Gründonnerstag Joh 13,1-15

Einleitung

Im 1. Korintherbrief heißt es: „Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe. Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: „Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ Diese Worte finden wir auch bei allen Evangelisten, und sie werden uns heute, am Gründonnerstag, besonders in Erinnerung gerufen.

Predigt

Ich möchte jetzt besonders auf die Worte „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ eingehen. Stellen wir uns einmal vor, was geschehen wäre, wenn die Apostel diesem Auftrag nicht nachgekommen wären! Wir hätten keine Eucharistiefeier, also keine heilige Messe.  Dann würde Jesus nicht wirklich und persönlich unter uns anwesend sein.  Gott sei Dank erfüllten die Apostel diesen Auftrag, und so ist Christus immer noch dort anwesend, wo die Eucharistie gefeiert wird. Der Höhepunkt jeder heiligen Messe ist die Worte der Wandlung, die der Priester über Brot und Wein spricht. Die heilige Messe ist also jene Zeremonie, in der wir uns an die ganze Heilsgeschichte erinnern – aber nicht nur diese im Gedächtnis bewahren, sondern sie vergegenwärtigen und erleben. In jeder heiligen Messe hören wir das Wort Gottes und können seinen Leib empfangen. Wir sind mit Jesus am Kalvarienberg, werden an seinen Tod erinnert  und freuen uns, dass er auferstanden ist. Wir müssen – auch wenn es uns als unmöglich erscheint – uns dieser Tatsache bewusst sein, dass in jeder heiligen Messe dieses Gedächtnis an das Leiden, den Tod und die Auferstehung vollzogen wird. Jesus hat uns also etwas hinterlassen, das von unvorstellbarem Wert ist. Nach jeder heiligen  Messe sollen wir hinausgehen in die Welt, um zu verkünden, dass Jesus lebt und uns liebt.

Wenn sich die Menschen die heilige Messe mit ihren verschiedenen Zeremonien einfach nur ausgedacht hätten, gäbe es heute keine mehr. Alles Menschliche geht zugrunde oder ändert sich, die heilige Messe wird aber bis ans Ende der Zeit dauern, denn sie ist Gottes Werk. Die heilige Messe ist die Quelle vieler Gnaden. Eine gute Beziehung zur heiligen Messe ist das Erkennungszeichen eines Christen. Schade, dass viele Menschen die heilige Messe zu wenig oder gar nicht beachten. Besonders in Westeuropa besuchen nur noch wenige Gläubige die Heilige Messe. Unlängst habe ich in einer Statistik zur katholischen Kirche in den Niederlanden gelesen. Dort besuchen in mehreren Diözesen nicht einmal mehr ein Prozent der Gläubigen die Heilige Messe. Es ist bedeutsam, die richtige Einstellung zur Messe zu haben, und das bekommt man durch gute Vorbilder. Wenn Eltern der Messe gleichgültig gegenüberstehen, kann man von Kindern nicht erwarten, dass sie eine gute Beziehung zur heiligen Messe haben.

Es gibt aber auch die andere Seite – nicht überall gibt es eine solche Freiheit wie bei uns, jederzeit eine heilige Messe feiern zu können. Ein Beispiel dazu: König Heinrich VIII. von England trennte sich von der katholischen Kirche und verbot den Katholiken, die Heilige Messe zu feiern. Ein Priester wurde erwischt, als er eine heilige Messe feierte, und ihm wurde der Prozess gemacht. Er wurde gefragt, ob er denn nicht wüsste, dass der König den katholischen Priestern verboten hatte, eine heilige Messe zu zelebrieren. Seine Antwort war, dass er es wohl wüsste. Nun fragte der Richter, wer es ihm dann erlaubt hätte, die Messe zu zelebrieren. Der Priester antwortete: „Jesus hat doch gesagt: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Also erfülle ich nur den Auftrag Christi.“ Er wurde daraufhin hingerichtet.

Auch heute noch bringen Tausende gläubiger Menschen erhebliche Opfer, um an einer heiligen Messe teilnehmen zu können, und in vielen Ländern der Erde werden Christen verfolgt. Wir leben in einem freien Land, und wir sollten die Chance nutzen, jeden Sonntag und Feiertag eine heilige Messe zu besuchen!  Sie gibt uns Kraft für unseren Alltag.

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