Mk 7,14-23
Haben Sie schon den Zusammenfluss zweier Flüsse aus der Vogelperspektive gesehen? In der Slowakei gibt es die Flüsse Orava und Váh. Der Fluss Orava ist relativ rein, und darin leben viele Fische. Der Fluss Váh ist bei seiner Quelle auch rein, da er jedoch durch mehrere Städte mit umfangreichen Industriebetrieben fließt, wird er schmutziger. Bei Kralovany vereinen sich diese beiden Flüsse zu einem umfangreicheren Wasserlauf. Nach wenigen Metern ist vom reinen Wasser des Flusses Orava nichts mehr zu sehen. Er hat sich mit dem schmutzigen Wasser des Flusses Váh vermischt und ist nun ebenfalls verunreinigt. Leider ist das nicht umgekehrt. Der reine Fluss Orava kann den Fluss Váh keinesfalls reinigen.
So ist es auch bei den Menschen, die sich auf das Böse einlassen. Dieser Einfluss ist nicht zum Besten für den Menschen. Jesus warnt uns im heutigen Evangelium mit folgenden Worten: „Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen, Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. Die Aufzählung dieser gefährlichen Übel mahnt uns, sie zu meiden und uns im Innersten gegen diese Einflüsse zu festigen.
Berechtigterweise stellen sich viele Christen die Frage: Wie soll ich rein bleiben in einer Welt, die so voller unreiner, selbstsüchtiger und sinnlicher Einflüsse ist, die ständig auf die Menschheit einwirken? Hier gibt uns Jesus die Zusicherung: „Ich habe die Welt besiegt.“ Ich bin stärker als alle bösen Einflüsse. Meine Anwesenheit sollte euch immer mehr bewusst werden.
Als Beispiel möchte ich Shakespeares Drama „Othello“ anführen. Othello war ein sehr ehrlicher und aufrichtiger Mann, der eines Tages seine Frau des Ehebruchs verdächtigte. Er kämpfte gegen diese Verdächtigung allerdings nicht an, sondern seine Eifersucht wuchs immer mehr. Sie wurde schließlich so groß, dass er sogar in der Lage war, seine Ehefrau zu töten. Dieses Drama sollte uns eine Warnung sein, denn böse Gedanken und Einflüsse lassen uns oft nicht mehr los. Es ist zu spät, eine Medizin einzugeben, wenn sich das Böse schon ausgebreitet hat.
Bleiben wir immer in Verbindung mit Gott und seiner Gnade, die er uns zuteilen lässt. Nur so vermischt sich das Böse nicht mit dem Guten. Böse Gedanken machen unrein. Gott soll immer tief in unserem Innersten verwurzelt sein, denn er ist der Garant unseres Heils.
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