Verkündigung des Herrn A (Lk 1,26-38)
Einleitung
Maria zeigt uns: Wenn der Mensch seinen Willen mit dem Willen Gottes vereint, wird das Leben gelingen. Sie reagierte auf die Botschaft des Engels mit dem Satz: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. “ (Lk 1,38). Maria bemüht sich, den Willen Gottes anzunehmen, und will, dass dieser auf der ganzen Erde Frucht bringt.
Predigt
Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho bezeichnet Maria als das „weibliche Antlitz Gottes“. “ Gott ist nicht nur ein gerechter Richter oder unser Schöpfer. Zu Gott können wir eine ähnliche Beziehung haben wie zu einer Mutter. Wir können Gott vertrauen und uns mit ganzem Herzen an ihn wenden; er versteht die Sprache unseres Herzens. Man unterscheidet die Sprache des Verstandes von der Sprache des Herzens. Die Sprache des Verstandes brauchen wir zum Zählen, wenn wir uns überlegen, wie viel wir einkaufen sollen, oder wenn wir etwas planen oder unternehmen. Die Sprache des Herzens brauchen wir, wenn es um essenzielle Dinge geht, etwa um die Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott. Gott führt uns auf den richtigen Weg. Das heutige Fest ist dafür sehr aktuell.
Jedem wird verkündet, wie sehr ihn Gott liebt, und jeder sollte wie Maria darauf antworten: „Mir geschehe, wie du gesagt hast. Wir leben nicht auf einer Insel der Seligen, aber unser Leben ist von Gott begleitet und beschützt, denn Gott ist die Liebe. Wer versucht, nur nach seinem eigenen Willen zu leben, hat das falsche Rezept für ein gelingendes Dasein. Gottes Willen anzunehmen, das bringt reiche Frucht.
Vor hundert Jahren gab es in Amerika erhebliche Probleme zwischen Schwarzen und Weißen. Davon erzählt eine Begebenheit im Bundesstaat Alabama. Eine weiße Frau hatte einen Schwarzen gefragt, ob er nicht durch Holzfällen Geld verdienen will. Der Schwarze lächelte und ging mit ihr. Er krempelte die Ärmel auf, hackte Holz und schichtete es. Das sah ihre Tochter und sagte: „Mutti, dieser schwarze Mann, den du angeheuert hast, ist doch Professor Washington, der Direktor eines Instituts in Alabama.“ Am nächsten Tag entschuldigte sich seine Mutter bei ihm. Washington aber sagte: „Madame, es ist alles in bester Ordnung; es stört mich überhaupt nicht, gelegentlich manuell zu arbeiten. Ich denke, es tut mir gut und es ist mir außerdem ein Vergnügen, etwas für meine Freunde zu tun.“ Die Frau schüttelte ihm die Hand, und sie war sehr gerührt von seiner Bescheidenheit; er gewann ihre besondere Gunst. Später unterstützte sie finanziell sein Institut mit mehreren reichen Freunden.
Marias Demut und Bescheidenheit sind zum Segen für die Welt geworden. Es gibt egoistische Menschen, die nur an sich selbst denken, aber es gibt auch Menschen, die mit Liebe und Hingabe anderen dienen. Diese Menschen lassen sich von der Sprache ihres Herzens führen. Wie wundervoll wäre es, wenn auch wir alle zu diesen Menschen gehören würden.
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