17. Sonntag C Lk 11,1-13

17.Sonntag 2019  Richtig zu beten

Einführung

Im Evangelium  dieses Sonntags werden wir von Jesus hören, dessen  Apostel ihn baten, ihnen das Beten  beizubringen. Diese Bitte  ist überraschend, besonders wenn wir wissen, dass die Juden das Gebet als festen  Bestandteil  ihres Lebens betrachteten. Das Gebet wurde in jeder jüdischen  Familie  praktiziert. Die Apostel wie die Juden  beteten  sicher. Warum also  diese Bitte?

Predigt

Der Grund, warum Jesus verändert zu beten, war diese Tatsache: Die Apostel sahen , wie Jesus  an  einen  einsamen  Ort ging, um zu beten. Die Apostel sahen wahrscheinlich , wie  Jesus  sich  nach dem  Gebet verwandelte. Ihr  eigenes  Gebet  hat sie  nicht so  verändert. Obwohl  sie beteten,  fühlten  sie wahrscheinlich, dass ihr  Gebet ihnen  nicht  viel  gab.Es befriedigte  sie nicht; es inspirierte sie nicht. Darum: Sie wollten wissen, worin das Gebet Jesu anders  ist als ihr Gebet, worin es sich von ihrem Gebet  unterscheidet. In gewissem Sinne  könnten wir sagen, dass Jesus im heutigen  Evangelium  darin  fortsetzt,  worüber wir   am letzten Sonntag  gelesen haben. Jesus besuchte  Martha und Maria, und Martha  wirft Jesus vor, dass er sie  selbst  dienen ließ. Als  guten Rat empfahl ihr,  einen Ort zum Beten  zu finden,damit  sie einen Ort hat, an dem sie sich mit  ihrem Stress  abfindet und  wo  sie Frieden  und neue  Inspiration   gewinnt. Liebe Freunde. Es  gibt viele  unter uns, die  beten, aber  wir haben den Eindruck, dass  das  Gebet  uns  nicht  verändert. Wir  haben das Gefühl, dass  wir trotz   vieler Gebete immer unzufrieden und leer sind. Wir kennen die Menschen, die  viel beten, und sie  loben sich dafür, aber   ihr  Verhalten  spiegelt  das  nicht wider.Wo ist der Fehler?  Gebet und Gebet  sind nicht gleich.Es gibt  viele Dinge, die  uns in die Seele  Frieden  und Ausgeglichenheit  bringen, wie  zum Beispiel  das Geräusch von fallendem Wasser, die Wellen des Meeres , die auf  die Felsen  schlagen, oder der Gesang der Vögel. Diese Geräusche  stören uns nicht, sondern  beruhigen  uns. Man wird  bei ihnen  beruhigt, sich  abreagiert und  seine Sorgen vergisst. Diese Fähigkeit  haben  nicht nur  Dinge, sondern  auch  einige Menschen. Sicher  kennt  jeder  von  uns  die  Menschen, von deren  Gegenwart   wir erfrischt und ermutigt sind. Solcher Mensch war  zum Beispiel  der deutsche Dichter  Reinhold  Schneider (1903–1958). Der erste  Eindruck, den  dieser  zwei  Meter große Kerl machte, war  die Echtheit  der Gesinnung. Sein Händedruck  war unvergesslich. Sein Freund sagte zu ihm: „Bei seinen Fünfzigern.“ Es gibt niemanden, der bei der Begegnung mit Dir keinen neuen Reichtum, keine Selbstlosigkeit, keine Tapferkeit und keine Bescheidenheit  gewinnen würde. Obwohl er  sein  ganzes  Leben krank  war. Und  nur  auf der  Couch  schreiben konnte. Auch  in den intimsten Gesprächen  erwähnte er sich   nur selten  und ungern von  sich. Reinhold  Schneider war  nicht  der einzige Mensch dieser Art. Viele sagten  etwas Ähnliches über den ehemaligen Papst   Johannes Paul II. Er war  ein Mann, der  eine  breite Masse wie ein  Magnet  anzog. Auch  im hohen Alter wurde er  von vielen Menschen aufgesucht. Wir fragen,  woran es liegt, dass  einige Leute diese Gabe  haben? Das Geschenk, die  Befriedigung, der Ausgleich, die  Ermutigung und die Freude. Es  gibt  sicherlich  mehr  Gründe dafür. Aber der stärkste  Grund  wird sein,  dass diese Menschen  oft  in  ihre innere  Kammer betreten, wo  sie sich  beruhigen und über  ihr  Leben  nachdenken  können. Es ist  ein Raum, in dem  sie  Gott  begegnen und von  ihm Frieden  und inneres  Gleichgewicht  erhalten. Tatsache  ist, dass  man ohne Gebet  nicht  ausgeglichen leben kann. Welches Gebet  verändert unser Leben? Gutes Gebet besteht  nicht so sehr  aus Worten,sondern eher in der Einstellung. Jesus stellt  uns im heutigen Evangelium  ein Vorbild  für gutes Gebet.Es ist  ein bekanntes  Gebet: Vater unser. Aber dieses Gebet bei Lukas ist ein bisschen anders als das, das wir beten, nämlich das im Matthäus-Evangelium. Die Tatsache, dass  jeder Evangelist  einen anderen Text deutet, weist darauf hin, dass Wörter  nicht so wichtig sind. Wichtiger ist  die Einstellung  der Demut  vor  Gott, der unser  Vater ist. der  alles über  uns weiß. Und wir sind  sicher, dass er  uns  nur   das Gut  will. Es ist die Stellung der Hingabe und der Wunsch , seinen Willen   zu erfüllen. Aber vor allem ist es  die Einstellung der  Vergebung. Wenn wir so beten, wird  unser  Gebet  unser Leben  verändern, und wir  werden  Menschen des Friedens   für unsere  Umgebung sein.

 

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