kräftigung  und Stärkung unsere  Willens   erhalten? Das Gebet. Gebet und  Empfang  der  heiligen Sakramente sind die wichtigsten  Mittel zur  Willenstärkung. Ohne  diese würden euch alle anderen  Mittel nicht viel nützen, wenn ihr  euch nicht  selber  Mühe geben  wolltet, euren Willen  zu  kräftigen.  Gott tut  durch  seine  Gnade nicht alles, er  will, dass auch  wir  das Unsrige tun. Wir  müssen uns  selbst erziehen. Das  Wichtigste ist  die Bildung des Willens. Über  sein Inneres  herrschen  ist viel mehr, als die  Naturkräfte  beherrschen.. Ein starker  Wille ist  überaus  viel  imstande. . Hl. Aloisius, Hellen Keller, Napoleon. Der Wille  wird  stark durch  Übung. ER wird  geübt durch  Pünktlichkeit und Ordnung   und jederlei Selbstüberwindung. Der Wille wird  gestützt   durch Festhalten  an bestimmten  Grundsätzen. Am  meisten wird der Wille gestärkt durch  Gebet und  Sakramente.

,,Wer sein Gemüt beherrscht, ist  besser  als  ein  Städteeroberer.“  Sprichwort  16,32.

Dieser Beitrag wurde unter Katechesen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.