Palmsonntag C Lk 22,14, 23,56

Palmsonntag 2016 Der Sonntag des Leidens Jesu

Der bekannte griechische Schriftsteller Homer sagte einmal: „Vox populi, vox Dei” – „Stimme des Volkes, Stimme Gottes”. Heute bedienen sich vor allem Politiker dieses Ausspruchs. Dieser Ausspruch kann wahr oder unwahr sein. Das hängt von den Umständen ab.

Das Volk schrie vor Pilatus: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!” Hier können wir nicht sagen: Stimme des Volkes, Stimme Gottes. Jemand könnte einwenden: Gott Vater wusste, dass sein Sohn am Kreuz sterben würde, und Jesus nahm dieses Opfer freiwillig an. Das Volk meinte also, mit der Stimme Gottes zu sprechen. Das ist jedoch nicht richtig. Aus der Sicht Jesu war es ein Akt der Liebe, aus der Sicht des Volkes war es ein Akt des Hasses – und Hass ist nie die Stimme Gottes.

Jesus‘ Kreuzweg war geprägt von Schmerz, Liebe, Einsamkeit und Mut. Jesus blieb mit seinem Kreuz allein. Begleitet wurde er nur von seiner Mutter und ein paar Frauen. Auch unter seinem Kreuz waren nur seine Mutter, der Apostel Johannes und einige Frauen.

Im Kreuzweg Jesu ist unser aller Lebensweg verborgen. Ein Mensch kann sehr bekannt und populär sein. Wenn er aber leidet und stirbt, bleibt er allein, höchstens mit seinen Nächsten. Der Mensch bleibt auch allein, wenn er nicht nach dem Willen Gottes lebt.

Möge uns die Meditation des Kreuzwegs von Jesus Kraft und Stärke geben! Das hilft uns, nicht in Verzweiflung zu fallen, auch wenn wir allein sind. Treten wir mit Mut in die Geheimnisse der Karwoche ein und finden wir darin Stärkung für unser Leben!

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