Stille und Schweigen

Es kommt oft vor, dass eine Person durch Glauben die Tür dem Jesus öffnet – aber immer noch Jesus  wird nicht eintreten. Er kann nicht. Es gibt keinen Platz für Ihn. Es ist ungefähr so  als   Joseph mit Maria  in Bethlehem die Unterkunft suchten: Die Tür öffnete sich immer vor ihnen – aber nur, darum damit sie feststellen, dass  innen voll ist und sie dort nicht eingehen können.

Unser Ziel ist es nicht nur, den lebendigen Jesus bei der Tür zu treffen. Unser Ziel ist dauerhafte Gemeinschaft! Es ist notwendig, Jesus weiter einzuladen. Und das bedeutet, inne halb-schaffen ein leerer Raum, in den Jesus eintreten kann: STILLE.


Die Tradition der Stille und Schweigen
Mönche und Einsiedler haben immer abgelegene und ruhige Orte gesucht. Sie wussten, wo wir sich selbst sind, erfüllt mit Gedanken und Sorgen und alles Möglichen und Unmöglichen, dort  für Jesus kein Platz ist. Was ist mit der Tatsache, wenn sich die Tür öffnet, aber   Jesus nirgendwo eintreten kann  und draußen bleiben muss.
Jesus sagt dies in einem Gleichnis:
„Das aber unter die Dornen gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und die Sorge dieser Welt und der Betrug des  Reichtums erstickt das Wort, und er  bringt nicht Frucht(Mt 13,22).

Deshalb haben Christen lange nach Fasten gesucht, was die Stille des Körpers ist; Armut also die Stille des Verlangens; Stille und Monotonie, die zur inneren Stille des Geistes führen. Weil die Stille die Leere hervorbringt – einen Raum, den Jesus füllen kann. Sie haben die Tür  Jesus durch ihren  Glauben geöffnet, und Jesus kann   die ganze Zeit erfüllen. Es ist kein Zufall, dass der Höhepunkt dieser Form des Gebets (nach den Worten von Miguel Molinos) ein Gebet des Friedens ist, in dem  wir reden nichts, wir denken an nichts, wir gehen nirgendwo hin – wir sind völlig leer und  Gott ist es, der im Gebet  handelt und das Gebet erfüllt.

Der wichtigste Schritt ist zu lernen, mit sich selbst zu sein, ohne zu lesen, ohne Radio zu hören, ohne zu rauchen und trinken. Sich konzentrieren zu können bedeutet in der Tat, sich selbst sein zu können – und diese Fähigkeit ist eine von Bedingungen für die Fähigkeit zu lieben. (Erich Fromm)

Stille und der gegenwärtige Moment

Vielleicht ist es ihnen manchmal passiert: Sie  sind  zu Besuch gekommen. Die  Gastgeber  – begrüßten Sie herzlich und dann verschwunden. Sie begannen nach allen möglichen Dingen zu suchen und das Abendessen und alles zu kochen, und Sie saßen immer noch –
alleine . Und als der Besuch  endete, hatten Sie  den Eindruck, dass Sie nicht  einmal die Gastgeber  getroffen haben.

Es ist äußerst wichtig zu lernen, in Gottes Gegenwart zu leben. Bei Gott sein und nicht weglaufen von ihm weg! Gott ist hier und jetzt gegenwärtig! Gott ist nicht in der Vergangenheit, weil die Vergangenheit schon  aus unserer Sicht existiert nicht. Und es ist auch nicht in der Zukunft, weil sie  noch nicht existiert. Es gibt nur Präsenz. Und es ist Gegenwart, wo  Gott auf uns wartet.

Unser Fehler ist, dass wir normalerweise weglaufen entweder in Erinnerungen an vergangene Dingen   oder im Gegenteil, wir sind der Zukunft bereits voraus. Unser Geist ist sehr oft bei dem, was wir getan haben, oder schon bei  dem, was wir machen werden. Äußerlich äußert sich dies oft in Unaufmerksamkeit, indem man viele Dinge nicht bemerkt – oder durch die berüchtigte Ablenkung von Professoren und Wissenschaftlern, die sich bereits vollständig von der realen Welt in die Welt ihrer Gleichungen und Theorien „bewegt“ haben … Aber das Schlimmste ist, dass wir Gott selbst aus dem Weg gehen.

Wir müssen daher lernen, in der Gegenwart zu leben. Eine bestimmte Website eines  Sportlers  sagt:
„Einer der wichtigsten Schritte in Ihrem Leben ist Meditation (Konzentration)… Einfach dabei  mit all unserer Wahrnehmung zu sein , was sie  tun  und an nichts anderes denken . Jeder von uns kann es so machen sich für einen oder zwei Momente auf etwas zu konzentrieren – aber damit es echte Früchte in unserem Leben trägt,
es muss unsere zweite Natur werden, Teil unseres Alltags. “ (Richard Sandrak).

Im Bereich des spirituellen Lebens ist dies doppelt wahr. Es ist kein Zufall, dass Zen-Buddhisten dies tun versuchen, durch verschiedene Aktivitäten, wie das Arrangieren von Ikebana, oder durch  Schwertkampf einen Zustand permanenter Meditation zu erreichen,
oder Schwertkampf. Auf der anderen Seite der Welt die Benediktiner und Kartäusermönche  erkannten, dass, körperliche Arbeit – besonders die eintönigere, die in Stille und Frieden ausgeführt wird – ist erstaunliches  Instrument des spirituellen Lebens, weil es uns im gegenwärtigen Moment verankert.

Schweigen hat  für das Verbleiben  im gegenwärtigen Moment Schlüsselbedeutung  Genau in unserem Gedanken, nur in der Fantasie oder in Erinnerungen, in leeren Worten, Fantazierungen  wir entkommen der Realität. Im Gegenteil, Stille – insbesondere innere – verursacht, dass all dies schwindet – und die reale Realität taucht vor uns auf.

Wenn wir zum ersten Mal einer realen, nackten Realität begegnen, werden wir normalerweise von Angst und Panik überwältigt – als ob wir   am Rande eines tiefen Abgrund stehen würden. Nicht umsonst wurde es durch  Einzelhaft in Gefängnissen bestraft. Wenn aber wir überwinden die Angst und tauchen in die Fülle der Realität im Vertrauen ein, auch die Einsamkeit  für uns ein Segen wird – deshalb wird er von Mönchen und geistig lebenden Menschen aller Kulturen gesucht!

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