Ostersonntag A Joh 20,1-9

Einleitung

In der amerikanischen Armee arbeitete ein ideenreicher Sergeant, der zugleich Versicherungsagent war. Viele Soldaten haben bei ihm eine Lebensversicherung abgeschlossen. Der Armeekommandant wunderte sich darüber, wie es möglich war, so viele Soldaten dafür zu gewinnen.  Einmal war er dabei, wie dieser Sergeant die Soldaten als Versicherungskunden für den Abschluss einer Lebensversicherung geworben hat. Er sagte: „Wenn ihr euch versichern lasst  und ihr im Krieg euer Leben lassen müsst, dann bekommt eure Familie 100 000 Dollar. Wenn ihr euch nicht versichern lasst, kriegt die Familie in diesem Fall nichts. Es ist also vernünftig,  eine Versicherung abzuschließen.

Predigt

Wenn wir Jesus fragen würden, ob er wusste, was ihn in Jerusalem erwartet, und ob er für diese schwere Situation eine Versicherung abgeschlossen hat, was würde er antworten? Ja, ich war versichert, aber bei keinem Versicherungsagenten. Meine Versicherung ist das Vertrauen in Gott. Er hatte so unerschütterliches Vertrauen in Gott, dass er Leid, Geißelung, Kreuz und Tod hinnahm, denn er wusste, dass der Tod für ihn nicht das Ende bedeutete. Das Vertrauen Jesu auf seinen himmlischen Vater widerspricht jeder menschlichen Erkenntnis. Gott kann, was Menschen nicht können.

Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Gott kann Steine verwenden, die ein Baumeister weggeworfen hat. Er kann Wasser aus einem Felsen herausrinnen lassen. Er kann einen unfruchtbaren Schoß mit Leben erfüllen. Er kann das Böse zum Guten verwandeln. Die Apostel waren Zeugen vieler Wunder, die Jesus gewirkt hat. Aber sie verstanden nicht, was das zu bedeuten habe – von den Toten auferstehen. Das begriffen sie erst viel später. Nach der Auferstehung zeigte sich Jesus mehrmals seinen Jüngern und sprach und aß mit ihnen. So überzeugte er die Apostel davon, dass er wirklich lebt. Auch wenn Jesus von Bosheit und Hass umgeben war, wusste er, dass Gott ihn liebt und dass er schließlich das letzte Wort haben wird. Jesus betet oft Psalmen, und so war ihm Psalm 16, Vers 8, bekannt, wo es heißt: „Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten; ich wanke nicht.“ So betete jeder gläubige Jude. Der Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat, wird durch den Tod nicht unterbrochen. Gott verwandelt den Tod in Leben.

Unsere Augen sehen nur die Stoppel am Getreidefeld, die Augen des Glaubens aber den Reichtum der Ernte. Unsere Augen sehen nur die Krankheit, das Alter, den Tod; die Augen des Glaubens sehen  die Auferstehung und das Leben mit Gott.

Wir leben in einer Welt, in der wir Erfolg erleben, aber auch Enttäuschung – Überfluss,  aber auch Not. Jesus lehrt uns, dass das Leben trotz Krankheiten, Leiden und Todes seinen Wert und Sinn hat. Viktor Frankl meint: Mit den Schwierigkeiten in unserem Leben wächst unsere innere Kraft und führt zu innerer Veränderung. Parker, ein amerikanischer Schriftsteller, schrieb eine Novelle mit dem Titel „Die Schuld der Gefühle“. Sie erzählt von einem jungen Studenten, der bei seiner Mutter lebte. Dieselbe Schule besuchte auch ein Mädchen und sie fuhren dorthin mit demselben Bus. Sie kannten sich nur vom Sehen. Eines Tages brauchte der Student einen guten Rat für eine Theateraufführung. Er bat das Mädchen um Hilfe, da er wusste, dass sie umfangreiche Erfahrung im Theater hatte. Sie versprach ihm, zu helfen, aber sie wollte von ihm das Versprechen, sich niemals in sie zu verlieben. Er sah darin kein Problem. Bei einer Theatervorstellung war er jedoch so verzaubert vom Mädchen, dass er sich in sie verliebte. Sie trafen sich öfter und gingen zusammen aus. Bei einem Treffen machte sie ihn darauf aufmerksam, dass sie an Krebs leide und daher nicht wollte, dass er sich in sie verliebt. Der Student nutzte fortan jede freie Minute, um beim Mädchen sein zu können. Seinem Vater, mit dem er zerstritten war und der ein guter  Arzt war, vertraute er das Leiden seines Mädchens an. Dadurch erhielt sie die exquisite Behandlung, die es gab, und es kam zu einer Versöhnung mit ihrem Vater. Die beiden heirateten, doch das Glück war nur von kurzer Dauer, denn bald darauf starb sie.  Die Novelle endete mit den Worten: „Schade, dass kein Wunder geschehen ist.“ Sein Vater aber sagte zu ihm: „Es ist ein Wunder passiert, und das Wunder, das bist du.“ Und er hatte recht, denn in ihm wurde die Liebe erweckt und die Verantwortung ist auferstanden.  Er wurde ein neuer Mensch.

Die Auferstehung Jesu ist ein Wunder, das nicht nur in der Vergangenheit stattfand; sie geschieht in der Seele jedes Einzelnen von uns. Wir sollten Gott danken, dass er uns hilft, Gedanken der Hoffnung zu denken, zum Sinn des Lebens. Haben wir verstanden, worum es geht? Jesus beabsichtigt, uns zu einem neuen Leben aufzurufen. Einzelnen. Wir müssen aber glauben, dass Jesus wirklich die Kraft hat, uns aufzuerwecken, auch wenn es uns als unmöglich erscheint. Bei Gott aber ist alles möglich.

Dieser Beitrag wurde unter Sonntagpredigt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.