Jesus, der König der Menschheit

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„Wo ist der neugeborene König der Juden?“, fragten die Weisen aus dem Morgenlande. Ihrer Ansicht nach war der Erlöser ein König. Deshalb fragten sie bei König Herodes nach ihm, in der für sie naheliegenden Voraussetzung, dass er etwa einer seiner königlichen Prinzen sein dürfte. In Bezug auf seine königliche Würde irrten sie sich auch nicht, denn Jesus ist der König nicht nur der Juden, sondern  aller Menschen. Christus ist der König aller Menschen, denn er ist Gott – als solcher hat er die Menschen erschaffen, erhält  und regiert sie. Christus ist der Erlöser der Menschheit, als solchem übergab ihm Gott die ganze Menschheit zum Eigentum – ihn bestellte er zu ihrem Haupt und Richter, sodass kein Mensch selig werden kann, als der, den Christus aufnimmt. Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18). Weil er gehorsam war , bis zum Tode am Kreuze ,, darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den, Namen verliehen, der größer ist als, alle Namen, damit alle, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.“  (Phil 2,9-10). Er ist sogar König über die Toten. ,, Sterben wir,  so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben, oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn“. (Röm 14,8)

Die Könige der Erde lassen sich huldigen, d. h. ihre Oberherrschaft wird von ihren Völkern und Untertanen feierlich anerkannt, und an den von ihnen bestimmten Krönungs- und Huldigungstagen setzen die Statthalter und Beamten die Krone auf. Jesus  hat als König der Christen diese Huldigung von uns im Versprechen bei der heiligen Taufe empfangen. Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der  als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt“.  (Eph. 1,22)

Irdische Könige geben ihrem Reich eine Verfassung, d. h., sie erlassen solche Gesetze, Verordnungen und Verbote, treffen solche Anordnungen und Einrichtungen, damit Ruhe, Friede und Sicherheit sowie die allgemeine Wohlfahrt gedeihen. Sie bestellen Beamte und Richter, die über das Gesetz wachen, es handhaben und ausführen müssen, und teilhaben an der Autorität des Königs. So gab auch Jesus seinem Volk eine Verfassung,  indem er weise  Gesetze  gab, was man von Gott und seinen übernatürlichen Dingen glauben muss, wie man ihn verehrt, wie man ihm  dienen kann, was man tun muss, um sich mit ihm zu versöhnen. 

Die Könige dieser Welt sind die Richter ihres Volkes. Sie bestrafen die Verbrecher mit Kerker, sogar mit dem  Tod oder mit lebenslänglicher Haft. Jesus, der himmlische König, ist auch Richter. ,, Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen. Und er hat ihm Vollmacht gegeben,  Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist“. (Joh. 5,22,27). In ähnlicher Weise wie die irdischen Könige übt auch er sein göttliches Richteramt  schon hier durch seine Kirche aus, aber besonders dann beim allgemeinen Gericht am Ende der Zeit. In seinem Gericht wird alles, was Menschen einander angetan haben, ausgeglichen und entschieden. Schuld und Strafe, Verdienst und Lohn werden so gegeneinander abgewogen, dass jeder die Gerechtigkeit des göttlichen Richters anerkennen wird. Dort gibt es keine Bestechlichkeit, keine Gunst und keine Parteilichkeit. ,, Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn  empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat“. (2 Kor 5,10).  „Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“  (Mt 25,46).  Dieser Richter hat auch seinem  „Kerker“ –  einem zeitlichen (dem Fegefeuer) und einem ewigen (der Hölle) –. „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. (Hebr 10,31).  Lasset uns diesen Herrn und König anerkennen, ihm huldigen, königliche Ehre geben und ihm unverbrüchliche Treue schwören.