Samstag der 2. Fastenwoche Lk 15,1-3,11-32

Jesus, der euch und seinen Vater als einen barmherzigen Vater vorgestellt hat, sei mit euch. 

Man spricht darüber, dass das Gleichnis vom verlorenen Sohn das Schönste ist. Jesus wollte uns in diesem Gleichnis zeigen, wie gut und barmherzig der himmlische Vater ist. Viele Menschen halten das für ganz selbstverständlich. Aber so selbstverständlich ist das nicht. Bei anderen Religionen ist Gott nicht barmherzig, und wenn man sich vergeht, existiert für ihn  die Vergebung nicht mehr.                                       

Jesus, du hast uns  heimgerufen ins Land des Vaters. Herr, erbarme dich unser.

Du rufst  uns  zum Festmahl  der  Versöhnung.  Christus, erbarme dich unser.

Du  hast  uns  das  neue Leben  geschenkt. Herr, erbarme dich unser.                                     

Der niederländische Kunstmaler  Rembrandt  van Rijn stellte in seinem Bild „Rückkehr des verlorenen Sohnes“ die tiefe Liebe des Vaters  zu  seinem Sohn in einem bekannten Gleichnis hervorragend dar. Rembrandts Bild ist so zutreffend, dass viele,  die es sahen, es zum Bedauern und zur Versöhnung mit Gott brachte.  Schönes Kleid, Ring,festliches Gastmahl sind die Symbole des Menschen, der zu Gott zurückkehrt. Der Schriftsteller und Priester Henri Nouwen erlebte diese Erfahrung. Als ich zum ersten Mal ein Rembrandt-Bild gesehen habe, habe ich mich danach gesehnt, dass auch ich in einer solchen sicheren Umarmung geraten könnte wie der Sohn auf dem Bild. Als ich sah, wie zärtlich der Vater seinen Sohn umarmt und an die Brust drückt, spürte ich tief in mir, dass ich eigentlich dieser verlorene Sohn bin. Ich wollte zurückkehren. Nouwens Betrachtung endet hier nicht. Er beginnt, sich mit dem älteren Sohn zu identifizieren. Trotzdem, dass Nouwen nie das Haus verließ und nicht sein Vermögen mit Huren vergeudete und der Schwelgerei nicht huldigte, wurde man sich seiner Eifersucht, Zorn und seiner raffinierten Heuchelei bewusst. Er wurde sich bewusst, dass sein Dilemma dem seines älteren Bruders entsprach. Wollte er, dass dieselben Hände ihn umarmen, die seinen jüngeren Bruder armten? Nouwen  begann zu begreifen, dass es nicht daran lag. welcher Sohn er war, aber dass er immer  der Sohn seines Vaters war. Das ist Gott, an den ich glauben will. Der Vater, der immer seinen Arm öffnet, der nie jemandem etwas aufzwingt, der immer erwartet, der immer die Hoffnung hat, dass seine Kinder zurückkommen, damit er ihnen seine Liebe zeigen kann. Er freut sich über die Vergebung und bittet uns um die Willigkeit, seine Barmherzigkeit zu empfangen.               

Als Glaubende wissen wir uns  von Gott angenommen und geliebt, so  wie  wir sind , mit all unseren  Stärken  und Schwächen. Deshalb beten wir voll Zuversicht.                          Allmächtiger  Gott, unser menschlicher Einsatz um Frieden und Gerechtigkeit stößt  wieder  an Grenzen. Diese Erfahrung   betrübt uns,sie öffnet  aber  gleichzeitig  unser Herz  für dich  und dein Wirken. Deshalb bitten wir.                                                                     

Wir wollen  dem Herrn danken für seine Huld, für  sein  wunderbares  Tun  an den Menschen, weil  er  die  hungrige  Seele mit seinen Gaben erfüllt hat.